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Vorbemerkung:
Wo poste ich das nun? Unter „NPD“? Oder unter „Volksfront“? Oder besser gleich in beide threads?! – Nein, das wäre ja, was ich gerade vor wenigen Tagen user „Beobachter“ vorgeworfen habe, Spam. Man sollte nicht selbst tun, was man anderen vorwirft. Predigt Wasser und säuft Wein, heißt es dann; und das nur, weil er unverdientermaßen der Administrator ist und niemand ihm ins Handwerk pfuschen kann, rein technisch gesehen. Nee, nee, man muß sich schon entscheiden… Zwischen NPD und Volksfront, sozusagen.
Entscheide ich mich also mal für NPD. Zumindest als thread…..
Zur Sache:
Deutschlands linkeste Tageszeitung, die sich sinnigerweise einfach „tageszeitung“ nennt (TAZ), sieht Risse in der Volksfront.
Und das bisher eher von der breiten Öffentlichkeit weniger beachtete „bremerforum“ kommt auf diesem Wege zwar nicht zu Amt und Würden, aber dafür zu einer gewissen öffentlichen Beachtung. (Zuckerwasser ins Glas aller, die mich als notorischen Selbstdarsteller bezeichnen! – Oder darf es ein wenig mit Glykol versetzter Wein sein? Soll ja so ähnlich schmecken und knallt bestimmt noch besser als ein leichter Glukoseschock….)
(Zitat Beginn):
Der FK-Führer Christian Worch warnte bereits, “das künftige Schicksal” der Partei dürfe nicht von “betriebsblinden Apparatschiks und Funktionären” bestimmt werden. Auf der von ihm selbst verantworteten Internetseite “bremerforum” beklagte er den späten Wahlkampfbeginn, der in ihm den “vagen Verdacht” auslöse, in der NPD gebe es “möglicherweise Kräfte, die an einem Erfolg GAR NICHT INTERSSIERT SIND”. Gründe führt der Hamburger Neonazi allerdings nicht an.
(Zitat Ende)
Nun, wenn ich einen „vagen Verdacht“ äußere, bin ich eigentlich keine Gründe schuldig – wenn ich Gründe anführe, ist es vielleicht schon weit mehr als ein nur vager Verdacht. Aber ich bin ja ein gefälliger Mensch. In der Hinsicht bin ich sogar fast berechenbar. Ich liefere einfach mal die Gründe nach.
In der NPD herrscht seit zwei Jahren eine gewisse Schieflage. Die Partei ist in einem einzigen von 16 Landtagen vertreten (und im Bundestag sowieso noch nicht). Nun muß man sich mal die Relationen vorstellen. Diese Landtagsfraktion in Sachsen ist innerhalb der Partei genau genommen mächtiger als der Bundesverband der NPD. Zwar sind von ursprünglich 12 Abgeordneten im Sächsischen Landtag nur 9 übrig geblieben, aber die Fraktion hat – die persönlichen Referenten der einzelnen Abgeordneten mitgerechnet – einen Stab von rund zwei Dutzend parlamentarischen Mitarbeitern. Macht zusammen eine Ballung von über 30 Leuten, die sich nur und ausschließlich (hauptamtlich bzw. hauptberuflich) mit Politik beschäftigen. Konzentriert in einer einzigen Stadt, der Landeshauptstadt Dresden mit rund einer halben Million Einwohnern.
Was hat dagegen die Parteizentrale in der Seelenbinderstraße 42 in Berlin-Köpenick? Über dreißig hautamtliche Mitarbeiter? Bestimmt nicht. Nicht mal, wenn man die Angestellten des im Sächsischen Riesa ansässigen Deutsche-Stimme-Verlages mitzählen würde.
Oder die finanzielle Ausstattung.
Der Landtagsfraktion in Sachsen stehen Fraktionsgelder in Höhe von deutlich über einer Million EURO im Jahr zur Verfügung, die sie „verbraten“ kann. Der Gesamtumsatz der NPD dürfte im Jahr bei zwischen zwei und zweieinhalb Millionen EURO liegen. Von diesen Geldern aber verbleibt ein nicht unbeträchtlicher Anteil bei den Landes- und Kreisverbänden, und nur etwas mehr als die Hälfte davon dürfte der Bundespartei zur Verfügung stehen.
Auch personell sehen wir ein Schwergewicht im Lande Sachsen; wenn nicht gar eine Art von Übergewicht.
Es gibt zur Zeit in der NPD drei „starke Männer“. Das sind der Parteivorsitzende Udo Voigt und seine beiden Stellvertreter Holger Apfel und Peter Marx. (Ich weiß gar nicht, ob nach dem Ausscheiden von Jürgen Schön der dritte Stellvertreterposten überhaupt besetzt ist. Kann sein, daß Schön auch stellvertretender Bundesvorsitzender war und der Posten noch nicht wieder besetzt ist. Aber ich bin kein professioneller Parteienforscher, ich habe mich nicht bezüglich jedes Details sachkundig gemacht. WENN es zur Zeit einen dritten Stellvertretenden Parteivorsitzenden gibt, ist er so unwichtig, daß mir im Gegensatz zu Holger Apfel und Peter Marx nicht mal seine Identität bewußt ist….)
Einer davon – von diesen drei „starken Männern“ innerhalb der Parteiführung – sitzt in Berlin. Die beiden anderen sitzen in Sachsen. Die nominelle Nummer eins – der Parteivorsitzende – wird von der Bundespartei hauptberuflich bezahlt – von einer Bundespartei, die gerade im Moment mit Geld ungeheuer klamm ist. Die nominellen Nummern eins a und eins b beziehen die Diäten eines Fraktionsvorsitzenden vom Sächsischen Landtag beziehungsweise das Gehalt eines Fraktionsgeschäftsführers von der Fraktion. Sowohl der Sächsische Landtag als auch die Fraktion sind weit weniger klamm als die Bundespartei NPD; genau genommen sind sie überhaupt nicht klamm…
Damit ist wohl deutlich, was ich „Schieflage“ nenne.
„Alle Materie strebt nach der idealen Form…“,sagt der Physiker. Anläßlich eines politischen Prozesses vor zehn Jahren in Hamburg schrieb die hiesige „Morgenpost“ über mich, ich sähe aus „wie ein Physikstudent“. Womit sie vielleicht suggerieren wollte, ich sähe besonders unauffällig und bürgerlich-bieder aus. Aber wenn man mich schon mit einem Physikstudenten vergleicht, ist mein Ehrgeiz angestachelt, und ich fühle mich geradezu verpflichtet, mich auch ein wenig mit physikalischen Grundlagen zu beschäftigen .Beispielsweise dem oben erwähnten Merksatz.
Der nicht nur für unbelebte Materie gilt, sondern auch für Organisationen, überpersönliche Zusammenhänge oder eben Parteien.
Bis vor einem halben Jahr sah es für mich so aus, als würde die Schieflage sich durch die anstehende Wahl in Mecklenburg-Vorpommern geradezu von selbst bereinigen. Bei einer Bundestagswahl 3,5 Prozent in einem Land zu kriegen, ist eine gute Voraussetzung dafür, bei einer weniger polarisierten Landtagswahl die 5-Prozent-Hürde zu schaffen. Wohl auch mit Blick darauf sind vor allem ja im östlichen Mecklenburg-Vorpommern eine Menge vorher parteifreier Kameraden der NPD beigetreten und bekamen im Gegenzug dazu auch ein paar Listenplätze auf der Landesliste, von denen einige sogar als erfolgversprechend gelten könnten. Auch an der finanziellen Ausstattung hätte es eigentlich nicht scheitern sollen, weil die 1,6 beziehungsweise 1,8 Prozent der NPD bei der Bundestagswahl ihren Anteil an der „Staatsknete“ der Parteienfinanzierung ganz beachtlich erhöht hat; von der Wahlkampfkostenerstattung (geschätzte anderthalb Millionen EURO) mal ganz zu schweigen.
Aber die sehr hohe Erwartung, daß die NPD in Mecklenburg-Vorpommern in den Landtag einziehen werde, mußte im Laufe der Monate immer weiter nach unten korrigiert werden. In aktuelleren Umfragen schwankt sie zwischen drei und vier Prozent, und das schon seit mehreren Wochen – seit einer längeren Zeit, als zwischen der letzten Umfrage und dem tatsächlichen Wahltermin liegt…. Und während als Wahlkampfetat um den Jahreswechsel herum noch die für eine Landtagswahl geradezu gigantische Summe von 1,5 Millionen EURO im Gespräch war, wurde dies unlängst von Wahlkampfleiter Holger Apfel auf demgegenüber gerade bescheidene 400.000 EURO herunterkorrigiert.
So was ist schon geeignet, den mindestens „vagen Verdacht“ entstehen zu lassen, daß es da innerhalb der NPD Kräfte geben könnte, die möglicherweise an einem Erfolg GAR NICHT INTERESSIERT SIND.
Natürlich sind auch andere Erklärungen zumindest denkbar.
Zunächst einmal die noch vor einem halben Jahr weit verbreitete allgemeine Erwartung, die NPD werde es gewissermaßen „als Selbstläufer“ schaffen. Obwohl ich bekanntermaßen sowohl Kritiker der Partei bin als auch allgemein von einer eher skeptischen Grundhaltung, habe ich noch vor sechs Monaten diese Erwartung ebenfalls geteilt. Ich will das also niemandem vorwerfen, weil ich den Vorwurf sonst gegen mich selbst gelten lassen müßte. – Nun, wenn allgemein erwartet wird, daß es klappt, dann ist die Motivation, volle Kraft voraus zu fahren, vielleicht ein wenig geringer.
Als nächstes kommt hinzu, daß es der NPD traditionsgemäß an Konzentration mangelt. Sie ist allenfalls bedingt kampagnenfähig. Sie neigt dazu, ihre eher geringen Kräfte (personeller, organisatorischer und auch finanzieller Natur) zu zersplittern, statt sie wenigstens zeitweilig ausschließlich auf ein Projekt zu konzentrieren. Das Gießkannenprinzip. Man kämpft an so vielen Fronten, daß die Linien überdehnt sind, daß die Kräfte sich in der Tiefe des Raumes beinahe verlieren. Militärs kennen die Grundsätze: „Wer alles angreift, greift nichts an!“ und: „Wer alles verteidigt, verteidigt nichts“. Die Israelis dürften das gerade in dem asymmetrischen Krieg gegen die libanesische Hiz’b’Allah gemerkt haben. Und die israelische Armee ist eindeutig besser organisiert als die NPD!
Beides zusammengenommen wären also schon einmal nachvollziehbare Erklärungen, warum die Situation in Mecklenburg-Vorpommmern für die NPD weniger hoffnungsvoll ist, als es vor einem halben Jahr erschien.
Trotzdem, trotzdem, trotzdem….
Wenn man etwas unbedingt will, steckt man auch alle nötige und verfügbare Energie da hinein. Wenn ich mir beispielsweise anhöre, daß der NPD-Wahlkampf in Berlin öffentlich lange vor dem in Mecklenburg-Vorpommern wahrnehmbar war, frage ich mich auch, warum. Oder wenn ich mir den durchaus hochprofessionell gestalteten Wahlwerbespot der NPD in Berlin anschaue und demgegenüber den teils hausbackenen, teils kaum verständlichen in Mecklenburg-Vorpommern. Das sind alles so die kleinen Unstimmigkeiten. Die durchaus die oben erwähnten „natürlichen“ Ursachen haben können, nämlich eine Fehleinschätzung der Realitäten. Aber wie schnell war Holger Apfel dabei, irgendeiner sächsischen Regionalzeitung zu widersprechen, die – wenngleich auch mit teilweise einfach falschen Informationen – meinte, eine interne Konkurrenz um das Amt des Vorsitzenden der Partei ausmachen zu können. Wäre ja eigentlich auch irgendwo ein völlig natürlicher Prozeß, wenn man sich den Altersunterschied zwischen dem Parteivorsitzendem und einem sehr Stellvertreter anschaut – rund zwanzig Jahre.
Natürlich sind das keine Gründe. Vor allem keine beweiskräftigen Gründe. Es sind noch nicht einmal Indizien. Aber wenn man den zwingenden Eindruck hat, daß etwas falsch läuft, dann sucht man halt nach möglichen Gründen. Man stößt dabei auf die, die völlig logisch sind – die üblichen Fehler der Partei, die eine schwerfällige Organisation hat und deren Personaldecke beklagenswert dünn ist. (Sonst hätte man wohl nicht gerade aus dem als Fraktionsvorsitzenden sicherlich auch arbeitsmäßig gut ausgelasteten Holger Apfel den Wahlkampfleiter für Mecklenburg-Vorpommern gemacht.) Aber man denkt zumindest auch mal die anderen Möglichkeiten an. Wie nannte Bismarck Politik? „Die Kunst des Möglichen.“ Er meinte „Mögliches“ für „Erreichbares“. Ich benutze den Begriff in einer weiteren Auslegung. Schließlich bin ich nicht Kanzler und habe auch nicht die Absicht, es zu werden. (Zumindest nicht für einen Kaiser Wilhelm II.) Also kann ich mir schon mal die weitere Auslegung erlauben. Eine, der interessanterweise sogar die Handvoll Gesprächspartner, mit denen ich das mal erörterte, zustimmte. Oder, in den meisten Fällen, die sie erwähnten, bevor ich sie erwähnte. Was mir noch bedeutsamer erscheint, weil damit die Möglichkeit ausgeschlossen ist, daß ich es ihnen zuerst suggeriert habe.
Also scheint der Gedanke nicht gar so fern zu liegen. Egal, ob man Gründe nennt oder nicht.
Man muß das Problem auch mal aus der Perspektive der Führung einer Sechstausend-Mann-Partei sehen, die ihrer besten Kräfte (zuzüglich einiger, die vorher keine Parteimitglieder waren) bundesweit nach Sachsen zusammenziehen mußte, um der dortigen Fraktion einen wirklich kompetenten Mitarbeiterstab zur Seite stellen zu können. Wer bliebe denn da noch übrig, wenn plötzlich auch für eine Fraktion in Mecklenburg-Vorpommern entsprechende Leute gesucht werden würden?! Oder geschweige denn für eine Bundestagsfraktion?! Spätestens da wird es beim derzeitigen Personalbestand verdammt eng. Und wenn das Argument kommt, daß mit wachsenden Erfolgen die Partei ja auch einen Zustrom neuer Mitglieder erleben wird? Ja, das muß man sich mal überlegen. Da kommt dann der Herr Doktor oder der Herr Diplom-Ingenieur oder die Frau Professor, der oder die plötzlich ihre Liebe zu einer nationalen und demokratischen Partei entdecken, weil diese Partei jetzt auf einmal mehr anzubieten hat als nur bolschewistischen Terror, juristische Unterdrückung oder gesellschaftliche Ächtung. Und stoßen innerhalb dieser Partei auf die fachlich weniger qualifizierten, aber altgedienten Funktionäre. Das würde ich dann schon nicht mehr eine Schieflage nennen, sondern dafür wäre mein Wort Verwerfungen. Heftige Verwerfungen.
