„Die Theologie ist in der Religion, was die Gifte unter den Nahrungsmitteln sind“ – Voltaire
Als wir heute in unseren E-Postbriefkasten sahen, erblickten wir zu unserem großen Erstaunen, daß uns unverbesserlichen Sündern gar ein leibhaftiger evangelischer Theologe geschrieben hat. Und nicht nur das. Besagter Theologe, der nebenbei auch noch freier Redakteur bei was auch immer ist, erbat sogar in einer das Alte Testament betreffende Frage unseren Rat, da ihm offenkundig die Bedeutung eines bestimmten,im Grunde aber sehr bekannten, Bibelzitates nicht aufzugehen scheint. Nun fühlen wir uns jedoch – so sehr uns dieses fromme Ersuchen auch schmeichelt – nicht unbedingt sonderlich kompetent dafür, ausgerechnet einem Theologen die Bibel erklären zu müssen, gingen wir doch bislang davon aus, daß man für einen Abschluß in diesem Fache dieses Buch doch zumindest gelesen haben sollte.
Wir gehen daher davon aus, daß der eine oder andere Laientheologe unserer Leserschaft uns dabei behilflich sein wird, unserem Theologen bei der Aufklärung über die ihn quälende Frage mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
In seinem Schreiben an uns heißt es wie folgt:
Hallo Mitbürger,
erklärt mir doch bitte einmal, wie „Auge um Auge, Zahn und Zahn“ exegetisch (von mir auch aus hermeneutisch) zu verstehen ist.
Als evang. Theologe bin ich „zu dumm“ dafür.
Bernd Dahlenburg
Evang. Theologe / Freier Redakteur
Augsburg
Tja lieber Bernd Dahlenburg, wenn wir uns Ihr Schreiben so bei Lichte betrachen, fürchten wir, daß sie die Antwort auch Ihre Frage – ob nun im exegetischen oder hermeneutischen Sinne vermögen wir nicht zu sagen – mit ihrem letzten Satz selbst beantwortet haben. Eine Selbsterkenntnis, die selbst wir in Ihrem Fall nicht zu toppen im Stande sind. Wie weiter oben jedoch bereits ausgeführt, gehen wir davon aus, daß der eine oder andere unserer Leser ihnen bei der Suche nach Antwort auf diese Frage sicher mehr behilflich sein kann, als so theologische Laien und Unchristen wie unsereiner. Sollte Ihnen jedoch die Lektüre des Alten Testamentes zu beschwerlich sein, so empfehlen wir Ihnen einen Blick auf die zionistische Politik der letzten Jahrzehnte und zwar nicht nur in Israel, nach unserem Dafürhalten ein durchaus praktisches Beispiel für „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Sollten Sie sich jedoch noch um einige Jahre gedulden können, so gehen wir davon aus, daß Ihnen hierzulande möglicherweise auch praktischer Anschauungsunterricht in dieser Frage erteilt wird, freilich nur dann, sofern Sie es bis dahin nicht vorgezogen haben, in einen israelischen Kibbuz überzusiedeln, in dem Sie sich ohne jeden Zweifel wohler fühlen werden, als in einer Gesellschaft in welcher der Antisemitismus längst wieder hoffähig geworden ist und so wie wir schätzen noch sehr viel hoffähiger werden wird. Gut Ding will eben Weile haben.
Bis dahin grüßt Sie in christlicher Demut und keineswegs in der allabendlichen Fürbitte vergessend
Die Schriftleitung
(federführend für das wahre Kreuz und den rechten Glauben)
Anhang: Zwei Briefe Dahlenburgs aus dem Sommer dieses Jahres
„Der Antisemitismus, getarnt als Antizionismus von links und rechts, hat sich steile Breschen in unsere Gesellschaft geschlagen.
Antisemitismus ist längst wieder hoffähig gworden – in der Mitte unserer Gesellschaft.
Champagner-Antisemitismus, wie von Michel Friedman sehr treffend vor ein paar Jahren diagnostiziert.
Wie sonst kann man sich zum Beispiel erklären, dass ein Irrer in Teheran unter Unterstützung des Ajatollah-Regimes mit der Weltgemeinschaft sein Spielchen “Hase und Igel” nach dem Vorbild Hitlers in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts inszenieren kann?
Der Irre aus Braunau hat den ersten Schritt beinahe geschafft.
Der zweite Versuch steht an.
Jetzt sieht die Weltgemeinschaft zu, wie unter der Führung eines anderen Irren aus der islamischen Welt der zweite Holocaust vorbereitet wird.
“Peace in our time” hatte der englische Außenminister Chamberlain 1938 gerufen und triumphierend ein Dokument in die Höhe gehalten, nachdem er von Hitler und Mussolini abserviert worden war.
Pech gehabt, Weltgemeinschaft, hieß es damals.
In den 70er-Jahren hat ein gewisser Herr Dr. Heiner Geißler während einer Bundestagsdebatte folgenden Ausspuch ‘raus gelassen:
“Der (radikale) Pazifismus hat Auschwitz erst möglich gemacht”.
Lag er wirklich falsch?
In der eindeutigen Zuordnung für die Verbrechen der Nazizeit neben (!) der Zeit des Horrorregimes der Nationalsozialisten war dieser Satz zu jenem Zeitpunkt ein Skandal und gegen jegliche Political Correctness.
Heute würde ich das anders, zumindest differenzierter sehen:
Der “Radikale Pazifismus” hat im Zusammenspiel mit der infantilen Appeasement-Politik der damaligen freien Welt Hitler gegenüber eine Bankrotterklärung abgeliefert, weil man dachte, mit diesem Herren aus Braunau sich noch einigen zu können.
Ähnliches spielt sich heute ab.
Israel wird von einer Macht, dem Iran (und von einem Großteil der islamischen Welt) bedroht, die sich nicht scheut, die Vernichtung und Ausrottung aller Juden auf die Tagesordung zu setzen.
Diese verbrecherische Macht redet nicht nur. Sie trifft auch Vorbereitungen. Seit 18 Jahren.
Und Europa schaut zu. Das kommt mit bekannt vor.
Wie vor 70 Jahren.
Aufwachen!
Bernd Dahlenburg, M.A.
Evangelischer Theologe / Redakteur
Stettenstraße 2
86150 Augsburg
Telefon: (0821) 5083604
Mail: sola_fide@web.de
Quelle: http://www.nja.ch/?p=176 -01.05.06
Einige Monate später erregte sich unser theologischer Freund in einem anderen Forum über die vorsichtige Israel-Kritik der SPD-Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. Diese hatte vor einigen Monaten die jüngste Aggression Israels gegen den Libanon kritisiert gehabt und war daraufhin einer regelrechten zionistischen Hetzkampagne ausgesetzt gewesen. Eine Kampagne, an der sich u. a. auch unser Freund Bernd Dahlenburg beteiligte, der dabei folgendes Statement von sich gab:
Sehr geehrte Frau Wieczorek-Zeul,
unterirdisch gut waren Sie wieder! Statt nach Perez` Ausführungen eine Entschuldigung loszuwerden und dann, so oft es eben geht, den Schnabel zu halten, haben Sie gemeint, uns Ihre CV aufdrücken zu müssen. Merken Sie denn gar nicht, dass Sie mit Ihrem dämlichen Geschwätz wieder nur Stimmung gegen Israel erzeugt haben? Zwei Drittel des Publikums haben es Ihnen ja auch gedankt. Wie leider zu erwarten war. Das entspricht ja auch – korrekterweise – fast der Prozentzahl der Deutschen, die Israel für den gefährlichsten Staat der Welt halten. Fehlten nur noch stehende Ovationen im Zuschauerraum.
Was ich Ihnen besonders ankreide ist die unverschämt respektlose Weise, mit der sie Herrn Josef Tommy Lapids Argument arrogant und besserwisserisch abgetan haben. Außerdem ist Ihre Äquidistanz zu den beiden Konfliktparteien unerträglich. Churchill hätte Sie wohl nicht einmal mehr als Putzfrau eingestellt. So, damit Sie nun wieder `mal etwas Vernünftiges zu sich nehmen, empfehle ich Ihnen diesen Artkel hier.
Ihr verlogener Pazifismus (Ich kann das Wort nicht mehr hören) ist eine Verkennung der historischen Tatsachen und politischen Notwendigkeiten. Und als evang. Theologe sage ich Ihnen: “Kommen Sie mir ja nicht mit der Bergpredigt!”. Streicheln Sie lieber kleine Kinder und sagen ihnen, wie lieb die Leute in Deutschland alle sind. Dass eine gestandene Menge Antisemiten bei uns herumgeistert, sagen sie besser nicht – das stört den Schein. Das wollen doch Sie und zwei Drittel aller Deutschen, die Ihnen heute an den Fernsehschirmen Ovationen gespendet haben, nicht so gerne hören, oder?
Übrigens: Wissen Sie jetzt, was ein Antisemit ist?
Bernd Dahlenburg, M.A.
Augsburg
P.S.: Dass Sie sich von einem Gangster wie Mohammed Nazzal nicht distanziert haben, hatte nur noch einen weiteren unangenehmen Beigeschmack.
