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maxh8

Der Spatz im Gebälk: Recht muß Recht bleiben (25.02.07)

February 25th, 2007 · Post your comment (11 Comments)

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Krieg oder Nichtkrieg, die Frage bewegt zur Zeit viele. In einer solchen Situation wird erfahrungsgemäß mit Nebelkerzen geworfen und strategische Verwirrung geschaffen. Mehr noch als die Kriegsfrage “fernab in der Türkei”, bewegt die Menschen eigentlich, wenn auch etwas weniger bewußt, wohin die Reise ihres wirtschaftlichen Auskommens geht. Wohin? Niemand weiß es, selbst Berufsanfänger haben hier nur ein mulmiges Gefühl. Mulmige Gefühle sind der Gesundheit in jeder Beziehung abträglich. Daher herrscht bei den Leuten mehr Krankheit als genaues Wissen darüber, was auf sie zukommt und was dann zu tun sei.

Es ist dabei weniger der Widerspruch zwischen hoher Produktivität und trotzdem weltweit wachsender Armut, der die Gemüter bewegt, als die Frage, was aus dem Ersparten, der Geldanlage, der eingezahlten Altersvorsorge wird. Bisher konnten Großspekulanten in Japan für ganze 0,25% billig Geld aufnehmen, und es in “Wertpapiere” mit höherer Rendite wieder anlegen. Dieser sogenannte “Carry-Trade” hat die Spekulationsmärkte liquide und damit die Geldanlage “im Wert” gehalten. Nun hat die Bank of Japan die Zinsen auf 0,5% verdoppelt. Yen außerhalb Japans sind Forderungen an Japan. Der Bank of Japan wurde bei den Mengen an Yen, die sich auf den internationalen Märkten tummeln schwindlig. Daher die “leichte” Zinsanhebung. Sie war von den internationalen Geldgrößen, denen auch die Japaner zu folgen haben, sehr umstritten. Deshalb hatte man am Montag unmittelbar vor der Zinsanhebung, die den Geldausfluß aus den Banken etwas drosseln soll, noch schnell 2,1 Billionen Yen auf den Markt strömen lassen. Auch sonst feierte die Gelddruckerei (auf Computerfestplatten) fröhliche Urstände, um die Spekulation noch ein Weilchen am Laufen zu halten. Die Geldmenge M3 nahm nach konservativen Angaben im Jahr 2006 beim Euro um 9% und beim Dollar um 11% zu. Trotzdem werden nach der “leichten” Zinsanhebung in Japan viele Großanleger über die Rentabilität und Werthaltigkeit ihre Spekulationsanlagen nachdenken müssen.

Die Reaktion der “Experten” ist - wie immer in solchen Fällen - geteilt. Während sie hinter vorgehaltener Hand die Anhebung “unerhört” und “dramatisch” nennen, ist sich die Finanzpresse für die breite Masse am 21. Februar von der International Harald Tribune über Reuters, Bloomberg, Dow Jones etc. einig und wedelt mit ihren “anerkannten” Experten: Die “Zinsanhebung wird dem Carry Trade nichts anhaben”. Nur in der Washington Post titelte Robert Samuelson “Sturmwolken über dem globalen Basar”: “Die Gefahr besteht, daß eine scharfe Verschiebung in den Wechselkursen oder höhere Zinsen in den ausleihenden Ländern den ansprechenden Handel unrentabel machen. Eine Panik könnte sich ergeben, wenn die Anleger die Flucht ergreifen”.

Ende Januar veröffentlichte die Job-Streich-Beratungsfirma McKinsey & Co einen 130-seitigen Bericht: “Wie können New York und die USA ihre Weltführerschaft bei Finanzen aufrechterhalten”. Der Bericht kommt zu dem Schluß, daß die USA Finanzboden an London verlieren und London inzwischen wieder die Oberhand bei Finanztransaktionen aller Art (besonders bei sogenannten “Derivatverträgen”) gewonnen hat. Zahlen über Transaktionen einzelner Wertpapiersparten werden dort aufgeführt. Sie sind unerheblich, weil sie sich viel zu weit über alle Möglichkeiten der Wertrealisierung hinaus verstiegen haben. Hier wird inzwischen allzu offensichtlich mit heißer Luft oder Luftschlössern gehandelt.