Deshalb ist schon vorstellbar, daß so mancher Parteifunktionär seiner Partei Erfolg wünscht – aber bitte nicht zuviel und nicht zu schnell auf einmal! Vielleicht wie eine Frau, die ein Kind möchte, aber keine Schwangerschaftsstreifen und keine Hängebrüste. (Sorry für den sexistischen Vergleich!) Die parteiliche Variante von „ein bißchen schwanger“.
Nein, die „TAZ“ hat Recht – das sind keine Gründe. Es sind eher Impressionen. Momentaufnahmen. Von denen einige zusammen aber schon ein Bild geben. Zumindest ein mögliches Bild.
Ich werde demnächst mal ein Plakat drucken lassen. Es wird so aussehen:
In der obersten Zeile steht ganz groß und dick und fett gedruckt:
ICH, DER FUNKTIONÄR!
In zweiten Zeile steht, ein wenig kleiner und nicht ganz so dick und fett:
Meine Partei
Und in der dritten steht, ganz klein, kaum noch lesbar:
das Vaterland
Gilt nicht für alle, versteht sich. Aber ein paar hätten es sich verdient, daß man ein solches Plakat machen würde.
Ich verrate aber nicht, wer meiner Meinung nach dazu gehört.
Das würde nur eine Endlosdiskussion geben.
Christian Worch
Quelle: Bremerforum 18.08.06
Siehe auch
TAZ 17.08.06




77 responses so far ↓
1 Verschwörer // Aug 20, 2006 at 13:40
Es soll sich um einen gewissen Ulrich Eigenfeld handeln.
Naja, wenn die NPD es in Mecklenburg-Vorpommern doch noch schaffen sollte, dann wird die Fraktion dort aus 4 oder 5 Abgeordneten bestehen (schon weil der dortige Landtag viel weniger Sitze hat als der sächsische). Die NPD hätte dann insgesamt 1 oder 2 Landtagsabgeordnete mehr als vor dem Austritt von Schön & Co. Ich vermute, daß die sächsische Fraktion seit den Austritten sowieso noch einen Überhang an Fraktionsmitarbeitern mitschleppt. Den können sie dann nach Schwerin schicken – einige Entwicklungshelfer aus Dresden werden dort sowieso gebraucht. Den für eine Landtagsfraktion unverzichtbaren Juristen haben die Mecklenburger-Vorpommer mit Andrejewski sowieso schon in ihren Reihen. Also die ganz große Personalnot sehe ich bei der NPD auch im Falle eines Wahlerfolges in MVP nicht ausbrechen.
Ja. Das ist allerdings ein Problem, das zu allen Zeiten in allen WACHSENDEN Parteien, Bewegungen oder auch Firmen gibt. Wer als Unteroffizier dabei war, als die Bewegung gerade “Planstellen” für einen Hauptmann und drei Unteroffiziere hatte, der möchte gerne Hauptmann werden, wenn die gewachsene Bewegung “Planstellen” für drei Hauptleute anzubieten hat, und General, wenn Platz für drei Generäle ist. Auch, wenn er eigentlich nur zum Unteroffizier taugt.
In unseren Foren (und auch bei Gesprächen im real life;-) wird immer heftig auf die “Märzgefallenen” von 33 geschimpft. Ich denke, die Versorgung alter verdienter Kämpfer mit Posten, für die sie fachlich oder menschlich nicht geeignet waren, war ein mindestens ebenso großes Problem.
2 Axel Heinzmann // Aug 20, 2006 at 13:51
Die NPD als “Dame ohne Unterleib”, als “lebender Leichnam”, jedenfalls noch vor einigen Jahren. Nur: Die Leiche lebt noch, während alle mehr oder weniger hochgejubelten “Newcomer” mehr oder weniger sanft entschwunden sind. Arrangieren wir uns also mit all den vielen Unzulänglichkeiten, alles Neue mag zwar glanzvoller sein, vielleicht auch den eigenen Ideen näher. Aber eben im politischen System der BRD, angefangen bei der 5-%-Demokratieverhinderungsklausel, absolut chancenlos, zum Tode verurteilt. Ich werfe der NPD am meisten vor, daß Abweichler im eigenen Lager zu schnell zu Feinden gemacht werden und daß man sich - Arroganz der (Ohn-)Macht der größten “Splitter”partei- dem eigenen “vorpolitischen Raum”, d.h. den vielen anderen “Rechten” zu wenig öffnet. Oder habe ich etwas ALTERMEDIA-ähnliches bei der
NPD übersehen (womit ich vor allem die freie Aussprache meine)?*
AXEL HEINZMANN
Nö, alles da. Allerdings läßt der Arrangierungswille mit der Zeit nach, wenn man sich zu oft zum Max gemacht hat. Irgendwann ist auch Schluß.
Schriftleitung Altermedia
3 Ole // Aug 20, 2006 at 15:02
Es ist traurig, solche Worte aus dem Munde eines “Kameraden” zu hören. Kritik ist schön und gut, bringt die Partei, die Bewegung, Deutschland, auch voran. Man sollte sich aber gründlich überlegen, zu welchem Zeitpunkt man die Kritk äußert und welche Worte man dabei wählt.* Es kann nicht sein, dass sich Aktivisten aus vielen Teilen Deutschlands bereit erklären in Mecklenburg- Vorpommern und Berlin als Wahlhelfer der NPD zur Seite stehen, im gleichen Moment sich aber ein Mann demoralisierend äußert, ein Mann, der das Parteigeschehen sowie so nur hinter einer Glasscheibe betrachtet. Was denken Sie, Herr Worch? Meinen Sie etwa, das die NPD nur aus den von Ihnen genannten Männern besteht und alle anderen sind unwichtig oder führen nur Befehle aus? Zeichnen Sie bitte nich das Bild, was auch die Systemmedien verbreiten. Selbst wenn inkompetente Männer in der NPD sitzen würden, was Sie ja jetzt nicht kurz vor der Wahl noch unterstreichen müssen (weil es nur ein ganz kleiner Teil wäre), so sitzen auch viele durchweg idealistische Männern in der NPD. Natürlich wird nicht jeder solche tollen, erfolgreichen und ganz besonders bürgernahen Demostrationen wie Sie durchführen, doch leisten diese Männer anständige Arbeit in ihrer Stadt, in ihrem Dorf. Und jeder von ihnen will den Erfolg der NPD.
*Ach das würde uns auch interessieren. Welche kritischen Worte darf man denn wählen, um es einer bestimmten Partei recht zu machen, ohne daß es in eine einseitige Lobeshymne ohne Anspruch auf die tatsächlichen Verhältnisse ausartet. Verfügt die NPD nicht über genügend eigene Apparatschiks, die Zeit genug zur Verfügung haben, um das Hohelied der Partei zu singen, inzwischen nicht selten sogar gegen gute Bezahlung.
Man unterliegt hier offenbar dem Trugschluß, daß jeder dessen Ansichten zufällig in dem einen oder anderen Punkt mit denen der NPD übereinstimmen, nun auch dazu verpflichtet wäre, nun auch Wahlkampf für die NPD zu machen. Allerdings ist die Welt nun doch etwas größer, als das Weltbild des einen oder anderen NPD-Anhängers mitunter vielleicht wahrnehmen will.
Man irrt sich, wenn man meint, daß man zur Wahl bestimmter Parteien verpflichtet ist, nur weil es möglicherweise gewisse Übereinstimmungen gibt, um eine Partei zu wählen, sollte man schon von ihr und ihren Politikern überzeugt sein. Allerdings führt nähere Bekanntschaft mit diesen häufig dazu, daß ursprüngliche Zuneigung sich mit der Zeit in ihr Gegenteil verkehrt, vor allem wenn man zur Erkenntnis kommt, daß die Unterschiede zwischen “dieser” Opposition und ihren Gegnern eigentlich recht oberflächlicher Natur sind und man erwarten darf, daß “diese” Opposition sich im Falle eines wirklichen Siege in nichts von ihren bisherigen Gegnern unterscheiden würde.
Wozu sich also auf ein Experiment einlassen, bei dem man schon jetzt weiß, daß man dabei verlieren würde. Es ist das gute Recht der Partei und ihrer Anhänger sich politisch für unwiderstehlich zu halten und ihre tatsächlichen und vermeintlichen Kontrahenten zu verachten, aber man sollte sie doch nicht für dümmer halten als sie wirklich sind.
Auch der Hinweis auf die Idealisten zieht nur bedingt, denn die gibt es in jeder Partei. Für gewöhnlich ist es der Flügel, der die Drecksarbeit macht, heimlich das Gespött seiner Oberen ist und dennoch an das gute im Menschen glaubt. Praktisch gesehen nicht eben eine Empfehlung, sondern eher Anlaß für unser Mitleid.
Naiv ist auch die Kritik am gewählten Zeitpunkt der Stellungnahme. Was erwartet man denn? Daß Parteien Aushänge machen, in welchen Zeiten sie politische Kritik wünschen und in welcher nicht? Nein, gerade die Wahlkampfzeit ist die einzige Zeit, in der man Parteien zum Zuhören zwingen kann, da dies die einzige Zeit ist, in der sie zumindest ansatzweise auch auf andere Meinungen Rücksicht nehmen müssen, weiß doch inzwischen wohl jeder Bündesbürger, was Wahlversprechen wert sind, sobald die Zettel in der Urne sind.
Aussagen wie diese bestätigen nach unserem Dafürhalten das Bild, nachdem die NPD nichts weiter ist , als eine Politsekte, die nur sich sieht, in allen anderen aber mehr oder minder nur Idioten, die man, wenn sie sich nicht freiwillig manipulieren lassen, zu Unpersonen erklärt, mit denen das gemeine Parteivolk nach Möglichkeit keinen Umgang treiben sollte. Rechnet man sich dies politisch hoch, so kann man sich eigentlich nur fragen, wozu eigentlich ein politischer Wechsel, Maulkorb und Repression haben wir doch jetzt schon? Weshalb sich daher zusätzliche Enttäuschungen bereiten? Eine System politischen Parasitentums reicht, wenn der Wechsel nur darin bestehen soll, daß das eine korrupte System durch ein anderes ersetzt, daß sich von seinem Vorgänger lediglich durch den Grad und die politische Farbe der Heuchelei unterscheidet, dann kann man die Dinge auch so lassen wie sie sind. Es geht nicht darum, nur etwas anderes zu wählen, sondern auch etwas besseres. Ist dergleichen aber nicht im Angebot - und derzeit ist es allem “Idealismus” zum Trotz so - dann sollte man sich den Wahlgang bis zu dem Tag sparen, wo ein solches Angebot auch vorhanden ist. Alles andere ist Selbstbetrug.
Schriftleitung Altermedia
4 Ole // Aug 20, 2006 at 18:25
Gut, freilich kann man einer Partei jegliche Kompetenzen absprechen. Die Gründe dafür sind auch klar erkennbar, wenn gleich schwer nachvollziehbar. Dass dann ein Gefolgsmann dieser Politsekte aber die altermedialen Mahner näher beäugt, ist klar. Tritt man vor die Scheibe, so solle man gefälligst auch selbst anpacken und selbst aufbauen. Fingerzeigend wird es Kräfte geben, die dann auch kritisieren, nicht um zu verbessern oder voranzutreiben, sondern um des Kritikwillens selbst. Die entweihete Politsekte nimmt die beobachtende Rolle ein und wird es leicht haben, Sätze wie “das Experiment ist schon vorher verloren” von sich zu geben.
Mal sehen, ob die Kraft da ist, die Scheibe zu zerschlagen, mal sehen, ob ihr Weg zum Erfolg führt oder ob man überhaupt im Stande ist, ihren Weg zu gehen, wenn sie diesen überhaupt aufbauen können.
Wir beschreiben lediglich die Dinge, wir machen sie nicht.
Schriftleitung Altermedia
5 Worch // Aug 20, 2006 at 18:31
@ Verschwörer:
Die NPD-Fraktion in Sachsen hat so gut wie keinen Personalüberhang durch das Ausscheiden von drei Abgeordneten (= einem Viertel des Ausgangsbestandes). Das hängt damit zusammen, daß die Fraktionsgelder sich zwar für jeden zusätzlichen Abgeordneten erhöhen, daß aber der BASIS-Betrag den Löwenanteil ausmacht und das “Kopfgeld” pro Abgeordnetem relativ gering ist.
In Mecklenburg-Vorpommern wäre es ähnlich. Einfach mal grob und schätzungsweise ausgedrückt: Eine Fraktion von ZEHN Abgeordneten wird nur ungefähr um ein Fünftel mehr Fraktionsgeld bekommen als eine Fraktion von FÜNF Abgeordneten. Ach ja, und für die nicht an der Regierung beteiligten Fraktionen eines Landtages gibt es auch noch den “Oppositionszuschuß”. Wir gehen davon aus, daß die NPD auch dann nicht an der Regierung von Mecklenburg-Vorpommern beteiligt würde, wenn sie 7 oder 17 oder 27 oder 37 Prozent bekäme….
Über die Frage, ob Michael Andrejewski Jurist oder Volljurist ist (also das zweite Staatsexamen abgelegt hat), habe ich verschiedene Ansichten gehört. (Vielleicht kann es mal jemand posten, der es genau und hundertprozentig weiß - wenn das keine diskrete und private Information ist.) Wenn er VOLLjurist ist, dann wundert mich, warum er nicht in einem juristischen Beruf tätig ist, und wenn er keine Anstellung findet, warum er dann nicht als Rechtsanwalt seine Partei unterstützt….
Wenn allerdings eine eventuelle Fraktion in Mecklenburg-Vorpommern als Fraktionsgeschäftsführer Frank Schwerdt bekommen würde, bräuchte sie keinen Juristen mehr, weil Schwerdt zwar gradiuierter (?) oder diplomierter (?) Vermessungsingenieur ist, aber sich in juristische Fragen sehr gut eingearbeitet hat. Man sollte nicht unterschätzen, was Autodidakten so alles fertig bringen. (Darf ich ganz offen sagen - bin ich ja selber. Autodidakt, meine ich.)
Generale, Offiziere, Unteroffiziere….
