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Königs Wusterhausen / Brandenburg: Wegen Thor-Steinar-Werbung geriet der regionale Radiosender „Sender KW“ dieser Tage unter medialen und politischen Beschuß. So läßt besager Sender die täglichen Blitzermeldungen von der dieModemarke „Thor Steinar“ produzierenden und in Königs Wusterhausen ansässigen Firma Mediatex präsentieren, die in der Öffentlichkeit seit Jahren von etablierten Parteien und linken Gruppen angefeindet wird. Sinnigerweise nicht wegen irgendwelchen verfassungs- oder rechtswidrigen Tuns, sondern lediglich weil ihre Modeprodukte u. a. auch in der „rechten“ Szene sehr beliebt sind. Versuche einiger ihrer, germanischen Runen nachgebildeten, Logos zu verbieten scheiterten in der Vergangenheit, so das die bereits ergangenen Verbote wieder aufgehoben werden mußten.
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| Thor-Steinar-Kollektion Winter 2005/06 |
Ungeachtet dessen führt man den förmlichen Krieg gegen die Firma Mediatex, welche die Thor-Steiner-Kleidung nach wie vor weiter. Besonders exemplarisch ist allerdings auch das Vorgehen gegen Unternehmen, die der Ansicht sind, daß Mediatex eine Firma wie jede andere ist. Das sieht man derzeit am Vorgehen gegen den „Sender KW“. Dieser dürfte politisch überkorrekten Zeitgenossen ohnehin verdächtig sein, zumal er auf seinen Internetseiten keinen Hehl daraus macht, daß der Anteil an deutschsprachiger Musik besonders hoch liegt und als Kernziel die Altersgruppe von 19 bis 49 anpeilt, genau die Generationen, die in ihrer Haltung zum bestehenden politischen System immer schwankender werden. Nach Angaben des Senders hat man ca. 950.000 Hörer.
So sorgten die vor etablierten Kartellparteien bereits dafür, daß Werbekunden wie die Mittelbrandenburgische Sparkasse und die Bundesagentur für Arbeit ihre Kooperation mit dem Sender aufkündigten. Darüber hinaus ist man mal wieder vor lauter politischer Überkorrektheit außer sich, so tönte Grünen-Landeschefin Katrin Vohland bereits am 21. Dezember:
„…Dieses Vorgehen offenbart einen eklatanten Mangel an politischem Feingefühl. Rechtsextremistisches Gedankengut ist eine Bedrohung für die Demokratie. Wer ihm eine Plattform verschafft, macht sich der Verantwortungslosigkeit schuldig.” CDU-Innenexperter Sven Petke hingegen bezeichnete die Arbeit des Senders mit Mediatex als „inakzeptabel“. Bemerkenswert, so viel Moral ausgerechnet von jemandem der erst unlängst selber Gegenstand einer Affäre war, weil er die E-Mails seiner Parteigenossen kontrollierte.
Ähnliche Töne auch vom SPD-Landrat für den Kreis Dahme-Spreewald, Martin Wille, der von einem unappetitlichen Vorgang sprach und gleichfalls Boykottmaßnahmen für den Sender befürwortete. Das Handeln als ordentlicher Geschäftsmann sprach ihr SPD-Generalsekretär Klaus Ness ab.
Dies ist umso interessanter, da es sich bei der Geschäftsführerin des Senders, Cornelia Gödecke, um eine frühere SPD-Landtagsabgeordnete handelt, die immerhin von 1994 bis 1999 im brandenburgischen Landtag gesetzt hat. Seitens der SPD wird inzwischen allerdings verbreitet, daß sie bereits seit zwei Jahren keine Parteibeiträge mehr bezahlt hat und daher auch keine Sozialdemokratin mehr sei.
