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Rostock / Mecklenburg: In der Hansestadt geht mal wieder die Angst um. Angst vor Rechtsextremisten, versteht sich. Diese bedrohen zwar niemanden wirklich und auch die Anzahl ihrer „Straftaten“ ist lediglich nur ein Bruchteil von dem was multikulturelle Bereicherungen in der Stadt so anrichten, aber die Staatsräson verlangt nun einmal – vom Glauben an das Allerheiligste, dem Holocau$t mal abgesehen, daß sie die Bösen sind und nicht die Anderen. Anlaß für eine Art Hysterie, die jetzt schon Alarm schlägt, wenn politisch unerwünschte Personen aus diesem Spektrum lediglich unter sich Fasching feiern.
So erregt sich die Rostocker Antifa-Gruppe A3 über eine Faschingsfeier nationaler Jugendlicher im Schmarler Jugendzentrum „Schiene“ vom 28. Februar. In einer eigens, etliche Tage später, am 5. März angefertigten Pressemeldung heißt es dazu voller politisch korrekter Empörung: „…So kam es am vergangenen Sonnabend, dem 28. Februar, im Schmarler Jugendclub „Schiene“ zu einer Nazi-Party. Getarnt als Familienfeier tanzten die Anwesenden in Faschingskostümen zu Rechtsrock und grölten rechte Parolen. Anmelder der Festivität war ein bekannter Rechter aus dem Stadtteil Schmarl, der dem Neonazi-Laden Dickkoepp in der Doberaner Straße zuzuordnen ist. Anwesend waren Rechte aus dem Umfeld des Kameradschaftsspektrums wie auch der NPD. Unter ihnen befand sich etwa das NPD-Landesvorstandsmitglied und Landtagsmitarbeiter David Petereit, das als einer der führenden Köpfe der Neonazi-Szene in Mecklenburg-Vorpommern gilt.
Dies war jedoch nicht die erste Party in dem Club, der unter der Trägerschaft des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) steht: Bei einer letzten Veranstaltung, für die sich schon einmal der in dem Nazi-Laden als Verkäufer arbeitende Rechte verantwortlich zeichnete, blieben einschlägige Aufkleber wie auch Musik-CD’s mit rechtsradikalen Texten zurück. Dies schien die den Jugendclub betreuenden Sozialarbeiter_innen jedoch keineswegs zum Handeln anzuregen und eine erneute Party nicht zuzulassen. …“
Was für ein Verbrechen kann man da nur sagen. Offenbar waren die vorgeblich „rechten“ Parolen von einer solchen unvorstellbaren Schrecklichkeit, daß man noch nicht einmal in der Lage war, sie in der Pressemeldung wiederzugeben. Ja, der Schrecken geht um in Rostock, man kann ihn förmlich spüren. Tatsächlich dürfte es den Genossen von A3 jedoch nicht so sehr um die eher harmlose Faschingsfestivität gehen, sondern vielmehr darum, daß man in der Benutzung von Jugendclubs eine Art Monopol sieht, daß man nur für sich beansprucht, anderen Jugendgruppen jedoch mißgönnt.
So lesen wir in der A3-Horrormeldung weiter:
„…Versuche aus der rechten Szene, öffentliche Räume zu besetzen, sind dabei in Rostock nicht auf den Jugendclub in Schmarl beschränkt. Im Stadtteilbegegnungszentrum „Heizhaus“ in der Rostocker Südstadt können rechte Jugendcliquen nicht nur ohne Störungen ein- und ausgehen und widerspruchslos ihren rassistischen Lifestyle pflegen, sondern provozieren und bedrohen sogar die Sozialarbeiter.
Ähnliche Anfänge hat es in Rostock schon einmal gegeben. Vor mehreren Jahren stand der Jugendclub Max im Rostocker Stadtteil Gross Klein im Fokus der Rechten und wurde zum festen Treffpunkt des „Kameradschaftsbunds Mecklenburg“. Wöchentlich trafen sich die Neonazis unter der Aufsicht von Sozialarbeitern, die weder Problembewusstsein noch Berührungsängste entwickelten. Letztendlich wurden die Räumlichkeiten sogar für Rechtsrockkonzerte gebucht – ähnlich wie heute in Schmarl. In anderen Orten Mecklenburg-Vorpommern sind die Rechten schon weiter: Im vorpommerschen Bargischow etwa übergab der Bürgermeister der lokalen Neonazi-Szene den Schlüssel für den örtlichen Jugendclub.
