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Altermedia Deutschland – Störtebeker-Netz: In einer Zeit des Universalbetruges ist die Wahrheit zu sagen eine revolutionäre Tat (George Orwell)


“Der Pinocchio-Test” (09.12.08)

December 9th, 2008 · Post your comment (17 Comments)

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Düsseldorf / NRW: Dieser Tage erschien beim adatia-Verlag in St. Augustin (NRW) ein Buch von Rainer Nahrendorf, daß den Titel „Der Pinocchio-Test”. Wie viel Lüge verträgt die Politik?“ trägt. Nahrendorf, früher Chefredakteur des Handelsblattes, will mit seinem Buch dazu beitragen, die Vertrauenskrise in Deutschland zu überwinden. So ergaben Umfragen, in diesem Jahr, daß nur noch 60 Prozent der Deutschen Vertrauen in die Politik haben und daß der sozialen Marktwirtschaft, bzw, daß was von ihr noch übrig geblieben ist nur noch jeder zweite zustimmt.

Das Buch will nun Politikern Mut machen, fürderhin bei der Wahrheit zu bleiben und für eine „Kultur der Redlichkeit“ werben. Für kommendes Jahr schlägt es gar „Wahlkämpfe der Ehrlichkeit“ vor.

Ob es nützen wird. So wirklich sicher sind wir da, um ehrlich zu sein, eigentlich nicht. So heißt es in einer Pressemeldung zur Buchankündigung u. a.:

Kurt Biedenkopf

…Die Entscheidung der großen Koalition, die Regelaltersgrenze in der Rentenversicherung ab 2012 bis 2029 schrittweise von 65 Jahren auf 67 Jahre anzuheben, ist nach Ansicht des ehemaligen sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf alles andere als eine große Entscheidung. In Rainer Nahrendorfs neuem Buch “Der Pinocchio-Test” sagt Biedenkopf in einem Gesprächsbeitrag, 2029 würden die Menschen bis 70 arbeiten, und zwar nicht, weil sie dazu gezwungen werden, sondern weil es dazu keine Alternative gebe. Biedenkopf: “Die Menschen können dagegen sein, ändern wird dies nichts. In 15 Jahren werden die 67-Jährigen die 90-Jährigen pflegen, weil es viel zu wenige junge Leute gibt, die dafür zur Verfügung stehen. Wollte man sie dennoch dazu zwingen, würden sie sich verweigern oder dem Land den Rücken kehren.” …“
Herr Biedenkopf wird vermutlich die Folgen freilich nicht mehr zu tragen haben, obwohl er selber an diesem Zukunftsszenario gestaltend mitgewirkt hat.

Eine interessante Ansicht, die für jeden der sich relativ eingehend mit der Politik befasst, eigentlich nicht wirklich überraschend kommt. Ob aber die breite Masse das auch so sieht, wann das gegenwärtige Politikertum plötzlich daher kommt und sagt: Wißt ihr was, was wir euch die letzten Jahre alles erzählt haben, ist alles Quatsch und Lüge, in Wirklichkeit ist alles viel schlimmer und es wird euch künftig ziemlich dreckig gehen. So, nun waren wir ehrlich, nun wählt uns man schön wieder.“
Ehrlichkeitsbücher dieser Art gehen durchaus von einem richtigen Gedanken aus, nur vergessen sie dabei, daß plötzliche Ehrlichkeit nach Jahrzehnten der Lüge nur dann einen Sinn macht, wenn man auch gewisse Konsequenzen bei denen macht, die für die bisherig Politik verantwortlich sind bzw. waren. Ansonsten nützt die schönste Ehrlichkeit nichts, denn wie ist einem normalen Durchschnittsbürger „ehrlich“ zu erklären, daß ein Politversager noch fette Renten und Bezüge erhält, während er selber, dank dessen Politikbeitrag, von Hartz IV vegetieren darf? Auf diese Frage gibt „Der Pinocchio-Test“ leider keine Antwort, so Gott will aber in vielleicht nicht allzu weiter Ferne, die Zeit selber.

