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Altermedia Deutschland - Störtebeker-Netz: In einer Zeit des Universalbetruges ist die Wahrheit zu sagen eine revolutionäre Tat (George Orwell)

FKA: Zurück in die Zukunft oder Vorwärts in die Vergangenheit? (28.07.07)

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Die Berliner Polizei steht einer neuen Aufgabe gegenüber und ist damit anscheinend nicht alleine, da die Täter in ganz Europa aktiv zu sein scheinen. Es geht um eine Gruppe, die eine besondere Form des „Klimaschutzes“ praktiziert, indem meist größere Autos die Luft aus den Reifen gelassen und ein Flugblatt über Klimaschutz am „Tatort“ zurückgelassen wird.

Kürzlich haben erneut Unbekannte mehrere Anschläge auf Fahrzeuge in Berlin verübt. Acht Autobesitzer im Bezirk Steglitz-Zehlendorf fanden am Freitagmorgen ihre Autos mit platten Reifen vor. Damit erhöht sich die Zahl der Attacken in der Hauptstadt auf 87 innerhalb von zwei Wochen. Für die Berliner Polizei ein „neues Phänomen“, von den Tätern fehlt bislang jede Spur.

Nach ersten Erkenntnissen der Kripo handelt es sich offenbar um Umweltaktivisten, da die Besitzer der Fahrzeuge nicht nur platte Reifen vorfanden, sondern auch Handzettel, in denen die Täter auf den Klimawandel hinweisen. Wegen des „offenkundigen“ politischen Hintergrundes ein Fall für den „Staatsschutz“.

Die „Staatsschützer“ gehen wiederum davon aus, daß es trotz unterschiedlicher Schwere der Taten (die Reifen werden entweder zerstochen, oder lediglich die Luft herausgelassen), dass für die gesamte, seit dem 12. Juli anhaltende Serie von Sachbeschädigungen eine Tätergruppe verantwortlich ist.

Auch wenn noch keine heiße Spur vorhanden ist, wissen die Ermittler einiges über die Täter, die mittlerweile bundes- und teilweise gar europaweit agieren, und ordnen dies – obwohl es regionale Unterschiede gibt – der internationalen „Carbuster“-Bewegung zu. Diese Bewegung entstand 1997 im Rahmen einer internationalen Konferenz zum Thema autofreie Städte. „Auf der ganzen Welt schließen sich Menschen zusammen, um gegen die Autokultur, gegen die Übermacht des Autos zu kämpfen“, heißt es in einer Erklärung. Carbuster sei eine „wachsende Bewegung, die sich über nationale und sprachliche Grenzen hinweg zunehmend Gehör verschafft und sich im Kampf gegen die Zerstörung der Erde vereint“.

Das im Jahr 2004 gegründete „World Carfree Network“ will die internationale autofreie Bewegung vereinigen und ausbauen. Alle Gruppen sollen in ihrem „Kampf gegen die Dominanz und Zerstörungswut des Autos“ motiviert werden. Die vierteljährlich erscheinende 32-seitige eigene Zeitschrift und die Internetseite geben „radikale Informationen über autofreie Bewegungen, Taktiken der direkten Aktion, Industriebeobachtung, alternative Transportmöglichkeiten, Illustrationen, gefälschte Anzeigen“ heraus. Die sogenannte Carbusters-Zeitschrift wird nach Angaben der Verfasser in Prag produziert und von einer Gruppe „internationaler AktivistInnen“ koordiniert … welche die Autokultur unserer Gesellschaft kritisiert und positive Alternativen untersucht.“ Mehr noch: Carbusters möchte sowohl eine Informationsquelle wie auch ein Aktionsaufruf sein. Der Inhalt reiche von „konkreten Aktionsideen und den neuesten wissenschaftlichen Entwicklungen über Artikel zu Ökostädten und Autofahren als Droge bis hin zu globalen Kurzmeldungen und Cartoons zur Auto- und Ölindustrie.“ 21 Gruppen finden sich in der BRD, neun davon in Berlin.

