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FKA: Schweine-Ärger für Rieger? – Der Radlader war schuld (28.03.07)

March 28th, 2007 · Post your comment (19 Comments)

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Jürgen Rieger

Hamburg/ Stockholm: War nur der Radlader schuld? Am 24. März berichteten wir über eine Verurteilung Jürgen Riegers, durch ein schwedisches Berufungsgericht wegen Tierquälerei. Rieger wurde vorgeworfen, im Rahmen seiner ökologischen Schweinezucht auf seinem Gutshof in Sveneby (Südschweden) die Tiere unter extrem schlechten Bedingungen gehalten zu haben.

Während einer Inspektion im Jahre 2001 sollen in den Ställen gravierende Missstände festgestellt worden sein, die letztlich zum Strafverfahren und zur Verurteilung von 2700 Euro Strafe führten. Dazu heißt es in der Berliner Zeitung in ihrer Ausgabe vom 27.03.07 „Schweine Ärger für Rieger… Aus dem Umfeld Riegers hieß es dazu jetzt, dass bei der Kontrolle der Kommission lediglich ein Radlader defekt gewesen sei, weshalb die Schweineställe seinerzeit nicht ausgemistet werden konnten. Die Kommission habe daraufhin die Tötung einiger Tiere verfügt und die restlichen Schweine beschlagnahmt. Der Gerichtsentscheid ist aus Riegers Sicht Teil einer Kampagne der schwedischen Behörden, die ihn aus dem Land haben wollten…“.

Ein defekter Radlader. Das wäre zumindest ein Argument gegen die Vorwürfe. Wobei man fairerweise hinzufügen muss, dass ein kaputter Radlader keineswegs ein dauerhaftes, sondern nur vorübergehendes Problem hätte sein müssen. Andererseits ist auch nicht unwahrscheinlich, dass man seitens der Behörden „Nägel mit Köpfen“ machen wollte, um so etwas gegen Rieger in der Hand zu haben. Dies bleibt allerdings weiterhin nur Spekulation, da sich Jürgen Rieger bislang öffentlich nicht weiter zu den Vorwürfen geäußert hat.

Rieger wird seit dem Bekanntwerden der Verurteilung innerhalb des nationalen Lagers vorgeworfen, dass dieser sich über „dunkle Machenschaften“ finanzieller Mittel bediene. Immerhin eine Eigenschaft, die man auf Seiten der NPD eigentlich eher den etablierten Parteien zuschanzen würde, andernfalls sich die NPD zumindest in dieser Sache auch nicht grundlegend von ihnen unterscheiden täte. Befürworter, unter anderem auch im Altermedia- Forum, vertreten die Ansicht, dass es vollkommen gleichgültig wäre woher das Geld kommt, Hauptsache dieses fließt dem Nationalen Widerstand in die Kassen - der Zweck heilige eben die Mittel. Was im Umkehreffekt bedeuten würde, dass wir erst genauso korrupt wie die etablierten Politiker werden müssen, um im Anschluss „saubere Politik“ machen zu können.

Ein Argument, das durchaus nicht von allen Nationalisten geteilt wird. Sie werfen Rieger vor, er hätte sich mit diesen Geldern lediglich ein „persönliches Vergnügen“ verschafft, da von dem Geld im Nationalen Widerstand und dessen Projekte selber nicht viel zu sehen gewesen sein soll. Dafür spricht immerhin der Vorwurf, dass Rieger in Südschweden nach eigener Aussage deutsche Familien fernab orientalischer Einflüsse ansiedeln wollte. Tatsächlich wurde dieses Vorhaben nie in die Tat umgesetzt, unabhängig ob sich dafür Familien freiwillig für diesen Zweck gefunden hätten, umgesetzt. Was zumindest ausschließen würde, dass das erhaltene Geld in die deutsche Kolonie geflossen wäre.

Wenn also nicht in die „Kolonie“ oder dem Nationalen Widerstand, vielleicht doch in die Schweinezucht? Auch wenn Rieger inzwischen zumindest der Berliner Zeitung gegenüber geäußert hat, dass der eigentliche Grund für dieses Debakel tatsächlich nur ein defekter Radlader war, bleiben weiterhin Fragen die zu immer neuen Spekulation führen könnten. Zum Beispiel, warum Rieger oder seine schwedischen Kameraden sich nicht einfach eines alten auf dem Gelände befindlichen Wehrmachtsfahrzeuges als Behelfsmittel bedient haben, um ihrer Aufgabe im Schweinestall nach zu kommen?

Berliner Zeitung 27.03.07

Altermedia 24.03.07



Tags: Allgemeines

19 responses so far ↓

  • 1 Nanga Parbat // Mar 28, 2007 at 9:07

    Ach ja Schweden, da war doch was? Das ist doch das Land wo eine Horde fremdkultureller Migra(n)tten sich auf einen jungen Schweden gestürzt und ihn mit den in ihren Kreisen erstaunlich häufig anzutreffenden Messern regelrecht abschlachteten. Diese Messer die dienten sicher nur der Selbstverteidigung gegen rassistische Angriffe dienen und somit sind sie politisch-korrekt, vielleicht aber sind sie auch unverzichtbarer Bestandteil ihrer eigenen kulturellen Identität sind und wer sind wir, daß wir Migra(n)tten aufzwingen wollen wie sie sich in Ländern, die sie zwar nicht gerufen oder eingeladen haben aber die trotzdem tatenlos zusahen wie sie sich ungebeten an den Tisch setzten und durchfüttern ließen, zu verhalten haben? Das ist jetzt der dank dieser Migra(n)tten für die Gastfreundschaft, daß die einheimische Jugend zunehmend in interkulturellen Austauschaktionen (Du gibst mir Jacke und Handy sonst geb isch dir Messer) verletzt oder auch mal ermordet wird. Aber natürlich hat die schwedische Justiz wichtigeres zu tun als diese Mörder, die alle mit lächerlichen Jugendstrafen davon kamen aber wen interessierts, richtig zu bestrafen. Sie müssen stattdessen einen deutschen Nationalisten (den ich auch nicht sonderlich leiden kann aber das tut nix zur Sache) drangsalieren. Natürlich drangsalieren sie auch einheimische Nationalisten, in der diffamierenden Behandlung sind schließlich alle Nationalisten gleich, da gibt es keine Diskriminierungen als Gründen der Staatsangehörigkeit. Allerdings wehren sich die schwedischen Nationalisten immer erfolgreicher und so kommt vielleicht der Tag an dem den Migra(n)tten in Schweden das Lachen vergeht.

  • 2 Artemidor // Mar 28, 2007 at 9:12

    Eine offene Berichterstattung über JR ist ja durchaus zu begrüßen, aber muß man zu diesem Zweck so eifrig in der von der BRD-Presse angeschmissenen Gerüchteküche mitrühren?

    Was hat es denn etwa mit jenen sagenumwobenen “Wehrmachtsfahrzeugen” auf sich? Welche Typen von Fahrzeugen sollen das sein? Handelt es sich nicht um Antiquitäten, für deren Betrieb womöglich eigens Mechaniker angestelllt werden müßten? Was soll dann das unsinnige Argument, man hätte diese (fiktiven?) Fahrzeuge als Radlader-Ersatz verwenden können? Für mich klingt die Sache eher so, als ob ein Antifant mit Presseausweis einen schwedischen Traktor zum Panzer III umgedichtet hat.

    Insofern wären die “dunklen Machenschaften” Riegers lediglich ein Produkt unterbelichteter Desinformations-Wiederkäuer.

  • 3 Worch // Mar 28, 2007 at 9:53

    @ FKA
    und/oder: @ Hausmeister:

    Die Nutzerin Siegrun hat in einer anderen hiesigen Kommentarspalte einen Link zum thiazi-Forum gesetzt, wo sich die Nutzerin Karasig über die Vicherei äußert. Die dort enthaltenen Informationen dienen durchaus der Erhellung des Vorgangs. Daher erlaube ich mir, den vollständigen Text hier aufzuführen:

    (Zitat Beginn)
    Ich kenne die ganzen skandalösen Sachzusammenhänge seit Jahren, bin quasi Zeugin der Vorkommnisse, der skandalösen Vorgehensweise, der zum Himmel schreienden Ungerechtigkeit und Willkür gegen Rieger, und habe mir alles gestern noch einmal von Rieger bestätigen lassen, um nichts undetailiert zu lassen.
    Mir ging die Sache damals sehr zu Herzen und sie geht mir noch mehr zu Herzen, wenn ich mitbekomme, wie willkürlich und intrigant Lügen über Lügen über einen Kameraden verbreitet werden und man sich dabei noch an System- oder Antifaberichterstattung orientiert.
    Es wäre wohl am Besten gewesen, wenn ich vor Jahren schon über den Fall berichtet hätte.