Oder was soll man zu Politikern, wie beispielsweise Herrn Müntefering von der SPD, halten, die vor der letzten Bundestagswahl gegen eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von zwei Prozent wettern, um dann gemeinsam mit dem bisherigen Gegner drei Prozent Erhöhung durchzuboxen und sich dann hinstellen und sagen: „Wir werden als Koalition an dem gemessen, was in Wahlkämpfen gesagt worden ist. Das ist unfair!“ Da fällt einem wohl nicht mehr viel ein.

Thorsten Schäfer-Gümbel

Nicht viel besser ist auch der SPD-Spitzenkandidat in Hessen, Thorsten Schäfer-Gümbel, der die Lügen seiner Vorgängerin Ypsalanti zu vergessen machen hofft, indem er gegenüber der parteinahen LEIPZIGER VOLKSZEITUNG davon spricht, daß ja alle Politiker zurücktreten müssten, die nach der Wahl einen Wortbruch in Sachen Wahlversprechen begehen und daß dann „wahrscheinlich fast keiner mehr da“ wäre. Ob das wirklich so ein Verlust wäre? Immerhin bestätigt Schäfer-Gümbel mit seinen Ansichten, daß vorsätzliche Lüge gegenüber dem Wähler für ihn und seinesgleichen kein Thema ist. Ist das die neue Ehrlichkeit? Zugeben, daß man lügt, um noch viel dreister weiterzulügen? Wir fürchten, angesichts solcher Zeitgenossen helfen auch keine noch so gut gemeinten Bücher wie „Der Pinocchio-Test“.

Siehe auch
Adatia-Verlag – Der Pinocchio-Test

Buchbesprechung zu „Der Pinocchio-Test 09.12.08

Kurt Biedenkopf – Wikipedia

Thorsten Schäfer-Gümbel – Wikipedia

Leipziger Volkszeitung 09.12.08

BILD 30.08.06



Tags: Allgemeines · Buchempfehlungen

17 responses so far ↓

  • 1 Druidenstein // Dec 9, 2008 at 11:28

    Aber Herr Biedenkopf, das ist doch nichts Neues. Die christlichen Brüdergemeinschaften leben doch schon seit Jahrhunderten so!

    http://nonkonformist.net/forum/index.php?topic=431.0

  • 2 Meckerer // Dec 9, 2008 at 12:17

    Wahrscheinlich geht Herr Biedenkopf von der rein deutschen Bevölkerung aus, denn für die Muslime und Türken und andere Zugereiste gelten auch andere Grundsätze, denn die arbeiten nicht sondern lassen sich vom ersten Tag den sie im Gastland verbringen verhalten.

  • 3 staatstragende NPD // Dec 9, 2008 at 13:24

    Linksextremistische Krawalle in Griechenland sind das Ergebnis falscher Politik.

    Entsetzt schaut die Welt nach Griechenland und somit auf die Gewalt, die nach dem Tod eines Schülers über die Innenstädte hereingebrochen ist. Dabei haben die verschiedenen Parteien mit diversen Fehlentscheidungen die Saat für diese Krawalle gelegt.

    Inzwischen sollen die Schäden der Krawalle rund 100 Millionen Euro ausmachen. Dies ist eine gehörige Menge Geld und so sollten auch die Hintergründe klar beleuchtet werden.

    Mittlerweile gibt es mehrere Straßenzüge in der Athener Innenstadt, in denen sich seit Jahren linksextremistische Autonome eingenistet haben und die “gesetzesfrei” leben. In diesen Gegenden sind deutlich Parallelen mit der Hamburger Hafenstraße und den Berliner Bezirken Kreuzberg, Wedding, Friedrichshain und Prenzlauer Berg zu entdecken. Zumindest gibt es eine nicht unerhebliche Gemeinsamkeit: Die Polizei traut sich seit Jahren nicht mehr ohne größeren Selbstschutz hinein. “Wenn wir die Linksextremisten nicht stören, lassen sie vielleicht auch den Rest der Stadt in Ruhe.” heißt es immer wieder aus den Reihen der Politik.

    Das Ergebnis dieser Fehleinschätzung zeigt sich nun sehr deutlich. Hunderte Besitzer von ausgebrannten Läden in Athen und Thessaloniki hat es ihre Existenz gekostet.

