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Altermedia Deutschland – Störtebeker-Netz: In einer Zeit des Universalbetruges ist die Wahrheit zu sagen eine revolutionäre Tat (George Orwell)


Altermedia literarisch: Für Freunde bibliophiler Kostbarkeiten – „Unser Verkehr“ (01.02.09)

February 1st, 2009 · Post your comment (27 Comments)

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“Ich will der geben Lehren uf än Weg! … Loß dich treten von de Leit, loß dich werfen aus de Stuben, loß dich verklogen bei de Gerichte, loß dich setzen in’s Hündeloch, loß dich binden mit Stricke und Ketten, loß dich paitschen, loß dich martern halb taudt! aber (drohend) du mußt doch werden raich!”

Aus Karl Borromäus Sessa „Unser Verkehr“

Befaßt man sich mit der Geschichte des frühen Einflusses des Judentums auf die deutsche Literatur, so stößt man unweigerlich irgendwann einmal auf das Hauptereignis der Berliner Theatersaison von 1815, der Posse „Unser Verkehr“. Besagte Posse wurde 1811 vom Breslauer Arzt Karl Borromäus Sessa (1786 – 1813) ursprünglich unter dem Titel “Die Judenschule” geschrieben, dann aber zunächst anonym und unter dem Titel “Unser Verkehr” veröffentlicht. 1813 zunächst mit nur wenig Erfolg in Breslau aufgeführt, erlebte die im jüdischen Milieu spielende Posse 1815 ihre Uraufführung in Berlin, wo sie zu einem der bedeutendsten Theatererfolge des frühen 19. Jahrhunderts wurde.

Sessas Posse ist eine der schönsten und zutreffendsten Satiren auf das emporstrebende Judentum in Deutschland überhaupt, zumal in ihr der jüdische Volkscharakter brillant getroffen wird. Gewöhnliches Schacherjudentum und geistreichelnde Assimilationsjuden bekommen gleichermaßen ihr Fett weg.
Was Wunder, dass das literarische Judentum zu allen Zeiten gegen das Stück Sturm lief, indem es den im Grunde harmlosen Schwank als antisemitisches Machwerk und geistigen Vorläufer des sogenannten „Holocau$ts“ begeiferte und noch begeifert. Tatsächlich demonstrieren solche jüdischen Zeitgenossen bzw. deren Schreibknechte damit nur, dass sie wohl in der Lage sind, Spott auszuteilen, nicht aber auch selber einzustecken. Eine Tradition, die das literarische Deutschland seit Börne und Heine kennt.

Tatsächlich aber ist es keineswegs verkehrt, in dieser Posse eine Art Gegenstück zu Lessings „Nathan dem Weisen“ zu sehen. Zeichnete Lessing in seinem Nathan charakterlich einen Phantasiejuden, den es in Wirklichkeit gar nicht gab, so führte Sessa in seiner Posse die Juden in der Form auf die Bühne, die damals jedem Zeitgenossen aus eigenem Erleben sehr wohl bekannt und geläufig waren.

Aus den Bibliotheken entfernt, von den Theaterspielplänen seit fast einem Jahrhundert verschwunden und in Antiquariaten nur zu recht hohen Preisen erhältlich, ist es uns gelungen, den Text der Posse zu erhalten und ihm unserem Publikum zur gefälligen Lektüre oder zum sonstigen Gebrauch zur Verfügung zu stellen.
Wir geben ihm damit eine echte literarische Rarität in die Hand, die trotz ihres hohen Alters, wie man bei der Lektüre feststellen wird, immer noch erheiternd und keineswegs unaktuell ist.

Unsere Textfassung folgt der achten Auflage von 1863. Die Originalschreibweise wurde beibehalten.

Wir wünschen viel Vergnügen.

Die Schriftleitung

Karl Borromäus Sessa: „Unser Verkehr“

Siehe auch
Die Sprache jüdischer Figuren in der deutschen Literatur (1850 – 1933)



Tags: Allgemeines · Buchempfehlungen · Parole Spaß

27 responses so far ↓

  • 1 ichsachmal // Feb 1, 2009 at 14:37

    Warum ertönt beim Downloaden der Datei ein “Oiweh” – Geräusch?

