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Altermedia Deutschland – Störtebeker-Netz: In einer Zeit des Universalbetruges ist die Wahrheit zu sagen eine revolutionäre Tat (George Orwell)


HAMBURGER MORGENPOST bald very british? (01.02.06)

February 1st, 2006 · Post your comment (No Comments)

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Hamburg: Das Zeitungen heutzutage in der Regel keineswegs so unabhängig sind, wie sie gerne von sich glauben machen möchten ist eigentlich eine bekannte Tatsache. So ist es beispielsweise auch in Mecklenburg-Vorpommern längst eine Binsenweisheit, daß Zeitungen wie die OSTSEE-ZEITUNG, die SCHWERINE VOLKSZEITUNG oder der NORDKURIER Organe von westlichen Medienkonzernen sind, die mit dem Lande nur sehr bedingt zu tun haben und die darin für gewöhnlich nur das predigen lassen, was von den Konzernführungen als politisch opportun empfunden wird. Journalisten haben sich diesem anzupassen, oder aber zu verschwinden. Daß unter solchen Auspizien nicht gerade von einer Meinungsvielfalt zu reden ist, dürfte einleuchten.

In Hamburg ist man inzwischen noch einen Schritt weiter, dort wurde jetzt die linke HAMBURGER MORGENPOST von einer Investorengruppe des britischen Medienmoguls David Montgomery aufgekauft. Montgomery hatte im Oktober des Vorjahres bereits den Berliner Verlag, zu dem auch Blätter wie die BERLINER ZEITUNG und der BERLINER KURIER gehören, erworben gehabt. Gab es damals bereits Proteste aus Politik und „Kultur“, so ist dies im Fall der HAMBURGER MORGENPOST nicht anders.

So erregt sich die JUNGE WELT darüber, daß der überregionale Teil der Zeitung möglicherweise mit dem des BERLINER KURIERS „gleichgeschaltet“ wird. So schreibt das Blatt:
„…Für eine solche Fusion spricht in der Tat einiges, denn beide Zeitungen sind im Format, im Layout, in ihrer Zeitungsstruktur, aber auch in dem, was man Marktpositionierung nennt, weitgehend identisch. Eine gemeinsame Zentralredaktion, die zunächst den Mantel, dann aber auch Beilagen sowie weitere Zeitungsbestandteile produziert, könnte die Kosten reduzieren, während die Rendite steigt. Immerhin hatte Montgomery dem Berliner Verlag vorgegeben, daß dessen Umsatzrendite von gegenwärtig zwölf auf 21 Prozent erhöht werden müsse. Ein gemeinsamer Mantel könnte zudem der Startpunkt sein, um weitere Zeitungskäufe in Deutschland zu tätigen, was das erklärte strategische Ziel des britischen Mediengiganten ist. …“

Die JUNGE WELT fürchtet nun, daß die HAMBURGER MORGENPOST aufgrund dessen ihren Status als eigenständige Tageszeitung verliert. Allzu hohe Qualität mißt sie dem Konkurrenzblatt freilich auch nicht ein, so heißt es an anderer Stelle:
„…ökonomisch ist das Blatt für den Zeitungszaren eher eine Lachnummer. Zwar beanspruchen Redaktion und Verlag, wirtschaftliche Stabilität schon erreicht zu haben, doch der Preis dafür war hart. Sparmaßnahmen verringerten auch die journalistische Qualität, und die Verkaufsauflage sank auf ein Minimum von 110000 Exemplaren am Tag. Vor zehn Jahren lag der Tagesabsatz von bei 160.000 und in besseren Zeiten sogar bei 450.000. Sic transi gloria mundi.
Ob allein wirklich nur Sparmaßnahmen des Blattes selber Grund für die zurückgehende Leserzahl sind, darf man jedoch getrost bezweifeln. So gehört die einst von der SPD gegründete HAMBURGER MORGENPOST zu den linken Blättern, die von jeher eine mehr und mehr unerträglicher werdende Multikulti-Schiene gefahren haben, was ihre deutsche Leserschaft nach und nach vergrätzt haben dürfte. Ironie an der Geschichte: Verständnis und Unterstützung solcher Zeitungen für integrationsunwillige Ausländer führen nun dazu, daß von dieser Seite kein Ersatz für die verloren gegangenen deutschen Leser kommt, da jene Presseorgane in der Heimatsprache bevorzugen. Darf man so etwas einen Selbststeller nennen?

Nicht viel besser geht es auch der roten TAZ, von der die JUNGE WELT zu berichten weiß, daß diese inzwischen allein in Hamburg 50 Prozent ihrer Leser verloren hat. Ab April soll die Hamburger Lokalausgabe der TAZ gänzlich geschlossen und durch eine allgemeine Nordausgabe ersetzt werden. Anlaß für die JUNGE WELT über eine angebliche „Verödung des Hamburger Zeitungsmarkts“ zu klagen. Tatsächlich sorgt sich das frühere FDJ-Blatt mit dem HJ-Namen jedoch nicht so sehr die Verödung des Hamburger Zeitungsmarktes, sondern mehr um dessen zunehmende Beherrschung durch den von jeher gehaßten Springer-Konzern, obwohl sich dessen Erzeugnisse inzwischen qualitativ nur sehr bedingt von jenen des linken Medienspektrums unterscheiden.

Wie es heißt, wollen nun „diverse Bürgerinitiativen“ ab April eine eigene Online-Zeitung produzieren, die gelegentlich auch als Druckausgabe erscheinen soll. Da aber anzunehmen ist, daß diese sich ideologisch und qualitativ kaum von HAMBURGER MORGENPOST oder TAZ unterscheiden wird, ist wohl anzunehmen, daß dem Springer-Konzern auch von dieser Seite kaum ernstzunehmende Konkurrenz entsteht.

Siehe auch
Junge Welt 01.02.06

Störtebeker-Netz 26.10.05

Störtebeker-Netz 21.03.05

Quelle: Störtebeker-Netz 01.02.06



Tags: Allgemeines

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