Quelle:24.07.06
Wie sagte Dahlenburg doch in seinem Schreiben an uns, „als evang. Theologe bin ich „zu dumm“ dafür“. Tja, was sollen wir dazu sagen, wie wäre es mit: Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Obwohl wir dies in diesem speziellen Fall bezweifeln, aber man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben.
Quelle: Störtebeker-Netz 20.12.06




33 responses so far ↓
1 OswaldSpengler // Dec 20, 2006 at 15:30
Ich bin wirklich erstaunt wie weit die gutmenschliche Militanz auch in protestantischen Theologenkreisen gediehen ist.Die Frage ist welchen Gott Dahlenburg anbetet, den rachsüchtigen Gott der Zivilreligion Shoah oder den Gott Jesu Christu.Man fühlt sich an protestantische Eiferer der Hexenverfolgung erinnert.
2 Hausser // Dec 20, 2006 at 15:39
“Champagner-Antisemitismus, wie von Michel Friedman sehr treffend vor ein paar Jahren diagnostiziert”
Nun mit Champagner kennt sich Paolo Pinkel ja sicher gut aus. Vor allem dann wenn man ihn zusammen mit Drogen einnimmt und dabei gepreßte Nutten aus dem Osten durchnimmt. Aber wir wollen nicht zu streng sein. Unser Bundesmoralminister hat ja schließlich schwer gebüßt für sein Fehlverhalten. So mußte er eine Geldstrafe zahlen die so ungefähr dem entsprechen dürfte was er an einem Abend mit den Zwangsprostituierten in der Luxussuite im Interconti verpraßt hat und außerdem war er vom Fernsehen verbannt worden und das für fast 6 VOLLE MONATE! Nach einer solchen, an die Grenzen der Selbsterhaltung, gehenden Kasteiung ist der geprügelte Sünder wieder gnädig in die Gemeinschaft der Zivilisierten aufgenommen worden nachdem die schwerwiegenderen Vorwürfe erstaunlicherweise vom Staatsanwalt fallen gelassen worden waren.
Was diesen Zionistenknecht Dahlenburg angeht, so kann man ihm nur entgegenhalten daß aus seinen Meinungen ähnlich viel deutscher Selbsthass herausklingt wie er hier an Judenhass vermuten dürfte. Fürs Protokoll:Ich hasse die Juden nicht, ich stehe aber dem internationalen Judentum (zB dem JWC und AJC) wegen seines Verhaltens gegenüber Deutschland und dem deutschen Volk KRITISCH gegenüber. Kritisch ist doch eine Lieblingsvokabel der Dahlenburgs hierzulande oder?
3 Gerald Franz // Dec 20, 2006 at 15:43
Zum Julfest ein paar besinnliche Worte
* Online Magazin /
* Schwerpunkte /
* Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Vorgesetzte verlangten, beim verbrecherischen Irak-Krieg vom eigenen Gewissen abzusehen
Rede von Major Florian Pfaff zur Verleihung der Carl-von-Ossietzky-Medaille 2006
Am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, hat die “Internationale Liga für Menschenrechte” die Carl-von-Ossietzky-Medaille an Rechtsanwalt Bernhard Docke und den Major der Bundeswehr Florian Pfaff verliehen. Major Pfaff wurde 2003 wegen seiner Weigerung, sich auch nur indirekt am Irak-Krieg zu beteiligen, von der Führung der Bundeswehr degradiert, musste aber aufgrund eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom Juni 2005 rehabilitiert werden. Wir dokumentieren nachfolgend seine Rede bei der Preisverleihung in Berlin.
Von Florian Pfaff
Sehr geehrter Herr Dr. Rolf Gössner, liebe Anwesende,
meinen ganz herzlichen Dank an die Internationale Liga für Menschenrechte, dass Sie sich entschieden haben, auch mich mit der Carl-von-Ossietzky-Medaille auszuzeichnen. Dies ist für mich eine ganz besondere Ehre. Vielen Dank auch an Jürgen Rose für die Laudatio, aber ich habe nur meine Pflicht als Soldat und Christ getan.
Sie belohnen nicht nur meine damalige Entscheidung zugunsten meines Diensteides, sondern bewirken damit auch, dass meine persönliche Meinung, meine Anklage gegen die fatalen Zustände, öffentlicher wird.
Ich bin daher auch dankbar, die folgenden Worte, die ich mit meinem Dank verbinde, an die Öffentlichkeit richten zu dürfen. Die Tat eines Einzelnen vermag nämlich keine Angriffskriege zu stoppen. Auch die Mahnung, die ich nun aussprechen möchte, wird bestenfalls ein bescheidener Beitrag zum Frieden sein. Dennoch möchte ich die Gelegenheit nutzen und versuchen, den Ein- oder Anderen zum Mitmachen zu ermutigen. Verstehen Sie bitte meine Vorwürfe gegen die Kriegsbefürworter als eine Friedenserklärung an den Staat.
Auch ich spreche natürlich nur als Privatperson, nicht in meiner Funktion als Major im Sanitätsdienst der Bundeswehr. Es besteht bestimmt keine Gefahr, dass ich mich mit dem sogenannten Verteidigungsministerium, mit Leuten, die die Mitwirkung an Mord und Totschlag sowie die Vorbereitung von Angriffskrieg nicht ablehnen, identifiziere. Um unumwunden Klartext zu reden: Leute, die auch in völkerrechtswidrigen Angriffskriegen Hilfe von mir erwarten, die Soldaten wie mich auffordern, das Grundgesetz in diesem Punkt zu missachten, sind für mich irrelevant. Ich nehme sie als Vorgesetzte gar nicht mehr ernst.
Die Drohungen gegen mich mit Entlassung bzw. Degradierung musste ich damals zwar sehr ernst nehmen, nicht aber die Verkünder selbst, also nur ihre Macht, nur ihre Uniform. Vorsätzliche Nötigung genügt natürlich nicht, mich mit Respekt zu erfüllen und Gutes zu reden über diese Leute, die mir einreden wollten, ich selbst solle nicht mehr prüfen, ob ich an Verbrechen beteiligt bin. Indem meine damaligen Vorgesetzten von mir verlangten wegzusehen, haben sie ja nicht nur den Irak-Krieg begünstigt, der schon damals nach der herrschenden juristischen Meinung in Deutschland ein ungesetzlicher Angriffskrieg war. Diese Leute haben durch die Aufforderung, das Gesetz zu ignorieren, sogar offen zu erkennen gegeben, dass sie den Irak-Krieg für ein Verbrechen halten. Wer nämlich glaubt, nur Gutes abzuverlangen, der sagt wohl nicht: “Schauen Sie weg, denken Sie nicht darüber nach!” – Er wird statt dessen sagen: “Sehen Sie doch her, hören Sie doch zu!” Meinen Vorgesetzten war also nachweislich bewusst, dass zumindest ich zum richtigen Ergebnis kommen werde, wenn ich die Rechtslage (wie gesetzlich vorgeschrieben) prüfe. Auch der sogenannte Rechtsberater, der mich einseitig beriet, hatte auf meine Frage, was denn passiere, wenn ich mich bis zuletzt konsequent an das Recht halte, nicht mitmache und vor Gericht Recht bekomme, geantwortet: “Dann sind Sie ein Held”. Er wusste, wie Rechtstreue wirkt. Wäre er von der Verwerflichkeit meines Handelns ausgegangen, hätte doch auch er anders geantwortet, z.B.: “Sie können gar nicht Recht bekommen, weil dieser Krieg sauber ist.” Alle wussten wohl, dass solche Kriege ein Verbrechen sind, dass nur Macht gegen Recht und Moral stand. Hätte ich mich nach solcher Klärung der Lage etwa zum Mörder machen sollen, nur weil das möglicherweise bequemer gewesen wäre? Sicher nicht. Man braucht wohl außerdem nicht sonderlich viel Mut in einem Rechtsstaat, in dem man auf relativ unabhängige Gerichte vertrauen kann, in dem man als Kritiker normalerweise nicht zum Krüppel geprügelt wird, nicht vergiftet und auch nicht ohne Anwalt anonym in eine Geheimdienstvollzugsanstalt verschleppt und gefoltert wird. Ich bin somit kein Held, zwar ein rechtstreuer und gottesfürchtiger Soldat des alten Europa – aber kein Sold-Mörder.
Ich muss den damaligen Verantwortlichen daher fast schon danken, dass sie Recht und Gesetz so unverhohlen mit Füßen getreten und so konsequent verwerflich gehandelt haben. Hätte ich bei diesen Leuten die Überzeugung feststellen müssen, dass sie einen guten Grund hatten, meine Mitarbeit zu verlangen, und hätten Sie nicht auch den Bruch des Wehrstrafgesetzes ganz unverblümt verlangt, hätte ich wohl länger prüfen müssen und wäre die Entscheidung schwieriger gewesen, hätte mehr Mut abverlangt. So hatte ich keine Wahl.