Frankreich und Belgien „erfreut“ sich ebenfalls starker Gruppen von „Luftablassern“. Sie heißen „les falgadas“ in Belgien („falgada“ bedeutet „schlapp sein“) oder „les dégonflés“ in Paris („dégonfler“ bedeutet „abschwellen“ oder auch „die Luft ablassen“). Hier wird der Internetseite nach zu lesen, auch gerne zusätzlich mit „etwas ländlichem Dreck“ gearbeitet.

Siehe auch
Die Welt 27.07.2007

Tags: Allgemeines

11 responses so far ↓

  • 1 NRWler // Jul 28, 2007 at 10:43

    Diese Spinner. Bald gehen die wohl auch noch auf Handy-Jagd, sind ja auch Klimakiller. Oder sie nähen Rauchern auf der Strasse den Mund zu.

  • 2 Nationalkommunist // Jul 28, 2007 at 10:57

    Auch ein Leben ohne Auto kann ein lebenswerthes Leben sein.
    Allerdings muß man nicht durch Sachbeschädigung darauf aufmerksam machen und seinen Willen anderen aufdrängen. Dies ist unabhängig von der pol. Positionierung ein faschistoider Akt der Zerstörung.
    Noch ein Spruch zum Schluß: “Der Mensch ist der Sklave seines Geschaffenen.”
    Man kann auch auf anderer Weise “Luft ablassen” durch Schreiben z.B.
    Ich habe weder Auto, noch Fernseher und bin trotzdem noch nicht gänzlich verblödet.
    Es hat eine (schönere?) Zeit vor dem Auto gegeben es wird eine (vielleicht bessere ?) Zeit nach dem Autowahn geben. Jede Zeit hat ihre Plage und vieles was uns als gut und bequem vorkommt ist in Wirklichkeit zersetzend und letztendlich tödlich.

  • 3 @NRWler // Jul 28, 2007 at 12:07

    Was für ein äusserst hochwertiger Kommentar! Von geistreichtum und Intilgenz strotzend… Denk mal über Politik und nicht nur über deine beschränkten Clischees von wegen Ausländer, Revision und Juden nach, VOLLHONK!
    Wenn wir nicht die Notwenigkeit einer pluralistischen Politik erkennen können wir alle wie NRWler in die Kiste gehen…

  • 4 Rand-Berliner // Jul 28, 2007 at 13:22

    Es gibt ja mittlerweile leistungsfähige und umweltfreundliche Autos mit Wasserstoffantrieb.
    Das Problem ist aber, daß eine weltweit agierende Lobby es verhindert, diese auch erschwinglich zu machen und in Serie zu produzieren.
    Stattdessen werden einerseits die Erdölreichen Länder von den US-Amerikanern unterdrückt und andererseits bestimmt die OPEC die Rohöl- und damit die Benzinpreise in Europa.

  • 5 die times // Jul 28, 2007 at 14:56

    Blöd, das uns das nicht eingefallen ist.

    : (

  • 6 Wetekamp // Jul 28, 2007 at 15:51

    @Nationalkommunist

    “Ich habe weder Auto, noch Fernseher und bin trotzdem noch nicht gänzlich verblödet.”

    Was hat das Auto mit Verblödung zu tun? Es kommt immer darauf an, WO man wohnt und wie beweglich man ohne Auto sein kann. Wenn Sie aber beispielsweise einen Arbeitsplatz haben, der 30 km oder mehr von Ihrem zu Hause entfernt ist, dürfte ein fahrbarer Untersatz immens hilfreich sein.

    Ich finde es jedoch bemerkenswert, daß sich der “Staatsschutz” mit platten Reifen beschäftigt. Früher war das bestenfalls ein Fall für einen Streifenpolizisten. Wahrscheinlich würde es auch keinerlei Aufhebens darum geben, wenn es sich um Kleinwagen handeln würde.

    Ich halte die Motive dieser “Luftablasser” weder für edel, noch für umweltbesorgt. Hier dürfte eher Neid und Mißgunst der Vater des Gedanken sein. Und das ist noch weniger ein Aufgabengebiet des “Staatsschutzes”.

