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Altermedia Deutschland - Störtebeker-Netz: In einer Zeit des Universalbetruges ist die Wahrheit zu sagen eine revolutionäre Tat (George Orwell)

Im Haken kreuz- und quer gelesen: Richard Schapke – Die Schwarze Front (14.11.07)

November 14th, 2007 · Post your comment (41 Comments)

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Historisch interessierte Zeitgenossen, die sich für die innerparteiliche Opposition gegenüber Hitler während der ausgehenden Kampfzeit interessieren, können sich auf einen unlängst vom Toppenstedter Uwe-Berg-Verlag wieder zugänglich gemachten Quellentext freuen. Wir sprechen von Richard Schapkes „Die schwarze Front, Von den Zielen und Aufgaben und vom Kampfe der Deutschen Revolution“.
Den zentralen Gegenstand seines Werkes führt Schapke schon in dessen Titel an: die Schwarze Front, die Bewegung des revolutionären Nationalsozialismus’, die im krassen Gegensatz und Kampfe zur bloßen Partei Hitlers stehe.
Nach einer generellen Kritik des Liberalismus wendet sich Schapke der nationalsozialistischen Bewegung in Form ihrer Entstehung, ihrer Wesensart und ihrer aktuellen Proponenten zu, wobei es auf eine klare Befürwortung der Person Otto Strassers (aus dessen Feder das Vorwort stammt) und Ablehnung Hitlers hinausläuft. Zudem wird der Konflikt zwischen den reformorientierten und auf Systemintegration bedachten Kräften (abermals Hitler) und den revolutionären (die Strasserbrüder, vorrangig Otto) in seiner realen Ausformung skizziert.

„Auch ist Adolf Hitler nicht der Schöpfer der geistigen Grundlagen des Nationalsozialismus. Wenn er sich früher einmal als den großen Trommler des Nationalsozialismus bezeichnet hat, so ist diese Erkenntnis und Beurteilung richtig und zutreffend gewesen. In ihr ist seine Bedeutung, sind aber auch seine Grenzen, ist sein Können, sind aber auch seine Mängel ausgesprochen.“„Hitler war 1925 unumstrittener Führer der Partei. Aber er ist nicht mehr Führer der nationalsozialistischen Bewegung“. „1925 zeigt sich, daß die geistige Führung des Nationalsozialismus in andere Hände übergeht. … Sie geht in die Hände des Strasser-Kreises über.“

Nun folgen noch einige Betrachtungen und Worte zur Roten wie zur Schwarzen Front, wobei Schapke die deutliche Ablehnung ersterer mit dem Ursprung ihres Marxismus (dem er prinzipiell einen deutschen Sozialismus entgegenstellt) im System begründet.

Abschließend wurden noch einige Dokumente der Schwarzen Front angehängt, die jedoch aufgrund ihrer Knappheit und der daraus resultierenden geistigen Begrenztheit zu vernachlässigen sind.

Das Buch beinhaltet ein teilweise recht hohes Maß an Populismus, welches der damaligen doppelten Frontstellung wider System und Hitlerpartei geschuldet gewesen sein dürfte, ist aber dennoch durchaus des Lesens wert. Der Autor schreibt ohne Umschweife, aber auch simpel (den einen Vor-, den anderen Nachteil). Man begreife dieses Buch daher besser als Kampf- und Programmschrift, denn als „normales“ Buch.
Den Appetit kann dabei eigentlich nur der happige Preis für relativ wenige Seiten (mit sehr großer Schrift) mindern.

Auch hier sei zur Weckung und Befriedigung jedweden Interesses nochmals darauf hingewiesen, dass der Uwe Berg-Verlag noch immer dabei ist, Faksimileausgaben bekannterer Schriften der Strömungen der KR herauszugeben, die zudem erschwinglich sind. Leider ist die Papierqualität nicht die allerbeste (Säure bzw. geringe Lebensdauer!).

Schapke, Richard
Die schwarze Front, Von den Zielen und Aufgaben und vom Kampfe der Deutschen Revolution
102 Seiten, Hardcover, 15,00 €
Faksimile der Ausgabe von 1932
Uwe Berg-Verlag, Toppenstedt
ISBN: 3-922119-27-1
18,00 EUR

Von Schapke gibt es außerdem auch noch eine Biographie des italienischen Dichters Gabriele d’ Annunzios, die 2004 vom Lübecker Regin-Verlag neu aufgelegt wurde.

CH. M.

Jede Menge weitere, zeitnah verfasste Texte des Autors sind auf http://www.die-kommenden.net/ zu finden.



Tags: Allgemeines · Buchempfehlungen

41 responses so far ↓

  • 1 Detlef Nolde // Nov 14, 2007 at 13:14

    Vielleicht sollte noch einmal klargestellt werden, daß der “Richard Schapke” mit den”zeitnah verfassten Texten” nicht mit jenem Autor Richard Schapke identisch ist, der 1933 ins KL Oranienburg kam, 1934 nach Dänemark emigrierte, 1938 ausgebürgert wurde und 1940 auf der Flucht per Boot nach Schweden mit 33 Jahren sein leben ließ.

    Richard Schapke war Anhänger von Otto Strasser, dessen pseudo-antikapitalistische “Programmatik” Karl O. Paetel zutreffend als “halbfaschistische Ablenkungsmanöver” ablehnte. Schapkes jugendliches Engagement insbesondere gegen den Hitlerfaschismus ist dessen ungeachtet zu würdigen. Nicht zu sagen, wo sein Weg ihn politisch hingeführt hätte, wäre er nicht so frühzeitig verstorben. So stand er im dänischen Exil in enger Verbindung mit dem späteren Mitglied des SED-Zentralkomitees Otto Buchwitz.

    Jener “Richard Schapke”, der unter die-kommenden “zeitnah Texte verfasst” hat, stellte fest, daß ihn “teilweise mit K-Gruppen, Antiimperialisten und Anarcho-
    Syndikalisten mehr” verbindet als mit dem Groß des “Nationalen
    Widerstandes”, woraus er das Fazit zog, auf dieser Grundlage “eigene Strukturen” zu schaffen.

    Später zog er sich, immer weiter nach links tendierend, ernüchtert aus der politischen Arbeit zurück. Durchaus nachvollziehbar, möchte man meinen. Die Alternative wäre gewesen, seine Anonymität aufzugeben für ein Projekt oder Ansinnen, was kaum oder keine Aussicht auf Erfolg verspricht. Nämlich, links eine patriotische, antifaschistische, antirassistische Alternative zu kreieren.

    Das in Kurzfassung zu den beiden Richard Schapkes, dem “echten” und dem Pseudonym. Einige Parallelen sind ja tatsächlich erkennbar.

    E. Niekisch und K. O. Paetel über O. Strasser:

    “Dem Gesetz verhaftet, nach dem die Hitlerbewegung angetreten war: nämlich antimarxistischer Stoßtrupp zu sein, blieb er [Otto Strasser] bei der Neuformulierung des Nationsbegriffes auf halbem Wege stehen. Statt der Ablösung des bürgerlichen Führungsanspruchs durch den der Arbeiterschaft verlangte er einen komplizierte „ständische“ Ordnung, die niemanden befriedigen konnte und denaturierte den Begriff des Sozialismus, als er statt Sozialisierung “Anteil am Besitz, Anteil am Gewinn, Anteil an der Leitung” verlangte.”
    Aus: (Karl. O. Paetel, Versuchung oder Chance? Zur Geschichte des deutschen Nationalbolschewismus, S. 219)

    “Der deutsche Sozialismus Otto Strassers und des Tat-Kreises machte dem Kleinbürger begreiflich, daß die Schwärmerei für die deutsche Seele billiger komme als der Klassenkampf, den die marxistische Teufelei im Schilde führe. Die politisch und gewerkschaftlich geschulte Arbeiterschaft sah voraus, daß der “deutsche” Sozialismus bestenfalls auf einige sozialtechnische Maßregeln hinauslief, die den bestehenden Zustand nicht wesentlich änderten, sondern ihn nur künstlicherweise in eine andere Beleuchtung rückten.”
    Aus: (Ernst Niekisch, Das Reich der niederen Dämonen - eine Abrechnung mit dem Nationalsozialismus)

    “Unser Kreis hatte sich ungefähr einen Monat lang mit den Strasser-Leuten solidarisiert, dann sind kurz vor der Reichstagung der KGRNS unsere Leute ausgeschlossen worden, weil wir die Absicht hatten, gegen die abstruse Sozialismus-Forumulierung Otto Strassers von 49 Prozent Gewinnbeteiligung der Arbeiter anzugehen. Obwohl ohne jede Massenwirksamkeit hat der Kampfverlag-Kreis damals zweifellos das Beste an revolutionären Elementen gesammelt, was sich in die NSDAP verirrt hatte. Otto Strasser hat sie auf einen fast unbegreifliche Weise ausgeschaltet.”
    Aus: (Karl O. Paetel, Reise ohne Uhrzeit - Eine Autobiographie)

  • 2 Ruppert // Nov 14, 2007 at 14:37

    Habe keine andere Gelegenheit als hier rein zuschreiben, da es keinen Artikel dazu gibt. Sagt mal warum wird hier über die Geschehnisse in Prag, die leider als Niederlage zu bewerten sind, berichtet.
    Man muß doch daraus lernen, wie wird mit dieser Militanz und Stärke, die diesmal von der Antifa da war, umgegangen.
    Mensch waren doch genug AN’s aus Deutschland da.

