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Der Konflikt zwischen Lokführern, der Deutschen Bahn AG und den Gewerkschaften ist von anderer Qualität als das bisher übliche, aus Zahnlosigkeit entschärfte gewerkschaftsorganisierte Trillerpfeifenkonzert der zu Pfeifen degradierten Arbeitnehmer. Aus der Entwicklung dieses Konfliktes und den daraus zu ziehenden Lehren es unmöglich, dem systematischen Abbau von Löhnen und sozialen Rechten entgegenzutreten.
Die Situation selbst: Nach Jahren systematischer Senkung der Reallöhne und immer unerträglicher werdenden Arbeitsbedingungen, haben die Lokführer in ihrer Tarifverhandlung zumindest einen teilweisen Ausgleich der Verluste gefordert. Damit haben sie eine breite Widerstandsfront gegen sich aufgebracht. Vom Bahn-Vorstand selbst, das sog. Unternehmerlager, ja sogar die Berliner Politasse inklusive ihrer Büttel, Gerichte und Medien. Das wäre noch relativ gewöhnlich, was hier jedoch passiert ist, daß die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA und der DGB sich gegen die Menschen stellen, die sie ach so selbstlos vor den bösen Unternehmern zu schützen vorgeben.
Die miserable Arbeit der Gewerkschaften, die genau wie die Bundesregierung strikt und konsequent gegen ihr Klientel und zu deren Schaden arbeiten, wie in den vergangenen Jahren – z.B. bei Opel, Siemens, Telekom, dem öffentlichen Dienst – ist immer wieder zu erkennen und hatte erstaunlicherweise noch immer keine Massenaustritte zur Folge. Bei diesem Konflikt zwischen Lokführern und Bahn hat sie eine neue „Qualität“ erreicht. Transnet und DGB haben entgegen ihrem Geschäftszweck offen den Streikbruch und die Hetzpropaganda gegen die Lokführer organisiert. Der DGB-Vorsitzende Sommer verurteilte die Streiks der Lokführer öffentlich. Das juristische Vorgehen der Bahn, die ein Gericht nach dem anderen abklapperte, bis sie endlich eine Arbeitsrichterin fand, die ein Streikverbot verhängte, wurde von der Transnet unterstützt.
wsws.org schreibt hierzu „Die Lokführer waren von Anfang an mit der geballten Macht des Staates konfrontiert, und der DGB stellte sich als staatstragende Kraft an die Seite der Regierung. Trotzdem stimmten in der Urabstimmung fast 96 Prozent der Lokführer und Zugbegleiter für Streik und ließen sich auch von massiven Drohungen nicht einschüchtern.“
Selbst die Lokführergewerkschaft GDL und ihre Führung um Manfred Schell zeigte sich von ihrer unfähigsten Seite. Anstatt anläßlich des Streikvotums ihrer Aufgabe nachzukommen, ruderten sie rekordverdächtig zurück und versuchten es mit einem faulen Kompromiss, statt Gewerkschaftsarbeit. Der Erfolg der ersten Warnstreiks ermutigte die GDL keineswegs, im Gegenteil. Von nun an wurde alles verzögert und verschleppt. Schell, der eigentlich wissen müsste, daß es kein Schlichtungsabkommen zwischen Bahn und GDL gibt, schlug ein Schlichtungsverfahren unter Beteiligung von Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf vor, altgediente CDU-Mitglieder und für ihre „Wirtschaftsnähe“ berüchtigt.
Die Bewertung des Nürnberger Arbeitsgerichtsurteils durch den Professor für Arbeits- und Wirtschaftsrecht an der Uni Bremen, Wolfgang Däubler, die Argumentation sei völlig unangemessen und die einstweilige Verfügung gegen den Streik rechtlich unhaltbar, wischte die GDL beiseite und stimmte einem Vergleich und Streikverzicht bis zum 27. August zu. Das Schlichtungsverfahren wird üblicherweise den öffentlichen Druck auf die Lokführer erhöhen, der „Schlichterspruch“ der beiden CDU-Politiker Geißler und Biedenkopf wird den Vorstellungen des Bahnvorstandes weitestmöglich entgegenkommen und die „Schlichtung“ ein fauler Kompromiß und Ausverkauf.