Gerade heute morgen las ich flüchtig eine Broschüre und den Partisanenkampf in Rußland. Eine sehr erfolgreiche Partisanengruppe wurde anhand von Informationen der Abwehr, des SD und so weiter beispielhaft dargestellt. Die Gruppe, die unseren Kräften sehr starken Schaden zufügen konnte, hatte zeitweilig über 2.000 Mann unter Waffen. Ihr Kommandeur war ein Leutnant der Roten Armee. (Normalerweise ist ein Leutnant damals Kompaniechef gewesen, hatte also vielleicht 150 Mann unter seinem Befehl.) Sein Stellvertreter war ein “Älterer Sergeant”, was wohl einem Stabsfeldwebel entspricht, also Unteroffizier mit Portepee. Sein Versorgungschef (der 1 b der Einheit….) war ein Hauptmann der Roten Armee; also ein Mann, der zwei militärische Rangstufen über dem Leutnant stand….
Natürlich ist so was nicht beispielgebend. Normalerweise heißt es mit einem schönen Volkswort: “Schuster, bleib bei denen Leisten!” Ich würde mir von einem Schuster jederzeit die Schuhe besohlen lassen. Aber ich würde ihn an mir keine medizinische Operation durchführen lassen, ich würde ihm nicht die Führung eines Prozesses übertragen oder ihn ein Haus oder eine Brücke bauen lassen….
Normalerweise liegt es an der Partei, die langjährig gedienten, aber fachlich nicht qualifizierten Mitarbeiter in der Weise aus- und weiterzubilden oder zur eigenen Aus- und Weiterbildung anzuhalten und zu fördern, daß diese auch mit fachlich qualifizierten Kräften konkurrieren können.
Daß die Partei bisher dies kaum tut, ist ihr nicht vorzuwerfen, weil es ihr dafür an geeignetem Personal ebenso wie an Struktur und Finanzen mangelt.
Wenn sich aber abzeichnet, daß dieser Mangel sich ändert, wäre hier die Partei in der Pflicht. Auch in einer sozialen Pflicht ihren eigenen Mitgliedern und Funktionsträgen gegenüber, um deren automatische Verdrängung durch “Seiteneinsteiger” oder “Spätberufene” zu verhindern.
Auch unter diesem Aspekt wäre der Partei eigentlich zu wünschen, daß ihre Erfolge langsam, aber kontinuierlich eintreten, und nicht schlagartig über Nacht.
Das aber liegt nicht in unserer Hand. Wer Christ ist, mag darum gern beten. Ohne Christ zu sein, unterstütze ich diese Gebete mental mit meinen guten Wünschen.
Grüße
Christian Worch
6 Schwert // Aug 20, 2006 at 18:44
Ich stimme Verschwörer zu. Christian Worchs kritische Ausführungen sind sehr aufschlußreich. Das sollte man im Auge behalten aber man sollte auch nicht alles so schwarzmalen. Alles ist eine Frage der Interpretation.
@ Schriftleitung
Und wenn schon? Was haben wir schon zu verlieren? Die alten Funktionäre der NPD werden durch einen oder zwei weitere Landtagseinzüge noch keine Könige.
Oder anders gefragt: Ist die NPD nicht zumindest “besser” für die nationale Sache als alle SPD, CDU & Co? Warum also aus Gnatz NPD nicht wählen? An Alternativen kann man doch trotzdem weiter arbeiten.
Aus Gnatz NPD wählen. Wir? Es mag ja heute nicht mehr so modern sein, aber wenn man eine bestimmte Richtung vertritt, dann sollte man auch Mut zur letzten Konsequenz haben und die ist in unserem Fall wohl herauslesbar. Im Übrigen - zum unundumzigsten Mal - nicht Ursache mit Wirkung verwechseln.
Schriftleitung Altermedia
7 Worch // Aug 20, 2006 at 18:47
@ Ole:
Ich habe vielfältige Verbindungen in die NPD hinein; einige davon besser, andere weniger gut. Es gibt NPDler, mit denen ich vergleichsweise eng zusammenarbeite. Um andere wiederum mache ich einen großen Bogen, wenn ich kann; und wenn ich nicht kann, gebe ich ihnen zwar die Hand und sage höflich “Guten Tag” und später “Auf Wiedersehen”, möchte aber lieber nicht mehr als das mit ihnen zu tun haben. Du darfst schon davon ausgehen, daß ich die Partei nicht “durch eine Glasscheibe” betrachte. Ich ordne mich sogar punktuell vertrauenswürdigen Parteiangehörigen unter; beispielsweise bei der Göttingen-Aktion am 28. Oktober, wo der Stellvertretende Landesvorsitzende von Niedersachsen (Adolf Dammann) die Nummer eins des Planungsstabes ist und ich die Nummer zwei. Da habe ich kein Problem mit. Und sag bitte nicht, daß ich das nur mache, weil Adolf ein Mann ist und anderthalb Jahrzehnte älter als ich. Ich hatte bei der Aktion in Hamburg am 9. Juni auch kein Problem damit, mich der Planungshoheit der hiesigen NPD-Landesvorsitzenden Anja Zysk unterzuordnen und diese zu unterstützen, obwohl sie eine Frau ist und anderthalb Jahrzehnte jünger als ich.
Ich sehe mich persönlich als einen politischen Soldaten für die deutsche Sache. - Es mag sein, daß ich stellenweise die Funktion eines Generals bekleidet habe (zumindest die eines Brigadegenerals), wenn ich Aktionen mit mehreren tausend Teilnehmern geleitet habe. Oder mindestens die eines Offiziers, wenn es Aktionen mit nur einigen wenigen hundert Teilnehmern waren. Aber auch ein General ist nichts anders als ein Senior-Offizier. Und auch ein Offizier (ob Senior- oder Junior-Offizier) ist nichts anderes als ein Soldat. Das Soldatentum ist die Grundlage. Die Engländer haben einen schönen Begriff dafür. Meist wird “Soldat” dort mit “Soldier” übersetzt, was genaugenommen “Soldempfänger” heißt. Manchmal aber sagt der Engländer statt Soldier auch “Serviceman”. Was soviel heißt wie “Dienstmann”. Der Dienstmann dient. Er dient seinem Volke. Das ist die Geisteshaltung, aus der heraus Friedrich II von Preußen (”der alte Fritz”) sagte: “Ich bin der erste Diener meines Volkes”. Und obwohl Monarch in einer Zeit (meistenteils aufgeklärter) Monarchie, war er damit ungleich viel demokratischer als die breite Masse heutiger Politiker. Bei denen befürchte ich, daß sie weit weniger ihrem Volke dienen als mehr ihren eigenen oder ihren partikularen Interessen. Partikular heißt kommt übrigens von “Pars”, Teil. Und vom gleichen Wortstamm her leitet sich das Wort “Partei” ab.
Deswegen beurteile ich Parteien danach, ob sie sich als Dienerinnen betrachten oder eher als Selbstzweck. Und die meisten heutigen Parteien in der BRD betrachten sich selbst mehr als Selbstzweck. Das ist der grundlegende Fehler des Parteiensystems an sich. Ein Fehler, der nicht nur ich als Radikaler oder gar als Ultra-Radikaler feststelle. Lies mal Werke des bürgerlichen Parteienkritikers Prof. von Arnim. Oder lies mal ein wenig von dem, was der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Herr Papier, dazu schreibt. Ich bin von diesen bürgerlichen oder gar systemischen Kräften wie dem Autor von Arnim oder dem Juristen Papier teilweise weniger weit entfernt als von einer gewissen Art von Apparatschiks und Parteifunktionären!
Das sollte uns allen eigentlich zu denken geben, oder?
Zumindest denen, die noch selbst denken und sich ihr Denken nicht von einer Parteidoktrin vorschreiben lassen.
Grüße
Christian Worch
8 Axel Heinzmann // Aug 20, 2006 at 18:56
Wäre die NPD bemüht, die, die neben ihr arbeiten und nicht selten gut arbeiten, über den eigenen Gartenzaun hinweg zu achten und strategisch mit ihnen zusammenzuarbeiten, d.h. bemüht um ein gutes Verhältnis zu C. Worch beispielsweise, dann hätte dessen vorstehender Artikel nicht sein müssen, und der meinige auch nicht. Trotzdem bleibe ich dabei: Augen zu und NPD. Denn es wird über Dezennien hinweg kein anderes, politikfähiges Angebot geben. Totgesagte leben manchmal länger!*
AXEL HEINZMANN
Sicher, allerdings nicht nur innerhalb einer Partei und wer weiß … vielleicht ja sogar gerade deshalb.
Schriftleitung Altermedia
9 egal // Aug 20, 2006 at 19:40
Liebe Freunde,
man sollte auch Kritik aus den eigenen Reihen zulassen , allerdings sollte man diese intern durchführen . Ihr könnt mir glauben auch mir stinkt einiges in der NPD! Aber hat man realpolitisch gesehen eine Alternative? Ich sehe leider zur Zeit keine. Wir als Nationale Sozialisten dürfen uns nicht in diese dummen Grabenkämpfe verwickeln lassen , sondern weiter an unseren Zielen arbeiten. Es geht uns nicht um Prozente in irgendwelchen Landtagen , es geht um Deutschland! Bitte bedenkt das bevor hier öffenrlich dikutiert wird.
Warum nicht gleich Abschaffung jedweder öffentlicher Diskussion als offizielles Parteiziel formulieren. Das wäre doch wenigstens ehrlich.
Schriftleitung Altermedia
10 Stefan // Aug 20, 2006 at 19:40
Das hat der Christian doch wirklich sehr schön geschrieben. Er hätte es sicherlich auch unhöflicher ausdrücken können, ohne den Weg der Wahrheit zu verlassen …
Das Problem, welches durch mitarbeitswillige “Doktoren” etc. bei eventuellen Wahlerfolgen entstehen könnte, ist aber auch im Vorfeld sehr präsent. Man muss schon viel Idealismus mitbringen und braucht ein extrem dickes Fell, um sich den “Arbeitsstil” dort anzutun.
11 Weltfaschist // Aug 20, 2006 at 19:57
@Ole
Christian Worch spricht die Wahrheit und die Wahrheit tut manchmall auch sehr weh - vor allem für die NPD. Es ist langsam mal echt an der Zeit, dass die hohen Herren der NPD mal von ihrem hohen Roß runterkommen, denn je länger sie oben bleiben, desto größer wird der Abstand nach unten ….
12 Besserwisser // Aug 20, 2006 at 20:31
“… Landtagsfraktion in Sachsen stehen Fraktionsgelder in Höhe von deutlich über einer Million EURO im Jahr zur Verfügung…”
als ich das las, bin ich vor Neid erblaßt. Eine Mio. pro Jahr - was muß man damit nicht alles machen können - wenn ich denke, wie sich manche Idealisten abstrampeln, um für ein sinnvolles Projekt mühsam 10, 20- und 50-Euro-weise einen Tausender zusammenzusammeln, dann frage ich mich wirklich, was mit dieser Million eigentlich gemacht wird.
Die Effektivität wächst bestimmt nicht im Verhältnis zur Gelderzunahme. Dabei müßte man doch eigentlich einen Vervielfältigungseffekt erwarten - jedenfalls wenn Geld und Ideen zusammenkommen. Oder kommt nichts zusammen?
Jedenfalls schade - solange der “kleine Idealist” nämlich sieht, daß er mit wenig Geld und viel eigenen Ideen mehr bewirken kann als in einer “großen” Organisation mit “viel” Geld animiert das nicht zum Mitmachen.
13 Besserwisser // Aug 20, 2006 at 20:33
Korrektur:
, - nachgeliefertes Komma nach Geld (letzte Zeile)
“Die Effektivität wächst hier leider nicht im Verhältnis zur Gelderzunahme
14 Eberhardt Ferdt // Aug 20, 2006 at 23:37
Mich würde ja mal interessieren, wer Holger Apfel zum Wahlkampfleiter erkorren hat. Denn die Kameraden in Meck/Pomm wurde hier nach Parteilinie überfahren. Und ich meine, daß ein Herr Apfel mit seinen Aufgaben genügend zu bewältigen hätte. Aber mir scheint dies alles nur eine halbe Sache, die er anpackt, Hauptsache das PR stimmt. Sein Mandat als Stadtrat (Nationales Bündnis Dresden) hat er nun auch still und leise abgegeben, aber den Vorsitz des Bündnisses will er doch noch gerne inne haben, um weiterhin die überwachende Hand darüber zu halten, obwohl er ja nun in Riesa wohnt. Vielleicht solltre man Herrn Apfel den Vorsitz der NPD überlassen, damit er sich der Selbstüberschätzung überzeugen kann. Oder ist er gar nur eine Marionette eines Peter Marx? Diesen Eindruck habe ich eher.
15 Mönch Gregor // Aug 21, 2006 at 9:11
Nur ´mal eine Frage am Rande: Was sind “threads”, und was heißt “sorry”???
16 Worch // Aug 21, 2006 at 15:08
@ Mönch Gregor:
Mein freundlicher browser empfiehlt:
http://de.babelfish.yahoo.com/translate_txt
Grüße
Christian Worch
17 Mönch Gregor // Aug 21, 2006 at 16:48
@Christian Worch
Vielen Dank für den netten Hinweis.
Laut Ihres lieben Brausers lauten die Sätze, vorausgesetzt die fraglichen Ausdrücke sind Bestandteile der englischen oder amerikanischen Herrensprache, nun so:”Wo poste ich das nun? Unter „NPD“? Oder unter „Volksfront“? Oder besser gleich in beide Gewinde (Threads)?!”
und
“Traurig (Sorry) für den sexistischen Vergleich!”
Bin ich zu oberlehrerhaft wenn ich frage, ob man sich nicht gleich besser der Sprache der Germanen bedienen sollte….wegen der Mißverständlichkeit?
Gruß
Mönch Gregor
18 Schwert // Aug 21, 2006 at 17:36
Der dritte Beitrag (zweite Kommentar) hier von Christian Worch ist eigentlich der Beste bzw Bedeutenste.
Aber leider gibt es nunmal nicht (schon gar nicht im Parlamentarismus) nur idealistische, ehrliche, nur dem Volke dienende “politische Soldaten” wie Christian Worch.
Darauf zu warten, daß einst eine parlamentarische Partei emporsteigt, die nur aus solchen ehrlich dienenden “politischen Soldaten” besteht (oder zumindest geführt wird), ist ein zweckloses Unterfangen. Es bleibt ein Traum und hat mit der politischen Realität (zumindest solange dieses System bzw diese Gesellschaft besteht) wenig zu tun. Nur, wie lange will man warten (und hoffen)?
Man kann natürlich auch anfangen, scharf zu selektieren, wie es hier bereits jemand forderte. Nur wo fängt das an und wo hört das auf:* Der dient richtig, der dient weniger richtig, und der dient so gut wie gar nicht… Was für eine Bewegung kommt dabei am Ende raus? EINE auf jedenfall nicht.