  • 3 Ruppert // Nov 14, 2007 at 14:39

    meine natürlich … über die Geschehnisse in Prag NICHT berichtet.

    Möglicherweise deshalb, weil Altermedia bis zum gestrigen Tage aus technischen Gründen nicht aktualisiert werden konnte, und auch augenblicklich noch nicht wie üblich arbeiten kann. Wenn Dir dieses Thema als so dringend notwendig erscheint, dann tu Dir keinen Zwang an und verfasse einen Artikel dazu. - Der Hausmeister

  • 4 Jürgen Schwab // Nov 14, 2007 at 15:00

    Zunächst ist es lobenswert, daß solche Bücher wieder aufgelegt und auf Altermdia besprochen werden. Ich möchte allerdings darauf hinweisen, daß zwischen Richard Schapke und “Richard Schapke” doch zu unterscheiden ist. Jener wirkte in den 1930ern im Umfeld von Otto Strasser, dieser in jüngerer Zeit.
    Insofern ist der Autor “Richard Schapke”, der um das Jahr 2002 auf der Weltnetzseite der “Kommenden” Beiträge veröffentlicht hatte, nicht mit dem Autor der 1930er Jahre identisch. Welcher “Richard Schapke” als Autor des erwähnten “Junges Forum”-Heftes gemeint ist, der jüngere odere der ältere, da bin ich momentan überfragt.

  • 5 Gunvald Larsson // Nov 14, 2007 at 16:00

    Ein hochinteressantes Buch.

  • 6 jochen // Nov 14, 2007 at 16:05

    Beide Strasser Brüder waren scheinbar überfordert. So ist es auch gut zu hören, daß Otto in Richard Schapke wenigstens einen Anhänger hatte.
    Die Zeit ist über diese beiden Sonderlinge hinweg gegangen, das Buch zu lesen ist verschwendete Zeit.

  • 7 Otto // Nov 14, 2007 at 17:01

    Auf jeden Fall wieder ein Werk aus der Reihe, welches Zeitzeugen direkt Berichten lässt und einige Geschehnisse jener Zeit besser begreifen lässt.
    Alles Bücher die im Original so nicht zu bekommen sind.
    Mein Urteil: sehr lesenswert!

  • 8 Wolfgang // Nov 14, 2007 at 17:11

    Diese “alle sind gleich”-Parolen kommunistischer Nationalisten vom Schlage Strassers führen nirgendwohin. Die Gleichmacherei ist ja eben eines der Grundübel, mit welcher der Feind jegliche Ordnung zersetzt. Die Hierarchie ist ein Naturgesetz. Aber es muss eben eine echte, organische Hierarchie sein, wie sie eigentlich nur in kleineren Volksverbänden richtig gedeihen kann.

  • 9 wolzow // Nov 14, 2007 at 17:24

    “Ab 1932 konnten in der Schwarzen Front, auch jüdische Deutsche beitreten,…..”

    Ich weiß jetzt nicht so genau was man davon halten soll, aber sollten wir nicht lieber die Juden außen vor lassen, gelten doch gerade sie als die Erz-Feinde eines Deutschen Nationalsozialismus.

    “Strasser sah Thomas Masaryk als tschechischen Ur-Nationalsozialisten”

    http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Masaryk

    Ich weiß nicht wie das mit unserem, uns im Blute liegenden Nationalsozialismus vereinbar ist.

    Mit dem hat die “Schwarze Front” auch paktiert:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Hiller

    “Strasser muss gewusst haben, dass Hiller einerseits ein Deutscher jüdischer Herkunft gewesen ist und andererseits auch homosexuell, beides hat ihn aber nicht gestört.”

    Ich glaube das die “Nacht der langen Messer” berechtigt war, allerdings kam ja der Otto Strasser mit dem Leben davon und die brd wollte ihn auch nicht recht mögen, tja man liebt den Verrat, nicht den Verräter.

    Eine Neuauflage des “Schwarzen Korps” wäre mir dann doch lieber.

  • 10 Grünkreuz // Nov 14, 2007 at 17:36

    102 Seiten, Hardcover, 15,00 €
    Faksimile der Ausgabe von 1932
    Uwe Berg-Verlag, Toppenstedt
    ISBN: 3-922119-27-1
    18,00 EUR

    Na was denn nu, 15 oder 18 EUR?

  • 11 Schörner // Nov 14, 2007 at 20:05

    Ist darin auch zu lesen, wie der hochgejubelte Oberrevolutionär Gregor Strasser ins Kabinett Schleicher drängte und dafür auch das Parteiprogramm zu verraten bereit war, wenn nur ein Ministerposten rausgesprungen wäre?
    Für die eigenen Pfründe die Bewegung kurz vor dem Ziel zu zerstören, dazu gehört schon sehr viel Durchtriebenheit.

  • 12 SD // Nov 15, 2007 at 15:03

    Sowohl der alte, “echte” Schapke als auch erst recht das Pseudonym Schapke sind Gift für unsere NS-Weltanschauung. Der eine ist auf der Flucht von uns ersoffen, der andere ist frustriert ausgestiegen. Kein Wunder, dass der Verräter unserer Weltanschauung und Bewegung, Detlef Nolde sich positiv vor allem auf den “neuzeitlichen” Schapke bezieht.

  • 13 Fragender // Nov 15, 2007 at 16:01

    Wieso soll der “neue” Schapke denn ausgestiegen sein. War der nicht am Fahnenträger beteiligt zusammen mit Kameraden vom KDS ?
    Ich finde der NS hat mehrere Ansichten, nicht nur den Bezug zu Hitler.

  • 14 Faravahar // Nov 15, 2007 at 16:41

    …wobei es auf eine klare Befürwortung der Person Otto Strassers (aus dessen Feder das Vorwort stammt) und Ablehnung Hitlers hinausläuft.

    Somit kann man das Buch schon weg schmeißen.

    ps

    War ja auch klar, daß dem Schwabi das Buch gefällt…

  • 15 Eberndorfer // Nov 15, 2007 at 18:41

    Ich möchte nicht, dass der einzige deutsche Nationalsozialist, Otto Strasser:

    a) der mit seinem Bruder Georg ein enger Vertrauter Hitlers war,
    b) der Hitler schon frühzeitig als einen Lügner und Verräter am deutschen Nationalsozialismus erkannt hatte,
    b) der schon in Deutschland gegen Hitler gekämpft hatte,
    c) der von Hitler und seinen Schergen am Leben bedroht wurde
    d) und der deshalb 1930 vor Hitler und Nazi-Deutschland flüchtete,

    von heutigen Hitler-Antigonen in irgendeiner Weise mit den Verbrechen und Morden der nachfolgenden Hitlerjahre in Zusammenhang gebracht wird.

    Aus diesem Grunde (und aus Zeitvertreib) mache ich mir die ‚Mühe’, in vermutlich drei Teilen, aus Otto Strassers „Hitler und Ich“ jenen Teil aus dem Französischen ins Deutsche zu übersetzen (obwohl ich inzwischen im Internet eine vollständige englische Übersetzung gefunden habe, das deutsche Original leider nicht), der am Deutlichsten zeigt, warum Otto Strasser den von Hitler an Industrie-Kapitalisten verkauften deutschen Nationalsozialismus, und Hitler selbst, verlassen hat.

    Otto Strasser hat später im Ausland noch weitere Arbeiten über seinen, den ‚sozialistischen’ Nationalsozialismus geschrieben, fuer den er in Thomas Masaryk ein ideales Vorbild gefunden zu haben glaubte.

    Ich kenne Otto Strassers Nationalsozialismus nur von jenem Text her den ich hier übersetze. Er interessiert mich, als ein vom Baum der Geschichte durch Würmer zerfressener und heute gänzlich überflüssiger Apfel, nicht mehr und nicht weniger.

    Otto Strasser,
    „Hitler und Ich“
    Kapitel VII. „Kampf mit offenem Visier“ !

    Ich weiß nicht, ob die Taktik machiavellistisch oder ganz einfach ‚hitlerisch’ war; denn nie hatte Hitler etwas Besseres erfunden als Goebbels zum Gauleiter von Berlin zu machen. Auf diese Art war der frühere Sekretär meines Bruders Georg sozusagen unser Chef geworden. Es mache ihm Freude, auf eine willkürliche administrative Weise gegen alle unsere Aktionen vorzugehen. Er hatte auf seiner Seite die SA, deren reich gewordener Chef, Hitler, in ganz Deutschland solche Formationen aufgestellt hatte

    Im Juli 1927 gründete Goebbels in Berlin eine Tageszeitung namens „Der Angriff“, die die Aufgabe hatte, unserer „Arbeiterzeitung“, dem offiziellen Organ der NSDAP im Norden, die seit März 1926 existierte, Konkurrenz zu machen.

    Natürlich entging unserem neuen Gauleiter keine Gelegenheit unsere Leute zu schikanieren und unsere Zeitungsausträger einzusperren. Er verheimlichte uns sogar, die unter seiner Führung organisierten offiziellen Partei-Zusammenkünfte derart, dass die Mitglieder der Partei, die sehr genau informiert werden wollten, von da an auf die „Arbeiterzeitung“ verzichteten und nur noch die Zeitung „Der Angriff“ kauften. Georg und ich hatten oft an Hitler geschrieben, um gegen die inakzeptablen Prozeduren seines neuen Favoriten zu protestieren. Hitler aber liebte die Zweideutigkeit: „Sicher, eure Zeitung das offizielle Organ der Partei in Berlin. Trotzdem kann ich Goebbels nicht verbieten, sein eigenes Blatt zu haben.“ Wir fragten uns, wie die Zeitung des Gauleiters der Hauptstadt ein privates Blatt sein konnte?

