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In diesen Tagen erleben wir ja nahezu in allen Medien ein Getön, in welchem dem Medienkonsumenten bei fast jeder Gelegenheit der Begriff Patriotismus um die Ohren geschlagen wird und kaum eine Gelegenheit ausgelassen wird, daß gute Volk zum demonstrativen Zeigen von schwarzrotgelben Flaggen anzuhalten. Freilich gilt dieser „neue Patriotismus“ keineswegs der Propagierung der Wiedererstehung eines echten neuen Nationalbewußtseins, sondern eher dem Züchten einer durch die Weltmeisterschaften bedingten Fußballchauvinismus, der mit echtem Nationalgefühl im Grunde genommen nicht allzu viel zu tun hat, sondern mehr eine Sache des Kommerzes ist und vermutlich nicht länger anhalten wird, als die Weltmeisterschaften selber.
Obwohl der reine Showcharakter dieses künstlichen Phänomens kaum zu übersehen ist, gibt es nicht wenige empfindliche und politisch überkorrekte Gemüter, die sich bereits von diesem Phantompatriotismus überfordert fühlen und bereits nach der Notbremse schreien. Exemplarisches Beispiel dafür, die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Hessen, die unlängst eine Broschüre an den Schulen verteilen ließ, in denen man aufgrund der gegenwärtigen „Patriotismus“-Welle Stimmung gegen die Nationalhymne macht, deren Singen man gern unterbunden hätte, weil es ehemaligen NS-Opfern gegen den Strich gehen könnte. Ein tolles Argument, auf das man am liebsten erwidern möchte, weshalb singen diese dann nicht lieber „Taler, Taler du mußt wandern …“, oder „Gold uns Silber hätt’ ich gern…“, was für diese glücklicherweise aus biologischen Gründen endlich im Schwinden begriffene Volksgruppe sicherlich exemplarischer und wohltönender wäre.
Doch wozu sich über die krankhafte Antipathie dieser Gewerkschaft gegen das eigene Volk ereifern, ist dieser Zustand doch nicht nur allein symptomatisch für diesen Auswuchs bundesdeutschen Bonzentums, sondern bereits ein jahrzehntelang währender Dauerzustand, bei dem man sich eigentlich nur wundert, warum bislang noch niemand aufgestanden ist, um diesem Pack einmal ganz gehörig die Meinung zu sagen, indem man ihm auch öffentlich zu verstehen gibt, daß es nichts weiter als Pack ist und zwar Pack der erbärmlichsten Sorte. Wir empfehlen daher, sich des untenstehenden Linkes zu bedienen, um sich die „Argumente“ dieser Zierden der bundesdeutschen Demokratie selber einmal zu Gemüte zu führen. Bei der Broschüre handelt es sich um die Neuauflage eines Anti-Deutschlandlied-Pamphletes mit dem man bereits schon in Wendezeiten gegen die deutsche Nationalhymne Stimmung gemacht hatte.
Siehe dazu auch
Argumente gegen das Deutschlandlied von der GEW-Hessen (pdf)
Doch nicht nur die Nationalhymne befindet sich im Fadenkreuz geifernder Political-Correctness-Apostel, auch der gegenwärtig in der Tat als inflationär zu bezeichnende Gebrauch der schwarzrotgelben Bundesflagge stimmt nicht überall glücklich. So fühlte sich die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG dadurch gleich zu drei Kolumnen veranlaßt, in der man scheinbar Pro und Kontra Schwarzrotgelb gegenüberstellte, tatsächlich aber ein Resümee über den bizarren Seelenzustand einiger Journalisten ablieferte, bei dem wir uns nicht ganz sicher sind, ob einige darin vorgebrachte Argumente zur Verteidigung der Nationalflagge nicht noch ekelhafter sind, als die zu ihrer Ablehnung. Ein Bild, das sich freilich jeder unserer Leser durch Inaugenscheinnahme aller drei Kolumnen selber machen muß. Wir zitieren wie folgt:
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Flagge zeigen: Nein!
Keinen Bock auf Schwarz-Rot-Gold
Nationalstolz ist hässlich, dumpf und einfach antiquiert.
Von Philipp Mattheis
Ist schon klar: Die Globalisierung nimmt uns unser Herz. Die Innenstädte dieser Welt sehen alle gleich aus: McDonalds, H&M und fotografierende Japaner. Die deutsche Seele, die versteckt sich vielleicht in irgendeinem absterbenden Wald, aber bestimmt nicht in München, Berlin oder Hamburg.
Europa einigt sich zwar mühsam, aber unaufhaltsam. Die Welt wird kleiner und wächst zusammen. Die nationale Identität verliert sich währenddessen irgendwo zwischen Verordnungen aus Brüssel und international agierenden Großkonzernen.