Es hat doch längst angefangen. Genau genommen schon Ende 2004 und betrachtet man die Dinge tiefer, so wird man erkennen, daß es im Grunde nie anders war. Aber muß man nun deshalb zu allem ja und amen sagen? Es gibt auch Grenzen. Und nur weil gewisse politische Kräfte in der NPD ein Schrecknis sehen, heißt dies nicht, daß Leute, die sie näher kennen, dies nun auch tun müssen.
Schriftleitung Altermedia
Und da stellt sich die Frage (solange es keine Revolution oder einen sonstigen gewaltigen Umschwung gibt): Was nützt nun dem politischen Gegner am meisten? Und wovor hat er die meiste Angst? Vor Selektierern und Pulveresierern etwa???
P.S. Es heißt “Ich bin der erste Diener meines STAATES.”
Der Unterschied kann gewaltig sein. Und Friedrich der Große ist nicht unbedingt als “völkisch” zu bezeichnen. Er war sogar bereit, Moscheen bauen zu lassen, sollte sich das Gesicht des Volkes dahingehend verändern.
19 Schulle // Aug 21, 2006 at 18:03
Die Anregungen und die Kritik von Christian Worch sind sicherlich nicht unberechtigt.Die NPD ist die einzige Alternative zu den Systemparteien.Das sollten wir nicht vergessen.Ich drücke den Kameraden in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern die Daumen.Alles für Deutschland!Gruß Schulle
Sie ist vielleicht etwas anders als eine durchschnittliche Systempartei, aber wenn sie es nicht ist, so nicht so sehr weil sie anders ist oder gar anders will, sondern weil man sie nicht läßt.
Schriftleitung Altermedia
20 Worch // Aug 21, 2006 at 18:13
@ Mönch Gregor:
Englisch IST eine germanische Sprache.
@Schwert:
Korrekt, ich hatte falsch zitiert. Mein Fehler. “Ich bin der erste Deiner meines Staates” ist richtig. Friedrich II dachte - wie wohl alle Monarchen seiner Zeit - nicht völkisch.
Grüße
Christian Worch
21 NPD KV UNNA/HAMM // Aug 21, 2006 at 18:18
Die NPD ist bestimmt nicht die beste aller denkbaren Parteien. Nur sind die Alternativen ja wohl noch bescheidener. Da wir nun in einer Parteiendemokratie leben( das mag man ja ggfls bedauern, aber ist nun einmal so ) muß* man das Werkzeug einsetzen, das man hat.
Kritik an uns sollte uns auch willkommen sein, da man selbst oft betriebsblind wird, man sollte uns aber auch bis zum Beweis des Gegenteils zumindestens das Bemühen abnehmen unserem Volke dienen zu wollen. Dass manche dabei auch noch verdienen wollen, liegt nun in der menschlichen Unzulänglichkeit begründet, von der auch nationale Gruppierungen nicht ganz frei sind.
Versuchen wir doch im anderen Nationalisten den Mitstreiter zu sehen, der in der gleichen Front steht. und für das Überleben unseres Volkes in schwerer Zeit kämpft, auch wenn er vielleicht etwas andere Akzente setzt.
Gegner haben wir Nationalen doch eigentlich genug, so dass wir uns keine im eigenen oder ähnlichen”Beritt” noch schaffen müsssen.
* Wie sagte schon Lessing so treffend: Kein Mensch muß müssen.
Schriftleitung Altermedia
22 Worch // Aug 21, 2006 at 18:51
@ NPD KV Unna:
Wenn ich ein fehlerhaftes Werkzeug habe, produziere ich damit fehlerhafte Ware. Dann gibt es folgende Möglichkeiten:
ERSTENS:
Ich mache weiter wie bisher; wenn ich der einzige Produzent am Ort bin, werden die Leute zwar murren, aber meine Ware kaufen. Oder wenigstens soviel davon, daß ich von dem Erlös noch leben kann.
ZWEITENS:
Ich repariere das Werkzeug oder kaufe nötigenfalls ein neues und produziere dann fehlerfreie Ware. Die Leute werden nicht mehr mruren und möglicherweise noch mehr von meiner Ware kaufen, auf jeden Fall wohl soviel, daß die Kosten für die Reparatur oder die Neuanschaffung von Werkzeug sich gelohnt haben.
DRITTENS:
Ich stelle die Produktion ein und hungere beziehungsweise kassiere ALG II…..
Von diesen Möglichkeiten finde ich ZWEITENS die beste.
Die Partei, von der ihr ein Verband seid, scheint da eine andere Ansicht zu haben. Oder sie haben bisher noch keinen Werkzeugmacher gefunden oder wälzen noch Kataloge, welches neue Werkzeug sie sich denn nun zulegen wollen. Dann wollen wir nur hoffen, daß sie sich bald mal entscheiden können! ZEIT IST GELD! Und zwar nicht nur für Handwerker. Und auf der politischen Ebene kann es auch heißen: “DER ZEITSTRAHL BESTIMMT ÜBER DAS ÜBERLEBEN!”
Grüße
Christian Worch
23 Thomas Brehl // Aug 21, 2006 at 19:16
Daß Mitgliedern oder gar Funktionären der NPD die Kritik von Christian Worch nicht gefällt, ist menschlich verständlich. Sie gefällt ihnen wohl auch deshalb nicht, weil es sich eben nicht um substanzloses Gemäkel handelt, sondern um das Ergebnis einer umfassenden und fortlaufenden Analyse der Partei durch einen “Insider” .
Wenn sich Christian dann noch kurz vor einer Wahl zu Wort meldet, kommt noch ein “Mist, ausgerechnet jetzt!” oder ein “Kann der nicht wenigstens vor der Wahl die Klappe halten?” hinzu. Auch das wieder menschlich verständlich.
Nur sollten doch unter´m Strich zumindest die hochrangigen Funktionäre der Partei froh darüber sein, daß die NPD nicht nur unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes steht, sondern auch unter kritischer Betrachtung eines “alten” Aktivisten des Nationalen Widerstandes, an dessen Integrität und ehrlichem Wollen es keinen vernünftigen Zweifel geben kann.
Und die, denen Worchs Analyse “lästig” ist, sollten ebenfalls froh sein und aus dieser stets konstruktiven Kritik ihre Lehren ziehen.
Das heißt nicht, ihm in allem was er sagt Recht zu geben, sondern sich ebenfalls analytisch und damit emotionslos damit auseinanderzusetzen, um es ja vielleicht doch noch besser zu machen.
24 Schwert // Aug 21, 2006 at 21:23
@ Schriftleitung
Gehen Sie tatsächlich davon aus, daß die NPD (bzw einige ihrer tonangebenden Funktionäre) durchaus gerne eine gewöhnliche Systempartei wäre, sich also durchaus gerne einfach so in die gegebene Ordnung eingliedern und sich dann ruhig verhalten würde? Halten Sie die NPD also nicht für eine national-oppositionelle Organisation? Haben Sie entsprechende Anhaltspunkte zu so einer Vermutung?
25 egal // Aug 21, 2006 at 21:57
@Schriftleitung
Wem nützt diese öffentliche Diskussion????
Niemanden, also was soll das?*
Die kritik des Kameraden Worch ist sicherlich berechtigt , aber man sollte so etwas intern klären!Ich glaube das wäre wesentlich sinnvoller , vielleicht einfach mal darüber nachdenken!!!
Und ein Medium, daß den Begriff “frei” nicht zur Dekoration im Namen führt, muß da wo um Erlaubnis fragen, über was es diskutiert und was nicht?
Schriftleitung Altermedia
26 NPD KV UNNA/HAMM // Aug 21, 2006 at 23:15
Der gute alte Lessing ist immer schön zu zitieren,
nur manches Zitat passt, auch wenn es von ihm ist nicht.
Die Schriftleitung von Altermedia setzt also die Werkzeuge ein, die sie nicht hat. Eine interessante Idee. Nur wird nicht allzu viel dabei herauskommen.
27 Hans Klein // Aug 21, 2006 at 23:15
Mönch Gregor schrieb: “@Christian Worch…”
Wofür steht eigentlich dieses “@”, welches sie dort verwenden?
Gerade im “Weltnetz” gelesen, daß Anglophobie jetzt richtig kühl ist und gleich einen Selbstversuch gestartet?
Die öffnenden deutschen Anführungszeichen werden übrigens unten gesetzt und nicht wie in einigen anderen Sprachen auch oben.
Gut, wenn man sich mit einigen sprachlichen Veränderungen arrangiert - Sprache lebt.
Peinlich, wenn man oberlehrerhaft auf einige solche hinweist und andere unterschlägt - Dummheit lebt ebenfalls.
28 Rainer aus MV // Aug 22, 2006 at 2:07
Hallo,
nur einmal eine Antwort an jenen “Kameraden”, der da fragt: ” Warum eigentlich Holger Apfel”?
Ganz einfach, er ist zur Zeit wohl der beste Organisator von Wahlkämpfen!
Die Personaldecke der NPD ist eben dünn. Als ich eben dieselbe Person vor 4 Jahren bat, hier die Leitung zu übernehmen, damals gab es an mich noch Antworten auf solche Fragen (!), antwortete mir H. A. , er sei in MV unbeliebt.
Es gab dann eine miese Schlappe beim Ergebnis.
Das war vor der Sachsen Wahl.
So ändern sich die Zeiten. Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg!*
Gruß aus Mecklenburg!
Nichts ist zuweilen auch flüchtiger.
Schriftleitung Altermedia
29 NPD Kreisverband UNNA/HAMM // Aug 22, 2006 at 7:26
So manchem Komentar der Schriftleitung merkt man eine tiefe persönliche Verletztheit des Schriftleiters in Sachen NPD an.
Das ist bestimmt im Einzelfall verständlich, ob es aber klug ist für das Überleben unseres Volkes?
Beleidigte Leberwurst ist keinen Deut besser als dümmlicher Apparatschik.*
Na ein paar Gemeinsamkeiten muß es ja auch geben. Ändert aber nichts am Gesamtbild. Außerdem könnten wir uns vorstellen, daß das deutsche Volk auch ohne NPD überlebt.
Schriftleitung Altermedia
30 Mönch Gregor // Aug 22, 2006 at 8:28
@Christian Worch
Sie haben Recht. Es muß “…Sprache der Deutschen…” heißen.
Gruß
Mönch Gregor
31 Worch // Aug 22, 2006 at 15:48
@ NPD-KV Unna:
Die Allegorie mit dem Werkzeug betraf die NPD, die damit mit einem fehlerhaften Werkzeug verglichen wurde, das mithin fehlerhafte Ware produziert.
Beleidigte Leberwürste:
Ihr irrt.
Ihr Parteiangehörige tut immer so, als sei Eure Partei DAS EINZIGE INSTRUMENT für das Überleben des deutschen Volkes. Ist Euch eigentlich klar, wie unglaublich so ein Standpunkt ist? Sechstausend Mitglieder? Die bestenfalls ein repräsentativer Querschnitt der BRD-Bevölkerung von 80 Millionen Menschen sind, nicht aber irgendeine erkennbare Elite?!
Und selbst wenn ich als Referenzgruppe nicht die ganze Bevölkerung nehme, sondern nur den Teil, der in Parteien organisiert ist: Wie viele sind das? 1,2 Millionen, um nur mal eine grob vermutete Zahl zu nehmen? Da kommen auf jeden NPDler fünfhundert Mitglieder anderer Parteien, die allesamt der NPD feindlich gegenüberstehen.
Diese WINZIGE GRUPPE soll das EINZIGE INSTRUMENT zum Überleben des Volkes sein?
Kommt doch bitte mal auf den Teppich!
Und nennt nicht jene ca. 31.000 vom Verfassungsschutz gezählten “Rechtsextremisten” und “Neonazis”, die NICHT Eurer sechstausend-Mann-Partei angehören, allesamt beleidigte Leberwürste. Wäre fatal für Euch, wenn die Euch alle ernst genug nehmen würden, um sich plötzlich beleidigt zu fühlen!
Bißchen Blick für die Realitäten, bitte!
Für wen spielt denn eine Rolle, ob die NPD in Mecklenburg-Vorpommern 4 oder 7 Prozent bekommt?
In ERSTER Linie für die Partei selbst. Und dann kommt erst mal eine lange, lange Zeit gar nichts. Und dann kommen Eure Wähler, die es vielleicht schön finden, wenn die NPD einen Landesbank-Skandal federführend aufklärt oder mal ein paar markige Worte im Parlament sagt, deren konkrete Lebensverhältnisse sich aber auch dadurch nicht ändern. - Eine Rolle spielen würde die Frage, ob die NPD in Mecklenburg-Vorpommern 40 oder 70 Prozent bekommt. Aber dazu müßtet nicht nur Ihr zehnmal stärker sein, sondern es müßte dem Volk auch zehnmal schlechter gehen. Daß IHR durch einen glücklichen Zufall in wenigen Jahren zehnmal stärker werden könnt, ist zwar unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Daß es DEM VOLK binnen weniger Jahre zehnmal schlechter geht, ist ausgeschlossen.
Also, den Blick für die Realitäten nicht verlieren!
Weil der bei Euch nämlich so häufig verloren wird, gibt es so viele, die eigentlich mit Euch übereinstimmen, aber lieber keine Mitglieder sind und auch sonst mit Eurer Partei eher wenig bis gar nichts zu tun haben mögen.
Grüße
Christian Worch
32 Mönch Gregor // Aug 22, 2006 at 16:57
Hallo Hans Klein,
Danke für den Hinweis. Ich habe gedacht, daß “@” ein stilisiertes “a” ist und für “Antwort an” steht.
Trotz aller Versuche mit der Tastatur, bekomme ich ein tiefgezogenes Anführungszeichen nicht hin. Helfen Sie mir.
Und wieso ist Anglophobie Kühl? Verstehe ich nicht…..ach ja…Dummheit….
Gruß
Mönch Gregor
33 Schwert // Aug 22, 2006 at 17:26
Für einen neutralen Betrachter ergibt sich tatsächlich das Bild, daß bei der Schriftleitung von Altermedia sehr viel persönliche Emotionalität bezüglich NPD vorhanden ist und in ihren Kommentaren zum Ausdruck kommt. An der NPD gibt es sicherlich mehr zu kritisieren als zu loben. Aber es ist bei den Kommentaren der Schriftleitung sehr viel Verbitterung zu spüren.*
Daraus ist noch nie ein Hehl gemacht worden, allerdings gibt es dennoch einen gravierenden Unterschied zu artverwandten Medien, hier wird dem Leser immerhin wenigstens die Möglichkeit geboten, sich auch eine eigene Meinung zu bilden, indem man auch die andere Seite ausgiebig zu Wort kommen läßt. Ohne angeben zu wollen, aber das unterscheidet Altermedia von den meisten anderen Medien seiner Art und auch von denen der NPD.