Gerade weil viele Lokführer diese „Kompromissbereitschaft“ der GDL ablehnen und nach einer Möglichkeit suchen, den Kampf fortzusetzen, wird klar,daß ein Tarifkampf für angemessene Löhne und bessere Arbeitsbedingungen mit den herkömmlichen gewerkschaftlichen Mitteln und Methoden zum Scheitern verurteilt ist. So, wie es den Lokführern heute ergeht, ist morgen eine andere Tarifgruppe mit dem Machtkartell aus Regierung, Justiz und DGB konfrontiert und wird vorprogrammierter Verlierer sein. Gewerkschaften, Regime und Justiz, alles eine Seite ein und derselben Medaille. Die „deutschen Interessen“ sind zu Interessen der Deutschen Banken und Konzerne verkommen.
Für die Lokführer gibt es keine neutralen Schlichter, auf die Justiz, staatliche Institutionen, wohlmeinende politische Elite, oder gar Gewerkschaften zu vertrauen, wird ihre Forderungen nur boykottieren. Die einzige Rückhaltmöglichkeit ist, die anderen Beschäftigten der Bahn und andere Arbeiter zu mobilisieren. Die Kampfbereitschaft der Lokführer hat in der Bevölkerung große Sympathie gefunden und sollte der Ausgangspunkt sein, sich der veränderten aus der Erkenntnis heraus, WEM die Gewerkschaften tatsächlich dienen, zu stellen. Daß das funktionieren kann, zeigt der Fall Viessmann vor einigen Jahren. Das Aufheulen der Gewerkschaft war das eines waidwunden Tieres. Schade, daß diese Signalwirkung unter den deutschen Abreitern so schnell vergessen wurde.
Wenn die Arbeiter mit ihren alten, nationalen Organisationen brechen, Massenaustritte den Gewerkschaftern zeigen, daß ihr falsches Spiel erkannt wurde, könnte das eine oder andere bewirken. Es wäre zumindest ein Anfang, auch wenn die Gewerkschaften, als eine der größten Unternehmensgruppen, lediglich eine finanzielle Einbuße, aber keinen Tod erleiden würde.
„Die miserablen Löhne und extremen Belastungen, gegen die sich die Lokführer zur Wehr setzen, sind nicht vom Himmel gefallen. Sie sind das Ergebnis einer Politik, die sich seit geraumer Zeit völlig an den Profitinteressen der Wirtschaft orientiert. Die Koalition aus SPD und Grünen, die vor neun Jahren an die Macht kam, hat die Umverteilung von unten nach oben beschleunigt vorangetrieben. Mehrmals hat sie Unternehmensgewinne steuerlich entlastet, während gleichzeitig der Druck auf Löhne und Sozialleistungen immer weiter erhöht wurde. Die Zusammenlegung von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe und die Einführung von Hartz IV dienten dazu, einen Billiglohnsektor aufzubauen, mit dessen Hilfe die Tariflöhne ausgehebelt und gesenkt werden.“
Der wachsende Widerstand gegen diese Politik mag zwar den sog. Regierungswechsel und die große Koalition unter Angela Merkel bewirkt haben. Die unsoziale Politik treibt die grosse Koalition ungebremst weiter voran. Der DGB und all seine Einzelgewerkschaften tragen diese Politik in vollem Umfang mit.
Alleine der Umstand, daß ein Unternehmen ein Arbeitsgericht nach dem anderen abklappert, bis es ein willfähriges Gericht findet, das den Streik verbietet, zeigt eine neue Vorgehensweise gegen die Lohnsklaverei an. Die Begründung des Nürnberger Arbeitsgerichts, „Streiks könnten in der Hauptreisezeit zu immensen wirtschaftlichen Schäden führen“, ist Verhöhnung der Arbeitnehmer schlechthin. Dieses Urteil unterläuft das im Grundgesetz verbriefte Koalitionsrecht, aus dem sich das Streikrecht ableitet, wird hier – wie so vieles – mit Füßen getreten und kann morgen gegen alle Streiks angewandt werden, die über zahnlose, DGB-genehmigte Trillerpfeifenproteste oder „symbolische Streikaktionen“ in der Mittagspause hinausgehen.
