„…wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit.“ – Angela Merkel in ihrer Rede zum 60. Jahrestag der CDU, 16.06.2005
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Schwerin / Mecklenburg: auf den bevorstehenden 65. Jahrestag des Attentats auf Hitler, am 20. Juli 1944, weist Landesjustizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) in einer Presseerklärung hin. Kuder bezeichnete diesen Putschversuch, der an eine Operette erinnern würde, wenn dabei nicht Menschenleben zu beklagen wären, als „Höhepunkt des Widerstandes gegen die totalitäre Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus“ Tatsächlich hielt sich dieser sogenannte „Widerstand“ in überschaubaren Grenzen und erforderte seinerzeit ein weitaus geringeres Kräftepotential zu seiner Bekämpfung, als der heutige „Kampf gegen Rechts“.
Kuder in ihrer Erklärung weiter:
„…Die Frauen und Männer des Widerstands sind mit ihrem Handeln mutig für ein Deutschland mit unabhängiger Rechtsprechung eingetreten. Damit haben die Widerstandskämpfer ein unübersehbares Zeichen für das Fortleben des Freiheits- und Friedenswillens der Deutschen in der dunkelsten Zeit unserer Geschichte gesetzt.”
Eine Behauptung die man getrost ins Reich der Legenden verweisen kann, so ging es dem Gros der Verschwörer keineswegs um ein „Deutschland mit unabhängiger Rechtssprechung“, dass es bekanntlich bis auf den heutigen Tag nicht in Deutschland gibt, sondern lediglich um ein Deutschland ohne Hitler und um die Sicherung der Pfründen, die ein Großteil der Verschwörer durch den NS erhalten hatte und die man durch den unglücklichen Kriegsverlauf nunmehr gefährdet sah. Nicht zu vergessen die an der Verschwörung beteiligten Kommunisten, denen es ganz gewiß nicht um ein demokratisches Deutschland ging, sondern lediglich um die Schaffung eines politischen Zerrbildes im Schatten von Moskau, wie es dann später auch in der DDR Wirklichkeit geworden ist.
In ihrer Presserklärung heißt es weiter:
“Alle Deutschen leben heute in einer rechtsstaatlichen Demokratie – aber,” so die Ministerin weiter, “wir dürfen nicht vergessen: Freiheit zum Nulltarif, Freiheit ohne geistige Auseinandersetzung wird es niemals geben! Wir dürfen auch nicht vergessen, dass freiheitliche, offene Gesellschaften immer wieder bedroht sein können. Allein deshalb lohnt es sich, daran zu denken, dass es mutige Menschen wie die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 gab! Gerade eine Demokratie ist lebensnotwendig auf die Beherzigung staatsbürgerlicher Tugenden angewiesen. Wir sind weiter darauf angewiesen, dass alle Bürgerinnen und Bürger sich zu den Institutionen und Werten des demokratischen Rechtsstaates bekennen und sich dafür nach den jeweiligen Kräften und Möglichkeiten einsetzen.”
Auch in diesem Fall lohnt ein Vergleich mit dem 20. Juli 1944, zeigte doch der gescheiterte Putsch in aller Deutlichkeit wie fest die Persönlichkeit Adolf Hitlers im deutschen Volke verwurzelt war und dass es erst einer jahrzehntelangen Umerziehung bedurfte, um dieses Bild zu ändern, ohne damit je wirklich endgültig ans Ziel gelangt zu sein.
Es entbehrt darüber hinaus in diesem Zusammenhang nicht einer gewissen Ironie, wenn Kuder von einer Freiheit spricht, die es ohne geistige Auseinandersetzungen nicht geben würde. Wie Auseinandersetzungen dieser Art in Deutschlang geführt werden, ist bekannt, so genügt es hierzulande bekanntlich von unliebsamen Ansichten einfach zu sagen, dass diese keine Meinung, sondern ein Verbrechen wären. Für härtere Fälle gibt es dann eben den Paragraphen 130.
Was nun den angeblichen Mut der Putschisten betrifft, so ist uns nicht ganz verständlich, welchen Mut es erfordert, neben jemanden eine Zeitzünderbombe abzustellen und dann das Weite zu suchen, statt einfach die Pistole zu ziehen, Hitler zu erschießen und die Konsequenzen in Kauf zu nehmen. Stattdessen verwandelte man das Attentat in eine Art Mafia-Anschlag bei dem man durchaus verstehen kann, warum es so lange Jahrzehnte dauerte, bis man ihn in der Bundesrepublik als „Heldentat“ akzeptierte, mußte man doch warten bis die Erlebnisgeneration erst weitestgehend ausgestorben und altersschwach ist, ehe man mit solchem Kokolores hausieren gehen konnte, ohne gesteinigt zu werden.
Kuder weiter:
„Im Scheitern des geplanten Umsturzversuchs liegt eine große Tragik: Wäre er geglückt, wäre der Bevölkerung Europas vermutlich viel weiteres Leid erspart worden. Allein in Deutschland starben in den letzten zehn Monaten des Krieges – vom 21. Juli 1944 bis zum Ende Anfang Mai 1945 – nochmals über 4,8 Millionen Menschen.“
Mal abgesehen davon, dass die Justizministerin die Millionen deutschen Nachkriegsopfer der „Befreiungsära“ in ihrem Rechenexempel ausspart, befindet sie sich auf dem Holzweg, wenn sie glaubt, dass der Bevölkerung Europas dadurch Leid erspart worden wäre.
Die typische Milchmädchenrechnung einer Dame, die damit einmal mehr das Klischee bestätigt, dass das Gros der Frauen wohl in der Lage ist, bestimmte historische Daten und die ihnen staatlich verordneten Denkweisen auswendig zu lernen, aber zum überwiegenden Teil unfähig ist, bestimmte historische Zusammenhänge aus eigener Erkenntnis richtig zu deuten und selbständig wiederzugeben.
Wäre das Attentat geglückt, hätte sich gar nichts geändert, außer das es zum äußeren Krieg auch noch einen inneren Bürgerkrieg gegeben hätte Die Art und Weise wie die Deutschen das Attentat auf Hitler mehrheitlich aufnahmen, läßt erahnen, dass man mit den Verschwörern auch so kurzen Prozeß gemacht hätte, da diese nicht den geringsten Rückhalt im Volke besaßen. Bezeichnenderweise wollten die Alliierten auch nichts von ihnen wissen, so dass es keineswegs bloßes Hirngespinst ist, wenn man davon ausgeht, dass die Equipe der Verschwörer sich auch im Falle eines vorzeitigen Sieges der Alliierten auf der Anklagebank in Nürnberg wiedergefunden hätte und zwar ohne Wenn und Aber.
Zum Abschluß heißt es dann:
„Justizministerin Kuder: “Claus Graf Stauffenberg, Ludwig Beck, Carl Goerdeler, die Geschwister Scholl, Dietrich Bonhoeffer und ihre Freunde im deutschen Widerstand, Menschen aus den unterschiedlichsten Schichten, bleiben Leitbilder unserer Zeit. Sie sind Zeugen unseres Freiheitswillens und ihnen gebührt unser Dank!”“
Auch hier sollte man fragen, Dank, wofür? Immerhin sollte man in diesem Zusammenhang nicht vergessen, dass es mehr als 60 Jahre dauerte, bis man in Deutschland, als einzigem Land dieser Welt entdeckte, dass gewöhnlichen Landesverrat; Kriegsverrat, Wehrkraftzersetzung und Sabotage in Wirklichkeit Tugenden sind, die man für anerkennens- und fördernswert hält.
Politiker wie Kuder sollten wirklich beten, dass sie zu ihren Lebzeiten in keinen wirklichen Krieg geraten, denn sollte dann jemand bei ihnen unterm Tisch eine Aktentasche à la Stauffenberg deponieren, dürften echte Tränen und Betroffenheit ausbleiben. Denn ein Regime, dass den Verrat so hofiert, wie es das bundesdeutsche Parteienkartell tut, sollte sich nicht wundern, wenn ihm eines Tages in der Stunde Not niemand freiwillig Gefolgschaft leistet.
Siehe auch
Presseerklärung Landesjustizministerium 85/09 17.07.09





42 responses so far ↓
1 Grampax // Jul 18, 2009 at 11:05
Und ich dachte schon, wir leben jetzt in der dunkelsten Zeit der Geschichte……so kann man sich irren.
