Gelegentlich ist es leider notwendig, auf die Bildungsdefizite zu verweisen, die heute an deutschen Schulen herrschen. So beklagte man erst unlängst in einer Studie die schlechten Leistungen von Schülern im Fach Geschichte, was freilich bei der Art und Weise der heutigen Zwangsbewältigung kaum noch überraschen kann. So führten wir in der Vergangenheit bereits mehrfach aus, daß es sich hierbei womöglich keineswegs um Dummheit oder Unvermögen handelt, sondern schlichtweg um die Tatsache, daß man von der Art und Weise der Stoffvermittlung nichts mehr wissen will. Dies muß aber nicht zwangsläufig bedeuten, daß der oder die Schüler nun gar kein Interesse an der Vergangenheit haben.
Möglich ist es, daß es ihnen nur an der richtigen Literatur fehlt, um sich von der Vergangenheit ein wirklich objektives Bild zu machen, daß es ihnen erlaubt, zwischen Pro und Kontra gerecht abzuwägen, statt nur die bereits vorgekaute Meinung des in der Regel politisch überkorrekten Lehrkörpers bedingungslos zu übernehmen.
Zu diesem Zweck haben wir uns entschlossen, künftig, so weit es uns Zeit und Muße gestatten, das eine oder andere Buch zur Zeitgeschichte an dieser Stelle vorzustellen.
Da im Geschichtsunterricht an deutschen Schulen wohl kaum ein Politiker so häufig genannt wird, wie Adolf Hitler sei es uns gestattet, zunächst auf das Buch „Der Mann des Jahrhunderts“ von Lorenz Porsch zu verweisen. Ein Buch über das es im Untertitel heißt: „Ein Meinungsstreit um Adolf Hitler“. Und in der Tat, gestritten wird hier sehr wohl. So gibt Porsch in seinem Buch keineswegs eine Zitatesammlung von fanatischen Gegnern Hitlers oder von seinen Apologeten, sondern eine umfassende Auswahl von Zitaten von Freund und Feind, die es dem Leser durchaus erlauben, sich ein eigenständiges Bild über den – vielleicht – nicht größten, wohl aber bekanntesten Politiker der deutschen Neuzeit zu machen.
Die Zitate sind sorgfältig dokumentiert und zum größten Teil in vorbildlicher Weise quellenmäßig angegeben. Hier und da stört es allerdings, daß bei bestimmten Zitaten lediglich der Buchtitel angegeben wird, dem es entnommen wurde, nicht aber der Zeitpunkt und Ort wo es eigentlich geäußert wurde. Ein Umstand der so ärgerlich er auf den ersten Blick auch scheinen mag, auch sein Gutes hat, der auf diese Weise noch mehr dazu anregt, sich in die Literatur um Hitler zu vertiefen. Darüber hinaus ist das Buch ein ideales Hilfsmittel und Nachschlagewerk für Leute, die sich – sei es aus beruflichen oder privaten Gründen – mehr als durchschnittlich mit alter und neuer deutscher Politik befassen müssen.
Das Buch erschien 2005 beim Arndt-Verlag und kostet 25,95 Euro.
Seine ISBN-Nummer ist 3-88741-069-6
Ebenfalls mit dem bekanntesten deutschen Politiker der Neuzeit, und zwar aus einer eher ungewohnten Perspektive, befaßt sich der britische Autor Stuart Russel. Seine Aufmerksamkeit gilt nicht so sehr dem „Führer“ Adolf Hitler, sondern dem Frontsoldaten des 1. Weltkrieges. In bemerkenswert gut dokumentierten Text- und Bildband „Frontsoldat Hitler“ beleuchtet er nicht nur den vielen Menschen meist unbekannten Lebens- und Entwicklungsweg Hitlers in seiner Soldatenzeit, sondern Russel entwirft auch ein umfassendes Bild von den Schrecken des Krieges an sich, so daß man dieses Buch nicht allein nur als ergänzenden Teil zu Hitlers Biographie ansehen muß, sondern auch als Anti-Kriegsbuch an sich.
Das Buch besticht nicht nur durch die Fülle an Bildern und Dokumenten, sondern zeigt auch nicht wenige Aufnahmen von Hitler aus seiner Soldatenzeit sowie Schauplätze seines Wirkens als Frontsoldaten, die bislang noch nirgends veröffentlicht waren. Widerlegt werden darin auch die immer wieder in Illustrierten und einigen Büchern auftauchenden Behauptungen, wonach Hitler im Krieg ein Feigling gewesen wäre. Russel stützt sich dabei auch auf Aussagen, die von früheren Hitler-Gegnern stammen.
