Hirschberg / Niederschlesien: Zuletzt berichteten wir am 25. Januar über das polnische Vorgehen gegen deutsche Dissidenten, die im Sommer 2004 in verschiedenen Städten Schlesiens Plakate geklebt hatten, auf denen sie das polnische Vertreibungsunrecht an der ursprünglichen Bevölkerung der jetzigen Wojewodschaft angeprangert hatten. Bereits damals berichteten wir, daß das Hirschberger Landgericht sich ursprünglich in diesem Fall für unzuständig hielt, weil es die von der Staatsanwaltschaft aufgestellten Strafbestände des Aufrufes zum Rassenhaß und zur Verunglimpfung der polnischen Nation nicht erfüllt sah. Statt dessen kam es zunächst zu dem Schluß, daß reine Tatsachenbehauptungen die Tatbestandsmerkmale des Verunglimpfens der polnischen Nation und Aufstachelns zum Haß nicht erfüllen. Übrig blieb lediglich der Strafbestand des illegalen Plakatierens, für das man dann eine Geldstrafe von umgerechnet 500 Euro aussprach.
Damit gab sich die Staatsanwaltschaft freilich nicht zufrieden. Sie ging in Berufung und erreichte, daß der Prozeß neu aufgerollt wurde. Am 18. Januar dieses Jahres fand der erste Prozeßtag statt. Angeklagt sind drei deutsche Dissidenten, darunter der Görlitzer DSU-Stadtrat Jürgen Hösl-Daum. Am Montag vergangener Woche fand der Prozeß in Hirschberg nunmehr seine Fortsetzung. Dazu liegt uns folgender Bericht der AKTION VERGESSEN vor, den wir an dieser Stelle zitieren wollen:
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Der Prozeß im Osten
Bericht über den zweiten Verhandlungstag im Hirschberger Landgericht (Teil 1)
Hirschberg (Niederschlesien). Elf Zeugen und drei Sachverständige sollten die angeklagten Deutschen belasten. Die Tagesordnung des Landgerichtes zeichnete für den zweiten Verhandlungstag am 20. Februar 2006 einen anspruchsvollen Prozeßtag vor. Sollten doch sechs Zeugen pro Stunde angehört und darüber hinaus der Streit um geschichtliche Tatsachen in den Plakaten mit polnischen Sachverständigen ausgefochten werden. Unter den Zeugen befanden sich polnische Obrigkeiten wie der Vize-Bürgermeister des östlichen Teils von Görlitz (Zgorcelec genannt), Ireneusz Aniszkiewicz, der Bürgermeister von Krummhübel (Karpazc genannt), Bogdan Malinowski sowie Beamte von Stadtverwaltungen, Forstbeamte, Polizisten und einzelne Einwohner. Vollzählig angerückt waren auch die Sachverständigen, die Inhaber der polnischen Historiographie, Prof. Dr. hab. Karol Jonca (von der juristischen Fakultät, langjähriger Mitarbeiter der Untersuchungskommission für Nationalsozialistische Verbrechen), Prof. Dr. hab. Wojciech Sitek (Direktor des Soziologischen Instituts der Universität Breslau) und Prof. Dr. hab. Wojciech Wrzesiński (Direktor des Historischen Instituts der Universität Breslau).
Die Zuschauerplätze waren restlos besetzt, überwiegend durch junge interessierte Deutsche, durch Vertriebene und einzelne Journalisten. Publikum aus Polen gab es nicht. Auf dem Fensterbrett neben der Anklagebank stapelten sich Sachbücher und kopiertes Anschauungsmaterial, mitgebracht um die Beweislast für die Richtigkeit der Plakatinhalte zu veranschaulichen. An diesem Verhandlungstag herrschte von Anbeginn ein wesentlich anderes Klima als noch im Januar. Die Aussagen der von der Staatsanwaltschaft benannten Zeugen sollten nun zum einen beweisen, daß die Angeklagten nicht nur bei ihrer Verhaftung im Juli 2004, sondern bereits im Mai 2004, in niederschlesischen Städten und Gemeinden plakatiert hätten. Zum anderen ging es um die von den Plakatinhalten ausgelösten Reaktionen und ob diese nun verunglimpfend auf die Betrachter gewirkt hätten.
