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FKA: Die Hasen von Basra (05.09.07)

September 5th, 2007 · Post your comment (13 Comments)

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Manche Dinge ändern sich nie. Wer ein wenig die Geschichte kennt, weiß, wer „Die Hasen von Dünkirchen“ waren. Die Tommys waren schon immer gut darin, die Beine in die Hand zu nehmen, wenn’s brenzlig wurde und sich – kaum in Sicherheit – als Helden zu feiern. So auch in Irak?

Selbst die Tagesschau erlaubt, sich seine eigenen Gedanken zu machen „Die Bewertungen des britischen Rückzugs aus Basra-Stadt fallen geteilt aus: Ist es eine Kapitulation vor der nicht abreißenden Gewalt? Schleichen sich die Briten in der Dunkelheit davon, weil auch sie mit ihrer Irak-Strategie am Ende sind? Oder handelt es sich um eine von langer Hand geplante, wohl überlegte Aktion – wie die Regierung in London betont – damit nun die Iraker beweisen können, dass sie alleine für die Sicherheit im Süden des Landes verantwortlich sind.“

Natürlich ist es lt. britischer Regierung und Militärsprechern keine Flucht; keine Neuauflage von Dünkirchen und selbstverständlich kein Eingeständnis des Scheiterns im Irak. Ganz im Gegenteil. Gordon Brown, das ist der neue Tony Blair: “Ein organisierter Rückzug. Die Soldaten räumen den Palast und sind fortan beim Flughafen stationiert. In Basra-Stadt haben nun die Iraker alleine das Kommando. Das heißt: Die abgezogenen 550 Briten kämpfen nicht mehr, sondern beobachten, halten sich im Hintergrund.”

Jetzt darf man gespannt sein, wie Dschorsch DabbelJew darauf reagiert, daß der engste Verbündete eine eigenständige Entscheidung getroffen zu haben scheint. Auf die Frage, ob der Zeitpunkt für den Basra-Rückzug etwa Thema bei seinem Antrittsbesuch bei Bush war, gab Brown keinen Kommentar.

Ebenso bedeckt hält sich Brown zur jüngsten Kritikwelle ranghoher britischer Militärs bezüglich der Irak-Politik der Amerikaner. General Mike Jackson erklärte in einem Interview offen von einer “intellektuellen Bankrotterklärung”, planlosem Reagieren statt „Nation-Buildung“, was Brown wenigstens verhalten bestätigt, ist es schließlich ein Fehler seines Vorgängers „Ich selber habe bereits Fehler eingeräumt im Irak, auf die sich die Kritiker nun beziehen. Wir haben den Wiederaufbau tatsächlich nicht zügig genug vorangetrieben, das hätte besser und vor allem schneller passieren sollen.“ Zu seinen grundsätzlichen Irak-Plänen schweigt er jedoch.

Allerdings sieht Brown sich dem Druck von Opposition und Öffentlichkeit ausgesetzt, die von ihm die Antwort wollen, die sie von Blair nie bekamen: Wann werden die Truppen endgültig nach Hause geholt?

Internationale Beobachter meinen, die getöteten britischen Soldaten und die zivilen Opfer als Gradmesser genommen, habe sich die Lage in den letzten Monaten eher verschlechtert als verbessert. Der ehemalige britische Befehlshaber wie Chris Parker meint, die Iraker würden alleine schneller wieder auf die Beine kommen, als unter britischer Aufsicht, auch wenn seine politisch korrekte Begründung eher Kopfschütteln bewirken dürfte. “Sie brauchen endlich die Chance, um zu beweisen, dass sie alleine für Frieden sorgen können. Ohne die Besatzungsmächte im Rücken. Deshalb spornt der Rückzug sie an.” Weniger zuversichtliche Stimmen warnen, daß sich die Anschläge lediglich vom Palast in Basra-Stadt auf den Luftwaffenstützpunkt verlagern würden, aber das ist weniger gefährlich, weil man schneller im Flieger ist und dann endlich nach Hause kann …

Siehe auch
Tagesschau 03.09.07



Tags: Allgemeines

13 responses so far ↓

  • 1 Hauke Haien // Sep 5, 2007 at 8:49

    Nun haben sie die Lage genug verschaerft und koennen den Buergerkrieg, den sie angefacht haben jetzt ruhig von der Kantine mit ‘nem Bier in der Hand beobachten.

    Ein Rueckzug gleich nach der Absetzung Saddams haette gut ausgesehen. Heute stehen mehr als 1,2 Millionen Tote auf dem Konto der ‘Willigen’.

    Foltermethoden und Gefaegnisse, Weltweite Erodierung der Kriegsgesetze, Ein Land mit Depleted Uranium verseucht mit den entsprechenden Krankheiten, der Iran wird in die Region hineinregieren, ein Antiamerikanismus/antiAnglizismus unter den Muslimen wie nie zuvor, Die Luegen der Englaender und Amis ueber Massenvernichtungswaffen lange entlarvt, Das Schaffen eines demokratischen Guertels um den Iran ist nur noch mit Sarkasmus zu besprechen, Islamismus im Iran an der Tagesordnung usw usf.