    Ja, die Erschießung der Tiere wurde von einer schwedischen Behörde vorgenommen, der Rest beschlagnahmt und zu Billigpreisen, und zwar zu 3/4 unter des normalen Marktwertes verkauft, um Rieger weiter zu schädigen. Bauern sind aus allen Teilen Schweden herangereist, um diese preiswerten Ökorinder zu kaufen.
    Der Veterinärmediziner hat Rieger bestätigt, dass die artgerechte Haltung gegeben war, die Tiere gesund waren und diese medizinisch versorgt wurden, wenn es gegeben war.
    Die Veterinärmedizinerin, die von der schwedischen Behörde bestellt wurde, hat gelogen. Sie war nicht einmal fachkundig für Nutztiere. Die anschließende Obduktion der erschossenen Tiere ergab, dass diese gesund und gut genährt waren.
    Das Einzige was zu belangen war, war der Zufall, dass ein Teil eines Stalles aufgrund von Umständen, die Rieger nicht zu vertreten hatte, nicht gut genug eingestreut war. Dazu muss man sagen, dass die Tiere nicht auf die Ställe fixiert waren, sondern im Winter 3 ha zum Auslauf hatten, wo zusätzlich überall Futterstellen und Tränken zu finden waren.

    Die “Expo”, auf die sich Stoertebeker beruft, ist übrigens eine Zeitung der schwedischen Antifa, die auch damals das Bekennerschreiben der Leute veröffentlicht hat, die Riegers Getreidespeicher angezündet haben. Stoertebeker hat nicht einmal bemerkt, dass es sich nicht um eine Schweinezucht, sondern um über 200 Ökorinder handelte. Riegers Schweinezucht stand nie zur Depatte.

    Ich bin auch Zeugin seiner Tierhaltung und kann als Biologin bestätigen, dass die Tiere artgerecht gehalten wurden, gesund, zufrieden und gut genährt waren und Rieger sich um jedes Wehwechen seiner Tiere gekümmert hat. Ich kann auch bestätigen, dass es dort keine Wehrmachtsautos gibt und dass, wenn Rieger dort auf seinem Hof ist, er jede freie Minute nutzt, um zu arbeiten und das bis in die tiefen Abendstunden hinein, ohne Rücksicht auf Schlaf und Gesundheit.
    __________________

    (Zitat Ende)

    Wie ich schon einmal bemerkt habe, sollen nach dem TAZ-Artikel von 2001 die betroffenen Viecher RINDER gewesen sein und nicht SCHWEINE. Es ist aber schon interessant zu sehen, wie sowohl linke als auch etablierte Quellen als auch Altermedia es weiterhin auf die SCHWEINE abgesehen haben. Auch im aktuellen Hamburger Abendblatt wird (unter Berufung auf die Berliner Zeitung) von SCHWEINEzucht gesprochen und nicht von RINDERzucht. Vergleiche hier:
    http://www.abendblatt.de/daten/2007/03/28/714638.html

    Ich stelle mir jetzt die Frage, ob das einfach ein Mißverständnis ist (vielleicht auch ein Übersetzungsfehler aus dem Schwedischen), oder ob eine sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne Schweinerei dahinter steckt. Eine unterschwellige Assoziationskette, beispielsweise. Die entweder die Schreiber hatten oder aber hervorrufen wollten.

    Es wäre also wünschenswert, wenn im redaktionellen Teil darauf hingewiesen werden könnte, daß fraglich ist, ob nun SCHWEINE betroffen waren oder RINDER. Es mag sein, daß das vielen verdammt gleichgültig ist. Viehzeugs ist Viehzeugs, zumindest für mich als Großstadtbewohner, der ich es vorziehe, sowohl mit Schweinen als auch mit Rindern am liebsten in tellerfertigen oder bratfertigen kleinen Stücken zu tun zu haben. Und vor dem Gesetz wird es wohl völlig gleichgültig sein, ob RINDER oder SCHWEINE durch unsachgemäße Haltung gequält worden sind oder nicht gequält worden sind. Aber da der Mensch nun mal mit SCHWEINEN unterschwellig was anderes verbindet als mit RINDERN, halte ich einen Hinweis darauf, daß die genaue Gattungszugehörigkeit der Tiere zweifelhaft ist, für angemessen.

    Grüße
    Christian Worch

  • 4 J.B. // Mar 28, 2007 at 10:19

    Zitat: “…die Erschießung der Tiere wurde von einer schwedischen Behörde vorgenommen…”

    Als Kontra hätte sofort ein Gegengutachten erstellt werden müssen, das die artgerechte Haltung der Tiere bestätigt, um die schwedische Behörde ihrerseits wegen Nötigung, Diebstahls und Tierquälerei (Mord) anzuzeigen. So bleibt alles nur Spekulation.

    Und wenn die Berliner Zeitung in ihrer Ausgabe vom 27.03.07 titelt “Schweine Ärger für Rieger”, dann ahnt man, warum es Schweine und nicht Rinder sein müssen. Ist propagandistisch besser, Rieger mit Schweinen zu assozieren.

  • 5 Schörner // Mar 28, 2007 at 10:25

    Also ich finde Altermedia sollte sich am Riemen reißen und nicht persönliche Befindlichkeiten im Zusammenhang mit der NPD dazu ausarten lassen, daß man sich auf ein Niveau begibt, wo man tatsächlich wie ein Feindmedium zu wirken beginnt.

    Messerscharfe Analyse, die jeden Friseur ohne Zweifel brennend interessieren wird. Was aber wenn Altermedia nicht die geringste Lust verspürt, sich aus Liebe zu diesem oder jenem überempfindlichen Zeitgenossen am Riemen zu reißen? - Schriftleitung Altermedia

  • 6 griesgram // Mar 28, 2007 at 10:45

    Es sollte doch irgendwo eine Mistforke zu finden sein..

  • 7 Worch // Mar 28, 2007 at 13:10

    @ griesgram:

    Mit der mir manchmal eigentümlichen Gründlichkeit habe ich eine mir gut bekannte und vertrauenswürdige Zoofacharbeiterin Fachbereich Rinderzucht befragt, die diesen Beruf in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft “Florian Geyer” in Brandenburg erlernt hat. Ich weiß jetzt also aus berufenem Munde, daß Traktoren häufiger mal einen Radlagerschaden entwickeln. (Ich setze voraus, daß ehemalige DDR-Traktoren sich von schwedischen oder bundesdeutschen Traktoren technisch nicht maßgeblich unterscheiden.) Ich weiß jetzt auch, wie man sich bei sogenannter Offenstallhaltung von Rindern (diese ist es offenbar in Sveneby gewesen) in solchen Fällen hygienisch unproblematisch bis zur Wiederinstandsetzung des motorisierten Arbeitsgeräts behilft. (Nämlich für eine Übergangszeit, indem man über die alte Schüttung einfach neu aufschüttet; nötigenfalls “so lange, bis die Kühe mit dem Kopf ans Dach anstoßen”, wie die befragte Fachkraft es plastisch ausdrückte.) Ich weiß sogar, welchen ungefähren Arbeitsaufwand in Mannstunden es benötigt, einen Stall für zweihundert Rinder bei Offenstallhaltung von Hand auszumisten und Stroh neu zu schütten. (Nämlich für einen Arbeiter ca. drei Tage, sprich 24 Mannstunden. Wobei mir allerdings nicht bekannt ist, ob man bei schwedischen Landarbeitern mit der gleichen Arbeitsintensität rechnen darf wie bei Bewohnern der ehemaligen DDR in einer LPG.)

    Wenn es denn ein Problem gewesen wäre, hätte man das - mindestens übergangsweise bis zur Reparatur des Radlagers - von Hand regeln können.

    Ein Problem des landwirtschaftlichen Betriebs Gut Sveneby könnte natürlich sein, daß der Eigentümer nicht selbst ständig vor Ort ist und die Arbeit daher angeheuerten Kräften obliegt.

    Jeder vor allem kleinere bis allenfalls mittlere Unternehmer weiß sehr genau, daß angeheuerte Kräfte mit dem ihnen anvertrauten Eigentum des Eigentümers meistenteils nicht gleichermaßen sorgsam umgehen wie der Eigentümer selbst.

    Das ist das grundlegende Problem, wenn man Eigentümer eines Betriebes ist, der geographisch ‘ne ganze Ecke von zuhause entfernt ist und wenn man einer Vielzahl sonstiger beruflicher oder anderer Tätigkeiten nachgeht.

    Ob es in dem Fall wirklich ein Problem war, ist jedoch weiterhin strittig. Auch wenn mir die reale Existenz der thiazi-Forum-Nutzerin Karasig nicht bekannt ist, erscheint mir ihr Bericht glaubwürdig und authentisch.