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| Der Stein des Anstoßes |
Lediglich einer der Zeugen konnte überhaupt Angaben zu den Tätern machen, die er angeblich am 8. Mai 2004 in Petersdorf (Piechowice genannt) gesehen haben will. Als er in seinem Ort die Plakate entdeckte, sah er ein Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen, was er intuitiv mit diesen deutschen Plakaten in Verbindung brachte. Durch die getönten Scheiben konnte er jedoch keine Person erkennen und wie sich herausstellen sollte, stimmen weder das von ihm notierte Kennzeichen noch die Farbe des Fahrzeugs mit dem Fahrzeug der Angeklagten überein. Aber der Zeuge empfand die Plakate als verunglimpfend, da er sich an der Zahl der 3,5 Millionen durch die Vertreibung zu Tode gekommenen Deutschen störte, die er für unwahr hält. Weitere Ausführungen, etwa über die Bilder oder die Plakatüberschrift, machte er nicht.
Mehrere Zeugen äußerten sich über die Plakate, die bei der Kirche Wang sowie im Ort von Krummhübel (Karpacz genannt) aufgetaucht waren. Eine Angestellte von der Stadtverwaltung konnte sich an nichts mehr erinnern. Sie vermutet, daß die Plakate am 7. oder 8. Mai geklebt wurden, aber gesehen hat sie sie erst am 10. Mai. Der Bürgermeister persönlich habe damals mit dem Ordnungsamt die Plakatstellen gesäubert. Ein Polizist konnte nicht mehr sagen, wie die Plakate aussehen und er hat auch keine Deutschkenntnisse. Aber er war der Meinung die Plakate seien antipolnisch. Auch dieser führte aus, daß der Bürgermeister bei der Entfernung der Plakate dabei gewesen sei. Neben den Plakaten seien auch Flugblätter selbigen Inhalts im Umfeld der Kirche Wang herumgeworfen worden. Diese habe der Bürgermeister aber vernichtet. Der Bürgermeister, Bogdan Malinowski, selbst bestätigte, daß er sich um die Vernichtung der Plakate und Flugblätter gekümmert habe. Das „massenhafte“ Auftauchen von Flugblättern und Plakaten empfand er gar als einen Überfall auf seinen Ort! Die Plakate seien bereits beim Abreißen zerrissen worden. Die Flugblätter habe er vernichtet. Auf die Frage eines Angeklagten, warum er sämtliche Beweismittel nicht der Polizei übergeben und eigenmächtig vernichtet habe, erwiderte er, daß er eine weitere Verbreitung verhindern wollte, damit nicht noch mehr Polen verärgert würden. Auf die Frage, inwiefern sich die Polizei verärgert fühlen würde, wenn sie die Flugblätter und Plakate als Beweismittel erhalten würden, antwortete er nicht. Die Verteidigung ist der Meinung, daß es nicht unwesentlich ist, ob es sich um zwei oder 200 Flugblätter handelt, was aber nun nicht mehr nachweisbar ist.
Der Zeuge wisse, daß die Inhalte antipolnisch und verunglimpfend sind. Das konnte er auf den in Polnisch und Deutsch gedruckten Flugblättern lesen, sagte er aus. Von diesen habe er sich auch ein Exemplar zuhause aufgehoben. Von den Angeklagten wurde angemerkt, daß es keinerlei Schriften in polnischer Sprache gab. Der Bürgermeister konnte sich plötzlich auch nicht mehr so genau entsinnen. Und das obwohl er sich extra ein Flugblatt aufbewahrt hatte. Wenn er schon nicht mehr weiß, wie die Plakate aussahen und in welcher Sprache sie verfaßt waren, woher will er dann wissen, daß sie verunglimpfend seien? Auf die Frage eines Angeklagten, was der Zeuge denn ganz konkret an den Plakaten als verunglimpfend empfindet, konnte er nicht direkt antworten. Also wurden ihm die Plakate von den Angeklagten vorgeführt, so daß er beschreiben konnte, was er meint. Nach einer Weile des Überlegens erklärte der Bürgermeister von Krummhübel, daß die Plakatüberschrift des „herzlich willkommen in der EU“ und das Vorhalten von Mordverbrechen widersprüchlich sei. Auf die Zahlenangaben und Bilder ging er dabei nicht ein.