Natürlich empfinde ich nicht wirklich Dankbarkeit diesen Leuten gegenüber. Meinen heutigen unmittelbaren Vorgesetzten, auch den nächsthöheren gegenüber, allerdings schon, das will ich hier auch erwähnen. Diese haben mich, im Gegensatz zu den damaligen (im übrigen schon lange vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts im Juni 2005) nicht nur moralisch unterstützt, einer hat mir sogar schriftliche Zitate zum Vorrang des Gewissens übergeben, weil er glaubte, dass schon meine moralische Begründung vor Gericht ausreichen werde. Wie wir heute wissen, hatte er Recht. Ich möchte an dieser Stelle aber auch allen anderen Organisationen und Einzelnen danken, die sich gegen die Zerstörung unseres kulturellen Fundaments und für den Erhalt der Würde des Menschen engagieren. Sie sind der Beweis, dass sich solcher Einsatz lohnt. Wegen Ihnen war ich gerne Soldat. Ich schließe hier ausdrücklich alle Radikal-Pazifisten ein, die ich verstehe, auch wenn sie oft belächelt werden.
Es ist auf der anderen Seite sehr schade, dass der Verteidigungsminister ein Papier herausgegeben hat, das Richterschelte betreibt, mir unterstellt, ich hätte keine existentiellen Gewissensgründe gehabt, und sogar in völlig abstruser Weise von mir verlangt, ich solle auch im Fall befohlener völkerrechtswidriger Angriffskriege gehorchen, anstatt nach dem letztinstanzlichen Urteil nun einzugestehen, dass ich ein Gewissen hatte, haben durfte, und dass es Vorrang vor solchen ungesetzlichen Kriegen hat.
Nach unserem Grundgesetz ist die Würde des Menschen unantastbar. Dass meine Würde mit Füßen getreten und ich als schlechter Soldat hingestellt werde, ist dabei noch relativ harmlos. Dass alle einfachen Soldaten auch in ungesetzlichen Angriffskriegen gehorchen sollen, halte ich jedoch für einen gravierenden Fehler, sogar für ein Verbrechen. Auf Befehl in Angriffskriege wie den Irak-Krieg zu folgen – nicht weniger verlangt das Ministerium in Fällen wie dem meinen noch heute – heißt doch vor allem, dass das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, also elementare Menschenrechte, einfach geopfert werden soll. In dem durch die USA im Irak ausgelösten Krieg heißt das inzwischen mehr als 500.000 Tote und noch viel mehr Gefolterte und Verstümmelte. Die Iraker sind offenbar ein Problem. Keine Iraker sind für die Bush-Administration offenbar kein Problem. Wo bleibt da die Bindung an Recht und Gesetz? Soll weltweiter Angriff aufgrund von Lügen zur Demokratie führen? Ich verstehe etwas anderes unter Demokratie, vor allem bei uns, wo der Friede das Wahlversprechen war und ein Anteil der Bevölkerung irgendwo zwischen 90 und 99 Prozent die Beteiligung an solchen Verbrechen als Mittel zum vermeintlichen Wohl ablehnte.
Wir Soldaten haben früher gelernt, das Völkerrecht habe Vorrang vor nationalen Befehlen. Nach dem Völkerrecht war der Irak-Krieg verboten. Ist ein Angriff nur auf Grund von Interessen, aber ohne zuvor selbst angegriffen worden zu sein, nun Bürgerpflicht, oder bleibt er, auch wenn ein Bündnispartner darum bittet, Mord und Totschlag? Das bleibt Mord – und zwar auch dann, wenn wir glauben, keine Angst mehr haben zu müssen, unmittelbar in einen Krieg verwickelt zu werden, weil wir den Angegriffenen etwa für relativ schwach halten.
Mord und Totschlag sind immer verwerflich, auch ohne für sich selbst Nachteile befürchten zu müssen. Dabei sehen wir doch bereits deutlich die Folgen: Wir können inzwischen nicht einmal mehr mit einer Tüte Milch in ein Flugzeug steigen. Unsere Freiheit geht verloren. Von Recht und Moral, dem Fundament unserer Gesellschaft, ganz zu schweigen.
Dies nicht, weil uns ein Militärpakt bedrohen würde, sondern nur, weil wir den Terror der Starken gegen die Schwachen unterstützen und nun zu Recht fürchten, dass der Krieg der Schwachen gegen die Starken, den wir in Form von Terror zurück erhalten (siehe Madrid, London usw.), allmählich auch uns vermehrt trifft – weil wir immer weiter hineinschlittern.
Was soll die Entmenschlichung von Gefangenen und die Bewachung von Foltergefängnissen durch deutsche Soldaten? Will die Bundesregierung etwa als nächstes die Pflicht zur Eroberung unserer Rohstoffe in Artikel 3 des NATO-Vertrags festschreiben lassen oder vielleicht einfach nur nichts wissen wollen, was ja auch eine Methode ist, Kriegsverbrechen wie in Falludscha zu begünstigen? Man kann dann ganz in Ruhe die Bomber weiter betanken.
Wir diskutieren inzwischen ganz offen, ob wir den Iran konventionell oder atomar angreifen sollten, weil es ja sein könnte, dass er irgendwann das gleiche Recht fordert, das sich andere in der Region, wie Israel, Indien oder Pakistan schon herausgenommen haben.
Nach dem Willen eines unserer Minister sollten Foltergeständnisse legal verwertbar werden. Das versteht er offenbar unter Menschenrechten. Wer nun glaubt, das Bundesamt für Verfassungsschutz werde unser Grundgesetz hüten, der wird feststellen müssen, dass dort auch schon die Heinzelmännchen sitzen, die am Gesetz sägen. Sogar der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz lehnte sich kürzlich aufgrund der herbei gebombten Bedrohungslage aus dem Fenster für eine Legalisierung der Verwendung von rechtswidrig und unmenschlich erpressten – natürlich damit auch falschen – Geständnissen.
Wer Folter grundsätzlich verwenden will, ist ein kleiner Perverser – und ein dümmlicher dazu, der das Signal aussendet, er sei ansonsten hilflos und am Ende. Damit erklären solche Leute nur ihren intellektuellen und moralischen Bankrott. Lassen Sie uns den Teufelskreis aus Menschenverachtung und gleichermaßen rechtswidrigen und unmoralischen Folgen durchbrechen! Mit so einem Apparat, der den Rechtsbruch der Mächtigen besser zu schützen scheint als das Recht der Schwachen, der sich vorbehält, auch dort einen sogenannten Kreuzzug zu führen, wo er nicht bedroht war, für den die Verteidigung von Interessen das Recht einschließt, seine Soldaten auch zu Angriffskriegen zu zwingen, ist bei Licht betrachtet doch auf Dauer kein Staat zu machen. Glauben wir nicht den falschen Propheten. Wir sind stark und zahlreich genug. In Deutschland sind wir mehr als 90%. Nicht nur das Recht, auch die Moral ist zudem ganz auf unserer Seite. Die USA setzen nach ihrem “stopp loss”-Gesetz inzwischen sogar zwangsweise Soldaten in ihrem Krieg ein, wenn Sie so wollen “Kampfsklaven”. Selbst das nützt ihnen nichts. Sie ernten nur immer mehr Widerstand. Wo keine Flächenbombardements erfolgen und keine Hochzeitsgesellschaften in die Luft gesprengt werden, nur weil ein Terrorist darunter sein könnte, gibt es dagegen viel weniger Widerstand. Nicht Machtausübung, Verteufelung und Terror führen zum Frieden. Nein. Gerechtigkeit, Freundschaft und Friede verringern den Terror. Machen wir also die Lüge zum ersten Opfer im Frieden! Handeln wir konsequent!
Ich fordere alle Bürger auf, künftig nur noch Parteien zu wählen, die sich nicht an Angriffskriegen beteiligt haben und dies für die Zukunft auch ausdrücklich ausschließen. Ich bitte alle meine Kameraden: Verweigern Sie alle Befehle zur Mithilfe an Angriffskriegen. Angriff ist immer abzulehnen. Dass die Vorbereitung von Angriffskriegen verboten ist, geben die Kriegstreiber ja selbst zu. Glauben Sie nicht den unverbindlichen Lügen, Sie müssten an bereits begonnenen oder durch Sie nicht vorbereiteten Verbrechen als Kombattant mitwirken. Beteiligen Sie sich nicht einmal an der Diskussion, ein anderes Land zu überfallen, ohne dass dieses zuvor den Frieden gebrochen hat. Ich jedenfalls antworte denen, die mich zwingen wollen, auch an Angriffskriegen wie dem Irak-Krieg mitzuwirken, Leuten, die ich unumwunden “Verbrecher” nenne, nur: “Nein – Der Friede sei mit Ihnen!”
Allen Übrigen rufe ich dagegen zu: “Ja – Der Friede sei mit Ihnen! – Vielen Dank!”
Qoelle:http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/004108.html
4 Hasskappe // Dec 20, 2006 at 16:38
Die ganze Wortwahl dieses ominösen Dahlenburgs deutet darauf hin, daß es sich hierbei wohl um einen Schlapphut tragenden agent provocateur in Jahwes Diensten handelt. Als passendes Weihnachtsgeschenk für diesen ´Herrn´empfehle ich Kotztüten mit Inhalt an seine Adresse zu schicken als Zeichen, daß uns sein proisraelisches Gegeifer so recht zu Herzen (und eines darunterliegenden Organs) geht.