Genau hier liegt der Punkt, an dem sich beide Besorgniserreger “Krieg” und “mein Geld” treffen. Wieder einmal muß das auf Schulden (Kredit) basierende Finanzsystem “bereinigt” das heißt müssen die unrealistische “Werte” (der kleineren Leute) ausgeschieden aber das für die Herrschaft der Banken über Jahrhunderte so vorteilhafte Schuldgeldsystem in seinem Wesen erhalten bleibt. Das besorgte bisher immer eine Krise in Verbindung mit einem größeren Krieg. Sind wir wieder soweit?

Nicht so ganz: Bisher gab es immer einen Grund, um Menschen gegeneinander in den Krieg zu hetzen. Da ging es um den Erhalt der eigenen Nation, die von anderen in Frage gestellt wurde (Einkreisungs- oder Containmentpolitik vor dem ersten und nach dem Zweiten Weltkrieg), oder um eine nationale Wirtschaftspolitik, die sich vom Internationalen Finanzsystem und der Herrschaft seiner Banken abkoppeln wollte (2. Weltkrieg). Worum geht es jetzt? Um den Kampf der Kulturen, sagt uns Washington und verweist auf grausame Asiaten und hinterwäldlerische Islamisten, die sich und ihre Völker den großen Segnungen des Westens versperren.

Daß ein solcher Krieg gerechtfertigt sei, stand für Bush und seine Leute vor der UNO 2003 außer Frage. Nach den Anschlägen auf das World Trade Center, deren überdeutliche Verursacherhandschrift im Westen - trotz der 3.000 Toten - niemand zur Kenntnis nehmen wollte und bis heute nicht will, ließ er (konservativ) und sein Gesinnungsgenosse Blair (progressiv) vor der “Völkergemeinschaft” eine Flut von Lügenmärchen auftischen und fragte scheinheilig: “Welche Beweise brauchen wir noch?” Keine, natürlich! Und niemand aus der Völkergemeinschaft widersprach. Einige duckten sich nur vorsichtig hinter ihre Stuhllehne und flüsterten: “Wir sind nicht ganz überzeugt”. Inzwischen wird man mutiger, weil sich der Krieg nicht auszahlte und die “westliche” Gleichschaltung im Irak nicht so ohne weiteres durchsetzen ließ. Vor allem aber ließ sich damit die Spekulationswelt nicht bereinigen. Keiner wußte bei der Flut von Vorschlägen, wo anzupacken, ohne gleich das ganze System umzureißen und so wurde nur in Milliardenbeträgen betrogen (Veruntreuungen bei Haliburton und Co, ähnlich wie die Spekulationen mit der WTC-Demontage 2001).

Die westliche Kultur wurde zwar inzwischen auf das nur noch Käufliche zurückgeworfen, es blieb ihr aber immer noch die Idee von Demokratie und Rechtstaatlichkeit. “Demokratie wird zwar inzwischen weitgehend als Werbegag durchschaut: wer die vorgegebene Politik einer des-informierten Öffentlichkeit werbemäßig am besten nahebringen kann, darf die überbezahlten Stellen der Exekutive mit seinen Leuten besetzen. Doch ohne Rechtsstaatlichkeit scheint es nun gar nicht zu gehen - scheint es.

Am 14. Februar 2007 hat das Weiße Haus ein Dekret erlassen, mit dem es sich über Recht wenn auch nicht über Gesetz hinwegsetzt. Das Dekret zur Einrichtung militärischer Sondertribunale ermöglicht es, “feindliche, ausländische Kämpfer” aburteilen und hinrichten zu lassen, ohne daß es dafür wirklich stichhaltiger Beweise bedarf.