Mit der stillschweigenden oder offenen Unterstützung von Sozialarbeiter_innen oder Lokalpolitiker_innen für die Neonazis helfen sie diesen dabei, in kleinem Rahmen national befreite Zonen zu etablieren. …“
Es muß schon ein sehr kleiner und heimlicher Rahmen sein, in dem diese sogenannten „national befreiten Zonen“ etabliert worden sind, sind sie offiziell doch noch nicht einmal dem Verfassungsschutz bekannt. In Brandenburg, ergaben Nachfragen der DVU-Landtagsfraktion auch nur, daß die Landesregierung ihr Unvermögen nachwies, solche Zonen auch nur ansatzweise nachzuweisen.
Vielleicht wäre es ja eine lohnende Aufgabe für die NPD-Landtagsfraktion in Schwerin ihrerseits ebenfalls in Form einer Kleinen Anfrage bei der Landesregierung nachzufragen, wo denn in Mecklenburg-Vorpommern die „national befreiten Zonen“ zu finden sind. Es entbehrt hier zudem nicht einer gewissen Komik, daß man sich hier sogar über die Sozialarbeiter echauffiert, obwohl diese eigentlich nur das tun, was man von ihnen erwartet, nämlich Nazis zu beaufsichtigen und entsprechend demokratisch zu agitieren. Sollte nun etwa noch nicht einmal dies dem antifaschistischen Konsens entsprechen.
Daß darf natürlich nicht sein, so gibt die Antifa ihr Unvermögen junge Menschen zu gewinnen faktisch selber zu, indem sie die absolute politische Lufthoheit für sich und ihresgleichen allein fordert:
„…Indem sie Jugendclubs für sich besetzen, etablieren Rechte damit Anlaufstellen für die örtliche Szene, verbreiten ihre Propaganda und rekrutieren neue Anhänger_innen: So werden aus den mit öffentlichen Geldern finanzierten Einrichtungen und unter Aufsicht von eigentlich qualifizierten Jugendsozialarbeiter_innen neue Neonazi-Locations. Aus Ignoranz gegenüber offensichtlichen und aktiven Neonazis oder im Glauben, mit den rechten Jugendlichen arbeiten zu können, werden eindeutige und politische Aktivitäten, Faschingspartys, Rechtsrockevents oder Treffen, geduldet und damit gefördert. Stattdessen sollte es Aufgabe von Sozialarbeiter_innen sein, Neonazis kein Podium für ihre Hetztiraden zu bieten, diesen entschieden entgegenzuwirken und sie aus öffentlichen Einrichtungen rauszuwerfen.“
Vielleicht wäre es ja mal an der Zeit, eine Entpolitisierung der Jugendclubs zu fordern, kann es doch nicht sein, daß man sich dort ausgerechnet von Linksextremisten vorschreiben läßt, was man mit Rechtsextremisten zu tun hat. Bezeichnenderweise ist die Rostocker Antifa nicht in der Lage auch nur ein Beispiel anzugeben, in dem die rechten Jugendlichen ihre angebliche Macht in denen von ihnen unterwanderten Jugendclubs ausgenutzt hätten, um ihnen politisch missliebige Jugendliche aus ihnen zu entfernen.
Inzwischen zog die an sich eher alberne und unbedeutende Affäre in Rostock durchaus einige Kreise, weil schließlich nicht sein kann, was nicht sein darf. So nötigte man bereits die ASB-Mitarbeiter des besagten Jugendclubs „Schiene“ zu erklären, daß es sich hier um einen „einmaligen Vorfall“ handele. Gleichzeitig mischte sich die Rostocker Sozialsenatorin Liane Melzer (SPD) ein und legte die Daumenschrauben enger, indem sie Gespräche zwischen Jugendamt und den Trägern des Clubs ankündigte. Zu gut deutsch, der berühmte Wink mit dem Zaunpfahl: Entweder ihr achtet auch die politische Korrektheit eures Publikums oder die öffentlichen Gelder werden gestrichen.
Wer hier wohl die eigentlichen Demokraten sind und wer die wirklichen totalitären Extremisten?
Siehe auch
Antifa A3 Rostock 05.03.09





8 responses so far ↓
1 Tand und Schande // Mar 8, 2009 at 8:43
Ich bin entsetzt, verbittert, empört und verstört. Es ist schon ein unverzeihliches Verbrechen an sich, daß man dort Fasching und nicht Purim feiert, aber daß einer der bitterbösen Nazis mit Vornamen auch noch David heißt, setzt der Heimtücke und dem Schrecken die Krone auf.