    Monate vergingen und Goebbels organisierte in Berlin einen Terror in Miniatur, einen Guerilla-Kampf gegen unsere Leute. Er verbannte den einen oder anderen unserer Mitarbeiter, verkleidete die Milizen der SA die dann unsere Freunde auflauerten und verprügelten. Er versuchte sogar in mehreren Fällen meiner Person habhaft zu werden, was ihm aber nie gelang. Wenn wir verlangten diese nächtlichen Überfälle ans Tageslicht zu bringen, antwortete man uns: „Die Kommunisten verfolgen euch. Lasst euch durch die SA bewachen!“ Mit anderen Worten, lasst Spione zu euch, und wir lassen euch in Ruhe.

    Der groesste Teil meiner Mitarbeiter wohnte in den Außenbezirken von Berlin die zum Kreis Brandenburg gehörten, dessen Gauleiter ein hundertprozentiger ‚Strassianer’ war. Ich versuchte meine Position in Berlin weiterhin zu halten.

    Im Frühjahr 1928 kam Adolf plötzlich und ohne sich anzumelden in unser Büro. Ich wusste nicht einmal, dass er in Berlin war.

    Er grüsste mich nicht; schritt schnell zum Schreibtisch meines Bruders; setzte sich und platzte, zu mir gewandt, los:

    „Das kann so nicht weitergehen.“

    „Worum geht es, Herr Hitler?“

    „Eure ununterbrochenen Streitereien mit den Leuten meiner Umgebung. Vor einem Jahr war es Streicher, der euch nicht gefiel, dann war es Rosenberg und jetzt ist es Goebbels. Mir reicht es!“

    „Der eine hat nichts mit dem anderen zu tun, Herr Hitler. Julius Streicher ist ein schmutziges Individuum. Beim Nürnberger Kongress vor einem Jahr servierte er mir als „einen delikaten Aperitif“, sexuelle jüdische Verbrechen. Ich antwortete ihm, dass ich seine Zeitung geschmacklos finde, dass ich Literatur liebe, nicht Pornographie.“

    „Und Rosenberg“, antwortete Hitler, dem das Kapitel ‚Pornographie’ unangenehm war, „was gefällt Ihnen an ihm nicht?“

    „Seinen Paganismus, Herr Hitler.“

    Hitler erhob sich und schritt aufgeregt auf und ab.

    „Die Ideologie Rosenbergs ist ein integraler Teil des Nationalsozialismus“, schrie er, indem er die Worte skandierte.

    „Ich glaube, sie haben mit Rom Frieden geschlossen?“

    Hitler blieb stehen und blickte mich an:

    „Das Christentum, so wie ich es ausgearbeitet habe, ist im Moment ein Punkt unseres Programms. Aber man muss weiter blicken. Rosenberg ist ein Vorreiter, ein Prophet; seine Theorien sind der Ausdruck der deutschen Seele. Ein wahrer Deutscher kann sie nicht verurteilen.“

    Ich war über seine Duplizität schockiert und verzichtete auf eine Antwort.

    Hitler machte eine Geste, wie wenn er das was er gerade gesagt hatte, wegwischen wollte.

    „Kommen wir wieder zur Sache. Es ist die Affäre Goebbels, die mich hierher brachte. Ich wiederhole: Das kann so nicht weitergehen.“
    „Sehr richtig, aber es liegt an Goebbels das einzusehen. Er kam nach mir hierher. Er gründete seine Tageszeitung nach meiner. Ich verlange weiter nichts als mein Recht.“

    Hitler lächelte trocken.

    „Es geht hier nicht um ein Recht, sondern um Macht. Was machen sie an jenem Tag, an dem zehn von Goebbels’ SA-Leuten Sie hier in Ihrem Büro attackieren?“

    Ich zog langsam einen großen Revolver aus meiner Schublade und legte ihn neben mich.

    „Ich habe acht Patronen, Herr Hitler; damit würde es acht SA-Leute weniger geben.“

    Hitler hatte sich erhoben, reckte sich und schrie:

    „Ich weiß, dass Sie dumm genug sind zu schießen. Ich weiß auch, dass sie nicht zögern würden sich zu verteidigen. Sie können aber nicht meine SA erschießen.“

    „Ihre oder die von Goebbels? Wenn es Ihre sind, rate ich Ihnen, sie nicht hierher zu schicken. Wenn es aber die von Goebbels sind, liegt es an Ihnen zu verhindern, dass sie hierher kommen. Soweit es mich betrifft, schieße ich auf jeden der mich attackiert will. Ich kümmere mich nicht um Uniformen. Ich habe keine Angst vor den.“

    „Otto“, sagte Hitler plötzlich, der mich zum ersten und letzten Mal mit meinem Vornamen ansprach, „seien sie doch vernünftig. Reflektieren Sie, im Interesse Ihres Bruders.“

    Er hatte meine beiden Hände ergriffen.

    Ich blieb unbeweglich. Sein verschleierter Blick, seine bebende Stimme; diese eingeübte Komödie wirkte bei mir nicht.

    „Sie, Herr Hitler, reflektieren. Ich werde es auch tun.

    Nachdem er gegangen war, entschloss ich, mich gegen seine Scheinheiligkeit mit offenem Visier zu kämpfen, mit anderen Worten, entweder um zu gewinnen, oder mich von ihm zu verabschieden.

    Es war ein langer Prozess. Ich war so eng mit meinem Bruder verbunden, dass die Aussicht mich auch von ihm zu trennen mich mehr als einmal zurück hielt…

    Aman, dessen Publikationen wir bekämpften, hetzte den „Führer“ systematisch gegen uns auf. Ich protestierte nicht dagegen. Denn, war es nicht nötig, die Furunkel eines Tages zu öffnen?

    Als ich 1929 nach München zitiert worden war, hatte Hitler, bevor er mir zu verstehen gab, dass er sich nicht täuschen könne, denn was er tue sei historisch, mir vorgeschlagen, meinen „Kampf-Verlag“ kaufen zu wollen, was ich glatt abschlug. Ich war entschlossen, nur solange in der Partei zu verbleiben, solange es mir möglich war, ehrlich dafür zu kämpfen was ich fuer ehrlich hielt. Ohne die Direktion der Presse, würde ich genauso wie viele andere nur noch ein Befehlsempfänger jenes Mannes sein, den seine Günstlinge im Süden schon „Führer“ nannten.

    In Jahre 1930 war die Situation mittlerweile zum Bersten gespannt geworden.
    Im April erklärten die sächsischen Gewerkschaften einen Industrie-Streik. Ich war entschlossen, ihn mit dem vollen Gewicht der nationalsozialistischen Partei im Norden zu unterstützen und meine Zeitungen fuer diese Sache zur Verfügung zu stellen. Der „Sächsische Beobachter“, eine meiner Zeitungen, marschierte ganz vorne mit den Streikenden mit. Man kann sich die Wut der Industrie-Bonzen, mit denen Hitler sich verbunden hatte, vorstellen. Die SA wurde seit einiger Zeit nur noch durch die Großzügigkeit von Thyssen und Konsorten finanziert. Die Reichswehr zeigte der SA entschieden den Rücken, indem sie ihre Gunst fuer die Formationen der extremen Rechten, den „Stahlhelm“, reservierte.

    Hitler war nun an seine neuen Freunde angewiesen. Jetzt erhielt Hitler von der Föderation der sächsischen Industrie ein Ultimatum, dessen Bedingungen sehr kurz und klar gehalten waren:

    „Entweder wird der Streik-Aufruf aufgehoben und durch die nationalsozialistische Partei und ihren Zeitungen bekämpft, vor allem durch den „Sächsischen Beobachter“, oder die gesamte Föderation der Industrie des Reiches stellt seine Zahlungen an die NSDAP ein.“

    Ein Insult der Partei wie dieser, konnte nicht verborgen bleiben. Wir kannten den Inhalt dieses erniedrigenden Ultimatums. Wir wussten, dass Adolf sich an die Kapitalisten verkauft hatte, und wir wussten, dass wir von ihm nichts mehr zu erwarten hatten. Denn, er akzeptierte dieses Ultimatum.

    Eine Resolution der Parteidirektion fuer das gesamte Reich verbot allen Mitliedern der NSDAP am Streik teilzunehmen. Sie trug die Unterschrift „Adolf Hitler“.

    Der feige Mutschmann, Gauleiter von Sachsen, erreichte, dass diese Entscheidung durch eine kleine Mehrheit bejahrt wurde; und wir mussten Sachsen als einen Gewinn fuer Hitler abschreiben.

    Enttäuscht über die Feigheit der einen und den Betrug der anderen, verweigerten einige Freunde und ich uns zu unterwerfen. In unseren Zeitungen unterstützten wir weiterhin den Streik der Sachsen und attackierten Hitlers Vorgehen und seine Leute mit einer bis dahin unvorstellbaren Vehemenz.

    Unter den Methoden die Hitler benützte spielte das Moment der Überraschung eine wichtige Rolle.