Und ein Bundesgericht in Washington hat sogleich am Faschingsdienstag mit zwei gegen eine Stimme entschieden, daß ausländischen Inhaftierten des Lagers Guantanamo der ordentliche Rechtsweg zur Anfechtung ihrer Gefangenschaft verschlossen bleibt. Die Gefangenen in dem auf Kuba gelegenen US-Stützpunkt Guantanamo fielen - so das Gericht - nicht in den Geltungsbereich der amerikanischen Verfassung. Die Zustimmung des Kongresses zu Bushs Sondertribunalen sei nach Einschätzung des Gerichts demnach rechtens. Juni 2006 hatte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten Bush die geplante Einrichtung der Tribunale verweigert, weil er dazu nach Ansicht des Gerichts die Zustimmung des Kongresses brauchte. Diese hat er inzwischen bekommen, er hat die Tribunale durch seine Zustimmung auf eine juristische Grundlage gestellt - aber auch auf eine rechtliche?

Das Regelwerk für die Tribunale sieht vor, daß erzwungene Aussagen und Informationen vom Hörensagen als Beweise anerkannt werden können, wenn der Richter des Militärtribunals sie für glaubhaft hält. Zur Verurteilung soll es genügen, wenn ein hinreichend glaubwürdiger Informant aussagt, er habe von einem Dritten gehört, der Angeklagte habe die ihm vorgeworfene Tat begangen. Für den Schuldspruch reicht auch ein Geständnis aus, das ihm unter Anwendung von Gewalt, also Folter, abgenötigt werden konnte. Handfeste Beweise sind nicht erforderlich. Damit folgen diese Tribunale genau der Restspraxis in der Bundesrepublik Deutschland in Bezug auf das Bestreiten des Holocausts. Hierbei wird allerdings durch entsprechende Gesetze - weil man in Deutschland gründlicher ist - sogar die Berücksichtigung stichhaltiger Beweise ausgeschlossen. Allerdings können wie in der entsprechenden Rechtspraxis in Deutschland die Verteidiger in den USA pro forma zwar Einblick in von der Behörde zusammengefaßte Geheiminformationen erhalten. Doch dürfen diese im Verfahren nicht ohne Zustimmung der Behörden als Beweismittel zur Entlastung des Delinquenten vorgebracht werden.

In den Schauprozessen der früheren UdSSR mußten die Delinquenten zu einem “Geständnis” gebracht werden. Das ist in den USA nicht erforderlich, hier genügt die Stimmung, Meinung und Einstellung des Militärrichters, um ggf. ein Todesurteil zu verhängen. Vor dem Sondergericht haben sich nun als erste der australische “Taliban” David Hicks, der Kanadier Omar Khadr und der frühere Chauffeur von Osama bin Laden, Ahmed Salim Hamdan, zu verantworten. Insgesamt werden nach Pentagon-Angaben in Guantanamo derzeit etwa 400 Menschen festgehalten. 60 bis 80 von ihnen müssen mit einer Anklage vor dem Sondergericht rechnen.

Solche Gerichtsverfahren entsprechen durchaus der politischen Praxis ihres Präsidenten. Auch der glaubte für seine Anschuldigungen gegen den Irak keine stichhaltigen Beweise beifügen zu müssen. Ein paar “Zeugenaussagen” und ein paar weitere Behauptungen genügten, und das Land wurde angegriffen, besetzt und ins Chaos gestürzt. Im September 2002 erklärte US-Präsident Bush den Vereinten Nationen, die UNO könne nun beweisen, ob sie von Bedeutung sei, indem sie seinen Kriegsplänen zustimmt. Sie verfehlte den Test. Doch zeigte Bush damit, daß er nur die von ihm definierten Interessen der USA für maßgeblich hält. Alle anderen Maßstäbe fallen nicht ins Gewicht - schon gar nicht irgendwelches Recht.