5 Mario // Dec 20, 2006 at 16:48
Diese zwei Briefe zeugen wirklich von Selbsthass, pro-jüdischer Gesinnung und echter Unchristlichkeit.
Das wirklich einzig gute an der gesamten Scheiß-Überfremdung und vor allem Islamisierung der weißen Welt: Die Islamis wissen wenigstens, wie mit solchen ekelhaften Zionistenknechten zu verfahren ist ! “Auge um Auge, Zahn um Zahn” werden die Moslems noch schneller in die Tat umsetzen, als so manchem widerlichen Philosemiten hier lieb ist.
6 Lutz Merkel // Dec 20, 2006 at 17:05
Dahlenburg, das ist doch das richtige “Leckerchen” für unseren @Olsen, oder?! Da muß er sich mal nicht mit @Schwert fetzen!
7 Dike // Dec 20, 2006 at 17:21
@ Schriftleitung
Spitze Antwort an den Pfaffen. Hab’ mich lange nicht mehr so ausgeschüttet vor Lachen.
8 GB/BHE // Dec 20, 2006 at 20:34
Ich wiederrum würde gerne von diesen Theologen wissen welche Haltung er, der sich sicherlich sittlich und moralisch gefestigt sieht, zur Ostdenkschrift des EKD hat.
Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland ließ 1965 eine Denkschrift ausarbeiten, die den Titel trug:
“Die Lage der Vertriebenen und das Verhältnis des deutschen Volkes zu seinen Nachbarn.” Darin werden die Christenmenschen u. a. belehrt, “das deutsche Volk” habe “schwere politische und moralische Schuld gegenüber seinen Nachbarn auf sich geladen” (Seite 6, ähnlich S.17, 20, 40); die Vertreibung sei ein “Gericht Gottes” (S.15, 17) und “Wiedergutmachung für begangenes Unrecht” (S.40). Bis hierher reine Kollektivschuldtheorie!
Aber es geht noch weiter.
Man spricht von der Verpflichtung der Deutschen, dem polnischen Volk “den Raum zu lassen, dessen es zu seiner Entfaltung bedarf” (S.29), und zitiert kommentarlos den polnischen Erzbischof von Breslau, Komenek, der schlicht “Lebensraum” für Millionen polnischer Menschen reklamiert (S.20). In diesem Zusammenhang verweist die Schrift auf die polnischen Gebietsverluste im Osten, die flächenmäßig größer seien als die “wiedergewonnenen Länder” im Westen (S.21, 29). Außerdem bringt das Papier ein paar unrichtige Zahlen zu den beiderseitigen Bevölkerungsverlusten und die Behauptung, die Deutschen hätten die Polen ausrotten wollen (S.20).
Die Denkschrift ist für Historiker und Moraltheologen gleichermaßen lehrreich.
9 Olsen // Dec 20, 2006 at 21:47
@Lutz Merkel
In Anbetracht des bundesrepublikanischen Strafrechts, insbesondere seiner Anwendung, erspare ich mir den Kommentar über Dahlenburg. Der Dahlenburg ist so deutlich zu verstehen, daß er bei den meisten Altermedialesern nur ein verächtliches Lachen nebst Kopfschütteln erntet. Dabei bin ich mir sicher. Zu dem die @Schriftleitung bereits einen passenden Kommentar abgegeben hat.
Auch ohne die Meinung des Major Pfaff völlig zu unterstützen, ist dessen Rede (@G.Franz stellte sie hier rein) auch als Antwort zu Dahlenburgs Kriegshetze zu verstehen. Dahlenburg täte gut daran, seinen Worten Taten folgen zu lassen. Eine Möglichkeit wäre es, er kämpft als Freiwilliger in den von ihm herbeigesehnten zionistischen Gemetzeln. Vielleicht lehrt ihn bei solcher Gelegenheit ein Semit (Araber), was “Auge um Auge…, ” in der Praxis bedeuten sollte. Noch besser wäre es aber, er würde (schön langsam, schmerzvoll und genüßlich) durch eine zionistische Attacke das Ableben seines Ungeistes erleben. Als Kollateralschaden sozusagen. “C’mon Dahli- baby like my friendly fire” statt “Von guten Mächten treu und still umgeben”. Was nur Reb Jesus über seinen Jünger sagen würde?
10 9 November // Dec 20, 2006 at 21:54
Also , bei der Fragestellung ergibt sich eine Beantwortung vielleicht und möglicherweise beim angucken von “Fix + Foxi”
11 Thomas Brehl // Dec 20, 2006 at 23:18
Da fällt mir nur noch der alte Limmerick von Schobert und Black ein:
Ein Pfarrer machte in Kamen
Gerade sein Fahrschulexamen.
Da stürzte ein Laster
Auf Auto samt Pastor
So kommt man durch Laster um, Amen!
12 wartender Krieger // Dec 21, 2006 at 0:33
Warum fragt der Herr Bernd Dahlenburg nicht seinen jungen Kollegen und Hobbydenunzianten Benjamin Schöler?*
Oder er wartet ein bisschen und beobachtet ihn einfach, dann dürfte ihm die ureigenste Bedeutung dieses Konzepts eindrücklich klar werden und zwar so, daß es auch der dümmste evangelische Theologe kapiert!
Vielleicht weil Schöler die Erfahrung, die besagtem Zitat zugrunde liegt noch nicht gemacht hat. – Noch nicht.
Schriftleitung Altermedia
13 ERROR // Dec 21, 2006 at 3:30
„Auge um Auge, Zahn um Zahn“?
Der Spruch aus dem Reich der Märchen und Sagen sollte offenbar, in Interesse der machthabenden Priester-Kaste, der “Wiederherstellung des Rechtsfriedens” nach Streitereien dienen und somit die Macht der Priester festigen.
Irgendein Medizinmann der Auserwählten sah scheinbar Handlungsbedarf seine barbarische Horde dazu aufzurufen Gewalt NUR mit gleicher Gewalt zu rächen.
Das lässt nicht unbedingt darauf schließen das es sich bei den Auserwählten jemals um besonders zivilisierte “Gläubige” gehandelt hat. Ohne den Spruch in ihrem Märchenbuch würden die sich vermutlich heute noch bei jeder Kleinigkeit gegenseitig die Zähne raushauen und Augen ausstechen..
14 griesgram // Dec 21, 2006 at 7:48
Als evangelischer Theologe bin ich zu dumm dafür?
Ich dachte, daß Dummheit eine Grundvoraussetzung ist, um überhaupt so einen Schwachsinn zu studieren!
Wie nennt sich der Abschluß eigentlich? Diplomgeisterbeschwörer?
15 J.B. // Dec 21, 2006 at 10:20
Die Verheißungen des Bribbelbrabblers in der Bibbel: „Auge um Auge, Zahn und Zahn“
“Auge um Auge” hat die Kirche ihren Folteropfern ausgestochen, ausgebrannt, herausgerissen usw.
“Zahn und Zahn” – und nicht nur das – könnten zionchristische Theosophen vom Typus Dahlenbergs eingeschlagen bekommen, wenn die BRD-Muselmanen etwas aufmüpfiger werden.
16 Marcion // Dec 21, 2006 at 10:51
Das Alte Testament(Märchen und Lügenbuch) hat für wahre Christen keinerlei Bedeutung!
Marcion
So, so und wer sind nun die “wahren” Christen? Fragen wir irgendeinen x-beliebigen Christen, so wird man feststellen, daß jeder Christ ein “wahrer” Christ. Die Bösen sind für gewöhnlich die, die in die andere Kirche gehen oder gar einer gänzlich anderen Religionen angehören, von den schändlichen Heiden mal ganz zu schweigen. Man muß die Bibel nicht verteufeln, aber man liegt sicher nicht verkehrt, wenn man in ihr ein Instrument zur Manipulation mehr oder minder schwacher Gemüter sieht und in dem Punkt sind sich Altes und Neues Testament verdammt ähnlich. Was von den frommen und erbaulichen Lehren des letzteren zu halten ist, haben das Christentum und seine Kirchen ja in den vergangenen 2000 Jahre zur Genüge bewiesen und man darf gewiß sein, es gibt nicht einen von dieser Sorte, der sich dabei nicht für einen “wahren” Christen gehalten hätte. – Schriftleitung Altermedia
17 Bernd Dahlenburg // Dec 21, 2006 at 11:29
Ihnen scheint entgangen zu sein, dass meine Frage ironisch gemeint war.*
Ja und, waren wir das in unserer Antwort nicht auch, ironisch?
Kleiner Tipp: Schauen Sie doch mal unter “Ius tallionis” im Internet nach.
Vielleicht begreifen sie dann, warum ich in dieser Form auf Sie zugegangen bin.
Ich wollte Ihnen einen kleinen Denkanstoß in Sachen “Falsche Zitation” aus dem 1. Testament (nicht AT) geben.