Die nächsten Zeugen berichteten über das Erscheinen von Flugblättern während der Feierlichkeiten zu EU-Ost-Erweiterung in der Grenzstadt Görlitz am 31. April und 1. Mai 2004. Ein polnischer Grenzpolizist sagte aus, daß auf der bundesdeutschen Seite der Stadtbrücke Flugblätter gefunden wurden – nicht auf polnischer. Er habe vom Bundesgrenzschutz ein Exemplar erhalten, welches er zu Ermittlungszwecken an höhere Dienstellen fernbildlich übermittelte. Dem stellvertretenden Oberbürgermeister von Görlitz-Ost (Zgorzelec genannt), Ireneusz Aniszkiewicz, ist das Flugblatt ebenfalls zugegangen. Dieser war auch strikt der Meinung, daß die Inhalte verunglimpfend seien und daß das Thema der Vertreibung nicht auf diese Weise aufgegriffen werden darf. Es sei eindeutig bewiesen worden, daß die Inhalte der Plakate und Flugblätter erlogen sind. Aniszkiewicz habe noch nie etwas von Konzentrationslagern für Deutsche gehört oder gelesen, weder in seiner Schulzeit noch bei seinem Studium auf der Verwaltungshochschule. Er wurde von einem Angeklagten gefragt, ob er als Bürgermeister keine öffentlichen Zeitungen lese, da selbst dort hin und wieder Vertreibungsverbrechen und Zwangsarbeit thematisiert werden. Nun, er lese zwar Zeitung, aber darüber sei ihm nichts bekannt. Weiter wurde er gefragt, ob er sagen könne, was er ganz konkret als verunglimpfende Tatsachenbehauptung empfindet, worauf er zwar in als Politiker geübter Weise von Dingen sprach, die sich um den moralischen Aspekt über die Art und Weise der Plakataufmachung und der EU-Ost-Erweiterung drehten, aber inhaltlich nichts Konkretes aufgriffen. Von den Angeklagten wurde dem stellvertretenden Oberbürgermeister unterstellt, daß er nicht über das nötige Geschichtswissen verfüge, um sich ein Urteil über die Plakatinhalte zu machen. Die Frage, warum er sich trotz offenkundiger Unkenntnis ein Urteil anmaße, wurde vom Richter abgewiesen. Selbst das Gutachten der polnischen Professoren spricht von 60 bis 80 Tausend Toten, die in polnischen Konzentrationslagern ums Leben gekommen sind. Als Bürgermeister und Leiter der Koordinierungskommission der Europa-Stadt „Zgorzelec/Görlitz“ sollte man sich, gerade vor einem öffentlichen Auftritt vor Gericht, zumindest über die polnische Geschichtsschreibung kundig gemacht haben.
Als letzte Zeugen sagten Polizisten aus Bunzlau (Bolesławiec genannt) aus, die bei der Festnahme der Angeklagten im Juli 2004 beteiligt waren. Es wurde nichts erwähnt, was die Angeklagten nicht schon zugegeben hätten. Im Gegensatz zu den Zeugen, die politische Ämter bekleiden, brachten sie emotionslos zum Ausdruck, daß sie aufgrund ihrer fehlenden Deutschkenntnisse keine Stellung zu den Plakatinhalten nehmen möchten. Die Angeklagten nutzten die Gelegenheit, um mit einem Gerücht der Presse aufzuräumen. Die Sächsische Zeitung verbreitete in ihrer Ausgabe vom 27.07.2004 die Lüge, daß die Angeklagten auf dem polnischen Polizeirevier „… vergeblich versucht hatten, (…) eine polnische Landkarte zu zerstören.“ Keiner der Polizisten konnte diese Behauptung bestätigen.
