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Altermedia Deutschland - Störtebeker-Netz: In einer Zeit des Universalbetruges ist die Wahrheit zu sagen eine revolutionäre Tat (George Orwell)

Antifa-Demo gegen Collegium Humanum in Vlotho (31.01.06)

18:17 · Post your comment (No Comments)

Vlotho / Nordrhein-Westfalen: Über eine Antifa-Demonstration gegen das Collegium Humanum in Vlotho berichtet die JUNGE WELT. Angaben des früheren FDJ-Organs mit dem Namen einer HJ-Zeitung zufolge, zogen 800 Bürger der Stadt gegen die „Hochburg der Auschwitzleugner“ zu Felde, um dort Parolen wie „Haut ab, Nazis“ und das inzwischen bereits zum Gähnen reizende „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“ zu skandieren.

Gleichzeitig wies man daraufhin, daß es bereits im vergangenen Sommer eine artverwandte Demo gegeben habe, bei der sich das Stadtoberhaupt Bernd Stute (SPD) mit den Worten vernehmen ließ: „Wir wollen euch hier nicht und wir wollen eure vorgestrige Ideologie nicht. Und ihr habt nirgendwo das Recht, euren geistigen Müll zu verbreiten.“ Da man jedoch von Seiten des Collegiums Humanum auf die Ideologie des Sozialdemokraten ebenso wenig Wert legt, wie auf dessen geistigen Müll, dürfte das Verhältnis freilich wieder ausgeglichen sein.

Das der übereifrige Stute mit seinen Verbotsvorstellungen jedoch keineswegs auf dem Boden geltenden Rechtes stand, muß inzwischen sogar die JUNGE WELT widerwillig eingestehen. So heißt es dort diesbezüglich:
„Leider irrte sich Vlothos Bürgermeister Stute im Sommer, als er sagte, daß die Geschichtsrevisionisten kein Recht hätten, ihre Propaganda zu verbreiten. Als Mitte Januar das im letzten Frühjahr gegründete »Vlothoer Bündnis gegen das Collegium Humanum« ein Verbot des Seminars »Grundelemente der deutschen Weltanschauung unter Berücksichtigung von Hitlers ›Mein Kampf‹« forderte, wurde es laut Vlothoer Anzeiger vom 25. Januar belehrt: »Die Kreispolizeibehörde ist zu dem Schluß gekommen, daß für ein Verbot die rechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben sind«. Es habe sich um eine nichtöffentliche Veranstaltung gehandelt. Auch der Einwand, daß die Veranstaltung im Internet und damit öffentlich angekündigt worden war und der Hinweis auf den Programmpunkt »Die ungeheure Wirkung des Holocaust, der so, wie er dargestellt wird, nicht stattgefunden hat«, half nicht. »Es ist jedem selbst überlassen, wie er seine Einladung verschickt«, beschied Polizeisprecher Detlef Albers am 26. Januar, dem Vorabend des rituellen Staatsgedenkens zum Holocausttag.

Der Hinweis auf die angebliche Öffentlichkeit der Veranstaltung ist besonders bemerkenswert, kommt er doch von einer Seite, die ihre Veranstaltungen stets für Privatveranstaltungen erklärt, wenn man dabei Gefahr läuft, in ernsthafte Diskussionen mit politischen Gegnern zu geraten. Hinweise auf die Öffentlichkeit, weil besagte Veranstaltungen keineswegs nur im Internet, sondern in der offiziellen Presse und mitunter sogar in Funk und Fernsehen angekündigt wurden, läßt man dabei interessanterweise nicht gelten.

Das Collegium Humanum ist linken Kreisen bereits seit Jahrzehnten ein Quell stehen Ärgernisses, weil dort eine Geschichtsauffassung gepflegt wird, die im diametralen Gegensatz zu der steht, die von Organisationen vertreten wird, der Zeitungen á la JUNGE WELT nahestehen. Daß sich das Collegium dabei die Bezeichnung „Holocaustleugner“ gefallen muß, liegt in der Natur der Dinge, da das Eintreten für eine ganzheitliche Geschichtsforschung bestimmte politische Kreise zu Zornesausbrüchen dieser Art förmlich provozieren muß. Aus diesem Grunde kann man in Vorwürfen dieser Art auch nicht so sehr eine Beleidigung sehen, sondern vielmehr einen Ehrentitel, den man sich im Kampf gegen einen weitaus überlegenen Gegner erworben hat. Man denke in diesem Zusammenhang nur an die Bezeichnung „Geusen“ aus dem niederländischen Freiheitskampf gegen die spanische Fremdherrschaft. So bezeichnete man die Freiheitskämpfer seinerzeit als „Geusen“ (Bettler), woraufhin diese diesen Namen als Parteinamen wählten und damit in die Geschichte eingingen.

Ein klassisches Beispiel dafür, das vom Gegner verliehene Schimpfnamen zuweilen durchaus das Gegenteil von dem erreichen können, was mit ihnen ursprünglich bezweckt war. Schließlich kann man nur den beleidigen, der sich auch beleidigen läßt und wenn es der Kampf um die Wahrheit erfordert, mit dem Attribut „Holocaustleugner“ versehen zu werden, wo ist da eigentlich die Schande? Doch allenfalls bei denen die mit solchen Begriffen operieren.

Siehe auch
Junge Welt 31.01.06

Quelle: Störtebeker-Netz 31.01.06

Tags: Allgemeines

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