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Caracas/ Venezuela: Wenn die BRD-Systemmedien ein wenig Platz zwischen den G8-Berichten haben, lenken sie die Aufmerksamkeit auf den zur Zeit bösesten Mann für die westliche Welt. Neben Putin und Ahmadinedschad natürlich. Gleichlautend und gleichgeschaltet, wie man unschwer bei Google feststellen kann, gibt man die Suchbegriffe „RCTV“ und „Schließung“ ein.
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| Venezuelas Präsident Hugo Chavez |
Da sämtliche deutschsprachigen Medien ihre Berichte mit „CARACAS - Tausende von Menschen haben in Venezuela gegen die geplante Schliessung des oppositionellen Fernsehsenders RCTV durch die Regierung protestiert. …“ beginnen, nehmen wir also stellvertretend für alle die Welt „Chavez schränkt Meinungsfreiheit ein – Präsident Hugo Chávez macht die wichtigste Stimme der Opposition mundtot: Dem ältesten privaten Fernsehsender Venezuelas wird die Lizenz nicht mehr verlängert. Das Europäische Parlament protestiert - während grüne und linke EU-Abgeordnete sich freuen.“ Weiter erfährt der interessierte Leser, daß es sich mit der „Schließung“ um einen Racheakt von Chavez handelt, weil sich dieser Sender 2002 Chávez übelst mitgespielt und durchaus eine Mitschuld an den 17 Toten des gescheiterten Putschversuches mit auf seine Fahne schreiben muss, und dass „zehntausende“ nun auf den Straßen gegen die Schließung protestierten, die wiederum von Chávez Polizisten niedergeknüppelt wurde. So der Tenor unserer berufsbetroffenen Hetzerriege von Springer & Co.
Mit einem abschließenden Satz, den der Leser dank vorherigem, meterlangem Lamentierens zu überlesen droht, heißt es jedoch z.B. im Spiegel Mobil „Im Stadtzentrum von Caracas feierten dagegen die Anhänger von Chávez die Schließung des ihnen verhassten “Putschistensenders” mit Tanz und Musik.“
Um hier annähernd die wahren Begebenheiten zu erfahren, muss man sich in die Welt der Blogger begeben, die auch ausländische Berichte mit in ihre Artikel einbeziehen. Hier erfährt man zunächst, dass der Sender RCTV lediglich keine Verlängerung der Lizenz für die staatliche Frequenz mehr hat und sehr wohl weiter über Satellit und Kabel gehört und gesehen werden kann.
Hinzukommt, dass gerade diejenigen, die ihre Nasen schon hinter sich herschleifen müssten, wenn sie sich jedesmal wirklich an die selbige fassen würden, sich über totalitäre Meinungsbeschneidung aufregen, die am lautesten jegliche Systemkritik niederschreien und nach dem Verfassungsschutz schreien, wenn man das „falsche“ Abzeichen am Revers trägt …
Ziehen wir ein Beispiel an den Haaren herbei, wohl wissend, dass ein Vergleich kaum möglich ist – transportieren wir Venezuela in die BRD. Die Merkel-Riege würde den überaus starken Oppositionssender der NPD aufgrund des Lizenzvertrages seit 1953 dulden müssen, weil diese Regierung eben keine Vertragsbrüche zulässt. Obwohl der Sender übelst und unter Zuhilfenahme von „Fakes“ und Falschmeldungen sowohl einen Putsch gegen die Regierung unterstützt, 17 Tote mit zu verantworten hat, und auch nach dem gescheiterten Putschversuch weiterhin übelste Hetze und Propaganda gegen die Regierung betreibt. Unvorstellbar, oder? Der Sender der NPD hätte noch nicht einmal eine Chance, seine Eröffnungssendung auszustrahlen, da säßen alle neben Ernst Zündel, Vertrag hin oder her …