Ungeachtet dessen setzt sich die Ex-Genossin gegen ihre früheren Genossen und deren Anhang zur Wehr, indem sie aus ihrem Herzen keine Mördergrube macht. Zwar kündigte sie an, daß sie die Zusammenarbeit mit Mediatex noch einmal juristisch überprüfen lassen werde, wies aber auch gleichzeitig daraufhin, daß die Marke Thor Steinar nicht verboten sei und daß die Stadt Königs Wusterhausen ja auch nicht die 50.000 Euro Gewerbesteuer ablehne, die sie alljährlich von Mediatex einnimmt. Auch sprach sie davon, den Vertrag mit Mediatex verlängern zu wollen.Gegenüber dem TAGESSPIEGEL meinte sie außerdem: „Soll der Sender aus lauter politischer Korrektheit auch keine Werbung mehr senden von Siemens (Schmiergeld, BenQ), Vodafone (Ackermann, Esser), Adidas (Nähen der Bälle in Kinderarbeit) …?“ Goedecke warf ihren Gegnern weiter vor, daß Boykottaufrufe gegen ihren Sender “von Beamten veranlasst werden, die von Steuergeldern alimentiert werden und die wirtschaftlich nie Verantwortung für ein privates Unternehmen getragen” hätten.
Das Vorgehen gegen „Sender KW“ demonstriert einmal mehr, zu welcher Farce Begriffe Freiheit und Demokratie in diesem Lande geworden sind. Und nicht nur das. Wenn sich das heutige Freiheitsverständnis der führenden Politik darin äußert, jetzt schon Radiosender offen zu bekämpfen, nur weil sie einen Teil ihrer Verkehrsnachrichten von einer Firma sponsern lassen, deren Artikel nicht etwa in irgendeiner Weise illegal oder gar staatsfeindlich sind, sondern lediglich das Unglück haben, aufgrund ihrer guten Qualität und Gestaltung auch Leuten zu gefallen, in denen man hierzulande eine Art Staatsfeind sieht, ohne daß man sagen könnte, daß die Firma irgendwelche politische Bestrebungen unterstützt, dann ist es an der Zeit sich selber zu fragen, ob es das ist, was man 1989 mit dem Sturz des totalitären SED-Regimes bezweckt hat. Sollte es etwa so sein, daß man lediglich ein Unterdrückersystem durch das andere ersetzt hat? In der Tat, so ist es. Der Unterschied zwischen beiden besteht lediglich darin, daß sich inzwischen zu Denk- und Meinungsverboten auch noch sozialer Kahlschlag in einer nie dagewesenen Weise gesellt.
Um auf angemessene Weise zu reagieren bleibt wohl nur, solchen Polittypen, wie den oben genannten, zu verdeutlichen, daß eine Hand die andere wäscht und daß, wenn deren einzige Weisheit darin besteht, tatsächlichen und möglichen Opponenten jeden erdenklichen Schaden zuzufügen, man ihnen auf die gleiche oder doch zumindest artverwandte Weise antworten sollte. Dabei geht es nicht so sehr um das Wie, sondern ausschließlich um das Überhaupt. Würde man uns fragen, was man denn gegen die Urheber solcher Machenschaften unternehmen sollte, so würden wir antworten, alles was ihnen in irgendeiner Weise schadet, genauso wie sie es mit ihren tatsächlichen oder vermeintlichen Kontrahenten tun. Eine andere Alternative gibt es nicht … allerdings kann man natürlich auch auf die Landtagswahl warten, um zu hoffen, daß das nächste Fünf- oder Sechsprozentergebnis einer mehr oder minder nationalen Partei das Blatt entscheidend wendet.
Wie man sieht, man hat doch eine Alternative, aber wer die Wahl hat …
Siehe auch
Tagesspiegel 23.12.06
Grüne Brandenburg 15.12.06
PM Nr.13806 vom 15.12.2006
Quelle: Störtebeker-Netz 24.12.06
Anhang:
In einem Kommentar zu einem Indymedia-Artikel über diese Affäre wird von ihr folgendes Schreiben zitiert:
”…Folgendes zum Sachverhalt teile ich Ihnen mit:
1. Die Stadt KW erhält runde 50.000 € an Gewebesteuereinnahmen allein von der Firma MediaTex
2. Die Stadt KW hat keinerlei rechtliche Handhabe, der Firma MediaTex die Gewerbeerlaubnis zu entziehen.
Die Firma MediaTex hat folgende geförderte Stellen eingerichtet:
1 x Förderung über die Deutsche Rentenversicherung
1 x Förderung über das Arbeitsamt – Schwerbehindertenförderung, bereits abgelaufen
1 x gerade neu bewilligt ein Schwervermittelbarer, Förderung über die Agentur für Arbeit
1 x Schwervermittelbarer erhält zurzeit eine Förderung über die Arge
Ungelernte Jugendliche erhält die Firma für die Durchführung von Praktikas
Setzen Sie sich bitte mit diesen Tatsachen auseinander!