    Grüße
    Christian Worch

  • 8 TodosAlemanesUnidos // Mar 28, 2007 at 15:36

    @ griesgram:

    Ihre “Mistforke” ist in Ordnung, - aber wie der Verfasser des Artikels auf die Idee kommen konnte, einer “Weltanschauungspartei” mit so einer haarsträubenden Assoziation helfen zu wollen …. :

    “… warum Rieger oder seine schwedischen Kameraden sich nicht einfach eines alten auf dem Gelände befindlichen Wehrmachtsfahrzeuges als Behelfsmittel bedient haben, um ihrer Aufgabe im Schweinestall nach zu kommen? “*

    *Sollte man nicht überbewerten. War ja schließlich kein Vorwurf sondern lediglich eine Behelfsmöglichkeit. Wo ein Wille ist, ist doch bekanntlich auch ein Weg.

    Der Hausmeister

  • 9 griesgram // Mar 28, 2007 at 20:10

    Na, dann darf man jetzt ja wohl auf die Schadensersatzklage Riegers sowie die Strafanträge gegen die Verantwortlichen gespannt sein!

  • 10 Baldur Nauheim // Mar 28, 2007 at 20:28

    Bevor ich akzeptiere, dass es meinen Tieren auf dem (Bio!-)Bauernhof schlecht geht, greife ich zu Handbagger und Schubkarre, auch wenn ich Überstunden machen muss. Einem Millionär wie Rieger wäre es sicher auch nicht schwer gefallen, ein paar Teuro für ein Mietfahrzeug zu investieren. Für mich klingt das nach fauler Ausrede, oder nach jemandem, dem das Wohlergehen der Tiere egal ist!

  • 11 Worch // Mar 28, 2007 at 22:51

    @ griesgram:

    Die Regional-Ausgabe der TAZ (Norddeutschland) berichtete am 28. März. Kann ich leider nicht mehr verlinken, weil ich als Nicht-Abonnent nicht ins Archiv reinkomme und im Netz schon die Ausgabe vom 29. März ist.

    Jedenfalls berichtete die TAZ bzw. merkt an, bei Freispruch könnte Jürgen Rieger Schadenersatz einklagen. Er wird gegenüber der (offenbar schwedischen) Zeitung “Lantbruk” zitiert mit den Worten: “Sie haben mir meine Tiere gestohlen, für die ich 200.000 Euro bezahlt habe, und die gezahlte Erstattung war viel zu niedrig.” Die TAZ nennt auch die recht genau klingende Zahl von 334 Rindern, die teilweise “notgeschlachtet” und teilweise beschlagnahmt worden sind. Außerdem berichtete die TAZ, gegen Jürgen Rieger sei ein Verbot der Tierhaltung verhängt worden. Das ist meiner Meinung nach definitiv falsch, denn es gab auf dem Hof meines Wissens noch lange nach 2001 Schweine. Es kann aber sein, daß es ein gewissermaßen “selektives” Verbot der Tierhaltung war, nur Rinder betreffend. Das ist eine reine Vermutung von mir.

    In relativ sachlicher Manier berichtet die TAZ weiterhin über die Gründe für den erstinstanzlichen Freispruch. Rieger könne als Eigentümer nicht dafür verantwortlich gemacht werden, was das in seiner Abwesenheit von ihm beauftragte Personal möglicherweise versäumt habe. Die von der TAZ wiedergegebene Formulierung (”möglicherweise”) läßt offen, ob es wirklich Versäumnisse gab oder nicht.

    Rechtlich gesehen muß tatsächlich zwischen zwei Dingen unteschieden werden. Erst einmal muß festgestellt werden, ob es ÜBERHAUPT eine rechtswidrige Tat gegeben hat. Und WENN es eine gegeben hat, muß festgestellt werden, wer dafür verantwortlich ist. Damit besteht beispielsweise - jetzt mal rein hypothetisch gesprochen - die Möglichkeit, daß die Tiere unsachgemäß versorgt wurden, aber Jürgen Rieger selbst daran völlig unschuldig ist, weil er abwesend war und das angestellte Personal Versäumnisse begangen hat. In einem solchen Fall könnte er natürlich nicht strafrechtlich wegen Tierquälerei belangt werden. (Zumindest nicht nach deutschem Recht.) Aber ein Strafgericht muß nicht zwingend systematisch erst entscheiden, OB es eine rechtswidrige Tat gegeben hat, und, wenn ja, WER zweitens dafür verantwortlich ist. Es kann auch sagen: Es kann dahingestellt bleiben, ob die Tiere gequält wurden oder nicht, denn wenn sie es wurden, käme als Täter nicht der Angeklagte Jürgen Rieger in Betracht, sondern allenfalls sein Personal, für dessen Handlungen er wegen Abwesenheit nicht verantwortlich ist.

    Aber einen zivilrechtlichen Schadensersatzanspruch hätte er dann wohl auch nicht, weil er sich zivilrechtlich eventuelle Versäumnisse seiner Beauftragten zurechnen lassen müßte. Auf der anderen Seite wäre es trotzdem nicht legal, wenn der schwedische Staat die beschlagnahmten Tiere ohne Not weit unter Preis verschleudert hätte. (Im thiazi-Forum war meiner Erinnerung nach von einem Viertel des Wertes die Rede. Was bei einem Kaufpreis von 200.000 Euro ein Minus von 150.000 macht.)

    Erschwert wird die Schadenersatzfrage wahrscheinlich noch dadurch, daß nach dem TAZ-Bericht die EU-Subventionen für den Hof nach dem Verbot (oder eingeschränkten Verbot?) der Tierhaltung um die Hälfte gekürzt worden sein sollen. Ob so was schadenersatzfähig ist, wenn die Rinder wegen Beschlagnahme und Versteigerung gar nicht mehr auf dem Hof sind? Das erscheint mir eine juristisch sehr komplizierte Frage.

    Wenn also, wie die Nutzerin Karasig im thiazi-Forum ausführt, die “Notschlachtung” einiger Rinder und die Beschlagnahme und der Verkauf bzw. die Versteigerung der restlichen nicht gerechtfertigt war, wird für diesen Verlust Jürgen Rieger sicherlich Schadenersatz zustehen. Ob er auch für die dann nach dem TAZ-Bericht entgangenen EU-Fördermittel Schadenersatz bekommt oder ob die mangels Rinderhaltung nicht als “Schaden” gelten oder nur teilweise, kann ich nicht beurteilen.

    Also ist die Sache meiner Ansicht nach von den verschiedenen rechtlichen Aspekten her kompliziert. Zwar ist Jürgen Rieger Rechtsanwalt, aber eben in Deutschland. Das schwedische Recht und das deutsche Recht können sich voneinander unterscheiden. Die schwedische und die deutsche Sprache sind voneinander definitiv sehr unterschiedlich. Allein aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus kann es sinnvoll sein, sich juristisch nicht in einen zwei-Fronten-Krieg verwickeln zu lassen. Du hast gelesen, daß die Geldbuße “nur” 2.700 Euro betrug, aber die bisherigen Verfahrenskosten mit ca. 11.000 Euro veranschlagt werden, locker dem Vierfachen. Also ist es durchaus sinnvoll, den Ausgang der Sache vor dem Schwedischen Höchstgericht abzuwarten und dann erst entsprechende Schadenersatzforderungen zu stellen bzw. gegebenenfalls einzuklagen.

    Es ist also nicht immer alles so einfach, wie man als Laie gemeinhin denkt. Recht haben und recht bekommen können zwei Paar Schuhe sein.

    Grüße
    Christian Worch

  • 12 Worch // Mar 28, 2007 at 23:48

    @ Baldur Nauheim:

    Nach der Aussage der Nutzerin Karasig aus dem thiazi-Forum ging’s den Tieren ja nicht schlecht. Ob oder wie das nun war, wird das Schwedische Höchstgericht feststellen müssen. Und selbst zu Handbagger (meint Schaufel?) und Schubkarre zu greifen, setzt voraus, daß du selbst anwesend bist. Was Jürgen Rieger nach Feststellung des erstinstanzlichen Gerichts offenbar nicht war, weil er in Deutschland den Beruf des Anwalts ausgeübt hat und nicht in Schweden den des Landwirts. Ein Mietfahrzeug zu mieten, setzt voraus, daß man erstens weiß, daß vor Ort eines ausgefallen ist, und daß nach Erteilung des Auftrages zur Anmietung das örtliche Personal diesen Auftrag auch erledigt. Wenn ich nicht vor Ort anwesend bin, sind meine Möglichkeiten, auf diese Dinge Einfluß zu nehmen, erheblich geringer. Gesprächsweise erwähnte Jürgen Rieger mir gegenüber mal, daß die Fahrt von Hamburg nach Sveneby etwa zehn Stunden in Anspruch nehme. Ich war selbst nie da, aber ich kann es mir vorstellen. Ist ja immerhin mindestens eine Fährverbindung dazwischen, und in Schweden gibt es ein Tempolimit auch auf Autobahnen. Und daß es mit dem Flieger beispielsweise so viel schneller geht, glaube ich auch nicht. Sveneby liegt ja immerhin ein wenig abseits. Rechne den Weg zum Flughafen in Hamburg, rechne die Check-in-Zeit, rechne die Zeit für Übernahme eines Mietwagens am Flughafen Stockholm und dann den Fahrweg in Schweden, dann wirst du wohl auf eine recht vergleichbare Zeit kommen.