Damit war der erste Teil der Verhandlung abgeschlossen. Nach einer längeren Pause wurde die Verhandlung mit den Ausführungen der polnischen Sachverständigen fortgesetzt.
Fortsetzung des Berichts folgt in den nächsten Tagen…
Quelle: Aktion Vergessen 24.02.06
Siehe auch
Störtebeker-Netz 25.01.06
Quelle: Störtebeker-Netz 27.02.06


3 responses so far ↓
1 Gerald Franz // Feb 28, 2006 at 0:19
Die erlebte polnisch deutsche Freundschaft
Eine Überarbeitung des Artikels, den Lisa im Nationalen Forum Deutschlands
veröffentlichte, und der dort über das NPD-Netz aufgerufen werden kann
Eine bitterböse Satire über das seltsame Geschehen zwischen Weichsel und Bug
vor dem 1.9.1939
Leider waren die Polen schon immer dafür bekannt, dass sie alles total
übertreiben müssen. Uns so kam es daß, die Polen zwischen den beiden
Weltkriegen ganz besonders ihre sprichwörtliche Deutschfreundlichkeit mal
wieder völlig übertrieben.
Deutschland hatte Polen anno 1916 in die Unabhängikeit entlassen. Das war
möglich, nachdem das Deutsche-Österreichische Heer die Arme der Russen aus
dem Gebiet um Warschau vertrieben hatten. Denn bis zum Jahre 1916 waren die
Polen entweder Untertanen des russischen Zaren, oder des österreichischen
Kaisers. Von den Dreibundmächten Österreich und Deutschem Reich wurde die
Polnische Republik also erst mitten im ersten Weltkrieg wiederbegründet.
Begrenzt wurde der junge Staat im Westen von Preußen, im Süden von
Habsburgisch-Galizien und der Curzonline im Osten. (Das für seine
buchstäbliche Treue bekannte Italien war inzwischen aus dem Dreibund
ausgetreten und auf die antideutsche Seite gewechselt. Und dafür erhielt es
per Diktatfrieden später zur Belohnung das immer und ewig italienische
Südtirol) Nun wieder zum Thema: Der polnische Dank an seine eigentlichen
Geburtshelfer und vielgeliebten Deutschen Nachbarn war unerwartet und
übertrieben überschwenglich.
Denn schon 1919 in den sogenannten Verhandlungen für den Versailler Vertrag
fielen die Polen durch ihre ideenreichen konstruktiven Vorschläge auf: So
sollte zum Beispiel die polnische Westgrenze zwischen Lübeck und ca. 50 km
östlich von Dresden verlaufen. Um diesen deutschfreundlichen Verschlägen
auch genügend Nachdruck zu verleihen, besuchten sie 1920, ohne hierfür eine
Einladung erhalten zu haben, schon mal Oberschlesien. (Übrigens, auch weit
im Osten, suchte man nach neuen Staatsgrenzen. Richtung Baltikum, in Litauen
vereinnahmte man sofort die seit ewigen Zeiten unpolnische Stadt Wilna. Und
auch hinten in Richtung Ukraine und Weißrußland fruchtete ihr dynamischer
politischer Konstruktionismus. ( Es stimmt, Ihr habt ja recht, das ist auch
eine Kunstrichtung. Die kann im Museum bewundert werden. Parallelen zwischen
dieser Kunstrichtung und der polnischen Politik sind allerdings rein
zufällig)
Ende 1920 wurde die sog. Curzon-Linie festgelegt, welche eine polnische
Regierung aber nie anerkannte. Denn eine Anerkennung dieser Grenze hätte
Polen gezwungen, seine konstruktiven Aktivitäten im Osten wieder rückgängig
machen zu müssen. Polen ist das Land ohne Grenzen, nur mit Linien. Und diese
Linien wurden bisher nie von den Polen selbst gezogen, sondern es sind immer
die anderen, welche diese Linien vorschreiben.