“Auge, Zahn um Zahn …” nicht mehr AT, sondern 1. Testament, sollten wir da eine neue kirchliche Sprachregelung verschlafen haben oder ist das schon Bibel in “gerechter Sprache”?
Hat wohl nichts genutzt. Aber das habe ich einkalkuliert.
Damit ist die Korrespondenz zwischen uns auch schon beendet.*
Bernd Dahlenburg
*Wie kommen Sie darauf, daß wir an der Führung einer solchen einer solchen je interessiert waren.
Die Schriftleitung
18 Karlos Kolumnos // Dec 21, 2006 at 14:19
Modernistische Kleriker- Redakteure? Lieber Gott im Himmel. Da gibt es nur eine gültige Theologie: Hermeneutik ins Auge, Exegese aufs Maul. Fertig!
19 Falk // Dec 21, 2006 at 15:54
Sehr geehrter Herr Dahlenburg,
zu dem ersten Brief aus Ihrem Anhang: Das heißt nicht “Aufwachen!”, sondern: “Deutschland erwache!”
Nicht verzweifeln, Sie sind noch jung und lernfähig. Alles ist noch drin.
F.
20 Schwert // Dec 21, 2006 at 19:01
@ERROR (und Allgemeinheit)
“Der Spruch aus dem Reich der Märchen und Sagen sollte offenbar, in Interesse der machthabenden Priester-Kaste, der “Wiederherstellung des Rechtsfriedens” nach Streitereien dienen und somit die Macht der Priester festigen.”
Man sollte sich nicht einfach etwas zusammenreimen, sondern am tatsächlichen Bibeltext interpretieren. Und diesebezüglich heißt die Passage im AT wie folgt:
“Wer seinen Sklaven oder seine Sklavin schlägt mit einem Stock, daß sie unter seinen Händen sterben, der soll dafür bestraft werden. Bleiben sie aber einen oder zwei Tage am Leben, so soll er nicht dafür bestraft werden; denn es ist sein Geld. Wenn Männer miteinander streiten und stoßen dabei eine schwangere Frau, so daß ihr die Frucht abgeht, ihr aber sonst kein Schaden widerfährt, so soll man ihn um Geld strafen, wieviel ihr Ehemann ihm auferlegt, und er soll’s geben durch die Hand der Richter. Entsteht ein dauernder Schaden, so sollst du geben Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Beule um Beule, Wunde um Wunde. Wenn jemand seinen Sklaven oder seine Sklavin ins Auge schlägt und zerstört es, der soll sie freilassen um des Auges willen. Desgleichen, wenn er seinem Sklaven oder seiner Sklavin einen Zahn ausschlägt, soll er sie freilassen um des Zahnes willen.”
Was soll das mit einer “Festigung der Priestermacht” zu tun haben? Es scheint da wohl eher um konkrete “Straftatbestände” und deren Bewertungen zu gehen. Es soll auch keine Opfer “erster und zweiter Klasse” geben (auch der Tod eines “Sklaven” soll gesühnt werden).
Hierzu kann man auch noch das 5. Buch Mose anfügen: “Die Väter sollen nicht für die Kinder noch die Kinder für die Väter sterben, sondern ein jeder soll für seine Sünde sterben.”
Es soll also auch keine Sippenhaft oder Kollektivschuld auferlegt werden.
Für Herrn Dahlenburg: “Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemandem Böses mit Bösem.” (NT, Paulus an die Römer 12,17)
21 Mjölnir // Dec 22, 2006 at 0:59
@Thomas Brehl:
Es wollte dem Pfaffen in Rom
einer ’s Mea Culpa ni glohm (sächs.=nicht glauben).
Er fragte nach,
Der Pfaffe sprach:
“Das mußt du nicht ernstnehm’, mei Sohn!”
@Dahlenburg:
exegetisch, hermeneutisch, superkalifragilistikexpialigetisch…
Als Deutscher bin ich “zu dumm”, solch pfäffischen Kauderwelsch zu verstehen…
Ihre Frage war wohl nicht ironisch, sondern recht eigentlich rhetorisch, Sie haben schließlich keine ersthafte Antwort erwartet.
Außerdem: Da im “Nahen” Osten die meisten “Juden” khasarischer Herkunft sind und die letzten Semiten unter den Palästinensern zu finden sind, sind die Palästinenserhasser … Wissen Sie jetzt, was ein Antisemit ist?
Da der Zionismus faschistoid-rassistisch ist, müßte ein Antizionist gleichzeitig Antifaschist und Antirassist sein.
Da der Zionismus israelische Staatsdoktrin ist, ist Israel rassistisch und faschistoid, darum ist ein Freund Iraels im Folgeschluß gleichzeitig Rassist und Faschist.
“Trau nicht dem Fuchs auf grüner Heid,
trau nicht dem J*d bei seinem Eid,
trau nicht dem Pfaff auf sein Gewissen,
du wirst von allen drei beschissen”
Dr. Martin Luther
beim ersten wäre ich nicht sicher, beim zweiten wissens alle, beim dritten glaub ich ihm, war er doch selbst einer.
22 Olsen // Dec 22, 2006 at 2:38
@Schwert Auch der Tod eines Sklaven soll gesühnt werden? Aber doch nicht, wenn “er einen oder zwei Tage” am Leben bleibt. Oder muß man sich in diesem Fall wieder nicht am Bibeltext halten und das ist dann, wie so oft frei interpretierbar. Selbstverständlich nur für ausgesuchte Herrschaften. Wie käme man dazu, jeder könnte aus dem “Buch der (fadenscheinigen) Weisheit” interpretieren. Ich habe gehört, man nimmt es in der Parteizentrale zu Rom dem Abweichler Luther immernoch übel, daß er es wagte (sein größtes Schurkenstück!), dieses Mach(t)werk ins Deutsche zu übersetzen und somit einem größeren und unerlauchten Kreis für ihre eigenen Interpretation zur Verfügung zu stellen. Gehörte Luther schon zur V2- Sekte oder war er Freimaurer? Jedenfalls hat er damit seinem Christentum einen Bärendienst erwiesen, jeder konnte nachlesen, wieviel Verdorbenheit, Boshaftigkeit, Lüge und Widersprüchlichkeit in diesem Werk steckt. Fairnesshalber sei erwähnt, neben vielen, allerdings bereits bekannten Weisheiten. Wer Platon kennt, schmunzelt diesbezüglich über einige Passagen. Ganz besonders beim Paulus. Weshalb war übrigens dieser so ein Frauenhasser? Machte er doch den Reb Jesus zum Christus (=Messias). Und dieser, so lehrt uns diese Schrift, mochte doch die Frauen. Tja, den Bibeltext muss man nicht großartig frei interpretieren, für so viele Geschmäcker finden sich darin verschiedene Erklärungen. Ist für jeden etwas dabei, wie man es gerade braucht.
Weshalb sollte man “Böses” nicht mit “Bösen” vergelten? Hatten die Herren von einst bereits eine Vorahnung? Der Boomerang war bereits bekannt.
“Es soll also auch keine Sippenhaft oder Kollektivschuld auferlegt werden.”
Weshalb hielten sich die unfehlbaren Vizegötter nicht daran? Hat nicht bereits Gregor IX bis in die siebente (!) Generation hinein, exkommuniziert. Was heute nach “na und?” klingt, war damals im Kirchenstaat höchste Strafe. War Gregor V2- Mitglied oder ist dieses “V2- Problem” für Kenner der Szenerie ein stets gekanntes Phänomen der Machtzentrale? Nichts anderes, als ein jahrhundertealter wiederkehrender Mafiakrieg?
Fragen über Fragen. Der “Heilige Geist” hätte bestimmt eine Antwort, aber soweit ich weiß, hält er nur Sprechstunden ab, wenn die Mafia sich dann und wann versammelt, um den Verteilungskrieg zu beenden und das jeweilige Ergebnis zu verkünden. Für die Schäfchen.
23 Olsen // Dec 22, 2006 at 2:47
Nachtrag:
“Jeder konnte nachlesen…” Völlig übertrieben. Jeder? Doch nur einige Menschen mehr. Konnte doch damals die dummgehaltene Masse weder lesen noch schreiben. Wie hast du es ‘mal formuliert? ‘Durch das Christentum gelang unser Volk zu voller Blüte.’
Freie Interpretation, allerdings fernab jeglicher Wirklichkeit. Denn für die Blüte sorgten stets andere Geister.
24 Marcion // Dec 22, 2006 at 13:43
Nachdem die Schriftleitung Marcion angegriffen hat , sollte sie wohl erst einmal Harnack-Marcion und Alfred Rosenbergs Mythos des Zwanzigsten Jahrhunderts lesen. Rosenberg war Luther Verehrer anstatt hier wahre Christen mit einer Breitseite zu belegen! Zugegeben Wotansanhänger bin ich / wir nicht.
Wir haben lediglich gefragt, wer nun die “wahren” Christen sind? Darauf einen Angriff oder gleich eine ganze “Breitseite” auf “wahre” Christen ableiten zu wollen ist wohl ein wenig derb. Allerdings zeigt uns Ihre Reaktion, daß sie in der Tat ein “wahrer” Christ sind. Daran gibt es keinen Zweifel.