Die deutsche Seele musste also lange leiden und nun zum Fußballgroßereignis kommen all die Kränkungen hervorgekrochen: Sind wir nicht Exportweltmeister? Sind wir nicht großartige Fußballspieler? Schicken wir unsere Soldaten nicht in den Kongo? Sind wir nicht ein gründliches, anständiges und modernes Völkchen und ist unsere Geschichte nun nicht langsam endlich mal Geschichte? Kurzum: Sind wir nicht endlich wieder wer?
So lasset uns stolz sein und die Fahnen raushängen! Überall, wo es nur irgendwie geht. Lasst uns Unterhosen in den Nationalfarben tragen! Malt unsere Gesichter schwarz-rot-gold und schmückt unsere Balkone! Brüllt, grölt und schreit! Zeigt den anderen den Furor Teutonicus, auf dass jeder merkt: Wir sind stolz auf dieses Land. Auch Du bist schwarz-rot-geil!
Endlich kann wieder das nationale Süppchen gekocht werden, das unseren Nachbarn früher so wenig schmeckte. Schließlich wurde die Rezeptur wesentlich verbessert. Nun schmeckt es zeitgemäßer. So gut, so modern, so einheitlich, dass es jedem schmecken muss. Fehlt nur noch der Blockwart, der kontrolliert, ob auch von jedem Balkon die Flagge baumelt.
Nationalstolz reloaded
Schließlich hat man im Geschichtsunterricht dreimal den Nationalsozialismus durchgenommen, Goldhagen- und Walser-Debatten ertragen, und auf einer Lichterkette war man auch schon mal. Und deswegen muss jetzt endlich Schluss sein mit dem Deutschland-Bashing. Mia wussten das schon lange, Blumfeld haben es immer noch nicht kapiert.
Nationalstolz und Nationalsozialismus, das klinge zwar irgendwie ähnlich, habe aber ansonsten nicht viel miteinander zu tun. Die Nazis, das sind noch immer die Bösen und die NPD. Die Stolzen dagegen sind die Aufrechten, die Ballacks, Klinsis und Beckenbauers. So einfach ist das. Und jetzt grölen wir alle zusammen die Nationalhymne.
Und manchmal hört man auch noch Sätze wie: „Die Deutschen sind so blöd. Die können einfach nicht normal patriotisch sein wie alle anderen auch.“
Dass die Italiener vor allem stolz auf ihr Essen und die Brasilianer auf ihren Fußball sind, dass sonst niemand zwei Weltkriege vom Zaun gebrochen hat und es mittlerweile wieder No-Go-Areas für andersfarbige Deutsche gibt; und dass, wenn man sich schon mit einer ganzen Nation identifiziert, man das bitte auch mit seiner ganzen Geschichte und nicht bloß mit einer Lichtgestalt und einem Großereignis tun sollte – wurscht.
Es ist nun mal so, dass die Deutschen in ihrer Geschichte schon immer zu Übertreibungen neigten. Was sie daraus früher einmal gelernt zu haben schienen, war nicht schlecht: Nationalstolz ist hässlich, dumpf und ganz nebenbei auch schlicht nicht mehr zeitgemäß.
Mal ganz abgesehen von dem ästhetischen Desaster dieser Flaggenparade schmeckt mir dieses nationale Süppchen jetzt schon nicht mehr. Auch wenn es „nur“ um Fußball geht, manchmal sehne ich mich nach den Zeiten, in denen man statt Nationalflaggen Graffitis an den Häusern sehen konnte.
Quelle: Süddeutsche Zeitung 14.06.06
Flagge zeigen: ja!
Schwarz-Rot-Gold hat nichts mit Chauvinismus zu tun
Fußball verlangt Anteilnahme. Anteilnahme drückt sich aus. Man zeigt, wem man die Daumen drückt, und wählt dazu die typischen Embleme. Nur Griesgrame verwechseln diese freigesetzte Begeisterung dann mit Gesinnung.
Von Bernd Graff
Leben wir in Zeiten der Globalisierung? Ja, wir leben in Zeiten der Globalisierung. Globalisierung auf den Fußball bezogen heißt: Nationalspieler verdienen oft im Saison-Alltag ihr Geld eben nicht in den Nationen, deren Pass sie haben und für die sie in der WM auflaufen dürfen.
Und Globalisierung heißt auch, dass dieser Saison-Alltag der Vereinsmannschaften eben von Spielern aus aller Herren Länder bestritten wird. Stadt-Mannschaften, die sich etwa zu Bundesligabeginn vor über vierzig Jahren aus dem „Schreiner von um die Ecke“ und dem „Industriegehilfen aus der Seitenstraße“ und dem „Möbelpacker aus dem Stadtteil Wunnebüttel“ zusammensetzten, laufen heute mit Spielern aus Brasilien, Frankreich, Ghana und den USA auf. Ach ja, manchmal ist noch ein Spieler aus der namensgebenden Stadt zugegen.
