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Berliner Judenvorsteher Gideon Joffe und St. Holockauscht (30.01.06)

January 30th, 2006 · Post your comment (2 Comments)

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Berlin: Vor einigen Tagen hatten wir ja wieder einmal Gelegenheit, zu beobachten wie die bundesdeutsche Hautevolee zu St. Holockauscht vollständig zum Max macht, indem sie Betroffenheitsveranstaltungen für ein Ereignis zelebrierte, dessen bloße Erwähnung bei den meisten Deutschen, schon Gähnen, Kopfschütteln oder bloßes Abwinken auslöst. Nicht so in der hohen Politik, hier hüllt man sich in Sack und Asche, um dann wie auf Kommando literweise Krokodilstränen zu vergießen. Allerdings zeigte auch, dieser 27. Januar wieder einmal daß die Anzahl dieser Berufs- und Gewohnheitsbetroffenen nur ein Spurenelement im Vergleich zu der Zahl derer darstellt, die von dieser Komödie nichts mehr wissen wollen.

Interessante Bemerkungen zum Charakter von St. Holockauscht gab unlängst auch der Chef der Jüdischen Gemeinde von Berlin, Gideon Joffe, der auf die Frage von SPIEGEL ONLINE, ob er diesen „Gedenktag“ für positiv halte, entgegnete, daß durch diesen die „Einmaligkeit des Verbrechens“ anerkannt worden wäre. Eine Äußerung bei der man nicht so recht weiß, ob man sie mit geschichtlichem Unwissen, Chuzpe oder bloßer Dämlichkeit erklären soll, denn wenn etwas in dieser Angelegenheit einmalig ist, dann allenfalls die Dummheit der Deutschen, die sich mit solchen Behauptungen wie am Nasenring durch die jüngere Geschichte ziehen ließen.

Aber Joffe, ein Abkömmling zunächst nach Israel ausgewanderter, dann aber ins für Juden wirtschaftlich günstigere Deutschland umgezogener, lettischer Juden wäre nicht das was er ist, würde er solchen Dreistigkeiten nicht noch eins drauf setzen. So antwortete er auf die SPIEGEL ONLINE-Frage: „Die Idee eines Holocaust-Gedenktages stammt von einem Ihrer Vorgänger als Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Heinz Galinski, der mittlerweile verstorben ist. Es hat lange gedauert, bis die Idee Wirklichkeit wurde“ mit dem bemerkenswerten Geständnis:
„Man musste wohl erst mal abwarten, bis die Mehrheit der Nazi-Täter gestorben waren. Unmittelbar nach dem Krieg wäre ein solcher Gedenktag nicht möglich gewesen.“

Eine Antwort die wohl alles sagt. Allerdings gehen auch wie davon aus, daß nach dem Krieg so ein Gedenktag nicht möglich gewesen wäre. Jedoch nicht wegen der „Nazi-Täter“, sondern deshalb, weil es noch zu viele Deutsche gab, die aus persönlicher Erinnerung zu sagen wußten, daß bestimmte zeitgeschichtliche Dinge sich nicht so abgespielt haben, wie man es heute gerne glauben machen möchte. Mit seiner Antwort demonstriert Joffe, daß der sogenannte „Holocaust“-Gedenktag faktisch nur auf der jahrzehntelangen einseitigen Manipulation der deutschen Nachkriegsgenerationen beruht.

Um St. Holockauscht künftig für das Gehör bestimmter Zeitgenossen noch attraktiver zu gestalten, überlegt man in Deutschland inzwischen offenbar auch noch ein wenig zusätzliches jüdisches Flair zu übernehmen. So heißt es in besagtem Interview:
SPIEGEL ONLINE: Paul Spiegel, der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat vor ein paar Tagen gesagt, dass am Holocaust-Gedenktag mehr passieren sollte als ein paar feierliche Veranstaltungen. Zum Beispiel, hat er angeregt, sollten an diesem Tag, wie es in Israel geschieht, alle Sirenen heulen.

Joffe: Landesweit zu hörende Sirenen würden, im Gegensatz zu den Veranstaltungen der Politiker, die Mehrheit der Menschen erreichen. Angesichts der aktuellen Ereignisse wäre es auch mal etwas anderes, wenn das Auswärtige Amt den iranischen Botschafter in Berlin und andere iranische Botschafter in Europa zu einem gemeinsamen Besuch eines Konzentrationslagers am 27. Januar eingeladen hätten. Schließlich hat die Bundesregierung im Koalitionsvertrag auch die Bekämpfung des Antisemitismus angekündigt.“

Ob das Sirenengetön, mit dem man einen israelischen Brauch übernehmen würde, in Deutschland zu weniger Antisemitismus anregen wird, ist jedoch wohl eher zu bezweifeln. Denkbar, daß es den einen oder anderen Deutschen auch daran erinnern könnte, daß da doch noch was zu erledigen war. Joffe ist sich natürlich dessen bewußt, wenn er meint: „Wenn die Berliner Polizei Juden rät, die Kippa, den Davidstern oder andere Erkennungsmerkmale von Juden nicht in der Öffentlichkeit zu zeigen - dann kann ich kein Abnehmen des Antisemitismus feststellen. Um ihn zu überwinden rät er: „Wichtig wäre es, wenn Lehrerinnen und Lehrer zum Thema Holocaust und Antisemitismus Fortbildungen besuchten. Sie brauchen moderne, pädagogische Konzepte, damit Schüler nicht mehr meinen, dass sie diese Themen satt hätten, gleichzeitig aber kaum etwas über sie wissen. Zum anderen müssen wir Jüdischen Gemeinden unsere Türen stärker öffnen, das Judentum transparenter darstellen und mehr über uns selbst berichten. Denn kaum ein Bundesbürger kennt einen Juden persönlich oder weiß Näheres über das Judentum. Weniger als 0,3 Prozent der Bevölkerung sind jüdisch - was Vorurteile fördert.“

Worin Joffe hier irrt ist nicht der Umstand, daß antijüdische Vorurteile der Tatsache entsprechen, daß die wenigsten Deutschen Juden persönlich kennen, sondern daß diese 0,3 Prozent in ihrem Lande mehr zu melden haben, als die restlichen 99,7 Prozent der Bevölkerung und daß diese 99,7 Prozent sich nach dem zu richten haben, was diese 0,3 Prozent für richtig halten. Und gegen dieses Vorurteil helfen auch keine Sonderkurse für Pädagogen, da dieses sich aufgrund der alltäglichen Erfahrung mit dieser Minderheit tagtäglich von neuem gebiert.

Siehe auch
Spiegel Online 29.01.06

Störtebeker-Netz 27.01.06

Quelle: Störtebeker-Netz 30.01.06



Tags: Allgemeines

2 responses so far ↓

  • 1 Birgit Wellmann // Nov 27, 2007 at 9:18

    Ihre Seite ist widerwärtig! Wundert mich, dass sie nicht verboten wurde. Wohl noch ein juristisches Schlupfloch gefunden.

  • 2 Klaus Tromper // Feb 11, 2008 at 10:25

    So stolze Deutsche, aber vor lauter irrem Judenhass können sie in ihrer eigenen Sprache nur stammeln. “…daß die Anzahl [...] nur ein Spurenelement [...] darstellt”. etc. pp. Welches Elend!

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