    ^^

  • 2 Tand und Schande // Feb 1, 2009 at 14:55

    ichsachmal // Feb 1, 2009 at 14:37

    Warum ertönt beim Downloaden der Datei ein “Oiweh” – Geräusch?

    Frau Charlotte in der Leitung?

  • 3 Eine andere Feldpostnummer // Feb 1, 2009 at 15:02

    Da musste aber ein sehr unbedeutendes Schreiberlein für die Vorurteile herhalten, außer hier http://www.jewishencyclopedia.com/view.jsp?letter=S&artid=500 fand ich nicht zu ihm und dort reicht etwas Judenfresserei wohl zur Erwähnungswürdigkeit schon aus.

    Zum ersten, Judenfresserei kann man dem Stück nun wirklich nicht unterschieben, mehr als eine harmlose Milieuposse ist es wirklich nicht, aber in Sachen Instrumentalisiererei war Erez Israel und Anhang ja damals schon ziemlich kunstfertig und zum zweiten, das Schreiberlein war in der Tat unbedeutend, selbst die achte Auflage des Stücks nennt seinen Namen nicht. Wir gehen mal davon aus, daß der erst später, um die Jahrhunderwende bekannt wurde. Ist auch mehr was für Literaturgeschichtskenner, nicht so sehr für die politische Agitation.
    Das Stück selber wird in literaturhistorischen Arbeiten über das 19. Jahrhundert in Deutschland relativ häufig erwähnt. Wir fanden besonders die Kritik Börnes darüber inspirierend, was interessiert uns daher das Gemauschel irgendwelcher Ami-Juden.
    Es ist damit wie mit gewissen Filmen, man weiß wohl den Titel, aber wer kennt noch den Regisseur oder gar den, der das Drehbuch geschrieben hat.
    Für uns ist das eine philologische Spielerei am Rande, die Antiquariatspreise dafür sind wirklich unverschämt. – Die Schriftleitung

    Einen gewissen Typus hat sogar Tucholsky mit seinen Wendrinerartikeln karikiert, da fehlt aber natürlich der rassische “alles böse” Impetus. Was wurde aus den NS-Buchrezensionen, oder ist das im Zuge des selbsterklärten NS-BILD-Kurses nun nicht mehr geplant?

    Waren die irgendwo angekündigt? Abgesehen davon, ist “Unser Verkehr” im vergleich zu den Wendriner-Artikeln sehr viel handlicher und auch heute noch ohne sonderliche Zeitkenntnis für jeden faßbar.
    Die Schriftleitung

    P.S.: Da hier auch für nationale-kunst.tk geworben wird [national wird wieder völlig falsch benutzt, sei's d'rum] – vllt. wollen die Hiesigen ihren den Agitator/Künstler der Woche/des Monates/ des Jahres wählen. Wenn irgendein Geldnazi wenigstens etwas für den Jahressieger abgibt, könnte der Altermedia oder eben A—M—Kunstpreis durchaus etwas werden, zumindest in eurer Szene.

    Meine derzeitigen Favoriten

    http://logr.org/nationalekunst/files/2009/01/malchin.jpg

    Ich verorte Malchin unbesehen im finstersten Ostien, dachte allerdings nicht dass man selbst dort solche Wohnmaschinen als ästhetisch wertet, wie man den dortigen Menschenschlag doch noch immer wieder überschätzen kann.

    Immerhin zeigt den zweite Beitrag der KAM-Malchin dass man durchaus auch das eigene Programm agitatorisch zugespitzt darstellen kann: http://logr.org/nationalekunst/files/2009/01/ks.jpg

    Ich frage mich allerdings ob “Uns ist langweilig” nicht prägnanter wäre.

