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Altermedia Deutschland - Störtebeker-Netz: In einer Zeit des Universalbetruges ist die Wahrheit zu sagen eine revolutionäre Tat (George Orwell)

Billigkauf kostet Arbeitsplätze

October 2nd, 2003 · Post your comment (1 Comment)

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Es wird viel und ausgiebig über die hohe Arbeitslosigkeit geklagt. Das man als Verbraucher und Schnäppchenjäger nicht unwesentlich dazu beiträgt, scheint den Wenigsten bewußt zu sein. Schrecklich, diese ganzen Firmenpleiten. Der Einzelhandel geht vor die Hunde. Was das an Arbeitsplätzen kostet ! Der kleine Gemischtwarenladen an der Ecke hat gestern dichtgemacht. Für immer. Demnächst macht dort der „Schlecker“ eine weitere Filiale auf. Uns braucht das nicht zu jucken. Wir kaufen regelmäßig bei „Aldi“ oder „Lidl“ ein. Da ist alles so schön billig und die Parkplätze so schön groß. Manchmal haben die sogar Computer im Angebort. Die sind allerdings schnell vergriffen. Da heißt es: Früh aufstehen, am besten gleich vor der Eingangstür im Schlafsack übernachten, damit wir am nächsten Morgen als erste die Filiale stürmen. Gut, wir brauchen nicht den ganzen „Aldi“ auszuräumen. Watte, Shampoo, Haarwasser beziehungsweise Plattenpolier und Rasierklingen holen wir beim neuen „Schlecker“. „Aldi“ und „Lidl“ brauchen ja nicht die ganze Haushaltskasse zu plündern.

Unsere Brötchen holen wir freilich ganz woanders. Aus der Selbstbesdienungsbäckerei. Hier ziehen wir sie uns mit dem Kneifer aus der Box und tüten sie hinter der Kasse selbst ein. Das macht ein bißchen Arbeit, doch dafür sind die Brötchen schön billig, doch immer noch teuer genug, den Betreibern immensen Profit einzubringen.

Apropos Arbeit : Schon gehört ? Die Arbeitslosenquote ist wieder gestiegen. Schrecklich, diese Arbeitslosigkeit. Wo sind bloß die ganzen Arbeitsplätze geblieben ? Wer hat sie genommen und nicht zurückgegeben ? Das verstehen wir nicht, wo wir doch als vermeintlich mündige Verbraucher nach bestem Wissen und Gewissen das Unsigre dazu beitragen, die Nachfrage anzukurbeln. Unsere Tüten sind stets gut gefüllt. Vielleicht sollten wir uns das nächste Mal in der SB-Bäckerei etwas genauer umschauen. Wir werden dann feststellen, daß wir außer Kassiererinnen und Brötchennachfüller kein Personal dort sehen. Spätestens jetzt sollte das 5 Cent-Stück fallen, Die Brötchen sind so schön billig, weil die Bäckereikette durch den SB-Service ordentlich Personal einspart.

Ähnlich verhält es sich bei „Aldi“ und „Lidl“. Das Personal, das kassiert, darf zwischendurch die Regale neu bestücken. Wir als Verbraucher unterstützen diese Personalpolitik, in dem wir dort einkaufen. Wir profitieren von der Kostendämpfung durch Personaleinsparung in Form niedriger Preise. Wir sind sparsam in solchen unsicheren Zeiten. Deshalb bevorzugen wir günstige Angebote. Das ist legitim. Aber dann sollten wir aufhören, die hohe Arbeitslosigkeit zu bejammern, denn wir tragen dazu bei. Wir sollten einsehen, daß Arbeit, wie wir sie kannten, ausstirbt und es keinen Sinn mehr macht, Sozialleistungen daran zu koppeln. Wir sollten aufhören, sozial Schwache als Opfer dieser von uns mitbegünstigten Entwicklung vorzuwerfen, sie hätten ihre Lage selbst verschuldet und seien „Schmarotzer“ oder „Kostgänger“. Zumal einige von uns, wenn sie schon geerbt haben, so zumindestens ihre gut bezahlten Jobs ihrer sozialen Herkunft und ihren Beziehungen zu verdanken haben. Kurzum also sind das die, die man gemeinhin als priveligiert bezeichnet. Genauso still sollten diejenigen sein, die in der Computerbranche tätig sind oder mit EDV-Seminaren zu tun haben. Sie brüsten sich mit ihren „Zukunftsbranchen“, haben jedoch de facto mit der Schaffung von Arbeitsplätzen nichts am Hütchen. Im Gegenteil: Die moderne Datenverarbeitung sorgt dafür, daß noch mehr Stellen wegrationalisiert werden.

Wer zu allem Überfluß noch Aktienpakete sein Eigen nennt, hat erst recht keinen Grund, über Stellenabbau zu klagen. Was läßt in der Regel Börsenkurse und Renditen steigen ? Die Ankündigung von Stellenstreichungen ! Wieder wird unbewußt zur Massenarbeitslosigkeit beigetragen. Begegnen wir dann jemanden, der davon betroffen ist, sind wir um Ratschläge nicht verlegen. Bei Hinz und Kunz, Pontius und Pilstus soll er sich bewerben, am besten ins Handwerk gehen, denn Handwerker würden immer gebraucht, sagen die Hausbesitzer unter uns. Weil sie auf solche Leute angewiesen sind. Da fällt es leicht, ihnen goldenen Boden anzudichten, obwohl sie längst auf allen Vieren durch den Staub kriechen.

Keine Frage, das ist alles schwachsinnig und höchst schizophren. Denken und Handeln klaffen meilenweit auseinander. Es wird über das schwüle, drückende Klima gejammert und im nächsten Moment in die Benzinschleuder von Geländewagen gesetzt und kurz um die Ecke zum Einkaufen gefahren. Es wird lauthals nach Arbeit und Leistung geschrien, während man selbst als Verbraucher, Techniker, Unternehmensberater und Aktionär alles tut, sie überflüssig zu machen. Wir müssen uns von dieser Zwangsneurose befreien und mehr Bewußtsein in die Köpfe pumpen.

Alexander Klein

Quelle: www.npd.de



Tags: Allgemeines

1 response so far ↓

  • 1 Alexander Klein // Jul 31, 2006 at 14:10

    Sehr geehrter Herr Klein,
    ich war entsetzt ferstzustellen, dass ich einen rechten Namensvetter habe. Ich hoffe, dass Ihnen die nötige Einsicht zu Teil wird. In einer globalisierten Welt gibt es nur ein Miteinander und kein Gegeneinander. Da Sie in der Lage sind halbwegs grammatikalisch richtige Sätze zu formulieren, sollte Ihr intellektuelles Potential eigentlich ausreichen um über den Rand ihres “Rechten Gedankengutes” hinauszusehen.

    Alexander Klein.

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