Die Ähnlichkeiten mit der Entstehung der so genannten Oder-Neiße-Linie sind
reiner Zufall. Denn Polen erhält immer die Grenzen, die es gar nicht
braucht, und welche meist nur dem militärischen Sieger nützen. Und so
sorgten die Sieger von 1918 auch dafür, daß Polen nun ein Drittel der
Ukraine und halb Weißrußland, sowie über die Hälfte von Litauen behalten
durfte. Damit bestand die Mehrheit der polnischen Staatsbürger nun aus
Nichtpolen. (Dabei ist bis heute noch nicht definierbar, was einen Polen
genau charkterisiert. Einigendes Band ist nur eine Kunstsprache, welche an
der Universität Breslau entwickelt wird)
In Oberschlesien sah die Welt allerdings anders aus: Die dort ansässigen
deutschen Bewohner erkannten damals noch nicht die verschiedenen tollen
Errungenschaften der multikulturellen Gesellschaft und warfen die netten
uneingeladenen Besucher aus Warschau und Umgebung mit Hilfe deutscher
Frontsoldaten und junger Freiwilliger einfach wieder raus. Sie schickten
diese ungewollte Bereicherung einfach wieder nach Hause. Das war erst einmal
Pech für die Polen!
Aber die Herren aus Warschau freundeten sich nicht mit dem Gedanken an,
einfach die Flinte ins Korn zu werfen. Und sie überzogen, die großen, in den
von den Versailler Menschenfreunden aus Frankreich, GB und USA, den Polen
zugesprochenen Gebieten, Westpreußen und Posen mit einer noch nie da
gewesenen Deutschfreundlichkeit, die sich bis zum 1.9. 1939 noch steigern
sollte. Jeglicher Gebrauch der deutschen Sprache wurde mit Strafe belegt,
die deutschen Schulen geschlossen, deutsche Lehrer und andere Beamte
fristlos entlassen. Über 100.000 Deutsche konnten diesem herzlichen Druck
nicht standhalten und flohen ins Restreichsgebiet, wobei ihre redlich
erworbenen Grundstücke, Häuser und Höfe natürlich verloren gingen.
Im Jahre 1932 hatte der polnische Generalstab eine ganz besonders
ausgefallene Idee: Wir erobern das Deutsche Reich! Was bei Litauen, der
Ukraine und Weißrußland funktionierte, muß ja auch im Westen klappen. Und
nur der damalige Staatspräsident und ehemalige General Pilsudski meinte, das
könne vielleicht auch in die Hose gehen. So blieb der Traum eines polnischen
Generals mit unaussprechlichem Namen (aber welcher polnische Name läßt sich
schon aussprechen, ohne daß man sich die Zunge verrenken muß) auf einem
weißen Schimmel durchs mit polnischen Fahnen geschmückte offene
Brandenburger Tor zu reiten, erstmal nur ein Traum.
Anno 1934 schlossen das Deutsche Reich, mit einem Herrn Hitler als
Reichskanzler, und Polen einen Nichtangriffspakt. In diesem Vertrag
verzichtete Deutschland auf vieles, was bis 1919 unter deutscher Hoheit
stand, zum Beispiel Westpreußen, Danzig, Posen, Ostoberschlesien. (Ein
späterer Bundeskanzler, nämlich Dr. Helmut Kohl, der ja Historiker ist, nahm
sich noch 1990 diesen Vertrag von 1934 zum Vorbild und Beispiel. Er
verzichtete sofort, ganz großzügig, als die Polen nach dem Mauerfall in
Berlin alle seit 1945 von ihnen widerrechtlich besetzten Gebiete an das
Deutsche Reich zurück geben wollten). Auch dieser unmögliche Korridor, von
dem schon 1919 Lloyd George, ein englischer Politiker sagte, dort würde sich
ein neuer Krieg entzünden, wurde ohne Widerspruch vom ach so bösen Addi und
seiner Verbrecherclique (O-Ton DDR-Geschichts-Wissenschaft ) als eine
Realität anerkannt.!
