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Boizenburg / Mecklenburg: Nicht mehr länger zusehen, wie Rechtsextreme sich mehr und mehr ins Stadtbild mischen, will Boizenburgs Bürgermeister Harald Jäschke. So veranlasste er am 18. Mai die Gründung eines sogenannten Bunten Bündnisses Boizenburg in der St. Marienkirche der Stadt. Seinem Aufruf folgten, dem Bericht der SCHWERINER VOLKSZEITUNG nach, „70 couragierte Boizenburger“, was angesichts einer Bevölkerungzahl von rund 10.000 Einwohnern nicht eben gerade für ein außerordentliches Bedürfnis nach politisch korrekter „Zivilcourage“ nach staatlicher Lesart spricht.
Jäschke selber war 2007 mit 70,18 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister Boizenburgs gewählt worden, allerdings kam die Wahlbeteiligung noch nicht einmal auf 50 Prozent, so daß man seine Befähigung für alle Boizenburger zu sprechen durchaus differenziert sehen darf.
Unter lautem Beifall der verschworenen Schar, kritische Besucher waren, wie bei Veranstaltungen dieser Art üblich, gar nicht erst zugelassen worden, verabschiedete man ein sogenanntes „Manifest“, von dem es in der SCHWERINER VOLKSZEITUNG lapidar zum Inhalt heißt:
„…Darin erklären sie ihren Wunsch für eine friedliche Zukunft, in der Minderheiten ohne Angst leben und die Menschen füreinander einstehen.“
Weiter heißt es dann von der Veranstaltung:
„…Die Angst, so Bürgermeister Harald Jäschke, sei inzwischen so groß, dass Jugendliche überlegen, unsere Stadt zu verlassen. Auch Gymnasiasten ergriffen an diesem Abend das Wort. Thomas* erzählte, dass er vor vier Wochen von acht Rechtsradikalen mit Dachlatten angegriffen worden war. Bei Franks* Familie haben Unbekannte zu Hause die Tür eingetreten. Die beiden Schüler gehören zur Antifa-Gruppe. “Wir sind nur eine Handvoll”, sagt Thomas, aber wir wollen etwas tun gegen rechte Gesinnung in unserer Stadt.” Sie planen ein Konzert gegen Faschismus und hoffen, “damit viele Jugendliche aus dem tristen grauen Alltag zu holen”.
Heidrun Dräger, Stadtvertreterin und Mitunterzeichnerin des an diesem Abend neu gegründeten Bunten Bündnis´ Boizenburg zollte Respekt. “Es kann nicht sein, dass Ihr Jungen mutig auf die Straße geht und wir uns hinter Euch verstecken. Ihr gebt den Anstoß und Ihr braucht unsere Unterstützung.” Für Stadtvertreter Rainer Wilmer von “Bürger für Boizenburg” zählt jetzt nur eines: “Die Boizenburger müssen wählen gehen. Nur über eine hohe Wahlbeteiligung kann unsere Stadt zeigen, dass es hier eine feste gewachsene demokratische Struktur gibt.” Er erinnerte an die niedrige Wahlbeteiligung der letzten Wahlen in Boizenburg von nur 39 Prozent. “Eines ist gewiss: Die NPD-Radikalen gehen zu 100 Prozent wählen. Deshalb zählt jede, aber auch jede demokratische Stimme.” (* Namen geändert)“
Angesichts solcher Zustände sollte man fast wähnen, daß die NPD kurz vor der Machtübernahme im Boizenburger Rathaus steht und daß „Demokraten“ in der Stadt kaum noch in der Lage sind, ungestört ihre politischen Bekenntnisse zu verbreiten.
Doch wundersamerweise sind es nicht etwa Nationaldemokraten oder sonstige Nationalisten, die störend bei politischen Veranstaltungen dieser auftreten, sonden die „zivilcouragierten Bürger“ höchst selber. So wurden in der Vergangenheit in Boizenburg nicht etwa irgendwelche „demokratischen“ Veranstaltunge gestört, sondern stets nationale. Daß man sich dies auf die Dauer nicht bieten läßt, liegt in der Natur der Dinge, zumal die selbsternannten Ritter der Zivilcourage hier wie dort zwar eine sehr lautstarke und einflussreiche, zahlenmäßig jedoch durchaus überschaubare Klientel bilden, zumal in Städten von der Größe Boizenburgs.
Der Auftritt in der Boizenburger St. Marienkirche zeigt daher recht deutlich, daß es nicht zwangsläufig die Rechten sind, die isoliert sind, will man doch von Gutmenschen dieser Art schon lange nichts mehr wissen. Die Art und Weise ihres Gebettels um Wählerstimmen fügt ihrer Gemeinheit auch noch die Verächtlichkeit hinzu und läßt daher dem Wähler eigentlich nur die Wahl entweder eine Partei zu wählen, die diesen nicht behagt oder aber sich am 7. Juni einfach nur einen schönen Tag zu machen und die Politik links oder wo auch sonst immer liegen zu lassen, denn egal wo man an diesem Tag sein Kreuz macht, im Grunde tut es eh an der verkehrten Stelle, denn der Gelackmeierte ist der Wähler am Ende in jedem Fall.
Siehe auch
Schweriner Volkszeitung-Hagenow 20.05.09
Die linken Helden von Boizenburg – Altermedia 14.03.09
Wenn es linken Störern mal nicht nach Wunsch geht – Altermedia 05.03.09





8 responses so far ↓
1 Heinz_OH // May 20, 2009 at 11:38
Mir scheint immer mehr: Die deutschen Nationalisten werden zu den neuen Juden in der deutschen Gesellschaft.
