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Wismar / Mecklenburg: Für politisch korrekten Unmut sorgte vor einigen Wochen in Wismar das Anbringen des Slogans „Kauft nicht bie de Juden!!!“ an der Straßenfassade des früheren „Hotel Wismars“ an der Breiten Straße. Nach Angaben der Wismarer Netzwerkstelle gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus war der Schriftzug mindestens zwei Monate zu sehen gewesen, ohne daß man an dessen Beseitigung dachte. Bei dem Schriftzug handelte es sich allerdings offenbar nicht um die einzige Losung dieser Art, so tauchten auch Slogans wie „zundelsite.org“ oder „6 Millionen Lügen sind genug“ auf.
Netzwerkstellenleiter Thorsten Schäfer beklagte sich nunmehr Mitte des Monats darüber, daß die Stadt Wismar trotz mehrfachen Aufmerksammachens von seiner Seite keine Maßnahme zur Beseitigung der Schriftzüge eingeleitet hatte. Selber mochten er und seinesgleichen sich freilich auch nicht an die Arbeit machen. Wozu gibt es schließlich Ein-Euro-Jobber.
Anlaß für die Verzögerung dürften die unklaren Besitzverhältnisse um das Gebäude gewesen sein, da es nicht im Besitz der Stadt ist, glaubte die Kommune offenbar, sich um die Reinigungskosten herumdrücken zu können. Allerdings können wir Schäfers Zorn keineswegs beipflichten, wenn er meint, daß Graffitis schnell von Häuserwänden verschwinden würden. So lehrt die Erfahrung, daß dies in der Regel nur dann der Fall ist, wenn es sich um rechte oder antisemitische Parolen handelt, sind es im Gegenzug dazu Antifa-Parolen, so bleiben diese mitunter über Jahre an Ort und Stelle.
Ist das Verfassen einer solchen Losung wie der oben genannten nun falsch? – Aber sicher doch. Die Autoren haben offenbar versucht, sich plattdeutsch auszudrücken. Richtig hätte es daher heißen müssen: „Köpt nich bi de Juden!!!“
Siehe auch
Wismarer Anzeiger 15.02.06
Quelle: Störtebeker-Netz 28.02.06





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