    Wo man hinschaut, sieht man nur Versagen. Jetzt das Suchen nach den Schuldigen, die Generaele sind es natuerlich nicht. Fuer Tony Blair, Bush und die anderen Gangster ist alles im gruenen Bereich. Das Frontschwein muss die Dummheit der Generaele und Politiker ausbaden.

    Als ob die Leimis nicht schon mal im Iraq gewesen waeren und verloren haben. Die lernen eh nichts.

    H.H.

  • 2 griesgram // Sep 5, 2007 at 9:28

    “Schleichen sich die Briten in der Dunkelheit davon, weil auch sie mit ihrer Irak-Strategie am Ende sind? Oder handelt es sich um eine von langer Hand geplante, wohl überlegte Aktion – wie die Regierung in London betont – ”

    Man hat erkannt, daß die Seite Amerikas die Verliererseite ist.
    2003 als Befreier von Saddam gefeiert, wird man nun als Handlander der US Besatzer wahrgenommen.
    Der Krieg war in einer Woche gewonnen, die Verluste waren überwiegend Unfalltote. Der Frieden ist nicht mehr zu gewinnen und der Widerstnd kostet immer mehr Briten das Leben.
    Schon letzten Dezember war das der Tenor in der Messe, jetzt hat sich auch mal einer der Verantwortlichen so geäußert. Das läßt hoffen.
    Raus da und aus Afghanistan gleich mit.
    Nicht nur die Briten, auch die Bunzelwehr.

  • 3 Nationaler, Trier // Sep 5, 2007 at 9:40

    Besatzer raus!!!
    Am besten im Sarg!!!

  • 4 buntspecht // Sep 5, 2007 at 10:22

    Daß der britischen Rückzug aus Basra so glimpflich abgelaufen ist, zeigt, daß sie aus der Geschichte gelernt haben. Als sie nämlich im Jahre 1842 fluchtartig Kabul verließen kam von etwa 15 000 Soldaten und deren Familienangehörigen nur EIN Mann an der indischen Grenze an, alle anderen wurden auf dem Fluchtweg und am Kyberpaß von den Afghanen getötet.
    Diese Tragödie sollte auch den derzeitigen westlichen Streitkräften in Afghanistan zu denken geben.

  • 5 wikiblödia stellt klar: // Sep 5, 2007 at 11:39

    @buntspecht

    Na ja, eigentlich war es ja nicht ganz so.1842 gingen zu 90 % indische Kolonialtruppen drauf.
    Und das Land war 40 Jahre lang faktisch Kolonie.

    “Die britische Kolonialmacht
    Um das Land zu erobern und als Teil des Britischen Imperiums in Indien einzugliedern, kämpfte 1839–1842 eine große anglo-indische Armee im ersten anglo-afghanischen Krieg gegen einen relativ schlecht ausgerüsteten afghanischen Widerstand. Die Briten konnten zwar das Land besetzen, jedoch nicht ihre Ziele durchsetzen. 1842 wurde ein Waffenstillstand vereinbart, bei dem die Briten sich bereit erklärten, ihre Truppen zurückzuziehen. Jedoch wurden die sich zurückziehenden Briten kurz darauf am Khyber-Pass angegriffen und alle 15.000 britischen Soldaten und deren Familienmitglieder getötet. Dieser militärische Verlust in Afghanistan frustrierte die britische Kolonialregierung und erschwerte ihre Bestrebungen, wie zum Beispiel die Kontrolle der Handelswege in Zentralasien und den von dort versuchten Angriff auf die chinesische Qing-Dynastie. Die Katastrophe in Afghanistan erregte auch viele Inder, denn die britische Armee bestand zu einem großen Teil aus Indern. Angetrieben durch den Frust der vorangegangenen Demütigung, erklärte 1878 die britische Regierung erneut den Krieg gegen Afghanistan. Trotz kleiner militärischer Erfolge der Afghanen, wie bei der Schlacht von Maiwand 1880, wurde der Widerstand durch die Briten niedergeschlagen, die Hauptstadt Kabul aus Rache niedergebrannt und eine Marionette als König installiert. Gleichzeitig übernahmen die Briten für die folgenden 40 Jahre die afghanische Außenpolitik. ”

    Aber wer will das heute noch?
    Kontrolle mit Schuldknechtschaft ist doch viel billiger. Und Marionetten gibt es genug, nicht nur bei den Turbanen, wie unser aller sprechender Hosenanzug zeigt.

  • 6 Rkm // Sep 5, 2007 at 11:51

    Der Präsident – ermordet. Das Land – ein brennendes Inferno.
    Mission completed. Der Nächste bitte.

  • 7 Weiterdenker // Sep 5, 2007 at 15:23

    Nun ja, die Tommies standen dann aber auf der Seite der Sieger – Merke: wer feige ist, kann auch später noch kämpfen. :gg:

  • 8 KleinerAnonymerFeigling // Sep 5, 2007 at 16:02

    Es kommt genau so, wie es von Scholl-Latour prognostiziert worden ist.