    Am 21. Mai 1930, um 8:45 Uhr, gerade als ich mich auf dem Weg zu meinem Büro in Oranienburg machte, wurde ich zum Telefon gerufen.

    „Hallo, hier ist Rudolf Hess, Herr Hitler verlangt, dass Sie sofort zu einer dringenden Besprechung ins Hotel Sansousi kommen.

    Adolfs Berlin-Visite war streng geheim gehalten worden. Dieses Mal kam er nicht in mein Büro um mich zu überraschen. Er lud mich zu einer Aussprache ein, von der ich wusste, dass sie alles entscheidend sein würde.

    „Besser früher als später“, dachte ich und befolgte seinen Befehl ohne zu zögern.

    Adolf empfing mich im Salon des Hotels. Wir waren allein. Er wies mich an mich zu setzen und nahm mir gegenüber auf einem Sessel Platz…

    http://www.archive.org/details/texts

    Die gesamte englische Uebersetzung von “Hitler und Ich”::
    http://ia341220.us.archive.org/3/items/HitlerAndI_720/HitI.pdf

    (Fortsetzung folgt)

  • 16 Gunvald Larsson // Nov 15, 2007 at 19:05

    @Farahavar :

    Du solltest langsam mal über den Hitler’schen Tellerrand hinausschauen…

  • 17 Faravahar // Nov 15, 2007 at 19:42

    @Gunvald Larsson

    Du solltest langsam mal über den Hitler’schen Tellerrand hinausschauen…

    Und wofür wäre das gut???

  • 18 Gunvald Larsson // Nov 15, 2007 at 20:20

    @Farahavar :

    Um die Zukunft zu gewinnen, und
    weil der Nationalsozialismus Hitler’scher Prägung nur MIT ihm Sinn machte. Ohne diese Gestalt ist es sinnlos dieses noch einmal neu aufzulegen, alles andere ist nur “politischer Historismus” dem es an Substanz, verkörpert durch diese Gestalt, fehlt.
    Ausserdem ist Hitler zu sehr belastet, sicher auch ungerechtfertigt, aber wir müssen uns von dieser Person endlich lösen, sonst nehmen wir uns die Chance jemals in diesem Land wieder eine entscheidende Rolle spielen zu können. Die Voraussetzungen heute sind ganz andere.
    Und für ein Traditions- und Erinnerungsschwelgverein ist der Nationale Widerstand zu schade.
    Erinnerung ja, starres Festhalten an Altem und Überholtem Nein.

  • 19 Westfront // Nov 15, 2007 at 21:07

    “Und für ein Traditions- und Erinnerungsschwelgverein ist der Nationale Widerstand zu schade.”

    Dafür haben wir ja den KDS.

  • 20 wolzow // Nov 15, 2007 at 21:36

    @Gunvald Larsson:
    Aber Strasser ist sicher nicht die bessere Alternative. Ich habe keine Lust mit Dir darüber zu streiten, aber Strasser war ein Verräter am NS. Wir müssen am 25- Punkte- Programm anknüpfen, ob wir wollen oder nicht, alles andere ist kein NS. So sehe ich die Sache.
    Uns Deutschen liegt der NS im Blute, wir müssen ihn nur wieder beleben.

  • 21 Gunvald Larsson // Nov 16, 2007 at 3:48

    @wolzow :

    Richtig. Sowohl Strasser als auch Hitler sind nunmehr tot. Und mit einem überholtem Führerkult können wir heute keinen mehr hinterm Ofen hervorlocken. Vor allem wer? Wenn ich mich so umgucke, nun ja…
    Wir müssen in dieser Zeit einen eigenen Weg finden. Das 25-Punkte-Programm ist dabei ein guter Wegweiser.

  • 22 's Fritzle // Nov 16, 2007 at 11:41

    Eberndorfer November 15th, 2007 at 18:41:
    „Und Rosenberg“, antwortete Hitler, dem das Kapitel ‚Pornographie’ unangenehm war, „was gefällt Ihnen an ihm nicht?“

    „Seinen Paganismus, Herr Hitler.“
    ZitatEnde

    Weiß nicht, ob man das wirklich so sehen kann, daß Rosenberg ein Neuheide gewesen wäre. Den “Wotanskult” z.B. hat er sehr entschieden abgelehnt.

    Was mich dabei irritiert, ist die Differenz zwischen Artur und Alfred. Artur wird als Jude verfolgt und Alfred macht Karriere. Sehr seltsam. Vielleicht war ja Alfred einer der NAtionalZIonisten (NAZI’n) in der NSDAP? Von Reinhard Heydrich ist es bekannt (Zitat aus dem Schwarzen Korps) aber wer gehörte noch dazu und was hat das alles mit dem Holo zu tun?

    Wenn die Holo-Forschung irgendwann frei sein (und nicht mehr durch das Strafrecht bestimmt sein) wird, könnte es durchaus sein, daß wir alle an dieser Stelle unser Blaues Wunder erleben werden. Denn ich vermute, daß die Forschung auch deshalb behindert wird, weil genau hier ein unangenehmes, politisch höchst inkorrektes und problematisches Geheimnis verborgen liegt.

  • 23 ANB // Nov 16, 2007 at 14:10

    @Gunvald Larsson
    Zustimmung in diesem Punkt!!!

  • 24 Der Chef-koch // Nov 16, 2007 at 20:13

    wolzow :

    …, aber Strasser war ein Verräter am NS…

    Wie kannst du dir erlauben Strasser als Verräter am NS zu besichtigen???
    Strasser ist dem Geist des revolutionären NS immer treu geblieben. Wobei man sich sicherlich allein schon über den Ausdruck revolutionären NS streiten kann-unsere Weltanschauung ist natürlich revolutionär, warum haben diese Leute dies denn noch mal extra betont, weil sie die wahren NS´ler waren, die den NS so durch setzen wollte wie er halt in den 25 Punkten festgesetzt ist. Und wenn Strasser auch die sozialistische Komponente unsere Bewegung anspricht, und diese auch durch setzten will, ihn dafür als kommunistischen Nationalisten oder Bolschewisten zu titulieren ist nicht nur grundlegenden falsch sondern abstrakt-absurd.
    Zum Thema Hitler: Hitler ist sicherlich eine bedeutende Persönlichkeit unsere Bewegung, aber er ist NICHT die Bewegung, wir sind alle nur Diener der Bewegung, und so auch Hitler!
    Für uns steht immer die Idee im Vordergrund, niemals aber die/der Führer dieser Idee. Führer können sterben, können ihre Ansichten verändern - den weg verlassen-aber die Idee ist das was uns ewig bleib..!!!

    Wir kennen das Ziel: Nationalsozialismus!
    Wir kennen den Weg: Deutsche Revolution!
    Und um dieses Zieles, um dieses Weges, um Deutschlands Willen bekennen wir uns als
    Die Jakobiner der deutschen Revolution!

    Dr. Otto Strasser aus: Ministersessel oder Revolution

  • 25 Medicus // Nov 16, 2007 at 21:01

    @s’fritzle
    Heydrich Jude? Lächerlich……

    http://www.h-ref.de/personen/heydrich-reinhard/vorfahren.php

  • 26 wolzow // Nov 16, 2007 at 21:09

    “Und um dieses Zieles, um dieses Weges, um Deutschlands Willen bekennen wir uns als
    Die Jakobiner der deutschen Revolution!”

    Naja:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Jakobiner

    Ich weiß nicht recht ob die Jakobiner Vorbildwirkung haben sollten.
    Ansonsten sieht es mit Herrn Strasser auch nicht besser aus:
    “Strasser sah Thomas Masaryk als tschechischen Ur-Nationalsozialisten”

    http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Masaryk

    Ich weiß nicht wie das mit unserem, uns im Blute liegenden Nationalsozialismus vereinbar ist.

    Mit dem hat die “Schwarze Front” auch paktiert:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Hiller

    “Strasser muss gewusst haben, dass Hiller einerseits ein Deutscher jüdischer Herkunft gewesen ist und andererseits auch homosexuell, beides hat ihn aber nicht gestört.”

    Siehe auch obigen Kommentar von mir:
    November 14th, 2007 at 17:24

    Ich habe auch nicht behauptet Strasser sei Kommie oder ähnliches, lediglich ein Verräter und da pflichten mir hier im Strang so einige bei u.a.:
    “# Schörner :
    November 14th, 2007 at 20:05

    Ist darin auch zu lesen, wie der hochgejubelte Oberrevolutionär Gregor Strasser ins Kabinett Schleicher drängte und dafür auch das Parteiprogramm zu verraten bereit war, wenn nur ein Ministerposten rausgesprungen wäre?
    Für die eigenen Pfründe die Bewegung kurz vor dem Ziel zu zerstören, dazu gehört schon sehr viel Durchtriebenheit.”

    Sie können ja gerne Strasser verehren, das ist mir völlig Schnuppe, aber ich halte ihn nach wie vor für einen Verräter.

  • 27 Der Chef-koch // Nov 16, 2007 at 23:03

    Vielleicht wäre es mal angebracht andere Quellen zu nutzen als Wikipedia, schau bloss nicht unter Holocaust nach, denn so was ist mit unseren im Blut liegenden NS erst recht nicht vereinbar..

    Was Hiller betrifft-das Strasser mit Juden zusammen gearbeitet, ist nicht vorstellbar. Was die Homosexualität betrifft, möcht ich mich hier nicht zu äußern, kann hier nur die Schrift Kühnen´s NS und Homosexualität empfehlen..!!