Als Geschäftsführerin habe ich in folgender Reihenfolge zu entscheiden:
1. Ist der Auftrag gesetzeskonform?
Wenn ja, dann habe ich wie ein ordentlicher Kaufmann zu entscheiden.
Und genau diese Schritte habe ich vollzogen.
Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung.
Mit freundlichem Gruß
Cornelia Gödecke
Einwände gegen ihre Ausführungen:
Zu1. Auch die Hersteller von Kampfstoffen zahlen und zahlten auch in der Vergangenheit Steuern. Steuereinnahmen sind keine politische Entscheidung, sondern eine rechtliche.
Zu2. Es gibt auch keine rechtliche Handhabe, die NPD zu verbieten und trotzdem würde ich mir diese Argumentation nicht zu eigen machen.
Zu den geförderten Stellen: Dass ein Unternehmen, welches offenbar ein gutes bis sehr gutes Ertragsergebnis vorweist, mit Förderungen Menschen beschäftigt, lässt wohl noch keine Rückschlüsse auf die moralische Haltung der Unternehmer zu oder? Ungeachtet der Tatsache, dass schwervermittelbar ein dehnbarer Begriff ist.
Und last but not least, die kaufmännische Entscheidung. Dies ist die einzige Antwort auf meine Frage. Und ob die Antwort zynisch ist, müssen Sie mit sich selbst ausmachen. Ich nehme an, Sie sind noch SPD Mitglied?
Quelle: Indymedia 21.12.06 13:41 (Der Kommentar, dem wir dieses Schreiben entnahmen, stammt vom 22. Dezember. – Die Schriftleitung
Wer sich mit dem Sender solidarisieren möchte kann dies unter folgender Adresse tun:
rkw Radio Königs Wusterhausen GmbH & Co. KG
Wacholderweg 3
15754 Königs Wusterhausen OT Senzig
HRB 3812 P Amtsgericht Potsdam
Steuernummer: 049/162/00833
Geschäftsführung:
Cornelia Gödecke
Tel. : 03375 / 52 73 60 od. 61
Cornelia.Goedecke@sender-kw.de
STUDIO: SENDER KW
Am Kleingewerbegebiet 8
15745 Wildau
Tel. : 03375 / 52 73 60 od. 61
Fax. : 03375 / 52 73 62
info@sender-kw.de
Redaktion:
Cornelia Gödecke
Tel. : 03375 / 52 73 60 od. 61
Fax. : 03375 / 52 73 62
info@sender-kw.de





4 responses so far ↓
1 griesgram // Dec 24, 2006 at 22:08
In der Tat:
Sie ist keine “Sozialdemokratin” mehr!
2 Bauer Schulze // Dec 25, 2006 at 11:11
Bleibt zu hoffen das sich Mediatex genauso loyal verhält und in Zukunft kräftig Werbezeit bucht.
Übrigends ist Königs Wusterhausen nicht IRGENDEIN Standort. Er gilt als die Wiege des Deutschen Rundfunks, worauf die Stadt sehr stolz ist. Die Sendemasten zieren das Stadtwappen.
http://www.ngw.nl/int/dld/k/konigswu.htm
Radio KW wollte ursprünglich von diesem historischen Ort aus senden, bekam aber von der Telekom keinen Mietvertrag.
Goedecke: \”Ich bin Historikerin und finde, es gibt für uns keinen besseren Ort als den Funkerberg\”
http://www.koenigs-wusterhausen.de/cms/beitrag/10463988/2188504/1
3 Hoffnungsloser // Dec 26, 2006 at 0:28
Zitat:”…1989 mit dem Sturz des totalitären SED-Regimes bezweckt hat.”…..
Die Kanzlerin der BRD heißt Merkel, man achte auf die Feinheiten…
4 Wetekamp // Dec 27, 2006 at 12:05
Auch das Bundesmerkel ist gegen Thor Steinar
http://atvs.vg.no/player/player.php?id=6444&keyword=&bandwidth=1233664&bandwidth_detected=1
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