Was nun die persönliche Emotionalität betrifft, so nenne man uns eine einzige hier geäußerte Denkweise, die nicht auf irgendeine Art und Weise auf persönlicher Emotion beruht und warum auch nicht, die gesamte Weltgeschichte beruht darauf.
Schriftleitung Altermedia
Christian Worch fragt, für wen es eine Rolle spielt, “ob die NPD in Mecklenburg-Vorpommern 4 oder 7 Prozent bekommt”. Das spielt nicht nur für die NPD eine Rolle, sondern insbesondere für die etablierten Blockparteien. Dieses Blockparteienkartell aufzuspalten, muß das Ziel in der Phase des Parlamentarismus sein. Die NPD wird natürlich nicht alleiniger Retter des deutschen Volkes sein. Diese Anmaßung ist bei den Kommentaren des KV-Unna aber eigentlich auch nicht herauszulesen. Aber die NPD tut ihre (verbesserungswürdige) Arbeit im Rahmen des Parlamentarismus.
Und es wäre sehr wünschenswert, die Reden der Landtagsabgeordneten der sächsischen NPD (nachzulesen auf der Fraktionsheimatseite) auch in allen anderen Landtagen vernehmen zu können. Das würde die nationale Sache einen gehörigen Schritt weiter bringen (auch wenn es nicht der Königsweg ist) und es ist davon auszugehen, daß somit mehr Bereitschaft zum Umdenken bei vielen Mitläufern unter den Etablierten entsteht. Umso schneller kippt das Ganze.
34 Hans Klein // Aug 22, 2006 at 17:42
“Danke für den Hinweis.”
Keine Ursache.
“Ich habe gedacht, daß “@” ein stilisiertes “a” ist und für “Antwort an” steht.”
Falsch gedacht.
“Trotz aller Versuche mit der Tastatur, bekomme ich ein tiefgezogenes Anführungszeichen nicht hin. Helfen Sie mir.”
Stark anglophob aber zu faul sich mit ASCII auseinanderzusetzen?
Na gut: Drücken Sie auf ihrer Tastatur die Taste mit der Aufschrift “Alt”. Bei gedrückter Alttaste nun die Null auf dem Nummernblock betätigen. Nun (die Alttaste bleibt in gedrückter Position!) die Taste mit der Nummer 1 auf dem Nummernblock drücken, gefolgt von der Taste mit der Nummer 3. Nun noch die Taste mit der 2 drücken. Alttaste immer noch gedrückt? Brav.
Sie dürfen nun die Alttaste loslassen und sich über ein niedriges Anführungszeichen freuen - und nun einen der vielen, vielen anderen Wege finden um solche ein Zeichen zu fabrizieren.
“Und wieso ist Anglophobie Kühl?”
Keine Ahnung. Ist bei sprachlichen Tieffliegern wohl gerade en vogue.
35 Worch // Aug 22, 2006 at 18:09
@Schwert:
Das Blockparteienkartell aufspalten?
Man erinnere sich an Dr. Goebbels: “Da sie (gemeint: Die Demokraten der Weimarer Zeit) sich noch nicht einmal untereinander leiden können, wie sollen wir dann erwarten, daß sie uns leiden können?!”
Wie soll sich denn dann diese Aufspaltung zu Gunsten im engeren Sinne der NPD und im weiteren Sinne des deutschen Volkes auswirken?
Daß kurz vor Wahlen die CDU (oder CSU) gern mal Standpunkte vertritt, die von denen der NPD nicht gar so weit entfernt sind, wissen wir. Nach den Wahlen ist dies meistens wieder vergessen. Daß es hin und wieder einen kleinen Skandal gibt, wenn die bürgerlich-linken Parteien der bürgerlich rechten Partei “protofaschistische” Ansichten vorwerfen, wissen wir auch. Diesen Streit zwischen SPD und CDU oder noch mehr zwischen Linkspartei.PDS oder GRÜNEN oder jetzt auch WASG einerseits und CDU/CSU andererseits zu beobachten, ist recht amüsant; der politische Nutzen bewegt sich aber knapp oberhalb der Nullinie.
Und wer hört Landtagsreden?
Die ca. 100 Abgeordneten, die im Saal sind, wen der Saal voll ist? Paar Dutzend Mitarbeiter des Landtages, eine Handvoll Journalisten und letztlich die Leute, die auf der Tribüne zuschauen - meistenteils sowieso Klientel der im Landtag vertretenen Parteien? Unter dem Strich vielleicht 200 Leute? Die kriege ich auch problemlos als Publikum auf offener Straße…. Oder geht es darum, daß man sich die Reden von einer Landtagsseite herunterziehen und nachlesen kann? Tja, und? Ich kann für die nächste Demo ein Diktaphon mitnehmen, es anschalten, wenn ich zu sprechen beginne, später eine Abschrift machen und sie ins Netz stellen. Da lesen es dann genausoviele Leute. Wenn Stoertebeker-Altermedia es veröffentlicht, vielleicht gar noch mehr Leute als sich die Reden von der Landtagsseite der Sächsischen NPD herunterziehen.
Also auch das ist nicht gerade das Argument schlechthin.
Zumal ich persönlich als jemand,der grudnsätzlich frei spricht, bei den Landtagsreden AUCH DER NPD in Sachsen die Ursprünglichkeit vermisse, die Authentizität. Sie sind nämlich alle vorgeschrieben, soweit ich weiß. (Allein schon wegen der Redezeitbeschränkung. Es ist schwer, eine Rede ohne Manuskript so zu halten, daß ein Zeitrahmen X nahezu genau eingehalten wird. UND die Rede noch den rhetorisch richtigen Aufbau und Abschluß hat. Ich persönlich kann es, aber ich erwarte nun ja nicht von den Abgeordneten in Sachsen, daß sie alle oder auch nur einer das gleiche können wie ich….)
Deine argumentativen Ansätze sind gut angedacht, aber sie greifen nicht weit genug.
Grüße
Christian Worch
36 NPD KV UNNA/HAMM // Aug 22, 2006 at 18:29
Worch meint:Man solle neues Werkzeug besorgen, wenn das alte nichts taugt.
Recht hat er. Nur den Werkzeugladen bräuchten wir noch.
Zu behaupten, dass unser KV sich und unsere Partei für das Allheilmittel unseres Volkes hält, ist ganz und gar falsch. Leider sehen wir aber keine ernstzunehmende Alternative. Leider, da wir bedauerlicherweise kein so starkes Vademecum sind.
37 Worch // Aug 22, 2006 at 18:59
NPD-KV Unna:
Mangelt es denn an Leuten, die der NPD sagen, was schiefläuft und was man dagegen tun könnte? - Nein, es mangelt nur der NPD an der Fähigkeit, das nachzuvollziehen und/oder wirklich was gegen die Mängel zu unternehmen. Der “Werkzeugladen” wäre insofern da. Und Ihr werdet Euch möglicherweise erinnern, daß ich sogar die Reparatur des schadhaften Werkzeuges als erste Alternative vor dem Ankauf eines neuen aufführte.
Und der Unterschied zwischen “Allheilmittel” und “einziger ernstzunehmender Alternative” ?
Wenn es nur eine ernstzunehmende Alternative gibt, dann ist sie das einzige Heilmittel; und wenn sie das einzige Heilmittel ist, kommt sie einem Allheilmittel gleich, weil es eben kein anderes Heilmittel gibt und man jedes Übel mit DIESEM (einzigen) Heilmittel bekämpfen muß.
Was wäre eigentlich geschehen, wenn das Bundesverfassungsgericht 2003 die Partei verboten hätte? Oder würde geschehen, wenn es einen neuen Antrag gibt und diesmal der schützende Schirm der VS-Leute vielleicht nicht mehr da ist und es in Karlsruhe eine für die NPD negative Entscheidung gibt?
Müssen sich dann achtzig Millionen Deutsche (abzüglich vielleicht einer Million Systemlinge) selbst umbringen, weil es nichts mehr gibt, was den Untergang unseres Volkes aufhalten kann?!
Klar ist: Viele Leute WOLLEN Veränderung. Bei Wahlbeteiligungen unterhalb der Marke von 50 Prozent der Wahlberechtigten liegt das auf der Hand. Klar ist aber auch, daß die meisten dieser Leute weder die NPD noch ihren Bündnispartner DVU für geeignet halten, Veränderungen herbeizuführen. Und dafür kann man nicht diese Leute verantwortlich machen. Das liegt in der Verantwortung der NPD. Und wie die NPD mit Kritikern umzugehen pflegt, brauchen wir ausgerechnet in diesem Medium nicht neuerlich zu thematisieren….
Grüße
Christian Worch
38 Schwert // Aug 22, 2006 at 21:42
@ Worch
Ich kann mit Deinem “Insider”-Wissen bzw. Deinen langjährigen Erfahrungen nicht mithalten. Trotzdem muß ich bei einigen Punkten (der allgemeinen Interpretation) widersprechen.
Der “Streit” zwischen den etablierten Parteien ist doch nur fingiert, um die jeweilige Basis bei Laune zu halten. Der “große Fahrplan” ist den Parteiführern aber sicherlich bekannt und von ihnen abgenickt.
Der Vorwurf an die Bürgerlichen, sie seien mitunter zu rechts, hat doch keinen anderen Sinn, als sie nach den (wohlklingenden) Wahlparolen schnell wieder an die Leine und in die Realität zurückzuholen. Der politische Nutzen dieses “Streits” bewegt sich also doch sehr weit “oberhalb der Nullinie”. Klar können die Etablierten sich auch untereinander nicht immer leiden, aber nur so lange, wie sie damit beschäftigt sind, sich untereinder die Pfründe wegzunehmen. Sobald eine nationale Opposition auftaucht, haben sie sich sehr wohl wieder alle lieb.
Zur Frage, wer hört schon Landtagsreden der NPD?: Zumindest hören interessierte Abgeordnete der etablierten Parteien auch mal Informationen und Interpretationen der “anderen Art”. Ich denke nicht, daß man pauschal davon ausgehen sollte, daß das absolut keinen Sinn hätte.
Es ist sicherlich davon auszugehen, daß auch die Reden der NPD-Abgeordneten “vorgeschrieben” sind. Zumal man ja auch die rechtliche Seite betrachten muß. Insbesondere ein NPD-Abgeordneter muß ja aufpassen, was er so sagt. Desweiteren sollen die Reden ja auch einem gewissen Qualitätsanspruch gerecht werden. Ich sehe also in vorgeschrieben Reden nicht wirklich ein Problem.
Grundsätzlich ist festzuhalten, daß jeder auf seinem Gebiet leisten soll, was er leisten kann. Es wird in der heutigen Zeit nicht tausende Christian Worchs geben, die zusammen nun hunderttausende Demonstranten auf die Straße bringen. Dieses Ziel sollte man natürlich weiterhin verfolgen aber dazu gehört auch ein gewisses menschliches Format, welches naturgemäß nunmal die wenigsten aufweisen.
Die NPD ist eine parlamentarische Partei, die ihre Arbeit auf den Einzug in die Parlamente ausrichtet. Parlamentarischen Erfolg hat man nunmal nur durch massig Wählerstimmen. Den Weg eines idealistischen “politischen Soldaten” kann eine Partei im Parlamentarismus nicht gehen. Dazu sind andere Kräfte dar.
Es kann nicht darum gehen, daß alle nun das selbe bzw alle alles gleich “gut” machen, sondern es geht darum, daß alle letztendlich für die selbe Sache kämpfen. Darüber muß man sich untereinander (auch unbedingt mit ehrlicher Kritik) abstimmen, aber nicht gegenseitig ausspielen. Das muß sich natürlich auch die NPD ins Stammbuch schreiben.
Aber der Kampf muß auf mehreren Ebenen geführt werden. Der aufrichtigere und ehrlichere Kampf ist sicherlich der auf der Straße. Unehrliche, nur nach persönlicher Bereicherung Strebende verraten und disqualifizieren sich letztendlich sowieso immer selber.
39 Schörner // Aug 22, 2006 at 21:54
Weil oben unser Doktor erwähnt wurde:
fällt eigentlich kaum jemandem auf der die Geschichte der Partei kennt, daß NICHTS, aber auch gar NICHTS von den ewig gültigen Prinzipen befolgt wird?
Und wo sind die Führungsspitzen, die täglich zwei, drei Reden halten? Und das über Jahre hinweg?
Wo ist die straffe Organisation?
Auch die NSDAP hatte sich nach der Neugründung dem Parteiengesetz zu fügen. Unter großem Gelächter wurden formell die Rücktritte und die Wiederwahl gemacht. Das Argument, daß man nicht könne, ist also nicht wirklich stichhaltig. Wo ein Wille, da ein Weg. Sie wollen doch gar nicht. Nationale Demokraten, deren höchstes Ziel ist, in die Quatschbude zu kommen. Dann ist D gerettet!
Wo ist sie, die klare Verantwortlichkeit der zuständigen Persönlichkeiten? Man muß nichtmal Insider sein, um die Freunderlwirtschaft und Kameraderie - als Feindin jeder Kameradschaft - sofort zu erkennen. Abhängigkeiten aufbauen, Seilschaften und Intrigen. Parlamentarisch-demokratisch eben.
Statt einer untadeligen, unbestechlichen Persönlichkeit, die zwar weiß, wie dreckig das Geschäft der Politik ist, die aber intern auf absolute Sauberkeit, Gehorsam und Pflichterfüllung achtet und jeden rausschmeißt, der für sich Geld nimmt oder intrigiert!
Man erkennt sofort, daß hier Lichtjahre fehlen und es sollte jedem klar sein, daß die NPD eine echte parlametarisch-demokratische Partei ist. Deshalb kann sie auch nichts bewegen, weil dieses System Persönlichkeiten korrumpiert und tötet, eine Erziehung zum Negativen, eine furchtbare Negativauslese des Charakters bewirkt.
Jede Aktivität die in solche parlamentarisch-demokratische Parteien gesteckt wird, in der Hoffnung auf eine Rettung Deutschlands, ist vergeudet.
Adolf Hitler sagte mal sinngemäß: Ich habe die Partei absichtlich wie einen Magneten gemacht, der, wenn man damit über Deutschland drüberfuhr, alle richtigen Männer angezogen hat. Die anderen wollte ich gar nicht.
Man könnte zum Prinzip der Persönlichkeit vor Masse noch Vieles sagen, aber mit obigem Beispiel sollte jedem klar sein, was das wahre Problem ist und daß daraus niemals Rettung erwachsen kann.
Alle Detaildiskussion bzgl. NPD, sind also Diskussionen um Symptome. Die Ursache liegt viel tiefer.