GruSS
2 Hohes C // Jul 18, 2009 at 11:16
Angenommen jemand würde wirklich die heutige Politiker-Generation in die Luft sprengen, nach 2 Wochen sind die Namen wieder vergessen.
3 Daggi // Jul 18, 2009 at 11:26
Andere Länder, andere Mythen:
http://www.stern.de/politik/ausland/:Kuba-Die-638-Leben-Herrn-Castro/534677.html
4 M. v. Killinger // Jul 18, 2009 at 11:32
Dieser Text bietet ein exzellentes Beispiel für die im Grunde ähnliche Gedankenwelt der Neonationalsozialisten wie der Demokraten; gut und böse, richtig und falsch.
Man könnte in diese Diskussion (die ja eigentlich keine ist) von beliebiger Seite einsteigen, aber wir erinnern uns des eitlen Wortes, nachdem es nur wenige verdienen, daß man ihnen widerspricht.
5 Bruder Pius // Jul 18, 2009 at 12:17
Es hat mehrere Attentatsversuche auf Hitler gegeben ,sehr tragisch ist das Scheitern des Bombenanschlags vom November 1939 von Kurt Elser,ein Rudolf Heß hätte unter allen Umständen, außer dem Preis nationaler Selbstaufgabe ,den Krieg mit England beendet und niemals wäre er so dumm gewesen, eine deutsche Armee in die weiten Rußlands zu jagen,die stärkste Armee der Welt, zur damaligen Zeit, die Deutsche Wehrmacht wäre im eigenen Land geblieben, im Angriff kaum zu stoppen, in derVerteidigungunüberwindlich Jeder Kriegstreiber Churchill, Roosevelt müßten ihren Völkern erst einmal schmackhaft machen gegen dieses Bolwerk an zurennen, wir wären kein Volk beflissenener Lakaien sondern selbstbewußt und stolz
6 Stahlhelm65 // Jul 18, 2009 at 12:19
@M.v.Killinger
Dir muß auf jeden Fall widersprochen werden,
denn es gibt ja nur einen,dem man nicht andauernd widersprechen darf,-sich selbst!
Hier haben wir den Salat,den Widerspruch in
sich selbst,der heutzutage Staatsdoktrin ist!
Stauffenberg und co. waren nach geltendem
Kriegsrecht,Landesverräter,die nach damaligem
Recht unschädlich gemacht werden mußten!
Wenn aus Landesverrätern Helden gemacht
werden,zeugt das nicht nur von einer üblen
Grundeinstellung dem eigenen Land gegenüber,
sondern von einer feigen Vorstellung von
Heldentum!
Helden ergreifen gemeinhin nicht die Flucht,
sondern stellen sich dem Feind!
Insofern waren Stauffenberg u.co. keine Helden,
sondern bestenfalls verirrte oder bezahlte Partisanen des Volksverrats!
Frau Kuder ist das beste Beispiel für einen
geistigen Kümmerling,den das Volk nur solange
kümmert,wie es brav die Umerziehungslügen
glaubt. Aber wehe,wenn der Wind sich dreht,
dann laufen solche Gestalten mit wehenden Fahnen zum Feind über!
Werte Frau Kuder,Sie können jetzt schon mal
im stillen Örtchen über’s Desertieren nachdenken,solange Sie noch Zeit dazu haben!
SH Stahlhelm65
7 Werner // Jul 18, 2009 at 12:20
Zum Kopfzitat der IM “Erika”:
http://www.youtube.com/watch?v=unT_MBgavog
8 Deutscher // Jul 18, 2009 at 12:32
@Stahlhelm 65
Wann meinst Du dreht sich endlich der wind?
Ich rechne so mit 2015-2020 wenn die Finale Krise eintritt, da werden Unternehmen, Banken und Staaten wackeln! Ich hoffe die BRD gehört dazu!
9 Heinz_OH // Jul 18, 2009 at 12:42
In Joseph Hellers (huch… ein Jude) Roman “Catch 22″ beschreibt er den Mechanismus einer Dialektik, die Wahrheiten in eine Lüge übersetzen, die dann zur absoluten Wahrheit wird. Und die Hilflosigkeit, gegen eben diesen “Catch 22″, wie er diesen Trick nennt, anzugehen.
Das ganze Thema Stauffenberg ist ein Catch 22. Nach dem Krieg brauchte vor allem die westdeutsche Bourgeoisie die Gruppe um Stauffenberg, um einen Ankerpunkt zu haben für ihr “Ich war schon immer Gegner der Nazis gewesen – wie von Stauffenberg – zumindest von der Haltung her.” Stauffenberg nahm im Westen den Status ein, den die Rote Kapelle im Osten besetzte.
Dieser Anker ist Dreh- und Angelpunkt für die Erkenntnis: “Die Alliierten haben auch uns Deutsche befreit von den Nazis. Wir waren genau so Opfer wie die Völker der überfallenen Nationen.”
Das ist der erste Teil des Tricks.
Der zweite Teil des Tricks besteht darin, daß, würde von Stauffenberg heute noch leben, er von der System-BRD aufgrund seiner bekannten Ansichten zum rechtsextremen Neonazi abgeurteilt würde. Stauffenberg vertrat in vieler Hinsicht extremere Ansichten als viele Kameraden aus dem NW. Weist man aber darauf hin, dann “beschmutzt man das Gedenken an einen unserer Tapfersten”. (nun weiß man nicht, ob man aufgrund dieser “Logik” lachen oder weinen soll.
Der dritte Teil des Tricks vollendet das Wunderwerk: Weist man rein sachlich darauf hin, daß von Stauffenberg und seine Clique aus Junkern, Offizieren und Geldadel eben nicht “nur” Hochverrat begingen (für den es grundsätzlich durchaus Legitimationsgründe zu finden gäbe), sondern daß sie auch Landesverrat begingen – und das wurde und wird bis heute als das schlimmste und verwerflichste bewertet, was ein Staatsdiener eben diesem antun kann… dann ist es vorbei. Man ahnt schon, daß man zu diesem Punkt aufgrund der Teile 1 und 2 gar nicht mehr kommen kann.
Catch 22 funktioniert.
10 Deutscher // Jul 18, 2009 at 12:45
@ Korrektur: wind=Wind
Finale=finale
11 Jagapada // Jul 18, 2009 at 12:49
Dieser Text bietet ein exzellentes Beispiel für die im Grunde ähnliche Gedankenwelt der Neonationalsozialisten wie der Demokraten; gut und böse, richtig und falsch.
Das mag schon sein, aber es ist eine Tatsache, dass der “Scheindemokrat” niemals bereit ist, sich den Deck in seinem Herzen anzusehen und dass deshalb seine Unterteilung in “richtig” und “falsch” einzig und allein hinsichtlich seines eigenen materiellen Vorteils getroffen wird. Das mag nun auch auf “Neonationalsozialisten”, wie Sie es formulieren, zutreffen, aber es trifft nicht auf die eine nationale und soziale Philosophie zu. Diese wird von dem Prinzip getragen, dass “richtig” das ist, was ALLEN Volksgenossen, und letztendlich jedem Bürger dieser Welt, zum Vorteil gereicht, und dass “falsch” alles ist, was dem widerspricht, also den vermeintlichen eigenen Vorteil zum Nachteil der anderen anstrebt.
“Richtig” bedeutet in diesem korrekten Sinne “das Wohl aller erweiternd”, oder, philosphisch ausgedrückt “lebenserweiternd”, und “falsch” bedeutet, “das Wohl aller zugunsten einer oder einiger weniger Personen einschränkend” oder im umfassenden philosphischen Sinne “lebensbeschränkend”.
Die Bedeutung und das Gewicht von “richtig” und “falsch” hängt daher letztlich vollständig von der Motivation und dem Wirklichkeitsverständnis desjenigen ab, der sie verwendet. Wohingegen der internationale Sozialismus eine künstliche und allen natürlichen Gegebenheiten widersprechende Weltinterpretation darstellt, die den Massen mit allerlei falschen Versprechungen und mit viel Gewalt aufoktroyiert werden muss, handelt es sich bei einem nationalen Sozialismus um ein der Wirklicheit entsprechendes Ansschaungssystem, das in seiner Natürlichkeit von unverdorbenen Menschen spontan angenommen wird. Überdies bietet dieses System nach oben hin die Möglichkeit, höhere spirituelle Prinzipien auf der Grundlage einer gesunden Gesellschaftsordnung einzuführen, spirituelle Prinzipien der Gleichheit und Brüderlichkeit, die von den falschen Sozialisten bloß imitiert und in dieser sinnentleerten und oberflächlichen Imitation als Schlingen für den Fang entwurzelter, frustrierter und leichtgläubiger Menschen ausgelegt werden.