    Es ist halt ein Unterschied, ob man so ein Anwesen dicht bei hat, vor den Toren der Stadt beispielsweise, wo man wohnt, oder in zehn Fahrstunden Entfernung. Da Jürgen Rieger aber Gründe hatte, kein landwirtschaftliches Anwesen auf dem Boden der BRD betreiben zu wollen, kann man ihm die Entfernung zwischen Hamburg und Sveneby in Schweden nicht vorwerfen. Und ebensowenig kann man ihm vorwerfen, daß er in Deutschland dem Beruf eines Anwalts nachgeht. Ich glaube eher, es gibt etliche Leute, die froh und dankbar sind, daß er das tut.

    Grüße
    Christian Worch

  • 13 Pat Bateman // Mar 29, 2007 at 0:41

    Volkstreue deutsche Familien in Schweden ansiedeln, ist aber auch wieder mal ein schönes Klischee. Mal abgesehen davon das auch Schweden total überfremdet ist, sollte man wissen, das die skandinavischen Gesellschaften extrem antinational eingestellt sind. Deren heuchlerischer Liberalismus kommt nur Sodomisten und Pädophilen zugute.

  • 14 Friedrich // Mar 29, 2007 at 18:11

    Vorab, über schwedische Verhältnisse in Sachen “Tierschutz” kann ich nichts sagen, es mag sein, dass dort ein anderes Recht gilt als in Deutschland, aber ich kenne die deutsche “Rechtsausgestaltung” in Sachen
    Tierschutz sehr gut. Diese ist so, dass jeder Halter von Nutztieren zu jeder Zeit kriminalisiert werden kann. Ob man “Tierquäler” bestimmt nicht der Tierhalter oder dessen Verhalten sondern die Umgebung. Die gleiche Tierhaltung kann “über Nacht” von der besten Tierhaltung des Landkreises zur schlechtesten Tierhaltung des Landkreises werden - der bloße Wechsel des Amtstierztes reicht aus!

    Wenn man auf einen Veterinär trifft der sein Amt missbrauchen will hat man keine Chance sich davor zu schützen. diese Leute sind faktisch so allmächtig wie der Hexenbrenner des Mittelalters.

    Ein ganz typisches, ganz normales Beispiel
    wie es viele Bauern aus eigener Erfahrung kennen: Ein Bauer aus dem Dorfe Roßberg bei Marburg hatte seit längerer Zeit Auseinandersetzungen mit dem Veterinärbeamten Dr. Bernd Helm. Diesem wird von Bauern immer wieder nachgesagt, dass er vorsätzlich lügt, Beweise verfäscht und die Menschen in unerträglicher Weise bei sog. Kontrollen mobbt und drangsaliert. Im Februar 2004 kam es anlässlich einer solchen Kontrolle zu Auseinandersetzungen mit der Bäuerin Chris N. die sich zuletzt nicht anders mehr zu helfen wusste als den Veterinär des Stalles zu verweisen. Daraufhin kam dieser in Begleitung eines Kollegen und zweier Polizisten wieder. Den jungen Polizeibeamten war zuvor vom Veterinäramt mitgeteilt worden, der Ehemann sei ein jähzorniger gewaltbereiter Schläger. Tatsächlich war dieser noch niemals als Schläger in Erscheinung getreten . Die Polizeibeamten, die sich hierdurch schon gefährdet glaubten, versuchten sofort dem Bauern Handschellen anzulegen. Dies misslang, weil sich der Bauer die Arme nicht auf den Rücken drehen ließ ohne dass er allerdings aktive Gegenwehr leistete. Daraufhin setzten sie ihn ohne Vorwarnung mit Pfefferspray außer Gefecht.
    Nachdem sich der Bauer wegen dieser Aktion an den Petitionsausschuss des Bundestages wandte kam es ca. 3 Wochen später zu einer erneuten Kontrolle durch das Veterinäramt .
    Mehrere Wochen später erschien das Veterinäramt erneut mit 6 Polizisten ( mit Maschinenpistolen und kugelsicheren Westen)
    und holten dem Bauern 10 Rinder aus dem Stall. Man behauptete, die Tiere seien unterernährt und außerdem habe Dr. Helm bei der zweiten Kontrolle Schimmel im Futter gesehen .
    Die Tiere wurden auf eine Pflegestation gebracht wo sie nach drei Monaten “Pflege” zum Teil noch deutlich leichter waren als zum Zeitpunkt der Beschlagnahmung.

    Mit der Begründung, er habe seine Tiere mangelhaft ernährt und in der Grassilage sei
    Schimmel gewesen wurde gegen ihn und seine Frau ein Tierhaltungsverbot verhängt.
    In der ersten Instanz wurde er wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz zu 6 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.
    Der Bauer ging in Berufung.
    Zwischenzeitlich hatte vor dem Amtsgericht in Gießen ein Verfahren stattgefunden in dem der dort angeklagte Bauer den Nachweis erbringen konnte, dass Dr. Helm in seinem Fall vorsätzlich gelogen hatte. Der Bauer bezeichnete Dr. Helm als gewohnheitsmäßigen Lügner ohne dass dies vom Gericht geahndet worden wäre.
    Der Roßdorfer Bauer zog hieraus die Hoffnung, dass man dies vor dem Landgericht Marburg entsprechend werten würde.

    Vor dem Landgericht Marburg sagte Dr. Helm aus, er habe an einem Tag Schimmel im Futter gesehen und dieser Schimmel sei ursächlich dafür, dass die Tiere gelitten hätten und abgemagert seien. Ein zweiter Veterinärbeamter erinnerte sich an den Schimmel erst auf Nachfrage. Ein dritter Veterinärbeamter bestätigte, dass das Futter einwandfrei gewesen sei. Ca. 6 Zeugen die gelegentlich im Stall des Angeklagten waren bestätigten allesamt, dass das Futter immer in Ordnung und ausreichend vorhanden gewesen sei. Der Hoftierarzt, der mehrfach im Stall des Angeklagten war bestätigte ebenfalls bei seinen Besuchen nie Schimmel aber immer ausreichend Futter gesehen zu haben. Ein vom Gericht bestellter Gutachter der Uni Gießen bestritt, dass die Rinder des Bauern überhaupt gelitten hätten und dass sie unterernährt gewesen seien. Zur Thematik Schimmel wusste er, dass man nicht abstrakt behaupten könne Schimmel im Futter sei schädlich für Kühe. “Die Wirkung von Schimmel ist nicht vorhersehbar.”

    Für das Gericht war alles dies ohne Bedeutung, es verurteilte den Bauern am 22.3.07 erneut zu 6 Monaten Haft. Mit der Frage , “warum sollte Dr. Helm lügen”, begründete das Gericht die Vermutung, dass alle anderen Zeugen die Unwahrheit sagen würden. Für das Gericht waren die Tiere unterernährt und hatten damit gelitten.
    So einfach ist das in der Praxis !

    Nun noch einige Erkenntnisse aus der Landwirtschaft:
    Das sog. Tiefstrohverfahren ist eine anerkannte Haltungsform. Hier wird täglich sauberes Stroh auf den Mist eingestreut.
    Es entsteht eine sog. Mistmatratze die durchaus einen Meter dick werden kann.
    Die Ställe werden dann einmal oder zweimal im Winter ausgemistet. Wie gesagt, es ist eine anerkannte Haltungsform die insbesondere in
    Biobetrieben gerne angewendet wird.
    Wenn man allerdings einen Bauern fertig machen will treten Veterinäre an und drehen den Sachverhalt um. Sie behaupten dann, wie offensichtlich bei Rieger geschehen, “der Bauer hat wochenlang seine Ställe nicht ausgemistet. Die Tiere haben knietief im Mist gestanden , usw.”
    Derartige Vorwürfe sind für die Öffentlichkeit und Laien gedacht und verfolgen den Zweck der Stimmungsmache da der Tierhalter erst einmal in der Rolle des Schmutzfinken gedrängt wird .
    Bauern, die sich mit solchen Vorwürfen erstmalig konfrontiert sehen verstehen in aller Regel die Welt nicht mehr.
    Sie sind davon überzeugt, dass sie den Richter
    schon davon überzeugen können nach den “anerkannten Regeln der Landwirtschaft”
    gearbeitet zu haben, schließlich steht in jedem Lehrbuch beschrieben was sie machen. Da Richter aber keine Lehrbücher lesen fallen Bauern in aller Regel “auf die Schnauze” weil Richter häufig blind den Behauptungen der Veterinäre folgen.
    Ich könnte eine ganze Liste von Rechtsanwälten nennen die solche Prozesse verloren haben weil sie es versäumten solche Selbstverständlichkeiten durch Gutachtervernehmung bestätigen zu lassen.
    (Obigen Bauern wollte man zum Vorwurf machen, dass seine Rinder Stroh gefressen haben. Dies sei ein Zeichen, so der Veterinär,
    dass die Tiere gehungert hätten. Jeder Bauer weiß, dass dies Blödsinn ist und Kühe gerne Stroh fressen. Wenn aber ein Richter grundsätzlich nur dem Veterinär glaubt wird es eng. Hier konnte aber der Gutachter den Bauern retten.)

