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AB-Nord: Kiel - Zwischenbericht zu den linken Angriffen auf Kameradenwohnungen in Gaarden (28.04.08)

April 28th, 2008 · Post your comment (20 Comments)

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Eine Woche nach dem Beginn der Eskalation im Werftarbeiterstadtteil Gaarden bleibt die Situation angespannt. Das militante und kompromißlose Selbsthilfeverständnis freier und radikaler Nationalrevolutionäre wurde von der Gegenseite offenbar nicht für möglich gehalten. Um den Imageschaden in Grenzen zu halten wird dort nun versucht, die Urheberschaft der Auseinandersetzung durch vorsätzlich falsche Berichterstattung zu vertauschen.

Rückblick: Nachdem mehrfach die Fassade eines Wohnhauses beschmiert wurde, in dem zwei Mietparteien von Angehörigen der nationalen Zusammenhänge bewohnt waren, ging in der Nacht zum 16.April die erste Scheibe zu Bruch. Auf linksautonomer Seite wurde wohl angenommen, daß man ähnlich reibungslos zum vermeintlichen Erfolg kommen würde, wie bei der im Dezember attackierten Wohnung Peter Borcherts.

Als in der Nacht zum 18.April fünf Scheiben der Roten Hilfe, zwei weitere des Initiativenzentrums Hansastraße 48 und ebenso zwei eines linken Wohnprojekts in Kiel-Wik entglast wurden, bekam man dort eindrucksvoll vermittelt, daß Täter durch Courage schnell zu Opfern werden können. Die Reaktion ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Keine 24 Stunden später, gegen Mitternacht, formierte sich in dem seit über 20 Jahren traditionell von Linken bewohnten Stadtteil eine nächtliche Spontandemonstration. In deren Verlauf versuchten die 60 vollständig maskierten Teilnehmer, das Wohnhaus zu erstürmen. Schon auf der Straße wurden sie dabei durch offensive Verteidigungshandlungen eingeschränkt und in der taktischen Gebäudeverteidigung nach mehrminütigem Gefecht schließlich in die Flucht geschlagen.

Zwei weitere zerstörte Fenster, ein nicht gezündeter Molotow-Cocktail und eine Straße, übersäht mit etwa 100 Steinen, zahlreichen Feuerwerkskörpern und vielen Glasscherben waren das unmittelbare Resultat. Die Bullen kamen zum Glück erst 20 Minuten nach dem Ende der Straßenschlacht mit ihrer Einsatzhundertschaft, so daß die Abwehr der Angriffswelle behördlich nicht vereitelt werden konnte. Diese Form der militanten Selbsthilfe und der Umstand, daß man dort auf 19 gut vorbereitete Aktivisten treffen würde, gehörte sicher nicht zum Konzept der Antifaschisten und besiegelte die später schöngeredete Niederlage. Eine Niederlage von, für Kiel-Gaardener Verhältnisse, historischem Ausmaß.

In der folgenden Nacht wurden dann gezielt Listenkandidaten der NPD zur Kommunalwahl unter Beschuß genommen. Fensterscheiben eines Anwalts, Autoreifen des Kreisvorsitzenden und diverse Farbschmierereien sollten als Ergebniskorrektur das geschädigte militante Ansehen aufpolieren. An das durchgehend von Aktivisten bewachte Objekt wurde sich erwartungsgemäß nicht mehr herangewagt. Aber auch diese Offensive blieb nicht unbeantwortet: drei Scheiben der Antifa-Buchhandlung Zapata und zwei weitere der Gegenwind-Redaktion wurden gepflegt eingewichst. Sowas kommt von sowas und sowas ist nicht gut… Ein deutliches Zeichen, daß der nationale Widerstand auch in der Kontinuität der Auseinandersetzung mit militanten Mitteln deutlich zugelegt hat. Aktuell steht es 14 zu 5 für die Nationalisten. Mit Ergebnisveränderungen ist aber täglich, und insbesondere nächtlich, zu rechnen. Das hier ausschließlich linksextremistisch-kommunistisch orientierte Projekte und Einrichtungen angegriffen wurden, scheint das rote Spektrum nachhaltig zu beunruhigen. Verständlich, denn in Kiel und anderswo gibt es diese ja in ausreichender Anzahl und sind infolgedessen schwer zu schützen. Außerdem hat die Anti-Antifa-Recherche, für alle Beteiligten ersichtlich, in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet.

Nachdem die Protagonisten der Antifa am vergangenen Sonntag zu einer weiteren, diesmal tagsüber durchgeführten, Spontandemo 250 Teilnehmer mobilisieren konnten, ging zumindest hier die Strategie der Linken teilweise auf. Durch die öffentliche Wahrnehmung und die Aussicht auf dauerhaften Protest der Gegenseite wurde behördlicher Druck auf die Eigentümer ausgeübt. Die fristlose Aufkündigung der Mietverhältnisse durch die Vermieter und die zeitnahe Umsetzung des Auszugs wegen der dort wohnenden 2jährigen Tochter eines der beiden betroffenen Kameraden, sind aktuell der Stand der Dinge.