  • 4 Squirrel // Feb 1, 2009 at 15:18

    Ja , so ist das mit der Literatur in der Juden vorkommen :

    Für die einen ist es “Antisemitismus“ :

    „ …1943 erscheint Bonsels antisemitischer Roman Dositos ….“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Waldemar_Bonsels

    Für die anderen ist es Kunst :

    „….. dem Hauptwerk seiner Spätzeit, dem Christus-Roman »Dositos« (1942). …“

    http://www.buchhandel.de/detailansicht.aspx?isbn=978-3-86520-089-1

    Und DAS ist es für die Medien :

    http://de.youtube.com/watch?v=B8ERWTE2wvA&feature=related

  • 5 Eine andere Feldpostnummer // Feb 1, 2009 at 16:03

    Noch ein kleiner Nachtrag:

    “Tatsächlich aber ist es keineswegs verkehrt, in dieser Posse eine Art Gegenstück zu Lessings „Nathan dem Weisen“ zu sehen.”

    Von der Qualität, die selbst ihr mit [harmlosen] “Schwank” andeutet, stand bei Lessing nicht der jüdische Bürger sondern der Religionsfanatismus im Mittelpunkt, ein solches Anliegen ist sicher nicht das Gegenteil zu einer Primitivität, deren Ziel es ist ein paar Schenkelklopfer zu verursachen und den Spießbürger in Kleinkleckersdorf in seiner Ressentiments zu bestätigen bzw. sich mit ihm im Sumpf des unwissenden Allwissenden zu suhlen.

    Malchin ist nun nachgeschlagen zwar in Ostien hat aber auch schönere Ecken h**p://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Malchin-hauptstr-steintor.jpg Die Kameraden wohnen wohl in der dortigen Assosiedlung….

  • 6 Doofer Deutscher // Feb 1, 2009 at 17:21

    @ andere Feldpostnummer

    Das Stück ist wohl tatsächlich ein Gegenstück, bzw. eine Persiflage auf Lessing, aber nicht, wie altermedia hier annimmt, auf “Nathan der Weise”, sondern auf sein früheres Stück “Die Juden”.

  • 7 Loreley // Feb 1, 2009 at 18:21

    Unsere Feldniete muß trotz seiner 70-Stunden Woche in seiner Kellerkanzlei noch sehr viel Zeit zum Schreiben haben. Ob das Stück nun anspruchsvoll ist oder nicht, ist eigentlich egal. Ein literarischer Reißer wird es wohl nicht werden. Nur wenn man deine literarischen Schmierfinken wie z. B. G. Grass, liest, dann ist dieses “Machwerk” bestimmt ein Hit. Kannst ja mal mit deinem polnischen Literaturpabst in dem L. Quartett darüber diskutieren.

  • 8 PA // Feb 1, 2009 at 19:15

    Ich habe zwar erst den Anfang des Stückes gelesen, würde es aber literarisch als einen Vorläufer des bürgerlichen Realismus einordnen. Wenn ich die köstliche Charakterisierung der Personen am Anfang des Stückes wahrnehme, so muss ich unwillkürlich an Gottfried Kellers Leute von Seldwyla denken. Das ist der typische Humor, der die Welt des frühen 19. Jahrhunderts noch auszeichnete – einer Zeit, die noch nichts wusste von historischem Materialismus und industrieller Revolution.

    So möchte man mit Eduard Mörike sagen:

    Was webst du für Erinnerung
    In golden grüner Zweige Dämmerung?
    Alte unnennbare Tage.

  • 9 Gassner // Feb 1, 2009 at 19:41

    Ganz egal was dieses Stück ist es wirft ein anderes Problem auf. Seit dem Stück Frühlingserwachen hat es die Linke geschafft die Literatur mehr oder minder im Griff zu haben. Verlagshäuser wie Fischer und später Shurkamp ein Nebenzweig des ersten Verlages sorgten dafür.Wobei mehrere Stoßrichtungen gab.
    1. Sexuelle Befreiung
    2. Der böse Staat
    3. die dämliche Religion
    4. Horror und Schmuddelgeschichten

    Tatsache könnte man diesen Themen schon längst eine Umkehrung in Theaterstücken und Novellen entgegensetzen

