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Abt. Hofberichterstattung: Angela Merkel auf Canossa-Tour in Yad Vashem (31.01.06)

January 31st, 2006 · Post your comment (No Comments)

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Jerusalem /Israel: Auf ihrem ersten Staatsbesuch als Bundeskanzlerin in Israel versäumte des die deutsche Staatschefin nicht, gestern ihren pflichtgemäßen Kotau in der „Holocaust“-Gedenkstätte Yad Vashem zu absolvieren. Im Gegensatz zu einem früheren Besuch von Bundeskanzler Schröder machte die Gaszufuhr für die Ewige Flamme diesmal keine Schwierigkeiten. Abergläubische Zeitgenossen dürften dies frohlockend als Zeichen dafür nehmen, daß es auch mit einer Regierung Merkel keinerlei Schwierigkeiten im bundesdeutsch-jüdischen Verhältnis geben dürfte. Daß die Kanzlerin sich an Devotion gegenüber dem auserwählten Volk gesonnen ist, sich ihren Vorgängern gleichzustellen, wenn nicht sogar noch zu übertreffen, ist bereits erkennbar.

Lauschen wir daher den hymnischen Worten welchen heute die BILD-Zeitung dem Yad Vashem-Besuch Merkels widmet:

„Jerusalem – Ein Ort zum Frösteln: 22 Ortsnamen, weiß eingraviert in graue Schiefermosaike künden vom Grauen: Auschwitz, Bergen-Belsen, Dachau, Theresienstadt, Treblinka …
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist tief ergriffen, verharrt im stillen Gebet.
Der Besuch gestern in Yad Vashem, der Gedenkstätte für
die sechs Millionen Opfer des Holocaust auf dem Berg Hazikaron im Westen Jerusalems – es war für die Kanzlerin (schwarzer Hosenanzug) der schwerste Gang während ihres zweitägigen Israel-Besuchs!

Heute back ich, morgen brau ich …? – Nein, die von der früheren FDJ-Sekretärin zur Bundeskanzlerin avancierte Angela Merkel beim stillen Gebet in Yad Vashem

In der „Halle der Erinnerung“ entzündet Angela Merkel eine Mahnflamme, legt einen Kranz nieder.
Die Lippen zusammengepreßt, betrachtete die Kanzlerin beim Besuch des Holocaust-Museums zerbrochenes Spielzeug, alte Puppen.
Angela Merkel trägt sich mit einem Zitat des Gelehrten Wilhelm von Humboldt in das Gästebuch ein: „Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft.“
Tief erschüttert sagt sie: „Die deutsch-israelischen Beziehungen bleiben besondere Beziehungen in der Erinnerung an die einzigartigen Vorgänge im Holocaust.“

Zuvor hatte Israels Präsident Moshe Katsav die Kanzlerin an seinem Amtssitz herzlich mit einem Wangenkuß begrüßt.
Sie versicherte ihm: „Die Existenz des Staates Israel ist und bleibt ein fester und unantastbarer Pfeiler deutscher Politik. Wir stehen auch und gerade in schweren Zeiten fest an der Seite Israels.“
Merkel stellte unmißverständlich klar: „Eine Kooperation mit der palästinensischen Regierung kann es nur geben, wenn die Hamas die Existenz Israels bedingungslos anerkennt und der Gewalt abschwört.“

Am frühen Nachmittag ging es weiter mit einem gepanzerten Volvo ins Palästinensergebiet.
Beim Treffen mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas in Ramallah wurde die Kanzlerin noch deutlicher – sie drohte: keine EU-Fördergelder mehr für Terror!
Bei der anschließenden Pressekonferenz schrie ein palästinensischer Reporter die deutsche Regierungschefin an: „Sie wollen unser Volk aushungern!“ Souverän ignorierte Angela Merkel den Störer.