Unabhängig davon, daß die meisten Kameraden in der Region die zunehmende Militanz der organisierten Linksextremisten wohlwollend zur Kenntnis nehmen, da es eine andere Qualität ist, als hinter Polizeiketten Steine zu werfen, darf nicht in den Hintergrund geraten, daß hier wissentlich die Verletzung eines Kleinkindes in Kauf genommen worden ist. (Der Kinderwagen stand immer sichtbar im Erdgeschoß im Treppenhaus.) Das alleine darf unsererseits nicht dazu führen, die Räumung als Niederlage zu werten.

Daß nun eine Verbindung der Gegenaktionen zum Kommunalwahlkampf der NPD hergeleitet wird und sogar Begrifflichkeiten wie “Combat 18″ (auf Indymedia) verwendet werden, ist ein Rückfall der Antifastrukturen in die bürgerliche Praxis. Soweit, so gut. Da die Absicht besteht, erneut eine Demonstration gegen die nationalen Strukturen in Kiel-Gaarden zu organisieren, wird die Lage wohl auch weiterhin angespannt bleiben. Wir sind bereit. Und wir werden genügend Anlässe bieten, auch weiterhin Aktivitäten gegen uns zu richten. Sollte jedoch tatsächlich mal ein Stein den Kopf eines Kleinkindes treffen, liebe Genossen der Antifa, dann, und das versprechen wir euch, dann Gnade euch Gott. Oder Marx…

Siehe auch
Aktionsbüro Nord



Tags: Allgemeines

20 responses so far ↓

  • 1 Lotus // Apr 28, 2008 at 11:09

    Und wo ist jetzt der Erfolg an der ganzen Sache? Die Linksterroristen haben ihr Ziel mal wieder erreicht!
    Kämpfen statt kneifen!

  • 2 rabenaas // Apr 28, 2008 at 12:18

    Diese linken Subjekte bekommen halt immer kalte Schweissfüsse wenn sie nicht hintehältig zum Erfolg kommen.Feige sind diese Schreihälse ,die sich meist wenn Sichtkontakt besteht hinter der sonst so von ihnen verachteten Staatsmacht verstecken.Immer nur Müsli,Drogen und Bier tja dann Kommt man halt nicht über Suppenkasperformat hinaus.

  • 3 speaker.system // Apr 28, 2008 at 13:51

    Guter, kraftvoller Bericht. Von den Aktivisten aus Gaarden können sich einige noch ne Scheibe abschneiden. Am 1.Mai solltet ihr aufpassen, die antifa dürfte wohl damit rechnen das ihr in HH seit und damit eure Objekte nicht verteidigen könnt.

  • 4 Günther // Apr 28, 2008 at 14:09

    Was ist denn das für ein Transparent am Haus? Haben das Kinder gemalt?

  • 5 Schörner // Apr 28, 2008 at 14:48

    In der Tat ein guter, kraftvoller und auch informativer Bericht. Offensichtlich eine Truppe mit ausgezeichneter Moral und taktischem Geschick.
    Gratulation - auch zum Abwehrsieg.

  • 6 Gunvald Larsson // Apr 28, 2008 at 14:55

    @Lotus :

    “Und wo ist jetzt der Erfolg an der ganzen Sache?”

    Wenn du den Stadtteil kennen würdest, tätest du nicht so eine Frage stellen.

  • 7 Lama // Apr 28, 2008 at 15:58

    Zitat: “Nachdem mehrfach die Fassade eines Wohnhauses beschmiert wurde, in dem zwei Mietparteien von Angehörigen der nationalen Zusammenhänge bewohnt waren”

    ??? Grauenvoll.

    Das Transparent ist übrigens wirklich zum Abgewöhnen. Und wer zeigt bitte heute noch die Reichskriegsflagge?

  • 8 Bube // Apr 28, 2008 at 16:09

    @ Lotus / @ Larsson

    Man kann gut und gern von “Gaardistan” sprechen.

    Ich war einmal vor Ort vor vielen Jahren und konnte nicht im Geschäft kaufen, da ich kein Türkisch sprach und man mich nicht verstand.

  • 9 Ritter der Kokosnuss // Apr 28, 2008 at 16:21

    @ Gunvald
    Die von Lotus gestellte Frage ist durchaus berechtigt, wo ist der Erfolg?

    Was ich als Ergebnis sehe ist:
    -Verfahren gegen Unbekannt wegen rechter Anschlaege
    -Vertreibung von Nationalisten aus Kiel(Gaarden)
    -Zulauf fuer die AntiFa & Sozialistische Linke Kiel

    Bei letzterem ist vorallem auf die Spontandemonstration mit ~250 Teilnehmern zu verweisen. Wenn man diese Anzahl an Leuten Spontandemonstrationen des rechten Lagers z.B. gegen Repressionen gegenueberstellt (welche sich meist zwischen 5-20Leuten belaeuft), ist dies ein immenser Erfolg fuer die Linke Kiel.

