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Gute Nachrichten für Hundebesitzer - Bald Stolpersteine in Schwerin (28.03.06)

March 28th, 2006 · Post your comment (4 Comments)

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Schwerin / Mecklenburg: Zur Freude nicht weniger Hundebesitzer hat sich in einigen Ortschaften Mecklenburg-Vorpommerns die Gepflogenheit eingerichtet, sogenannte „Stolpersteine“ ins Straßenpflaster einzulassen, mit denen man an jüdische Bewohner der jeweiligen Örtlichkeit zu erinnern vorgibt, die während der dreißiger und vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts aus beruflichen oder sonstigen Gründen nach Unbekannt verzogen sind. Tatsächlich handelt es sich dabei jedoch um eine von vielen Methoden, den Deutschen einmal wieder unter die Nase zu reiben, daß sie es sind, die den Krieg verloren haben und jene Nation, deren Angehörige auf man auf diese Weise ehrt, es ist die den Krieg gewonnen hat.

Gunter Demnig

Erfinder dieser „Stolpersteine“ ist der Kölner „Künstler“ Gunter Demnig, ein typischer Vertreter der modernen Kunst, der vor etwa zehn Jahren angesichts der mageren Erlöse für seine „Kunstwerke“ auf den Gedanken gekommen war, sich am Geschäft der Vergangenheitsbewältigung zu beteiligen. Zu diesem Zweck schuf er diese sogenannten „Stolpersteine“, deren Preis inzwischen bereits von 75 Euro auf 95 Euro gestiegen ist. Man kann sich daher vorstellen, daß der „Künstler“ berechtigtes Interesse hat, wenn es in den von ihm heimgesuchten Orten möglichst viele Objekte stolpersteinigen Gedenkens gibt.

Kunst á la Demnig vor der Entdeckung der “Stolpersteine”.

Die Reaktionen darauf sind jedoch durchaus kontrovers. Selbst von politisch korrekter Seite sieht man die „Stolpersteine“ keineswegs überall mit gleichem Wohlwollen. So ließ die Stadt München im Jahre 2004 bereits gesetzte „Stolpersteine“ Demnigs wieder verschwinden und zwar mit ausdrücklicher Billigung der örtlichen Israelitischen Kultusgemeinde. In einem Bericht der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG hieß es damals dazu:
„… Doch der Ort dieses Mahnmals, der Bürgersteig, ist der Stein des Anstosses, warum München keine Stolpersteine will. Die hiesige Israelitische Kultusgemeinde (IKG) lehnte von Beginn an diese Art des Mahnmals ab, weil für sie der Gedanke unerträglich war, dass heute, Jahrzehnte nach dem Morden, Neonazis mit ihren Springerstiefeln über die Messingplättchen trampeln und so erneut Juden beleidigen könnten. Auch dass normale Menschen den Schmutz ihrer Schuhe unabsichtlich an den Namen ermordeter Juden abstreifen könnten, war für die IKG München ein Grund, die Demnig’schen Stolpersteine abzulehnen. Und ihr hatte sich bereits vor einem Jahr der Ältestenrat des Münchner Stadtrats angeschlossen, ebenso wie die städtischen SPD, CSU und FDP. So erteilte die Stadt München Demnig damals eine Absage, wie bereits Kassel und Leipzig vor einigen Jahren - aber ganz im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Städten. …“

Um Protesten Demnigs gleich im Vorfeld die Spitze abzubrechen, ließ Münchens Oberbürgermeister Ude (SPD) zu dem verlauten, daß die Ablehnung der „Stolpersteine“ durch die Israelitische Kultusgemeinde für ihn Vorrang habe. – Erwähnenswert in diesem Zusammenhang auch das Beispiel von Halle, wo man im Mai des gleichen Jahres von Demnig gesetzte „Stolpersteine“ ebenfalls kurzerhand wieder aus dem Straßenpflaster entfernte. Hier geschah dies freilich nicht auf Betreiben der Stadt, sondern in privater Eigeninitiative und sehr zur Freude der Anwohner.

