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Oranienburg / Brandenburg: Nicht leicht macht es mal wieder Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm seinen Parteigenossen. Kaum hat sich die öffentliche Meinung in den neuen Bundesländern halbwegs darüber beruhigt, daß Schönbohm mit Hinblick auf einen mehrfachen Babymord die Kollektivierung der Landwirtschaft durch die SED als eine eine der wesentlichen Ursachen für die Verwahrlosung und Gewaltbereitschaft in Brandenburg verantwortlich machte, so gibt es auch schon neues Aufsehen.
Nicht genug damit, daß Schönbohm, wenn auch mit Verspätung, den kriminalistischen Spürsinn von Generalbundesanwalt Nehm und dessen Politisierung der Strafsache Ermiyas M. in Frage stellt, er erdreistete sich dieser Tage sogar das Gedenkmonopol für bestimmte Berufs- und Gewohnheitsopfergruppen im früheren KZ-Sachsenhausen in Frage zu stellen. – So fand am vergangenen Sonntag, dem 23. April, in Oranienburg unlängst eine Gedenkveranstaltung anläßlich des 61. Jahrestages der Einnahme des Lagers durch die Rote Armee statt, auf welcher der Landesinnenminister vor etwa 50 Berufs- und Gewohnheitsopfern nebst den dazugehörigen Lobbyisten referierte.
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| Jörg Schönbohm |
Dabei schockierte er sein Publikum mit der durchaus richtigen, für jene aber völlig unerwartet kommenden Erklärung, daß er in sein Gedenken ausdrücklich auch jene einbeziehe, die nach 1945 von den Sowjets und ihren kommunistischen Kollaborateuren dort eingesperrt wurden.
Das sogenannte Internationale Sachsenhausen-Komitee, gegenwärtiger Inhaber des offiziellen Sachsenhausen-Gedenkmonopols nannte Schönbohms Äußerungen „eine Unverschämtheit“. Generalsekretär des Internationalen Sachsenhausen-Komitees, Hans Rentmeister, dem schon während der Schönbohm-Rede sichtlich der Kamm schwoll, verstieg sich sogar zu dem Gezeter: „Der Brandenburger Innenminister hat vergessen, dass er hier vor internationalem Publikum spricht. Die ideologisch geprägte Gleichsetzung setzt die Mörder auf eine Stufe mit unseren Kameraden.” Eine Gleichsetzung die in der Tat schimpflich ist, standen doch jene die man nach 1945 in diesen Lagern einsperrte turmhoch über einem Großteil dessen, was Lager wie Sachsenhausen zuvor bevölkerte und von dem hinreichend bekannt ist, daß dieser keineswegs nur aus politisch oder rassisch Verfolgten bestand, sondern aus ganz gewöhnlichem Abschaum, den man in jedem Land der Welt das auf sich hält hinter Schloß und Riegel verwahrt.
Ob der aufgebrachte Genosse Hans Rentmeister seine Zeit in Sachsenhausen nun als Kinderschänder, Vergewaltiger, Gewohnheitsdieb, Mörder, Landesverräter oder politisch Verfolgter verbrachte konnten wir leider nicht feststellen, doch gehen wir davon aus das in unserer Aufzählung schon ein Begriff das Richtige treffen wird. Um seinen Äußerungen das nötige Gewicht zu verschaffen fügte der Führer der politisch korrekten Sachsenhausen-Veteranen hinzu, daß „Historiker“ davon ausgingen, daß 20 bis 80 Prozent der Häftlinge nach 1945 „die Mörder, Peiniger und Quäler unserer Kameraden“ gewesen wären. Freilich unterschlägt Rentmeister dabei, daß es sich bei diesen „Historikern“ keineswegs um unabhängige Geschichtsschreiber handelt, sondern in der Regel um Skribenten, die erst vom SED-Regime ausgehalten wurden und die nunmehr von der Bundesrepublik ausgehalten werden und deren „Erkenntnisse“ gegen jeden Zweifel durch das Strafgesetzbuch abgesichert sind.
Gedenkstättenleiter Günter Morsch geriet förmlich zwischen zwei Stühle, als er zwischen den Streithähnen zu vermitteln suchte. Letztlich mußte er jedoch feststellen: “Im Rahmen einer solchen Gedenkveranstaltung finde ich jede Auseinandersetzung nicht hilfreich”, um dann hinzu zu fügen, daß der Austausch von Argumenten sei an solcher Stelle unmöglich sei. Tatsächlich? Nimmt man es genau, so ist ein wirklicher Austausch von Argumenten in Deutschland zu dieser Thematik keineswegs nur auf solchen Veranstaltungen unmöglich, sondern generell. Und das es so ist, ist nicht zuletzt auch das Verdienst jener Zeitgenossen, die sich auf dieser Gedenkveranstaltung über bestimmte Fragen der historischen Differenzierung in die Haare bekamen. Es fällt schwer solchen Zeitgenossen gegenüber so etwas wie Mitgefühl zu empfinden … weshalb also sollten wir es überhaupt erst versuchen.
Siehe auch
Spiegel Online 23.04.06
Quelle: Störtebeker-Netz 25.04.06


14 responses so far ↓
1 stoiker // Apr 25, 2006 at 15:21
Wenn Herr Schönbohm sich weiterhin derart politisch unkorrekt äußert, katapultiert er sich noch in die baldige Frühpension. Dann muß er sich mühsam statt mit (schätzungsweise) 20000 Euro monatlich mit nur popeligen 15000 plus Nebenverdienst aus einem Beratervertrag über Wasser halten.