Quelle: BILD 31.01.06

Souverän ignorierte Angela Merkel den „Störer“, wie schön. Freilich war dies auch das einzige Zeichen von politischer Souveränität, daß die Kanzlerin sich in Jerusalem gestattete, ansonsten machte sie einmal mehr klar, daß auch unter ihrer Regierung die Bundesrepublik nichts weiter sein wird, als ein williger Erfüllungsgehilfe für israelische Großmachtinteressen im Nahen Osten. Schon jetzt ist erkennbar, daß im Falle eines militärischen Konfliktes mit dem Iran vermutlich auch eine von Merkel geführte Bundesrepublik aktiv an den Auseinandersetzungen im Nahen Osten teilnehmen wird. Überraschend wäre dies nicht, da auch schon die rot-grüne Vorgängerregierung, im Gegensatz zu ihren offiziell bekundeten Friedensbeteuerungen, aktiv den anglo-amerikanischen Kriegseinsatz im Irak unterstützt und begünstigt hatte. Merkels Haltung in den Tagen der Aggression gegen den Irak ließ keinen Zweifel daran, daß sie Deutschland in diesen Krieg mit hineingezogen hätte, wäre ihre Partei schon damals an der Macht gewesen. Rot-Grünen Widerstand hätte sie in einem solchen Fall kaum zu fürchten.

In einem Kommentar des Muslim-Marktes zum Israel-Besuch der Kanzlerin heißt es:
„…Mit dem Israelbesuch Merkels bricht die gesamte Fassade der Heuchelei zusammen und die Bundeskanzlerin stellt sich an die vorderste Front der Kriegstreiber.
Bundeskanzlerin Merkel hat – wie es üblich ist für alle Bundeskanzler – Israel einen Antrittsbesuch abgestattet. Aber was sie dort von sich gegeben hat, kann wohl durchaus als Kriegstreiberei und Einreihung Deutschlands in die Weltkriegsfront der Unterdrücker und Ausbeuter verstanden werden. Zu eindeutig waren ihre Aussagen, die einem Rundumschlag gegen alle Muslimen glichen.*

* Das Zusammenbrechen einer Fassade von Heuchelei setzt voraus, daß es zuvor eine solche Fassade gegeben hätte. Die politische Vergangenheit der Bundesrepublik zeigt jedoch, daß sich die führenden Vertreter des etablierten Parteienkartells in einem regelrechten Wettbewerb befinden, wer dem Staate Israel und seinen Diaspora-Sektionen am tiefsten in den Allerwertesten kriecht. Eine solche Politik ist seit Jahrzehnten Staatsdoktrin der Bundesrepublik. Gerade die CDU hat in diesem Punkt nie einen Hehl aus ihrer Haltung gemacht, wie schon Merkels Besuch in den USA während des letzten Irak-Krieges zeigte. Sollte das Benehmen Merkels in Israel daher tatsächlich jemanden überrascht haben? – Die Schriftleitung

Merkel reiste kurz nach den demokratischen Wahlen in Palästina nach Israel, um dem Wahlsieger Hamas gleich mit Bedingungen zu demütigen, Bedingungen, die sie aus Israel heraus in Richtung der Palästinenser formulierte: Die drei Bedingungen, die sie so laut hinausposaunte waren: Hamas müsse das Existenzrecht Israels anerkennen, sich von der Gewalt verabschieden und die erreichten Schritte im Friedensprozess akzeptieren.
Wer aus Israel heraus derart einseitig Knebelbedingungen an die Unterdrückten stellt und die Unterdrücker ungeschoren lässt, der muss sich den Vorwurf gefallen lassen, sich unzweideutig auf die Seite der Unterdrücker gestellt zu haben. Denn wie wäre es, wenn sie die identischen Bedingungen an Israel stellt? Wie wäre es Israel die Bedingung zu stellen, dass sie das Existenzrecht Palästinas offiziell anerkennen müsse, was bis heute nicht einmal angedeutet wurde! Wie wäre es, wenn Israel sich offiziell von der Gewalt verabschieden müsste, schließlich ermordet Israel 3-4 Mal so viele Menschen, wie alle Anschläge von Palästinensern zusammen und hat die Ermordung zur offiziellen Politik erklärt! Und schließlich ist das Widerstandrecht eines jeden besetzten Volkes sogar internationales Recht! Und wie wäre es, wenn Israel die erreichten Schritte im Friedensprozess akzeptieren müsste und es ihnen verboten wäre (mit Androhung von Sanktionen) die Mauer auf fremdes Gebiet zu bauen (wie sie es tun) und ihre Siedlungen auszubauen (wie sie es tun) usw. usw. usw.

