Berlin: Sogenannten „Volks“-Parteien wie SPD und CDU kommt zunehmend das Parteivolk abhanden. So verloren beide Parteien seit Beginn ihrer großen Koalition 39.093 Mitlieder. Das berichtete am Dienstag die SCHWERINER VOLKSZEITUNG. In der SPD befürchtet man sogar zur Zeit mitgliedermäßig hinter die CDU zurückzufallen. Für SPD-Generalsekretär Hubertus Heil (Code 88) jedoch kein Problem. So gibt es nach seiner Meinung noch Millionen, die der SPD nahe stehen würden, seiner Ansicht nach: „Ein Repertoire aus dem man schöpfen“ kann.
Wirklich? Nach Angaben der SCHWERINER VOLKSZEITUNG betrug die Mitgliederzahl der SPD am 1. Oktober dieses Jahres 567.925, 40 Prozent weniger als 1990. Die CDU verlor im gleichen Zeitraum ein Viertel ihrer Mitglieder und liegt derzeit bei 561.070 Mitgliedern. Ein Gegentrend ist nicht in Sicht, so betonte der Mainzer Parteienforscher Professor Jürgen Falter, daß diese Entwicklung bereits seit zwei Jahrzehnten bestehe und auch in Zukunft so weitergehen werde. Als Gründe für diesen Mitgliederschwund nannte Falter stärker werdende Individualisierung, die Entstehung anderer Politikformen wie Bürgerinitiativen und Nichtregierungsorganisationen, der Vertrauensverlust in die Politik und die demographische Entwicklung.
Betroffen von dieser Entwicklung sind allerdings nicht nur die großen Parteien. Auch anderen etablierten Parteien, wie beispielsweise auch der PDS, geht es ähnlich. Der PDS macht vor allem die Überalterung ihrer Parteibasis zu schaffen. Personellen Zugewinn kann hingegen die NPD einfahren, deren Mitgliederzahl inzwischen auf mehr als 7000 gestiegen ist. Im Gegensatz zu ihren politischen Gegnern erfreut man sich hier vor allem bei jüngeren Menschen wachsender Resonanz. Allerdings fällt hier auf, daß der Mitgliederzuwachs keineswegs im Verhältnis zu den Erfolgen in den letzten beiden Jahren steht. So handelt es sich bei nicht wenigen personellen Zugewinnen in der Hauptsache um frühere Parteimitglieder, die vor Jahren bereits ausgetreten sind und nun zurückkehren, in der Hoffnung, der gegenwärtige Aufwärtsschwung möge sich auf die Dauer bezahlt machen. Hinzu kommen Angehörige aus freien Kameradschaften, oftmals in der Vergangenheit ebenfalls schon mal NPD-Mitglied gewesen, die, wie man vor allem in Mecklenburg-Vorpommern sehen kann, weniger aus Liebe zu nationaldemokratischen Prinzipien in die Partei eintreten, sondern um deren Strukturen für eigene Zwecke zu nutzen, was man ihnen allerdings nicht verdenken kann, da die bisherige Parteinomenklatura in der Vergangenheit kaum in der Lage war, mit diesen Pfunden zu wuchern.
Siehe auch
Schweriner Volkszeitung 17.10.06
Quelle: Störtebeker-Netz 19.10.06



3 responses so far ↓
1 regenmacher // Oct 20, 2006 at 14:59
Die Mitgliederzahlen der NPD werden sich auch bei weiteren Wahlerfolgen in vergleichsweise bescheidenem Rahmen bewegen. Während eine ( richtige ) Parteimitgliedschaft bei den sog. demokratischen Parteien für den beruflichen Erfolg förderlich ist, ist diese bei der derzeitigen Stigmatisierung der NPD durch den gesamten Medienapparat der Weg in das berufliche Aus. Nur ganz Hartgesottene und/oder finanziell Unabhängige können sich deshalb eine Mitgliedschaft leisten.
Die NPD wäre daher gut beraten, sich neben dem Mitgliederstamm als zweites Standbein einen Freundeskreis aufzubauen, der bindungsfrei und ohne starre Organisationsstrukturen die Partei im Vorfeld finanziell, argumentativ und aktiv unterstützt. Hier können sogar Menschen mitarbeiten, die aus beruflichen und gesellschaftlichen Gründen einer der “staatstragenden” Partei angehören MÜSSEN, mit der sie absolut nichts “am Hut haben”. Und diese sind sicher nicht wenige.
2 Michael // Oct 21, 2006 at 13:25
@ regenmacher
Da muss ich dir Recht geben,So lange man kein “Staatsdiener” werden kann,wenn man Mitglied der NPD ist,so lange wird sich deren Mitgliederzahl bescheiden halten.Nicht wenige gut gebildete Menschen streben einen Beamtenjob an und stehen auch der NPD nahe,können dies aber nicht ziegen,sonst würden sie keinen Job bekommen.Und du hast auch Recht mit den Mitgliedern bei den “Etablierten”,denn ich kenne 2 Leute die dort Mitglied sind,obwohl sie NPD-Wähler sind nur um bessere berufliche Chancen zu haben wenn sie dann später mit ihrem Studium fertig sind.Aber es gibt bereits solche Freundeskreise,nur wird deren Mitgliedern ebenfalls der Staatsdienst verweigert.
Der PDS sterben die Mitgleider weg (obwohl sie mit der WASG zusammen gehen will,werden es weniger anstatt mehr Leute),der SPD und CDU laufen sie weg,dass lässt mich dann doch etwas aufatmen,vieleicht sind die Deutschen doch nicht so blöd,wie ich immer gedacht habe.
3 Freibeuter // Oct 22, 2006 at 7:34
Wir sind das Volk……nicht die Parteimitglieder !
Aus 1989 nix gelernt im Westen ?!?
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