Wenn jemand, wie der internationale Sozialismus – ganz im Sinne einer schönen neuen Welt – sich erdreist, der Natur, der Wirklichkeit , “Falschsein” zu unterstellen, der ist in seiner törichten Ignoranz nicht zu überbieten und gehört von allem Anfang an einem Auslaufmodell an, da die Wirlichkeit zu jeder Zeit recht behalten wird und Recht behält. Wer im Einklang mit dem Wesen der Wirklichkeit handelt, ist für den Sieg prädestiniert. Diese Tatsache mag manchmal durch die lebensbegrenzenden dämonischen Aktivitäten skrupelloser falscher Propheten und der Exekutive überschattet werden, aber zerstört wird sie deshalb nie.
Deshalb ist es auch nicht vorwiegend politische Propaganda, dass die Menschen der Wahrheit öffnet, sondern das aufrichtige Bestreben, ihm inmitten all der künstlichen Propaganda der falschen Propheten seine Unverdorbenheit und seine spontane Zuneigung zu den ewigen Prinzipien des Lebens zurückzugeben. Und dafür ist die wahre deutsche Mentalität bestens geeignet, denn es gibt kaum ein Volk dieser Welt, dass nachdenklicher, duldsamer, friedfertiger und aufrichtiger ist als dieses.
Gott segne Deutschland und die ganze Welt!
12 Jagapada // Jul 18, 2009 at 12:52
“und deren Exekutive” muss es heißen
13 Irlmaier Alois // Jul 18, 2009 at 12:54
# 8
Optimist. 2010 – 2011 und dann Endspiel.
Noch dieses Jahr, kurz nach den sogenannten Wahlen, geht’s los.
14 Galland // Jul 18, 2009 at 13:02
Die Alliierten wollten die bedingunslose Kapitu-
lation, d.h. die totale wirtschafliche, militärische
und politische Zerstörung Deutschlands. Egal ob
eine Hitler, Stauffenberg oder die Mutter Theresa an der Spitze gestanden hätte. Siehe
Morgenthauplan. Er wurde nur deshalb nicht
durchgeführt weil sich die Siegermächte zer-
stritten und jede Seite ihren Teil Deutschlands
brauchte.
Stauffenberg starb angeblich mit den Worten.
hoch lebe unser heiliges Deutschland. Ganz
klar rechtsradikales Gedankengut.
15 Frankennatur // Jul 18, 2009 at 13:13
BR-Nachrichten haben heute vermeldet:
“Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GfK finden rund 75 Prozent der Bundesbürger, dass es derzeit in Deutschland nicht gerecht zugeht. Die “ostdeutschen” Teilnehmer der Umfrage beantworteten die Gerechtigkeitsfrage noch skeptischer (83%)”.
16 Schwabe // Jul 18, 2009 at 13:13
Mord ist nun ´mal ein Verbrechen, egal an wem.
Man kann soetwas billigen oder verherrlichen, oder auch nicht.
Hier aber ist das Verherrlichen/Billigen eine Straftat.
Wer also diese Mörder verherrlicht und damit deren Verbrechen billigt, macht sich hierzulande strafbar.
Nur werden die Demokröten eben keine Anträge auf Aufhebung der Immunität gegeneinder stellen. Und die Staatsanwaltschaft ist weisungsgebunden, wird also ohnehin nicht tätig (was wiederum eine Straftat ist, nämlich Strafvereitelung im Amt).
Sobald das Urteil gegen Hähnel aber “rechtskräfig” ist, kann man sich ja entsprechend gegen die Straftäter, d.h. die Verherrlicher/Billiger der Morde vom 20.Juli äußern – und dann abwarten, ob sich die Straftäter “beleidigt” oder “übel nachgeredet” fühlen und Strafantrag stellen …
17 IChbinDeutschland // Jul 18, 2009 at 14:02
Bei dem ganzen feiern und emporgehebe des “Widerstand” als eine sich als Beispiel zu nehmende Heldentat in dieser tollen BRD, sollte es doch keinem zukünftig hierzulande übel genommen werden, wenn man die derzeitige politische “Elite” demnächst halt auch von den Wänden und Fußböden in Einzelteilen abkratzen darf…
18 Erwin // Jul 18, 2009 at 14:51
Kommunisten beteiligt am 20. Juli?
19 RevierFörster // Jul 18, 2009 at 14:52
1. Stauffenberg wurde nicht von den pöhsen Nazis sondern von seinen Komplizen ermordet die so ihre eigene Haut retten wollten, aus Demokratensicht richtige “Helden”,
2. Eigentlich eine Grundregel, wenn die Demokraten etwas gut finden kann es nur Scheiße sein, sonst würden sie dagegen hetzen.
20 Hochposten // Jul 18, 2009 at 14:59
Der amerikanische Geheimdienst hinter dem Anschlag auf Hitler?
„Eduard Waetjen, ein promovierter Jurist aus Bremen mit US-amerikanischer Mutter, hatte gute Kontakte zum reichsdeutschen Außenministerium und verfügte über weitreichende internationale Kontakte.
Im Zweiten Weltkrieg war er Mitarbeiter von Hans Bernd Gisevius im Amt Ausland/Abwehr (Nachrichtendienst) im Oberkommando der Wehrmacht unter Admiral Wilhelm Canaris, insbesondere in der Türkei und der Schweiz. Er vertrat ab dem 15. Februar 1945 das deutsche Gernalkonsulat in der Schweiz als Wirtschaftsreferent und hatte vorab bereits offizielle Kontakte zu den westlichen Alliierten.
Parallel hatte Waetjen während des Zweiten Weltkrieges, wie auch Hans Bernd Gisevius, Georg Hansen und Gero von Gävernitz, Kontakte zu Allen Welsh Dulles, dem aus der Schweiz agierenden OSS-Vertreter. Bereits ab dem Januar 1944 informierten Waetjen und Gisevius die OSS über die Pläne des deutschen Widerstandes.
Nach Angaben des US-amerikanischen Geheimdienst-Koordinaters von Präsident Roosevelt, William J. Donovan, hatten diese Kontakte auch bis und mit der „Schwarzen Kapelle“ unter dem Nazi-Abwehrchef Canaris Einfluss auf den Zeitpunkt des Attentats vom 20. Juli 1944 und weiterhin einen engen Zusammenhang zwischen der angloamerikanischen Landung in der Normandie im Juni 1944, dem Warschauer Aufstand vom Juli 1944 und letztendlich dem deutschen 20. Juli 1944 (Quelle: Angabe Valentin Falin).“
“Widerständler” in US-Diensten
http://books.google.de/books?id=fI1ZQBR6A6sC&pg=PA3&lpg=PA3&dq=gisevius+dulles+gaevernitz&source=bl&ots=mUMJC4VP6E&sig=2aSy97RP9h8OVXZdgAj896sRF-M&hl=de&ei=-d9hSunhKJjknAPjpbn4Dw&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=9
21 Zeitzeuge // Jul 18, 2009 at 15:08
Eine kleine Begebenheit aus der Bundeswehr des Jahres 1965, die heute völlig unfaßbar erscheint: Oberleutnant M., Kompanieoffizier, hatte den Auftrag des Kompaniechefs erhalten, den “20. Juli” vor der versammelten Kompanie zu würdigen.
Es war eine sehr kurze Unterrichtung. Oberleutnant M. nahm Haltung an und meldete dem Kompaniechef: “Herr Hauptmann, ich kann es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, Hoch- und Landesverrat vor den jungen Soldaten als vorbildlich hinzustellen – mit den naheliegenden möglichen und unabsehbaren Folgen auch für die Bundeswehr! Ich melde, daß ich es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren kann, Ihren Auftrag auszuführen.”
Der Kompaniechef grüßte knapp zurück, und es passierte – nichts! Soweit ich es später noch beobachten konnte, machte der Oberleutnant M. eine ganz normale Karriere.