  • 28 Gunvald Larsson // Nov 17, 2007 at 9:08

    Heydrich war allerdings kein Jude, er war durch diese Gerüchte über einen Vorfahren, und seine ziemlich lange Nase, reichlich angenervt (mir fällt grad kein anderes Wort ein).
    Nachzulesen in der sehr guten Biographie von Günther Deschner.

    http://www.amazon.de/Reinhard-Heydrich-Statthalter-totalen-Macht/dp/3762805172/ref=sr_1_4?ie=UTF8&s=books&qid=1195286960&sr=1-4

  • 29 Kamerad // Nov 17, 2007 at 10:45

    zu der “Chef-Koch”
    noch ein Schwuler mehr. Oh Mann. Das nervt echt.

  • 30 wolzow // Nov 17, 2007 at 12:41

    @Chefkoch:

    Gut, ich hab mich mal schlau gemacht:
    http://www.hiller-gesellschaft.de/

    Die Pyramide in der Ecke rechts oben sagt glaube ich alles über Hiller aus, oder?
    Wenn ich mir dann noch das Bild von dem Hiller anschaue:
    http://www.hiller-gesellschaft.de/titelkhg3.jpg
    sehe ich den ewigen J…..

    Hier ein anderer Beweis der Abstammung Hillers:
    “Die jüdischen Dichter Else Lasker-Schüler, Erich Mühsam und Kurt Hiller als “verbrannte” oder verfemte Dichter stehen….”
    Quelle: http://www.hiller-gesellschaft.de/buecherverbrennung.htm#buecherverbrennung

    Ab hier ist mir schlecht geworden:
    http://www.hiller-gesellschaft.de/schwule.htm#schwule
    http://www.hiller-gesellschaft.de/kreiscercle.htm#kreiscercle

    Ich weiß nicht recht, Strasser hat somit mit einem jüdischen und schwulen Freimaurer paktiert, dass passt garnicht in mein Weltbild. Ich bleibe dabei, mit oder ohne wikipedia, der Strasser ist ein Verräter.

  • 31 Wintertag // Nov 17, 2007 at 21:59

    …habe ein bischen gelesen bei -Hiller-
    In dem Dilemma seiner Verhaftung und all dem, was für jeden Menschen ein dramatischer Einschnitt im Leben ist…. Dann hat er nix weiter zu schreiben, daß er glücklich ist, wenn er Leute gefunden hat, die ihm im Knast die körperliche Arbeit abnehmen und er darüber “philosophiert” über den zugewiesenen Platz der Arbeiterschaft und geistigen Leute??? Und wenn Arbeiter dies nicht so machen, dann sind diese aufgehetzt??
    Was´n das für einer??

  • 32 Wintertag // Nov 17, 2007 at 22:05

    Zitat aus http://www.hiller-gesellschaft.de/kz.htm#kz

    “….Je weniger wir älteren Intellektler uns von der Reinmacherei zu drücken versuchten, desto eifriger sprangen die jüngeren Manuellen uns bei, nahmen uns den schmutzigeren und schwereren Teil der Arbeit ab, machten sich geradezu ein Vergnügen daraus. Nie habe ich so wenig Ressentiment von Arbeitern gegen Hirnleute gefunden. Dieser widerwärtige und im Effekt konterrevolutionäre Haß ist ja auch nicht auf den Beeten der Arbeiterschaft gewachsen, sondern von Halbgebildeten und Viertelgeistigen, aber aus den ‘intellektuellen’ Branchen, teils auch von hochgebildeten Selbsthassern in die Arbeiterschaft hineingetragen und dort gezüchtet worden.”
    Zitat ENDE

  • 33 Eberndorfer // Nov 17, 2007 at 22:45

    @ ’s Fritzle

    Otto Strasser war ein ueberzeugter Christ. Mit “Paganismus” (im deutschen Original sagt er vermutlich “Heidentum”) meint Strasser m.E. nur, dass Rosenbergs Religionsphilosophie un-christlich ist: “… eine neue ‘Religion des Blutes’ soll laut Rosenberg das Christentum ersetzen”.
    (Wikipedia)

    “Man unterschlug die grosse Verehrung, die im Werk des Stifters des Christentums gezollt wird; man unterschlug, dass die religioesen Ausfuehrungen den offenbaren Sinn haben, die grosse Persoenlichkeit ohne spaetere entstellende Beigaben verschiedener Kirchen zu erblicken.
    Man unterschlug, dass ich den Wotanskult als eine tote Religionsform hinstellte (aber naturlich vor dem germanischen Charakter Ehrfurcht habe, der Wotan ebenso gebar, wie den Faust), und dichtete verlogen und skrupellos mir an, ich wollte den heidnischn Wotanskult wieder einfuehren. Kurz, es gab nichts was nicht verfaelscht und entstellt wurde.”
    (Rosenberg zur 3. Auflage von “Mythus des 20. Jahrhunderts”)

  • 34 Frage // Nov 17, 2007 at 23:08

    Welche stichhaltigen Argumente sprechen gegen den Solidarismus, wie ihn Otto Strasser sah?

    Was spricht gegen den “Solidarismus” von Otto Strasser?

    Nur stichhaltige Argumente sind gute Argumente!
    Polemik bitte woanders abladen!

  • 35 Eberndorfer // Nov 18, 2007 at 10:47

    @ wolzow :

    “Sie können ja gerne Strasser verehren, das ist mir völlig Schnuppe, aber ich halte ihn nach wie vor für einen Verräter.”

    Verehren? Nein.
    Ich habe mit dem Nationalsozialismus nichts zu tun !!!

    Strasser war ein Nationalsozialist, der mit Hitler und seinen Absichten nichts zu tun hatte. Nur das wollte ich aufzeigen.

    Hitler war kein Nationalsozialist - Hitler war Adolf Hitler und sonst gar nichts.

    Otto Strasser soll deshalb nur dann in einem Atemzug mit Hitler genannt werden, wenn es um seine Opposition gegen Hitler geht.

    Nicht ganz so Georg Strasser. Er war Nationalsozialist wie sein Bruder Otto, bieb aber bei Hitler, der ihm nach der Flucht Ottos dann nicht mehr traute und ihn ermorden liess.

  • 36 Eberndorfer // Nov 19, 2007 at 17:15

    Aus: Otto Strasser,
    „Hitler und Ich“
    Kapitel VII. „Kampf mit offenem Visier“!

    (Fortsetzung)

    « Haben Sie, » fragte mich Hitler, « über meinen Vorschlag vom vorigen Jahr nachgedacht? Aman gab mir einen sehr lobenden Bericht über Ihren Verlag. Ich bin bereit ihn zu kaufen. Gregor, Sie und Hinkel würden je 60 000 Mark von mir bekommen. Hinkel und Sie würden Abgeordnete werden.“

    „Das kommt nicht in Frage, Herr Hitler; ich lehne das nach wie vor ab.“

    Hitler begann sofort mich zu beschimpfen.

    „Der Ton Ihrer Zeitungen ist eine öffentliche Schande. Ihre Artikel widersprechen den elementarsten Regeln der Disziplin; sie sind eine Beleidigung fuer das Programm der Partei! Meine Geduld ist am Ende. Die ‚Kampfverlag wird mit Ihrer Einwilligung geschlossen. Sollten sie das ablehnen, werde ich mit allen Mitteln gegen Sie vorgehen.„

    Ich erhob mich.

    „Herr Hitler, ich habe geglaubt, dass Sie mich eingeladen haben, um diese Situation zu klären. Ich bin damit einverstanden. Aber ich akzeptiere kein Ultimatum.“

    „Natürlich möchte ich mit Ihnen zu einer Übereinkunft kommen“, sagte Hitler ein wenig freundlicher. Es liegt mir sehr daran, einen Mann ihres Wertes fuer die Partei zu erhalten. Das ist der Grund, warum ich Sie hierher bestellt habe. Sie sind jung; Sie waren ein Frontsoldat; Sie sind einer unseren älteren Nationalsozialisten, und es scheint mir, dass Sie noch lernen und verstehen können. Von Reventlow kann ich das nicht behaupten. Er ist ein alter Mann und ein billiger Journalist, der seine starren Ideen nicht mehr revidieren kann. Er ist ein hoffnungsloser Fall, aber Sie …“

    Und wieder versuchte Hitler seine klassische Methode mich zu isolieren, die er nie aufgegeben hat.

    „Ihre Vorwürfe, Herr Hitler, sind zu allgemein. Ich kann Ihnen nur mit zwei Dingen antworten: dass die Artikel der vergangenen Wochen von Mitgliedern der offiziellen nationalsozialistischen Presse geschrieben wurden und dass jeder dieser Artikel meine volle Zustimmung hatte. Ich möchte ergänzen, dass es mich freut eine Gelegenheit zu haben Ihnen meine Position erklären zu können…“

    Die Konversation die nun folgte, dauerte genau sieben Stunden. Wir mussten sie unterbrechen und am folgenden Tag wieder aufnehmen. Ich habe den gesamten Dialog dieses letzten Duells aufgeschrieben und ihn nachher sofort an meine Freunde übergeben. Ich kann hier nicht die gesamte Konversation mit Hitler wiedergeben und beschränke mich deshalb auf die Innenpolitik des Reiches. Gleichzeitig möchte ich ein Licht auf den Mann werfen den ich konfrontierte und die gravierenden Gründe die zu unserem Zerwürfnis aufzeigen.

