Halberstadt / Sachsen-Anhalt: Unter dem ein wenig anarchisch klingenden und an artverwandte Parolen des linken Spektrums erinnernden Slogan, „Her mit dem schönen Leben – Mut zu Alternativen“ demonstrierten gestern in Halberstadt ca. 250 bis 350 Nationalisten aus NPD, JN und freier Szene. Im Unterschied zu den Linken ging es hier jedoch nicht um das eher sybaritisch klingende „Luxus für alle“, wie er beispielsweise von der Antifa in Mecklenburg-Vorpommern gepredigt wird, sondern um das Bemühen vor allem junger Menschen auf die gegenwärtige Lage in Deutschland aufmerksam zu machen. So war die Demonstration Teil einer regionalen Sozialkampagne mit der man in der Region schon seit Wochen, sehr zum Ärger des etablierten Parteienkartells, den Finger in immer größer werdenden Wunden legt, an denen der deutsche Sozialstaat krankt.
Natürlich fehlte es in Halberstadt gestern auch nicht an der obligatorischen Gegenveranstaltung, zu der Kartellparteien und linke Szene schon seit Wochen aufriefen und zu der auch allerlei politische Landesprominenz gekommen war, so zum Beispiel Landes-Justizministerin Angela Kolb (SPD), die sich dabei für eine Verstärkung „interkulturellen Lebens“ einsetzte oder SPD-Landesvize Jens Bullerjahn, der dabei einmal mehr seine Nulltoleranzpolitik gegenüber politisch Andersdenkenden propagierte.
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| Nationaler Beobachter Wernigerode bei Halberstadt-Demo |
Nun sind Veranstaltungen dieser Art ja dafür bekannt, daß man es mit den Zahlenangaben nicht allzu genau nimmt, was man sich dabei jedoch in der Berichterstattung über die linke Gegenveranstaltung in Halberstadt leistete, ist sogar für bundesdeutsche Medienverhältnisse recht beachtlich. Während die Polizei immerhin nur 1200 Gegendemonstranten zählte, sprachen die Veranstalter bereits von 4000 bzw. von 4800, die in der Berichterstattung des MDR dann sogar schon zu 6000 mutierten. Es sollte uns daher nicht wundern, wenn einige westdeutsche oder Berliner Zeitungen morgen bereits die Zahl 10.000 in diesem Zusammenhang angeben.
Tatsächlich war jedoch nicht zu übersehen, daß sich die Demonstranten neben dem üblichen Parteienanhang und linker Szeneklientel vor allem aus Angehörigen der Stadtverwaltung und des öffentlichen Dienstes zusammensetzten, die man wie in alten DDR-Tagen kurzerhand zur Demonstration vergattert hatte. Das war auch notwendig, da die Stadt Halberstadt sich keine zweite Hetzkampagne in den Medien wegen mangelnder politischer Korrektheit leisten wollte. Dazu war es gekommen, nachdem die Stadt während des letzten Landtagwahlkampfes ein Konstantin-Wecker-Konzert für die PDS in einer Schule untersagt hatte. Allerdings resultierte diese Untersagung nicht etwa in dem fragwürdigen Charakter des für seine Drogenexzesse bekannten Sängers, sondern lediglich darin, da man auf dieser Weise der NPD eine Möglichkeit geboten hätte, auf die grundgesetzlich verbriefte Gleichbehandlung zu pochen, was ihr die Möglichkeit gegeben hätte, gleichfalls Auftritte an Schulen durchzuziehen.
Kein Wunder also wenn man in Halberstadt gestern sichtlich bemüht war, eine Art heiler antifaschistischer Welt zu suggerieren, in der nationale Gegner keinen Platz haben. In Wirklichkeit jedoch nur eine reine Politshow. Würde man nationalerseits in ein oder zwei Wochen wieder eine Demonstration in Halberstadt durchführen würde man wohl rasch sehen, was von dieser Fassade übrig bleibt, nämlich nichts außer einem Häuflein der üblichen Berufs- und Gewohnheitsbetroffenen.
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| Mal was anders als politisch überkorrekter Einheitsbrei - Halberstädter Wohnbevölkerung in Plattenbau mit regem Interesse für nationalen Demonstrationszug |
Auch die örtliche Geistlichkeit fehlte gestern nicht unter den Gegendemonstranten. So hielt es Pastor Friedrich Wegener von der Liebfrauengemeinde für nötig, u. a. auch an den angeblich „rechtsextremistischen“ Übergriff in Potsdam zu erinnern, um daraufhin in diesem Zusammenhang von seinen Zuhörern zu fordern, daß es um gegen Gewalt und Unrecht auf den Straßen vorzugehen „Courage jeden Tag“ benötige. Wer wollte das bezweifeln, doch wie wir gestern bereits an anhand der Bundeskriminalstatistik nachwiesen, droht Gewalt und Unrecht ja keineswegs so sehr von Rechts, sondern vornehmlich von den angeblichen „Opfern“ und ihren Gönnern selber. Doch soll uns das nicht daran hindern, die Botschaft des frommen Gottesmannes aufzunehmen, indem wir auch von unseren Lesern „Courage jeden Tag“ im Kampf gegen Unrecht und Gewalt einfordern. Hinzufügen möchten wir in diesem Fall jedoch, daß es sich dabei am besten macht, wenn man sich auch der Waffen und Methoden des Gegners bedient. Dies mag nicht immer schön und schon gar nichts für gewisse Sensibelchen sein, ist aber auf Dauer effektiver. Wichtigste Regel, den ersten Schlag hat immer der Gegner … aber dann, aber dann.
Siehe auch
AP 22.04.06 16:47
Nationaler Beobachter Wernigerode – Demoaufruf Halberstadt
Quelle: Störtebeker-Netz 23.04.06





1 response so far ↓
1 Daniel // Apr 23, 2006 at 22:07
Also volles Haus sieht anders aus.
Wenn ich schon Propaganda mache dann kann ich nicht von 6.000 reden vor leeren Bänken und einem fast leerem Platz. So hab ichs allerdings im TV gesehen.
Warum holt der MDR nicht mal S. Spielberg der kann das viel besser.
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