Auf allen Ebenen wird der Klassencharakter der Gesellschaft erneut installiert. Wirtschaftsinteressen und Großmachtpolitik, gestützt durch eine Justiz, die die unmittelbaren Interessen „herrschenden Klasse“ durchzusetzen haben. Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt forderte wenige Tage nach dem Nürnberger Richterspruch ein weitgehendes Streikverbot und mahnte Gesetzesänderungen an, um „Arbeitskämpfe kleiner Berufsgruppen“ künftig zu unterbinden. „Ein Streik einer Spartengewerkschaft für die von ihr vertretene Minderheit der Belegschaft muss per Gesetz für unverhältnismäßig und damit unzulässig erklärt werden, wenn bereits ein Tarifvertrag gilt, der alle Beschäftigten erfasst“, forderte Hundt. Andernfalls sei die gesamte Tarifautonomie “akut bedroht”.
„Tarifautonomie“ sagt die Nichteinmischung des Staates in tarifliche Auseinandersetzungen aus, eine neue Begriffsumkehrung, wie in so vielen Fällen? Die Arbeitgeber wollen diese Autonomie nun „als Alleinvertretungsanspruch der DGB-Gewerkschaften“ interpretiert wissen, um ungestört und ungehindert Knebelverträge, Lohnsenkung und Sozialabbau durchsetzen zu können. Solange jedoch Arbeiter und Angestellte brav ihre Gewerkschaftsbeiträge bezahlen, ist die Frage erlaubt, ob sie es denn wirklich anders „verdient“ haben?
Siehe auch
wsws.org 14.08.2007





27 responses so far ↓
1 Hauke Haien // Aug 15, 2007 at 4:29
Soll’n se doch ihre Loks selber fahren.
Dienst nach Vorschrift ist auch nicht so schlecht. kommt garantiert keine Lok aus dem Bahnhof.
Haben die Piloten der Bw auch mal gemacht. Innerhalb von ein paar Tagen war die Sache ‘geregelt’.
H.H.
2 Populist // Aug 15, 2007 at 5:36
Gemessen an ihrer nicht gerade übermäßigen Qualifikation werden Lokführer m.E. nicht zu schlecht bezahlt. Andere Tätigkeiten sind da deutlich unterbezahlter.
3 wolzow // Aug 15, 2007 at 7:05
Das ist das Dilemma, wir Deutschen lassen uns sogar diktieren wann, wo und wie wir zu streiken haben. Das Gleiche gilt auch auf Demos oder eben Mahnwachen, alles was die brd-Büttel uns vorsagen, wird fein brav erfüllt, damit man auch ja seinen “symbolischen” Protest vortragen kann.
„Streiks könnten in der Hauptreisezeit zu immensen wirtschaftlichen Schäden führen“- Ja genau deswegen sollte ja gestreikt werden und warum entscheidet in der brd ein Gericht über die Anliegen der Arbeitnehmer, ach ja Besatzerrecht.
4 Schutztruppler // Aug 15, 2007 at 8:37
Im Allgemeinen sind die Löhne nicht schlecht, die Abgaben dagegen der deutschen Arbeiter viel zu hoch.
Wenn man dabei bedenkt, dass damit zum sehr grossen Teil der Volksaustausch finanziert wird, da ist es ein Wunder, dass noch irgend einer arbeiten geht.
Man bedenke was die “Gäste” kosten. Sehr einsichtliche Daten sind unter “www.heimatforum.de” ersichtlich. Andere unnötige Ausgaben sind die EU. Obwohl die BRD den Löwenanteil der Finanzierung trägt, sieht man in der deutschen Landschafft Schilder “Hier wurde mit EU – Unterstützung aufgeforstet. Alles Abgaben vom kleinen Mann. Statt dessen könnten deutsche Mädels belohnt werden wenn sie deutsche Kinder gebären.
5 Wetekamp // Aug 15, 2007 at 8:52
Irgend ein kluger Mensch hat mal gesagt: “Wenn die Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, lösen sie zu allererst jeder eine Bahnsteigkarte”.*
Mir unverständlich, wieso die Gewerkschaften noch so treu und brav von ihren Schafen bezahlt werden.