    Hitler schritt wie gewöhnlich im Zimmer auf und ab.

    „Der in den ‚Nationalsozialistischen Briefen’ erschienene Artikel ist ein Stich in den Rücken unseres nationalsozialistischen Innenminister, Dr. Frick. Was Schultze-Naumburg betrifft, er ist ein Künstler erster Ordnung. Wer eine Ahnung von Kunst hat, versteht, dass dieser Mann wie kein anderer die wahre deutsche Kunst weitergeben kann. Sie aber vereinen sich mit der jüdischen Presse, um die Entscheidungen dieses nationalsozialistischen Ministers zu sabotieren.“

    „Wir verteidigen in den ‚Nationalsozialistischen Briefen’ nur die Ansichten junger Künstler, die sich um Wendlands Partei gruppieren. Wir wollen verhindern, dass diese Jungen dem Interesse alter Vorgänger geopfert werden.“

    Schultze-Naumburg war ein obstinater Fanatiker mit wehendem Bart, ein prähistorischer Germane, in den Hitler die Inkarnation der Seele unseres Volkes sah.

    „Herr Strasser, Sie haben nicht die geringste Ahnung davon was Kunst ist. Die Kunst von Alten oder Jungen existiert nicht. Eine einzige Kunst zählt, die griechisch-nordische.

    In dieser Hinsicht existiert keine Revolution. Es gibt keine italienische, holländische oder deutsche Kunst, und es ist falsch von gotischer Kunst zu sprechen. Das alles ist griechisch-nordische Kunst. Alles was den Namen ‚Kunst’ verdient, kann nichts anderes sein als griechisch-nordische Kunst.“

    Ich antwortete, ohne dass ich mich in dieser Hinsicht fuer einen Experten hielt, dass Kunst der Ausdruck der Seele eines Volkes sei, der von verschiedenen Einflüssen abhänge. Dann richtete ich seine Aufmerksamkeit auf die ägyptische und chinesische Kunst.

    „Das sind die alten liberalen Ideen“, meinte Hitler. Ich wiederhole, eine solche Kunst gibt es nicht. Weder die Ägypter noch die Chinesen waren ein homogenes Volk. Der Körper dieser Völker gehörte einer niedrigen Rasse an, die von einem nordischen Kopf dominiert wurde der alle Meisterwerke schuf.

    Ich wartete ungeduldig darauf um die Konversation auf ein politisches Thema das mich interessierte zu bringen. Da ich nicht auf Hitlers absonderliche Kunst-Ideen einging, begann er, wie ich gehofft hatte, über die „Treue und Untreue“ in einem Artikel von Blank zu sprechen.

    „Wie rechtfertigen Sie Blanks Theorien?“ fragte er mich. „Mit seiner Konzeption von Treue und den Unterschied den zwischen Führer und Idee macht, verleitet er die Mitglieder der Partei zur Rebellion.

    „Nein“, antwortete ich. Es ist keine Frage der Verminderung des Prestiges des Chefs. Der freie protestantische Deutsche ist notwendigerweise daran gewöhnt vor allem der Idee zu dienen. Die Idee ist von göttlichem Ursprung, die Menschen sind nichts als die Empfänger, die Körper in denen das Wort zu Fleisch geworden ist. Ein Chef muss der Idee dienen. Denn wir sind der Idee allen verpflichtet; nur sie ist ewig. Der Chef ist sterblich und er kann sich irren.“

    „Was Sie da sagen, ist eine monumentale Idiotie die um einen grünen Konferenztisch herum konzipiert wurde. Sie wollen den Mitgliedern einer Partei das Recht erteilen darüber zu entscheiden ob der Führer einer Idee treu geblieben ist oder nicht. Das ist die schlechteste Demokratie, und wir wollen nichts mit ihr zu tun haben! Für uns ist der Führer die Idee, und jedes Parteimitglied hat nichts anderes zu tun, als dem Führer zu gehorchen.“

    „Nein“, antwortete ich, „was Sie hier sagen, ist gut fuer die römische Kirche, von der sich übrigens der italienische Faschismus inspirieren ließ. Ich halte daran fest, dass fuer Deutschland nur die Idee entscheidend ist, und dass das individuelle Gewissen befragt werden muss um zu entscheiden, ob es zwischen der der Idee und dem Chef eine Divergenz gibt.“

    „Über diesen Punkt verstehen wir uns überhaupt nicht“, schrie Hitler. Er setzte sich und kreiste mit einer Hand immer schneller um sein Knie. „Was Sie da sagen, würde zum Untergang unserer Organisation führen die auf Disziplin basiert. Ich habe nicht die geringste Lust einem irren Literaten zu erlauben unsere Organisation zu zerstören. Sie waren Offizier, und sie sehen auch, dass Ihr Bruder meine Disziplin akzeptiert, auch wenn er nicht immer meiner Ansicht ist. Nehmen sie ein Beispiel von ihm; er ist ein bewundernswerter Mann!“

    Wie vor zwei Jahren, fasste Hitler meine beiden Hände, seine Stimme endete in einem Schluchzen und Tränen rollten über seine Wangen.

    „Herr Hitler, die Disziplin ist nichts anders als ein Hilfsmittel um im Schosse einer existierenden Gruppe eine Einheit zu erzeugen. Sie kann nicht dazu dienen, um diese Gruppe zu gewinnen. Lassen Sie sich nie durch Bewunderung und Lob von den niedrigen Kreaturen die Sie umringen verführen.“

    „Ich verbiete Ihnen meine Mitarbeiter zu beleidigen!“

    (Fortsetzung folgt)

  • 37 Eberndorfer // Nov 19, 2007 at 17:16

    Aus: Otto Strasser,
    „Hitler und Ich“
    Kapitel VII. „Kampf mit offenem Visier“!

    (Fortsetzung)

    « Herr Hitler, wir sprechen Mann zu Mann. Wir sind nicht in einer öffentlichen Besprechung. Wie viele Menschen gibt es in Ihrer Umgebung, die fuer sich selbst urteilen können? Schon das Niveau ihrer Intelligenz macht dies unmöglich; und von deren Charakter reden wir gar nicht. Mein Bruder wäre weniger diszipliniert, wenn er finanziell nicht von Ihnen abhängig wäre.“

    „Wegen diesem Bruder“, sagte Hitler, dessen Augen immer noch nass waren, „will ich, einmal mehr, Ihnen die Hand reichen. Ich hatte Ihnen mehrere Male interessante Funktionen in der Partei angeboten. Sie könnten ab sofort mein Pressechef fuer das gesamte Reich werden. Kommen Sie nach München und arbeiten Sie unter meiner Direktion. Stellen Sie Ihr Talent und Ihre Intelligenz, die ich hoch anerkenne, der nationalsozialistischen Bewegung zur Verfügung.“

    „Herr Hitler, ich könnte dies nur dann akzeptieren, wenn wir eine gemeinsame Basis fuer unsere politischen Konzeptionen finden würden, die sich unterscheiden. Wenn unsere Übereinstimmung nur eine oberflächliche wäre, hätten sie später den Eindruck, dass ich Sie getäuscht hätte, und soweit es mich betrifft, würde ich nicht aufhören zu glauben, dass Sie mich getäuscht hätten. Sprechen wir vor allem über unsere politischen Ziele. Wenn Sie es wünschen, bleibe ich vier Wochen lang in München, um mit Ihnen und Rosenberg, gegen dessen Rivalität ich besonders empfindlich bin, sozialistische Probleme und die Außenpolitik zu besprechen.“

    „Nein“, sagte Hitler trocken, „dafür ist es zu spät. Ich benötige eine sofortige Entscheidung. Wenn Sie meine Vorschläge nicht akzeptieren, beginne ich ab Montag zu handeln. Hier die Maßnahmen, die ich getroffen habe:

    Die ‚Kampfschriften’ werden als ein fuer die nationalsozialistische Partei lästiges Unternehmen erklärt;

    Ich werde allen Mitgliedern der Partei verbieten, an der Redaktion, den Verkauf und der Propaganda ihrer Zeitungen teilzunehmen;

    Ich werde Sie und alle die zu Ihrem Umkreis gehören aus der Partei ausschließen.“

    Es kostete mich eine übermenschliche Überwindung mich zu beherrschen. Ich dachte dabei an Georg, der sich in diesem letzten Kampf von mir trennen würde.

    „Das alles fällt Ihnen sehr leicht, Herr Hitler. Aber es unterstreicht nichts anderes als die profunde Differenz unserer revolutionären und sozialistischen Konzeptionen. Die Gründe die Sie anführen, um die ‚Kampfschriften’ zu vernichten, scheinen mir nur Vorwände zu sein. Der wahre Grund Ihres Zornes liegt darin, dass Sie die soziale Revolution zum Vorteil des Legalismus und Ihrer neuen Kollaboration mit den rechten bürgerlichen Parteien abwürgen wollen.“

    Dieses Mal wurde Hitler gewalttätig.

