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Rom / Italien: Wieder einmal ihre Exaltiertheit in politischen Dingen stellte in Italien die Lega Nord zur Schau. Sorgte sie in der Vergangenheit (1996) beispielsweise durch die Gründung ihrer skurrilen „Republik Padanien“ für Aufsehen, so ist es jetzt die Forderung nach einem „Kreuzzug“ gegen den Islam, der einmal mehr am Geisteszustand der Parteiführung der Lega Nord zweifeln läßt.
So verlangte Reformenminister Roberto Calderoli angesichts der Zwistigkeiten, die im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen entstanden sind, vom Papst, daß er sich an die Spitze eines neuen Kreuzzugs gegen die Moslems stellen möge.
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| Roberto Calderoli |
Calderoli: “Die Islamisten haben ihre Strategie geändert. Bisher haben sie nur Terroristen eingesetzt, jetzt bewegen sie die Massen. Sie stürmen die Botschaften, wir stehen vor einem kollektiven Fanatismus. Der Papst muß eingreifen, wie es Pius V. und Innozenz XI. im 16. und 17. Jahrhundert getan haben.” – Nur zur Information. Pius V. war der Papst, der nach Bekanntwerden der Greuel der Bartholomäus-Nacht in Paris (1572) in Rom Tedeum singen ließ. Darüber hinaus war er als früherer Großinquisitor einer der eifrigsten Ketzerverfolger. Ein in der Tat würdiges Vorbild für den neuen „Kreuzzug“. Wenn Innocenz XI. nicht in seine Fußstapfen stieg, so hauptsächlich deshalb weil zu seiner Zeit die Macht des Vatikans längst nicht mehr von dem Formate war, wie noch bei seinem illustren Vorgänger.
Wenn Calderoli nunmehr die großen christlichen Koalitionen des 16. und 17. Jahrhunderts heraufbeschwört, so sollte er sich eigentlich auch daran erinnern, daß diese von der Sache her auch nicht besser als ihre Gegner waren. So lief es letztlich nicht darauf hinaus, wer nun im Besitz des wahren Glaubens ist, sondern wer dem anderen soviel Land wie nur irgend möglich abjagte. Dabei zeigten sich besagte Christen übrigens weitaus korrupter als ihre moslemischen Konkurrenten, obwohl deren Bakschischpolitik auch nicht gerade unbekannt ist.
Wenn daher so ein Mensch wie Calderoli von einer Islam-Gefahr spricht, so sollte man ihn wohl daran erinnern, daß dann jeder moslemischer Politiker das Recht hat, auch von einer Gefahr des Christentums zu sprechen, wobei dessen Dekadenz inzwischen wohl kaum noch außer Zweifel steht.
Den Vogel schießt der übermütige Minister jedoch ab, wenn er sich zu der Forderung versteigt: „Länder, die Christen diskriminieren, müssen bestraft werden.“ Offensichtlich genügen dem Herrn Minister die Erfahrungen Europas mit früheren Religionskriegen nicht, so daß er sie erneuert wissen möchte. Allerdings können wir uns kaum vorstellen, daß seine Religion dabei gewinnen wird, denn für solche Paternosterkrieger wie ihn und seinesgleichen läßt sich wohl heute kaum noch jemand totschießen.
Ebenso spricht es von eher von Neid, wenn er sich darüber beklagt, daß in islamischen Ländern das Recht des Korans über das normale Gesetz gestellt wird, gab es doch auch in Europa und ganz speziell in Italien über lange Jahrhunderte eine artverwandte Gesetzgebung bei der die Geistlichkeit ebenfalls entscheidend mitbestimmte was Recht und was Unrecht ist. Schwer vorstellbar, daß das einer wiederhaben will, wir jedenfalls nicht.
Siehe auch
Südtirol Online 08.02.06
Quelle: Störtebeker-Netz 12.02.06






1 response so far ↓
1 unionsbuerger // May 28, 2006 at 10:15
Benedikt GOTTGESCHICKT
Mathieu GOTTGESCHENK
GOTT MIT UNS ?
http://www.chartaland.de
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