Schriftleitung Altermedia
PS: Wie kommen Sie eigentlich darauf, daß die Schriftleitung Rosenbergs “Mythus” nicht gelesen haben? Sie hat es immerhin sogar so genau getan, daß sie weiß, daß es in diesem Fall nicht “Mythos”, sondern “Mythus des 20. Jahrhunderts” heißen muß. Die Erleuchtung durch das “wahre” Christentum kam ihr deswegen dennoch nicht, aber wie sagte schon der Apostel Paulus: Viele sind berufen, aber nur wenige auserwählt. Offenbar gehören wir im Gegensatz zu Ihnen nicht zu den Auserwählten, was uns allerdings keineswegs neidisch macht, haben wir doch noch nie großen Wert darauf gelegt, irgendwelchen, sich auserwählt fühlenden Kreisen anzugehören, ganz gleich ob nun beschnittener oder unbeschnittener Natur.
Um Luther-Anhänger zu sein muß man im Übrigen noch nicht einmal Christ sein. – Wir sind übrigens weder das eine noch das andere. Möge die Macht mit Ihnen sein.
25 Thor // Dec 22, 2006 at 13:52
Diese NS Christen (Marcion-Luther) haben gerade noch gefehlt.
Und sich auch auf Rosenberg berufen heißt das man folgendes wissen muß:
Der am 12. Januar 1893 in Reval geborene Architekt trat 1919 der NSDAP in München bei. 1930 veröffentlichte Rosenberg sein rassentheoretisches Buch “Der Mythus des zwanzigsten Jahrhunderts”, gedacht als Fortsetzung von Houston Stewart Chamberlains aufklärerischem Werk “Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts”. Rosenberg hatte das vieltausendjährige Erfolgsgeheimnis des Judentums vor Augen, als er dafür plädierte, eine neue “Religion” zu schaffen.In diesem Sinne sind auch die Deutschen Christen zu verstehen. So wie nur jemand Jude sein kann, der eine jüdische Mutter hat (direkte Blutlinie), so sollte es auch bei den Ariern sein. Trotz dieser Haltung war Rosenberg ein glühender Verehrer von Martin Luther, in dem er das “wahre” Christentum verkörpert sah, das durch die römisch-katholische Kirche und die Jesuiten verfälscht, “verjudet” worden sei. Er befand sich dabei auf einer Linie mit dem bekannten und verehrten Bischof Meiser, nach dem in Bayern auch heute noch viele Straßen benannt sind. Rosenberg mußte angeblich sterben, weil er den Geheimnissen des Judentums auf die Spur gekommen war. Denn die jüdische Schrift verlangt den Tod all jener, die Erkenntnis erlangen über “Gut und Böse”.
26 Olsen // Dec 22, 2006 at 16:54
Die Krone der Schöpfung
Als Gott die Erde hat erschaffen,
schuf er ganz zum Schluss die Affen.
Hoch zufrieden, voller Glück,
lehnte er sich dann zurück.
“Ihr Affen”, sprach er, “sollt allein
die Krone meiner Schöpfung sein.”
Doch halt, was musste er da sehn?
Schlimme sittliche Vergehn!
Die Affen trieben’s kreuz und quer,
zu dritt, zu viert, und oft noch mehr.
Sie liebten sich in allen Lagen,
fünf, sechs Mal an manchen Tagen.
Da packte Gott der blanke Neid.
“Die haben Spaß. Das geht zu weit!”
Deshalb, um ihren Trieb zu zähmen,
schrie er laut: “Ihr sollt euch schämen!
Werdet prüde und gehemmt,
eifersüchtig und verklemmt!”
Und so geschah’s, die Freuden schwanden.
Ne neue Spezies war entstanden.
So hatte Gott noch nach den Affen,
zu guter Letzt den Mensch erschaffen.
Quelle: onlinewahn.de
27 Schwert // Dec 22, 2006 at 21:10
@Olsen
“Auch der Tod eines Sklaven soll gesühnt werden? Aber doch nicht, wenn “er einen oder zwei Tage” am Leben bleibt. Oder muß man sich in diesem Fall wieder nicht am Bibeltext halten und das ist dann, wie so oft frei interpretierbar.”
Das ist in der Tat kontrovers. Vielleicht ging man davon aus, daß der Tod eines Sklaven ziemlich “ins Geld geht” und daß das Strafe genug sei. Nichtsdestotrotz gibt es zwei entscheidende Aussagen: “Wer seinen Sklaven oder seine Sklavin schlägt mit einem Stock, daß sie unter seinen Händen sterben, der soll dafür bestraft werden.” & “Wenn jemand seinen Sklaven oder seine Sklavin ins Auge schlägt und zerstört es, der soll sie freilassen um des Auges willen. Desgleichen, wenn er seinem Sklaven oder seiner Sklavin einen Zahn ausschlägt, soll er sie freilassen um des Zahnes willen.”
Ich glaube aber gerne, daß Dir diese Passagen nicht gefallen. Entsprechen sie doch absolut nicht Deinen “Erkenntnissen” (ausschließlich aus Sekundärliteratur?).
“Weshalb hielten sich die unfehlbaren Vizegötter nicht daran [daß es keine Sippenhaft oder Kollektivschuld geben soll|?”
Was fragst Du mich das? Liegt es an dem eindeutig lautenden Gesetz oder liegt es doch eher an den sich nicht an dieses Gesetz haltenden Leuten? Ich bin jedenfalls gespannt, ob Du Deine Frage anhand der bösen Bibel beantworten kannst…
Warum halten sich die heutigen “Herren” eigentlich nicht an das Grundrecht der Meinungsfreiheit? Liegt das an dem Grundrecht oder liegt das an den Leuten, die die Macht ausüben bzw mit solchen markigen Versprechungen auf Stimmenfang gehen?
Und warum gibst Du eigentlich vor, ein freier Geist zu sein bzw für die Freiheit des Geistes zu kämpfen, obwohl Du doch sogleich blindlings um Dich schlägst, wenn man Deine “Erkenntnisse” ziemlich leicht widerlegt?
28 Pater Rolf Hermann Lingen // Dec 22, 2006 at 23:33
Besteht die Altermedia-Schriftleitung aus “unverbesserlichen Sündern”? Jeder Mensch hat noch die Möglichkeit, sich zu bessern; tatsächlich sieht man bei der AS dazu aber wenig Bereitschaft. Ein Beispiel: Immer wieder wird auf Bonhoeffer herumgehackt, er habe “Hochverrat” begangen.* Wenn aber die AS so sehr betont, dass die Verurteilung Bonhoeffers angemessen war – warum stöhnt sie dann darüber, dass nun die “brd” mit “Unliebsamen” macht, was sie will?!
Kurz: Das Naturrecht wird von der AS komplett auf den Kopf gestellt.
Ist Dahlenburg “dumm”? Sicherlich – beweisbar bereits an der Tatsache, dass er “evangelisch” ist. Man lese z.B. den “Controvers-Katechismus”.**
Zum Thema selbst lese man auch mal die Bergpredigt, insbesondere Mt 5,38ff. Im privaten Rahmen kann es manchmal geboten sein, persönliches Unrecht zu erdulden. Es kann aber nicht angehen, dass Unrecht “legalisiert” wird – Strafe für Verbrechen muss sein.***
*Sie müssen schon richtig lesen. Altermedia hat niemals behauptet, das Bonhoeffer Hochverrat begangen hat, Bonhoeffer war ein gewöhnlicher Landesverräter und das ist ein wesentlicher Unterschied, der diesen sauberen Herren freilich nur wenig entlasten dürfte.
Im Übrigen bedürfen wir weder Ihres Segens oder gar Ihrer Sündenvergebung, daß bringen wir zur not auch selber noch zuwege und sogar noch mehr. Als Vertreter des “wahren” Kreuzes und des “rechten” Glaubens sind wir sogar in der Lage jedem Altermedia seinen eigenen Sündenablaß zu gewähren – und zwar kostenlos.
**Sie sind das lebende Beispiel dafür, daß katholische Theologen um keinen Deut besser sind, als solche Dahlenburgs. Im Grunde alles eine Soße. Wenn sich ein “Theologe” ausgerechnet an uns wendet, um sich “Auge um Auge, Zahn um Zahn” erklären zu lassen, dann ist er schon mehr als ein Dummkopf. Die ganze Zunft als Dummköpfe zu bezeichnen wäre allerdings in der Tat vermessen, Betrüger pflegen in der Regel nicht dumm zu sein, sondern eher gerissen, aber wie der Fall Dahlenburg und nicht zuletzt Sie, geschätzter Pater, zeigen, gibt es auch Ausnahmen.
***Na wenn es danach geht, ist in Ihrem Stall wohl noch einiges auzumisten.
Ihnen und Ihresgleichen in christlicher Demut dennoch den Weihnachtssegen urbi et orbi erteilend
Schriftleitung Altermedia
29 Lodmund // Dec 23, 2006 at 16:15
@Pfäfflein
Oder Mt5,3: Beati pauperes spiritu, quoniam ipsorum est regnum coelorum. – Selig sind die Bekloppten, denn sie brauchen keinen Hammer.