    1. Der Horror der Sexuellen Befreiung wie er in der Pornoindustrie und ähnlichen auftritt und den Menschen zum Vieh macht

    2. Der schwache Staat der den Kriminellen immer mehr Raum läßt

    3. Die schwache Religion die ihre eigene Tradition nicht mehr versteht

    4.Die krank machende Freizeitindustrie die verkümmerte geistige Zombis produziert

    das Problem ist nur, dass man für diese Gegenliteratur auch ein alternatives Verteilungsnetz brauchen würde denn die Verlage und Medien sind fest im Griff derer die ersteres produzieren, das ist das Hauptproblem Europas.

  • 10 Nessa // Feb 1, 2009 at 20:01

    Man dankt für die Bereitstellung des Downloads!

  • 11 Squirrel // Feb 1, 2009 at 20:37

    Ob diese 15 venezolanischen Bürger auch das Buch “Unser Verkehr” gelesen haben….

    http://diepresse.com/home/panorama/welt/448840/index.do?from=rss

  • 12 wolzow // Feb 1, 2009 at 21:11

    @Feldlatrine:
    Dann kannst du gleich mal zu folgendem Ort Stellung nehmen:
    Dollgow/Stechlin
    Dort wurde ein gewisser Herr Strittmatter geboren:
    Ab 1941 diente Strittmatter in einer Einheit der Ordnungspolizei, die 1943 der SS zugeordnet wurde. Diese Zugehörigkeit habe er jedoch Zeit seines Lebens der Öffentlichkeit gegenüber verschwiegen, fand der Literaturwissenschaftler Werner Liersch im Quellenstudium heraus. Das „SS-Polizei-Gebirgsjäger-Regiment 18“ sei als Teil der „Ordnungspolizei“ in Slowenien, Finnland und Griechenland im Einsatz gewesen. Nach diesen Informationen kam es mehrfach zu Massakern und Geiselerschießungen, unter anderem stellte das SS-Polizei-Gebirgsjäger-Regiment 18 die Wachmannschaften bei der Deportation der jüdischen Bevölkerung Athens in die Vernichtungslager. Strittmatter sei an diesen Gewalttaten nicht direkt beteiligt gewesen, habe sie als Bataillonsschreiber aber vermutlich beobachtet und notiert.

    Es sei noch angemerkt das sich die jüdische Gemeinde in Malchin bereits 1925 aufgelöst hat.

    Du bist vielleicht eine Pappnase.

    @Loreley // Feb 1, 2009 at 18:21 :
    Es gab noch mehr solcher Schmierfinken als “SS”-Grass.
    Doch die politische Korrektheit nimmt in der brd doch zuweilen sehr bizarre Züge an:
    Erwin- Strittmatter- Preis-
    Wegen der SS-Zugehörigkeit Strittmatters verzichtet die brandenburgische Regierung jedoch auf den Titel und nennt ihn nur Brandenburgischer Literaturpreis Umwelt.

  • 13 Everding // Feb 1, 2009 at 21:23

    Kurz die Hose, lang der Rock,
    krumm die Nase und der Stock,
    Augen schwarz und Seele grau,
    Hut nach hinten, Miene schlau -
    so ist Schmulchen Schievelbeiner.
    Schöner ist doch unsereiner!

    aus “Plisch und Plum” von Wilhlem Busch

  • 14 Matthäus 21, 43 // Feb 1, 2009 at 21:59

    Danke für diese kostbare Rarität :-)
    _________________________________

    Motto für die Schmierfinke:

    “Wenn man den Geschichte nicht diskutieren und bezweifeln darf, so ist sie keine geschichtliche Tatsache mehr, sondern wird zu einem Dogma, welche in den Bereich der Mythologie gehört.”

  • 15 Georg // Feb 2, 2009 at 0:04

    ….aber de werst em doch nix gejiben.

    natirlich werd ech em gejiben. dass mer kennen nejimen nejimen nejimen!!