Bundeskanzlerin Merkel stellt Bedingungen an die seit Jahrzehnten unterdrückten und unter Besatzung lebenden Menschen und belohnt gleichzeitig die Unterdrücker mit unglaublichen finanziellen Geschenken. Während den hungernden Palästinensern das Geld gestrichen werden soll, erhält Israel U-Boote mit deutschen Steuergeldern, U-Boote, die mit Atomwaffen bestückt werden können!
Aber Merkel belässt es nicht bei der Demütigung der Palästinenser. Sie legt noch einen weiteren Spruch drauf: Sie bezeichnet den Iran als Bedrohung für alle Demokratien weltweit. Der Zusammenhang ist die Atomforschung, die der Iran wieder aufgenommen hat. Die westliche Welt legt Standards und Gesetze fest, wie z.B. den Atomwaffensperrvertrag, und hält sich dann selbst nicht an die Verträge, wenn es ihr nicht passt! Merkel will die friedliche und durch Verträge abgesicherte Atomforschung im Iran verhindern, und das sagt sie ausgerechnet in dem Land, das keinem einzigen Atomwaffnsperrvertrag beigetreten ist, keinerlei Kontrollen zulässt, mehre Hundert Atomwaffen unterhält und damit die ganze Welt bedroht!

Bei all der Katastrophe, die dieser Besuch Merkels in Israel für Deutschland bedeutet, hat es auch etwas Gutes: Merkel hat endlich ihr wahres Gesicht gezeigt, sich voll und ganz neben Bush an die Front des von ihnen angetriebenen Weltkriegs gestellt. Offenheit ist immer besser als Heuchelei! *

* Auch hier muß die offenkundige Naivität des Autors verwundern, Merkel hat ihr wahres Gesicht nie verleugnet. Dazu bedarf es noch nicht einmal einer besonderen Beobachtungsgabe, sondern einfach nur regelmäßigen Medienkonsums. Etablierte Quellen sind für diese Erkenntnis vollkommen ausreichend. – Die Schriftleitung

Aber eines bleibt in diesem immer mehr auf die Bombardierung des Iran (möglicherweise sogar mit Atomwaffen) hintreibenden Weltszenarios unklar. Warum zieht Israel nicht selbst die Notbremse, bevor es nicht mehr möglich ist? Glaubt Israel ernsthaft, der Iran könnte bombardiert werden und Israel würde die Geschichte schadlos überstehen? Glauben die zionistischen Organisationen überall in der Welt, dass ein umfassender Krieg in der Region nicht auch eine viel größere Bedrohung für alle Juden in der Region wäre, als es jemals in der Geschichte der Fall war? Und beim Nachdenken über diese Fragen deutet sich immer deutlicher an, was ohnehin schon oft geäußert wurde. Dem Raubtierkapitalismus geht es weder um Juden, noch um Christen noch um Muslime. Bei Bedarf werden auch alle Juden der Region „geopfert“, denn der Raubtierkapitalismus kennt nur das Kapital! Und ihr geraubtes Kapital ist bedroht durch die weltweit wachsende islamischen Widerstandsbewegung.
Man hat versucht diese Bewegung mit Hilfe von Saddam zu zerstören, ist aber gescheitert. Man hat versucht die Bewegung mit Hilfe der Taliban zu zerstören, ist aber gescheitert. Auch der Einsatz von Al-CIAda und USAma haben nicht das gewünschte Ziel bewirkt, selbst bei Opfer des eigenen (wenn auch maroden) Kapitals. Die direkte Besatzung in Libanon, Afghanistan und Irak haben den islamischen Widerstand (den echten, nicht den gekauften) ebenfalls nur weiter wachsen lassen. Und jetzt droht durch den Todesstoß gegen den US-Dollar durch einen Ölhandel in EURO, initiiert durch den Iran, der Raubtierkapitalismus alle seine „Errungenschaften“ zu verlieren. Und in dieser Lage sind sie bereit, alles und jeden zu opfern, auch ihren zionistischen Brückenkopf, nur und nur um das Kapital zu retten! …“

Siehe auch
Muslim-Markt 30.01.06

Quelle: Störtebeker-Netz 31.01.06



Tags: Allgemeines

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