* Der kluge Mensch war Lenin.
Schriftleitung Altermedia
6 Freibeuter // Aug 15, 2007 at 9:19
Der Lokführer hat eine verantwortungsvolle Aufgabe im Wandel der Zeit. Angesichts der Moderne – in einen ICE passen bis zu 1000 Fahrgäste – und der Tatsache, daß der Chef der Bahn AG sich binnen 2 Jahren sein Gehalt um 300 Prozent (sic !) erhöht hat, halte ich persönlich die Forderung für gerechtfertigt.
Ein Lokführer der Bahn AG verfügt im Mittel über 1700 Euro7mtl. , über die Grenzen geschaut, erhalten etwa die Lokführer der SBB Schweiz für dieselbe Tätigkeit ca. 4000 Euro/mtl.
- Von der Tatsache einmal mehr abgesehen, daß die Steuern und Abgaben – direkt oder indirekt erhoben – in Deutschland viel zu hoch sind. Warum wohl ?
Weil der Staat seit gut 30 Jahren nicht mehr über eine geordnete Haushaltsplanung verfügt, faktisch bankrott ist und permanent über seine Verhältnisse lebt : EU- und Israel-Tributzahlungen, galoppierende Überschuldung und natürlich die unselige Überfremdungspolitik (”Integration” von jedem, der an den Grenzen und Flughäfen das Wort “Asyl” halbwegs aussprechen kann), verharmlosend als “Multikultur” ausgedrückt.
Alles in Allem lohnt sich “ehrliche Arbeit” per se längst nicht mehr, da ist es lukrativer, in den großen Spielcasinos – aka “Börsen” – zu spekulieren und zu zocken.
Werte werden nicht mehr produziert, man (ver)spekuliert sie, oder leitet Volksvermögen – öffentlich wie privat – um in die Taschen der Berufsschmarotz…pardon…Großkapitals
Noch nie in der Menschheitsgeschichte ist der Verfall des Wertes “Arbeit” so rasch vorangeschriteen, als in der heutigen.
7 milchplus // Aug 15, 2007 at 9:34
Die Löhne der Lokführer sind mehr als zu niedrig, sie sind beschämend.
Vor allem die Reallöhne haben eine Talfahrt ohnegleichen erlebt während die Bahn wieder fette Gewinne einkassiert.
GDL-Broschüre Fahrpersonaltarifvertrag: Zahlen Fakten, Hintergründe
http://www.gdl.de/redaktionssystem/downloads/fptv-fakten-broschuere.pdf
Die Forderungen der GDL sind mehr als berechtigt. Sie sind sogar zu moderat.
Im übrigen wird vollkommen verkannt worum es bei diesem Tarifstreit eigentlich geht.
Bonze Mehdorn will nämlich die Bahn teilprivatisieren. Aufmüpfige Gewerkschaften die soviel Macht besitzen und jetzt solch Lohnforderungen stellen ,schrecken nämlich internationale Investoren ab.
Ohne es zu wissen stellt sich die GDL gegen die Privatisierungswut der letzten 2 Jahrzehnten und die neoliberale Politik der Bonzen im Parlament.
Das ist auch der Grund wieso sie so vehement und mit solcher Wucht vom gesammten System bekämpft wird, sowie wie es bis jetzt nur nationale Kräfte in diesem Land erlebt haben.
8 Wigbold // Aug 15, 2007 at 9:54
Das Zitat mit der Bahnsteigkarte (”Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas, wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich erst eine Bahnsteigkarte!”) wird Lenin zugeschrieben. Belastbar dokumetiert ist es nicht.
Das folgende Zitat von Stalin (im Gespräch mit dem Schriftsteller Emil Ludwig, veröffentlicht in „Bolschewik“ Nr. 8,
30. April 1932, dagegen schon:
“Ludwig: Glauben Sie nicht, dass die Deutschen als Nation mehr Ordnungsliebe haben als Freiheitsliebe?