    Von daher kann man Rieger, wenn er erstmalig mit solchen Methoden konfrontiert wurde, keinen Vorwurf machen. Wir vom “Bund freier Bauern” kennen diese kriminellen Methoden und können Rieger nur dringend empfehlen alles, aber auch wirklich alles durch Gutachter absichern zu lassen und sich im Vorfeld einen ganzen Schwarm von geeigneten Gutachtern zu besorgen. Und selbst dann wird es ausgesprochen schwer für ihn weil er es mit mafiaähnlichen Strukturen zu tun hat die für jeden gewöhnlichen Bauern schon “tödlich” sein können, bei ihm kommt aber noch die politische Dimension dazu !

    Zuletzt noch etwas zu Christian Worch:
    Die Ausage, dass ein Mann in drei Tagen mit der Mistgabel einen Stall von 200 Rindern ausmisten könne die im Tiefstrohverfahren gehalten worden sind , halte ich für einen Witz.
    Seit Herkules dürfte so etwas niemandem mehr gelungen sein. Ich halte etwa 100 Tiere auf Tiefstroh und mein Mitarbeiter benötigt mit meinem Frontlader (eine Art kleiner Radlader) zwei Tage für das Ausmisten.

  • 15 Worch // Mar 29, 2007 at 19:32

    @ Friedrich:

    Ich habe die von mir befragte Zoofacharbeiterin nicht so verstanden, daß ein Mann ohne Frontlader drei Tage braucht, um einen Stall für zweihundert Rinder auszumisten, wenn bei diesen vorher die sogenannte Tiefstrohhaltung angewandt worden ist. Ich habe die Facharbeiterin vielmehr so verstanden, daß in “ihrer” LPG wöchentlich ausgemistet wurde, wenn der Frontlader zur Verfügung stand. Stand er wegen Reparatur oder so nicht zur Verfügung, wurde übergangsweise diese Tiefstrohhaltung angewandt und dann später mit dem Frontlader wieder ausgemistet, sobald er wieder zur Verfügung stand. Daher stellte ich eine Zusatzfrage, die für die Facharbeiterin eher hypothetisch war, weil in “ihrer” LPG diese Tiefstrohhaltung immer nur übegangsweise -provisorisch wegen Frontladerausfalls angewandt worden ist. Die Zusatzfrage stellte ich, weil ich als Laie nun mal besonders neugierig war und es möglichst genau wissen wollte. Sie zielte unausgesprochen auch darauf, was man überhaupt machen kann, wenn man generell von Tiefstrohhaltung abgesehen will, beispielsweise, um eventuell böswilligen Veterinären nicht einmal den Hauch eines diesbezüglichen Vorwandes zu geben. Die Zusatzfrage war: Wenn nicht von der Tiefstrohmethode Gebrauch gemacht wird, sondern wenn eine Woche nach dem letzten Ausmisten von Hand (mit einem sogenannten Mistschieber oder wie das Ding heißt) ausgemistet wird, wieviele Mannstunden würde das schätzungsweise in Anspruch nehmen?

    Weil ich eben Laie bin, habe ich das wohl verkürzt und damit zumindest für den Fachmann mißverständlich wiedergegeben.

    Ich glaube, jetzt haben wir den scheinbaren Widerspruch aufgeklärt.

    Über befremdliche Vorgänge im Landkreis Marburg mit einem namentlich genannten Amtsveterinär hatte ich schon mal gehört. Ich hoffe, daß so etwas eher eine Ausnahme als eine Regel ist. Aber auch wenn es eine Ausnahme ist, geschehen solche zweifellos, und für die örtlich Betroffenen sind sie genauso zweifellos ungeheuer schädlich.

    Grüße
    Christian Worch

  • 16 Friedrich // Mar 30, 2007 at 17:40

    @ Worch:

    “Ich glaube, jetzt haben wir den scheinbaren Widerspruch aufgeklärt. ”

    Sehe ich auch so.

    “Über befremdliche Vorgänge im Landkreis Marburg mit einem namentlich genannten Amtsveterinär hatte ich schon mal gehört. Ich hoffe, daß so etwas eher eine Ausnahme als eine Regel ist.”

    Leider kennen wir solche Vorgänge auch aus anderen Landkreisen. Ein Veterinäramt aus dem nördlichen Baden-Württemberg (welches müsste ich jetzt nachschauen) treibt Dinge bei denen selbst wir, die wir manches gewohnt sind , anfänglich Zweifel hatten ob wir die Behauptungen des Opfers glauben können. Hier wurde ein Tierhalter mit einer solchen Systematik ruiniert wie es sich Außenstehende nicht vorstellen und glauben können. In diesem Falle löste eine einfache Beschwerde über eine Veterinärbeamtin eine Hassreaktion des gesamten Amtes aus an deren Ende die völlige wirtschaftliche Existenzvernichtung des Bauern stand. Die Masche ist dabei immer die gleiche. Man behauptet, der Bauer habe gegen das Tierschutzgesetz verstoßen und begründet dies damit, dass die Tiere bei Regen auf der Weide gewesen wären, oder unterernährt gewesen seien oder der Stall eben nicht gemistet worden sei. Dann holt man die Tiere im Blitztempo aus den Ställen, tötet sie und lässt sie verschwinden. In aller Regel in den Tierkörperbeseitigungsanstalten wo sie zu Mehl verarbeitet werden.
    Diese Anstalten stehen unter der Kontrolle der Behörde, außerdem wird dort aus Fleisch Abfall gemacht so dass der Bauer statt eines Schlachterlöses noch eine Entsorgungsgebühr bezahlen muss. (Könnte bei Rieger, wäre er in Deutschland, noch locker 15.000 - 30.000,- €
    ausmachen) .
    Dies geschieht alles sehr schnell damit der Bauer keine eigenen Beweise über Gutachter sichern kann. Der Veterinär, der dies veranlasst hat, behauptet später die Tiere seien schwer krank gewesen und hätten gelitten - er habe dies bei seinen Untersuchungen selber festgestellt. Nur selten äußern Gerichte Zweifel an diesen Methoden und der Bauer hat ohnehin keine Chance mehr über eigene Untersuchungen etwas anderes nachzuweisen.
    Willfährige Medien berichten in der Regel ausschließlich im Sinne der Veterinärbeamten und stacheln regelrechte Hasskampagnen gegen den “Tierquäler” und seine Familie an.
    Im Landkreis Marburg ist uns ein Fall bekannt wo der zwölfjährige Sohn eines Bauern in die Psychiatrie gekommen ist weil er in der Schule über Monate hinweg derartig gemobbt worden war , dass er durchdrehte. Auslöser waren ständige Artikel der Lokalpresse über seinen Vater. Das Verfahren gegen den Vater wurde später eingestellt weil die Vorwürfe sich nicht beweisen ließen, das Kind ist aber möglicherweise ein Leben lang gezeichnet.

    (Die Vorgänge gegen Rieger erinnern mich sehr an unsere Erfahrungen so dass ich erst einmal größte Zweifel hätte ob sich die Vorwürfe gegen Rieger erhärten lassen.)

    Ich gehe davon aus, dass es derartige Fälle häufig gibt. Die Kumpanei aus Justiz, Verwaltung und gekauften Medien verhindert aber, dass diese Beispiele öffentlich werden.
    Auf diese Weise wird ein “Rechtsstaat” vorgegaukelt den es in Wirklichkeit nirgendwo gibt. Wenn irgendein Bauer über Nacht vernichtet werden kann dann kann dies auch jeder anderen Person passieren.
    Wir Nationalisten erleben dies ja seit 40 Jahren , es wäre unsere Aufgabe es dem Rest der Bevölkerung klar zu machen, dass es auch jeder andere erleben kann.

  • 17 Siegrun // Apr 3, 2007 at 22:22

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    J. R. und die EU-Beiträge

    Professor Helmut Schoeck hat ein eigenes Buch zum Thema: Der Neid Eine Theorie der Gesellschaft (1966) geschrieben, wobei er umfassend sich mit diesem Phänomen auseinandersetzt. Er zeigt, dass der Neider oftmals zum Zerstörer wird: Aus der Überlegung heraus, das, was ein anderer erreicht hat, nicht zu erreichen, möchte er ihn durch Zerstörung auf sein Niveau niederziehen. Andererseits hat der Neid Bedeutung zum Zusammenhalt der Gruppe: Durch die Neidvermeidung der Beneideten verhindert er ein zu großes Auseinanderklaffen innerhalb einer Gruppe, mithin deren Sprengung.