Die politische Klasse hat, von einigen wenigen Politikern in islamischen Ländern abgesehen diesen vom US-Präsidenten zum Ausdruck gebrachte Führungs- und Herrschaftsanspruch stillschweigend und ohne Murren hingenommen. Das Dekret zu den Sondergerichten bedeutet einen vor wenigen Jahren außerhalb Deutschlands (siehe Holocaust-Leugnungsprozesse) unvorstellbaren Rückschritt in der zivilisatorischen Entwicklung der Welt. Bush hat mit ihm nicht nur ein Manifest des Unrechts in den USA erlassen, sondern die Rechtfertigung für Folter und Mord weltweit gegeben. Die in Deutschland im Zusammenhang mit dem Holocaust gepflegten Schuld- und Reuegefühle mögen vielleicht schön und wichtig sein, zur Abwehr oder gar Bewältigung zukünftiger Gefahren sind sie weniger als wertlos, solange man sich den Anfängen einer ähnlichen Entwicklung nicht widersetzt, sondern sie - als politischen Wohlverhalten dem Verbündeten gegenüber getarnt - hinnimmt.

Quelle: Der Spatz im Gebälk 25.02.07



Tags: Allgemeines

11 responses so far ↓

  • 1 wartender Krieger // Feb 26, 2007 at 1:11

    Was Recht und Gesetz ist, das bestimmt immernoch der Stärkere, wie seit Anbeginn der Menschheit.

    Sollten zufällig moralisch Hochstehende die stärksten sein, besteht eine gute Chance, daß aus Recht echte Gerechtigkeit wird.

    Erweisen sich allerdings moralisch korrupte und unwürdige Subjekte widernatürlich als die Stärkeren, dann kommt dabei ungefähr sowas heraus, wie die aktuelle USraelische Herrschaft und die BRD Justiz.

    Recht und Gesetz haben nur dann eine echte Bedeutung, wenn sie entweder von allen freiwillig als gültig akzeptiert werden, oder aber von einer überlegenen Macht mit Hilfe von Sanktionen und Gewalt durchgesetzt und erzwungen werden können.

    Ist diese Macht jedoch selbst korrupt, unmoralisch und verbrecherisch, verkommt jenses Recht und Gesetz nur allzu leicht zu einer Farce und einem Deckmantel für die eigenen Interessen, welche eben jenen allgemein akzeptierten Rechtsnormen diametral entgegenlaufen können.

    Außerdem kann jedes Individuum oder jede Gruppe/Organisation, solange nur stark genug, allgemein gültiges Recht ignorieren, sofern man die Konsequenzen abwehren kann.
    Wer diese konfrontation scheut aber trotzdem geltendes Recht brechen will, der setzt auf Geheimhaltung und indirekte Manipulation.

    Jeder Geheimdienst arbeitet so, dafür gibt es überhaupt Geheimdienste! Geheimdienste wurden dafür geschaffen und werden besonders von USrael traditionell dazu genutzt, um heimlich Operationen durchführen zu können, welche gegen geltendes Recht, besonders das eigene verstossen.

    Diese geheimdienstorganisationen haben also im wesentlichen 3 Aufgaben:

    1. Illegale Operatione durchführen, die gegen geltendes Recht - national wie international - verstossen.

    2. Jene illegalen operationen zu Vertuschen und die eigenen Handlungen sowie Interessen zu verschleiern. Besonders vor der eigenen Öffentlichkeit und jedem, welcher Möglichkeiten zur Sanktionierung hat.

    3. Dabei nach Außen hin eine Fassade der Verschwiegenheit, Legalität und Unscheinbarkeit aufrechterhalten und mit allen Mitteln verhindern, daß Informationen über das wahre Wesen und die Aktionen der eigenen Organisation bekannt werden, welche die Fassade oder Integrität der Organisation sowie ihrer Hintermänner und Befehlsgeber kompromittieren könnten.

    Vor jeder offenen militärischen wie diplomatischen Aktion der USA werden zu deren Vorbereitung und Absicherung ersteinmal illegale oder halblegale Geheimdienstoperationen durchgeführt.