    „Ich bin ein Sozialist, und ein Sozialist einer anderen Sorte als Ihr reicher Fürst Reventlow. Ich war früher ein einfacher Arbeiter. Ich kann nicht tolerieren, dass mein Chauffeur sich anders ernährt als ich mich selbst ernähre. Aber Ihr eigener Sozialismus ist ein perfekter Marxismus. Die Masse der Arbeiter verlangt nichts anderes als Brot und Spiele. Sie wird nie verstehen was ein Ideal ist. Wir koennen nicht erwarten, diese Masse zu gewinnen. Was wir tun müssen, ist die Schaffung einer neuen Klasse von Herrenmenschen, die sich nicht wie Sie von der Moral des Mitleids leiten lassen. Jene die regieren, müssen wissen, dass sie das Recht zum Kommandieren haben, weil sie einer höheren Rasse angehören. Sie müssen dieses Recht behalten und es ohne Rücksicht konsolidieren.“

    Ich war konsterniert über das was ich hörte und ich sagte es Hitler ganz offen.

    „Ihre rassistischen Konzeptionen“, fügte ich hinzu, „die Sie von Rosenberg haben, verlassen nicht nur die große Mission des Nationalsozialismus, die Konstitution einer deutschen ‚Nation’, sondern sie drohen auch das deutsche Volk zu zersetzen.“

    Hitler antwortete, als ob er einen Diskurs beginnen würde:

    „Liberalismus, Liberalismus, das ist was Sie predigen. Es geht nicht anders, wir brauchen eine Revolution, eine Rassenrevolution. Keine wirtschaftliche, politische, soziale Revolution, der Kampf wäre immer derselbe, jener der niederen Schichten, der niederen Rassen gegen die höheren Rassen, die sich an der Spitze befinden. An jenem Tag an dem die höhere Rasse dieses Gesetz vergisst, hat sie den Kampf verloren. Alle Revolutionen, und ich habe sie gut studiert, sind nichts anderes als Rassenrevolutionen. Wen Sie das neue Buch Rosenbergs lesen (Anmkg: den „Mythus des 20. Jahrhunderts“), werden Sie diese Dinge verstehen; denn es ist das überzeugendste seiner Art, viel größer als das von Chamberlain, „Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts“. Ihre Ideen der Außenpolitik sind falsch, weil sie kein rassisches Wissen besitzen. Haben nicht Sie selbst sich fuer die Unabhängigkeits-Bewegung der Inder eingesetzt, obwohl es sich dabei klarerweise nur um eine Rebellion der niederen Rasse der Hindus gegen die wertvolle anglo-nordische Rasse gehandelt hat? Die nordische Rasse hat das Recht die Welt zu regieren; und dieses Recht wird das Leitprinzip unserer Außenpolitik werden. Sehen Sie, warum irgendeine Allianz mit Russland, eine Gemeinschaft von Slawen und Tataren mit einem jüdischen Kopf, ausgeschlossen ist. Ich habe diese Slawen in meiner Heimat kennengelernt. Wenn ein deutscher Kopf sie regiert, kann Deutschland mit ihnen gemeinsame Sache machen, wie es zur Zeit Bismarcks der Fall war. Heute waere dies ein Verbrechen.“

    „Aber was sie da sagen“, Herr Hitler, „kann nicht als die Basis einer Außenpolitik dienen. Fuer mich kann nu ein einziges Problem zählen, jene einer fuer Deutschland vorteilhaften oder unvorteilhaften politischen Konstellation. Wir können uns nicht durch Überlegungen der Sympathie oder Antipathie leiten lassen. Einer der großen Ziele der deutschen Politik – das sagte ich Ihnen schon -, muss die Aufhebung des Versailler Vertrags sein. Stalin. Mussolini, Mac Donald oder Poincare, interessieren mich! Ein guter deutscher Politiker muss vor allem daran denken, was gut fuer Deutschland ist.“

    „Selbstverständlich“, gab Hitler zu, „geht es darum was gut fuer Deutschland ist. Deshalb ist ein Übereinkommen mit England unverzichtbar. Man muss eine germanisch-nordische Dominanz über Europa etablieren, und danach, zusammen mit Amerika, eine germanisch-nordische Dominanz über die Welt…Fuer uns das Land, fuer England das Meer…“

    Wir waren noch nicht am wichtigsten Punkt unserer Diskussion angelangt. Ich zog meine Uhr; sie zeigte zehn nach vier. Hitler, plötzlich erschöpft, ließ sich in einen Fauteuil fallen und atmete wie nach einem Lauf.

    „Können wir nicht“, fragte ich, „diese Konversation morgen Vormittag weiterführen? Die Außenpolitik ist fuer uns vorerst nur ein theoretisches Problem, denn wir haben keine Entscheidungen zu treffen. Der Begriff des Guten fuer Deutschland, worüber wir uns einigten, genügte mir im Moment. Die kulturellen Probleme haben fuer mich nur eine untergeordnete Rolle. Die brennende Frage jedoch ist die der wirtschaftlichen und sozialen Ordnung. Ich bin in dieser Hinsicht mit der Parteipolitik nicht zufrieden und möchte meine ernsten Einwände dagegen erheben.“

    Hitler gab mir zum dritten Mal die Hand, seine Augen waren voll von Tränen:

    „Bis morgen um sechs Uhr.“

    (Fortsetzung folgt)

  • 38 Eberndorfer // Nov 19, 2007 at 17:17

    Aus: Otto Strasser,
    „Hitler und Ich“
    Kapitel VII. „Kampf mit offenem Visier“!

    (Fortsetzung)

    Noch am selben Abend beschrieb ich meinen Freunden, Richard Schapke, Günther Kübler, Herbert Blank und Paul Brinkmann, die Konversation die ich soeben hatte, und sie baten mich sofort einen Bericht fuer ihren Gebrauch darüber zu verfassen.

    Ich schlief diese Nacht nicht, sondern nützte diese schlaflosen Stunden, um die wichtigsten Fragen die ich Hitler am nächsten Tag vorlegen wollte, vorzubereiten.

    Bevor ich das Haus verließ, hatte ich ein kurzes Gespräch mit Gregor, um seine Haltung vorzubereiten.

    Adolf Hitler beendete soeben sein Frühstück. Man brachte mich in den Speisesaal des Hotels. Als er mich erblickte erhob er sich und bat ihm zu folgen.

    Im Lesesaal erwarteten uns vier Männer, Rudolf Hess, Amann, Direktor des „Völkischen Beobachters“, unser stellvertretender Direktor, Hans Hinkel und mein Bruder Gregor.

    „Herr Hitler, ich dachte wir würden unsere Konversation allein fortsetzten“, protestierte ich als ich sie sah.

    Es schien mir, dass, wenn wir allein wären, ich die wahren Intentionen meines Gegenübers leichter durchschauen würde.

    „Diese Herren“, antwortete Hitler, „haben ein großes Interesse Ihre Argumente zu hören, und meine.“

    Einerseits war es nicht schlecht vor Zeugen zu sprechen, andererseits erkannte ich die Gefährlichkeit meiner Position, denn die Männer die ich vor mir hatte, waren von Hitler voreingenommen.

    Adolf bat mich zu sprechen.

    „Dies sind die Fragen, die ich Ihnen vorlege, Herr Hitler. Sind Sie wie ich überzeugt, dass unsere Revolution auf der politischen, wirtschaftlichen und intellektuellen Ebene eine totale sein muss? Beabsichtigen Sie eine Revolution, die sich mit derselben Energie gegen den Marxismus wie gegen den Kapitalismus richtet? Geben Sie folglich zu, dass unsere Propaganda den einen wie den anderen attackieren muss, um den deutschen Sozialismus zu erhalten?“

    Ich exponierte ihm somit das Strasser-Programm, wie es in Hannover ausgearbeitet wurde, und unsere Ideen der Verstaatlichung von Industrien.

    „Das ist Marxismus“, schrie Hitler, „nein, Bolschewismus! Die Demokratie hat die Welt in der wir leben ruiniert, und Sie wollen Sie auf die wirtschaftliche Sphäre ausbreiten. Das wäre das Ende der deutschen wirtschaft. Damit würden Sie den Fortschritt der Menschheit vernichten, der nur durch die Anstrengung des Individuums, großer Denker und Erfinder geschaffen wurde.“

    „Ich glaube nicht an diesen Fortschritt der Menschheit, Herr Hitler. Der Mensch hat sic seit tausend Jahren nicht verändert. Sein Aussehen und seine Lebensbedingungen haben sich verändert, sonst nichts. Glauben sie, dass Goethe glücklicher gewesen wäre, wenn er sich in einem Auto bewegt, oder Napoleon, wenn er einen Rundfunk gehabt hätte? Die Stadien der menschlichen Evolution ähneln jenen des Lebens eines Menschen. Ein dreißigjähriger Mensch glaubt sich gegenüber einem zwanzigjährigen im Fortschritt, ein Vierzigjähriger kann immer noch in dieser Illusion leben, ein Fünfzigjähriger spricht kaum noch über Fortschritt und ein Sechzigjähriger hat es vollkommen aufgegeben.“

    „Theorie, reine Theorie; die Menschheit schreitet voran“, antwortete Hitler, „und dieser Fortschritt wird nur von großen Persönlichkeiten geschaffen.“

    „Die Rolle dieser Persönlichkeiten, dieser Chefs, Herr Hitler, „ist aber nicht jene die Sie annehmen. Der Mensch weder erzeugt noch erfindet die großen historischen Epochen, im Gegenteil, er ist ein Bote, ein Instrument der Bestimmung.“

    Adolf Hitler versteift sich;

    „Wollen sie bestreiten, dass ich der Erfinder des Nationalsozialismus bin?“

    „Ich kann nicht anders. Der Nationalsozialismus ist eine Idee, die sich aus der Epoche heraus in der wir leben, entwickelte. Sie befindet sich in den Herzen von Millionen Menschen; sie hat sich in Ihnen verkörpert. Die Gleichzeitigkeit mit der sie sich im Bewusstsein so vieler Menschen festgesetzt hat, beweist ihre historische Notwendigkeit; sie beweist auch, dass die Ära des Kapitalismus zu Ende ist.“

    Hitler begab sich darauf in einen langen Monolog, mit dem er versuchte mich zu überzeugen, dass der Kapitalismus nicht existiere, dass die Autarkie eine Narretei sei, dass die nordische europäische Rasse den Welthandel als Tauschhandel organisieren müsse und schließlich, dass die Nationalisierung und Sozialisierung, wie ich sie sehe, nichts mehr und nichts weniger sei als ein Dilettantismus, um nicht zu sagen, ein Bolschewismus.