    Ein Gegenstand ständiger Neiddiskussionen in Deutschland sind die Subventionen, die die Bauern erhalten. Die größten Ausgaben der EU sind für den Agrarsektor. Die Bundesrepublik zahlt aber doppelt soviel in den EU-Haushalt ein, als sie herausbekommt (über landwirtschaftliche oder Region-Förderung). Anstatt froh zu sein, dass die Bauern wenigstens einen Teil der ausgegebenen Gelder wiederbekommen, die ansonsten voll für Tabakanbau in Italien oder Ziegenkäse in Griechenland ausgegeben würde, finden sich häufig Beiträge in der Presse, die die Streichung der Agrarsubventionen fordern.

    Dazu grundsätzlich folgendes: In Mittel- und Nordeuropa ist Landwirtschaft ohne Subventionen nicht möglich, wenn am Freihandel festgehalten wird. Zwei Gauchos können in Südamerika 1000 Ochsen das ganze Jahr über von einer Weide auf die andere Weide treiben, begleitet nur von einigen Hunden. Dort braucht man keine Ställe für den Winter, muss nicht Silage oder Heu als Winterfutter bereiten, braucht keine Erntemaschinen, Futtermaschinen usw. Das Kilo Rindfleisch kann dort für 1,50 hergestellt werden, und wenn dann noch 50 Cent Transportkosten hinzukommen, kann es hier für 2,00 verkauft werden. Damit kann kein deutscher Bauer konkurrieren, auch nicht mit den niedrigen Löhnen in Osteuropa. Trotz eines sehr risikoreichen Berufes (Wetter kann die Ernte schädigen, Tiere können erkranken oder durch Seuche sterben), im Falle der Tierhaltung auch ohne geregeltes Wochenende oder gar Ferien, mit einer 60 bis 70 Stundenwoche hat der deutsche Bauer mehrheitlich einen Stundenlohn, für den eine deutsche Putzfrau nicht arbeiten gehen würde. Trotz Subventionen.

    Vom allgemeinen nun zum konkreten Fall: Ich habe Sveneby Säteri 1995 für rund 2 Millionen DM gekauft, rund 280 ha Ackerland, 100 ha Weiden, 240 ha Wald und 50 ha See. Für deutsche Verhältnisse ein Schnäppchen, aber in Schweden hatte die Verkäuferin eine Anwaltswitwe ein halbes Jahr vergeblich einen Käufer gesucht. Schweden hatte damals keine Subventionen für die Bauern, ich hatte die Bilanzen eingesehen, wonach das Gut 1993 und 1994 je 300.000,00 DM (umgerechnet) Verlust gemacht hatte. Ich selbst habe 1995 400.000,00 DM Verlust gemacht, was ich nur durch die Belastung eines Grundstücks und Verkauf von Aktien auffangen konnte. Anschließend gab es dann die EU-Subventionen, die die Verluste verringerten. Wer nicht aus der Landwirtschaft kommt, weiß vielleicht nicht, dass der Weizenpreis heute so hoch ist wie vor 60 Jahren, Schweine zeitweilig für den selben Preis wie vor 130 Jahren verkauft werden müssen, die Arbeitskosten aber erheblich gestiegen sind. Eine Landarbeiterstunde kostete 1950 1,20 DM, die Traktorreparaturstunde 2,60 DM. Einen guten Trecker bekam man für 4.000,00 DM. Mein größter Trecker kostet heute neu 80.000,00 . Ohne Zuschüsse wäre Landwirtschaft auch in Schweden unmöglich.

    Diese Zuschüsse wurden bis zur Neuregelung in diesem Jahr einmal flächengebunden gezahlt (pro ha Ackerfläche, angebauter Frucht), sodann für Tiere (Mutterkuhprämie, Schlachtprämie) und schließlich für landschaftspflegerische Maßnahmen. Zusätzliche Beträge gibt es für ökologischen Landbau und ökologische Tierhaltung.

    Die zusätzlichen Beiträge für ökologischen Landbau und ökologische Tierhaltung decken aber nur zum Teil die höheren Aufwendungen und Mindererträge. Meinen ersten Verwalter in Schweden, der sehr fähig und einsatzfreudig war, habe ich verloren, weil er die von mir gewünschte Umstellung auf ökologischen Landbau nicht guthieß. Für einen eingefleischten Bauern ist es ein Gesichtsverlust, wenn auf dem Boden nur noch die Hälfte der Tonnen pro ha Weizen geerntet wird, der vorher geerntet wurde. Der Verzicht auf giftige Pflanzenschutzmittel ist dabei nicht das größte Problem, da die Wirksamkeit dieser Pflanzenschutzmittel sowieso relativ gering ist, und nicht selten der finanzielle Aufwand für die Spritzung höher ist als der erhöhte Ertrag. Im ökologischen Landbau ist aber Kunstdünger nicht zugelassen, und gerade bei den schweren Lehmböden, die ich in Sveneby habe, und die im Frühjahr sehr kalt sind, mineralisiert der Stickstoff schlecht, so dass Kunstdünger für eine zügige Entwicklung der Pflanzen im Frühjahr an sich unverzichtbar ist; im ökologischen Landbau darf er aber nicht eingesetzt werden.

    Ich hatte schon vor Jahrzehnten von Seifert: Ackern, Gärtnern ohne Gift gelesen, Flugblätter gegen Kernkraftwerke verteilt, als Linke das noch als Blut- und Bodenromantik abtaten, stand im Kontakt mit Baldur Springmann, dessen Bücher mir ebenfalls aus der Seele gesprochen haben. Wir können nicht gegen die Natur arbeiten, wir müssen mit der Natur arbeiten, und das geht nur mit ökologischem Landbau. Ich habe deshalb, nachdem 1995 noch eine Beratungsfirma den Hof geführt hat, 1996 auf ökologischen Landbau umgestellt. Schon 1995 habe ich aber Verbesserungen für die Tiere eingeführt. Auf Sveneby waren in dem großen Jungbullenstall zeitweilig wie mir gesagt wurde bis zu 600 Rinder gewesen. Diese stammten aus eigener Mutterkuhhaltung und aus dem Zukauf von etwa 80 Kälbern jährlich, die dann gemästet wurden. Als ich Sveneby besichtigte, stellte ich in dem Stall einen starken Ammoniakgeruch fest, ferner eine enge Belegung der Boxen durch die Tiere. Es war im Winter, und ich fragte, wann die Tiere auf die Weide gelassen würden. Daraufhin sagte Per mir: Die kommen nicht auf die Weide, die bleiben hier solange, bis sie zum Schlachter gehen. Darauf habe ich erklärt, dass sie im Sommer raus müssten, woraufhin Per entgegnete, wir hätten nicht genügend Weidefläche dafür; nur die Mutterkühe könnten im Sommer raus. Daraufhin habe ich angeordnet, dass ein Teil der Ackerflächen mit Kleegras eingesät wird, so dass alle Tiere im Sommerhalbjahr draußen sein konnten. Ich war dann dabei, als die Tiere aus den Ställen kamen, und habe heute noch die übermütigen Bocksprünge, die sie machten, als sie sich jetzt frei bewegen konnten, vor Augen. Ferner habe ich angeordnet, dass keine Kälber zur Mast mehr zugekauft werden, um die Belegung der Boxen im Winter zu verringern. Dies alles, als ich noch keine Beiträge für ökologische Tierhaltung bekam, wo es Pflicht ist, dass die Tiere sechs Monate im Jahr freien Auslauf haben.

    Finanzieller Nachteil: Die Tiere verbrauchen mehr Energie beim Herumlaufen, wachsen deswegen nicht so schnell und werden nicht so schnell schlachtreif, kosten also mehr, bis sie zum Schlachten gehen.

    Das wird durch Beiträge nur teilweise ausgeglichen, womit ich wieder beim Thema bin. Meine juristische Ausbildung kam mir zustatten, mich in dem Dschungel der EU-Gesetze zurechtzufinden und eine optimale Beitragsstruktur für Sveneby zu erstellen. Als ich bestimmte Beiträge nicht bekommen sollte, bin ich zum Chef der Landwirtschaftsbehörde nach Skara gefahren, dem ich meine Position darlegte. Er widersprach mir, wobei ihm seine Untergebene, die dabei saß, halblaut zuflüsterte: Er hat recht. Das führte dann dazu, dass er mich gegenüber dem Focus, der in den neunziger Jahren einen Bericht über Sveneby brachte, mich als sehr kompetent einstufte.