  • 16 Anonymous // Feb 2, 2009 at 8:17

    @Feldpost

    Vielleicht können Sie mit diesem Traktat aus der Schrift “Zur Judenfrage” von Karl Marx mehr anfangen. Sie ist 1843 erschienen, also fern von NS-Gedankengut.
    “Wir versuchen, die theologische Fassung der Frage zu brechen. Die Frage nach der Emanzipationsfähigkeit des Juden verwandelt sich uns in die Frage, welches besondre gesellschaftliche Element zu überwinden sei, um das Judentum aufzuheben? Denn die Emanzipationsfähigkeit des heutigen Juden ist das Verhältnis des Judentums zur Emanzipation der heutigen Welt. Dies Verhältnis ergibt sich notwendig aus der besondern Stellung des Judentums in der heutigen geknechteten Welt.
    Betrachten wir den wirklichen weltlichen Juden, nicht den Sabbatsjuden, wie Bauer es tut, sondern den Alltagsjuden.
    Suchen wir das Geheimnis des Juden nicht in seiner Religion, sondern suchen wir das Geheimnis der Religion im wirklichen Juden.

    Welches ist der weltliche Grund des Judentums? Das praktische Bedürfnis, der Eigennutz.

    Welches ist der weltliche Kultus des Juden?
    Der Schacher.

    Welches ist sein weltlicher Gott?
    Das Geld.
    Nun wohl! Die Emanzipation vom Schacher und vom Geld, also vom praktischen, realen Judentum wäre die Selbstemanzipation unsrer Zeit.
    Eine Organisation der Gesellschaft, welche die Voraussetzungen des Schachers, also die Möglichkeit des Schachers aufhöbe, hätte den Juden unmöglich gemacht. Sein religiöses Bewußtsein wurde wie ein fader Dunst in der wirklichen Lebensluft der Gesellschaft sich auflösen. Andrerseits: wenn der Jude dies sein praktisches Wesen als nichtig erkennt und an seiner Aufhebung arbeitet, arbeitet er aus seiner bisherigen Entwicklung heraus, an der menschlichen Emanzipation schlechthin und kehrt sich gegen den höchsten praktischen Ausdruck der menschlichen Selbstentfremdung.

    Wir erkennen also im Judentun ein allgemeines gegenwärtiges antisoziales Element, welches durch die geschichtliche Entwicklung, an welcher die |373| Juden in dieser schlechten Beziehung eifrig mitgearbeitet, auf seine jetzige Höhe getrieben wurde, auf eine Höhe, auf welcher es sich notwendig auflösen muß.

    Die Judenemanzipation in ihrer letzten Bedeutung ist die Emanzipation der Menschheit vom Judentum.
    Der Jude hat sich bereits auf jüdische Weise emanzipiert.
    »Der Jude, der in Wien z.B. nur toleriert ist, bestimmt durch seine Geldmacht das Geschick des ganzen Reichs. Der Jude, der in dem kleinsten deutschen Staat rechtlos sein kann, entscheidet über das Schicksal Europas. Während die Korporationen und Zünfte dem Juden sich verschließen oder ihm noch nicht geneigt sind, spottet die Kühnheit der Industrie des Eigensinns der mittelalterlichen Institute.« (B. Bauer, »Judenfrage«, p. 114.)

    Es ist dies kein vereinzeltes Faktum. Der Jude hat sich auf jüdische Weise emanzipiert, nicht nur, indem er sich die Geldmacht angeeignet, sondern indem durch ihn und ohne ihn das Geld zur Weltmacht und der praktische Judengeist zum praktischen Geist der christlichen Völker geworden ist. Die Juden haben sich insoweit emanzipiert, als die Christen zu Juden geworden sind. ” Karl Marx