88!
40 Guenter // Aug 23, 2006 at 2:17
“at” Mönch Gregor
so etwas “Weltfremdes” wie dich hab ich lange nicht mehr gesehen (gelesen). Stehen geblieben im Mittelalter, so scheint es.
Es gibt nun halt mal ein paar Begriffe in der (Computer) Wissenschaft, welche sich eingebürgert haben, bzw angenommen wurden. Die Germanen wurden auch nicht von heute auf morgen erschaffen. Alles ein Entwicklungsprozess. Und nicht stehenbleiben…!
41 Worch // Aug 23, 2006 at 10:12
@ Schwert:
Tja, wenn die “Unterschiede” zwischen den Etablierten in Wirklichkeit nicht vorhanden sind - darin stimme ich dir zu - oder von mir aus so marginal, daß sie keine Rolle spielen, wie will dann die NPD durch ihre Anwesenheit in irgendeinem Parlament da “einen Keil” hineintreiben, den “Block aufbrechen”, wie du es formuliert hast? Ist doch schwerlich möglich!
Zu schreibst:
(Zitat Beginn)
Zumindest hören interessierte Abgeordnete der etablierten Parteien auch mal Informationen und Interpretationen der “anderen Art”. Ich denke nicht, daß man pauschal davon ausgehen sollte, daß das absolut keinen Sinn hätte.
(Zitat Ende)
Klar, JEDE Form von Kommunikation führt zu einer - und sei es minimalen - Veränderung. Frage ist nur, wie minimal. Du wirst einen Landtags- oder Bundestagsabgeordneten einer feindlichen Partei nicht agitieren können. Niemand wird das können. Selbst wenn er überzeugt werden würde, würde er seine bürgerliche Existenz nicht aufs Spiel setzen. Wer möchte schon ein Hohmann werden, ein Günzel, oder, oder, oder?!
Du schreibst:
(Zitat beginn)
. Ich sehe also in vorgeschrieben Reden nicht wirklich ein Problem.
(Zitat Ende)
Ich habe nicht gesagt, daß ich darin ein Problem sehe. Ich habe nur gesagt, daß meiner Meinung nach einen tieferen Eindruck hinterläßt, wer es ohne Manuskript genausogut bringt wie der mit Manuskript. Und wir sprechen doch unter anderem über die von dir angenommene Möglichkeit, feindliche Abgeordnete zu beeindrucken…..
Du sagst:
(Zitat Anfang)
Den Weg eines idealistischen “politischen Soldaten” kann eine Partei im Parlamentarismus nicht gehen.
(Zitat Ende)
Ach, damit sagst du doch, daß Parlamentarismus und Idealismus einander ausschließen, nicht wahr?
Ich verweise auf den Beitrag von @Schörner. Der genau das gleiche sagt, unter historischer Bezugnahme. Oder, richtiger ausgedrückt: Der sagt, daß für die NPD das gleiche gilt, nicht aber für jene andere Partei, die sich damals den Parlamentarismus zu Nutze machte, sich “aus dem Waffenarsenal der Demokratie bediente, um damit die Demokratie zu vernichten”, wie der besagte Doktor es formuliert hat.
Der Unterschied ist WICHTIG!
Denn die NPD suggeriert zumindest oder sagt teilweise ganz offen, man wolle (oder werde) auf ähnliche Weise an die Macht kommen wie damals die NSDAP; man halte zwangsläufig die Spielregeln ein und so weiter und so fort. (Wir erinnern uns an Adolf Hitlers Legalitätsbekenntnis im Zuge des “Reichswehrprozesses”.) Nur daß die Anforderungen an “Legalität” damals lockerer waren als heute. Heute wird ein “Demokratiebekenntnis” verlangt. Auch damit hätte ich keine Probleme, weil Demokratie ein sehr weiter Begriff ist. Aber es geht ja noch weiter. Es geht um die Frage der Verinnerlichung. Ob ich mich nur zu etwas bekenne - möglicherweise zwangsweise - , oder ob ich es verinnerliche, das ist ein gewaltiger Unterschied. Wenn ich von einer Partei wie der NPD dann erlebe, daß sie aus Bequemlichkeit ihren internen Dissidenten gegenüber VOM SELBEN INSTRUMENTARIUM der Repression Gebrauch macht wie das politische System umgekehrt sowohl der NPD als auch parteifreien Kräften gegenüber, dann gehe ich von Verinnerlichung aus. Wenn ich FEINDE mit den gleichen Mitteln bekämpfe, mit denen sie mich bekämpfen, ist das legitim. Wenn ich aber gegen im Denken abweichende MITKÄMPFER die gleichen Mittel einsetze, die die FEINDE gegen sie und mich einsetzen, dann WERDE ich zum Feind. Oder ich bin vom Feind nicht mehr zu unterscheiden.
Du schreibst:
(Zitat Anfang)
Unehrliche, nur nach persönlicher Bereicherung Strebende verraten und disqualifizieren sich letztendlich sowieso immer selber.
(Zitat Ende)
Wann ist denn “letztendlich”? Wenn sie in Rente sind? Oder auf dem Sterbebett, wenn sie einen Priester kommen lassen, um ihre Sünden zu beichten und Absolution zu bekommen? Oder nachdem sie von anderen, die genauso nach persönlichen Vorteilen streben, aber geschickter sind, verdrängt worden sind, um diese anderen dafür zu tadeln, daß sie jetzt tun, was sie selbst vorher getan haben?!
Grüße
Christian Worch
42 Velberter // Aug 23, 2006 at 15:16
Ich bin diesbezüglich zwar ein einsamer Rufer in der Wüste, aber man soll ja nicht aufgeben:
Man sollte Christian Worch an die Führungsspitze der NPD setzen, denn nur so kann aus der Partei eine ernstzunehmende Alternative werden. Mit dem jetztigen Haufen im Bundesvorstand wird das nie was werden….
@ Schriftleitung
Da Altermedia immer beliebter wird; wäre es vielleicht möglich aus der Kommentarseite eine Art Forum zu machen? Dann könnte man die Zitatfunktion auch benutzen, was sehr viel einfacher wäre. Das alles ist natürlich mit zusätzlichen Kosten verbunden. Vielleicht könnte man ja ein Spendenkonto einrichten?!*
Ach mit der Konteneinrichtung ist das heutzutage immer so eine Sache, vor allem wenn man Altermedia heißt oder artverwandte Namen trägt. Auch läuft man auf diese Weise Gefahr nur allzu leicht ins Kommerzielle oder - wie man hier und da auf anderen politischen Seiten sehen kann - gar ins Marktschreierische abzugleiten. Das ist irgendwie nichts für uns. Wir wollen es daher bei der bisherigen Praxis belassen, in der wir unsere Leser wirklich nur dann um Spenden bitten, wenn es sich aus technischen Gründen - wie derzeit - nicht anders vermeiden läßt. Bei entsprechendem Bedarf kann man sich an schriftleitung@stoertebeker.net wenden und dann sieht man schon weiter. Das sollte diesbezüglich an sich genügen.
Was das Forum betrifft, so gefällt uns die bisherige Praxis eigentlich ganz gut, zusätzlich auch noch auf ein ganzes Forum aufpassen zu müssen, wäre uns doch etwas zu aufwendig und zwar keineswegs nur zeitlich. So ist doch auch ganz schön.
Schriftleitung Altermedia
43 Schwert // Aug 23, 2006 at 20:07
@ Worch
Zur Frage, “wie will dann die NPD durch ihre Anwesenheit in irgendeinem Parlament da “einen Keil” hineintreiben”?:
In erster Linie über die Zunahme von NPD-Wählern, welche einst etablierte Parteien wählten. Daraus wird sich von selbst, aufgrund des zunehmenden Drucks, ein gewisser Wandel bei den Etablierten vollziehen. Man sieht es teilweise auch schon hier und da, daß sie versuchen, Grundsatzdiskussionen anzufangen (siehe aktuell Rüttgers oder Heuschreckendebatte). Das kann man momentan natürlich als Strohfeuer ansehen. Aber es bleiben immer nur so lange Strohfeuer, wie die NPD weiter aus den Parlamenten draußen bleibt. Genau das versuchen die Etablierten. Sie geben vor, die gleichen Thesen wie die NPD zu vertreten, nur natürlich mit gutmenschlichen Lösungsansätzen. Doch die gemeinen Wähler glauben immer weniger an diese Bekundungen. Das zeigt sich, wie Du selber festgestellt hast, an der sinkenden Wahlbeteiligung.
Warum trauen sie der NPD nichts zu? Die Gründe dafür kann man nicht nur der NPD allein anlasten. Sie liegen vielmehr in der allgemeinen Feigheit und Bequemlichkeit begründet. Man sollte die NPD deswegen nicht rigoros abschreiben.
Du schreibst: “Wer möchte schon ein Hohmann werden, ein Günzel, oder, oder, oder?!”
Dieses System kann vielleicht ein paar Hohmanns und Günzels produzieren. Aber es kann nicht hunderte Hohmanns und Günzels aushalten. Es würde sich selber aus den eigenen Fugen herausreißen. Umso besser, also lassen wir es doch darauf ankommen! Die Bereitschaft zu opfern, wird eh steigen, da viele intelligente Leute mehr und mehr begreifen, das bald sowieso alles verloren ist.
Du schreibst: “meiner Meinung nach einen tieferen Eindruck hinterläßt, wer es ohne Manuskript genausogut bringt wie der mit Manuskript.”
Da geb ich dir absolut recht. Es gibt aber momentan im nationalen Lager nicht einen Überschuß an redebegabten Wortführen. Viele halten sich für so einen. Aber dann können die ja auch ihre angeblichen Fähigkeiten bei der NPD zum Besten geben. Aber die NPD ist ja nur eine parlamentarische Partei und deswegen für den nationalen Kampf sinnlos, meint man hier oftmals. Man beruft sich in diesem Zusammenhang gerne auf Hitler und Goebbels. Aber ob die über die NSDAP (als parlamentarisches Zweckmittel) wohl auch so gedacht haben? Womit kamen sie denn an die Macht?
Ein besseres, stärkeres Personal wäre der NPD allemal zu wünschen. Oder man schafft es, eine andere, eine neue Massenorganisation aufzubauen. Schörner bewertet die Persönlichkeit höher als die Masse. Das ist natürlich richtig so. Aber Persönlichkeit ist (bezüglich politischer Macht) ohne Masse nichts. Das wäre mit Sicherheit das erste, was Hitler darauf entgegnet hätte.
Oder will man überhaupt keine Massenorganisation? Will man nur absolut “saubere” Eliteclubs?
Du schreibst: “Ach, damit sagst du doch, daß Parlamentarismus und Idealismus einander ausschließen, nicht wahr?”
Ist es etwa nicht so? Ist der Parlamentarismus nicht dafür erfunden worden? Der hiesige Parlamentarismus erzeugt ja erst so richtig Politikverdrossenheit, weil das Blockparteienkartell gar keine große Politik mehr macht, sondern sie an übernationale Institutionen abgetreten hat. Eine starke nationale Partei im Parlament könnte das aber wieder ändern bzw zumindest für einen anderen Wind sorgen und somit neue Wähler gewinnen.
Es ist natürlich äußerst unschön, wie sich einige bei der NPD gegenüber Kritikern in den eigenen Reihen verhalten. Aber das ist leider alles all zu menschlich. Wie sah es denn bei der NSDAP bezüglich interner Dissidenten aus?
Es wäre zu begrüßen, wenn die NPD kritikfähiger werden würde und ihre Mitglieder bessere Leute an die entscheidenden Stellen bringen. Aber deswegen die NPD absichtlich nicht wählen? Wo ist das Gegenkonzept?
Wann sich Unehrliche verraten? Das machen sie doch eigentlich ständig. Man (insbesondere die Mitglieder der NPD) muß nur etwas dagegen tun.
Nur nach Bereicherung Strebende (insbeondere in der NPD) bauen nicht an der Volksgemeinschaft mit. Das stärkt wiederum andere, freie Kräfte und bringt die Mitglieder der NPD hoffentlich zum Nachdenken. Das ist doch auch eine positive Wechselwirkung.
44 Worch // Aug 23, 2006 at 20:20
@ Velberter:
Danke für die Blumen. Aber mich an die Führungsspitze der NPD zu setzen, geschweige denn zum Parteivorsitzenden, zu machen, wäre der VÖLLIG FALSCHE WEG. Wegen ihrer besonderen Eigenschaften die die Partei nicht “führbar” im eigentlichen Sinne. Man kann sie nur verwalten oder diplomatisch “leiten”. Letztere Aufgabe wird von Udo Voigt - trotz aller Mängel, die seine Partei hat, und trotz der menschlichen Schwächen, die er, wie jeder andere von uns auch, hat, - ideal ausgeführt.
Der richtigere Weg wäre, ein unabhängiges und informelles Kontrollgremium einzusetzen, das paritätisch aus Mitgliedern und Nichtmitgliedern bestehen sollte. Eine Art “(Volks)Tribunat”, das keine andere Machtbefugnis das das römische “Veto” hat. Einschließlich der Befugnis zur internen Revision.
Wenn die NPD auf den Gedanken käme, mir einen Job anzubieten (wobei ich bitte, “Job” nicht mit “bezahlte Arbeitsstelle” zu übersetzen), dann wäre neben der Leitung ihrer Rechtsabteilung “Interne Revision” der einzige, den ich zu akzeptieren bereit wäre.
Aber die NPD wird den Teufel tun, eine “Interne Revision” zu schaffen oder geschweige denn mich in diese mit einzubeziehen. Eher würdest du erleben, daß sie mich fragen, ob ich ihre Rechtsabteilung leiten würde, wenn beispielsweise Frank Schwerdt Fraktionsgeschäfsführer in Mecklenburg-Vorpommern werden sollte.
Zur Schriftleitung:
Die hat offenbar im Moment ein völlig anders Problem technischer Natur. Zu dessen Lösung ich persönlich heute eine überweisung über 100 Euro auf den Weg gebracht habe. Du bist natürlich sicherlich auch gern gefragt, dich zu beteiligen.
Wenn die Schriftleitung darüber hinaus ein Forum einrichten will, dann gibt es kostenlose Programme. Das wäre nicht das Problem. Aber solange die Schriftleitung nicht über einen funktionsfähigen Computer verfügt, ist das sowieso nur reine Theorie. Ich kann mir an mein Auto keine Hängerkupplung anbauen lassen, wenn ich überhaupt ein Auto habe und wenn es fahrfähig ist. Sonst kann ich mit der Hängerkupplung jemanden totschlagen, aber nicht sie bestimmungsgemäß verwenden….