2 H.Schneider // Apr 25, 2006 at 15:41
Deutsche “Politiker” agieren normalerweise in einer perversen Art und Weise ,aber Schoenbohm scheint einer der wenigen guten Ausnahmen* zu sein.
Ganz offenkundig lebt der Autor dieses Kommentares nicht in Brandenburg. Es genügt übrigens den Kommentar einmal abzusenden. Ruhig etwas mehr Vertrauen in die Technik wagen.
Schriftleitung Altermedia
3 Schörner // Apr 25, 2006 at 15:44
Toller Artikel.
4 Skorzeny // Apr 25, 2006 at 16:24
Stöhnbohm ist zwar eine Ratte aber das war eine gelungene Nummer Herr General!!
5 pseudo-nym // Apr 25, 2006 at 20:24
Ob Schönbohm oder Schäuble oder wie sich diese Systembüttel und geistigen Grobmotoriker schimpfen, alle in ´nen Sack, Benzin drüber und… den Rest spar ich mir, sonst heißt es noch, ich rufe zu Straftaten auf. Aber die Vorstellung hat schon was verlockendes, gelle…?!
6 chamälion // Apr 26, 2006 at 1:12
Aus unserer Familie verschwand ein junger Mann nach dem Kriege. Durch Denunziation linker Strolche wurde er; fast noch ein Junge, von Russen abgeholt, nach Sachsenhausen gebracht. Unter dem nicht bewiesenen Vorwand er wäre Nazi wurde er dort gequält und gefoltert. Später nach Bautzen verschleppt, dann verliert sich seine Spur. Dieser Junge hat in der Wehrmacht sein Leben riskiert um sein Land und seine Familie zu schützen. Rentmeister und Konsorten sollten das Maul halten. Denn wenn sie das Leid anderer in dieser Sache nicht erfassen können und wollen, dann nährt das doch den Verdacht, das es mit ihrer Menschlichtkeit nicht annähernd so weit her ist wie sie uns glauben machen wollen. In dieser Sache hat Schönbohm mal was gutes und richtiges gemacht. Und sofort kann jeder die Folgen sehen. Seine SPD-Koalitionskumpels fallen wie hunderte Claudia Roths und Friedmänner über ihn her um ihn politisch zu zerfleischen.
7 deutscher // Apr 26, 2006 at 13:35
ins lager mit denen die lager wollen!
etwa die schriftleitung von altermedia!
nie wieder deutschland!
Nicht wahr, schade das der GULAG so vorzeitig schließen mußte?
Schriftleitung Altermedia
8 H.Schneider // Apr 26, 2006 at 15:57
an Schriftleitung, danke fuer die konstruktive Kritik. Ja, ich lebe etwas west von Brandenburg (6000 km)
9 Legionär // Apr 26, 2006 at 18:19
@deutscher
“etwa die schriftleitung von altermedia!”
Hinter das Wort altermedia sollten Sie ein Fragezeichen setzen.
“nie wieder deutschland!”
Damit bin ich einverstanden !!!
Her mit dem DEUTSCHEN REICH !!!
10 Erwin Sommer // Apr 26, 2006 at 18:30
Vorsicht, beim Einloggen wird versucht, php oder etwas Schlimmeres beim Nutzer zu installieren!
11 Baldur // Apr 26, 2006 at 22:37
Bitte?
PHP oder was schlimmeres installiert?
Ich war immer der Meinung das wäre eine Scriptsprache die für dynamische Weltnetzseiten gebraucht wird (Personal Home Page ). Perl, Java und Mysql-Datenbanken werden auf dynamischen Seiten unter anderem benutzt.
Wie will man sich sonst einloggen ohne Scriptsprache?
12 Freiheit für Germar Rudof & David Irving // Apr 27, 2006 at 13:36
Seit gestern, 26. April, erscheint bei mir, wenn ich die Seite http://www.stoertebeker.net/blog aufrufe, folgende Meldung:
It doesn’t look like you’ve installed WP yet. Try running install.php.
Zuvor konnte ich die Seite problemlos aufrufen.
Andere php-Seiten kann ich jedoch ohne Schwierigkeiten aufrufen.
Woran liegt es dann, daß seit gestern plötzlich diese Meldung erscheint?
13 Baldur // Apr 27, 2006 at 15:33
@ Freiheit für Germar Rudof & David Irving
ich denke da müßen Sie den Administrator fragen. Das sollte eigentlich nicht für den Nutzer sein.
Das ist zum Einrichten der Weblogsoftware von WordPress.
Aber mit Störte war das die letzten Wochen schon immer schwierig. Entweder wurde man sofort auf Altermedia umgeleitet oder wartete ewig oder bekam den Hinweis auf die erreichte Höchstzahl der Nutzer usw. Was also spricht dagegen gleich auf Altermedia zu gehen.
Eine Frage an die Schriftleitung: Sind die Inhalte eigentlich manchmal verschieden? Ich hatte eigentlich stets das Gefühl, daß die Artikel immer auf beiden Seiten zu finden waren nur die Komentare waren unterschiedlich.
mit freundlichen Grüßen
Baldur Nauheim
14 Freiheit für Germar Rudolf & David Irving // Apr 27, 2006 at 16:50
@ Baldur:
Danke für die Erklärung!
“Sind die Inhalte eigentlich manchmal verschieden?”
Manchmal ja, wie es scheint. So war gestern auf Störti ein Luftbild einer kalifornischen Marinebasis mit der sensationellen Enthüllung, daß unsere amerikanischen Befreier dem “Führer” dort ein Exil-Refugium mit weltanschaulich passendem Grundriß errichtet hatten. Wie nett von ihnen!
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