    Seit längerer Zeit bereits hat sich bei zahlreichen griechischen Jugendlichen Frust angestaut. Trotz guter Qualifikation können diese oft nur Aushilfs- und Übergangsjobs finden. Ärger gibt es aber auch über das Gebaren der etablierten Parteien. Die beiden großen Parteien Nea Dimokratia und PASOK kann man kaum noch von einander unterscheiden. Sie gelten als Anwälte einer Gesellschaft, deren wichtigster Wert das Kapital ist. Ähnlichkeiten zur Situation in der BRD scheinen nicht ganz zufällig zu sein. Diese Zustände sind auch bei uns nicht unbekannt.

    Mit einer “Weiter so – Mentalität ” und dem Kuschelkurs mit Linksextremisten, die viele Politiker der Konservativen und Sozialdemokraten in Griechenland, aber auch in der BRD pflegen, dürfte dem linken Gewaltpotential nicht beizukommen sein. Linke Gesetzesbrecher und Gewalttäter sollten deutlich in ihre Schranken gewiesen werden. In Griechenland, in der BRD und anderswo.

    Berlin, den 09.12.2008

    NPD-Pressestelle

  • 4 BdU // Dec 9, 2008 at 13:47

    Jeder Systempolitiker lügt spätestens beim Amtseid. Denn wer ernsthaft glaubt, daß auch nur einer dieser Volksschädlinge wirklich vor hat die Interessen des Deutschen Volkes zu wahren, seinen Nutzen zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden muss gehirntot sein.
    Und dabei ist mittlerweile vollkommen egal, welcher Blockpartei der oder die angehört.

  • 5 DEMO statt demokratie // Dec 9, 2008 at 14:10

    STIMMT!
    Jeder Systempolitiker lügt spätestens beim Amtseid. Denn wer ernsthaft glaubt, daß auch nur einer dieser Volksschädlinge wirklich vor hat die Interessen des Deutschen Volkes zu wahren, seinen Nutzen zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden ist ein Idiot.
    An diesem Eid sollten sie verurteilt werden, die Knechte der Lügen und Sklaven der Globalisten.
    Ein faires Verfahren sollen sie bekommen aber sie sind für ihre Taten und für ihren geleisteten Eid verantwortlich nur wird dieser Eidbruch noch nicht bestraft aber das konnten sich Mauerschützen auch nicht vorstellen als sie in der DDR nur Befehle ausführten ohn esich ihrer Konsequenzen bewußt zu sein.
    Was nicht ist kann ganz schnell kommen, wer weiß denn wirklich wie die Welt morgen oder übermorgen aussehen wird?

  • 6 kritikaster // Dec 9, 2008 at 15:24

    Das NPD hat die Wirkzusammenhänge richtig, wenn auch m.E. zu schwach ausgedrückt.

    Bei den Ereignissen in Griechenland mußte ich an Frischs “Biedermann und die Brandstifter” denken. Er hat die Mechanik und die zwangläufigen Folgen der bürgerlichen Feigheit, die sich als Toleranz tarnt, eindringlich aufgezeigt.

    Mein Mitleid mit den Gewerbetreibenden dort hält sich in Grenzen, da sie als Gruppe die Brandstifter selbst gehätschelt haben dürften.

    Neben dem “Jud Süß” – dieser nicht als Historienfilm, sondern als Lehrfilm über die Mechanik, wie fremde Heuschrecken sich Volksvermögen (”Privatisierung”!) durch listige Korumpierung selbst eingehegter Regierungen unter den Nagel reißen – ist Max Frischs “Biedermann” für mich ein obligatorisches Lehrstück. Ich fürchte nur, daß es heute nicht mehr in der Schule gelesen wird.

    Ich habe eine sehr gute Theaterverfilmung (in SW) aus mutm. den 60ern in Erinnerung. Vielleicht hat die jemand und kann sie mal als VCD oder DVD ins Weltnetz stellen?

  • 7 antifa // Dec 9, 2008 at 15:51

    Was soll man schon von den Systemlingen von NPD und freien Kameradschaften schon erwarten?