Das alles ist völlig in Ordnung.
Es besagt nur eines: Nationalmannschaften in Zeiten der Globalisierung sind auch nur eine zusammengewürfelte Truppe, die nach zwei Kriterien zusammengesetzt sind: Spielstärke und einer als marginal zu bewertenden Staatsangehörigkeit. Nationalmannschaften sind demnach als „Mannschaften der Nation“ eine Illusion.
Und jeder Fan, der bei Verstand und Trost ist, weiß das. Fußball taugt eben nicht zum Ausleben von nationalistischen Gefühlen – und falls, das will keiner bestreiten, dennoch einige Dumpfbacken das gute Abschneiden einer einzelnen Mannschaft mit der Superiorität eines Staates über alle anderen gleichsetzen, dann haben diese Dumpfbacken den Fußball nicht verstanden. Fußball ist Sport, ein faszinierender Sport, aber kein Mittel gegen Minderwertigkeitsgefühle ganz anderen Ursprungs – schon deshalb, weil Chauvinisten sich dann fragen müssen, warum ihre mutmaßlichen Nationalhelden ihren Nationen im Zeitraum zwischen zwei WMs nur allzu oft und gern den Rücken kehren, um im Ausland besser Fußball zu spielen. Aber diese Frage zu stellen, sind Chauvinisten eben meist zu dumpfbackig.
Und doch sieht man während dieser WM überall National-Fahnen in Händen der Fans. Man sieht in Landeskolorit geschminkte Gesichter und absurde Hutkonstruktionen, die irgendwie auf Länderfarbe getrimmt sind. Autos fahren wimpelgeschmückt durch die Straßen und manche Landestochter trägt wenig mehr als die Fahne, in die sie sich gehüllt hat.
Sind das alles verirrte Nationalisten, Chauvinisten, Ewiggestrige, die politisches Sentiment und Ressentiment in die schönste Nebensache der Welt bringen?
Dorthin, wo es ganz sicher nicht hingehört? Nein, das sind sie nicht. Es sind Fans, die mitfiebern und ihrem Team die Daumen drücken. Und diesem Fieber, dieser im Wortsinn: Anteilnahme zumeist ausgelassen und fröhlich Ausdruck verleihen. Und, ja doch, sie wollen auch zeigen, wem sie die Daumen drücken. Vielleicht wählen sie die übergestreiften Mannschaftstrikots ja auch einfach nur, weil sie so klasse aussehen.
Am Tag, als die Bayern gerade Deutscher Meister 2006 geworden waren und sich in einem Korso auf den Münchner Marienplatz zu bewegten, war die Leopoldstraße gesäumt von Menschen in Bayern-Trikots. Das war vor wenigen Wochen. Nun sieht man auf eben dieser Leopoldstraße dieselben Menschen deutsche Fahnen schwenken, wenn Deutschland spielt und womöglich auch noch gewinnt.
Und – haste nicht gesehen – wenige Stunden zuvor waren dort Mexikaner in Landesfarben unterwegs und anschließend Italiener und Franzosen und Brasilianer. Und das Beste: Am Tag der WM-Eröffnung waren alle diese Teambekenner gleichzeitig auf dem Marienplatz.
Welch ein Fest der Farben!
Ein ausgelassenes Fest, in dem alle von einem einzigen Gedanken beseelt wurden: Endlich ist Fußball-WM, endlich geht es los. Chauvinisten wären aufeinander geprallt – hier wurde gemeinsam gefeiert. Auch wenn, das soll gar nicht herunter gespielt werden, es immer Dumpfbacken gibt, die eine solche Feier für die probate Gelegenheit halten, ihren lallend-politverkorksten Murks aus den Bierstuben nach draußen zu tragen.
Allen also, die beim Anblick nationaler Farben den Brodem altvaterländischer Gesinnung und irre geleiteten Patriotismus zu verspüren meinen, sei der rheinische Karneval in Erinnerung gerufen: Da ist es längst selbstverständlich, dass bunteste Uniformen zuhauf aufeinander treffen. Ja, das waren einmal militaristische Anspielungen an Besatzungsmächte zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Was aber bleibt davon heute? Wie wird es wahrgenommen? Es ist Spaß an der Freud. Hauptsache bunt. Hauptsache enthusiastisch. Nur Griesgrame verwechseln freigesetzte Begeisterung mit Gesinnung.