  • 7 Nationalkommunist // Jul 28, 2007 at 19:00

    @WETEKAMP

    Werther Wetekamp,
    es ist doch längst kein Geheimnis mehr, daß Fernsehen äusserst hilfreich beim langsamen Verblöden ist.
    Die “Luftablasser” sind wahrscheinlich auch beschränkte intolerante A…………, da gebe ich Dir Recht.
    Mir ist das Problem mit entfernten Arbeitsplätzen bekannt, drum müssen künftige Regierungen mal über ortsnahe Arbeitsplätze nachdenken, denn Auto fahren wird in naher Zukunft bestimmt immer kostenintensiver.
    Wir haben der Erfindung des Autos nun mal nicht nur positives zu verdanken, ein vielfaches der Sorgen die wir momentan bekommen sind durch die Möglichkeit der Mobilität mit verursacht.
    Dir werden mit Sicherheit auch einige Negativsmen einfallen.
    Über Alternativen zum Auto nachzudenken ist NICHT verwerflich sondern geboten.
    11 000 Liter Wasserverbrauch beim Autobau sind Ressourcenverschwendung, da gibt es null/zero zu leugnen. Dieses Wasser muß TEUER wieder brauchbar gemacht werden.
    Der Landschaftsverbrauch ist auch nicht mehr tolerabel, wertvolles Land wird zubetoniert.
    Lies mal dazu das Parteiprogramm von 1923, echt zukunftweisend. Da gab es noch Bezug zur ERDE.

    @RAND Berliner
    Zustimmung !!!!!

  • 8 Berger // Jul 28, 2007 at 21:36

    Gruppe „internationaler AktivistInnen“ - na hoffentlich sind diese Damen und Herren bei ihren Aktionen nicht mit dem Auto unterwegs - zuzutrauen wäre es ihnen schon, man denke nur an die Grünen-Prominenz, die längst keine diesbezüglichen Hemmungen mehr haben.

  • 9 Wetekamp // Jul 29, 2007 at 10:30

    @Nationalkommunist

    “es ist doch längst kein Geheimnis mehr, daß Fernsehen äusserst hilfreich beim langsamen Verblöden ist.”

    Was soll denn diese Antwort? Ich fragte, was das AUTO mit Verblödung zu tun hat.

    Ansonsten sind Ihre Ausführungen zwar in gewisser Weise richtig, aber nur in Bezug auf die Überproduktion. Wo habe ich es gutgeheißen, daß Autos in diesen Massen produziert werden? Alles, was übertrieben wird, ist schädlich.

    Grundsätzlich gegen das Auto zu sein ist genauso hirnrissig, wie die Befürwortung von “immer mehr und immer größer”. Wie Sie ggf. drauf sind, wenn Sie z.B. mit einem Magendurchbruch per Pferdefuhrwerk oder Rikscha ins 20 km entfernte Krankenhaus gebracht werden, würde mich dann echt mal interessieren.

    Sie mögen ja Kommunist sein, das berechtigt Sie keineswegs, mich zu Duzen. Und wenn schon, dann “werte” Wetekamp bitte, denn “Werther”s Echte ist etwas anderes.

  • 10 Nationalkommunist // Jul 29, 2007 at 18:52

    Werthe(r) Wetekamp,
    sind Sie bitte nicht so empfindlich. Ich habe ihre Position nicht angegriffen.
    Auto fahren- Auto bumm bumm bumm bumm.
    Kapiert, was ich meine ????
    A Propos: Ich glaube nicht , daß bei den “Luftablassern” die Mißgunst die Triebfeder des Tuns ist.
    Oder sind wir nur auf Ausländer neidisch weil wir es angeblich zu NICHTS bringen ? Ich denke, die Gründe liegen anders.
    Ich bin durchaus AUTOchthon.

  • 11 Wetekamp // Jul 29, 2007 at 20:28

    Kapiert, was ich meine ????

    Nein

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