    Ich habe jährlich nicht 200.000,00 bekommen, wie in den Zeitungen stand, sondern rund 120.000,00 . Diese Beträge bekam ich auch nicht für Schweinezucht, sondern zum größten Teil für Ackerbau, zum kleineren Teil als Mutterkuhbeiträge und landschaftspflegerische Maßnahmen. Ich hatte zwar eine Schweinezucht, bekam dafür aber keine Beiträge, obwohl ich an sich hätte Gelder bekommen müssen, weil ich die vom Aussterben bedrohte Linderöds-Haustierrasse hielt. Hiervon gibt es nur noch rund 200 Tiere in Schweden; 40 davon hatte ich auf dem Hof. Es ist eine robuste Rasse, die auch im Winter draußen gehalten werden kann. Ich hatte einen Eber eingekauft, der mir zwar als Linderöds-Eber verkauft war, der tatsächlich aber in sich das Genmaterial sämtlicher jemals in Schweden beheimateten und nach Schweden eingeführten Schweinerassen (auch englische) hatte. Mein Ziel war, das vor etwa 60 Jahren ausgestorbene schwedische Waldschwein (Skogsvin), von dem es nur noch Bilder gab, mit Hilfe dieses Ebers rückzuzüchten. Das Waldschwein war ähnlich wie das alte deutsche Weideschwein hochbeinig, sehr beweglich, hatte eine lange spitze Schnauze, einen Rückenkamm wie Wildschweine, spitze nach oben gestreckte Ohren und einen hängenden Schwanz (keinen Ringelschwanz). Diese Merkmale unterschieden es von den Linderöds-Schweinen. Es gelang mir, mehrere Tiere herauszukreuzen, die genau dieses Bild boten. Bevor ich aber diese sensationelle Mitteilung an Hallander, der ein Buch über Svenska Landraser geschrieben hat, weitergeben konnte, wurden meine gesamten Tiere 2001 beschlagnahmt. Ich bekam ein Tierhaltungsverbot. Die Linderöds-Vereinigung, die mich aus politischen Gründen nicht hatte aufnehmen wollen, erklärte, meine Schweine seien keine reinen Linderöds-Schweine und könnten deswegen ruhig geschlachtet werden was sie dann auf Anweisung der Polizei auch wurden, obwohl meine Schweinehaltung durch das Veterinäramt in Töreboda nicht beanstandet worden war. Mir war aber wegen angeblich mangelhafter Rinderhaltung insgesamt verboten worden, noch Tiere zu halten.

    So wie ich die Schweine als Steckenpferd hielt, hatte ich eine kleine Herde von Rödkulla-Rindern, ebenfalls eine alte vom Aussterben bedrohte schwedische Landrasse, die unserem braunen Mittelgebirgsrind in manchem entspricht. Während manche Kuhrassen ausgesprochen stupide aussehen, haben die Rödkullas geradezu eine edle Kopfform; auch die Bullen sind außerordentlich friedlich, die Tiere sind sehr genügsam; da sie aber praktisch kein Fleisch ansetzen und nicht mehr als 3.000 bis 4.000 Liter im Jahr geben, gibt es heute nur noch etwas mehr als hundert Tiere in ganz Schweden. Von den vier Bullen, die es in ganz Schweden gab, hatte ich auf Sveneby drei Bullen; das war völlig unproduktiv, da Bullen nur Geld kosten, und die anderen Halter (meist Tierparks) für Nachwuchs durch künstliche Besamung sorgten. Angesichts meiner großen Rinderzahl war ich aber der Meinung, dass ich dann auch etwas Unproduktives zur Erhaltung alter Rassen machen müsste. Obwohl ich eigentlich für die Haltung der Rödkullas einige tausend Kronen EU-Beiträge hätte bekommen müssen, wurde mir dies mit fadenscheinigen Vorwänden verweigert; ich habe die Tiere weiter gehalten, und deren Haltung (in einem Offenstall das ganze Jahr über auf Weide) konnte auch trotz akribischer Nachforschung vom Tierschutzamt nicht als beanstandenswert gesehen werden. Wegen des allgemeinen Tierhaltungsverbotes wurden mir aber auch die Rödkulla-Rinder weggenommen; was aus ihnen geworden ist, weiß ich nicht.

    Es hat ja herbe Kritik von den Linken an den schwedischen Landwirtschaftsbehörden gegeben, weil sie mir Beiträge ausgezahlt haben. Ich kann die Linken beruhigen: Ich habe keine Krone solcher Beiträge bekommen, auf die kein Rechtsanspruch besteht, sondern die man als Zuschuss aufgrund ermessensmäßiger Entscheidung der Behörden bekommt (beispielsweise zum Stallbau). Jede Krone, die ich erhalten habe, musste mir aufgrund der EU-Gesetze zugesprochen werden, und viele Kronen, die ich an sich hätte erhalten müssen, sind mir trotzdem gestrichen worden, wobei ich die darum geführten Prozesse vor den schwedischen Gerichten regelmäßig verlor. Grund dafür war eine Artikelserie 1995 in der schwedischen Bildzeitung Expressen. Ich war dreimal in einer Woche auf dem Titel, mein Bild prankte riesig auf der Zeitung, als Simpson, der Neger, der seine Frau umgebracht hat, freigesprochen wurde; Simpson war nur mit einem kleinen Bildchen rechts oben. Tenor der Veröffentlichung: Der bedeutendste Naziführer Deutschlands baut ein Nazizentrum in Schweden auf. Daraufhin erklärte der Chef von Töreboda kommun, sie wollten mich in Schweden nicht haben, und die Sozialdemokraten gründeten einen Arbeitskreis mit dem Ziel, Rieger aus Schweden zu vertreiben. Das sind keine Geheiminformationen das wurde in der Presse bekannt gegeben. Dementsprechend verhielten sich dann auch die Behörden mir gegenüber. Ich bekam einen Anruf von der schwedischen Landwirtschaftsbehörde des Wortlauts: Wir sind jetzt ja in der EU, und da gibt es Beiträge, und wir müssen überprüfen, ob die Beiträge zu Recht beantragt worden sind oder nicht; wir haben beschlossen, dass wir die Inspektionen mit Ihrem Hof beginnen. Ich war der erste Hof, der kontrolliert wurde, und ich bin bis heute der Hof, der mehr Kontrollanten, Inspekteure, Behördenpersonal usw. gesehen hat, als jeder andere schwedische Hof. Zeitweilig waren 14 Kontrolleure gleichzeitig bei mir auf dem Hof. Mein Personal hat schon gescherzt, wir müssten einen extra Raum für die Kontrolleure an den Arbeiteraufenthaltsraum anbauen. (Anmerkung: Wenn es die Tiere bei mir denn so schlecht gehabt hätten, wieso ist das denn in den neunziger Jahren niemandem aufgefallen?).

    Da mir von vornherein klar war, dass ich viel sorgfältiger und umfassender geprüft würde als jeder andere Hof in Schweden, wollte ich bei meinen Maßnahmen immer auf der sicheren Seite sein; die erste Überprüfung ergab beispielsweise, dass ich (weil ich die Flächen knapp berechnet hatte) eigentlich für zwei ha mehr hätte Beiträge erhalten können; dafür wurden mir natürlich keine Beiträge gegeben, sondern es hieß, man hätte mir nur etwas abgezogen, falls ich zuviel berechnet hätte. Um einige Beispiele zu bringen: Es wurde bemängelt, dass um meine Güllebassins der oben auf dem Bassinrand stehende Maschendrahtzaun eine 1 m breite Öffnung (für die Güllepumpe) hatte. Als ich erklärte, dass auf den Nachbarhöfen nirgends Maschendrahtzaun sei, der Rand der Bassins dort im übrigen nicht so hoch über die Erde reiche wie bei mir, so dass die Gefahr viel größer sei, dass ein Kind hineinstürze, wurde mir wörtlich erwidert: Wir kontrollieren dich, nicht die Nachbarhöfe. Irgendwelche Leitern in das Dachgeschoss von Scheunen mussten mit Geländern versehen werden usw. Ich wollte keinen Ärger mit den Behörden, und habe deshalb selbst da investiert, wo keine Vorschriften gemacht wurden. Ich hatte bei Übernahme des Hofes einen Liegestall für die Mutterkühe im Winter übernommen, wo die Fütterung im Außenbereich war, und lediglich die Fläche, wo das Futter ausgelegt wurde, überdacht war; wo die Kühe standen, gab es keine Dächer. Bei Regen standen die Kühe im Wasser, was nicht gut für die Klauengesundheit ist. Erforderlich war es nicht, aber für die Kühe besser, dass auch dort, wo sie standen, Dächer gebaut wurden, und deswegen habe ich das für 200.000 Kronen getan (ohne eine Krone Zuschuss dazu bekommen zu haben).