Quelle: Süddeutsche Zeitung 14.06.06
Jein zu Deutschland
Besser noch schwarz-weiß*
Mag sein, dass nicht alles schlecht an Deutschland ist. Die Flagge jedoch ist es.
Von Florian Falterer
Ein Wunder, dass noch kein Verbraucherschützer den Skandal entdeckt hat: All´ die Millionen, die das Deutschsein für sich entdeckt haben und dieses neue Bewusstsein unbedingt auch zeigen wollen, kaufen Mogelpackungen. Im deutschen Grundgesetz steht: “Die Bundesflagge ist schwarz-rot-gold.” Was aber als gold verkauft wird, ist durchweg gelb. Hässlicher macht das die Flagge zwar nicht, schöner aber auch nicht.
Denn: die Farbkombination ist ein ästhetischer Super-GAU. Dass es plötzlich okay, total normal, ja fast schon sexy ist, die deutschen Landesfarben am Körper und überall sonst zu tragen, mag Manchem den Magen umdrehen. Zu Recht, denn dieser Dauerbeschuss der Deutschland-ist-doch-supergeil-Bekundungen vergisst allzu gern, was in diesem Land einst sonst so los war: zum Beispiel massenhafte Beflaggung.
Aber dass wahrscheinlich bald die Augenkrebsrate in Deutschland in die Höhe schnellt, das bedenkt keiner. Schwarz-Rot-Gelb ist die schlimmste Kombination seit Erfindung der Farben. Schwarz – für sich die wohl beste Farbe, schließlich ist sie keine. In der Kombi mit Rot nicht so schlecht, kommt aber das Gelb dazu, dann ist man plötzlich an ein verkohltes Steak mit Ketchup und Bier erinnert. Ja, genau das ist Deutschland, schon klar!
Der aufdringlich zur Schau gestellte Patriotismus etwa der Franzosen mag einem auch auf die Nerven gehen. Aber: ihre Farbkombi ist topp. Ähnlich die der Italiener. Ach ja: Was ist leckerer? Das berühmte Caprese mit Tomaten, Mozzarella und grünem Basilikum? Oder ein verkohltes Steak? Also.
Außerdem: Muss denn, nur weil Deutschland Fußballweltmeister werden soll, jede Klo-Reinigerflasche, jeder Grillgewürzbeutel, jede Fußpilzsalbentube in schwarz-rot-gelb daherkommen?
Nun gut, jetzt sind wir alle Deutschland, und, ja, auch ich will, dass das deutsche Fußball-Team Weltmeister wird. Ja, auch ich weiß, dass ich Deutscher bin. Ja, auch ich schätze Manches an diesem Land, zum Beispiel seine Verfassung – bis auf Artikel 22: „Die Bundesflagge ist schwarz-rot-gold.“
* Als Farben Preußens nicht die schlechteste Lösung, noch ein roter Streifen dazu und die Sache wäre perfekt. – Die Schriftleitung
Quelle: Süddeutsche Zeitung 14.06.06
Quelle: Störtebeker-Netz 15.06.06


18 responses so far ↓
1 zaunkönig // Jun 15, 2006 at 21:56
Herr Mattheis von der Süddeutschen Zeitung (SZ) hat also ausdrücklich “Keinen Bock auf Schwarz-Rot-Gold”. Es liegt mir äußerst fern, hier irgendwelche Überlegungen anzustellen, aber die SZ übernahm nach ihrer Lizensierung ( Lizenz Nr. 1 ) am 6. Oktober 1945 durch die US-Militärregierung umfangreiche Ressourcen ihrer Vorgängerin, der auf NS-Linie gleichgeschalteten “Münchener Neueste Nachrichten” - damals eine unschätzbare technische Starthilfe. Vielleicht gibt es deshalb aus Nostalgiegründen und Dankbarkeit noch “Bock” auf eine andere Farbzusammenstellung, er spricht es nur nicht aus; aber: Nix g´wies woas ma neet ( Übersetzung: Man weiß nichts genaues darüber - nur Vermutung ).
2 Olsen // Jun 15, 2006 at 22:27
Meines Wissens stammt die Farbkombination Schwarz-Rot-Gold aus der Zeit um 1848.
Schwarz = dunkle Vergangenheit
Rot = blutige Gegenwart
Gold = goldene Zukunft.
Eine, aus dieser Zeit betrachtete, gelungene und überlegte Farbkombination.
Zur Belustigung der Leser wäre interessant gewesen, welche Ansichten o.a. Verfasser über die restlichen Flaggen vertreten. Die Meinung über die israelische Flagge hätte mich besonders interessiert.
