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Plau am See / Mecklenburg: Am vergangenen Wochenende fand in Plau am See die Landessynode der Evangelisch Lutherischen Landeskirche statt. Schon am 31. März berichteten wir darüber, daß sich auch Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) mit einer Aufforderung an die Synode gewandt hat, ihren Beitrag zur dauerhaften Bekämpfung von politisch Andersdenkenden zu leisten. Ein Wunsch dem die Synode natürlich, mit dem bei evangelischen Kirchen gegenüber den jeweils herrschenden staatlichen Systemen schon seit Jahrhunderten bekannten Diensteifer, mit Vergnügen nachkam.
Phantasie und Kreativität scheinen jedoch nicht die Stärke der evangelischen Kirchenprälaten Mecklenburgs zu sein, so begnügte man sich damit, die einige Tage zuvor von der Landessynode der Pommerschen Evangelischen Kirche in Züssow verabschiedete Anti-Rechtserklärung in Bausch und Bogen zu übernehmen. In dieser wird u. a. formuliert, daß Opfer von Gewalt in der Kirche Schutz und Hilfe finden sollen und daß man gleichzeitig auch das Gespräch mit Menschen suchen wolle, die in „demokratiefeindlichen Strukturen agieren“ um sie für die demokratische Gemeinschaft zurück zu gewinnen. Eine Formulierung die ausgerechnet aus dem Munde einer Institution, die über viele Jahrhunderte jedes noch so absolutistische und barbarische System unterstützt hat, sofern es nur die amtlichen Vertreter der Lehre Christi materiell begünstigt hat, nicht anders als lächerlich klingen kann.
Dies gilt auch die die in der Erklärung auftretende Behauptung, daß nationale Parolen nur bei wenigen auf gefestigter ideologischer Haltung beruhen. – Glaubt die Evangelisch Lutherische Kirche Mecklenburgs etwa, daß sei bei ihren Schäfchen anders? So ist allgemein bekannt, daß die meisten derer, die heute noch Sonntags in die Kirche gehen, in diesem Besuch weniger einen Glaubensakt sehen, sondern vielmehr eine Gewohnheit, der man nachgeht, nicht weil man besonders gläubig ist, sondern weil es in der Familie nun einmal so üblich ist. Ein blutleeres Ritual, daß mit der Zeit zur Gewohnheit geworden ist, ohne daß man sagen könnte, daß es wirklich einem etwas gibt, ist das Geschwafel auf der Kanzel doch zuweilen selbst frömmsten Kirchensteuerchristen ein solches Ärgernis, daß sie ihren Blick weniger zu Gott, sondern auch die Uhr richten, um zu sehen, ob diese Prüfung nicht bald ein Ende hat. Welcher unser Leser ist so roh und unmenschlich, um eine solche Peinigung nicht nachvollziehen zu können.
Praktisch dürfte diese Erklärung jedoch nicht viele Punkte bringen und wenn, dann allenfalls für die Nationalisten des Landes, die sich auf diese Weise nun auch mit Recht als Opfer religiös motivierter Gesinnungsverfolgung, sozusagen als moderne Ketzer betrachten dürfen. Allerdings gehen wir nicht davon aus, daß es sehr viele unter ihnen gibt, die dies als Makel empfinden würden. Vielmehr ist zu erwarten – und zwar mit Recht – das eine solche Verlästerung eher die Reihen und die Gewißheit auf der richtigen Seite zu stehen mehr stärkt, als es irgendein formal und lieblos heruntergeleiertes Kanzelgebet am Sonntag je tun könnte. Und dazu sagen wir sehr gerne Amen.
Siehe auch
Kirche MV 02.04.06
Altermedia 26.03.06 – Landesynode in Züssow
Erklärung der Pommerschen Evangelischen Kirche (pdf)
Quelle: Störtebeker-Netz 04.04.06





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