    Für das Jahr 2001 war eine Änderung in den Beiträgen für ökologische Landwirtschaft vorgesehen: Da es zu wenig ökologische Tierhaltung gab, wurden die Beträge für Ackerbau gekürzt, dafür massiv die Beträge für ökologische Tierhaltung aufgestockt. Ich hätte wenn ich die Tiere behalten hätte im Jahr 2001 über 200.000,00 Zuschuss bekommen, und hätte damit erstmals einen Gewinn und nicht unerheblich gemacht. Das System hat sicherlich (nicht zu unrecht) befürchtet, dass ich diesen Gewinn in nationale Projekte stecken würde; verhindern konnte man das nur, wenn mir die Tiere weggenommen und die Tierhaltung verboten würde. Und so geschah es dann, mit aberwitzigen Lügen und Verdrehungen im Januar 2001. Einige Wochen später stand dann als Erfolgsmeldung, bekannt gegeben durch die Landesregierung, in den Zeitungen, dass durch die Tierbeschlagnahmen und das Tierverbot sich meine EU-Beiträge um die Hälfte vermindern würden. Damit war den Medien Genugtuung geleistet worden; das Aftonbladet, die zweitgrößte Zeitung Schwedens, hatte nämlich auf dem Titel geschrieben: Nazi-Führer Rieger bekommt eine Million Kronen EU-Zuschüsse, und massiv die Behörden angegriffen, dass ich so viele Beiträge bekäme. Deswegen musste natürlich gehandelt werden, und es wurde gehandelt. Mit dem Erfolg, dass ich nicht nur die Hälfte, sondern zwei Drittel meiner EU-Beiträge verloren habe, und heute jährlich nur noch 70.000,00 Zuschüsse maximal (teilweise auch weniger der letzte Bescheid ist schon wieder gestoppt worden) bekomme.

    Wenn es bei der Beschlagnahme meiner Tiere um Tierschutz gegangen wäre, wäre es doch völlig egal, ob sich dadurch meine Beiträge verringern oder erhöhen. Dass dies als Erfolgsmeldung herausposaunt wurde, gleich nachdem die erste Gerichtsentscheidung zur Beschlagnahme meiner Tiere ergangen war, zeigt den Hintergrund dieser Maßnahme.

    Da ich meine Weiden nicht ausnutzen konnte, ferner mein Futtergetreide statt es in eigenen Tieren zu veredeln zu den üblichen niedrigen Preisen verkaufen muss, ferner teilweise Tierbeiträge (weil ich nicht fünf Jahre infolge Tiere halten konnte) zurückzahlen musste, habe ich außer dem entschädigungslosen Verlust der Tiere (für die ich 2 Millionen Kronen gezahlt hatte) einen Schaden von weit mehr als eine Million Euro von 2001 bis 2006 insgesamt gehabt. Anders als manche anderen Nationalen bei Verfolgung durch Behörden habe ich darüber aber kein großes Lamento angefangen. Es gibt Kräfte in der Welt, die unser Volk vernichten wollen und mit fanatischem Hass jeden verfolgen, der sich ihrer Vernichtungsabsicht entgegenstellt. Ich bin mit Dolch, Baseballschlägern und Schlagring mehrfach angegriffen worden, mein Kornspeicher in Schweden ist durch Linksradikale verbrannt worden, mein Haus in Hamburg angezündet worden, mehrere Autos angezündet oder sonstwie zu Schrott verarbeitet worden. Wer sich in Deutschland national positioniert, muss wissen, dass er persönlich und finanziell ein erhebliches, auch existentielles Risiko läuft. Mir ist dies seit 38 Jahren bewusst, und deswegen können mich finanzielle Maßnahmen, die einen anderen vielleicht zum Strick greifen ließen, nicht brechen.

    Dass die angebliche Tierquälerei nur Vorwand war, lässt sich im einzelnen belegen, und das werde ich demnächst auch hier nachweisen. Damit mir aber nicht vorgeworfen wird, ich hätte diesen oder jenen Aspekt vergessen, muss ich umfangreich meine zahlreichen Akten (ich habe einen ganzen Bananenkistenkarton voll mit Akten zu dem Tierschutzverfahren) durchsehen. Das ganze würde sich auch für einen Roman eignen: Eine (unfähige) Tierärztin, die die Behörde anlügt, sie habe mit meinem Hof nichts zu tun, obwohl sie Hoftierärztin war, und dann wider besseren Wissens behauptet, ich hätte nicht Parasiten bekämpft (obwohl sie selbst diese Parasitenbekämpfung gemacht hat), im Liegestall sei 35 cm hoch nur feuchte Gülle gewesen (obwohl es ein Polizeivideo gibt, wo ein Polizeibeamter mit Halbschuhen ohne einzusinken durch den Stall geht), ich hätte keinen leukosefreien Tierbestand (obwohl sie dies bei jeder Besichtigung durch die entsprechenden Schilder am Stall gesehen hat); eine Tierschutzinspektorin, die nachdem sie die Erschießung von einigen meiner Tiere angeordnet hat in tiefe Depressionen gefallen ist, mehrere Jahre arbeitsunfähig krank war, zur polizeilichen Vernehmung nur an der Hand ihres Vaters kommen konnte, zum Gerichtstermin beim Amtsgericht mit einer Krankenschwester und ihrem Vater kam und dort unter einer hohen Dosis von Psychopharmaka stand usw. Der Leser, der bis hier durchgehalten hat, darf sich auf die Fortsetzung Rieger und die Tierquälerei freuen. Allerdings wird dies noch etwas dauern, da ich noch mehr und anderes zu tun habe, als mich mit unsinnigen Vorwürfen, befangenen Richtern, lügenden Behördenangestellten in Schweden auseinanderzusetzen.

    Jürgen Rieger

  • 18 Worch // Apr 4, 2007 at 2:03

    @ Friedrich:

    Es ist oftmals schwer, normalen Bürgern deutlich zu machen, was die Behörden sich bisweilen mit Leuten erlauben, die sie “aufs Korn genommen” haben. Egal, ob aus politischen oder persönlichen Gründen. - Das liegt daran, daß der Deutsche an sich obrigkeitshörig ist. Richtiger wäre der Ausdruck “obrigkeitsgläubig”. Das spiegelt sich schon in der Begrifflichkeit wieder. Behörden werden als “Obrigkeit” betrachtet; nicht jedoch als das, was sie eigentlich sein sollten, Diener des gemeinen Wohles und damit jedes einzelnen Bürgers. Nachwirkender Feudalismus, vermute ich…

    Folglich wird der Bürger, der sich gegen Willkür zur Wehr setzt, auch wenn dies mit völlig angemessenen, legalen Mitteln geschieht, vielfach auch als Querulant abgetan. Im günstigeren Fall hält man ihn nicht für potentiell geistesgestört oder mindestens neurotisch verhärtet, sondern gibt ihm den vermeintlich wohlmeindenden Rat, laß es doch bleiben, gegen “die da oben” kommst du doch nicht an, du machst es doch alles noch viel schlimmer.

    Erschwerend kommt hinzu, daß es in unseren Kreisen nicht immer die wünschenswerte Sachkompetenz gibt. Oder eine manchmal mangelnde Bereitschaft, sich umfassend sachkundig zu machen. Im Falle Rieger war schon interessant, daß stellenweise von einem Radlader und stellenweise von einem Radlager die Rede war. Eigentlich ein unwichtiges Detail. Wenn das Radlager kaputt ist, ist zwingendermaßen der Radlader kaputt. Aber der Teufel steckt nun einmal im Detail. In Zeiten wirtschaftlicher und politischer Globalisierung wird nicht mehr so sehr auf Details geachtet. Ich halte das für einen Fehler. Aber was zur Hölle will man von der PISA- und Spaß-Generation erwarten? Korrektheit? Gründlichkeit? Differenzierte Ansichten? Nach Oskar Lafontaine ist vieles davon “eine Sekundärtugend, die auch geeignet ist, ein Konzentrationslager zu betreiben”. Man kann den Leuten noch nicht mal einen Vorwurf daraus machen, daß sie so sind, wie sie sind. Sie haben es nicht anders gelernt. Und wir haben nicht die Kapazitäten, es ihnen beizubringen. Das sind die bedauerlichen Fakten, die uns hindern.

    Auf der anderen Seite arbeitet die wirtschaftliche Entwicklung für uns. Je schlechter es breiteren Volksschichten geht, desto größer ist die Bereitschaft zu politischem Protest; und desto größer ist die Bereitschaft der Behörden, die letztlich im Dienste der Herrschenden stehen, repressiv vorzugehen. Also wird die Zahl der Betroffenen größer. Und damit wird das Verständnis für die Zusammenhänge größer; oder zumindest das Wissen darum, daß solche Dinge passieren.

    Grüße
    Christian Worch

  • 19 siegrun // Apr 4, 2007 at 9:55

    jetzt hier weiterlesen

    Jürgen Rieger und die EU-Gelder

    http://www.juergen-rieger.de/aktuelles/index.html

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