    Hat ihn keiner gehört, wollte ihm keiner glauben oder hat man wissentlich die Katastrophe gewählt?

    Oder ist es schlicht nur die Verblendung (Hybris) der Macht, die vor dem Fall kommt?

  • 9 Boroevic // Sep 5, 2007 at 17:53

    Als jemand, der seine spezifische Begegnung mit uniformierten Bastarden der US-Army hatte,
    habe ich eigentlich keine Veranlassung ihren britischen Verbündeten in irgendeiner Form Reverenz zu erweisen. Allerdings sie als “Hasen von Dünkirchen” hier vorzuführen –
    wären sie Feiglinge gewesen, wären sie sicherheitshalber vernünftigerweise in Gefangenschaft gegangen! – sie als solche zu karikieren, “die schon immer gut darin (waren)
    die Beine in die Hand zu nehmen..) ist eine, ja
    doch, infame Unterstellung. D i e “Tommies”
    als feige zu bezeichnen, das kann sicher
    nur jemand, dem der Begriff “Objektivität” ein Fremdwort ist. Gehen Sie einmal, z.B., auf den
    Commonwealth-Friedhof in Dürnbach/Gmund
    und lesen sie dort, was auf den Grabsteinen
    von mehr als creitausend blutjungen Menschen steht, die als Flugzeugbesatzung abgeschossen und dort begraben liegen. Wer
    angesichts dessen noch immer glaubt, sich
    der Häme ihnen gegenüber hingeben zu müssen, der schmäht nicht nur die dort liegenden Toten – er schmäht sich selbst.
    Boroevic
    Luftwaffenhelfer a.D. und einst bemüht, jene
    dorthin zu bringen, wo sie heute liegen.

  • 10 griesgram // Sep 5, 2007 at 20:58

    @Borevic
    Danke!
    Krieg ist Krieg, der Frieden sollte mehr sein als die Zeit dazwischen.

    @Feigling
    “Oder ist es schlicht nur die Verblendung (Hybris) der Macht, die vor dem Fall kommt?”
    Das sollte sich mancher hier gut merken. Auch wenn es hier eher die Verblendung des Chauvinismus ist. Damit hat Deutschland, abgesehen von 1871, immer die Arschkarte gezogen.
    Lieber britisches “Understatement”. Kommt auch diplomatisch besser an. Muß ja nicht gleich merkelsche Devotion sein.
    Und außerdem:
    Wenn der Dackel dann doch mal beißen muß, ist das taktisch viel vorteilhafter, wenn keiner dran glaubt.
    So wie 1870!

  • 11 Freibeuter // Sep 6, 2007 at 5:10

    …und da wundern sich – ob nun eingebildet oder reell von ihnen selbst verursacht ist fast egal – die westlichen “Freiheits”-Kryphäen über “Internationalen Terrorismus” —- bei konsequenter Verwechslung von Ursachen und Wirkungen !

    Ekliges Gutmenschengehabe ohne Eier im Sack !

  • 12 S. Richter // Sep 6, 2007 at 17:48

    Hier ein gutes Video zum Thema…
    http://www.youtube.com/watch?v=e-Z9ilMkUYE

  • 13 EINZELKÄMPFER // Sep 11, 2007 at 10:35

    Guten Tag,

    was einige konventionelle Rechte immer noch nicht verstehen, ist die Trennung von Politik und militärischen Fähigkeiten.
    Eine Armee ist immer Werkzeug der politischen Klasse und somit deren Fuktionseliten ;-)
    In Deutschland wie auch in GB ist das eine Tatsache, die nur in Extremsituationen eine andere Gewichtung erhalten wird.
    Den britischen Soldaten der modernen Neuzeit Feigheit oder Unfähigkeit vorzuwerfen ist auf völlige Unkenntnis des Sachverhaltes zurückzuführen.
    Die britischen Soldaten verstehen sehr wohl ihr militärisches Handwerk ;-)
    Inwieweit die Politik dahinter zu kritisieren ist, ist ein anderes Thema.

    …und übrigens halten die britischen Soldaten sehr viel von den Soldaten der Waffen SS, und der Wehrmacht deren Leistungen werden z.B. in taktisch-operativer Sicht analysiert und als Musterlösung gelehrt.

    Einer Kritik am angelsächsischen Imperialismus als Steigbügelhalter von US Interessen kann ich mich als Vertreter einer deutschen
    “Neuen Rechten” uneingeschränkt anschliessen.
    Ich würde mich aber freuen wenn einige Schnellschußkommentare hier besser überdacht werden, da man sich manchmal schon schämen muss, mit einigen “rechten” Gestalten in eine Schublade gesteckt zu werden! ;-)
    Wer sich als “Nationaler” so präsentiert ist einfach nur dumm und ein gefundenes Fressen für die Gegenseite oder wird als
    “agent provocateur” von wem auch immer bezahlt ;-)

    Mit freundlichen Grüßen
    Einzelkämpfer

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