22 Bube // Jul 18, 2009 at 15:49
@ 20 Hochposten // Jul 18, 2009 at 14:59
Das ist aber ein Kauderwelsch-Zitat! Der Schluss ist unverständlich.
23 Debildar // Jul 18, 2009 at 17:15
Der amerikanische Geheimdienstchef Allen Dulles berichtet:
Von beiden Seiten wurde gründlich vorgefühlt, bevor ich Gisevius kennen lernte. Er war Vizekonsul im deutschen Generalkonsulat in Zürich, ich war Beamter der amerikanischen Regierung und unserer Gesandtschaft in Bern zugeteilt. Zwischen den beiden Ländern herrschte Kriegszustand. Ein Zusammentreffen mit Gisevius war nicht gerade das Gegebene. Ich hatte, soviel ich konnte, über den Charakter des Mannes, den ich da treffen sollte, erfahren, und ich nahm an, daß er das Gleiche getan hatte. Er war den Genfer Kirchenführern, zu denen ich vollstes Vertrauen hatte, wohl bekannt, war ein Freund Niemöllers gewesen und wurde bei mir durch meinen nächsten Kollegen und Hauptberater für deutsche Angelegenheiten, Gero von S. Gaevernitz, der ein ausgezeichneter Beurteiler des deutschen Charakters war, eingeführt. Gaevernitz, ein Amerikaner, dessen deutscher Vater ein führender liberaler Professor an den Universitäten Freiburg und Breslau gewesen war, hatte unter den hervorragenden antinazistischen Deutschen eine Anzahl guter Freunde und wußte daher, auf wen man sich verlassen konnte. Seine Freunde dagegen kannten ihn als einen vorsichtigen Mann, der ihre Sicherheit nicht gefährden würde, denn er wußte ja, daß ihr eigenes und das Leben ihrer Familien immer in Gefahr waren. Aus diesem gegenseitigen Vertrauen erwuchs eine Form der Beziehung, die es uns möglich machte, in engem Kontakt mit den Antinazi in Deutschland zu arbeiten.
Für Gisevius gab es natürlich Grund genug, vorsichtig zu sein. Eine Indiskretion wäre nicht nur für ihn, der damals zwischen Berlin und Zürich hin- und herreiste, verhängnisvoll gewesen, sondern würde auch die Verschwörer in Deutschland gefährdet haben.
Seine eigentliche Tätigkeit war dadurch getarnt, daß er zum Stab von Admiral Canaris gehörte und dem deutschen Generalkonsulat in Zürich zugeteilt war.
Gisevius war Mitglied der Verschwörergruppe innerhalb der Abwehr. Er war ein vertrauter Freund von Admiral Canaris und General Oster und war daher von diesen in die Schweiz gesandt worden, um dort die Verbindung mit der Außenwelt, die bei der Verschwörung gegen Hitler helfen sollte, herzustellen. Ganz natürlicherweise hatten sie angenommen, daß sie bei den westlichen Alliierten, vor allem bei den Vereinigten Staaten und England Interesse finden würden.
Im Verlauf meiner Tätigkeit in der Schweiz traf ich auch noch einige andere Deutsche, die dieselbe allgemeine Einstellung hatten wie Gisevius. Diese Leute fanden, daß ein Sieg des Nazismus und die Ausrottung der Freiheit in Europa und möglicherweise auf der ganzen Welt eine weit größere Katastrophe darstellte als eine Niederlage Deutschlands. Sie waren sogar der Ansicht, daß eine Wiedergeburt Deutschlands nur durch eine Niederlage Hitlers erfolgen könne, und sie wollten diese daher so schnell wie möglich herbeiführen, bevor noch der Kern der deutschen Kultur durch den totalen Krieg zerstört würde. Sie wünschten den Sieg der Alliierten, ehe Deutschland völlig zermürbt, aller materiellen und moralischen Werte entledigt war. Noch gäbe es, glaubten sie, Möglichkeiten, ein neues Deutschland aufzubauen.
Erst allmählich und nachdem ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis hergestellt war, hörte ich die ersten Einzelheiten über die Organisation und die Pläne der deutschen Widerstandsbewegung.
Meine Verbindung zu Gisevius mußte durch alle nur erdenkliche Vorsicht geschützt werden. Im allgemeinen trafen wir uns spät nachts, entweder in Zürich oder in Bern, unter der schützenden Decke der Schweizer Verdunklung, durch die es fast unmöglich wurde, jemanden zu erkennen oder zu verfolgen. Aber eine ständig vorhandene Gefahr gab es, nämlich die, daß unsere Geheimchiffren entziffert werden würden. Ich kann mich sehr gut an einen Tag im Februar 1943 erinnern, als Gisevius während eines unserer ersten Zusammentreffen Gaevernitz und mir erzählte, er fürchte, wir müßten aufhören, uns zu sehen. Er zog sein kleines schwarzes Notizbuch aus der Tasche und setzte den Hauptinhalt einer ganzen Reihe von Telegrammen zusammen, die von Bern nach Washington geschickt worden waren. Er war gerade von Berlin zurückgekommen, und seine Freunde in der Abwehr hatten zufällig erfahren, daß es dem deutschen Dechiffrierungsdienst gelungen war, einen der amerikanischen Schlüssel zu lösen. Glücklicherweise war es nicht mein eigener Schlüssel, und ich hatte ihn nicht für irgendwelche wesentliche Nachrichten verwendet, da ich aber damals zu wenig Chiffrierer hatte, hatte ich gelegentlich auf diesen Schlüssel zurückgegriffen, wenn ich allgemeine politische Berichte zu senden hatte. Eine der dechiffrierten Nachrichten war ein Bericht über die Situation in Italien und gab ein anscheinend recht genaues Bild von der Uneinigkeit in italienischen Kreisen und von der antideutschen Gruppe, die sich schon Anfang 1943 um Badoglio, Grandi, Ciano und andere gebildet hatte. Nach den Berichten von Gisevius war dieses entzifferte Telegramm Hitler auf den Schreibtisch gelegt worden, und er hatte es mit einigen freundlichen Worten an Mussolini geschickt. Ein paar Tage darauf verschwand Ciano von seinem Posten als Außenminister und ging zum Vatikan. Ich habe nie herausbekommen können, ob das ein Zufall oder ob das Kabel daran schuld war.
Auf jeden Fall benutzten wir von da an diesen Schlüssel nur noch für solche Nachrichten, bei denen es uns ganz lieb war, wenn die Deutschen sie lasen, oder bei denen wir sogar darauf Wert legten, und im Laufe von einigen Monaten gaben wir ihn ganz auf. Wenn wir sofort damit aufgehört hätten, ihn zu verwenden, so hätten die Deutschen daraus sofort schließen können, daß uns bekannt war, daß ihnen der Schlüssel in die Hände gefallen war. Wir stellten damals schon fest, und die heute gefundenen Gestapodokumente bestätigen es, daß es den Deutschen später nie mehr gelungen ist, eine von meinen Nachrichten zu dechiffrieren, und so konnte ich das befriedigende Bewußtsein haben, daß keiner meiner Mitarbeiter je durch chiffrierte Telegramme gefährdet war. Trotzdem war es ein recht mühevolles Geschäft, und niemals habe ich eine chiffrierte Nachricht gesendet, in der genaue Tatsachen über die Untergrundbewegung enthalten waren, ohne dabei ein unbehagliches Gefühl zu haben. Natürlich wechselten wir ständig die Decknamen von all den Leuten, die an gefährlicher Stelle für uns arbeiteten.
Der Zwischenfall des dechiffrierten Schlüssels brachte Gisevius und mich eigentlich noch enger zusammen. Für mich war es ein starker Beweis seiner Aufrichtigkeit. Und er wurde dadurch überzeugt, daß ich bei der Bearbeitung seiner Berichte alle nur mögliche Vorsicht anwandte, und nun wurde ich auch in die Geheimnisse der deutschen Untergrundbewegung eingeweiht.
Ungefähr zur gleichen Zeit, in der ich Gisevius kennen lernte, wurde ich auch mit Adam von Trott zu Solz vom Auswärtigen Amt, einer der führenden Erscheinungen des Kreisaukreises, in Verbindung gebracht. Aus Sicherheitsgründen habe ich ihn nie persönlich kennen gelernt. Er machte nur zwei Reisen nach der Schweiz, und das war während der späteren Kriegsjahre und er mußte ganz besonders vorsichtig sein. Aber beide Male konnte ich eine Darlegung seiner Ansichten erhalten.