3 vigrid // Jun 15, 2006 at 22:59
Also, wenn man mal bedenkt, daß vor noch gar nicht allzu langer Zeit bei der Nationalhymne bei den deutschen Fans gepfiffen wurde, kaum jemand eine Flagge gezeigt hat und sich viele noch gefreut haben, wenn die deutsche Elf verloren hat, dann sehe ich keinen Grund dafür, daß diese neue Trend plötzlich künstlich erzeugt sein soll, wie es auf dieser Seite so oft behauptet wird.
Mein persönlicher Eindruck ist ein anderer. Die alten Machthaber und Meinungsmacher sehen in Wahrheit höchst ungern, daß der alte deutsche Selbsthaß bei den jungen langsam, aber sicher den Bach runtergeht. Aber weil dieser Trend mittlerweile unaufhaltsam ist, machen sie gute Mine zum bösen Spiel und versuchen, ihn wenigstens zu kanalisieren, indem sie von “aufgeklärtem Patriotismus” schwafeln. Was sie damit meinen, kann man zum Beispiel auf Spiegel Online erahnen. Dort gibt es kaum einen Fußball-Artikel, wo nicht zumindest eine deutschlandfahnenschwenkender Neger abgebildet ist.
Aber mit dieser Masche werden sie nicht durchkommen. Die alte Greuel- und Selbsthaßpropaganda wirkt nicht mehr. Wenn jetzt noch der Lebensstandard ein gutes Stück absinkt, dann wird es krachen in Deutschland. Angesichts der galoppierenden Staatsverschuldung — jeder fünfste Euro wird bereits für Zinszahlungen gebraucht — und der absoluten Unfähigkeit unserer gewählten Volksvertreter, mit Geld umzugehen, ist das nur noch eine Frage der Zeit. Bis dahin lassen wir doch den Deutschen ihren (Fußball-) Spaß. Ob dieses Flaggenmeer auf der Straße sein muß oder nicht, darüber kann man sich vielleicht streiten, aber mal ehrlich, schaden tut es doch nicht, oder? Warum sich alles noch schwerer machen, als es für unsereins ohnehin schon ist?
Ich selbst habe übrigens auch eine schwarz-rot-goldene Fahne an meinem Roller.
4 Wetekamp // Jun 15, 2006 at 23:30
Mich würde mal interessieren, ob in dem Staat, der u.a. 2 Weltkriege angezettelt hat, auch nur ein einziger Schreiberling auf die Idee käme, Flagge und Nationalhymne abzuwerten …
5 Ferrier // Jun 15, 2006 at 23:35
Diesem linken Medienmob ist der Schreck gehörig in die Glieder gefahren. Der Geist ist aus der Flasche und sie bekommen ihn nicht wieder in die Flasche zurück, so ist mein Eindruck.
6 Verschwörer // Jun 16, 2006 at 0:19
Ich finde das ganze schwarz-rot-schei.. äh..gelb-geflagge nicht schlimm. Obwohl ich die BRD, deren Symbol diese Fahne ist, abgrundtief hasse. Ich kann die BRD auf den Tod nicht ausstehen - nur einer wird überleben, entweder die BRD - oder ich.
Ich bin mir aber sicher, daß die fahnenschwingenden und bemalten Fans - bis auf ein paar Dumpfbacken, da hat Bernd Graff wohl recht - nicht ihre Sympathie zum BRDrecksstaat zum Ausdruck bringen wollen. Die Menschen sind fußballbegeistert, dagegen ist nichts einzuwenden, und die SRG-Fahne ist hier einfach eine Fußballfahne, die zu einer Fußballmannschaft gehört, die “DFB-Team” heißt, und zu deren Unterstützung man auch “Deutschland, Deutschland” rufen kann. Wenn ein Bayern-München-Fan “Bayern, Bayern” ruft, dann geht es ihm ja auch nicht um den Freistaat, sondern um die Mannschaft. Ein Bayer-Leverkusen-Fan muß trotz “Bayer”-Rufen nicht die Produkte des Chemiekonzerns bevorzugen und die meisten “Borussia!” rufenden Fans aus Dortmund oder Mönchengladbach wissen wahrscheinlich nicht, was “Borussia” heißt. Ich mache mir daher keine Sorgen, daß plötzlich alle Fußballfans Sympathien zum BRD-Staat entwickeln könnten.
7 Reinhardt // Jun 16, 2006 at 0:36
Ich halte noch immer die srg-Flagge fuer ein falsches Zeichen - echte Deutsche sollten eine Rot-Weiss-Schwarze Flagge hissen.
8 Frank // Jun 16, 2006 at 6:26
Ich hoffe, dass die deutschen Fußballfans heute immer noch pfeiffen, denn es spielt ja nicht die Mannschaft des deutschen Volkes, sondern der Bevölkerung Deutschlands, die mir kaum gut gefällt.