In seinem Vorwort zu „Frontsoldat Hitler“ schreibt Russel u. a. über sein Buch:
„Meines Wissens ist dies das erste deutschsprachige Buch, das sich so umfassend in Wort und Bild mit Adolf Hitlers Leben und Wirken während des Ersten Weltkriegs befaßt; es ist dies eine Tatsache, die angesichts der Bedeutung dieses Lebensabschnitts für die weitere persönliche Entwicklung Hitlers und der Konsequenzen, die seine Metamorphose zu einer Gestalt von so immenser politischer Bedeutung nach sich zog, viele Leserinnen und Leser überraschen dürfte.“
Dem dürfte schwerlich zu widersprechen sein. Zwar gibt es auch zeitgenössische Literatur zum „Frontsoldaten Hitler“, die bereits zu seinen Lebzeiten erschien, doch handelt es sich dabei in der Regel um feindselige Pamphlete seiner Gegner oder förmliche Hagiographien von Seiten seiner Anhänger. Russels Buch hingegen nähert sich seinem Thema mit einer Unbefangenheit, wie sie nach mehr als 60 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg längst überfällig und einem Historiker an sich gut zu Gesicht stehen sollte.
Ein Buch, das unserer Meinung nach vor allem in die Hand junger Menschen gehört und das sich als Gabe zu Geburtstagen, zu Weihnachten – oder aber auch einfach nur als Dank für geleistete politische Arbeit in Wahlkämpfen – förmlich anbietet.
Die ISBN-Nummer des Buches ist 3-88741-077-7. Ebenso wie das bereits weiter oben erschienene Buch „Der Mann des Jahrhunderts“ erschien es beim Kieler Arndt-Verlag und kostet 25.95 Euro.
Neben dem Buch “Frontsoldat Hitler” bietet der Arndt-Verlag außerdem auch noch die DVD mit der gleichnamigen Filmdokumentation an, die Russel bereits im Jahre 2002 erstellte. Auch als Video zu haben. Kostenpunkt: 20,80 Euro.
Die von uns besprochenen Bücher sollten über alle guten Buchhandlungen und Versände erhältlich sein. Möglich ist natürlich auch die direkte Bestellung über den Verlag.
Quelle: Störtebeker-Netz 17.09.06



8 responses so far ↓
1 Ernst // Sep 17, 2006 at 18:53
Dieser Verlag hat doch gar keine Adresse an die man eine Bestellunh schicken könnte. Die haben ja noch nicht einmal eine Weltnetzseite
Schon mal an normale Post gedacht. Die Adresse kann man sich auch nullkommanichts rausgoogeln. Nu man nicht immer so bequem. Außerdem sollten die einschlägigen Verlage und Versände ja auch so allgemein bekannt sein.
Schriftleitung Altermedia
2 Ernst // Sep 17, 2006 at 19:17
Also ich find noch immer keine Adresse!
http://www.arndt-verlag.de/index.htm
http://www.google.de/search?hl=de&q=Arndt-Verlag+adresse&meta=
http://www.google.de/search?hl=de&q=Arndt-Verlag+&btnG=Google-Suche&meta=
3 koenig // Sep 17, 2006 at 19:26
Fehler auf dem Titelbild:
Als Frontsoldat hatte Adolf Hitler noch eine langen Schnauzer gehabt, die kurzen Oberlippenbärtchen kamen erst in den 20ern auf.
4 Thomas Brehl // Sep 17, 2006 at 21:34
Das Titelbild ist ja auch so eine Unverschämtheit. Wer das verbrochen hat, sollte sich sein Lehrgeld als Grafiker zurückzahlen lassen. Furchtbar und bestimmt nicht verkaufsfördernd…
5 Olsen // Sep 18, 2006 at 11:08
@Brehl
Och, hab dich nicht so. Auch wenn es nicht realistisch ist, aber “seine” blauen Augen sind deutlich herausgehoben.
6 Völkischer Beobachter // Sep 18, 2006 at 12:12
@ Thomas Brehl:
Lt. Angaben im Buch war es ein gewisser Otto Engelhardt-Kyffhäuser.
Im übrigen sind die Augen auf dem Bild keineswegs blau, sondern braun. Diese sind also ebensowenig vorbildgetreu wie der Bart.
Seltsames Bild.
7 Olsen // Sep 18, 2006 at 15:34
@Beobachter
Ich muß zu meiner Verteidigung sagen, daß ich unter einer angeborenen Farbblindheit “leide”, daher sehe ich manche Dinge anders. Danke für den Hinweis.
8 Heimatschutz // Sep 18, 2006 at 22:06
Hallo Kamerad Ernst,
ein wenig gesucht, schon gefunden:
http://antikbuch24.de/
MkG
Heimatschutz
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