Während seines Besuches im Januar 1943 berichtete er, daß seine Mitverschworenen in Deutschland tief enttäuscht darüber waren, daß sie von den Westmächten so gar keine Aufmunterung erhielten. Es folgt hier, was er dazu zu sagen hatte:
Einige Tage später wurde in Casablanca die offizielle Politik der Alliierten gegenüber Deutschland in der Formel «bedingungslose Kapitulation» festgefroren (1). Goebbels drehte das sofort herum, und es gelang ihm weitgehend, dem deutschen Volk glaubhaft zu machen, daß «totale Kapitulation» eben «totale Versklavung» bedeute.
Für uns wäre es undenkbar gewesen, auf den totalen militärischen Sieg zu verzichten und in Deutschland den geringsten Zweifel an der totalen Niederlage zu gestatten. So konnten aber andererseits die Goebbels und Bormanns die «bedingungslose Uebergabe» dazu benutzen, einen völlig hoffnungslosen Krieg monatelang zu verlängern. Wir wagten nichts zu sagen, da wir befürchten mußten, daß jede Erläuterung der «bedingungslosen Kapitulation» von den Deutschen als ein Versprechen ausgelegt würde, von dem dann irgendein zukünftiger Hitler behaupten könne, es sei gebrochen worden. Die Russen waren nicht so befangen und nützten das von ihnen in Moskau eingesetzte «Nationalkomitee Freies Deutschland» weidlich dazu aus, die deutsche Kriegsstimmung zu untergraben.
Gisevius war im allgemeinen oft derselben Ansicht wie Trott, war aber realistisch genug, mir zu glauben, daß eine Uebergabe Deutschlands an die Westmächte allein überhaupt nicht in Frage käme. Nachdem er davon einmal überzeugt war, bot er seinen Einfluß bei seinen Berliner Freunden auf, um ihnen beizubringen, daß es «ein» Krieg sei und es auch nur «einen» Frieden geben würde, nämlich mit dem Westen und dem Osten.
In den unserer ersten Begegnung folgenden Monaten war Gisevius eine unschätzbare Hilfe für mich, weil er mich über den weiteren Fortschritt der Verschwörung auf dem laufenden hielt. Durch ihn waren auch wir in der Lage, einige der Verschwörer vor Himmler zu schützen. In einem gewissen Augenblick hatte Himmler besonderen Verdacht auf General Halder, obwohl er als Chef des Generalstabes schon zurückgetreten war. Die Gestapo wollte sich damit aber nicht zufrieden geben, und wollte ihn vollständig beseitigen. Zu diesem Zwecke schickte Himmler einige Agenten nach der Schweiz, die vorgaben, von General Halder zum früheren deutschen Kanzler Wirth, dem vorhin erwähnten überzeugten Antinazi, geschickt zu sein. Himmler hoffte damit, Wirth dazu zu verleiten, belastende Nachrichten an Halder zu schicken. Gisevius bekam Wind davon, Wirth wurde rechtzeitig gewarnt und Himmlers Agenten kamen unverrichteter Dinge zurück. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich, als Gisevius aus dem deutschen Konsulat in Zürich einige Briefe in Sicherheit brachte, die einen deutschen Industriellen, der im geheimen gegen die Nazi kämpfte, belasteten. Bevor noch der Bericht bei der Gestapo in Berlin eingetroffen war, war der deutsche Industrielle schon gewarnt und entkam in die Schweiz, wenige Stunden ehe sein Verhaftungsbefehl ausgeschrieben war.
Gisevius selber war auch einige Male der Verhaftung nahe. Als Himmler dem General Osten auf der Spur war, bekam er auch Verdacht auf Gisevius, und als dieser einmal wieder auf einer seiner Reisen in Deutschland war, wurde er über seine Verbindungen in der Schweiz ausgefragt. Admiral Canaris, der damals noch nicht verdächtigt wurde, sprang ein und erklärte, er hätte diese Verbindungen gestattet und gebilligt. Gisevius durfte auf seinen Zürcher Posten zurückkehren, aber er konnte keine weiteren Reisen nach Deutschland riskieren. Glücklicherweise arrangierte Osten es, daß Gisevius’ Verbindungsposten zwischen der Schweiz und Deutschland von Edward Wätjen, einem Berliner Rechtsanwalt, dessen Mutter Amerikanerin war, übernommen wurde. Wätjen wurde ebenfalls dem deutschen Konsulat in Zürich zugeteilt und reiste einige Monate lang hin und her. Dann fiel auch er unter Verdacht und seine Stelle wurde von Theodor Strünk übernommen, der dann schließlich nach dem 20. Juli sein Leben dafür lassen mußte. Durch diese drei Männer, aber auch noch andere, hielten wir eine ständige Verbindung mit den Antinazi in Deutschland aufrecht.
Im Januar 1944 schickte ich eine Zusammenfassung meiner Ermittlungen über die Verschwörer (die in meinen Berichten die «Brecher» hießen) nach Washington. Ich teilte darin mit, daß es dreierlei Bestrebungen in der Verschwörung gäbe, nämlich eine militärische, eine revolutionäre und eine evolutionäre.
Die Verfechter der ersten beiden waren der Ansicht, daß Hitler beseitigt werden müsse und eine neue Regierung gebildet werden solle, und zwar noch vor Einstellung der Feindseligkeiten. Die Verfechter der evolutionären Tendenzen waren nach dem Osten orientiert und vertraten die Ansicht, daß Hitler und seine Bande noch den bitteren Kelch der Niederlage vor der Geschichte und dem deutschen Volke selber auskosten sollten. Ich fügte hinzu, daß die meisten der «Brecher» für eine Orientierung nach dem Westen wären, radikale soziale Aenderungen befürworteten und daß sie Befürchtungen hätten, eine weitere Entwicklung der Dinge könne Deutschland dem Osten in die Arme treiben.
Im Februar berichtete ich in einem unserer geheimsten Schlüssel die Namen der Führer der «Brecher»: den Sozialisten Leuschner, Canaris’ rechte Hand, General Oster und Gördeler, der frühere Bürgermeister von Leipzig. Etwas später im selben Monat berichtete ich, der Absprung der zwei Abwehragenten in der Türkei und ihr Uebergehen zu den Alliierten hätte die ganze Canaris-Organisation so kompromittiert, daß Himmler und der SD sie nun doch wohl in die Gewalt bekommen würden. Ich fürchtete, diese Entwicklung würde unsere Verbindung mit den Verschwörern abschneiden, aber glücklicherweise war dies nicht der Fall. Einige Tage später war ich gezwungen, die Verhaftung von Helmuth von Moltke, Otto Kiep (dem früheren Generalkonsul in New York), von Frau Hanna Solf und anderen zu melden.
Anfang April konnte ich auf Grund von Meldungen von Gördeler und General Beck, die Gisevius und Wätjen überbracht hatten, Washington die folgende Zusammenfassung über die Einstellung der Verschwörer senden:
Gördeler und Beck hatten hinzugefügt, es sei höchste Zeit und sie wären bereit, es zu wagen, wenn sie auch keinerlei Gewähr für ein Gelingen geben könnten. Wären wir interessiert?
Ich war mir um diese Zeit darüber klar, daß auseinanderstrebende politische und soziale Vorstellungen die Verschwörer trennten. Diejenigen, mit denen wir hauptsächlich Fühlung hatten, schienen rechts gerichtet. Glücklicherweise waren unsere Informationen aber nicht ganz einseitig und Gisevius, der gründlich von der preußischen Militärkaste genug hatte, warnte uns ständig, wir sollten ja nicht annehmen, die «Brecher» seien nur ein militärischer Klub. Er erzählte uns, daß der Sozialist Leuschner in der Verschwörung zunehmend mehr Einfluß geltend mache. Trott, der im April wieder nach der Schweiz kam, traf sich im geheimen mit Gaevernitz, der mir dann einen Bericht über Trotts Ansichten abfaßte.