2 Tor Alussen // Mar 8, 2009 at 10:24
Der braune Mob ist doch eh nur ein Verein aus verwirrten Narren!
Kein vernünftiger Deutscher nimmt die noch ernst!
Die Wahlergebnisse sind dazu ein Indiz!
TA
Vermutlich deshalb die gegenwärtige politische Hysterie in manchen Bundesländern, die inzwischen sogar schon die Kirche nötigt, entsprechende Wahlaufrufe an ihre Schäflein abzugeben, aber du hast recht, die Wahlergebnisse sind dafür ein Indiz und nur unvernünftige Deutsche nehmen die nicht ernst.
Die Schriftleitung
3 Ferdinand // Mar 8, 2009 at 13:00
“Nazi-Party”
“ihren rassistischen Lifestyle”
Diese Leute sollten vielleicht erst einmal eine Schule besuchen und dort Deutsch lernen, bevor sie sogenannte “Presseerklärungen” verfassen.
Ansonsten ist es erstaunlich mit welcher Vermessenheit diese Leute meinen ihre Ideologie als gewissermaßen unumstößliche “Richtungsbestimmung” in den Raum stellen zu können. Sätze wie “Versuche aus der rechten Szene, öffentliche Räume zu besetzen, sind dabei …” bestärken in jedem Fall die Überzeugung des Verfassers, daß es allmählich Zeit wird, diesen Leuten wo es nur geht öffentliche Räume streitig zu machen (anstatt sich von eben jenen, die sich einbilden [!] das Recht auf ihrer Seite zu haben, weiterhin eben solche Räume absprechen zu lassen…).
4 Ferdinand // Mar 8, 2009 at 13:22
Ach Gott, die hübscheste Bezeichnung habe ich doch glatt übersehen…
“Neonazi-Locations”
Abgesehen davon, daß mir kein sich in kommunaler – d.h. öffentlicher – Hand befindlicher Jugendklub bekannt ist, bei dem es sich um eine “Neonazi-Location” handeln könnte (oder würde), ist der permanente Gebrauch von unpassenden englischen Umschreibungen und Begriffen in linksalternativen Kreisen (ich sehe keinen Grund etwas von “antifaschisten Kreisen” zu schreiben, da diese Leute – in ihrem Verhalten – zumeist alles andere als -antifaschistisch- sind) schon beachtlich.
Aber dies ist ja offenbar ein Bestandteil ihres “Lifestyles”…
5 Rittmeister // Mar 8, 2009 at 15:12
zu Tor After…… (2)
Sie angepasster Systemschmierehelot!
Bleiben Sie weiter im Wolkenkuckucksheim und drücken Sie die Augen fest vor der Zukunft zu!
6 Alluha Nacktbar // Mar 8, 2009 at 21:32
“So werden aus den mit öffentlichen Geldern finanzierten Einrichtungen und unter Aufsicht von eigentlich qualifizierten Jugendsozialarbeiter_innen neue Neonazi-Locations. ”
Schon lustig. Früher war das bei uns im Westen so mit den Linken, dass sie öffentlich finanzierte Einrichtungen zu ihren “locations” machten, heute sind es hauptsächlich junge Moslems, die in solchen Einrichtungen das Sagen haben. Linke trauen sich schon lange nicht mehr in diese “Jungendzentren”, da ihnen die Moslems zu gewalttätig und zu brutal sind.
Da bleibt man lieber zu Hause vor dem PC und hetzt gegen Deutsche, die noch Deutsch sein wollen.
7 DR_IV // Mar 9, 2009 at 2:06
“[..] Dies schien die den Jugendclub betreuenden Sozialarbeiter_innen jedoch keineswegs zum Handeln anzuregen und eine erneute Party nicht zuzulassen.[..]”
Pssssst!! Wenn DAS die SozArbeiter des “Netzwerk gg. Recht” hören,Mensch! Ihr dürft dann nur noch zur Schule und zum Fussball — unter Aufsicht, versteht sich — raus. KEINE Demos, “Kundgebungen” oder andere “Organistionen” mehr.
Wollt ihr den totalen Einschluß?!
8 Beule // Mar 9, 2009 at 10:37
Könnte mir die werte Schriftleitung wohl mitteilen, was mit “von dem, was multikulturelle Bereicherungen in der Stadt so anrichten,” gemeint ist? Von derlei Bereicherungen, in westdeutschen Städten bekanntermaßen an der Tagesordnung, konnte ich in unserem beschaulichen Städtchen noch nichts registrieren.
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