    Franz v. Sickingen

  • 17 Franz von Sickingen // Feb 2, 2009 at 8:20

    @Feldpost

    Vielleicht können Sie mit diesem Traktat aus der Schrift “Zur Judenfrage” von Karl Marx mehr anfangen. Sie ist 1843 erschienen, also fern von NS-Gedankengut.
    “Wir versuchen, die theologische Fassung der Frage zu brechen. Die Frage nach der Emanzipationsfähigkeit des Juden verwandelt sich uns in die Frage, welches besondre gesellschaftliche Element zu überwinden sei, um das Judentum aufzuheben? Denn die Emanzipationsfähigkeit des heutigen Juden ist das Verhältnis des Judentums zur Emanzipation der heutigen Welt. Dies Verhältnis ergibt sich notwendig aus der besondern Stellung des Judentums in der heutigen geknechteten Welt.
    Betrachten wir den wirklichen weltlichen Juden, nicht den Sabbatsjuden, wie Bauer es tut, sondern den Alltagsjuden.
    Suchen wir das Geheimnis des Juden nicht in seiner Religion, sondern suchen wir das Geheimnis der Religion im wirklichen Juden.

    Welches ist der weltliche Grund des Judentums? Das praktische Bedürfnis, der Eigennutz.

    Welches ist der weltliche Kultus des Juden?
    Der Schacher.

    Welches ist sein weltlicher Gott?
    Das Geld.
    Nun wohl! Die Emanzipation vom Schacher und vom Geld, also vom praktischen, realen Judentum wäre die Selbstemanzipation unsrer Zeit.
    Eine Organisation der Gesellschaft, welche die Voraussetzungen des Schachers, also die Möglichkeit des Schachers aufhöbe, hätte den Juden unmöglich gemacht. Sein religiöses Bewußtsein wurde wie ein fader Dunst in der wirklichen Lebensluft der Gesellschaft sich auflösen. Andrerseits: wenn der Jude dies sein praktisches Wesen als nichtig erkennt und an seiner Aufhebung arbeitet, arbeitet er aus seiner bisherigen Entwicklung heraus, an der menschlichen Emanzipation schlechthin und kehrt sich gegen den höchsten praktischen Ausdruck der menschlichen Selbstentfremdung.

    Wir erkennen also im Judentun ein allgemeines gegenwärtiges antisoziales Element, welches durch die geschichtliche Entwicklung, an welcher die |373| Juden in dieser schlechten Beziehung eifrig mitgearbeitet, auf seine jetzige Höhe getrieben wurde, auf eine Höhe, auf welcher es sich notwendig auflösen muß.

    Die Judenemanzipation in ihrer letzten Bedeutung ist die Emanzipation der Menschheit vom Judentum.
    Der Jude hat sich bereits auf jüdische Weise emanzipiert.
    »Der Jude, der in Wien z.B. nur toleriert ist, bestimmt durch seine Geldmacht das Geschick des ganzen Reichs. Der Jude, der in dem kleinsten deutschen Staat rechtlos sein kann, entscheidet über das Schicksal Europas. Während die Korporationen und Zünfte dem Juden sich verschließen oder ihm noch nicht geneigt sind, spottet die Kühnheit der Industrie des Eigensinns der mittelalterlichen Institute.« (B. Bauer, »Judenfrage«, p. 114.)

    Es ist dies kein vereinzeltes Faktum. Der Jude hat sich auf jüdische Weise emanzipiert, nicht nur, indem er sich die Geldmacht angeeignet, sondern indem durch ihn und ohne ihn das Geld zur Weltmacht und der praktische Judengeist zum praktischen Geist der christlichen Völker geworden ist. Die Juden haben sich insoweit emanzipiert, als die Christen zu Juden geworden sind. ” Karl Marx

    Franz v. Sickingen

  • 18 Mohrenkuß // Feb 2, 2009 at 8:43

    Danke, Feldpossennummer, endlich mal Brauchbares:

    http://logr.org/nationalekunst/files/2009/01/malchin.jpg

    Ist wirklich witzig. Vielleicht aber auch eine Persiflage auf eben jene “Feinde”, welche die Heimat mit den Betonkästen der bolschewistischen Massenmenschhaltung bereits verschandelt haben.

    Ansonsten: Strittmatter, Grass, … Da kann man sich lebhaft vorstellen, aus welchem Material die Riege “großer SS-Dichter” nach einem deutschen Sieg bestanden hätte. Ist eben nicht alles Gold, was glänzt, auch die SS nicht.