9 Völkischer Beobachter // Jun 16, 2006 at 9:59
Der SZ-Schreiberling Florian Falterer scheint sich in der Heraldik nicht auszukennen, sonst wüßte er, daß in der Wappenkunde Gold und Gelb (und Silber und Weiß) Synonyme sind.
Auch ist die Farbkombination Schwarz-Rot-Gold wesentlich älter als 1848.
Das Wappen und die Fahne der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation war ein schwarzer Doppeladler mit roten Waffen (Schnabel und Krallen) auf goldenem (Wappen), bzw. gelbem (Fahne) Grund.
Der SZ, sowie allen anderen Umerziehern in der BRD und der Republik Österreich wird es gar nicht passen, daß dies nach 1806 bis zum November 1918 auch weiterhin das Wappen und die Flagge der österreichischen Kaiser war.
Die Flagge des Habsburgerreiches war Schwarz-Gelb.
Weiterhin werden die Farben Schwarz-Rot-Gold heute vielfach auf die Uniformen des Freikorps Lützow von 1813 zurückgeführt (schwarzer Rock mit roten Aufschlägen und goldgelben Knöpfen), wenngleich diese Farbwahl vermutlich prosaischere Gründe hatte (bei den Uniformröcken handelte es sich um Zivilröcke, die erstens an sich häufig ohnehin schwarz waren und zweitens konnten andersfarbige Röcke eben am besten schwarz gefärbt werden).
Die Ulanen des Freikorps Lützow führten rot-schwarze Lanzenfahnen. Und als am 12.06.1815 in Jena die sogenannte “Ur-Burschenschaft” (u.a. auch von vielen ehemaligen Mitgliedern des Freikorps Lützow) gegründet wurde, bestimmten die Studenten “Roth und Schwarz” zu den Farben ihres Paniers.
Die Fahne der Jenaer Burschenschaft, welche beim Wartburgfest 1817 mitgeführt wurde, und auf welche viele BRD-Hofhistoriker die “freiheitliche” Tradition der BRD und ihrer Fahne gerne zurückführen würden, war dementsprechend Rot-Schwarz-Rot mit einer Umsäumung durch goldene Borten, wobei der schwarze Streifen in der Mitte mit einem goldenen Eichenzweig bestickt war. Dementsprechend müßten dann die BRD-Farben wohl heute eher Rot-Schwarz-Rot sein, aber Tatsachen haben die Hofhistoriker der Bananenrepublik Deutschland ja noch nie großartig interessiert.
Zusammenfassend kann man wohl sagen, daß Schwarz-Rot-Gold immer für Zeitabschnitte der deutschen Ohnmacht gegenüber dem Ausland stand (Heiliges Römisches Reich: dies war bekanntlich immer hauptsächlich durch innerdeutsche Streitigkeiten und Kriege gekennzeichnet (sehr zur Freude des Auslandes, besonders Frankreichs, das 1681 Straßburg besetzte und in der Folge das ganze Elsaß und Lothringen an sich riß, ohne auf großen Widerstand zu stoßen); die gescheiterte Revolution von 1848 mit dem sich in Frankfurt zu Tode debattierenden Professorenparlament (”Schwatzbude”); 1919-1933 Weimarer Republik; 1949-1990 “DDR” und 1949-? “BRD”).
Also sollten wir uns, falls jemals wieder Deutsche in Deutschland zu entscheiden hätten, wieder für die altehrwürdigen Farben des Deutschen Reiches von 1871-1918 und 1933-1945 Schwarz-Weiß-Rot entscheiden und statt “Ausland, Ausland über alles” wieder “Deutschland, Deutschland über alles!” singen.
10 INFO68 // Jun 16, 2006 at 11:06
Der Autor der GEW-Hetzschrift ist Benjamin Ortmeyer, seit 30 Jahren in Frankfurt am Main unrühmlich bekannt gewordener linksaußen-antideutscher Lehrer, Pamphletist, Buchautor, neuerdings sogar Dr.phil. und Universitätsdozent.
Wie Viele dieser Richtung, die den Deutschen ständig selbstgerecht Vorhaltungen machen wegen der NS-Zeit und dies zur Legitimation ihres Überfremdungsextremismus anführen, pflegt er gute Kontakte zum Kommunisten-Milieu wie DKP und VVN, hat also gar Nichts gegen antidemokratische Diktaturliebhaber.
Ich habe mich schon öfters mit diesem merkwürdigen bewältigungsgeilen Zeitgenossen auseinandergesetzt seit 1983, wo er an einer Frankfurter Realschule eine Neonazi-Affäre inszenierte.