    Jeder Krieg der USA innerhalb der letzten 100 Jahre wurde durch solche Geheimdienstoperationen vorbereitet bzw. ermöglicht und ausgelöst. Generell gibt es praktisch keinen militärischen Konflikt, in dessen Vorlauf keine verdeckten Geheimdienstaktionen oder anderweitige illegale und verborgene Operationen durchgeführt werden.

    Da Geheimdienstoperationen ihrem Wesen nach stets illegal und moralisch verwerflich sind, haben besonders die USA noch niemals einen “legalen Krieg” geführt und alle ihre Kriege mit illegalen Methoden begonnen. Dies ist praktisch eine US amerikanische Tradition, anders können die USA ihre interessen überhaupt nicht durchsetzen.

    Wer also wissen möchte, welche Nationen zur Wahrung ihrer Interessen primär auf verdeckte Kriegsführung und Illegale, somit unrechtmäßige und verwerfliche Methoden setzen, der schaue sich die Größe und Anzahl ihrer Geheimdienstorganisationen an.
    und wer hat nun Weltweit die größten und meisten Geheimdienste?

    Die USA, Israel und Großbritannien!

    Und wenn solche Nationen dann von Recht und Gerechtigkeit reden, insbesondere Internationalem Recht und Völkerrecht und dann auch noch bestimmen wollen, wann sich ein anderes Land legal oder Illegal verhält, dann kann sowas nur pure Heuchelei sein!

    Es gibt kein menschengemachtes Recht, daß man mit den entsprechenden Mitteln und der nötigen Schläue und Skrupellosigkeit nicht umgehen, beugen oder sogar im eigenen Sinne formen könnte.

    Jene welche schlau, stark und mächtig genug sind, können sich der Gerechtigkeit immer entziehen. Nur die Einfältigen, Armen und Schwachen, die Normalos eben, haben diese Möglichkeiten nicht.

    Somit kann es kein echtes Recht und keine echte Gerechtigkeit geben, denn echtes Recht muss ausnahmslos für alle betroffenen Individuen unter allen Umständen gleich gelten oder es ist nichts als eine Farce!

    Und ein Rechtssystem oder Gesetz, welches einer Definition und Auslegung durch Dritte bedarf, ist von vorneherein unvollkommen und ungerecht! Und jene, welche es zu ihrer Spezialität gemacht haben, Recht und Gesetz nach eigenem Gutdünken auszulegen und zu interpretieren, sind die Verkörperung aller Gesetzlosigkeit und Unmoral!

  • 2 Wetekamp // Feb 26, 2007 at 8:34

    @wartender Krieger

    Klasse Ausführung, danke. Bis auf einen Punkt volle Zustimmung. Wobei dieser Satz aus meiner Sicht einfach nur die Betrogenen zu schlecht wegkommen läßt.

    “Jene welche schlau, stark und mächtig genug sind, können sich der Gerechtigkeit immer entziehen. Nur die Einfältigen, Armen und Schwachen, die Normalos eben, haben diese Möglichkeiten nicht.”

    Zu den Betrogenen gehören aus meiner Sicht auch die Klugen. Menschen, die sehr wohl Weitsicht, Gerechtigkeitsgefühl ect. und damit eine hohe Hemmschwelle in puncto krimineller Energie haben.

    Ein “Geradeaus-Denker” ist in unserer vorherrschenden Gesellschaftsform immer dem skrupellosen Schlitzohr unterlegen, schon weil er – wenn überhaupt – meistens viel zu spät merkt, daß er über den Leisten gebügelt wurde. Das hat also wenig mit “Einfalt, Arm und Schwach” allein zu tun, sondern auch mit der (durch hohe Geisteshaltung) Unfähigkeit, sich in derartig verrohte Geistessümpfe hinab zu begeben.