30 Olsen // Dec 23, 2006 at 16:30
@Schwert
Der Tod eines Sklaven geht aber auch “ziemlich ins Geld”, wenn er nach ein oder zwei Tagen krepiert. Von etwaigen Pflegekosten ‘mal abgesehen. Ich lese da eher heraus, daß das (relativ schnelle, daher weniger qualvolle) Totschlagen bestraft wird, daß langsame bzw. qualvolle Dahinsterben eines Sklaven belohnt wird. Steht zumindest in dieser Deutlichkeit in der Bibel.
Was das Sklaventum an sich betrifft, bin ich nicht auf Sekundärliteratur angewiesen. Ein Blick in meine inneren Gefilde verrät mir, daß ich weder einen Herren(menschen) über mich dulde, noch irgendjemand (ich habe eine innigen Bezug zur Gerechtigkeit) unter mir sehen will. Das ist eine Charakterfrage, die muß man sich nicht anlesen. Sekundärliteratur? @Schwert, keines der Evangelien ist in seiner Originalfassung vorhanden. Du beziehst dich gern auf diese biblische Sekundäroffenbarung, doch wundert es dich wirklich, daß ein Mensch dazu in der Lage ist, aus seinem Inneren heraus zu urteilen? Demzufolge entsprechen diese “Passagen” nicht meinen “Erkenntnissen”, sondern meinem inneren angeborenen Wesen. Ein gewaltiger Unterschied. Ansichten eines Menschen können sich auf Grund äußerlicher Einflüsse wandeln, doch der Wesenskern, die wahre Persönlichkeit ist unantastbar. Sie ist in unserem Unterbewußtsein festgeschrieben. Deshalb gibt es in jeder nur erdenklichen menschlichen Spielart “solche” und “solche”. Das Bewußtsein findet hier seine Grenzen.
Diese Betrachtungsweise erklärt auch, weshalb die Aussagen manch eines politischen Gegners einem sympathisch erscheinen, wobei manche Ansichten politischer “Freunde” einen abstossen. Die Basis unseres Denkens ist ideologiebefreit. Zumindest ist dies dem denkenden Menschen nicht unbekannt.
Ein Beispiel.
Auf den Seiten des KDS kannst du folgende Aussage nachlesen:
“Was ich geschrieben habe, ist: daß er in dieser Diskussion mit mir nicht nur ein vorbildlich ehrlicher Diskussionspartner war, sondern auch weit entfernt von jeder Verstocktheit und Unbelehrbarkeit. Und daß ich nach dieser Begegnung ihm jederzeit mein Leben anvertrauen würde. Das war mein Eindruck. Und ich habe keine andere Möglichkeit als dazu zu stehen.”
Der kommunistische Dichter und jüdische Emigrant Erich Fried, 1987 nach seiner Begegnung mit Michael Kühnen”
Erich Fried war diesbezüglich weder verlogen, noch verkalkt. Bedenkst du meiner obigen Aussage, dann begreifst du, daß hier ein Mann gesprochen hat, aus TIEFSTER Überzeugung. Man nennt diese Erscheinung auch Ehrlichkeit. Dies verdient meinen Respekt, dabei ist mir der “Jude”, “Kommunist” oder “Emigrant” völlig egal. Nicht weil mir diese Worte in Bezug auf Herrn Kühnen wohlgefallen. Nein, den kannte ich gar nicht. Nein, weil ich ihre Aussagekraft zu deuten weiß und sie sich mit meinen inneren Werten “sympathisiert”.
@Schwert, bezüglich deiner weiteren Äußerungen bin ich gerade zu der Erkenntnis gelangt, daß auch du lernfähig bist. Wunder geschehen?
Keine Angst, ich werde nicht deinem Wunderklub beitreten und meine Antipathie ablegen. Vorher müßte ich bereits aktivierte Gehirnzellen entfernen lassen.
Feier du nun schön dein anstehendes Jesusfest (daß vor nicht allzu langer Zeit noch im März kirchenoffiziell begangen wurde, auch schon ‘mal im Januar etc. pp.) und ich werde die 12 Rauh- oder auch Weihnächte zu befeiern wissen. Die Religiösität dieser Tage ist uns beiden bewußt. Allerdings feiern es die einen, weil sie das Alte nicht auslöschen konnten und traditionell ihren Stempel aufdrückten, um das Unvermeidliche, Unabänderliche zu vereinnahmen und die Anderen feiern es, weil sie wissen, daß diese Tage unseren Vorfahren seit Anbeginn heilig waren.
@Schriftleitung
Ich möchte meinen, die aggressivste Form der Christlichkeit offenbart sich in Form der katholischen Kirche. Wobei schon das Wort “katholisch” von dieser Mafiaelite lügenhaft angeeignet wurde. Sinnverkehrt.
Übrigens sprach der neuliche Kommentar, die Frage “was ist ein ‘wahrer’ Christ” und die Erläuterung darüber, mir aus vollem Herzen.
Genau die, die vom “wahren Christ”, von “christliche Werte” reden, sind bis zum heutigen Tag unfähig, diese Ausdrücke glaubhaft zu untermauern bzw. zu erläutern. Und der eine “wahre Christ”, spricht dem anderen “wahren Christen” diese Phrase ab. Mit welchem Recht, die Antwort wird noch heute geschuldet. Sie wäre auch uninteressant und belanglos, wenn diese “Wahrhaftigen” ihren 2000jährigen Streit nicht immer auf die Schultern des Menschen laden würden.
31 Olsen // Dec 23, 2006 at 16:40
@Schwert
“Ich bin jedenfalls gespannt, ob Du Deine Frage anhand der bösen Bibel beantworten kannst…”
Kann ich! “An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.” Langt das?
32 Stephan Fattinger // Dec 23, 2006 at 20:13
Ogottogott, schon wieder drischt Altermedia auf ein armes evangelisches Pfäfflein ein. Pfui Deibl, schämt Euch! Und das kurz vor dem Heiligen Abend! Der Mann wollte doch sicher nur Indymedia oder so fragen (vorher vermutlich verzweifelt in seine Bibel weinend) und hat sich wohl bei der Adresse geirrt. “Irgendwas mit …media war das doch!?!” Wird halt ein saturiertes, multikultizeitgeistverwirrtes und oberflächliches Bürscherl sein, wie die meisten seiner Amtsbrüder- und schwestern! Oder ist der gute Berndi vielleicht a gfeanster Oasch (= österr., ungef.: Frotzelarsch)? Man könnte den Mann doch einladen (das hohe Fest ist ja dann vorbei) und ihm zeigen, wie man im deutschen Bauernkrieg die Beantwortung seiner Frage verstanden haben dürfte. Ob Pfaff, ob Jud, wir dreschen gut! Trotzdem: Ein frohes!
33 Preuße // Dec 24, 2006 at 14:23
Der liebe Herr Dahlenburg kann sich ja die “Bibel in gerechter Sprache” besorgen, da soll sogar die Dreistfaltigkeit “antisemitisch” als Begriff vorkommen. In der USA-Ausgabe (von der ich allerdings nur gehört habe) soll das tatsächlich drin sein.
Zur Hermeneutik von “Auge um Auge, Zahn und Zahn” kann Bernd bei Israel Shahak, “Jüdische Religion Jüdische Geschichte” fündig werden, Auszug unten. Dort steht, was “Auge um Auge, Zahn um Zahn” für Juden bedeutet. Der liebe Bernd kann das Buch leicht über Google finden und liest es vielleicht. Wenn er das gemacht hat, wird er uns sicher sagen können, was alles falsch und antisemitisch daran ist. Ich freue mich schon auf seine Rückantwort…
Zur Exegese empfehle ich http://www.khazaria.com, bzgl. der sogenannten Juden selbstverständlich.