Bezeichnend auch, daß ihm 1983 wie 1990 der von Linksaußen-Antipatrioten dominierte HR = Hessische ROTGRÜN-FUNK breite Artikulationsmöglichkeiten gab. Mal sehen, wie es diesmal abläuft, wo die HR-Wellen aus Gründen des Publikumshaschens auf der WM-Fußball-Schwarzrotgol-Welle mitschwimmen.
Weiteres über Ortmweyer unter:
http://ourworld.compuserve.com/homepages/HSchaefer2/ortmeyer.htm
… “Ohne seine Unterstützer in den Medien wäre Herr Ortmeyer auf das zurückgeworfen,
was er ist: ein intellektuell dürftiger Zeitgenosse, der sich mit einem
öffentlichkeitswirksamen Thema ständig wichtig macht. Er will nicht erkennen, daß man
einer guten Sache durch mangelnde Differenzierung, Übertreibung und unversönliches
Benehmen schwer schaden kann. ” ….
11 INFO68 // Jun 16, 2006 at 11:46
Siehe auch:
http://www.jugendnetz-wetzlar.de/jnw/include.php?path=content/articles.php&contentid=2911&PHPKITSID=b156dd94d83dd4bbe1055f144783b8b6
12 Peter // Jun 16, 2006 at 12:12
Tja,da hat gestern Abend in den “Tagesthemen”die Anne Will auch ein sorgenvolles Gesicht gemacht ob der Massenbeflaggung.Dazu noch ein passender Film mit dem Endsatz “Patriotismus wird immer billiger”.
Und als ich im Internet ein Spiel Online zockte,mit schwarz-rot-goldenem Usernamen,wurde ich auch gleich mal mit “Nazi” und “Sieg Heil” begrüßt.
Wem es hier nicht gefällt,Deutscher oder nicht Deutscher,wandert aus,laßt euch ausbürgern,stürzt euch von oder vor was weiß ich was.
13 NPD KV UNNA/HAMM // Jun 16, 2006 at 19:27
Liebe Leute,
die schwarz-rot-goldene Fahne und das Deutschlandlied mit allen drei Strophen gehören uns nationalen Dutschen über alle Grenzen hinweg. Unsere Brüder und Schwestern in Österreich sehen das durchaus ähnlich. Deutschland ist größer als diese derzeitige BRD.
Wir sollten uns nicht von unseren angestammten Symbolen trennen lassen, nur weil sie zur Zeit mißbraucht werden.
Schwarz-weiß-rot sind die Farben, unter denen unsere Vorfahren in zwei Kriegen für Deutschland gekämpft haben und natürlich auch unserer Achtung wert. Aber wie gesagt die Geschichte spricht für die anderen Farben.
Übrigens wir singen auch ” Deutschland, Deutschland über alles” und nicht “Heil Dir im Siegerkranz”.
14 Thomas Brehl // Jun 16, 2006 at 21:36
Kein Mord, kein Blut, keine Tränen, kein Tod…
Vergleicht man die deutsche Nationalhymne mit denen anderer -durchaus europäischer und demokratischer- Nationen, so nimmt sich ihr Text so harmlos aus, wie eine Partie “Fang´ den Hut!” gegenüber einer knallharten Pokerrunde.
In den Hymnen anderer Länder geht´s so richtig zur Sache, da wird schon mal der heimische Acker mit dem Blut der Feinde getränkt und ähnliche Nettigkeiten.
Es dürfte also im wesentlichen gar nicht um den Text der Nationalhymne gehen, sondern tatsächlich um die Angst einer bestimmten Klientel nationalmasochistischer Gutmenschen, sie könnten Zeugen einer Entwicklung werden, an deren Ende das deutsche Volk zu sich selbst findet und den geistigen Müll der vergangenen Jahrzehnte auf den dafür vorgesehenen Haufen kippt.
Es ist die Urangst das Deutschland zugedachte Schicksal nun selbst erleben zu müssen. Nicht dieses Land wird “verrecken” und in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, sondern jene, die in ihrem pathologischen Haß auf ihr eigenes Vaterland, dieses dem Untergang weihen wollten. Zu früh gefreut:
Nichts kann uns rauben
Liebe und Glauben
zu diesem Land!
Es zu erhalten
Und zu gestalten,
Sind wir gesandt!
Sollten wir sterben,
Unseren Erben
Gilt dann die Pflicht,
Es zu erhalten
Und zu gestalten,
Deutschland stirbt nicht!