    Hier ist zu bemerken, dass die Sozialisierung und Nationalisierung von Gütern, zu Hitlers dreizehntem Punkt seines offiziellen Programms gehören.

    „Nehmen wir an, Herr Hitler, Sie kommen morgen zur Macht; was machen Sie mit Krupp. Lassen Sie dieses Unternehmen intakt, ja oder nein?“

    „Aber natürlich, ja“, schrie Hitler. „Glauben sie ich sei so dumm, die große deutsche Industrie zerstören zu wollen?“

    Wenn Sie das kapitalistische Regime erhalten wollen, Herr Hitler, haben Sie kein Recht mehr vom Sozialismus zu reden. Denn unsere Leute sind Sozialisten und Ihr Programm verlangt die Sozialisierung der privaten Unternehmen.“

    (Es folgt der Schluss)

  • 39 Eberndorfer // Nov 19, 2007 at 19:56

    Aus: Otto Strasser,
    „Hitler und Ich“
    Kapitel VII. „Kampf mit offenem Visier“!

    (Fortsetzung und Schluss)

    „Das Wort ‚Sozialismus’ ist das Problem“, sagte Hitler. Er hob die Schultern, schien einen Moment nachzudenken und fuhr fort:

    Ich habe nie gesagt, dass man alle Unternehmen sozialisieren müsse. Im Gegenteil, ich habe daran festgehalten, dass man jene Betriebe sozialisieren könne, die dem Interesse der Nation schaden. Wenn sie sich keines solchen Deliktes schuldig gemacht haben, halte ich das Zerstören der Wirtschaft fuer ein Verbrechen. Nehmen Sie den Faschismus! Unser nationalsozialistischer Staat, wie der faschistische Staat, wird die Kooperation zwischen beide Interessen garantieren, die des Arbeitgebers und des Arbeitsnehmers, mit dem Recht auf Schlichtung im Falle eines Konflikts.“

    „Aber im Faschismus bleibt das Problem Arbeit und Kapital ungelöst. Es wurde von ihm nicht einmal angegangen. Er hat im Moment nur die Streitereien beseitigt. Der Kapitalismus ist so intakt geblieben, wie auch Sie ihn intakt behalten wollen.“

    „Herr Strasser“, sage Hitler, den meine Antworten verärgerten, „im Bereich der Wirtschaft gibt es nur ein System, die Verantwortung auf der Seite der Untergebenen, die Autorität auf der Seite der Leiter. Ich beauftrage Herrn Amann hinsichtlich der Arbeit seiner Untergebenen mir gegenüber verantwortlich zu sein und ihnen gegenüber seiner Autorität wahrzunehmen. Herr Amann verlangt von seinem Bürochef für seine Schreiber verantwortlich zu sein und ihnen gegenüber seine Autorität wahrzunehmen, und so weiter bis zur untersten Stufe der Leiter. So ist es seit tausend Jahren und so wird es immer sein.“

    „Ja, Herr Hitler, der Prozess der Konstruktion bleibt immer der gleiche, ob es sich dabei um einen kapitalistischen oder sozialistischen Staat handelt. Aber der Arbeitsgeist kann von dem Regime abhangen unter dem man lebt. Wenn es vor einigen Jahren einer Handvoll von Männern, die sich nicht sonderlich von durchschnittlichen unterschieden, möglich war, eine Viertelmillion Ruhr-Arbeiter auf die Strasse zu werfen – wenn diese Aktion legal und konform mit der Moral unseres wirtschaftlichen Systems wäre, dann ist das System kriminell und nicht die Arbeiter.“

    „Aber“, antwortete Hitler, indem er auf die Uhr blickte und Zeichen von akuter Ungeduld von sich gab, „das ist kein Grund die Partizipation der Arbeiter an Betrieben die sie beschäftigen zu verlangen und vor allem das Recht auf Konsultation….“ Ein starker Staat muss darauf achten, dass die Produktion im Interesse der Nation geschieht. Er kann, wenn das nicht der Fall ist, mit Enteignung vorgehen und die Direktion des Unternehmens übernehmen.“

    „Das würde, Herr Hitler, so wie ich es sehe, nichts ändern. Da Sie, wenn nötig, bereit sind privates Eigentum zu enteignen, warum wollen Sie sich dazu lokaler Autoritäten bedienen, die Beurteilung eines Handlungsbedarfs diesen überlassen? Warum wollen Sie durch Leute, die vielleicht schlecht informiert sind, willkürliche Aktionen riskieren? Warum wollen Sie zweifelhaften Informanten vertrauen, anstatt das prinzipielle Recht auf Intervention einführen? Dieses Recht könnte ein integraler Teil unserer Wirtschaft sein.“

    „Das“, sagte Hitler mit einem scheinheiligen Seufzer, „ ist der Punkt wo unsere Konzeptionen nicht übereinstimmen. Die Partizipation der Arbeiter am Kapital der Unternehmen, das Recht konsultiert zu werden, das sind Grundsätze der Marxisten. Ich bin der Ansicht, dass das Recht einen Einfluss auszuüben, niemand anderem als dem Staat, der von der obersten Schichte regiert wird, anvertraut werden darf.“

    Es war ein Uhr dreißig. Zwei Männer, Stöhr und Busch, die Hitler angeblich hierher gerufen hatte, traten in diesem Moment ein. Adolf entschuldigte sich, dann, ohne ein weiteres Wort, führte er seine Besucher in sein Zimmer. Rudolf Hess folge ihm…
    ————————

    Es gab, an diesem Tag, keinen besonders lauten Wortwechsel, keinen heftigen Disput. Allerdings war die Situation klar und ich erwartete, dass Hitler, am Abend oder am nächsten Tag, seine Drohungen vom Vortag in die Tat umsetzen würde. Er tat nichts.

    Einmal noch hatte Goebbels den Auftrag, diesen Kampf auf eine feige und hinterlistige Art zu beenden.

    Von Anfang Juni an wurden einige meiner gelegentlichen Mitarbeiter von der Partei ausgeschlossen. Hitler hatte noch nicht mächtig genug, um unsere Zeitungen zu verbieten oder mich offen anzugreifen; ich hatte aber mit einem Brief von ihm gerechnet, der seinen Bruch mit mir bestätigte, oder etwas ähnliches.

    Als Schapke an der Reihe war von der Partei ausgeschlossen zu werden, weil er einen zornigen Artikel geschrieben hatte, in dem er Hitlers Methoden attackierte, erklärte ich meine Solidarität mit ihm …

    Am 3. Juli 1930 sandte ich das folgende Ultimatum an Hitler:

    „Herr Goebbels hat unter fadenscheinigen Vorwänden einige meiner Mitarbeiter von der Partei ausgeschlossen; er hat einigen anderen das Schreiben verboten. Sollten diese Maßnahmen in den nächsten 24 Stunden nicht zurück genommen werden, betrachte ich meinen Bruch mit der Partei und meinen Freunden als vollzogen.“

    Das Telegramm blieb ohne Antwort.

    Am 4. Juli 1930 habe ich aufgehört der nationalsozialistischen Partei Deutschlands anzugehören.

    (Ende)

  • 40 Frage // Nov 20, 2007 at 0:29

    Wars das?
    nicht mehr?

  • 41 Eberndorfer // Nov 22, 2007 at 11:21

    @Frage :

    “Wars das?
    nicht mehr?”

    Der folgende Link und alle Beitaege die mit ihm zusammenhaengen, sind sehr interessant:

    Georg Elsers Attentat im Bürgerbräukeller: Waren Secret Service und Otto Strasser die Geldgeber?

    http://www.georg-elser-arbeitskreis.de/texts/ge-bulhof.htm

    Soll ich mehr uebersetzen? Es gibt ein sehr interessantes Detail ueber Hitler und seine Nichte. Ich halte Otto Strasser fuer sehr vertrauenswuerdig. Er hat keinen Grund zu luegen.

    Uebrigens kann ich gut verstehen, warum Otto Strasser Hitler sehr auf die Nerven ging und nicht in sein System passte.

    Hitler benoetigte die Diktatur, Strasser konnte sich von seinem Demokratie-Ideal nicht trennen.

    Ich verstehe jetzt, warum einige Historiker Mussolini und Hitler die ersten Korporatisten nennen.

    Die Bush-Clique, personifiziert durch Cheney und Rumsfeld, ist reiner Korporatismus, d.h. sie regieren nicht, sie managen die USA wie ein internationales Unternehmen. Fuer Korporatisten zaehlt der Staat nicht mehr. Ausserdem sind Cheney und Rumsfeld Neocon-Elitisten.

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