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Berlin: Zeter und Mordio herrscht wieder einmal über den Gezelten des Volkes Israel in Deutschland. Stein des Anstoßes sind diesmal jedoch nicht böse, böse Neonazis oder mit Rabbinern stänkernde ausländische Bereicherungen der abendländischen Kultur, sondern wieder einmal eine Wirtschaftsgröße. So zog sich unlängst der Präsident des Münchener Ifo-Institutes, Hans-Werner Sinn, den Unmut von Schalotte Knobloch und Gang zu. Dieser hatte im Berliner TAGESSPIEGEL frecherweise behauptet: „In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach Sündenböcken. Auch in der Weltwirtschaftskrise von 1929 wollte niemand an einen anonymen Systemfehler glauben. Damals hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager.“
Die Zeitung war noch druckfrisch als das allgemeine Gewitter der veröffentlichten Meinung über Sinn niederging und ihn flugs am Sinn seiner gemachten Äußerung zweifeln ließ, was letztlich in den für Leute seines Schlages üblichen Canossagang mündete, um die hiesige Diaspora-Sektion Israels wieder friedlich zu stimmen.
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| Klaus-Michael Kühne |
Diese hat inzwischen ein neues Opfer auserkoren. Diesmal ist es der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne (71), der dieser Tage ein Käuferkonsortium für die Hamburger TUI-Reederei Hapag-Lloyd organisiert hatte und dabei vor einigen Tagen erklärte, dass man nicht die Absicht hege, die dänische Firma Maerks am Unternehmen zu beteiligen, denn so Kühne: „Wir wollen uns möglichst reinrassig deutsch halten.” – Eine in heutigen Tagen tatsächliche kühne Bemerkung. Was Wunder, wenn der Zentralrat der Juden in Deutschland sich genötigt fühlte, auch hier seinen Senf dazu geben zu müssen.
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| Dieter Graumann |
So erklärte der selbst in Israel geborene Zentralrats-Vize Dieter Graumann gestern diesbezüglich: „Die Vokabel ist skandalös.” Gleichzeitig betonte er, dass ihre Verwendung sei an den Tagen um den Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November besonders geschmacklos sei Und nicht nur das, so hatte Graumann augenscheinlich Gelegenheit, wieder einmal feststellen zu können, dass prozionistische Betroffenheitsarien nur dann angestimmt werden, wenn man Juden oder Judengenossen in der Nähe weiß, was im Falle Kühne offenbar nicht der Fall war, denn, so Graumann: „Schockierend ist auch, dass das Publikum offenbar geschwiegen hat.” Dort zog man wohl angesichts der Äußerung hier und da die Brauen hoch, ohne dass man sich jedoch weiter daran störte. Sinnigerweise trug die Veranstaltung, auf der Kühne sprach und die von der Deutschen Nationalstiftung organisiert worden war, den Namen „Wie national soll die Wirtschaft in Deutschland sein?“
Kühnes Sprecherin verteidigte ihren Chef indessen vor der veröffentlichten Meinung mit dem Argument, dass diesem besagtes Wort „versehentlich herausgerutscht“ sei. Ob das Entschuldigung reicht, oder ob man nicht zuletzt doch zum Scheckheft greifen muß … Wir wären da nicht so sicher.
Anhang
Was der Zentralrat der Juden in Deutschland hingegen so von echter Reinrassigkeit hält, das dokumentiert vielleicht diese Pressemeldung des Zentralrates der Juden vom 21. Oktober:
Zentralrat kritisiert das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz
Berlin – Der Zentralrat der Juden in Deutschland fürchtet bei der Ablehnung von Stellenbewerbern Nachteile aufgrund des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes (AGG). Das Gesetz bedrohe die freie Personalauswahl der jüdischen Gemeinden, sagte der Generalsekretär des Zentralrats Stephan J. Kramer der Berliner Tageszeitung. Das AGG sei zwar „gut gemeint”, enge aber die Einstellungsmöglichkeiten der Gemeinden unzulässig ein. Die Kritik Kramers basiert auf einer juristischen Expertise der Rechtsanwälte Klaus Adomeit und Albert Meyer. Beide fürchten, dass „gefährliche Wirrköpfe aller Art” zum Beispiel gegen jüdische Gemeinde klagen könnten, wenn sie als Arbeitsplatzbewerber zurückgewiesen würden. Das AGG verpflichte die Gemeinden, juristisch nachzuweisen, dass abgewiesene Stellenbewerber nicht aus diskriminatorischen Gründen abgelehnt worden seien, obwohl jüdische Gemeinden Anstellungen auch unter „speziellen Sicherheitsinteressen” vornehmen müssten. (21.10.2008)
Gut, dass die Verfechter von ethnischer Reinrassigkeit immer nur bei den Anderen sind. Die Geschichte des jüdischen Volkes ist bekanntlich die beste Dokumentation für anti-rassistisches Verhalten, wie man schon im Alten Testament nachlesen kann. Wir empfehlen da zur besonderen Erbauung die Bücher Esra und Nehemia. Dort eventuell auftretende Parallelen mit späteren Rassegesetzen anderer Nationen sind sicher zufällig und keineswegs beabsichtigt, geschweige denn im Charakter des sich für von Gott auserwählt haltenden Volkes zu suchen.
Sind doch alles nette Leute, das sieht man den Knoblochs, Graumanns und Kramers doch auf den ersten Blick schon an.
Siehe auch
Reuters 12.11.08
Heuschrecke zu sein reicht Ihnen wohl noch nicht – Altermedia 27.10.08







2 responses so far ↓
1 Alexander // Nov 15, 2008 at 7:11
Kühne entschuldigt sich beim Zentralrat:
http://www.abendblatt.de/daten/2008/11/14/971769.html
“Der Hamburger Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne hat sich beim Zentralrat der Juden in Deutschland mit einem Brief für eine verbale Entgleisung entschuldigt. “Ich bedauere sehr, daß ich durch diese unglückliche Wortwahl Empörung ausgelöst habe”, sagte Kühne dem Abendblatt. “Ich bitte die jüdische Gemeinde in Deutschland um Entschuldigung”, heißt es in seinem Brief, den Kühne gestern an Dieter Graumann geschickt hat, den Vizepräsidenten des Zentralrats.
Auslöser der Empörung war ein Satz, den der Unternehmer am Dienstagabend bei einer Podiumsdiskussion in Berlin ausgesprochen hatte: “Wir wollen uns möglichst reinrassig deutsch halten”, sagte Kühne. Der 71-Jährige war gefragt worden, ob das Hamburger Konsortium für die Übernahme der Reederei Hapag-Lloyd künftig womöglich auch ausländische Teilhaber haben werde. Kühne ist das prominenteste Mitglied der Investorengruppe. Dieter Graumann vom Zentralrat nannte es “skandalös”, daß Kühne von “reinrassig deutsch” gesprochen habe. Dies sei ein “fahrlässiger Gebrauch von Nazi-Begriffen”.”
Gruß AvL
2 Léon D. // Nov 17, 2008 at 9:08
Noch so ein Rückgratloser…
Hat bei den “Großen und Mächtigen” überhaupt noch wer eine Wirbelsäule???
GruSS!
Léon
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