Doch auch das stoppte nicht die krankhafte Germanophilie vieler Polen. Als
1935 überraschend General Pilsudski starb, besannen sich die Polen auf ihre
uralten Adelparlamente, die den Staat einst regiert hatten. Bei der Suche
fanden sie á la Szlata, das polnische Adelsparlament, welches bis zum Jahre
1795 den polnischen König bestimmen sollte. Bei dieser Abstimmungsform ging
immer nur derjenige Kandidat als Sieger hervor, welcher am besten zahlte.
Dabei war das Zahlungsmittel egal. Es wurde in Form von Geld, Pferden oder
Mätressen entlohnt. Der Laden hatte damals in Europa einen derart schlechten
Ruf, daß auch ganz leicht die drei auf einander folgende polnische Teilungen
möglich waren. Denn alle drei mit der Teilung beschäftigten Länder wurden
von aufgeklärten Herrschern regiert. Und die Regenten von Russland, Preußen
und Österreich konnten diesem hilf- und machtlosen Klüngelpütz-Staat gar
nichts abgewinnen (Pardon, das war ein zu langer Einschub, wo waren wir doch
gerade noch mal stehen geblieben?) Ach ja, beim toten Pilsudski und seinen
vielen Diadochen (Das letzte Wort erklärt Lisa jetzt lieber nicht, weil es
ein viel zu langer Einschub wird)
General Pilsudski war nun tot und die restlichen Generale, davon hatte Polen
mehr als genug, die kloppten sich (Das ist hier auch wörtlich zu nehmen) um
die Nachfolge. Demokratie ohje die war im damaligen Polen ein Fremdwort -
übrigens fast in ganz Europa, nur die kleine Schweiz und die Intrigen-Insel
bildeten da eine Ausnahme. Allerdings bildete auch die Intrigen-Insel keine
wirkliche Ausnahme; denn hier hatte man die geliebte Diktatur nur derart
geschickt und perfekt getarnt, daß nur das ganz klein bischen demokratische
davon zu sehen war.
Mitte 1938 kam dem polnischen General, der sich machtbesessen nach oben an
die Regierungsspitze durchgeschlagenen hatte, eine saugute Idee: “Ich
schmeiß die Deutschen und die Juden aus ganz Polen raus und hol die deutsche
Stadt Danzig heim; Denn Danzig, das ist so hilflos und verlassen, und der
Völkerbundsquatsch mit der Freien Stadt, was juckt der mich?” Nun gab es in
Danzig ein Postamt. (Oh Pardon, jetzt gehen mit Lisa die Pferde durch.) Eins
nach dem anderen, bittte! Bleiben wir erst einmal bei den Deutschen und den
Juden, wobei letztere bekanntlich damals im Deutschen Reich auch nicht
überall so gerne offenkundig gesehen waren. Doch die Polen wollten beide
Gruppen so schnell wie möglich loswerden. Wie sagte schon so schön einst
Erich Mielke: “Ich liebe Euch doch alle!” Gut, das Deutsche Reich wollte
ebenfalls die in den zwanziger Jahren aus Polen eingesickerten Juden wieder
an Polen zurückgeben. Und nun entstand ein Dilemma. Die Juden wurden in das
Niemandsland zwischen Polen und Deutschland geschickt. Polen wollte sie
nicht zurückhaben, und Deutschland wollte sie nicht länger behalten.
Aus Frust über diese erzwungene Wartestellung besuchte am 8.11.1938 ein
gewisser Henschel Grünspan die deutsche Botschaft in Paris. (Es hätte auch
die polnische sein können.) Aber das wird dann eine ganz andere Geschichte
(Herr vom Rath möge Lisa bitte verzeihen, daß sie seinen Tod ausklammert.
Aber dann kommen wir ganz vom Thema ab und landen bei einem Thema, das in
der BRD zu sehr mit juristischen Fallstricken belegt ist und darauf hat Lisa
nicht die geringste Lust.)