Nur so ist die Blockwart-Mentalität zu erklären, die durch den regierungsamtlichen Aufruf zur “Zivilcourage” und zum “Aufstand der Anständigen” die Diffamierung von Nationalsten unterschiedlichster Coleur eine scheinbare Legitimation gibt.
Naja, Druck von außen fördert den inneren Zusammenhalt — in diesem Sinne kann man ja vielleicht auf eine Einheitsfront der nationalen Kräfte hoffen. (Jetzt sag’ bloß nicht jemand etwas Defätistisches
2 invisibile // May 20, 2009 at 12:11
@heinz_OH
Euer Nationalismus ist in wirklichkeit nichts anderes als Faschismus! Andere Nationalisten können ihren Stolz auf ihr Land zeigen ohne dabei auf andere Minderwertig herab zu blicken!*
Und wenn ihr Opfer sein wollt und euch mit den Juden im dritten reich gleichsetzt (ihr werdet ja mächten wahrlich niedergemetzlet usw) dann Stell deinen Namen hier rein als Nationalist hast du ja nichts zu befürchten….
Gebt den Nazis die Straße zurück Stein für Stein!**
* Nun ja, das setzt aber voraus, daß sie sich nicht so benehmen, wie Minderwertige. Sieh dir nur mal deine Kommentare an und du verlangst ernsthaft, man soll dich wie einen normalen Menschen behandeln. Abgesehen davon ist echter Faschismus nichts weshalb man sich genieren müßte, das nur nebenbei.
**Dann paß mal auf, daß es nicht mal irgendwann die eigene hohle Rübe trifft.
Die Schriftleitung
3 Widerstand Wittenburg Waschow // May 20, 2009 at 15:16
Ag-Boizenburg und NASO-Boizenburg, wir vom wWw stehen voll hinter Euch.
4 Klaas Colhoun // May 20, 2009 at 16:55
Die Boizenburger Märchenerzähler sind alle bekannt. Wer zu weit das Mauel aufmacht muß sich nicht wundern wenn es Haue gibt!
5 Jens Gutmensch // May 20, 2009 at 19:55
” “Darin erklären sie ihren Wunsch für eine friedliche Zukunft, in der Minderheiten ohne Angst leben und die Menschen füreinander einstehen.“ – Das wirkt ein wenig wie ein Plagiat, gab es dieses doch schon in den ´30ern, nur nicht von den “Zivilcouragierten” .
@invisible,
Nein nein, keine Angst, auch nach langem Schlaf kommt das Erwachen.
Die Partei, dessen Ideologie ( oder auch Lebensanschauung ) ich vertreten würde, die wurde ´45 wieder verboten. Das was uns heute präsentiert wird, ist nichts anderes als eine “leere Flasche”, also “invisible”. Schau mal, alles was man uns heutzutage als “Volkswohl” verkauft, hatten wir schon einmal, aber als Selbstverständlichkeit. Parteien brüsten sich mit “Familienplanung” usw. , derweil war das damals eine normale “Begleiterscheinung” und weißt du auch weshalb? Man hatte uns gefragt, was wir wollten. DEMOKRATIE nannte man das.
“Andere Nationalisten können ihren Stolz auf ihr Land zeigen ohne dabei auf andere Minderwertig herab zu blicken! ”
Andere auch, so soll es auch sein. Ich aber erst recht, denn es gibt nichts für was ich mich schämen müßte, außer für euch, aber das ist auch nicht so schlimm, denn du bist ein Teil von mir, auch wenn es dir nicht gefällt.
Diese Freiheit die man uns gab, um zu leben und zu erkennen wer man ist und das man dann seinem Volk gibt, weil es dir gegeben hat. Millionen Menschen reichten sich die Hand.
Zusammen konnten wir die Welt “erobern”, aber nicht so wie es “fälschlicherweise” dargestellt wird. Darauf konnte und kann jeder stolz sein.
“Und wenn ihr Opfer sein wollt und euch mit den Juden im dritten reich gleichsetzt (ihr werdet ja mächten wahrlich niedergemetzlet usw) dann Stell deinen Namen hier rein als Nationalist hast du ja nichts zu befürchten….”
Ja, da steckt auch Wahrheit dahinter, nur du erkennst sie nicht. Wir sind seit 70 Jahren Opfer, aber gleichzusetzen mit den Juden?, nein, warum auch. Hatten sie es doch besser.
” Gebt den Nazis die Straße zurück Stein für Stein!”
Jap, korrekt. Nur leider in einem anderen, wahren Sinne, mit diesem ich mich jetzt auch von dir verabschiede, Kamerad.
6 Deutscher // May 20, 2009 at 20:57
Was hat diesen System-Vasallen nur dazu getrieben?
7 hartmut // May 20, 2009 at 21:59
„70 couragierte Boizenburger“, was angesichts einer Bevölkerungzahl von rund 10.000 Einwohnern nicht eben gerade für ein außerordentliches Bedürfnis nach politisch korrekter „Zivilcourage“ nach staatlicher Lesart spricht.
na, bei euren ach so wichtigen Demo´s sehen die Zahlen aber definitiv nicht besser aus.(mal 3Leute bei Mahnwache,mal 20 bei der Demo gegen Kinderschänder, dann wieder 33…………)
8 Hindenburg // May 21, 2009 at 1:05
Es fehlt noch die Geschichte des Gymnasiasten Samuel, dessen Freund Shlomo auf offener Straße von einer Gruppe Nazis angegriffen wurde.
Mitten in der Fußgängerzone töteten sie ihn mit achtunddrölfzig Messerstichen.
Dann schnitten sie ihm das Herz heraus und verspeisten es genüßlich.
Den Leichnam banden sie mit dem Kopf nach unten an eine Laterne, bauten sich im Kreis darum auf und riefen immer wieder “Heil Hitler”.
Samuel hat nun panische Angst vor Laternen und muß zu Hause unterrichtet werden.
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