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Wie jedes Jahr wird die Sommerloch-Saison der Politszene mit dem pflichtbetroffenen, empörten Aufschrei über Benzinpreiserhöhungen eingeleitet, auch wenn man so manches Mal den Eindruck eines ganzjährigen Polit-Sommerloches bekommen könnte.
Egal, wo man durch die Straßen der BRD fährt, die Tankstellen weisen seit Jahr und Tag einheitliche Preise aus, sie unterscheiden sich lediglich in der Farbgebung. Schon vor Jahren hatte das Kartellamt einer massiven Nachfrage wegen die Sache „prüfen“ müssen und, wie zu erwarten, keinerlei Handlungsbedarf feststellen können. Nach damaliger Definition des Kartellamtes waren hier keine Preisabsprachen nachzuweisen, sondern lediglich eine einheitlich scheinende Kalkulation aufgrund der Einkaufspreise.
Seit Usrael sich immer verkrampfter bemüht, einen Überfall auf den Iran zu finden und durch die Systemmedien rechtfertigen zu lassen, merken wir die offensichtliche Erfolglosigkeit auch an den jeweiligen Tankstellen und deren mysteriös einheitlichen Preisschwankungen. Selbstverständlich ist es keine Preisabsprache, wenn der Benzinpreis sich innerhalb von 24 Stunden dreimal ändert. Die Tankstellen haben eben alle an diesem Tag dreimal neue Lieferungen zu einheitlich unterschiedlichen Preisen bekommen – und zwar alle gleichzeitig. Das leuchtet ein.
Dennoch werden massive Preissteigerungen, wie sie uns jetzt – passend zu Feiertagen und Urlaub – wieder beschert werden, gerne von der Systempresse aufgenommen, um dem Deutschen einen kurzzeitigen Aufreger zu verschaffen, bis er sich an die neue Preissituation gewöhnt hat.
So titelt denn auch die Frankfurter Neuen Presse von heute „Die hohen Benzinpreise in Deutschland sind für das Bundeskartellamt kein Grund einzuschreiten. Es gebe keine Anhaltspunkte für einen Verstoß der Ölkonzerne gegen das Wettbewerbsrecht, unterstrich die Behörde am Mittwoch in Bonn.“
Selbstverständlich nicht. Wann hat denn je speziell ein US-Konzern in der BRD gegen irgendwas verstoßen? Das Kartellamt hat selbstverständlich auch die entsprechende Begründung für ihre Handlungslosigkeit „«Wir finden die Preise auch schrecklich hoch, aber wir können nichts machen», sagte Kartellamts-Sprecherin Silke Kaul der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Benzinmarkt sei in Deutschland sehr transparent. Die Unternehmen beobachteten sich gegenseitig und reagierten auf Preisveränderungen bei den Konkurrenten, so dass es zu parallelem Preisverhalten komme. Das sei kartellrechtlich nicht zu beanstanden, da keine Absprachen getroffen und keine Kartelle gebildet würden.“
Es ist dabei immer wieder erfrischend zu lesen, dass die Abzocker ihr Wissen aus eigener Erfahrung ab und zu so freimütig kundtun. So meinte Bärbel Höhn von den Grünen. „Die großen Mineralölfirmen bekommen den Hals nicht voll.“
Selbstverständlich wird dem Bundi klargemacht, dass diese Preiserhöhungen weder mit den Börsenspekulationsspielchen, noch mit der Überfallabsicht auf den Iran, noch mit den üblichen Erhöhungen zum Beginn der Urlaubssaison zu tun haben. Diesmal sind es die maroden Ölraffinerien in den USA, die zu wenig produzieren. Deshalb müssen neue Raffinierien gebaut werden. „Die Investitionen gehen dorthin, wo sie am rentabelsten sind», sagte ExxonMobil- Sprecher Karl-Heinz Schult-Bornemann. So baue sein Unternehmen gegenwärtig Raffinerien in China. … Es sei für die USA wohl einfacher, das benötigte Benzin zu importieren, als neue Raffinerien zu bauen.“ Normalerweise für die USA eine ziemlich riskante Sache, da sie bereits hochverschuldet gegenüber China sind. Könnte da evtl. eine andere Strategie die plausiblere sein? Liest man den Satz sorgfältig: „Ein Raffinerie habe sich erst nach 15 Jahren amortisiert und es sei nicht sicher, dass sie dann noch gebraucht werde“ und sieht auf die Berichte über verstärkte Experimente der Treibstoffgewinnung aus Pflanzen, ändert sich der Blickwinkel etwas. Monsanto hat massiven Gegenwind mit seinem manipulierten Mais kassieren müssen. Aber vielleicht ist er ja gut genug zur Treibstoffgewinnung?