Anmerkung:
(1) Kessel schreibt im Jahre 1945 in seinem Tagebuch, daß einige der Verschwörer glaubten, die Formel der bedingungslosen Kapitulation habe sechs Jahre Aufbauarbeit der aktiven Opposition gegen Hitler «in Frage gestellt, wenn nicht vernichtet». Darin liegt gewiß eine Uebertreibung, tatsächlich aber hat unser Schlagwort es äußerst schwierig gemacht, das deutsche Volk von Hitler abtrünnig zu machen. Kessel vertritt seine Ansicht folgendermaßen:
«Hätten Churchill und Roosevelt erklärt, sie wollten Großdeutschland annektieren, so hätte dieses Programm den Vorzug eines materiellen Inhalts gehabt, an den feste Vorstellungen an¬knüpfen konnten. Was aber hieß bedingungslose Kapitulation? Eine Festung kann bedingungslos kapitulieren, ihre Besatzung geht dann in Gefangenschaft, bis der Krieg zu Ende ist. Sollte in Analogie hierzu das gesamte deutsche Volk sich auf begrenzte Zeit als Gefangener betrachten oder gar für immer als Sklave? Und wessen Sklave, denn auch dieser kann nur einem Herrn dienen! Als Sklave des Engländers, des Amerikaners oder des Russen? Wenn aber Sklaverei nicht gemeint war, warum teilte man das dem deutschen Volk nicht mit? Wenn man dem deutschen Volk aber etwas mitteilte, dann war es ja keine bedingungslose Kapitulation mehr! Somit wurden Churchill und Roosevelt Gefangene ihrer eigenen Formel, und bis heute, drei Jahre nach ihrer Aufstellung, ist keine einzige der oben gestellten Fragen beantwortet.»
(Quelle: Allen W. Dulles “Verschwörung in Deutschland”, Europa Verlag Zürich 1948)
24 Heinz aus Bremervörde // Jul 18, 2009 at 17:19
Also die Kruder behauptet doch allen Ernstes, das Stauffenberg der Höhepunkt des Widerstandes gegen Onkel A.. war? Das ist lächerlich! Stauffenberg wird im Deutschen Volke, als feiger Attentäter gesehen. So wie die alle aus den Löchern krochen als Deutschland vor einer echten Bewährungsprobe stand. Ich will hier gar nicht darauf eingehen, wer uns den Krieg aufgezwungen hat und wer zuerst geschossen hat.
Statt mannhaft seinen Dienst für das Vaterland zu tun, verriet er sogar seine eigenen Ideale. So mancher, der einen Eid auf das Vaterland geschworen hatte, saß zu dieser Zeit auf dem Klo.
Verrat, das war das übelste was einen Volk angetan werden konnte. Und der von der UDSSR eingeführte Partisanenkrieg. Damit fing die feige Kriegsführung an, und die Schmach in der wir uns jetzt befinden, Bis Dato haben Deutsche mit offenen Visier gekämpft.
Nach dem Motto “ wer verliert hat unrecht,ist auch eine Meinung.
Wenn die Verräter des Widerstandes für eine unabhängige Rechtssprechung eingetreten sind, warum haben wir die nicht?
Eines jedoch ist eingetreten. Wir leben in der dunkelsten Zeit unserer Geschichte.
Richtig ist auch, das nationale freiheitliche Auseinandersetzungen es nicht zum Nulltarif geben kann und gibt. Das wird von allen Seiten bekämpft!
Richtig ist auch, das ein Volk darauf angewiesen ist, das sich alle Bürger zu einem gewähltem Staate bekennen. Wer die gewählte Regierung nicht anerkennt, bald ist Wahl!
25 kein "einfacher Bürger" // Jul 18, 2009 at 17:37
Einen Dank an Altermedia für die gelungene Kommentierung der Aussagen von Landesjustizministerin Uta-Maria Kuder.
Da gibt es nicht mehr viel zu sagen. Außer vielleicht, dass wirklich nur sehr wenige Frauen sich dazu berufen fühlen sollten über Dinge zu reden von denen sie nichts verstehen und nichs verstehen können.
Zitat Landesjustizministerin Uta-Maria Kuder.:
„Höhepunkt des Widerstandes gegen die totalitäre Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus“
Diese Aussage ist so dermaßen lächerlich, und zugleich auch dämlich. Man könnte noch so vieles dazu sagen, aber…geschenkt.
Hollyschutt und Tom Cruise, die werden’s schon richten. Schrott für die verbrannten Seelen.
Alles für die neue “Weltreligion” und ihre neue “Ordnung”.
“Gute Nacht” möchte man sagen, aber wie sang schon einst Udo Jürgens:
Und immer, immer wieder geht die Sonne auf…
@Jagapada
Guter Kommentar, kommt gleich in mein “Poesiealbum”.
26 Werner // Jul 18, 2009 at 17:53
@ Debildar (23)
Verschwörer Adam von Trott zu Solz
Sein Sohn Jost von Trott zu Solz ist heutzutage CDU-Mitglied und Rechtsanwalt in Berlin.
http://www.vontrott-lammek.de/jost_von_trott_zu_solz.php
27 huckeduster // Jul 18, 2009 at 18:28
Die schlimmsten Saboteure waren in den Generalsstäben zu finden. Dort wurde dafür gesorgt, dass der Nachschub nicht durchkam, Befehle halt ein bischen verändert oder gleich verraten wurden, usw!
Bezahlt haben für diese “Widerstandstaten” viele tausend braven Landser in vorderster Front mit dem Leben. Besonders lesenswert hierzu ist das Buch von Karl Balzer – Sabotage gegen Deutschland.
Die Ausführungen dieser Justizministerin will ich aus Gründen der guten Erziehung nicht kommentieren, aber mit Genuß würde ich die Demokröte Kuder jederzeit verraten!
28 Nazilla // Jul 18, 2009 at 18:36
Ja ja… Die Systemschnecke bezieht Stellung für schon geschlagende Schlachten. Da weiß MANN wenigstens was man hat !
Brennt der Stall, dann rennt die Kuh !
…und mein Name ist dann RIEGEL !
… und das Freißler vorher Kommunist war ,war ja auch nicht mehr Wichtig.
So long…
29 Knoblauchkramer // Jul 18, 2009 at 18:50
Wie ich Jude wurde
http://einestages.spiegel.de/static/authoralbumbackground/4485/wie_ich_jude_wurde.html
30 526A // Jul 18, 2009 at 19:13
@Pius
“Es hat mehrere Attentatsversuche auf Hitler gegeben, sehr tragisch ist das Scheitern des Bombenanschlags vom November 1939 von Kurt Elser,…..”
Ich weigere mich entschieden, dass Scheitern der Ermordung des Führers Adolf Hitler als tragisch zu empfinden.
31 Stahlhelm65 // Jul 18, 2009 at 20:31
@Deutscher
Der Wind dreht sich schon,Kamerad,auch wenn er im Moment noch eine schwache Brise ist,
aber überall dort,wo ich Volkgenossen auf
ihre wirkliche Meinumg zum gegenwärtigen
System anspreche,erhalte ich Zustimmung!
Der Wandel kommt,dafür kannst auch Du sorgen,eigentlich jeder,der hier aufrichtig
ohne Schlapphut schreibt!
Also packen wir’s an!!!
MkG Stahlhelm65
jeder
32 kein "einfacher Bürger" // Jul 18, 2009 at 20:46
@Knoblochkramer
Lächerlich und zugleich ein Dummkopf(nicht Sie, es sei denn sie heißen:”Nathan Stolzfus”). Dummkopf, warum?
Nun, einerseits hätte er mit dem Namen “Nathan Stolzfus ” ganz große Karriere und viele “Shekels”, bei einem gewissen “Zentralrat” gemacht, andererseits hätte er als Angehöriger der “auserwählten Rasse” seine Bücher viel besser verkaufen können. Aber wie ich im Weltnetz las gibt es ja auch gewisse “Geschichts-LK”, die ihm gerne, auch ohne Bonus, derlei “geschichtliche Überlieferungen” aus den Händen reißen.
33 Werner // Jul 19, 2009 at 4:17
Uta-Maria Kuder ist ein römisch-katholischer West-Import aus Düsseldorf!
http://de.wikipedia.org/wiki/Uta-Maria_Kuder
34 Thor Wildenhain // Jul 19, 2009 at 10:41
1. Frage: K und L sind nicht rein zufällig verwechselt worden ?
2. Was konnte man 1944 nach dem mißglückten Attentat in der”New York Times lesen” ?:
“Daß es ein von Verrätern begangenes Verbrechen gewe-sen sei und daß die Einzelheiten an die dunkle Atmos-phäre der Verbrecherwelt erinnerten, aber nicht an das Verhalten des Offiziercorps eines Kulturstaates.”