Stalin: Einst hatte man in Deutschland tatsächlich große Achtung vor dem Gesetz. Als ich im Jahre 1907 zwei bis drei Monate in Berlin weilte, machten wir russischen Bolschewiki uns öfters über einige deutsche Freunde lustig, weil sie eben diese Achtung vor dem Gesetz hatten. Es war zum Beispiel folgende Anekdote in Umlauf: Als der Berliner sozialdemokratische Vorstand für einen bestimmten Tag und eine bestimmte Stunde eine Kundgebung ansetzte, zu der die Mitglieder der Organisation aus allen Vororten erscheinen sollten, da konnte eine Gruppe von zweihundert Personen aus einem Vorort, obgleich sie rechtzeitig zur festgesetzten Stunde in der Stadt eingetroffen war, nicht zur Demonstration erscheinen, weil sie zwei Stunden lang auf dem Bahnsteig stand und es nicht wagte, ihn zu verlassen: der Schaffner, der die Fahrkarten am Ausgang abnehmen sollte, war nicht da, und die Genossen konnten daher ihre Karten nicht abgeben. Man erzählte scherzend, dass erst ein russischer Genosse kommen musste, der den Deutschen den einfachen Ausweg aus der Lage zeigte: den Bahnsteig zu verlassen, ohne die Fahrkarten abzugeben…”
http://www.stalinwerke.de/band13/b13-020.html
9 wolzow // Aug 15, 2007 at 10:35
@Alle:Passt zwar nicht ganz rein, aber trotzdem interessant: Falls sich jemand wundert wo in der brd Gelder verschwinden z.B. hier ins reichste land der Welt, neben Neuschwabenland und deutsche Erdölquellen bekamen sie auch “Wiedergutmachung”:
1959 zahlte die Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der Wiedergutmachungspolitik für diese Kinder 50 Millionen Mark an Norwegen. Der Verbleib der Gelder ist bis heute ungeklärt, bei den Betroffenen ist davon nichts angekommen.
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tyskebarn
1998 entschuldigte sich Ministerpräsident Kjell Magne Bondevik für die Diskriminierung der „tyskerbarn“ und ihrer Mütter in Norwegen.
Der Mann ist Pfarrer und vertritt die Staatskirche mit ihren zahlreichen “Zionsmissionen”
(selbe Quelle)
Wenn sogar reiche westliche Länder von uns unterstützt werden, möchte ich nicht wissen, wieviel andere Staaten bekommen.
Deutsche, wacht auf, wir schuften für die Weltbevölkerung!
10 wolzow // Aug 15, 2007 at 10:36
DESHALB DÛRFEN WIR NICHT STREIKEN!
11 Rkm // Aug 15, 2007 at 11:29
Gibt es eigentlich noch andere Länder auf diesem Planeten in denen Richter darüber entscheiden ob gestreikt wird oder nicht ?
Richter: streiken verboten !
Lokführer: Och manno.
12 Timo Pradel // Aug 15, 2007 at 11:35
Die Löhne der Lokführer (Triebfahrzeugführer) sind eindeutig zu niedrig, keine Frage. Doch trifft dies auch auf andere Berufszweige innerhalb der Deutschen Bahn AG zu. Ein Fahrdienstleiter (vergleichbar mit einem Fluglotsen) verdient in der Regel nicht mehr als 1.400 EUR Netto, es sei denn er ist verheiratet und hat drei Kinder. Dabei trägt ein Fahrdienstleiter, genauso wie sein Kollege im Führerstand eine immense Verantwortung. Ein falscher Tastendruck im Stellwerk kann zu einer Katastrophe führen. Oft arbeiten Mitarbeiter auf dem Stellwerken unter erschwerten Arbeitsbedingungen. Immer mehr Arbeitsplätze werden abgebaut bei gleichzeitig steigender Verantwortung. Leider geht diese Entwicklung auf Kosten der Sicherheit. Wartungsintervalle werden nicht eingehalten und oft sind Stellwerke personell unterbesetzt. Meines Erachtens sollten sowohl Triebfahrzeugführer als auch Fahrdienstleiter pauschal 400,- EUR monatlich mehr bekommen. Dies wäre durchaus angemessen.