Ein Blogger nemetico, der sich intensiv mit der programmierten Desinformationspolitik der Medien befaßt, hat eine fast minutiöse Analyse dieser Berichterstattung, „Wahrnehmungsmanagement in der Praxis“ verfasst, dessen Lektüre durchaus empfehlenswert ist, aufgrund seiner Länge aber jeden Rahmen sprengen würde. Er schreibt u.a.: „Von einem Anschlag auf die Meinungsfreiheit kann daher wohl keine Rede sein. Eher würde ich von einem Anschlag auf Graniers Desinformationsfreiheit sprechen.“ und erinnert damit irgendwie an knoblauchriechenden Friedman …
Die Botschaft Venezuelas in der BRD hat in deutscher Sprache eine Erklärung abgegeben und per Powerpoint-Präsentation das venezolanische Kommunikationssystem gut aufgeschlüsselt. Zu berücksichtigen dabei ist, dass keineswegs jeder Staat über derart gleichgeschaltete Medien verfügt wie die USA und ihre Kolonien…
Siehe auch
Botschaft Venezuela
Quelle: Störtebeker-Netz 30.05.07





17 responses so far ↓
1 michael // May 31, 2007 at 1:15
“Zu berücksichtigen dabei ist, dass keineswegs jeder Staat über derart gleichgeschaltete Medien verfügt wie die USA und ihre Kolonien…”
Siehe http://www.deutschland-bewegung.de/weiter/geheime_weltmacht.html
Quod erat demonstrandum!
2 Rudi // May 31, 2007 at 6:58
Einen Vorteil haben die Meldungen der Systemjournaille allerdings schon: oft genug bieten sie in unfreiwilliger Komik einen hohen Unterhaltungswert und um sich zu „informieren“ braucht’s nur mehr einen geringen Zeitaufwand, wodurch man sich dem „audiatur et altera pars” wesentlich intensiver widmen kann.
In eigener Sache – kann mir wer von euch auf die Sprünge helfen, was das Kürzel „FKA:“ bedeutet, mit dem die Themenüberschriften hier auf altermedia beginnen?
Herzlichen Dank im voraus und liebe Grüsse aus Wien.
Rudi
3 wolzow // May 31, 2007 at 10:14
…..sehr wohl weiter über Satellit und Kabel gehört und gesehen werden kann.
Was gibt es da zu jammern? In der heutigen Zeit hat, auch in Venezuela, nahezu jeder Kabel oder Sat-Schüssel. Unglaublich wie die brd- Bonzen von den Problemen im eigenen Land versuchen abzulenken. Ich schliesse ab mit einem Auftrag für uns alle: Schmeisst den jüdischen Verstrahlungsapparat namens Fernseher raus, das Weltnetz (siehe Altermedia) gibt uns ausreichend Informationen.
4 stephan // May 31, 2007 at 10:50
Ein deutscher Fernsehsender, bei dem noch manchmal die Wahrheit durchflackert ist der MDR. Dort hieß es in den Hauptnachrichten um 19.30 zu betreffendem Thema sinngemäß “Und so war die Schließung des Senders, das was der Sender jahrelang darstellte - eine Seifenoper.” Schöner hätte ich es auch nicht ausgedrückt.
5 NPD UNNA/HAMM // May 31, 2007 at 12:02
Das kann natürlich im freiesten Staat der deutschen Geschichte nicht geschehen, dass ein Oppositionssender durch die Staatsgewalt geschlossen würde. Warum nicht?? Ganz einfach in der BRD gibt es gar keine Oppositionssender. Das ist eben wahre Demokratie.
6 Jürgen Schwab // May 31, 2007 at 12:05
Grundsätzlich ist die Entscheidung des sozialistischen Staatsmannes Chavez richtig, private Fernsehsender zu verstaatlichen. Nur im Kapitalismus hängt die “Meinungsfreiheit” vom großen Geld ab. Die “Freiheit”, die sie meinen, ist die der Oligarchie, die daran arbeitet, nationalstaatliche Souveränität, wo es sie noch gibt, aufzuheben. Sender, die mit dem Feind kollaborieren, sollten grundsätzlich verstaatlicht werden - dies gilt auch für den prozionistischen Springer-Verlag.*
* Na ja, hier ist es wohl etwas komplizierter, tut der Springer-Verlag doch im Grunde nichts anderes als das was der Staat auch tut. Da werden bloße Verstaatlichungen wohl nicht ausreichen. - Schriftleitung Altermedia
7 Zuschauer // May 31, 2007 at 12:31
Ein Video des Herrn Chavez das man sich immer wieder gerne anschaut…
http://www.russland.ru/rupol0010/morenews.php?lang=de&iditem=12697
8 Rurik // May 31, 2007 at 14:18
@ Zuschauer
Danke für den Verweis.
