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Frankreich demonstrierte gegen Antisemitismus? (28.02.06)

17:58 · Post your comment (1 Comment)

Paris: In jüdischen Kreisen ist es bekanntlich üblich, immer in Superlativen zu denken. So kommt es schon mal vor, daß man sich dort mit der Menschheit oder zumindest aber mit der Nation seines Wirtsvolkes verwechselt, während man doch in Wirklichkeit nichts weiter ist, als eine ethnische Minderheit, bei der man sich nicht sicher ist, ob ihr politischer und wirtschaftlicher Einfluß in gesundem Verhältnis zu ihrem tatsächlichen personellen Vorkommen steht.

In Frankreich nahm man am vergangenen Sonntag einen Kriminalfall zum Anlaß, eine projüdische Massendemonstration in Szene zu setzen, die suggerieren sollte, daß Frankreich gegen Antisemitismus sei. Auf die Straße gingen nach jüdischen Angaben 200.000 Menschen, während objektivere Journalisten der französischen Presse jedoch nur von weniger als 100.000 Menschen ausgehen. Organisiert wurde die Veranstaltung vom jüdischen Dachverband CRIF, einem Pendant zum bundesdeutschen Zentralrat der Juden. Mit dabei Vertreter der Regierung, aller etablierten Parteien und Religionsgemeinschaften. Auch der Front National (FN) und die Bewegung für Frankreich (MPF) versuchten an der Veranstaltung teilzunehmen. Offenbar jedoch nur mit bedingtem Erfolg, so wurde der Chef der „Bewegung für Frankreich“ (MPF), einer Abspaltung des FN, von Ordnern unter Beschimpfungen als „Rassist“ vertrieben.

Linke und muslimische Gruppen boykottierten die Veranstaltung bzw. spalteten sich wegen der angekündigten FN-Teilnahme von ihr ab.

Anlaß für die Demonstration war die Ermordung eines jüdischen Telefonverkäufers durch eine negroide Gangsterbande, deren Chef in Cote d´ Ivoire (Elfenbeinküste) verhaftet wurde. Den Vorwurf antisemitischer Beweggründe für sich und seine Spießgesellen wies er jedoch zurück. Ermittlungen der Polizei ergaben zudem, daß seine Bande auch Nichtjuden erpreßt hatte. Trotz dieses eindeutig kriminellen Hintergrundes benutzte man diese Untat zur politischen Instrumentalisierung.

Viele Franzosen dürften sich jedoch die Frage stellen, was ihre etablierten Parteien mit ihrer Teilnahme an diesem projüdischen Reklamespektakel eigentlich bezwecken wollen. Schließlich geht es beim eigentlichen Tathintergrund doch im Grunde genommen nicht um Antisemitismus, sondern um eine seit Jahrzehnten verfehlte Ausländer- und Einwanderungspolitik, deren Früchte man jetzt mehr und mehr zu schmecken bekommt. Daß das französische Judentum hierbei besonders betroffen ist, entbehrt nicht einer gewissen Komik, gehört es doch, wie seine Volksgenossen in anderen Ländern auch, zu jenen Kreisen, die diese Politik in der Vergangenheit immer wieder unterstützt und durchgepeitscht haben.

Erwähnenswert vielleicht noch am Rande, daß sich unter den Demonstrationsgästen auch der Kardinal Jean-Marie Lustiger befand, ebenfalls ein geborener Jude, der nicht nur vorgab, „für Frankreichs Ehre gekommen“ zu sein, sondern auch deshalb, weil bei der Ermordung des jüdischen Telefonverkäufers „eine Grenze der Menschlichkeit und Würde überschritten“ worden sei. Das ist interessant, vor allem wenn es von einem so hohen Kirchenfürsten kommt. So würde es uns schon interessieren, wo denn die Grenze für Menschlichkeit und Würde liegt. Etwa bei der Unterjochung ganzer Nationen wegen ihrer Bodenschätze, wie man es derzeit im Irak oder in Afghanistan erleben kann? Oder aber bei der jahrtausendelangen Verfolgung aller Andersdenkenden im Namen einer Religion, die sich für alleinseligmachend hält und die dabei, so lange sie es konnte, immer Gebrauch von den schärfsten Repressionsmitteln, wie Zensur, Freiheitsberaubung, Folter und Scheiterhaufen machte? Oder besteht die ganze Aufregung nur darin, daß die Verbrecher sich in diesem Fall an einem Juden vergriffen haben und nicht an einem gewöhnlichen Franzosen?

Will man uns etwa einreden, daß Verbrechen dieser Art, so scheußlich sie auch sein mögen, nur deshalb besonders verwerflich sind, weil sie an einem Juden verübt wurden, während sie, an einem Nichtjuden verübt, noch nicht einmal die Aufmerksamkeit der Regionalnachrichten erzielen? Nein, so läuft das wohl nicht und wir dürfen wohl davon ausgehen, daß die meisten Franzosen es genauso sehen. Wenn also die Wiener IKG-Nachrichten schlagzeilen, daß Frankreich am vergangenen Sonntag gegen Antisemitismus demonstriert hat, so sollte man wohl doch besser die Füße etwas stillhalten, denn bei allem Respekt gegenüber der französischen Hauptstadt, Frankreich ist wohl doch etwas größer und die Zahl 100.000 wohl beachtlich, aber in heutigen Tagen nicht eben umwerfend.

In Frankreich befindet sich das größte Judenvorkommen außerhalb Israels und den USA. So zählt man dort 500.000 bis 600.000 Vertreter dieser Art.

Siehe auch
IKG News 27.02.06

Quelle: Störtebeker-Netz 28.02.06

Tags: Allgemeines

1 response so far ↓

  • 1 Lord Heru'ur // Feb 28, 2006 at 20:04

    Enttäuschend, dass die FN und die MPF teilnehmen wollten…

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