  • 3 Haenschen // Feb 26, 2007 at 10:24

    Tja, da gibts so viele undurchsichtige Sachen bei diesen “Geheimen”. Aber manchmal plaudern die auch. Man kann sich auf niemand verlassen dieser Tage. Sieht aus als ob der Iran eine Verschnaufpause bekommt. Der niedliche Prinz Harry wuerde nicht so mir-nichts, dir-nichts in ein angrenzendes Krisengebiet geschickt - wenn es da gleich los gehen koennte. Blair’s Truppenabzug hat auch noch so einen Haken. Eine gleichstarke Kolonne wird naemlich nach Afghanistan geschickt. Irgendwer hat entschieden, dass es da jetzt heisser wird.
    Aber das Prunkstueck von dem ganzen Maneuvrieren, einschliesslich der konventionellen (sogenannten) “Abwehrraketen” in Polen und Chechien - so fluestert mir ein kleiner Mann ins Ohr - , hat einen fast tragisch-komischen Hintergrund. Und der findet sich in der super-effizienten Weise wie die Neocons die Welt organisieren. Die Verlagerung der computerchip Herstellung in alle moeglichen andere Laender - die hinwiederum weiter verlagern,- bis letzten Endes alles in China ankommt - oder von da her kommt, hat dazu gefuehrt, dass ein Grossteil der empfindlichsten Geraete die zum Warnen, Auskundschaften, Zielen und Treffen (mit Raketen, Bomben usw.) in die Kriegsmaschinen eingebaut sind - - - nicht verlaesslich sind!!! Die Geschichte ist hoch-technisch und kann hier nicht ganz ausgebeutet werden; aber ganz schlicht, die Chinesen, die immer einen Cent sparen, auch wenn das Endprodukt Tausende wert ist, haben sich mal wieder klassisch benommen. Um es fuer Laien verstaendlich zu machen - ein Beispiel waere das Einsetzen von einem 1 Ampere Draht in eine Sicherung die 30 Ampere tragen soll. Macht man das nun in einem Chip in dem tausende von diesen Draehten fungieren muessen und von diesen Chips werden tausende in Flugzeuge, Peilanlagen, Schiffe, Satelliten usw. eingebaut, dann hat man ein System das hoechstens zu Manoevern faehig ist, aber keiner ernsthaften Belastung Stand haelt. Und sollte es zum nuklearen Krach kommen, dann wuerde die elektromagnetische Welle das gesammte Gebilde im Bruchteil einer Sekunde lahm legen.
    Nun koennt Ihr mal lachen bis die Pentagonier einen Ausweg finden.
    Aber, ernstlich, es koennte auch gerade mal so sein, dass die Chinesen genau wussten, was sie da gebaut haben. EU-Weh, warum wohl?

  • 4 stoiker // Feb 26, 2007 at 14:00

    “und wer hat nun Weltweit die größten und meisten Geheimdienste?”

    Ja, wer aber vor allem hat weltweit die geheimsten Geheimdienste, denn Geheimdienste, die jeder kennt, sind ja keine mehr? Und diese Geheimdienste im Dienste der wirklichen geheimen Großmacht vertreten keinesfalls die Interessen der USA, auch nicht die Großbritanniens, sondern ausschließlich ihre ureigensten.

  • 5 Watzmann // Feb 26, 2007 at 21:01

    @Hänschen (bitte nicht am Umlaut stören)

    Sie beziehen sich wohl auf solches:

    “Sony verlagert Produktion von Photosensoren komplett nach China
    Fertigungszahlen von Digitalkameras sollen deutlich gesteigert werden

    Der Technologiekonzern Sony will die Produktion von Charge Coupled Device (CCD)-Sensoren für Digitalkameras von Japan nach China verlagern. Dafür wurde ein neues Werk in Wuxi City in der Provinz Jiangsu errichtet, berichtete das japanische Wirtschaftsmagazin ‘Japan Industrial Journal’ heute. Rund 50 Prozent der in dem chinesischen Werk produzierten CCD-Chips sollen an japanische Hersteller geliefert werden, während die verbleibende Menge vor allem in China weiterverarbeitet wird.