Timo Pradel
13 Anonym // Aug 15, 2007 at 12:29
@Populist :
“Gemessen an ihrer nicht gerade übermäßigen Qualifikation werden Lokführer m.E. nicht zu schlecht bezahlt. Andere Tätigkeiten sind da deutlich unterbezahlter.”
Ach ja ? Und nur weil es anderen noch schlechter geht als mir, darf ich nicht gegen Unrecht eintreten ? Da können wir ja alle brav die Hände in den Schoß legen und tatenlos ertragen, wie wir behandelt werden. Denn es wird sich IMMER jemand finden lassen, dem es noch schlechter geht.
14 griesgram // Aug 15, 2007 at 12:38
Dieter Hundt forderte wenige Tage nach dem Nürnberger Richterspruch ein weitgehendes Streikverbot und mahnte Gesetzesänderungen an, um „Arbeitskämpfe kleiner Berufsgruppen“ künftig zu unterbinden. „Ein Streik einer Spartengewerkschaft für die von ihr vertretene Minderheit der Belegschaft muss per Gesetz für unverhältnismäßig und damit unzulässig erklärt werden
Tja, Du Hund, ist Dir ein Dorn im Auge, daß man diese kleinen Gruppen von Spezialisten nicht einfach durch Kameltreiber und Neger ersetzen kann, gelle!
Einfach einen importieren, wenn der alte nicht mehr will ist doch Dein Konzept, oder?
Die Lokführer sind nur wenige tausend, aber sie haben die Macht, die ganze Bananenrepublik lahmzulegen.
Macht es, Leute.
Pfeift auf das Gericht und geht zum Arzt. Irgendein Zipperlein hat doch jeder, von der enormen psychischen Belastung gar nicht zu reden…
15 Maik // Aug 15, 2007 at 13:34
Ist doch klar, das sind die Ausländer, die den Lokführern die Arbeitsplätze wegnehmen.
16 Freibeuter // Aug 15, 2007 at 15:22
@Maik :
Mir scheint, Du hast vom Artikel und den Beiträgen hier nichts verstanden.
“Die Ausländer” gehen – aufgrund der von mir dargestellten Fakten – wohl überall hin, aber nicht als Lokführer zum DB-Konglomerat AG…
@griesgram :
Herrlich der Beitrag ! Dieser Oberglobalisierer und sozialpolitische Meuchelmörder Hundt ist nichts anderes als ein dummer Schwätzer, der die “Regeln” seiner ach so freien “Marktwirtschaft” nur dann gelten lassen will, wenn es ihn nichts kostet.
Da er an anderer Stelle über “Arbeit” auch nur in neoliberalen Rhetorik schwadroniert, so wird ihm – im Falle eines dennoch stattfindenden Streiks – wohl die eigene, bittere Medizin zu schlucken haben (stellvertretend für seine “Arbeitgeber” – in vielschichtiger Hinsicht ein Wortspiel…).
17 TodosAlemanesUnidos // Aug 15, 2007 at 17:13
“Die miserable Arbeit der Gewerkschaften, die genau wie die Bundesregierung strikt und konsequent gegen ihr Klientel und zu deren Schaden arbeiten, ”
So ist das nicht richtig, sondern eher so:
“Die gewohnheitsmäßige Gewerkschaftlerei, die im Trott mit der Bundesregierung alternativlos ihre Mitglieder zu Drogenabhängigen macht und zu ihrem Schaden tarifvertraglich das Blaue vom Himmel verspricht …”
Gewerkschaften haben einen initialen Sinn, – aber beim Altwerden der Idee heizen sie nur noch den Untergang der Volkswirtschaft an.
18 TodosAlemanesUnidos // Aug 15, 2007 at 17:19
@ griesgram:
Was hier zutage tritt, ist das Recht der Eliten auf Bevorzugung und nicht auf sog. Gleichheit mit der Masse.
Gewerkschaften der Masse machen Gewerkschaften der Wenigen kaputt – man muß nicht den Feudalismus kippen, um ihn beim qualifizierten Proleten wiederzuerkennen: Bessere Leistung ist bessere Bezahlung, bessere Bezahlung ist besseres Vorwärtskommen, besseres Vorwärtskommen ist Schutz für die Gesamtheit.