Grüße
Christian Worch
45 Worch // Aug 24, 2006 at 11:11
@Schwert:
Das „einen Keil hineintreiben“ verstehe ich eigentlich anders, nämlich Spaltung von innen her, auseinanderdividieren. Sowas mag in Einzelfällen beispielsweise da passieren, wo die NPD eine „technische Fraktion“ mit feindlichen Abgeordneten gegründet hat. Hat es meines Wissens zweimal in Kommunalparlamenten gegeben. Wie viele tausend Kommunalparlamente gibt es in der BRD? Wie ist das statistisch in den Gesamtrahmen einzuordnen? Das wäre ungefähr so, wie wenn ich frühere Spitzenergebnisse der NPD (beispielsweise in Wölfersheim/Hessen) mit 17 Prozent auf die ganze BRD hochrechnen würde. Wäre ja schön, wenn es ginge, aber es geht nun mal nicht….
Da treiben WIR mit den meisten Demonstrationen einen größeren Keil zwischen die Herrschenden. Wenn beispielsweise die CDU dafür gescholten wird, daß sie bei Erklärungen gegen uns nicht mitmacht, weil sie verlangt, daß die Erklärung sich gegen Extremismus „jeder Art“ richten müsse. Oder wenn umgekehrt die SPD dafür gescholten wird, daß ihre Politiker Seit‘ an Seite mit vermummten Autonomen marschieren, die Steine werfen….
Habe ich gesagt, daß ich die NPD rigoros abschreibe? Würde ich sie rigoros abschreiben, würde ich mich mit ihr gar nicht mehr auseinandersetzen und vor allem keine Anregungen geben, wie die Partei möglicherweise zu verbessern wäre und möglicherweise effizienter arbeiten könnte.
Klar, und wenn eine Million Menschen den Holocaust leugnen, kann man sie alle auch nicht mehr einsperren…. Trotzdem empfehle ich niemandem, der erste, der hunderterste, der tausenddreiundzwanzigste oder der fünfzehntausendsiebenhundertachte zu sein, der es tut.
Habe ich jemals gesagt, daß ich nur „absolut saubere Eliteclubs“ will? Gerade ich bin jemand, der auf Massenprozesse setzt. Außer besoffenen oder bekifften Typen akzeptiere ich auf Demonstrationen jeden Mitmarschierer.
Genau, der Parlamentarismus derzeitiger bundesrepublikanischer Prägung hat sich in etwas verwandelt, was sich die „Väter des Grundgesetzes“ niemals haben vorstellen können. Er ist entartet. Ich habe bereits darauf verwiesen, daß ich in der allgemeinen Parlamentarismuskritik (die nicht nur die NPD betrifft) durchaus auf einer Linie mit bürgerlichen Menschen wie von Arnim oder dem Präsidenten des Verfassungsgerichts, Papier, liege.
Demgegenüber war sogar der Parlamentarismus der Weimarer Zeit, obwohl er seine Mängel hatte, ein ehrlicherer, ein authentischerer.
Und wie sind Hitler und Goebbels damit umgegangen? Auch hier hat „der kleine Doktor“ sich geäußert: „Wenn unsere Partei zwanzig Abgeordnete in den Reichstag entsendet, werden es dann zwanzig Abgeordnete von der Art sein, wie alle Parteien sie entsenden? Nein, das werden sie nicht! Denn unsere Partei wird ihre zehn besten Redner und ihre zehn besten Boxer in den Reichstag entsenden!“
Die NPD will auf der einen Seite den Vergleich zwischen sich und der NSDAP (einziger Weg, an die Macht zu kommen; nur Mittel zum Zweck und so weiter), um den radikaleren Kräften gefällig zu sein, und auf der anderen Seite scheut sie ihn, um der Verbotsgefahr auszuweichen. Das ist eine Schaukelpolitik, die nix bringt. Weder in die eine noch in die andere Richtung. Da wird die klare Linie vermißt. Was ich intellektuell erkenne un auf der Basis meiner historischen und politischen Bildung, fühlt der Wähler vom Bauch her. Das ist einer der Gründe, warum der Wähler dann lieber zuhause bleibt, statt „Protest zu wählen“. Wenn ich mich abgrenzen will, dann fange ich beispielsweise schon mal mit Äußerlichkeiten an. Dann gehe ich in zerfetzten Jeans ins Theater oder in die Oper und im schicken Anzug mit korrekt gebundener Krawatte in eine Hafenarbeiterkneipe. Ob mir das beim jeweiligen Publikum Punkte bringt, ist eine andere Frage. Aber auf jeden Fall habe ich es dann schon mal geschafft, mich rein äußerlich abzugrenzen. Und die NPD hat noch nicht begriffen, daß ihre Wahlchancen nicht in Anpassung an alle anderen bestehen, sondern in Abgrenzung gegenüber allen anderen. Wenn sie sich nur an die anderen anpaßt, wird sie nicht als Alternative angenommen.
Ich habe gerade in der Kommentar-Funktion von Altermedia oder früher Stoertebeker-Netz durchaus einige konkrete Vorschläge gemacht, was die NPD tun könnte, um auf durchaus öffentlichkeitswirksame Weise Abgrenzung zu anderen Parteien herzustellen. Für manche Leser hier werden es Wiederholungens ein. Aber egal, andere Nutzer bzw. Leser sind dafür neu und wissen es vielleicht noch nicht, also trage ich es gern noch einmal vor. Einer meiner Vorschläge war, in Mecklenburg-Vorpommern öffentlich damit zu werben, daß die NPD – unabhängig von ihrem konkreten Wahlergebnis, ob nun im Landtag ja oder nein – zehn Prozent der Wahlkampfkostenerstattung für gemeinnützige Projekte wie zum Beispiel Rotes Kreuz, Tierschutz, Opferschutzorgansiation „Weißer Ring“ oder was immer spendet. Um damit ein Zeichen gegen die Überversorgung der Parteien durch den staatlichen Tropf zu setzen. Oder: Ich habe empfohlen, daß man – wenn die rechtlichen Voraussetzungen gegeben sind, was zu prüfen wäre – in Sachsen einfach mal Landtagssitzungen möglichst live, anderenfalls per Tonkonserve öffentlich überträgt, indem man eine Kundgebung vor dem Bahnhof anmeldet und es dort über Lautsprecheranlage abspielt. Oder daß man eine Fraktionssitzung öffentlich macht, wie eine Podiumsdiskussion vor Straßenpublikum. Parlamentarismus zum Anfassen.
Erste – sehr zaghafte! – Ansätze hat es im östlichen Meckelburg-Vorpommern gegeben, als vielleicht weniger die NPD als mehr ihr nahestehende Kreise mal „Volksspeisungen“ per Feldküche durchführten. Auch das halte ich für viel werbeintensiver und publikumsfreundlicher, als an Infoständen die üblichen Handzettel und vielleicht noch Luftballons, Streichholzheftchen, Flaschenöffner oder so was mit dem NPD-Logo zu verbreiten.
Vor vielleicht drei Monaten saß ich mit einem Teil des NPD-Landesvorstandes Hamburg zusammen. Du erinnerst dich, nach dem Abtritt von Ulrich Harder hat dieser Landesvorstand sich insgesamt erkennbar verjüngt, nicht nur in Person der Landesvorsitzenden Anja Zysk, die nicht einmal halb so alt ist wie Ulli Harder. Wir sprachen über die Notwendigkeit, neue Mitglieder zu werben, sich personell zu verbreitern. Ich sagte den Vorständlern: Schaut Euch doch mal Eure Internetseite an. Da finde ich im Durchschnitt jeden Monat einen neuen Beitrag. Das ist zu wenig! Das ist nicht aktuell genug! Ein wichtiges, ein heutzutage sehr wichtiges (und vor allem auch preisgünstiges!) Medium für Information und Werbung wird von Euch klar vernachlässigt. Ihr solltet das ändern. – Ich erfuhr bei der Gelegenheit, daß der Netzmeister der NPD Hamburg in einer Stadt ansässig ist, die über 600 Kilometer von Hamburg entfernt ist…. Der NPD-Landesverband mit seinen rund 100 Mitgliedern hat also nicht einmal die personellen Kapazitäten, aus seinen eigenen Reihen in seiner eigenen Stadt einen Netzmeister zu finden….
Ah ja, wie sich Unehrliche verraten….
Nun, da verrate ich Dir etwas, auf das ich in anderthalb Monaten gespannt warte. Der Landesverband Bremen will zum nächsten Bundesparteitag einen Antrag einbringen,daß der Parteivorstand offenzulegen habe, wer alles und für welches Gehalt bei der NPD beschäftigt ist. Ich nehme mal an, die Bremer werden mit ihrem Vorhaben standhaft bleiben und es sich nicht von Eigenfeld, Voigt oder sonstwem ausreden lassen. Horst Görmann, der Bremer Landesvorsitzende, ist ein Mann, den ich seit über 20 Jahren kenne und persönlich sehr achte. Und vor allem hat er nie Landesvorsitzender werden wollen; er ist es nur geworden, weil kein anderer den Job wollte und weil Horst sich dann halt mangels Alternative hat in die Pflicht nehmen lassen. Der klebt nicht an seinem Sessel. Der hat, übertragen gesehen, noch nicht einmal einen Sessel, als Landesvorsitzender eines so kleinen und relativ unbedeutenden Verbandes. Und ich denke, er hat seinen Vorstand weit genug hinter sich, daß die da auch mitziehen. – Tja, dann wird das Ergebnis interessant. Ich persönlich vermute, daß der Bundesparteitag den Antrag niederstimmen wird. Schließlich sind die Delegierten handverlesen; also wird der Bundesvorstand da wohl schon die ihm genehme Mehrheit haben. (Läuft auf solchen Parteitagen doch auch nicht anders als in den Parlamenten – indirekte Demokratie! Das ist so, als ob ich mein Auto nicht selbst fahren, sondern jemanden anderen fahren lassen würde. Was normalerweise nicht schlimm ist, sogar sehr bequem sein kann. Aber glaub mir eins, wenn ich in ein Einsatzgebiet hineinfahre, in eine „hot zone“, dann bin ich am liebsten selbst hinter dem Steuer! Und außer mir selbst gibt es gerade mal drei, vier Leute, denen ich im Bedrohungsfall die selben Reflexe und das selbe fahrerische Vermögen zutraue wie mir.) Aber selbst die Ablehnung des Antrages wird aufschlußreich sein und Anlaß bieten, die selben Fragen immer wieder zu stellen. Und vielleicht wird es auch zunehmend Mitglieder oder gar Funktionäre geben, die sich dann die Frage stellen, warum der Parteivorstand solche Fragen nicht zu beantworten bereit ist….
Ein anderes kleines Beispiel:
Im Landesverband Niedersaschsen knirscht es im Gebälk. Und da haben ein paar Leute sich überlegt, daß man Eigenfeld per Kampfabstimmung loswerden könnte. Aber ein normaler Parteitag ist nun mal leider ein Delegiertenparteitag. Indirekte Demokratie. Da kommen dann die in ihren Kreisen gewählten Delegierten, die nicht zwingendermaßen die Leistungsträger, die Arbeitstiere der Partei sein müssen, sondern vielleicht die sind, die lieber in Hinterzimmern kungeln als sich den kalten Wind der Straße um die Nase wehen zu lassen. Die dann aber dort bestimmen, wer das Sagen hat. – Also werden sie mal versuchen, einen Mitgliederparteitag (Generalmitgliederversammlung) zu erzwingen; dann hat sich eines der Probleme der NPD möglicherweise danach gelöst…. dazu reichen dann die Unterschriften von einem Zehntel der Mitglieder; dann muß nicht nur binnen einer relativ kurzen Frist (zwei Monate?) ein Parteitag stattfinden, sondern er muß vor allem als Generalmitgliederversammlung stattfinden. Und das kann dann schon was ganz anderes werden als so ein Delegiertenparteitag mit seiner eingespielten Choreographie.
Wenn aber die NPD trotz mangelnder Leistung und trotz gravierender interner Probleme nach außen hin (sprich: durch Wahlen) erfolgreich ist, wird die Bereitschaft, die internen Probleme zu lösen und zu einem Mehr an Leistung und Glaubwürdigkeit zu kommen, geringer sein. Ich gehe doch auch nur zum Arzt, wenn es mir scheiße geht. Solange ich mich gesund fühle, gehe ich nicht zum Arzt. Und wenn ich zum Arzt gehe, dann frage ich erst mal nach Pillen, die mir helfen könnten, bevor ich beispielsweise einer schmerzhaften Operation zustimme oder mir das Rauchen oder den Rotwein abgewöhne… Der Mensch ist nun mal in der breiten Masse so, daß ohne einen gewissen Druck herzlich wenig passiert.
Trotz allem würde ich persönlich es nach wie vor mehr begrüßen, wenn die NPD in Mecklenburg-Vorpommern über fünf Prozent (oder meinetwegen auch sieben plus x) bekommen würde, als wenn sie mit dem Landtagseinzug scheitern würde. Wegen der allgemeinen Entwicklung. Ich gebe aber offen zu, daß meine Freude über einen solchen Erfolg der NPD inzwischen deutlich geringer wäre als noch vor einem halben oder einem Vierteljahr. Ganz einfach deshalb, weil es ein relativ unverdienter Erfolg wäre. Und weil relativ unverdiente Erfolge für eine Partei wie die NPD auch schädlich sind; weil sie die Erkenntnis der Notwendigkeit von inneren Veränderungen verdrängen können.
Laß uns noch mal auf den Landesverband Hamburg und seinen 600 Kilometer von Hamburg entfernt wohnenden Netzmeister und die gerade einmal im Monat aktualisierte Netzwerkseite zurückkommen. – Natürlich hätte ich den Vorständlern damals anbieten können: Hört mal, ihr tut mir so leid, ich will euch mal einen Gefallen tun, ich stelle euch für eure Netzwerkarbeit meine Netzmeisterin zur Verfügung. – Ich würde sie nötigenfalls dazu überreden können, obwohl sie die NPD überhaupt nicht mag und ihre Arbeit als meine persönliche Netzmeisterin macht, weil wir befreundet sind. Aber überreden können würde ich sie, wenn es mir wichtig genug wäre. – Und was wäre das Ergebnis? Daß die NPD bzw. der hiesige Landesverband besser vorankäme, ohne selbst Leistung dafür zu erbringen. Und damit der Anreiz, selbst Leistung zu erbringen, einfach geringer würde. Das kann’s ja nicht sein, oder?! – Also warte ich seit jenem Treffen ab, was der Landesverband von sich aus auf die Beine stellt. Bisher hat er es gerade mal geschafft, die Gestaltung der Seite, das Design, zu ändern; aber aktueller geworden ist die Seite dadurch noch lange nicht….