    Sony will die eigene Produktion von Digitalkameras in China in dem im April beginnenden Geschäftsjahr 2003 auf 500.000 Geräte verzehnfachen. Das Unternehmen hält zur Zeit einen Weltmarktanteil von 20 Prozent. Mit Investitionen von über 200 Millionen Dollar soll auch der monatliche Ausstoß von CCD-Sensoren auf 7,2 Millionen gesteigert werden. Im August wird das neue Werk den Angaben zufolge 3,6 Millionen Chips fertigen. Nach Prognosen des Industrieverbandes CIPA werden die Verkaufszahlen von Digicams in diesem Jahr um 28,1 Prozent auf 31,45 Millionen Stück weltweit steigen. (ck)

    [ Donnerstag, 27.02.2003, 10:48 ] ”

    http://de.internet.com/index.php?id=2019652

    Wissen Sie mehr darüber? Dann bitte ich Sie, das hier schon “auszubeuten”.

  • 6 Watzmann // Feb 27, 2007 at 19:48

    Zitat: “…Der niedliche Prinz Harry wuerde nicht so mir-nichts, dir-nichts in ein angrenzendes Krisengebiet geschickt - wenn es da gleich los gehen koennte…”

    Das weder ein Grund noch ein Hindernis für etwas. Der schwarze Prinz war in Frankreich, der Prinz Andrew war im Falklandkrieg. Prinz Harry ist der Sohn von Prinzessin Diana und vielleicht des Reitlehrers (oder war der Tennislehrer?), wäre dann also kein “echter Windsor” (aus Sachsen, Coburg und Gotha). Er trägt auch schon mal eine (verfremdete) Uniform, deren Vorbild nicht aus dem britischen Fundus stammt.

    Zur Sache:

    “…Statt einer Bedrohung durch das iranische Atomprogramm sieht der österreichische Experte Schöfbänker eine massive Bedrohung für den Weltfrieden durch die Vereinigten Staaten von Amerika. Folgt man Schöfbänker, planen die USA im Iran einen skrupellosen Genozid. Das Angriffs-Konzept “Global Strike” sehe vor, innerhalb von 24 Stunden 10.000 Ziele im Iran aus der Luft zu zerstören. Das betreffe nicht nur die Zerstörung aller militärischen Einrichtungen, sondern auch die Zerstörung der gesamten “theokratischen und politischen Elite des Iran und wahrscheinlich auch eines Großteils der wissenschaftlichen und technischen Intelligenz”…”

    http://www.gerhard-wisnewski.de/modules.php?name=News&file=article&sid=355

  • 7 griesgram // Feb 28, 2007 at 1:59

    @Haenschen
    Der “niedliche Prinz” würde!
    Sein Onkel war im nur 4 Monate dauernden Falklandkrieg vom ersten Tag an Frontsoldat. Der Krieg kostete in 4 Monaten 255 britische Soldaten das Leben.
    Der Irakkrieg, 2003 bis Ultimo, kostete bisher “nur” 132 Leben,
    der Afghanistan -Krieg seit 2001 “nur” 48 Todesfälle.
    Beide Konflikte zusammen haben also in 6 Jahren weniger Verluste gebracht als 4 Monate im Südatlantik.
    Der niedliche Prinz wird mit seinem Regiment, einer Panzeraufklärungseinheit, an der Front Dienst tun, wie seit 2003 fast eine halbe Million Kameraden.
    Schließen Sie bitte nicht von der JrD auf andere Staaten, auch wenn es in den Fingern juckt!
    Es ist- noch!- nicht jedwes Regime so dekadent wie “unseres”.

  • 8 Haenschen // Mar 1, 2007 at 2:22

    Der Herr aus Oesterreich, auch wenn es den garnicht gibt, hat wahrscheinlich Recht.
    Alles was die westliche Wertegemeinschaft tut ist Betrug.
    Wartet mal wie sich die polnischen und chechischen “Abwehrsysteme” als ballistische “first strike” Komponente entpuppen.

