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Greifswald / Vorpommern: Vergangenen Sonntag und Anfang der Woche berichteten wir bereits darüber, daß der letzte Landesparteitag der NPD-Mecklenburg-Vorpommern im Lokal „Zur Birke“ der Greifswalder Gartensparte „Hoffnung“ an der Wolgaster Straße stattgefunden hat. In einigen politischen Kreisen der Stadt scheint inzwischen allerdings weniger Aufregung über den Parteitag an sich zu herrschen, sondern vielmehr darüber, daß er in oben genanntem Lokal stattgefunden hat. So gab es inzwischen zahlreiche, vielfach allerdings künstlich inszenierte, Proteste gegenüber dem Spartenvorsitzenden Klaus Cornehl, seit 1999 Pächter der Gaststätte.
Der Oberbürgermeister Greifswalds, Dr. Artur König, hatte bereits durch gezielte Anfrage eine offizielle Distanzierungserklärung vom Vorstand der Greifswalder Kleingartenfreunde erlangt. Darüber hinaus drohte man Cornehl mit rechtlicher Prüfung. Was man da freilich prüfen wolle, ließ man ungesagt, da Cornehl sich schließlich keines rechtswidrigen Vergehens schuldig gemacht hat. Statt dessen offenbart die Haltung seiner Verbandsfreunde vielmehr, daß Kleingärtner zuweilen auch regelrechte Kleingeister sein können.
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| Klaus Cornehl |
In diesem Fall kommt noch hinzu, daß die nun aufbrandende politisch korrekte Erregung der Gartenfreunde ausgerechnet von solchen Herrschaften kommt, die sich in den vergangenen Jahren nicht um einen Sechser darum geschert haben, wie Cornehl mit dem Erhalt seiner Gartenlokalität über die Runden kommt. Nicht grundlos reagierte dieser daher auf die Drohungen seiner Vorstandskollegen mit der Bemerkung, daß er auf die Einnahmen durch die Annahme von Gesellschaften angewiesen sei und: „Die kommen auch nicht und sagen, ich muß brauche nicht zahlen.“ Gleichzeitig wies er daraufhin, daß er seit 1999 aus dem zuvor vier Jahre lang leergestandenen Haus, das er bei dieser Gelegenheit mit einem „Kuhstall“ verglich, erst wieder etwas gemacht habe, die Kleingärtner aber das Lokal kaum besuchen.
Auch sonst fühlte er sich in seiner bisherigen dreijährigen Tätigkeit als Spartenvorsitzender von seinen Gartenfreunden nur unzureichend unterstützt. So erklärte er gegenüber der Greifswalder Lokalpresse, daß gerade mal 30 Prozent der immerhin 400 Mitglieder der aus 202 Gärten bestehenden Sparte an den Vollversammlungen des Verbandes teilnehmen würden. Aufgrund der gegen ihn laufenden Hetzkampagne, an der sich gerade solche Gartenfreunde beteiligten, von denen man sonst über Jahre nichts gehört hatte, zog Cornehls nunmehr die Konsequenzen und legte den Vorsitz nieder. Über die gegenwärtig gegen ihn laufende Kampagne sagte er gegenüber der Presse: „Das Telefon steht nicht mehr still. Meine Frau traut sich nicht mehr aus dem Haus. Ich kann nicht mehr schlafen. Mit welcher Berechtigung nehmen sich Leute heraus, jemand anderen zu nerven? Ich habe lediglich einen Saal für eine Veranstaltung zur Verfügung gestellt.“
Die Kampagne gegen den Spartenvorsitzenden erinnert in etwa an das Theater, daß man in Greifswald 2000 um den örtlichen Schützenverein veranstaltete, als dieser bei einer Festveranstaltung einige Ordner verwendete, die NPD-Mitglieder waren. Hier inszenierte man sogar einen Skandal, der bundesweit von sich reden machte und der im Schützenverein zu ähnlich politisch korrekten Kniebeugen führte, wie man sie jetzt auch bei gewissen Vorständlern in der Gartensparte „Hoffnung“ erleben kann.
Ob die nächste Versammlung der Gartenfreunde einen Passus in ihre Gartenordnung einarbeiten wird, der die Benutzung von Gärten durch Nationalisten und den Besuch von Gartenlokalitäten von Menschen, deren politische Gesinnung nicht als einwandfrei empfunden wird gleich ganz verbietet?
Siehe auch
Ostsee-Zeitung 10.02.06
Quelle: Störtebeker-Netz 12.02.06






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