Siehe auch
Frankfurter Neue Presse 24.05.07
Quelle: Störtebeker-Netz 24.05.07





15 responses so far ↓
1 Torvald // May 24, 2007 at 12:26
Benzin ist eigentlich nicht teuer, teuer sind die Steuern, die meines Wissens 75 % des Preises ausmachen.
Generell wird der deutsche Arbeitnehmer von einem Staat ausgebeutet, der bei Ledigen schon mal 50 bis 70% des Arbeitseinkommens als Steuern und Abgaben einzieht und von diesem Geld alles mögliche finanziert, was mit den Interessen des deutschen Volkes nichts zu tun hat.
2 Schörner // May 24, 2007 at 13:00
Ein interessanter Gedanke, der hier aufgeworfen wird. Was allerdings m.E. dagegen spricht, ist die Tatsache, daß nicht die USA die Raffinerien bauen, sd. die Multis.
Hier ist es einfach so, wie bei der anderen privatisierten Infrastruktur: sie verfällt, weil es sich nicht rechnet, sie auszubauen. Dazu kommt, daß eine Verknappung ja die Profite steigen läßt.
Bezüglich des Benzinpreises denke ich, daß hier eine Seite der anderen versucht den schwarzen Peter zuzuschieben. Der Staat den Multis und umgekehrt. In Wahrheit profitieren beide davon. Ein Scheingefecht, würde ich meinen.
Paßt zwar nicht direkt zum Thema, aber es schadet nicht darum bescheid zu wissen, weil das Thema Maut immer drohender wird: ein einziger 38-Tonnen LKW-Zug nutzt die Straße so stark ab, wie mehr als 100.000 (einhunderttausend!) PKWs. Wenn also ein Politiker für die PKW-Maut ist, geben Sie ihm ruhig recht, wenn der Mautanteil der Straßenabnutzung für 38Tonner das 100.000fache von PKWs ausmacht…
3 Simplicius Simplicissimus // May 24, 2007 at 13:03
Die raffinierten, raffgierigen Raffinieriebetreiber haben Narrenfreiheit. Der eine oder andere Volksvertreter ist sicher auf einen hochdotierten Neben- oder Vollzeitjob in dieser Branche scharf.
4 Willi Wichtig // May 24, 2007 at 13:05
Hier mal ein Benzin-Preis Überblick:
http://www.zingel.de/mst.htm#gpiss
Ansonsten muß man halt feststellen, daß die Erlöse der Ölmultis und die Mineralölsteuereinnahmen in dieselben Taschen fließen und die haben Löcher drin …
5 wolzow // May 24, 2007 at 16:37
Als Kfz- Sachkundiger kann ich nur empfehlen: Geht alle auf die Strasse und vordert die Einführung des Wasserstoff- Autos jetzt, lasst Eure Diesel, Gas, Benzin, Methan- Karren einfach stehen und nehmt öffentliche Verkehrsmittel (auch wenn es teurer ist), was wird passieren: 1. Totaler Kollaps des öffentlichen Verkehrs.
2. Treibstoffpreise werden auf ein Minimum herunterreguliert.
3. Die Regierung bekommt das kalte Grausen
4. Neue Arbeitsplätze entstehen um den plötzlichen Bedarf an den bereits serienreifen Wasserstoffautos zu decken.
Die Wasserstoffgetriebenen Motoren funktionieren und das sehr gut, es ist keine Legende oder Verschwörungstheorie, sie werden wirklich wegen des Erdöls zurückgehalten. Ein Geologe sagte mir neulich das die Norweger schon wieder neue Ölquellen entdeckt haben und die Fjorde sind voll mit Methangasblasen- das muss erstmal verkauft werden liebe Kameraden, bevor wir uns am “Auspuffwasser” laben können.
Die Wasserstoff- Autos funktionieren sehr gut, ich habe gerade eins zum Test für eine Woche, mehr darf ich aber nicht verraten.
6 Torvald // May 24, 2007 at 20:42
“Als Kfz- Sachkundiger kann ich nur empfehlen: Geht alle auf die Strasse und vordert die Einführung des Wasserstoff- Autos jetzt,”
Ist das der Hit ? Ich hätte gedacht, dass Alkohol der Treibstoff der Zukunft ist. Gibt zur Zeit allerlei Bestrebungen, Alk aus Zellulose herzustellen (übrigens aufgrund eines deutschen Verfahrens aus der “Nazi”-Zeit), wenn das wirtschaftlich gelingt, ist Erdöl weitgehend uninteressant.