Guten Tag L (pardon!) Frau Kuder!
35 Heinrich // Jul 19, 2009 at 11:08
Stauffenberg war im Prinzip auf dem richtigen Weg. Er war nur feige, hätte sich selber opfern müssen und wir hätten heute ein Großdeutschland in den Grenzen von 1937 .
Besser wäre es gewesen Adi ins Exil zu schicken, Alm oder Nordseehallig.
Dann hätten wir es damals geschafft.
Größer als in den Grenzen von 1937 muß Deutschland nun wirklich nicht sein.
Mit den Russen, Engländern hätte man sich arrangiert. Adi hat Fehler gemacht . Aber ihn deshalb ermorden ?
36 Sonderegger jr. // Jul 19, 2009 at 12:35
Aus der Sicht der Gutmenschen, die für höhere Ideale sich einsetzten, die nicht von dieser Welt sind, ist es nur selbstverständlich, dass sie auch uns mit den überirdischen Leitlinien ihrer „Widerständler“ – als angeblich allgemeingültige Moralvorstellungen auch unserer Zeit – missionieren wollen.
Was für edle Taten haben denn nun die widerständlerischen Vorbilder der heutigen Gutmenschen, welche den Ton in fast allen etablierten Parteien angeben, eigentlich vollbracht?
Unverständliche Dinge ereigneten sich an der Ostfront. Wiederholt begaben sich deutsche Truppenführer und Generalstäbler mit ihren Einheiten in sowjetische Kriegsgefangenschaft und tauchten dann im Moskauer Nationalkomitee „Freies Deutschland” und beim „Bund deutscher Offiziere” auf. Die Verluste an Menschen und Material mehrten sich, nicht nur durch den Ausfall der betreffenden Einheiten, sondern erst recht durch die erhöhte Gefährdung der moralisch noch intakten Nachbareinheiten infolge der so entstandenen Frontlücken.
Erst das Überlaufen des Majors i. G. Kuhn zu den Sowjets schien den bis dahin vagen Verdacht zu bestätigen, daß es sich nicht nur um Einzelentschlüsse der betreffenden Truppenführer handeln konnte, sondern um organisierte Vorgänge. Kuhn war ein Vertrauter des Generals v. Tresckow, der seinerseits als einer von Stauffenbergs Vorgängern im Stabe des Ersatzheeres tätig gewesen war und die politischen Ideen des Generalobersten Beck teilte. General v. Tresckow war Stabschef der Heeresgruppe Mitte, die in der zweiten Hälfte des Jahres 1944 vollständig zusammenbrach. Tresckows Adjudant war Fabian von Schlabrendorff. Mit Unterstützung von Canaris wars Schlabrendorff im Juni 1939 nach Großbritannien gereist, um im Gespräch mit Churchill und Lord Lloyd vor dem bevorstehenden deutschsowjetischen Abkommen und der damit verbundenen Kriegsgefahr zu warnen. Im Stab der Heeresgruppe Mitte sammelte Tresckow um sich eine starke militärische Oppositionsgruppe, wobei Schlabrendorff, neben Gisevius von der Canaris-Abwehr, die engsten Verbindungen zum amerikanischen Geheimdienst in der Schweiz hielt.
Nach den Ereignissen des 20. Juli 1944 beging v. Tresckow Selbstmord. Kuhn aber war einer derjenigen Offiziere, die den für Stauffenbergs Bombe benötigten englischen Sprengstoff besorgt hatten.
Desorganisation und Fehlleitungen in den Nachschuborganisationen hatten bis zum Ende des Krieges einen Höhepunkt erreicht, der nicht mehr oder nicht nur mit mangelnden Fähigkeiten der maßgebenden Stellen erklärt werden konnte. Flakmunition für Panzerartillerie, gänzlicher Ausfall der Munitionierung, getrennte Lagerung und Verschickung von Flugzeugen und Benzin, Ausbleiben der Kraftstoffergänzung für motorisierte und gepanzerte Einheiten schufen eine Lage, die jedes militärische Unternehmen von vornherein zum Scheitern verurteilte. -
Doch in keinem Falle der hier aufgezählten Vorkommnisse konnte bis zum Jahre 1944 eine zentrale Organisation festgestellt werden, die alle diese Verrats- und Sabotageakte zu verantworten gehabt hätte. Das Gebiet derWehrmacht war den Nachforschungen und dem Zugriff der Geheimen Staatspolizei entzogen und erst nach dem 20. Juli 1944 konnte Licht in eine Anzahl der bisher unerklärlichen Geschehnisse gebracht werden.
Leuschner, sozialdemokratischer Gewerkschaftsführer und als Vizekanzler in Goedelers Putschregierung vorgesehen, hat nach seiner Verurteilung durch den Volksgerichtshof – also zu einer Zeit, als er nichts mehr zu gewinnen oder zu verlieren hatte und daher auch nichts mehr hinzuzusetzen oder zu verschweigen brauchte, folgendes gesagt:
Bei seiner zweiten Rücksprache mit General Beck im Jahre 1943 habe ihm der frühere Generalstabschef auf die Frage, ob und für welchen Zeitpunkt man nun den Putsch beabsichtigte, erklärt, daß ein solcher nicht mehr notwendig sei; man verfüge jetzt über genügend Vertrauensleute in Kommandostellen der Ostfront, so daß man den Krieg bis zum Zusammenbruch des Regimes regulieren könne: diese Vertrauensleute arrangierten z. B. Rückzüge ihrer Einheiten, ohne jeweils die Nachbareinheiten zu benachrichtigen. Die Folge war, daß die Sowjets in die so entstandenen Frontlücken einbrechen und die Front nach beiden Seiten aufrollen konnten. Diese Nachbareinheiten waren dann zum Rückzug gezwungen oder gerieten in Gefangenschaft; daß ein solches Vorgehen hohe Verluste an Menschen und Material hatte, liegt auf der Hand. Es muß den Verschwörern schon ein verdammt hohes Menschheitsziel vorgeschwebt haben, daß solch große Opfer rechtfertigte!
Viel Kopfzerbrechen bereitete den eingeweihten Stellen auch die ständige Verbindung zwischen dem Amt Ausland/Abwehr und dem Vatikan, auf die man durch die Festnahme des Verbindungsmannes, eines Hauptmanns der Reserve, der katholische Rechtsanwalt Josef Müller – dem späteren Justizminister und stellvertretenden CSU-Ministerpräsidenten von Bayern – im Verlauf einer Aktion der Devisenfahndungsstelle aufmerksam wurde. Der Vatikan konnte nämlich nicht gut in erster Linie als Nachrichtenquelle für den deutschen militärischen Geheimdienst angesehen werden; vielmehr mußten hier politische Fäden laufen, zu deren Anknüpfung der Amtschef Canaris unmöglich befugt sein konnte.
Im Jahre 1943 flog die gesamte Dienststelle der Abwehr Istambul auf und trat unter Führung des Hauptagenten Vermehren zum Engländer über. Wertvolles Informationsmaterial ging verloren, deutsche und türkische Vertrauensleute wurden decouvriert und Nachrichtenlinien von und nach Deutschland verraten. Vermehren stand in engen Beziehungen zum Freiherrn v. Guttenberg, damals ein Mitarbeiter des Admirals Canaris und seines Stabschefs Oster.
Am 4. April 1943 durchsuchte Kriegsgerichtsrat Dr. Roeder das Büro von Dohnanyi, dem Schwager von Pfarrer Bonhoeffer, im Amt Canaris, wegen Devisenvergehen. Dohnanyi hatte unerlaubt mehrer Pfarrer kriegsdienstuntauglich schreiben lassen und mehrer befreundete Juden als erfundene Canaris-Auslandsagenten geführt und ihre Vermögen ins Ausland verschoben. Obwohl Reichkriminaldirektor und SS-Führer Nebe (Widerständler) vorher gewarnt hatte, wurden dabei auch Unterlagen über Pastor Dietrich Bonhoeffers geheime Auslandskontakte zu britischen Kirchenvertretern gefunden, wo protokolliert war, daß dem anglikanischen Bischof Bell u.a. die Existenz einer interkonfessionellen Antinazi-Widerstandsbewegung mit Beck, Hammerstein, Goerdeler, Leuschner und Jakob Kaiser mitgeteilt worden war, über die dieser die britischen Regierung informieren sollte.
