Berlin: Im Berliner Jüdischen Museum läuft derzeit seit Oktober unter dem Titel „Weihnukka“ eine Ausstellung zum Weihnachts- und Chanukkafest. An sich eine Maßnahme von der man meinen sollte, daß sie dazu dient, Gemeinsamkeiten zwischen deutschen und jüdischen Bräuchen herzuheben, bzw. die jüdische Version von Weihnachten dem deutschen Publikum nahe zu bringen. Umso bemerkenswerter, daß ein solches Bestreben ausgerechnet beim Zentralrat der Juden in Deutschland keineswegs auf Gegenliebe stößt.
So sprach der Generalsekretär des Zentralrates, Stephan Kramer, am 24. Dezember in der linken TAZ davon, daß die „Weihnukka“-Ausstellung „eine gefährliche Tendenz der Historisierung und Vereinnahmung des Judentums in Deutschland“ widerspiegele. Nach Kramers Ansicht ist besagte Ausstellung „kein Ausdruck lebendiger jüdischer Kultur“, sondern lediglich ein Versuch „der nichtjüdischen Sehnsucht“ entgegenzukommen, „alle Widersprüche und Differenzen zwischen Judentum und Christentum aufzulösen“ Eine bemerkenswerte Feststellung, die wohl offen manifestiert, daß man jüdischerseits keineswegs gesonnen ist, in Deutschland zu assimilieren, sondern auf einer Sonderrolle zu beharren, die dieser Minderheit bekanntlich schon mehrfach in ihrer Geschichte Probleme mit ihrem Gastvolk verschafft hat.
Doch nicht nur dem Zentralrat der Juden in Deutschland ist die „Weihnukka“-Ausstellung ein Dorn im Auge. Auch unser alter Kumpel Samuel Laster – nomen est omen? - ist hier mit von der Partie. So maulte der schon am 21. Dezember in der österreichischen Judenpräsenz DIE JÜDISCHE diesbezüglich:
„…Kurz danach wird im jüdischen Museum in Kreuzberg ein “Weinukka”-Markt eröffnet. Wowereit ist dort, was in Litauisch eigentlich Eichhörnchen (Wowereitis) heisst, so wuselt der Autor weiter zum nächsten Termin und überlegt ob „Weinukka“ nicht das beste Beispiel für Avoda Zara (der Unterwerfung einer fremden Kultur gegenüber, höflich formuliert) ist.“
Unterwerfung einer fremden Kultur gegenüber. Hm, hm und das soll nicht gut sein? Offenbar nur wenn es Juden betrifft. Denn wenn man die Deutschen inzwischen nahezu auf fast allen Feldern des öffentlichen und privaten Lebens unter das Diktat US-amerikanischen Moden und Sprachpanschereien stellt, findet man das ja für gewöhnlich selbstverständlich, während man all jene, die dagegen aufbegehren als Nazis abtut.
Übrigens, das jüdische Chanukkafest hat seine Ursprünge im jüdischen Makkabäer-Aufstand, bei dem die Juden sich gegen die „Überfremdung“ durch hellenistischen Geist und Kultur zur Wehr setzten. Hellenismus, wir erinnern uns, stand in der Antike für Geistes- und Religionsfreiheit sowie für Kultur und Fortschritt, verbunden mit den größten Namen des Altertums. Juden die daran teilhaben wollten, wurden von ihren Landsleuten als Kollaborateure verschrien und nicht selten umgebracht und zwar aus Motiven, die man heute wohl als „rechtsradikal“ und „fremdenfeindlich“ bezeichnen würde. Als Mel Gibson wegen seines Jesus-Films unter Antisemitismus-Verdacht geriet, bot er an, einen Spielfilm über den Makkabäer-Aufstand drehen zu wollen. Allerdings lehnte man jüdischerseits dankend ab, wohl wissend, daß ein solcher Film Wasser auf die Mühlen jener sein müßte, die aus Globalisierung verbunden mit jüdischer Omnipräsenz ähnliche Schlüsse ziehen würden, wie weiland Anno Krug die Makkabäer auf die hellenistische „Überfremdung“ in Judaea.
Siehe auch
Kirche Mecklenburg-Vorpommern 24.12.05
Quelle: Störtebeker-Netz 29.12.05



0 responses so far ↓
There are no comments yet...Kick things off by filling out the form below.
Leave a Comment