Nun da die auserwählten Jungs und Mädel kein Thema mehr waren, kamen endlich
die Deutschen in Westpreußen dran. Polnische Gäste besuchten deutsche Höfe,
zündeten öfter mal ein Feuerchen an oder freundeten sich mit der Dame des
Hauses an, nur die Dame nicht mit ihnen. Sollte in solchen Momenten mal der
Mann nach Hause gekommen sein, gab es einen mit dem Hammer, aber nicht auf
den polnischen Gast, sondern VON ihm und seinen Kumpels. (Wer sich noch
intensiver über diese überraschenden netten Besuchspraktiken informieren
möchte, sollte die Schriften der ehemaligen Volksschullehrerin Else Löser
lesen, aber bitte nur auf ganz nüchteren Magen! Die Schriften sind nämlich
nur schwer verdaulich.)
Bald wurde es nun zum beliebten polnischen Volkssport, deutsche Grenzgebiete
zu besuchen, z.B. Lyck und Johannisburg in Ostpreußen. Natürlich ging man
damals nie ohne Waffen aus dem Haus, wenn man den deutschen Nachbarn
besuchte, den man ja so liebte. (Lisas Großmutter und andere Verwandte haben
ihr so einiges über diese Besuche erzählt, die waren immer über diese
polnischen Gäste besonders erfreut.)
Nun aber endlich nachdem so viiiiielll Spannung aufgebaut ist, endlich zum
Postamt im Danzig! Aufgrund der Bestimmungen des Diktatfrieden, dem
Versailler “Vertrages” gab es in Danzig ein eigenständiges polnisches
Postamt. Tja in einer Stadt mit damals 95% deutscher Bevölkerung,
wohlgemerkt. (Warum gibt es eigentlich in Berlin uind Wien noch kein
Türkisches Postamt?) Und polnische Postbeamte gehen auch grundsätzlich nie
ohne Waffen zur Arbeit. Ein Gewehr und eine Pistole gehören ja schon immer
zur Grundausstattung eines Briefträgers. Wir wissen es ja, die bösen
Wachthunde könnten böse zubeißen! Die deutsche Regierung protestierte in den
Zwanziger Jahren beim Völkerbund und gar nichts geschah. Nach 1934 hat die
damalige deutsche Regierung den Völkerbund verlassen. “Eine Quasselbund und
einen Laberverein, nannte die damalige Reichsregierung die Veranstaltung in
Genf. Der bringe doch nichts und verschlinge nur Geld. Tatsächlich sah man
von Genf aus ganz gelassen und völlig untätig zu, als bei der von Stalin
gewollten Hungersnot in der Ukraine, Anfang der dreißiger Jahre Millionen
Bauern verreckten. Ähnlichkeiten mit der heutigen UNO sind nur rein zufällig
und sicherlich nicht gewollt.
Die deutsche Regierung, hoffte, durch Grenzanerkennungsvertrag und
Nichtangriffspakt wäre Ruhe an der Ostgrenze. Pustekuchen! (In den
polnischen katholischen Kirchen wurden offiziell kleine Flugblätter
verteilt, auf denen zu lesen war, daß jeder mittellose Pole mit einem
eigenen Bauernhof belohnt werde, sobald die Deutschen erst einmal alle
vertrieben worden seien.) Die polnischen Freundlichkeiten nahmen immer mehr
zu. Bis die deutsche Regierung, fataler Weise die Intrigeninsel und
Frankreich höflich darum bat, gemeinsam in Warschau zu intervenieren, damit
sich die aufgeheizte Lage in den deutsch polnischen Grenzregionen wieder
beruhigen könne. Übrigens diese beiden Staaten hatten mit der Regierung von
Polen geheime Blankovollmachtsverträge abgeschlossen. Warum, weiß der Geier,
oder manch anderer jenseits des Großen Teiches. Die deutsche
Reichsregierung, die wußte jedenfalls nichts davon. Denn hätte sie davon
gewußt, so wäre sicher anders verfahren und der Kriegsbeginn nach hinten
verschoben worden.
Doch die polnische Regierung, die sich ja der Rückendeckung dieser
Großmächte bewußt war, antwortete auf die deutschen Offerten einfach nicht.