    Den Iraq haben sie jetzt genau da wo sie ihn haben wollten. Nuri al-Maliki’s Kabinet hat gerade ein Gesetz formuliert, ohne dass seine Landsleute es merkten. Die Verteilung des schwarzen Gold soll von einem Konsortium verwaltet werden das aus “einheimischen und auswaertigen Experten” besteht. Wobei es sich bei der ueberlegenen Anzahl der “Auswaertigen” genau um die handelt die dafuer verantwortlich sind, dass eine halbe Million Iraquer umgebracht wurden und so an die 6000 Amerikaner und ihre gemieteten Soeldner sterben mussten. Tausende der iraqischen Intelligenzia sind verschwunden.

    Im Maerz wird das Gesetz abgestempelt, denn Kurden und Shia hat man vorsichtigerweise bevorteilt. Das Expertenkonsortium wird eine Behoerde werden, die dann das Oeleinkommen auf eine Weise verteilt welche heisst, ganz praktisch gesehen, es wird drei Staaten geben wo vorher einer war.

    Cheney wusste schon 1999, als die computerchips in seinen Satelliten noch funktionierten, dass es wenigstens noch 50 unausgebeutete Oelfelder unter dem Iraqischen Sand gibt. Damals war Cheney Chef von Halliburton – und liess verlauten “im Jahr 2020 werden wir weitere 50 millionen Faesser Oel amTag brauchen.” Der groesste Teil davon liegt im Mittelosten in Gegenden wo die Leute keine Ahnung haben worauf sie sitzen. Die Technik das Oel zu finden haben nur die “auswaertigen Experten” in der neuen Behoerde – also raten wir mal wer die Vertraege kriegt. Iraqisches Oel zu pumpen kostet ungf. 125 cents pro Fass. Bei einem Endpreiss von $50.- kann man schon von einem Reibach reden.

    Und noch eine Kleinigkeit. Ein gewisser Nachbarstaat ist vorlaeufig abgesichert. Selbsmordattentaeter muessen seit dem Ende des Diktators stempeln gehen.
    Mein Gott was fuer ein Zyniker das Haenschen geworden ist.

  • 9 griesgram // Mar 1, 2007 at 10:52

    @Haenschen
    Die Chinesenchips…
    Hier was lustisches dazu:
    http://magazine.web.de/de/themen/digitale-welt/computer/technik-trends/3695440-Softwarefehler-zwingt-Militaerjets-zu-Boden,cc=000005480300036954401gGHUx.html
    Man kann jetzt die Amerikaner abschießen, indem man die Uhr umstellt!

  • 10 Henry // Mar 2, 2007 at 0:06

    Über die Logic vom “niedlichen Prinz”.
    Der Hans ist narürlich ein Rauhbein mit seinen Behauptungen,-
    aber das Sentiment ist richtig und wie folgt:
    50% oder mehr der Engländer wollen mit dem Iraq und dem Chameleon Blair nichts zu tun haben. Diese 50% (oder mehr) wissen, daß sie hier nicht angegriffen wurden, sondern die Angreifer sind. (Man wünschte sich es wären 1939 auch so viele gewesen.)
    Der Prinz ist “ihr” Prinz. Er liegt ihnen doppelt so schwer im Gemüt wie ihr doppelzüngiger prime minister. Ausserdem ist die Trauer und die Wut um die schöne Prinzessin absolut nicht abgeklungen. Der niedliche Prinz ist jetzt so ungf. der Letzte der die engl. Monarchie noch retten kannn. Wenn dem was passiert in einer so schmierigen Angelegenheit wie die, in die Blair sie da reingetrieben hat - könnte das der Strohhalm sein der dem Kamel das Genick bricht.

  • 11 Schörner // Mar 8, 2007 at 15:33

    Wieder mal ein klasse Spatz-Artikel.
    @wartender Krieger:
    Sehr gute Ausführungen!

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