Und nun stell dir mal vor, ein Verband, der so wenig auf die Beine stellt, würde durch eine Laune des Geschicks in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt!
Einfach darauf vertrauen, daß Gott dem, dem er ein Amt gibt, auch schon den nötigen Verstand verleihen wird?!
Tut mir furchtbar leid, ich glaube nicht an den Christengott! Und selbst wenn ich an ihn glauben würde, bestünde immer noch die Gefahr, daß folgendes eintritt: „Oh Herr, wirft Hirn vom Himmel!“ PLATSCH! „Daneben…..“
Grüße
Christian Worch
46 Olsen // Aug 24, 2006 at 18:35
@Hans Klein
Das sie alle Leute als “sprachliche Tiefflieger” oder dumm bezeichnen, die nicht jeden Modetrend mitmachen, ist bezeichnend. Ich gebe ihnen Recht, dass Sprache lebt und sich weiterentwickelt. Sie kann sich aber auch zurückentwickeln. Zum einen muß man nicht unter eine Anglophobie leiden, wenn man weitestgehend auf die deutsche Muttersprache bestehen möchte und zum anderen haben viele Worte, die so “weltgewandte” Bürger wie sie es zu sein scheinen, im Amerikanischen eine ganz andere Bedeutung als Hierzulande. Das Handy ist dann schon ‘mal ein Vibrator bzw. Rollstuhl und der Oldtimer ein Rentner und kein classic car, um nur zwei Beispiele zu nennen. Desweiteren drückt das so gerne verwendete cool viele verschiedene Gefühle aus, die so unterschiedlich sind, dass sie nicht auf ein Wort zu reduzieren sind. In der Verwendung von “cool” würde ich sogar von einer Rückentwicklung sprechen. Vielleicht landen die Generationen nach uns wieder beim Affengrunzen. So’n Affe beherrscht bestimmt hundert verschiedene Grunzlaute, um kommunizieren zu können, nur hat die Vielfältigkeit der Worte etwas von Präzision.
Im Übrigen, sie scheinen sich mit Computerdingen auszukennen, sind die Finnen Weltspitze im Umgang der Allgemeinheit mit dem PC. Weshalb nur?
Ansonsten würde ich sagen, sollte man nichts überbewerten. (gilt auch für @Mönch)
Und selbst die Engländer sind der Meinung, daß US- Amerikanisch “primitives Englisch” darstellt. Sind diese deshalb anglophil?
Politisch betrachtet, ist US- Amerikanisch die Sprache der Besatzer und des Imperiums. Da weiterhin Sprache das oberste Kulturgut darstellt, ist sie auch Spiegelbild der Kulturzugehörigkeit eines jeden Einzelnen und politisches Bekenntnis.
Aber wie bereits erwähnt, nichts überbewerten.
Schön cool (dieses Mal im Sinn von gelassen) bleiben!
47 Olsen // Aug 24, 2006 at 19:02
Nachtrag:
Um Mißverständnisse vorzubeugen, auch ich ertappe mich gelegentlich dabei, dass ich Angliszismen oder Pseudoangliszismen verwende. Aber ich bin bemüht, es nicht zu tun. Mein Bewußtsein verbietet es mir. Zum Handy kann man Funke sagen, im Internetspiel wird aus Fleet wieder Flotte usw.
Außerdem möchte ich es nicht verlernen, Bücher verstehen zu können, die bereits vor einigen Jahrzehnten publiziert wurden. Ich fühle mich deshalb nicht dumm, wenn ich mich mit einen Deutschen in Deutsch unterhalte. Desweiteren gibt mir eine Kultur nichts, die als einzigste Erfindungen zur Weltgeschichte (denn alles Andere stammt nicht von dort, auch wenn es die Worte vermuten lassen) die Fließbandarbeit und Massentierhaltung eingebracht hat. McDonalds ist Pappfraß und Coca Cola widerliches Zuckerwasser. Mein persönlicher Geschmack, unabhängig meiner politischen Anschauung.
48 Schwert // Aug 24, 2006 at 20:57
@ Worch
Bezüglich NPD-Internas kann ich schlecht mitreden. Wenn es sich tatsächlich so verhält, wie Du es beschreibst, dann herrschen in der NPD doch hier und da ziemlich unschöne Zustände.
So eine Art “Volkstribunat” oder “Interne Revision” wäre da sicherlich eine sehr gute Sache. Das würde auch freie Kräfte miteinspannen, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen miteinbringen könnten und die Partei somit befähigen, bessere und abgestimmtere Politik und Öffentlichkeitsarbeit zu machen.
Bezüglich “Keil”: Sollte die NPD in mehrere Landtage kommen, dann wird der Druck auf die Etablierten enorm steigen. Es werden sich auch hier und da öfter “technische Fraktionen” bilden. Bei geheimen Abstimmungen wird dann sicher auch öfter für NPD-Abgeordnete bzw NPD-Anträge gestimmt werden. Durch die Zunahme von NPD-Wählern kommen die Etablierten in Zugzwang. Es werden sich immer mehr Differenzen, vielleicht auch mehr Hohmanns und Günzels, ergeben, die sich schließlich zu “Keilen” entwickeln könnten.
Demonstrationen sind mindestens genauso wichtig. Diese bringen die Etablierten mitunter auch stark in Bedrängnis. Sie fördern den Zusammenhalt und sind näher am Bürger. Aber genau so wie Du meinst, daß Reden von NPD-Abgeordneten keine Abgeordneten der Blockparteien bewegen und keine zusätzlichen Wähler mobilisieren können, kann man auch meinen, daß Demonstrationen nicht viel bringen. Viele Leute empfinden sie sogar als abstoßend. Und wenn Du sagst, daß die CDU jeglichen Extremismus verurteilen will, dann kann sich das morgen aber auch schnell nur noch auf den “Rechtsextremismus” beziehen. Besonders mit Merkel geht’s eher in diese Richtung. Und SPD-Abgeordnete, die mit linken Autonomen mitmarschieren, könnten für sich evtl sogar einen Prestigegewinn daraus ziehen, je nachdem wohin sich die Meinung des Volkes bewegt. Einen 100%ig sicheren und 100%ig richtigen Weg gibt es also nicht.
Ich habe nicht behauptet, daß Du die NPD abschreiben und daß Du keine Massenorganisation wollen würdest. Deswegen verwendete ich bewußt das Wörtchen “man”. Es sollte eine allgemeine Frage sein, um die groben Zielsetzungen und Vorstellungen (auch anderer Mitschreiber hier) abzuklären.
Du schreibst: “Die NPD will auf der einen Seite den Vergleich zwischen sich und der NSDAP (einziger Weg, an die Macht zu kommen; nur Mittel zum Zweck und so weiter), um den radikaleren Kräften gefällig zu sein, und auf der anderen Seite scheut sie ihn, um der Verbotsgefahr auszuweichen. Das ist eine Schaukelpolitik, die nix bringt.”
Welche Linie sollte die NPD künftig fahren? Ob radikale Abgrenzung das Allheilmittel ist? Was ist, wenn die “radikalere” Linie doch keinen Wählerzuwachs bringt? Ein zurück gibt es dann nicht mehr.
Die sogenannte Mitte, die die SPD meint zu sein, muß wieder korrigiert, muß wieder nach rechts verschoben werden. Ob sich die Mitte durch radikale Abgrenzung verschieben läßt? Oder eher wenn man ein wenig auf sie zugeht und “Verständnis” zeigt? Leider muß man in der Politik vielgleisig fahren. Was im Herzen ist, ist wichtig. Damals hatte man sich auch mit vielen Gruppen und Lobbies arrangiert, die eigentlich nicht ins Selbstverständnis der Partei bzw der vordersten und treusten Kämpfer paßten.
Ein zu stürmischer Erfolg der NPD könnte offensichtlich zu Schwierigkeiten führen, weil das Personal dafür einfach nicht da ist. Aber ich denke nicht, daß es zu einem allzu stürmischen Erfolg kommen wird. Es wird sich eher schrittweise entwickeln, von Landtag zu Landtag. Auch das kann natürlich schon zu schnell sein.
Man kann nur hoffen, daß die NPD Verbesserungsvorschläge von Außen ernstnimmt und doch endlich intensiver an sich arbeitet. Deine Vorschläge für die Öffentlichkeitsarbeit sind jedenfalls sehr gut.
Ich hätte auch einen Vorschlag genereller Natur, den ich aber nicht öffentlich kundtun will. Wäre nicht gut, wenn die andere Seite schon vorher Bescheid wüßte (falls der Vorschlag überhaupt umsetzbar ist).
49 NPD KV UNNA/HAMM // Aug 25, 2006 at 11:37
Worchs Anrgungen sind auch für “Altgediente” der NPD interessant. Seine skeptische Einschätzung der Delegierten eines NPD Parteitages teilen wir allerdings nicht.uneingeschränkt. Natürlich ist es so, dass diese Vertreter im allgemeinen “harmoniesüchtig” sind, was nicht ganz unverständlich ist, da sie ja draußen nicht unbedingt mit Zuspruch und Sympathie verwöhnt werden.
Allerdings sachlich vorgetragene und argumentativ untermauerte auch kritische Positionen finden durchaus immer wieder Mehrheiten.
Es ist natürlich nicht leicht, wenn ein Vorstand sich meint querstellen zu müssen, so zu arbeiten.
Man sollte aber nie vergessen , dass in der Geschichte unserer Partei fast jeder Vorsitzende irgendwann einmal gegangen wurde. Am Rande das wünschen wir unserem derzeitigen Vorsitzenden heute und morgen nicht.
Also Kamerad Worch seien Sie nicht so skeptisch, die Lage auf den Straßen und Plätzen unseres Landes ist schon besch… genug.
50 hannes // Aug 25, 2006 at 14:39
wer ist eigentlich …*
In jedem Fall jemand dessen Texte wir, wegen konsequenter Verachtung der in Deutschen geläufigen Groß- und Kleinschreibung, nicht in den Papierkorb werfen müssen.
Schriftleitung Altermedia
51 Worch // Aug 25, 2006 at 15:28
@ Olsen:
Die Finnen sind, was den Umgang mit Computern in der Allgemeinheit (des Volkes) betrifft, Weltspitze? Ja? Interessant. Glaub ich sogar ohne Quellennachweis. Und warum? Weil es ein Finne war, der das Betriebssystem “Linux” entwickelt hat. Und weil “Linux” kostenlos ist. - Okay, Mircrosofts “Windows” ist - theoretisch…. - auch kostenlos, weil alle Rechner, die man hierzulande kauft, damit vorinstalliert sind. Tatsächlich aber bezahlt man es - pauschal im Kaufpreis - mit, weil es ein kommerzielles Produkt ist. - “Linux” hat einen Nachteil und zwei Vorteile. Nachteil: Es ist weniger bedienerfreundlich als “Windows”, solange man sich damit nicht (mühsam) eingearbeitet hat. Der eine der beiden Vorteile ergibt sich direkt aus dem Nachteil: Eben wegen der notwendigen und teilweise wohl mühsamen Einarbeitung lernt man die Prozesse innerhalb des Rechners und innerhalb der Programme besser verstehen. Der zweite Vorteil ist lediglich einer des Verbreitungsgrades: Es gibt gegen “Linux” weit weniger “Malware” wie Viren, Würmer und dergleichen als gegen “Windows”. Weil ein Hacker, der Schad-Programme schreibt, sich natürlich einen maximalen Verbreitungsgrad für seine Bösartigkeiten wünscht. Und den hat nun mal “Windows”. Genauso ist “Firefox” im Augenblick ein sicherer Browser als Microsofts “Internet Explorer”, weil “IE” den größten Verbreitungsgrad hat und es allein deshalb mehr “Malware” gibt, die ihn tangiert. Lägen “Firefox” und “IE” von der Nutzerfrequenz her gleichauf, würden sich auch mehr Hacker Mühe geben, “Malware” gegen “Firefox” zu schreiben (und ich würde auf Opera umsteigen).
Aber damit, daß die Finnen als Angehörige der finno-ugrischen Sprachgruppe zu einer der kleinsten Sprachgruppen in Europa gehören und eine Sprache sprechen, deren finnische Variante von noch weniger Menschen gesprochen wird als die ugrische (ungarische), wird es schwerlich zusammenhängen…..
Grüße
Christian Worch
52 Worch // Aug 25, 2006 at 16:03
@Schwert:
In Landtagen besteht so gut wie nie die Notwendigkeit für eine “technische Fraktion”. Eben wegen der Fünf-Prozent-Klausel, die dafür sorgt, daß man in die meisten Landtage entweder gar nicht reinkommt oder eben gleich in Fraktionsstärke. Bei Kommunalvertretungen, wo die Fünf-Prozent-Hürde weitgehendst gefallen ist, sieht das anders aus.
Was bringt es - außer einer gewissen bissigen Befriedigung für aufmerksame Beobachter wie dich und mich - denn, wenn NPD-Anträge in geheimer Abstimmung mehr Ja-Stimmen bekommen als die NPD in dem entsprechenden Parlament Abgeordnete hat? Nix, solange sie nicht eine MEHRHEIT bekommen! Wenn ich als NPDler im Landtag von XYZ zehn von hundert Sitzen besetze und mein Antrag abgelehnt wird, dann kann es mir von den Folgen her recht egal sein, ob er 90 zu 10 abgelehnt worden ist oder nur 80 zu 20 oder 70 zu 30 oder gar nur 60 zu 40. Nur wenn ich weniger Ja-Stimmen habe als eigene Abgeordnete, dann würden bei mir Alarmsirenen schrillen, die beinahe Tote aufwecken könnten…. - Denn IM EINZELFALL dem politischen Gegner IN GEHEIMER ABSTIMMUNG recht zu geben heißt noch lange nicht, zu ihm überzutreten. Wenn ich am 1. Januar eine am Wegesrand erfrierende Schwalbe sehe, dann glaube ich noch lange nicht, daß der Frühling in dem Jahr zweieinhalb Monate früher kommt als sonst….
Zitat Beginn:
Die sogenannte Mitte, die die SPD meint zu sein, muß wieder korrigiert, muß wieder nach rechts verschoben werden.
Zitat Ende
Ah, damit kommen wir der Denklinie der NPD doch schon näher. Die eine reformistische ist und keine wirklich radikale. Nicht mal radikaler Reformismus….
Diesen Satz kann ich auch - sinngemäß - übersetzen mit: Die NPD will in Wirklichkeit nichts anderes sein als die beste CDU oder CSU, die es in der BRD jemals gegeben hat.
Und damit haben wir wieder das Motiv, so sein zu wollen wie alle anderen und nicht anders sein zu wollen als alle anderen.
Und damit haben wir wieder das, was die Schriftleitung - wohl sehr zum Ärger von NPD-Apologeten - h