Die deutsche Regierung hatte sogar der deutschen Presse verboten, Negatives
über Polen zu berichten. (Das ging damals noch ganz offiziell, heute läuft
so etwas inoffiziell. Das ist halt der ganz große Unterschied zwischen
Demokratie und Diktatur. Inzwischen ist Deutschland ja endlich und
bekanntlich auch eine Demokratie, aber die vielen Blätter schreiben trotzdem
meist alle Dasselbe seltsam, seltsam.)
Das Deutsche Reich hatte Polen dazu noch eine exterritoriale Autobahn
angeboten. Sie sollte entweder an Danzig südlich vorbei oder westlich davon
mit deutschem Geld gebaut werden. Damit wollte man sicher stellen, daß die
Deutschen ohne Polenprügel unversehrt aus Berlin nach Ostpreußen bzw.
Hinterpommern kamen. (Ostpreußen war durch den unmöglichen Korridor schon
zur Insel geworden.) Tja, der Autobahnbau war zu jener Zeit so beliebt, wie
heute das Surfen im Weltnetz.
Jetzt wäre die Geschichte eigentlich zu Ende doch nun kommt der große Knall,
nämlich der Krieg. Und nun die Frage, wer war hier der Aggressor und wem ist
der Kragen geplatzt? Aber diese Frage muß jeder Leser des Artikels ganz
alleine erörtern! Auch das Schreiben eines alten deutschen
Besinnungsaufsatzes mit dem Thema “Wer war schuld?” kann bei der
Beantwortung der Frage möglicher Weise sehr hilfreich sein.
Nekrolog: Noch drei Tage nach Kriegsbeginn, also genau an dem Tag, an dem
die Intrigeninsel und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg erklärten,
wurden in Bromberg (Westpreußen) von Polen noch schnell um die 1000 deutsche
Zivilisten umgebracht.
Diese Fakten, hier mal etwas sarkastisch-ironisch gebracht, fallen heute
leider gerne unter den Tisch, denn wer glaubt nicht gerne - und mancher
verdient gut daran - das Märchen vom bösen (Berliner, oh pardon, vom bösen
Braunauer) Wolf und dem armen unschuldigen (Warschauer) Geißlein?
Eure ungezogene, aber nicht umerzogene Lisa
2 missis m. // Mar 2, 2006 at 15:36
Beim Prozeß gab es die neuesten Selbstzeugnisse polnischen Realitätsverlustes… Ein Auszug aus einem geheimen Tonmitschnitt beim „Prozeß im Osten“ in Hirschberg vom 20. Februar 2006. Polnischer Universitäts-Historiker läßt verlautbaren:
„Es gab / gibt keine Beweise dafür, daß nach dem 2. Weltkrieg 15 Millionen Deutsche allgemein beraubt oder enteignet worden sind, keine Beweise!“
Ach, so ist das also! Beweispflicht für eine ungewollte Völkerwanderung? Die Beweise sitzen heute in jedem deutschen Bauernhaus östlich Oder und Neiße. Sie sind wohl auch in jedem Ortseingangsschild offenkundig, das einen anderen Schriftzug trägt, als den, der im Gründungsbuche der Gemeinde steht. Die Tondokumente werden in diesen Tagen ausgewertet. Es sind noch einige solcher echt polnischen Abstraktionen zu erwarten.
3 Gerald Franz // Mar 3, 2006 at 23:06
Interessant ist auch die Geschichte des ersten Kindergartens im Nachkriegspolen, in dem deutsch gesprochen wurde. Nachdem Polen einen derartigen Hort der Kulturschande lange zu verhindern wußte, und für die BRD- und DDR-Regierungen der Gebrauch der deutschen Sprache jenseits von Oder und Neisse zur friedensgefährdenden Maßnahme erklärt wurde, ergriffen Niederländer und Östrreicher die Initiative. Es ging nämlich darum, einen Diplomatenkindergarten in Warschau zu gründen, in dem die Kinder deutsch sprechen sollten. Das ganze geschah mitte der siebziger Jahre. Die Zeitschrift “Die Welt” hat damals ausführlich darüber berichtet.
Und auf den meisten polnischen Eisenbahnschinen und Kanaldeckeln steht immer noch der Name KRUPP ganz deutlich zu lesen.
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