  • 19 Eine andere Feldpostnummer // Feb 2, 2009 at 13:45

    @Loreley

    Kleiner Irrtum der 2. Münchner ist Anwalt ich bin Selbstständiger – ein ganz kleiner allerdings, da läuft es in der Aufbauphase wirklich auf Dauerarbeit hinaus, natürlich ist “ab und an” auch Ruhe im Laden und ich habe nichts zu inventieren, anzukaufen ect. was ich sonst so in Leerphasen mache. Da ein gehässiges Gelächter aber meinem Seelenleben gut tut, besuche ich Altermedia ganz gerne, zudem muss mensch mitbekommen was dem Feind so erwähnenswert erscheint.

    Vgl. mit ihren geistigen Heroen, würde übrigens auch ein Günther Gras dessen literarische Werk ich durchaus in Teilen als lesenswert empfinde, zum Titan.

    @wolzow

    Nun und was scheint ihnen an diesem Fall so bemerkenswert?

    @Franz von Sickingen

    Marx hatte kaum Kenntnisse über die jüdischen Bürger Europas, entsprechend fallen die Passagen auch aus, blanke Behauptungen ohne jeden Sinn. Dass sich dank der christlichen Berufsverbote einige “Landeskinder” jüdischer Konfession im Finanzwesen sehr exponierten ist sicher richtig, generell beschreibt Marx aber auch hier den kapitalistischen Typus, dass Marx den Juden feindselig gegenüber stand und sich manche antisemitische Abgeschmacktheit bei ihm findet, ist ein unschöner Zug seiner Persönlichkeit. Wer Abgötter braucht mag das stören, mir reichen Denker durchaus. Die Manie alles um sich herum, ihre Denker, ihre Großväter ect. persilweiss waschen zu müssen um sich überhaupt dazu bekennen zu können, haben ihre Kreise, die meinen leiden nicht unter dieser Schwäche.

  • 20 Franz von Sickingen // Feb 2, 2009 at 17:43

    @eine andere Feldpostnummer

    Welche Kenntnisse hätte Marx Ihrer Meinung nach notwendigerweise von”den” jüdischen Bürger Europas haben müssen?
    Ich bin mir sicher, dass seine Herkunft aus einer ursprünglich orthodoxen Rabbinerfamilie, seine Aufenthalte in Paris und London zur Beantwortung der Frage nicht ausreichen. Seine Auseinandersetzung mit Bauer, der nach Meinung Marxens die aufgeworfenen Fragen zu theologisch-religiös versteht, birgt anscheinend ebenfalls keinen Lösungsansatz.
    Ich stelle fest, dass die Linke bei der Interpretation dieses Aufsatzes äußerste Schwierigkeiten hat und auf Passagen ausweicht, die weniger verfänglich sind, um sich der eigentlichen Brisanz nicht stellen zu müssen.
    Vielleicht liegen hier ja die Wurzel des Antisemitismus der politischen Linken und deren Klassenhass?

    Frant v. Sickingen

  • 21 Loreley // Feb 2, 2009 at 19:26

    Hallo Wolzow!!

    Habe nur einen von den Kameradenschweinen der schreibenden und regierenden Zunft genannt, es gibt reichlich.
    Stimme dir in vielen deiner Kommentare voll zu.

    Zu Feldi,

    mensch liebster, entschuldige dich doch nicht für deine Kommentare. Die meisten sind eher zum schmunzeln und dienen oftmals der Entspannung. Von dir und deines Gleichen ist nichts anderes zu erwarten. Du gehörst zu den Blindnieten der Nation. Ich frage mich nur, wie kannst du dich bei deinem Horizont nur über Wasser halten? Es ist schon schlimm wenn man als Bildungsopfer dieses Systems zu nichts in der Lage ist. Wenn ein gehässiges Gelächter deinem Seelenleben dient, so wird das auch jetzt der Fall sein. (Lach!!!!)