7 Hindenburg // May 25, 2007 at 1:38
@Torvald:
Alkohol ist bisher nur als Treibstoff für Russen bekannt.
8 wolzow // May 25, 2007 at 6:52
@Torvald: Bei Verbrennung von Alkohol entsteht CO2, diese Alternative haben die sich mit ihrer Treibhauslegende verspielt. Ansonsten die Autozeitungen mal zwischen den Zeilen lesen, da steht dann oft schon mal interessantes zu Neuheiten in der Entwicklung.
9 Bremer // May 25, 2007 at 8:07
Fairerweise muß man anmerken, daß der größte Abzocker der Staat ist. Mit weit über 70 Prozent an Steuern verdient dieser an jeder Erhöhung kräftig mit. Der Aufschrei der Berliner Volksvertreter bei jeder Spritpreiserhöhung ist reine Volksverarschung.
10 Olsen // May 25, 2007 at 10:22
@wolzow
“Karren einfach stehen und nehmt öffentliche Verkehrsmittel (auch wenn es teurer ist), was wird passieren: 1. Totaler Kollaps des öffentlichen Verkehrs.
2. Treibstoffpreise werden auf ein Minimum herunterreguliert.
3. Die Regierung bekommt das kalte Grausen
4. Neue Arbeitsplätze entstehen um den plötzlichen Bedarf an den bereits serienreifen Wasserstoffautos zu decken.”
Sehr gute Idee, aber bereits hier scheitert die “Schicksalsgemeinschaft”. Fast jeder Autofahrer meckert über diese Abzocke, doch selten ist einer dabei, der auch konsequent seine Freiheit der Wahl nutzt und dementsprechend reagiert. Keine Ausreden, denn es ist fast ausschliesslich die Bequemlichkeit, die den Nachahmeeffekt der Masse verhindert. Selbst an Alternativen wie Fahrgemeinschaften wird nicht gedacht. Vor einiger Zeit wurde hier ein Beispiel, ich glaube aus Frankreich, gebracht. Dort bestreikten die Autofahrer zeitweilig jeweils zwei Ölkonzerne.
Hinzu kommt, dass die Tankstellen ihren Gewinn nicht aus dem Benzingeschäft erzielen, das meiste landet ohnehin beim Staat. Wer zwingt eigentlich irgendeinen Autofahrer, an einer Tankstelle mehr zu kaufen, als das benötigte Benzin? Die eigene Bequemlichkeit (und Gier), sonst niemand.
@Torvald
“Generell wird der deutsche Arbeitnehmer von einem Staat ausgebeutet, der bei Ledigen schon mal 50 bis 70% des Arbeitseinkommens als Steuern und Abgaben einzieht und von diesem Geld alles mögliche finanziert, was mit den Interessen des deutschen Volkes nichts zu tun hat.”
Ich hatte einmal gelesen, dass auf Grund ALLER direkten und indirekten Steuern und Abgaben, von 100 €, die diese Gruppe verdient, 83 € wieder vom Staat eingezogen werden. Allerdings würde mich interessieren, wieviel dieser 83 € dann wieder in die Taschen irgendwelcher “Elitemenschen” fliessen, denn der Staat stapelt diese Gelder keineswegs in irgendwelche dubiose Keller? Diesen Kreislauf gilt es zu stören und zu behindern, wo es nur geht.
11 Runenraunen // May 25, 2007 at 14:52
@ wolzow
Autos stehenlassen und die Öl-Multi-Steuerfraktion ins Leers laufen lassen: Sehr gut (auch wenn die schnell auf neue Ideen kommen würden).
Wasserstoff, Alkohol:
Wo soll der Wasserstoff herkommen (oder ist hier das Wasserauto gemeint)?
Alkohol stört nur dann die CO2-Legende (ein neues zentrales Dogma unserer Zeit), wenn er nicht er aus Pflanzen gewonnen wird.