Es muß nur die Gewohnheit verhindert werden, die zum Vergeßlichwerden neigt. Vergeßliche sind Ausbeuter, – und nur darum geht es.
19 Atheist // Aug 15, 2007 at 18:17
Dieser angebliche Lokführerstreik ist doch eine volle Lachnummer. Wer sich von der Nadelstreifen-Mafia ausbeuten lässt, obwohl er die Mittel und Möglichkeiten dazu hat, dieses zu ändern, dem ist doch nicht mehr zuhelfen. Wenn die Jungs von der Lokführergewerkschaft “nen Arsch inner Hose” hätten, dann hätten sie den Bonzen schon gezeigt wo der Hammer hängt. Wer seinen Schlipsträgern Millionen Gehälter zahlen kann, kann auch 30 Prozent mehr Lohn für die herausrücken, ohne die der ganze Laden nicht läuft. Wer in so einer Situation das Debattieren anfängt, zeigt doch wie sehr er in das korrupten System verstrickt ist.
20 Populist // Aug 15, 2007 at 18:23
@Anonym:
Ich halte die Gehälter der Lokführer nicht für “Unrecht” mit Verlaub. Wenn junge Ingenieuere mit Hochschulstudium als Dauerpraktikanten mißbraucht werden finde ich das weitaus skandalöser.
21 Andreas Fritz // Aug 15, 2007 at 19:07
@Timo Pradel
“Ein falscher Tastendruck im Stellwerk kann zu einer Katastrophe führen.”
Sicherlich nicht ganz von der Hand zu weisen, allerdings vergißt Herr Pradel hier zu erwähnen, daß der zu überwachende Streckenabschnitt auf einer Kontrollwand in Form aneinander gereihter Glühbirnen dargestellt ist. Kommt nun ein Zug, wird er durch fortlaufende Lichtsignale dargestellt; kurz vor einem Bahnübergang (der gesondert an der Wand markiert ist), den der Fahrdienstleiter zu schließen hat, ertönt dann zur Sicherheit auch noch ein akustisches Warnsignal, damit der Fahrdienstleiter ja nicht vergißt, die Schranken zu schließen.
Sicherheiten sind also genug eingebaut und um es mal ganz polemisch zu formulieren: Im Grunde kann jeder halbwegs dressierte Schimpanse die Anlage bedienen.
Herr Pradel vergißt ferner zu erwähnen, daß er selbst den Beruf des Fahrdienstleiters ausübt.
Ich finde es ziemlich dreist, hier dann mal “im Vorbeigehen” 400,00 Euro netto mehr zu fordern, um damit mehr im Portemonaie zu haben, als so mancher Ingenieur.
Irgendwie scheint Ihnen hier das Gespür für die Realitäten völlig abhanden zu gehen.
22 Olsen // Aug 15, 2007 at 20:09
@Populist
Dann sollen doch diese Ingenieure gefälligst aufbegehren und streiken!
Aus ihren Worten spricht Neid und dieser begründet sich auf die eigene Unfähigkeit und Ohnmacht.
Lokführer verdienen m.E. eindeutig zu wenig und arbeiten im Vierschichtsystem, inkl. Wochenende und Feiertags. Sicherlich müssen sie heute nicht mehr die schwere Kohlengabel schwingen, aber die Verantwortung für den Reisenden und für Gefahrengut ist nicht geringer geworden. Auch ist der stets an die Arbeitszeiten anzupassende Biorythmus nicht gesundheitsfördernd.
23 Olsen // Aug 15, 2007 at 20:13
In diesem Land hätte ich nicht erst zur letzten Märchensteuererhöhung einen totalen Generalstreik befürwortet. Um ein für alle Male den Herren Schmarotzern zu zeigen, wer die Werte im Lande schafft.
24 wolzow // Aug 15, 2007 at 20:44
@Olsen: So lange wir uns von den “Herren Schmarotzern” gerichtlich vorschreiben lassen, wie der Arbeitskampf zu führen ist, klappt das nicht. Das ist wie mit den Kirchgängern:
Freitag- Kneipe
Sonnabend- Puff
Sonntag- beim Pfaffen beichten gehen, was für ein schlechter Jünger man doch ist
Freitag- in der Kneipe den Generalstreik für Montag planen
Sonnabend- mit den Kollegen im Puff das “Für und Wieder” diskutieren
Sonntag- den richterlichen Bescheid akzeptieren und Busse tun für die “schlechten Gedanken” am Freitag
Montag- arbeiten bis Freitag!