Interpretation der Bibel
An dem vorherigen Beispiel wird sich noch zeigen, daß das, was die meisten angeblich gut über denJudaismus informierten Menschen zu wissen vermeinen, unter Umständen auf grobem Mißverständnis beruht,sofern sie nicht Hebräisch lesen können. Alle oben genannten Einzelheiten findet man in den Originaltexten oder in einigen Fällen in Neuhebräisch abgefaßten Bücher für eine ganz bestimmte Leserschaft. In englischenAusgaben würde man sie vergeblich suchen, auch dort, wo die Auslassung solch sozial wichtiger Tatsachen dasganze Bild verzerrt. Besonders unter Christen oder stark von der christlichen Tradition und Kultur beeinflußtenMenschen herrscht ein weiteres Mißverständnis, nämlich die irreführende Vorstellung, der Judaismus sei eine”biblische Religion” und das Alte Testament im Judaismus nähme denselben wichtigen Platz und dieselbegesetzgebende Autorität ein wie die Bibel für die Protestanten oder sogar für die katholische Christenheit.Auch dies ist wieder mit der Frage der Auslegung verbunden. Wir haben gesehen, daß es inGlaubensdingen einen großen Spielraum gibt. Genau das Gegenteil gilt jedoch für die rechtliche Auslegung derheiligen Texte. Hier läßt die Interpretation kaum Spielraum, was allerdings mehr für denTalmud als die Bibelselbst gilt. Der klassische Judaismus und die heutige Orthodoxie legen vielen und vielleicht sogar den meistenbiblischen Versen, die religiöse Handlungen und Pflichten vorschreiben, eine ganz andere und sogargegensätzliche Bedeutung bei als die Christen oder die anderen Leser des Alten Testaments, die nur den nacktenText sehen. Dieselbe Trennlinie ziehen derzeit in Israel einerseits in jüdischen religiösen und andererseits in”weltlichen” hebräischen Schulen ausgebildete Menschen, denen im großen und ganzen die wörtliche Bedeutungdes Alten Testaments gelehrt wird.Diesen wichtigen Punkt kann man nur anhand von Beispielen verstehen. Man wird feststellen, daß die Bedeutungsänderungen unter ethischen Gesichtspunkten überhaupt nicht in die Richtung des heutigen Verständnisses dieses Begriffs gehen. Apologeten des Judaismus meinen, daß die Auslegung der Bibel, die mit den Pharisäern begann und im Talmud festgelegt ist, immer über den wörtlichen Sinn hinausgeht. Die nachfolgend aufgeführten Beispiele zeigen, daß dies von der Wirklichkeit weit entfernt ist. 1. Beginnen wir mit den Zehn Geboten. Das Achte Gebot “Du sollst nicht stehlen” (2. Mose 20, 15) wird als Verbot des “Stehlens” (d.h. der Entführung) einer jüdischen Person verstanden, weil nach dem Talmud – so die Auslegung – alle von den Zehn Geboten verbotenen Handlungen Kapitalverbrechen sind. Das Stehlen fremden Eigentums ist dagegen kein Kapitalverbrechen, und die Entführung von Nichtjuden durch Juden ist durch das talmudische Gesetz erlaubt. Der nahezu gleiche Satz “Ihr sollt nicht stehlen” (3. Mose 19, 11) ist dagegen in seiner wörtlichen Bedeutung zu verstehen. 2. Die bekannte Aussage “Auge um Auge, Zahn um Zahn” usw. (2. Mose 21, 24) wird als “Augengeld für ein Auge” interpretiert, d.h. als die Zahlung einer Geldstrafe und nicht als physische Vergeltung. 3. Hier liegt der bekannte Fall vor, in dem die wörtliche Bedeutung in das genaue Gegenteil verkehrt wird. Der biblische Text warnt eindeutig davor, der Masse bei einem ungerechten Verfahren zu folgen: “Du sollst nicht folgen der Menge zum Bösen und nicht also antworten vor Gericht, daß du der Menge nachgibst und vom Rechten weichest.” (2. Mose 23, 2). Die letzten Worte dieses Sinnspruchs “… daß du der Menge nachgibst und vom Rechten weichest” werden aus dem Zusammenhang gerissen und als gerichtliches Gebot, der Mehrheit zu folgen, ausgelegt! 4. Der Vers ” … und sollst das Böcklein nicht kochen in seiner Muttermilch” (2. Mose 23, 19) wird als ein Verbot ausgelegt, jede Art von Fleisch mit Milch oder einem Milchprodukt zu mischen. Da derselbe Vers an verschiedenen Stellen in den fünf Büchern Moses steht, wird die bloße Wiederholung als ein dreifaches Verbot gehalten, das es einem Juden verbietet, (ad 1) solch eine Mischung zu essen, (ad 2) sie zu irgendeinem Zweche zu kochen und (ad 3) sie zu genießen oder auf irgendeine Weise einen Nutzen daraus zu ziehen. 5. “Dein Nächster “, “Fremder” oder sogar “Mensch” werden so verstanden, daß sie eine supraexklusive chauvinistische Bedeutung haben. Der bekannte Satz “Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst (3. Mose 19, 18)” versteht der klassische (und heutige orthodoxe) Judaismus als einen ausdrücklichen Befehl, den nächsten Juden, aber nicht den nächsten Mitmenschen zu lieben. Desgleichen soll der Satz “Du sollst auch nicht stehen wider deines Nächsten Blut” (daselbst, 16) die Bedeutung haben, daß man nicht tatenlos zusehen darf, wenn das Leben (das “Blut”) eines Mitjuden in Gefahr ist. Wie wir jedoch noch in Kapitel V (”V Gesetze gegen Nichtjuden”) sehen werden, ist es einem Juden allgemein verboten, das Leben eines Nichtjuden zu retten, denn “er ist nicht dein Nächster”. Das großzügige Gebot, die Nachlese von Ähren auf einem Feld und in einem Weinberg “dem Armen und Fremdling” zu überlassen (ebenda, 9 und 10) wird so ausgelegt, das sich dies ausschließlich auf jüdische Arme und Konvertiten zum Judentum bezieht. Die Tabu-Gesetze, die für Leichen gelten, beginnen mit dem Vers “Dies ist das Gesetz: Wenn ein Mensch in der Hütte stirbt, soll jeder, der in die Hütte geht, … unrein sein sieben Tage”. (4. Mose 19, 16; Anmerkung des Übersetzers: Nach der Luther-Übersetzung ist das der Vers 14, und nicht Vers 16 wie im englischen Original.) Jedoch hat das Wort “Mensch” (adam) die Bedeutung “Jude”, so daß nur ein jüdischer Leichnam tabu (d.h. sowohl “unrein” als auch geheiligt) ist. Nach dieser Auslegung bringen fromme Juden eine tiefe magische Verehrung jüdischen Leichen und jüdischen Friedhöfen entgegen, haben aber keinen Respekt gegenüber nichtjüdischen Leichen und Friedhöfen. So wurden Hunderte moslemischer Friedhöfe in Israel vollständig zerstört (wie in einem Falle, um für das Hilton-Hotel in Tel Aviv Platz zu machen). Es gab aber einen lauten Schrei des Entsetzens, als der jüdische Friedhof am Ölberg unter jordanischer Herrschaft beschädigt wurde. Es gibt zuviele Beispiele dieser Art, als daß man sie anführen könnte. Einige der inhumanen Konsequenzen dieser Art der Auslegung werden in Kapitel V (”V Gesetze gegen Nichtjuden”) behandelt. 6. Betrachten wir zum Schluß eine der schönsten prophetischen Passagen, nämlich Jesajas eindrucksvolle Verdammung der Heuchelei und des leeren Rituals sowie seine Ermahnung zu allgemeiner Sittlichkeit. Ein Vers (Jesaja 1, 15) in dieser Passage lautet: “Und wenn ihr schon eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und ob ihr schon viel betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut.” Da die jüdischen Priester bei der Erteilung des Segens während des Gottesdienstes “die Hände ausbreiten”, deutet man diesen Vers so, daß ein Priester, der zufällig ein Tötungsdelikt begeht, für ungeeignet erklärt wird, bei der Segnung “seine Hände auszubreiten” (auch wenn er seine Tat bereute), da sie “voll von Blut sind”. Schon an diesem Beispielen zeigt sich klar, daß, wenn ein orthodoxer Jude heute (oder alle Juden vor etwa 1780) die Bibel lesen (gelesen haben), sie in ein ganz anderes Buch mit einer vollständig anderen Bedeutung als in jene Bibel sehen, wie sie Nichtjuden oder nichtorthodoxe Juden verstehen. Diese Unterscheidung gilt sogar in Israel, obwohl beide Parteien den Text in Hebräisch lesen. Die Erfahrung hat, besonders seit 1967, dies wiederholt erhärtet. Viele nichtorthodoxe Juden in Israel (und anderswo) haben nur wenig detaillierte Kenntnis der jüdischen Religion und versuchen, orthodoxe Israelis (oder stark von Religion beeinflußte Anhänger rechter Parteien) durch Zitieren von Bibelversen in ihrem schlichten menschlichen Sinne zu beschämen, so daß sie ihre inhumane Einstellung gegen die Palästinenser aufgeben. Es stellte sich jedoch immer heraus, daß solche Argumente nicht die geringste Wirkung auf die Anhänger des klassischen Judaismus zeigen. Sie verstehen einfach nicht, was man ihnen sagt, da ihnen der biblische Text etwas ganz anderes bedeutet als den anderen. Wenn schon solch eine Kommunikationslücke in Israel existiert, wo Menschen hebräisch lesen und sich die richtigen Informationen beschaffen können, kann man sich vorstellen, wie tief im Ausland das Mißverständnis geht, wie etwa bei Menschen, die in der christlichen Tradition aufwuchsen. Je mehr solche Leute die Bibel lesen, desto weniger kennen sie den orthodoxen Judaismus. Letzterer betrachtet das Alte Testament nämlich als einen Text unwandelbarer heiliger Glaubensformeln, die herzusagen eine Handlung von hohem Wert ist, deren Bedeutung aber anderswo vollständig festgelegt wird. Wie schon Humpty-Dumpty zu Alice sagte, steht hinter dem Problem, wer denn die Bedeutung der Wörter festlegen kann, die einfache Frage: “Wer soll der Herr sein?”
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