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Abt. Felix Austria: Sinkt die Anzahl der Holocau$t-Bezweifler in Österreich? (11.11.08)

November 15th, 2008 · Post your comment (6 Comments)

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Wien: Wie die Israelitische Kultusgemeinde stolz auf ihrer Internetseite vermerkt, ist die Anzahl der Österreicher, welche die Massenvernichtung von Juden während der NS-Zeit für historisch nicht erwiesen“ in den vergangenen drei Jahrzehnten deutlich gesunken. Waren es 1979 noch etwa 15 Prozent, die dieser Ansicht huldigten, so sind es heuer nur noch sechs Prozent.

In einer APA-Meldung heißt es dazu u. a.: „…In den 1980er Jahren sank die Zahl jener, die die Shoa als nicht erwiesen ansahen, stark ab, und lag Anfang der 90er Jahre erstmals bei 6 Prozent. Danach pendelte diese Gruppe bei einem Anteil zwischen 11 und 6 Prozent (2008). 88 Prozent der Befragten sah in der aktuellen Umfrage die Tatsache, dass Millionen Juden umgebracht wurden, als erwiesen an, 5 Prozent wollten keine Angaben machen. Bei den 6 Prozent habe man keinen messbaren Unterschied nach Alter, Geschlecht oder Bundesland feststellen können…“

Die Umfrage wurde von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) durchgeführt.

Allerdings sollte sich die jüdische Freude über diese Nachricht durchaus in Grenzen halten, beweisen Zahlen dieser Art doch eigentlich höchstens, dass die Anzahl derer, die das Dritte Reich, samt Judenverfolgung, noch persönlich miterlebten, nach und nach ausstirbt, während jüngere Generationen lediglich das nachbeten, was man ihnen zu denken vorgibt. Keineswegs vergessen werden sollte außerdem, dass es sich gerade im deutschen Sprachraum nicht gerade empfiehlt, mit bestimmten Ansichten zu einzelnen – strafrechtlich für offenkundig erklärten – Aspekten der Zeitgeschichte, kritisch oder gar zweifelnd zu äußern.

Umfragen dieser Art beweisen daher allenfalls, dass man im deutschen Sprachraum wieder gelernt hat, gegenüber den öffentlichen Stellen den Mund zu halten. Abgesehen davon sollte man in Fällen wie diesen nicht vergessen, dass die Judenverfolgung unter den Nationalsozialisten von niemanden in Frage gestellt wird, entgegengesetzt anderslautender Ansichten auch nicht von den Revisionisten. Was zuweilen Fragen aufwirft – und zwar keineswegs unberechtigt – sind Art und Weise sowie das tatsächliche Ausmaß.

Die allmählich an mittelalterliche Ketzerverfolgungen erinnernde Art und Weise, wie man seit Jahren von staatlicher Seite mit Kritikern und Zweiflern umgeht, lässt uns vermuten, dass in dieser Angelegenheit das letzte Wort noch lange nicht gesprochen ist, aber vielleicht muß man ja, um den Sinn solcher Worte zu verstehen, erst selbst unter einem wirklich totalitären Regime gelebt haben. Ein Großteil der Deutschen und Österreicher hat das bekanntlich noch nicht, doch sorgt man bereits mit verstärktem Eifer dafür, dass diese inzwischen mehr und mehr Gelegenheit bekommen, um selbst zu prüfen, wie es sich unter einem totalitären Regime lebt, sind die Unterschiede zu solchen mittlerer Weile doch bereits mehr als fließend.

Siehe auch
IKG 11.11.08



Tags: Allgemeines

6 responses so far ↓

  • 1 Sepp im Berg // Nov 15, 2008 at 10:19

    Mir geht es als Österreicher auch so. Zu meinem Heimatstaat bin ich vollkommen loyal.

    Was ich früher nicht so genau wusste, weiss ich heute ganz genau, weil mir klar geworden ist, wie gefährlich es ist, manche ganz ganz wichtigen, ganz ganz gut erforschten Dinge nicht zu wissen.