9 Zuschauer // May 31, 2007 at 14:52
@Rurik
Gern geschehen.
10 OswaldSpengler // May 31, 2007 at 15:18
Correa und Morales ziehen mit Chavez gleich.
http://washingtontimes.com/world/20070531-121115-7740r.htm
So muss es sein ! Man kann dem Mann hinter den Staatsbriefen nur zustimmen.Nur der Niedergang der USA führt zu einem neuen Deutschland.
In diesem Sinne…
11 Alf // May 31, 2007 at 15:32
Warum hat der betroffene Sender denn eigentlich keine Lizenz erhalten? Haben die irgendwelche Auflagen nicht erfüllt, gegen irgendwelche Gesetze verstoßen oder war hier mehr die Selbstherrlichkeit des sozialistischen Indianers Chavez am Werk?
12 Schörner // May 31, 2007 at 18:24
@Zuschauer:
Danke.
Auch wenn es wie Labsal für die Seele ist was Präsident Chavez sagt, so ist es m.E. eines Staatsmannes völlig unwürdig.
Die Sendezeit sollte weniger für persönliche Verunglimpfungen verwendet werden, sd. für eine sachliche Auseinandersetzung.
Als Musterbeispiele sei z.B. auf die Antworten des Führers an Roosevelt verwiesen, wo er diesen in der Sache vorführt wie einen verlogenen, dummen Schuljungen.
13 Zuschauer // May 31, 2007 at 20:26
@Schörner
“”Die Sendezeit sollte weniger für persönliche Verunglimpfungen verwendet werden, sd. für eine sachliche Auseinandersetzung.”"
Ich stimme Ihnen zu. Nur lässt sich mit einem Dilettanten wie Bush Junior sicher keine sachliche und vor allem intelligente Auseinandersetzung führen.
“”"…so ist es m.E. eines Staatsmannes völlig unwürdig.”"”
Herr Chavez ist mit dem Führer sicher nicht vergleichbar. Welten trennen diese beiden Personen… .
MfG
14 Olsen // Jun 1, 2007 at 1:48
@Schörner
Andere Seite derselben (ihrer) Medaille: was wäre einem Staatsmann würdig?
15 Hevletier // Jun 1, 2007 at 10:25
In der Schweiz gab es vor wenigen Jahren den Sender TV3. Dieser fiel vor allem durch sachliche Berichterstattungen auf.
Der Staat entzog ihm jedoch die Existenzgrundlagen und nun herrscht wieder das Medienmonopol Tamedia/Ringier.
16 Troglodyt // Jun 2, 2007 at 16:37
Zwei Lichtgestalten unter sich:
http://www.welt.de/multimedia/archive/00262/chavez_2005_maradon_262764g.jpg
Zwei Indianer unter sich:
http://www.welt.de/multimedia/archive/00262/chavez_2006_morales_262767g.jpg
Zwei Katholiken unter sich:
http://www.welt.de/multimedia/archive/00262/chavez_2006_papst_D_262752g.jpg
Zwei Schurken unter sich:
http://www.welt.de/multimedia/archive/00262/chavez_2000_saddam__262734g.jpg
Der Teufel gratuliert persönlich:
http://www.welt.de/multimedia/archive/00262/chavez_2001_castro__262771g.jpg
17 irrelevant // Jun 18, 2007 at 21:54
Sehr guter artikel
aber ich liege doch sicherlich nicht falsch, wenn ich sage am sei eine “konservative” Seite?
Etwas erstaunlich, dass dann Sozialisten in Schutz genommen werden…
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