15 steffen // Jun 17, 2006 at 4:01
“… Exemplarisches Beispiel dafür, die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Hessen, die unlängst eine Broschüre an den Schulen verteilen ließ, in denen man aufgrund der gegenwärtigen „Patriotismus“-Welle Stimmung gegen die Nationalhymne macht, deren Singen man gern unterbunden hätte, weil es ehemaligen NS-Opfern gegen den Strich gehen könnte. Ein tolles Argument, auf das man am liebsten erwidern möchte, weshalb singen diese dann nicht lieber „Taler, Taler du mußt wandern …“, oder „Gold uns Silber hätt’ ich gern…“, was für diese glücklicherweise aus biologischen Gründen endlich im Schwinden begriffene Volksgruppe sicherlich exemplarischer und wohltönender wäre.”
für seine unglaubliche dummheit, geschichts- und pietätlosigkeit möchte man dem autor ins gesicht schlagen. wie kann einer von euch dummbacken auch nur auf die idee kommen, deutsche interessen zu vertreten. ihr seid die feinde der offenen gesellschaft und des geschichtlichen fortschritts u. ich wünsche uns allen (auch euch), dass der rechtsstaat hier sein scharfes schwert führen möge.
16 emil // Jun 17, 2006 at 12:01
Was soll man zu solch einem verschüchterten Journalisten wie Philipp Mattheis sagen; dass er in wirklichkeit gerne mitfeiern würde, aber sich auf Grund der antideutschen Schreibpolitik seines Brötchengebers SZ zu keiner anderen Schreibe hat durchringen können, dass er ganz einfach gehorchen musste, um seinen Lebensunterhalt weiterhin bestreiten zu dürfen, in einem Beruf, der ihm eben liegt? Ich glaube, man darf ihm für seine bösen und falschen Worte gar nicht böse sein. Wie viele andere junge Menschen mit einem Schreibtalent in den Diktaturen dieser Erde, die es nun einmal gab, zur Zeit giebt und auch in Zukunft geben wird, versucht er lediglich seinen Platz zu finden, sich an den vorgeschriebenen Normen für Kulturschaffende orientierend einen Namen zu schreiben. Das ist gar keine so ungewöhnliche Verhaltensweise. BRD und Ostblock oder Diktaturen auf anderen Kontinenten bringen seit jeher immer neue Anschauungsbeispiele dafür hervor. Sätze wie: Schließlich hat man im Geschichtsunterricht dreimal den Nationalsozialismus durchgenommen, Goldhagen- und Walser-Debatten ertragen, und auf einer Lichterkette war man auch schon, sagen Bände über sein angeknackstes Seelenleben aus. Hier flüchtet sich ein eigentlich gar nicht so schlechter Junge in den verordneten Selbsthass, in der Hoffnung, durch so viel Zorn vor seiner Angst und Feigheit endlich Ruhe zu erhalten. Er hat nämlich Angst davor, dass seine wahren Empfindungen für dieses Land von Redaktionsmitgliedern entdeckt werden könnten und das Gefühl der Feigheit, das ihn immer wieder beschleicht, wenn er sich mit Journalisten vergleicht, die wirklich für ihre Überzeugungen einstanden und bereit waren dafür die Konsequenzen zu tragen, machen in rasend. Man sollte ihm diese Taten verzeihen.
17 Verschwörer // Jun 17, 2006 at 12:17
@ steffen
Zitat: \”ihr seid die feinde der offenen gesellschaft und des geschichtlichen fortschritts u. ich wünsche uns allen (auch euch), dass der rechtsstaat hier sein scharfes schwert führen möge.\”*
Der 17. Juni ist ja ein Tag, an dem der \”Rechtsstaat\” gerne mal sein scharfes Schwert führt. Nur Russenpanzer stehen diesmal nicht zur Verfügung, dafür muß man dann wohl auf Amipanzer zurückgreifen.
In China soll es da ja beispielsweise ganz tolle Methoden geben. Merkel war ja erst neulich wieder da, die Chinesen an die Menschenrechte in Sachen Meinungsfreiheit uns so zu erinnern.
Schriftleitung Altermedia
18 der Hieb // Jun 17, 2006 at 15:01
Dieser ganze Schwarz-Rot-Gold-Taumel wird von der Systemmafia inszeniert und benutzt um hemmungslos eine Steuererhöhung nach der nächsten durchzudrücken. Im staatlich kontrollierten Nationalitätsrausch zuckt man dann eben höchstens mit der Schulter darüber. Das böse Erwachen kommt aber spätestens dann, wenn die Multi-Kulti-DFB-Elf in den nächsten Spielen rausfliegt. Im Übrigen würde sich ein wirklicher Nationalist mit diesem bunten BRD-Lappen höchstens ein bestimmtes Körperteil abwischen. Man fragt sich bloß, warum der Bundesadler nicht längst schon durch den Davidsstern ersetzt wurde-so sind nämich die wirklichen Zustände.
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