    Ich habe oft gelesen, dass in Mauthausen/Austria 4 Millionen Menschen vergast wurden.
    Dann habe ich in einer Zeitung gelesen, dass in Mauthausen/Austria 4000 Menschen umgekommen seien.

    In Auschwitz betete der Johannes Pauli II. für 4,5 Millionen vergaste,
    der Benedikti XVI. für 1,5 Millionen.

    Ich bin nicht bereit, irgend einem Dahergelaufenen zu sagen,
    was ich dazu denke. Da könnte ja jeder kommen.
    Ich mach es als Österreicher wie 50% meiner Nachbarn auch:
    Mit Fremden nicht über alles sprechen und auch keine süssen Bonbons von den Fremden annehmen.

  • 2 Sepp im Berg // Nov 15, 2008 at 10:54

    Entschuldigung. -schon wieder ungenau formuliert.
    Soll natürlich heissen:
    “…gelesen, dass in Mauthausen/Austria 4000 Menschen vergast wurden. Umgekommen sind ja leider wesentlich mehr Menschen in jenem Lager. Was ich sehr bedauere.”

    Ob die auch mit Zyklon-B vergast wurden, weiß ich nicht. Wo kann man das eigentlich nachlesen? Es gibt doch sicherlich Dokumentationsseiten wo man Dokumente über jene unglaublichen Verbrechen nachlesen kann.

    Man ist froh, dass auch das österreichische Fernsehen so viel zur historischen Bildung beigetragen hat. Diesem und dem Einsatz der Tageszeitungen ist es zu verdanken, dass 94% der Österreicher nicht irren können. Man weiß, dass insgesamt 6 Millionen Juden und ca 5 Millionen Nichtjuden mit Zyklon-B vergast wurden. (Was ist das eigentlich genau für ein Gas. Ich möchte mehr darüber, über jene Verbrechen, lernen!)

  • 3 Gsiberger // Nov 15, 2008 at 14:39

    Sepp,

    hast Du in der Schule nicht aufgepasst? Dort hat man uns doch eingetrichtert, was uns die “Befreier”
    doch alles Gutes getan haben.

    Also ich kann mich noch Gut an die Dokus zum sechzigjährigen Kriegsende im ORF erinnern. Nun gut, als die Russen gekommen sind hat es schon noch den einen oder Toten gegeben. Bei den Amis und Engländern hatte man den Eindruck, das die gar keine Waffen haben. Die sind so etwas in das Land geswingt, da kann es danach ja nur Freiheit und Demokratie gegeben haben. Bevor man angefangen hat zu Kotzen, konnte man diese Sch….
    wenigstens noch abstellen. Das ist eh das beste, einfach nicht einschalten.

    vho.org. Aber diese Seite wirst Du ja sicher schon kennen.

  • 4 BdU // Nov 15, 2008 at 17:15

    Angesichts der Tatsache, daß eine positive Antwort auf die Frage “Halten Sie die Massenvernichtung von Juden während der NS-Zeit für nicht erwiesen” nicht weniger als ein Straftatbestand ist, dürfte wohl das Ergebnis dieser Umfrage niemanden überraschen. Eine Frage zu stellen, bei der die “falsche” Antwort einen vor Gericht bringen kann und dann ein repräsentatives Ergebnis zu erwarten erfordet schon eine gewisse Naivität. Ich würde bei einer solchen Umfrage niemals meine wahre Meinung sagen.

  • 5 Georg // Nov 15, 2008 at 20:37

    …aha..und gibts jetzt auch weniger Moos für Umerziehungszecken? Wär doch die logische Konsequenz?

  • 6 jochen // Nov 16, 2008 at 9:55

    Was soll eine derart überflüssige Befragung eigentlich bezwecken? Wozu soll das gut sein? Um den Österreichern dann wieder die Daumenschrauben festzuziehen, wenn sich die Ergebnisse umkehren?

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