Ein Teufelskreis!
25 Anonymous // Aug 16, 2007 at 0:43
@Andreas Fritz
Ihre “Fachkompertenz” verblüfft mich sehr. Sie meinen also zu wissen, daß Schimpansen Stellwerke bedienen können, da ja alles in Form von Lichtzeichen an einer Kontrollwand (sie meinten sicherlich Stelltafel) dargestellt wird und der Fahrdienstleiter etwaige Schranken im Fahrweg durch vorheriges “Warnsignal” zu schließen hat. Wenn ich also sooo kompetente Ergüsse Ihrerseits vernehme, frage ich mich ersthaft, was ich in meinen immerhin 20 Jahren Berufserfahrung falsch interprätiert habe. Kennen Sie den Unterschied zwischen mechanischen, elektromechanischen, Spurplan- und elektronischen Stellwerken? Haben Sie jemals etwas von einem mechanischen, automatischen oder selbsttätigen Streckenblock gehört? Sicherlich sind Sie auch ein “Fachmann” für Bahnübergänge, schließlich belehren Sie uns, daß der Fahrdienstleiter nach einem akustischem Warnsignal die Schranke zu schließen hat. Daß Bahnübergänge in der Regel signalabhängig sind, scheint Ihnen wohl entgangen zu sein? Das bedeutet, daß beim Einstellen einer Fahrstraße (egal ob Zug- oder Rangierfahrstraße) das in Richtung Bahnübergang zeigende Signal erst dann auf Fahrt kommt, wenn der Bahnübergang geschlossen ist. Die Schließung des Bahnüberganges erfolgt im übrigen nicht durch den Fahrdienstleiter, sondern automatisch. Der Fahrdienstleiter überwacht lediglich den Schließvorgang und greift ggf. ein, falls der Gefahrenraum des Bahnüberganges nicht von Personen und/oder Fahrzeugen geräumt sein sollte. Jedenfalls würde ich Sie, als ausgewiesenen “Experten”, gerne beim nächten Fahrdienstleiter-Fortbildungsunterricht begrüßen. Sie wären dort sicherlich als Pausenclown gerne willkommen und könnten vor gestandenen Fahrdienstleitern einmal Ihr “Fachwissen” zum Besten geben.
Timo Pradel
26 milchplus // Aug 16, 2007 at 8:50
@Timo Pradel
Stimme mit Ihnen darin überein daß in der Tat alle Bahnbeschäftigten eine satte Lohnsteigerung verdienen.
Mir ist bis heute unbegreiflich wie die Belegschaften von GDBA und Transnet den faulen Kompromiss von 4,5% mehr Lohn akzeptieren konnten.
Hätten diese Gewerkschaften ihren Streik an den der Lokführer gekoppelt so hätten sie mit Leichtigkeit ihre Maximalforderungen durchsetzen können.
Nun es liegt der Verdacht nahe daß die Gewerkschaftsführungen so schnell wie möglich zu einem Kompromiss kommen wollten um der Bahn beim “erfolgreichen” Börsengang den Weg freizuräumen. Doch wieso akzeptierten dies die Belegschaften der beiden Gewerkschaften?
Eins ist klar : wir brauchen in Deustchalnd mehr Streiks und zwar von der militanten Sorte. Mit Trillerrpfeifen und Tanzparaden ist nichts zu gewinnen.
Es ist auch allerhöchste Zeit für einen Generalstreik nach dem Vorbild Frankreichs. Legt diese Republik über Wochen wenn nicht sogar Monate lahm.
27 Jürgen Schwab // Aug 19, 2007 at 9:35
@ Anonym
@ milchplus
Zustimmung.
@Populist
Populist ist eben Populist. Er ist nicht selbst Lokführer, warum dann die Löhne erhöhen, wenn davon nichts in die eigenen Taschen fließt?
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