  • 10 Gunvald Larsson // Apr 28, 2008 at 17:41

    @Ritter der Kok….:

    Zulauf? Wovon redest du? Wieviele kamen, oder wurden, herangekarrt? Vor allem aus HH.
    Vergiss nicht den Kommunalwahlkampf. “Die Linke/pds (uspd)” in Kiel springt natürlich auf diesen Zug auf.
    Die Verhältnisse in Gaarden kann man getrost mit Duisburg-Marxloh usw. vergleichen.

    Insofern ist das Standhaftbleiben gegen den roten Terror sehr wohl ein Erfolg.

  • 11 Borchert // Apr 28, 2008 at 18:53

    Reichskriegsfahnen und ähnliches werden dann gezeigt, wenn man auf verlorenem Posten steht und dennoch die Stirn hat, zu provozieren. Dies dürfte im Gaarden nach dem Ende des zweiten großen Völkerringens übrigens das erste Mal geschehen sein. Allein der Umstand, daß die Verteidigunslinie gehalten hat, ist Sieg genug, um die kleinere Niederlage der Wohnungsaufgabe zu revidieren. Zumindest hat die solidarische Haltung vor Ort dazu geführt, daß kein Beteiligter nun auf der Straße sitzt.

  • 12 Borchert // Apr 28, 2008 at 19:05

    Verteidigungslinie GGG

  • 13 nw // Apr 28, 2008 at 20:31

    Groß- und Kleinschreibung. - Der Hausmeister

  • 14 Vorschlag // Apr 28, 2008 at 20:54

    Schade, dass es nicht gelungen ist die Wohnung zu halten. Auch in Karlsruhe scheint es schwer zu sein

    http://de.indymedia.org/2008/04/214866.shtml

  • 15 *merlot* // Apr 28, 2008 at 23:59

    Toll, so’n Haus mit Bambule, Krakenlook (Weitlingstraße anno ‘91) und Krikelkrakel-Hakenkreuzfahne-ohne-Hakenkreuz-Transpi ist sicherlich die beste Publicity, die man der NPD im Kieler Kommunalwahlkampf angedeihen lassen kann… Und wie man die Verantwortlichen kennt, kommen jetzt irgendwelche Soli-Demos, die keine Kieler Ottonormalsprotte interessieren, aber die NPD in den “Kieler Nachrichten” als eine Art Streetgang erscheinen lassen. So werden’s mal wieder nicht die angepeilten 4, sondern höchstens 0,4 Prozent.

  • 16 Borchert // Apr 29, 2008 at 1:09

    @ *merlot*

    Zeichne ein besseres Transparent und wir werden sehen, ob es Verwendung findet. Aber bitte nichts mit NPD oder 4 Prozent. Sonst kommt noch jemand auf die Idee, Udo Voigt mit einem 4-Prozent-Anzug fallschirmspringen zu lassen. Nur landet der nicht wie Möllemann ungebremst auf dem Acker, sondern sicher in der Gegendemo der Antifa. Wer hält dann eigentlich die Trauerrede?

  • 17 1. // Apr 29, 2008 at 9:28

    Dann nehm am besten mal eure Schutzschild-Brut weg…

  • 18 @Borchert // Apr 29, 2008 at 10:39

    Es sieht so aus, als sorgst Du auch künftighin für unterhaltsame Lektüre.
    Es ist übrigens eine bemerkenswerte Handlungsweise, dem Antifamob unverzüglich Konsequenzen aufzuzeigen. Pädagogisch gesehen ist es sogar unerläßlich, weil der zu erziehende Personenkreis ermuntert wird, eigene, möglicherweise zu beanstandende Verhaltensmuster zu reflektieren. Insofern nehmen die Aktivisten vor Ort vor allem eine soziale Aufgabe wahr.
    Bleibt nur zu wünschen, daß die Zweijährige unversehrt bleibt.

  • 19 @*merlot* // Apr 29, 2008 at 10:48

    Um Dich im bürgerlichen Gerechtigkeitsrausch nur kurz zu unterbrechen: Weitlingstraße war `90, nicht `91 (Gruß an Hacki!). Auf korrekte Zahlen legt der ordentliche Prozenterechner doch wert.

    Der Weg zur Freiheit führt nur über die Leiche des Bürgers!

  • 20 Ike // May 1, 2008 at 0:11

    Diese linken Subjekte bekommen halt immer kalte Schweissfüsse wenn sie nicht hintehältig zum Erfolg kommen.Feige sind diese Schreihälse ,die sich meist wenn Sichtkontakt besteht hinter der sonst so von ihnen verachteten Staatsmacht verstecken.Immer nur Müsli,Drogen und Bier.

    Da könnt ihr ja froh sein auf Müsli und Drogen zu verzichten. :-)))

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