12 wolzow // May 25, 2007 at 16:01
@Runenraunen:Wo soll der Wasserstoff herkommen (oder ist hier das Wasserauto gemeint)? Beides, sowohl das Hydrogenauto mit dem man Wasserstoff tankt, als auch das so genannte Wasserauto bei dem man Wasser tankt welches im Fahrzeug in Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten wird, letzteres ist allerdings nicht serienreif und wird es sicher in naher Zukunft nicht werden. Weitere Möglichkeiten wären Mini- Kernreaktoren, allerdings müsste man dann die Fahrer unfallfrei fahren lassen und das ist unmöglich, also fällt das aus Sicherheitsgründen total aus. Der Wasserstoff wird bereits in grossen Mengen für die Industrie hergestellt, sicher ist das Energieaufwendig aber eine gute Alternative, bis zur Serienreife des Wasserautos. Auch wenn der Alkohol aus Pflanzen destilliert wird, so entsteht bei seiner Verbrennung doch CO2. Die CO2- Legende beruht sicher nur auf der Tatsache das Alternative Kraftstoffe, ausser Wasserstoff, bei ihrer Verbrennung ebenso, wenn auch weniger, CO2 produzieren. Mit der CO2- Legende hat man nur vorgegriffen. Beispiel: Ein in Deutschland entwickeltes System zum Nach- bzw. Umrüsten konventioneller Ottomotoren auf Methangasverbrennung wird in Italien in Serie produziert und auf dem Osteuropäischen Markt zu einem sehr niedrigen Preis angeboten (ich glaube es waren 300 Teuro für einen 2 Liter Benziner). Stellen Sie sich jetzt einmal vor, man würde in der brd flächendeckend Methan anbieten, dazu noch den günstigen Umbausatz. Mehr brauche ich sicher nicht dazu schreiben. 82 Millionen Menschen würden sich plötzlich (noch) steuerfrei fortbewegen. Man schafft also CO2- quoten um dieser Sache vorzugreifen, da früher oder später die Alternative auf den Markt muss und bei Methan CO2 ausgestossen wird, wenn auch in geringsten Mengen, ist bereits der Steuersatz für Methan über Gummiparagraphensysteme vorfestgelegt. Das ist nur eine von unendlich vielen Seiten der CO2- Legende.
13 Kornwind // May 25, 2007 at 22:21
wo verbleiben denn die Warentermingeschäfte ?
ihr Bild -Leser !
nur mal so an Thunder Horse erinnert.
googel doch ..
14 Wido // May 26, 2007 at 13:17
Würde man die bisherigen Techniken ausnutzen, hätten wir schon seit 2001 Motoren mit 200 PS und 3 Litern Verbrauch (hat Audi quasi in der Schublade). Also brauchen wir erstmal keine alternativen Antriebe. Vorhandenes einfach verbessern.
Egal… es liegt doch an uns, den Firlefanz nicht mit zu machen. Man müsste sich nur einen Konzern raussuchen und da einen Tag lang nicht tanken. Allerdings obacht… zu ARAL z.B. gehört OMV, Agip, BP usw… das würde Mindereinnahmen im 3 Stelligen Millionenbereich an nur einem Tag bedeuten.
Ich erinnere mich gerne an die Fernsehsendungen zu den Revolten in der ehem. DDR… wie sie auf die Straße gegangen sind und gebrüllt haben “wir sind das Volk”. Und genauso müsste man das jetzt auch machen. Aufkleber drucken, rauf aufs Auto und dann die “Konzerne” gegeneinander ausgespielt. Sei es bei Lebensmitteln, Benzin oder sonstigem. Quasi mit den eigenen Waffen schlagen. Mal sehen, ob da unsere Politiker noch so tolle Nebenjobs bei diesen Organisationen bekommen, wenn sie das Volk nicht mehr beherrschen können. Und damit kann jeder einzelne von uns anfangen und Andere von seiner Haltung (und das funktioniert auch!!) überzeugen.
15 andy // Mar 10, 2008 at 13:52
was ein schlechter artikel xD
schlecht geschrieben, von 5 themen alles ein bisschen angeschnitten, unsinnige und unbegründete behauptungen, da is wirklich für jeden was dabei.
erst eine polemische wortschöpfungen wie “systempresse”, und dann gleich für zwei verschiedene sachen benutzt.
“Seit Usrael sich immer verkrampfter bemüht, einen Überfall auf den Iran zu finden” HAHA LOLOL alleine der satz ist schon lustig, selbst ohne über den sinn des inhaltsnachzudenken.
man findet so gut wie in jeder zeile irgend was.
zb: “Wann hat denn je speziell ein US-Konzern in der BRD”
o.O öhm, der weit größte konzern ist BP, nur zur info, das steht für British Petrol, aber hauptsache mal in nen text der von hohen ölpreisen handelt, anti amerika rein packen.
einfach nur schlecht, aber lustig
danke
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