Wenn man im Norden diesbezüglich generöser ist, so liegt dies vermutlich daran, daß das regionale Judentum zumeist aus Importen aus dem Osten besteht, für die Vergangenheitsbewältigung nur noch reines Geschäft ist, bei denen lediglich der formelle Gedenkakt mit den dazu gehörigen Geschäftsmöglichkeiten von Interesse ist und dem es im Grunde genommen egal ist, welcher Hund im Anschluß über Steinen dieser Art das Bein hebt oder ein Zusatzdenkmal anderer Art hinterläßt. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es bislang „Stolpersteine“ in Pasewalk, Garz (Rügen) und Rostock. In Pasewalk und Rostock kam es dabei mehrfach zu gelegentlichen Heimsuchungen der Steine durch Bürger, welche der Meinung waren, daß der Krieg nun lange genug zu Ende sei und man es nicht nötig habe, sich durch Dummenfang dieser Art noch weiter ins Bockshorn jagen zu lassen.

Ungeachtet dessen greift die „Stolperstein“-Seuche weiterhin um sich. So sollen jetzt auch „Stolpersteine“ in Schwerin gesetzt werden. Hier ist es dem „Künstler“ Demnig gelungen, vor allem örtliche Gymnasiasten des Fridericanums für sein Vorhaben zu begeistern. Eine Auswahl die nicht zufällig ist, da man ihn an gewöhnlichen Schulen für ein solches Ansinnen bei den Schülern vermutlich ausgelacht hätte. Träger höherer Büldung sind da freilich generöser. So darf ein Matthias Traeger aus der Klasse 9f gegenüber der SCHWERINER VOLIKSZEITUNG verkünden, daß seine Klasse im Geschichtsunterricht gelernt habe, daß es „auch bei uns in Schwerin sehr viele Opfer des NS-Regimes“ gegeben habe. Eine Anzahl die erstaunlicherweise immer mehr anschwillt, je länger der Krieg zurückliegt. Traeger und seine Klassengenossen wurden nun von Demnig quasi als eine Art „Drückerkolonne“ engagiert, um Spendengelder für dessen Projekt aufzutreiben.

Wie es heißt, soll der erste „Stolperstein“ in Schwerin am 16. Juni am Markt gesetzt werden. Namensinhaber ist der Juden Louis Kychenthal, der 1943 in Theresienstadt gestorben ist. Angeleitet wird dieses Projekt freilich nicht von den Schülern selber, sondern vom Schweriner Jugendring e. V., der damit einmal mehr seine politische Einseitigkeit unter Beweis stellt. So echauffiert man sich zwar überaus politisch korrekt über das Schicksal von Leuten, die aus was für Gründen auch immer unter dem NS-Regime zu Schaden kamen, während man die weit aus zahlreicheren Deportationsopfer der Besatzungs- und frühen DDR-Zeit gänzlich unbeachtet läßt. Für sie gibt es keine Stolpersteine und im Grunde genommen noch nicht einmal eine vernünftige Gedenkkultur.

Siehe auch
Schweriner Volkszeitung-Schwerin 22.03.06

Störtebeker-Netz 04.08.06

Störtebeker-Netz 24.06.04

Quelle: Störtebeker-Netz 29.03.06

Tags: Allgemeines

4 responses so far ↓

  • 1 Pflasterdieb // Mar 28, 2006 at 18:17

    diese schönen steinchen verzieren auch unsere fußgängerzonen und im herbst 2006 bekommen wir noch nachschub. bis dahin muss man anscheinend die recherche vorantreiben um genügend ‘opfer’ aufzutreiben. gibt es denn inzwischen sichere methoden diese dinger aus dem boden zu entfernen oder kann man ihnen mit gewissen chemikalien beikommen?

    Allein der Gedanke ist ja schon strafbar, weshalb wir dich strengstens ermahnen müssen, solche Gedankengänge zu unterlassen. … Allerdings wer hat schon Einfluß auf die kreative Phantasie eines Anderen.

    Die Schriftleitung

  • 2 hATECORe169 // Mar 28, 2006 at 21:42

    Die Hunde sollten vllt. an den Stolpersteinen ihr Geschäft verrichten!

  • 3 chamälion // Mar 29, 2006 at 20:10

    Schwefelsäure dort draufzukippen, wohlmöglich noch mit nem dicken Lappen aus Synthetik drauf ist verboten und wird strafrechtlich verfolgt! Auch nachts!

  • 4 H.Schneider // Mar 29, 2006 at 20:43

    Mein deutscher Schaeferhund freut sich schon auf die “Target Practice”…

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