  • 22 Lodmund // Feb 3, 2009 at 22:03

    betr. 19:
    Köstlich, wie immer, der verhinderte Fyllosof.
    (Schwedisch: Fyllo= Süffel).
    Was mag er wohl nun sein: Vortrinker? – Symposiarch – jag vet inte…

  • 23 Eine andere Feldpostnummer // Feb 3, 2009 at 23:16

    @franz von sickingen

    Da irren sie Marx hatte mit der Religion seiner Vorfahren schlicht nichts zu tun, es kümmerte ihn nicht – was ich gut heiße – möglicherweise eben aus dieser Biographie heraus sah er sich genötigt sein “Unabhängigkeit” in einer durch und durch Antisemitischen Zeit durche solche Aussagen ostentativ darzustellen.

    Die Kenntnisse beziehen sich auf profunde Kenntnis der jüd. Religion, auf die Auseinandersetzungen mit anderen Religionen sowie ein Soziologisches wie wirtschftsgeschichtliches Bild über die Juden in den wichtigeren Staaten Europas, nichts davon war Marx bekannt, nicht davon interessierte ihn auch nur.

    @Lorely

    Ich stelle vllt. richtig, ich entschuldige mich nur wenn mich die Gefühligkeit eines Momentes zu wirklich deplatzierten Kommentaren führte, was ab und an vorkommen mag. Ihre überheblich-freundliche Art ist deplatziert, sowohl die formale Intelligenz als auch die Bildung lässt sich – so mensch sich auf das Wagnis einlässt – recht genau messen bwz. wahrnehmen, ich habe diese Fähigkeiten von Unbeteiligten messen lassen und lebe nunmehr in einem gewissen testierten Bewusstsein bzgl. meiner Intelligenz und Bildung.

    Einen Horizont kann mensch übrigens nicht “über Wasser halten” denken sie über dieses Bild einfach etwas nach. Ob es Blindnieten gibt weiß ich nicht, ich bin kein Metallhandwerker, Bildungsopfer sind in Süddeutschland noch etwas seltener als in anderen Gebieten, zumindest wenn sie Abschlüsse erreichten, das jede Bildung manipuliert ist unwidersprochen und zweifellos richtig.

    Ansonsten wünsche ich ihnen noch manches Lachen, zum einen ist das ein gutes Gefühl und als Sozialist kämpfe ich u.a. für sie gegen die Mächte der Finsternis zum anderen gilt wohl noch immer das Wort eines dt. Kretins dass von denen die einst lachten, manche nicht mehr lachen und in Zukunft noch weit weniger lachen werden.

  • 24 Individualisti // Feb 4, 2009 at 11:10

    Die andere Feldpostnummer:

    Der ewige Entschuldiger eines korrupten, mafiösen
    Systems. Ohne dieses gäbe es ihn nicht.

    Wohl bekomms!

  • 25 Eine andere Feldpostnummer // Feb 4, 2009 at 11:45

    @ Individualisti

    Vergleicht man das Sein mit dem Sollen, sieht es allerdings finster aus, vergleicht man es mit ihrem Wollen, wirkt es fast annehmbar.

  • 26 Franz von Sickingen // Feb 4, 2009 at 23:18

    @ Eine andere Feldpostnummer

    Zunächst: Der Mensch irrt, solange er strebt!
    Aber irgendein Irrtum meinerseits war gar nicht der Ausgangspunkt. Ich hatte Ihnen eine klare Frage gestellt, auf die Sie nicht geantwortet haben, aber vielleicht auch mangels Substanz nicht antworten konnten.

    Franz v. Sickingen

  • 27 Sifrit // Feb 14, 2009 at 19:02

    Vielleicht paßt hier noch ein Zitat von Marx bestem Freund, Friedrich Engels:
    -Es geht um den Bauernkrieg 1493 im Elsaß-
    “Die Verschworenen (Bundschuh/Armer Konrad)
    verlangten Plünderung und Ausrottung der Juden, deren Wucher damals schon, so gut wie jetzt, die Elsässer Bauern aussog.”

    Marx/Engels Werke Bd. 7,362

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