    Gegen die nationalsozialistische Konterrevolution!

  • 8 Dr. H. G. // Dec 9, 2008 at 16:07

    Es kommt eher noch schlimmer und noch früher, als dargestellt. Als Gutachter komme ich häufiger in Wohnungen älterer Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben und trotzdem in Armut leben, z. T. vegetieren. Die meisten haben resigniert, viele schimpfen “auf die Politik” – Konsequenzen ziehen ? – Fehlanzeige!

  • 9 askanier // Dec 9, 2008 at 16:20

    Es gibt sicher viele Gründe Herrn Biedenkopf nicht zu mögen. Doch sei daran erinnert, daß er einer der wenigen Politiker in der OMF war, die bereits Anfang der 80er Jahre auf den Geburtenrückgang und die damit verbundenen Probleme in den Sozialversicherungen hinwies. Natürlich ging auch seine Analyse nicht soweit , eine aktive Familienpolitik zu fordern. Seine damaligen, in der Sache richtigen Anmerkungen , reichten allerdings aus, um ihn vom Posten des CDU-Generalsekretärs abzulösen. Helmut Kohl waren natürlich die Chancen des eigenen Machterhalts wichtiger als partiell richtige, jedoch schockierende Wahrheiten. Und um es auch hier mal deutlich zu sagen: Wenn die demographische Entwicklung, die ja eigentlich eine Katastrophe ist, so weiter geht, hat Biedenkopf auch diesmal wieder recht !

  • 10 Gerd Reinhard // Dec 9, 2008 at 16:56

    Umfrage? Nur noch 60% der Bevölkerung hat Vertrauen in die Politik! Glatt gelogen!

  • 11 Bodo // Dec 9, 2008 at 17:21

    @kritikaster: Einfach mal unter youtube.de suchen (Biedermann und die Brandstifer). Da findet man alle Szenen.

  • 12 F. Heusinger // Dec 9, 2008 at 17:30

    Man moechte glauben, dass ein Politiker, der versagt hat, fuer immer verschwaende. Im parlamentarischen Staat aber geht er bloss zurueck und stellt sich hinten wieder an.

  • 13 Anna Log // Dec 9, 2008 at 18:45

    Das heißt, 40 % glauben die Lügen noch!? Irrsinn!

  • 14 Meckerer // Dec 9, 2008 at 18:59

    @Gerd Reinhard -10-

    Ich habe vor Monaten irgendwo geleses, im Osten sind es nur noch 30% und im Westen 60% die dem System vertrauen und glauben. Ich bin sicher dass das im Westen zu hoch gegriffen ist.

  • 15 Hindenburg // Dec 10, 2008 at 2:15

    Der Literaturempfehlung von Kritikaster möchte ich noch eine weitere hinzufügen, die sehr gut den im bürgerlichen Milieu immer noch herrschenden Geist charakterisiert, und zwar “Der Untertan” von Heinrich Mann.
    Sehr lesenswert!

    *Richtig, und wer es mit dem Lesen nicht so hat, Staudtes Film dazu ist nicht minder erstklassig und durchaus zeitlos. – Die Schriftleitung

  • 16 Nordstern // Dec 10, 2008 at 5:11

    zu “Oder was soll man zu Politikern, wie beispielsweise Herrn Müntefering von der SPD, h…und sagen: „Wir werden als Koalition an dem gemessen, was in Wahlkämpfen gesagt worden ist. Das ist unfair!“ Da fällt einem wohl nicht mehr viel ein.”

    Da fällt mir so einiges ein, dessen öffentliche Äußerung jedoch unter gültiges Stgb fällt.

  • 17 Goldread // Dec 10, 2008 at 11:25

    @1 Druidenstein: „Aber Herr Biedenkopf, das ist doch nichts Neues. Die christlichen Brüdergemeinschaften leben doch schon seit Jahrhunderten so!“

    Lass doch diese billige Masche endlich fallen.
    Niedertracht auf die du irgendwo stößt, die sich äußerlich irgendwie mit C in Verbindung bringen lässt, sofort mit „dem Christlichen“ gleichzusetzen. Glaub mir, das wirkt primitiv.

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