Auch eine “Sprachregelung” Bonhoeffers auf einer geheimen Kirchentagung 1941 in Genf wurde beschlagnahmt. Dort hatte sich der Kirchenmann der bekennenden Kirche geäußert:
Unter “Verbrechen” verstanden die bekennenden Christen offenbar das Wirken des Antichristen Hitler in Deutschland, den sie mit Hilfe eines Krieges und dem Sieg der christlichen Demokratien und seiner Verbündeten zu beseitigen trachteten. Diesen Gefallen taten die christlich-calvinistische Ausländer auch den „Widerständlern“ in Deutschland, indem sie – als Verbündete des bolschewistischen Atheismus – die christlichen Kulturstätten und Kirchen des christlichen Abendlandes mit Brandbomben schänden und das Deutsche Volk in einem alttestamentarischen Brandopfer u.a. in Dresden, Hamburg, Lübeck, Köln und Berlin verglühen ließen!
Quellen: J.F. Taylor, Der 20. Juli 1944- Anatomie einer Verschwörung, Thersal Verlag Bremen 1968; Allen W. Dulles, Verschwörung in Deutschland; Karl Bartz, Die Tragödie der deutschen Abwehr.
37 Knoblauchkramer // Jul 19, 2009 at 12:55
@ kein “einfacher Bürger”
Logisch ist das ein Märchen!
Erstunken und erlogen von hinten bis vorn. Wie üblich halt. Aber immer wieder erstaunlich, wie gierig die Masse jede noch so offensichtlich giftige Kröte schluckt. Hauptsache es geht gegen sie selber. Alles Masochisten.
38 Leni // Jul 19, 2009 at 13:23
Engl.: male lynx [zool.] = der Kuder – Jägersprache für den männl. Luchs
Eigentlich sollte sich Kuder eher mit wichtigen Frauenschutzthemen befassen:
“In der Gesprächsrunde mit der Ministerin sollen ihr Aufgabengebiet und Schwerpunkte der Arbeit des Ministeriums diskutiert werden. Stichworte sind u.a. Hilfen für Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution, Belastungen durch einen Strafprozess für Opfer häuslicher Gewalt, schnellere Sanktionierung in Strafverfahren und mögliche Gefängnisstrafen für Freier.” http://www.mvregio.de/nachrichten_region/158070.html
Aber wenigstens hat sie Sinn für Humor und Realsatire: “Alle Deutschen leben heute in einer rechtsstaatlichen Demokratie” und wo findet die statt? Wander ich sofort hin aus, nach da, wo “Alle Deutschen leben”.
39 Patriot54 // Jul 19, 2009 at 14:19
Ein Glück, dass ich kein Problem mit diesem Datum als Gedenktag habe. Es ist nämlich der Geburtstag meiner verstorbenen Ehefrau.
40 Lodmund // Jul 19, 2009 at 21:11
@ 35 Das erkühne ich mich, zu bezweifeln. Während Deutschland 1918 noch mit Wilsons (”Wir haben die Polen gefragt, was sie so unter Polen verstehen, und sie haben uns eine Karte der halben Welt gezeigt…”) 14-Punkte-Programm gelockt und dann verarscht wurde, wie bekannt, war 1943 m.W. schon von bedingungsloser Kapitulation die Rede. Diese degenerierten Inzuchtssprossen wußten auch, daß es gegen Deutschland, und nicht gegen Adolf ging, aber versuchen kann man es ja mal.
41 Schnitter // Jul 19, 2009 at 23:18
“Immerhin sollte man in diesem Zusammenhang nicht vergessen, dass es mehr als 60 Jahre dauerte, bis man in Deutschland, als einzigem Land dieser Welt entdeckte, dass gewöhnlichen Landesverrat; Kriegsverrat, Wehrkraftzersetzung und Sabotage in Wirklichkeit Tugenden sind, die man für anerkennens- und fördernswert hält.”
Dem ist nichts hinzuzufügen, die Zustände lassen die Zukunft Deutschlands bereits erahnen und die sieht wahrlich nicht sehr rosig aus … Das Volk und alles was es einzigartig macht wird von diesem Kartell zu Tode regiert ohne, dass sich jemand ernshaft dagegen wehren würde, denn im Tausch gibt es Wohlstand und den damit verbundenen Scheiss der eigentlich niemand braucht!
42 Nikolaus Be // Jul 20, 2009 at 22:34
aus: Hans Meiser, So wurde Stalingrad verraten
- – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – -
“Reinhard Gehlen, der Leiter der Abteilung “Fremde Heere Ost”" (Anm.: im OKH, zuständig für die Feindlagebeurteilung an der Ostfront)”, gehörte zu den oberen Offizieren um Hitler, auf deren Ergebenheit dieser unbedingt angewiesen war. Doch Gehlen, der viele Frondeure (Anm.: Putschisten) seine Freunde nannte, gehörte, wie sämtliche seiner Verwandten, zu den politischen Gegnern Hitlers. Nach 1933 vertraten er und seine Ehefrau die Ansicht v. Hindenburgs, daß “Deutschland nicht von einem böhmischen Gefreiten regiert werden könnte”. Franz Halder“(Anm.: Generalstabschef des Heeres 1938-42) “, “Widerständler” schon in Friedenszeiten, gelang es dann 1942, seinen Schützling Gehlen mit Genehmigung Hitlers zum Chef der Abteilung “Fremde Heere Ost” zu ernennen. Womit man den Bock zum Gärtner gemacht hatte. 1943 wurde Gehlen von General Heusinger“(Anm.: Chef der Operationsabteilung des Generalstabs im OKH) ” in die Attentatsvorbereitungen eingeweiht. Durch Oberst i.G. Freiherr von Freytag-Loringhoven wußte Gehlen bereits am 17. oder 18. Juli, daß das Attentat auf Hitler am 20. stattfinden sollte. Er dachte nicht daran, es zu verhindern. Im Gegenteil, er rechtfertigte es später in seinem Buch… ” (Meiser, Seite 207)
Anm.: Es handelt sich um das Buch Reinhard Gehlen, Der Dienst, 1971
Gehlen lieferte nach Meiser vorsätzlich unvollständige Feindlageberichte zu Stärke u. Gruppierung der Sowjets, seine irreführenden Prognosen über die voraussichtlichen sowjetischen Aufmarschszenarien kurz vor der sowjet. Stalingrad-Offensive im Nov. 1942 “führte, wie beabsichtigt, zu fehlerhaften Entscheidungen der obersten deutschen Führung und dadurch zu militärischen Mißerfolgen, Rückschlägen und Niederlagen. Das aber muß als eine Unterstützung der Feindmächte betrachtet werden, die von allen Staaten der Welt und jeder Armee als Landesverrat geahndet wird.” (Meiser, Seite 219)
- – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - -
Quelle: Hans Meiser, So wurde Stalingrad verraten, Dokumentation und Richtigstellung, Druffel & Vowinckel-Verlag, 2008
Reinhard Gehlen baute nach dem Krieg den Bundesnachrichtendienst auf, dessen erster Präsident er 1956 wurde.
Adolf Heusinger wurde 1957 der erste Generalinspekteur der Bundeswehr u. 1961 als erster Deutscher Vorsitzender des NATO-Militärausschusses in Washington D.C./USA .
Franz Halder trat beim IMT in Nürnberg als Zeuge der Anklage auf u. war 1946-61 Leiter der deutschen Sektion der militärgeschichtl. Forschungsgruppe der US-Army. Die Biographie seiner Enkelin, H. Gräfin von Schall-Ricaucour: Generaloberst Franz Halder, Lindenbaum Verlag, 2006, bietet hervorragenden Einblick in die Denkweise eines Landesverräters.
Mit solchem Personal an entscheidenden Führungsstellen k o n n t e der Krieg nicht gewonnen werden.
Passend zum “65. Jahrestag des 20. Juli” (ARD-Tagesschau) fand vor dem Reichstag in Berlin ein öffentl. Gelöbnis der Bundeswehr statt, Minister Jung hielt eine Ansprache, und Fr. Merkel war auch dabei. Einmal mehr erklärte Jung die Erinnerung an den 2o. Juli zu eine der “Traditionen” der Bundeswehr.
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