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Im Haken kreuz und quer gelesen: Von griechischer Tragödie und römischer Dekadenz (04.10.06)

October 5th, 2006 · Post your comment (11 Comments)

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Vor einigen Wochen hatten wir ja bereits schon mal eine alte Gewohnheit wieder aufgenommen, indem wir uns mal wieder auf dem Buchmarkt so umsahen. Bedauerlicherweise hat man leider nicht häufig Zeit und Gelegenheit, sich öfter dem einen oder anderen Werk so zu widmen wie es dies eigentlich verdiente, so daß man sich wohl damit begnügen wird, nur ab und an ein Wort zu diesem oder jenem Werk zu verlieren, was einem gerade so durch den Sinn geht.

Dieser Tage fiel uns eine Ausgabe der Tragödien von Aischylos, Sophokles und Euripides in die Hände, die in diesem Jahr vom Albatros-Verlag Düsseldorf herausgegeben wurde. Dabei handelt es sich um eine Ausgabe aller vollständig überlieferten Tragödien der oben genannten griechischen Dichter in klassischer deutscher Übersetzung.* Ein Sammelwerk, daß heutzutage vielleicht nicht mehr den Geschmack der breiten Masse trifft, wohl aber in den Bücherschrank eines jeden gehört, der für sich in Anspruch nimmt, als gebildet im klassischen Sinne zu gelten. Auch sonst kann ein flüchtiger Ausflug in die alte griechische Literatur nicht schaden, erweitert man dadurch doch nicht nur sein Allgemeinwissen, sondern begibt sich auch auf eine Spurensuche in die Frühgeschichte, die möglicherweise das eine oder andere überraschende Ergebnis zeitigen könnte. So meinte selbst Adolf Hitler 1942 in einem seiner Tischgespräche während des Rußlandfeldzuges:
„Da wird irgendwo ein Schädel gefunden und alle Welt sagt: So haben unsere Vorfahren ausgesehen. Wer weiß, ob der Neandertaler nicht ein Affe war. Jedenfalls haben da unsere Vorfahren nicht gesessen in jener Zeit! Unser Land war ein Sauland, durch das sie höchstens durchgezogen sind. Wenn man uns nach unseren Vorfahren fragt, müssen wir immer auf die Griechen hinweisen.“ (nach Heinrich Heims stenographischen Aufzeichnungen in Hitlers “Monologen im Führerhauptquartier”, 18./19.01.1942)

*Aischylos: „Die Perser“, „Sieben gegen Theben“, „Die Schutzflehenden“, „Agamemnon“, „Die Grabesspenderinnen“, „Die Eumendiden“, „Prometheus“;
Sophokles: „Aias“, „Antigone“, „Die Trachinierinnen“, „König Ödipus“, „Elektra“, „Philoktetes“, „Ödipus auf Kolonos;
Euripides: „Alkestis“, „Medea“, „Hippolytos“, „Ion“, „Helena“, „Die Bakchen“ und „Iphigenie in Aulis“.

Eine These die durchaus etwas für sich hat, wohl aber diskussionswürdig ist.

Erschienen ist das Buch, wie oben schon erwähnt, beim Albatros-Verlag in Düsseldorf. Die ISBN-Nummer ist 3-491-96182-3. Der Preis beträgt 9,95 Euro.

Doch wenn wir schon bei antiken Dingen sind, so wollen wir doch keineswegs nur ausschließlich auf dem Kothurn des griechischen Dramas schreiten, gibt es doch auch hier durchaus Dinge die durchaus praktisch und – wenn man so will – auch symptomatisch für die Gegenwart sind. Gerade die Geschichte des Untergangs des Römischen Reiches bietet dafür zahlreiche Parallelen zu gegenwärtigen Zeiten. Freilich bereitet es heute vielen Zeitgenossen erhebliche Mühe, sich mit der Geschichte dieser Zeiten in umfassender Form vertraut zu machen, so daß es immer wieder zu begrüßen ist, wenn Bücher erscheinen, die in übersichtlicher und leicht faßbarer Form die Quintessenz aus aus den bleibenden Lehren dieser Geschehnisse ziehen.

Ein moderner Klassiker auf diesem Gebiet ist das Buch des nationalen Publizisten Gustav Sichelschmidt (1913-1996), „Wie im alten Rom“, das nun mehr seit seinem ersten Erscheinen im Jahre 1971 in 9. Auflage vorliegt. Sichelschmidt, der vor allem älteren unserer Leser nicht nur als nationaler Sachbuchautor, sondern auch als Mitarbeiter der National-Zeitung bekannt ist. Zu seinen bekanntesten Büchern gehören u. a. „Deutschland verblödet“ (1995), „Der Tanz auf dem Vulkan“ (1996), „Stoppt das Bonner Narrenkarrussell“ (1997) und „Tollhaus Deutschland“ (2000) um nur einige zu nennen.

In „Wie im alten Rom“ weist Sichelschmidt anhand alter römischer Autoren auf die beklemmenden Parallelen der römischen Untergangsepoche mit der bundesdeutschen Gegenwart, oder besser gesagt, der Gegenwart der westlichen Zivilisation hin. Neben den Verfallserscheinungen des Staates, behandelt Sichelschmidt in mehreren Kapiteln das Städtewesen, den Luxus, den Sittenverfall, die Familie, die Jugend, das Gesundheitswesen, Kunst und Wissenschaften sowie die Religion. Hinzu kommen verschiedene Zwischenbilanzen, die der Autor zehn bzw. 25 Jahre nach dem ersten Erscheinen des Buches anstellte. Bilanzen welche das Buch traurigerweise nur in jeder Hinsicht bestätigten und an deren Ende es letztlich heißt:
„…Am Ausgang eines solchen Lageberichts, der im Ausklang eines Jahrtausends geradezu eschatologische Visionen heraufbeschwört, stellt sich die Frage von selbst, ob unsere Ochlokraten als Befehlsempfänger mafioser Internationalisten operieren oder ob sie in ihrer Unbedarftheit nur dem dunklen Trieb von Lemmingen frönen. So muß als Fazit eines Rückblickes auf ein Vierteljahrhundert deutscher Geschichte die Frage offen bleiben, ob es uns gelingen wird, nach einem radikalen Gesinnungswandel noch einmal den Erdrutsch in die Geschichtslosigkeit abzufangen oder ob uns ein so klägliches Ende wie den großen Römern beschieden sein wird.
Ihr Reich hörte eines Tages lautlos auf zu existieren.“

Diese Zeilen schrieb Sichelschmidt 1996 in seiner Erweiterung des Buches zur 8. Auflage und betrachtet man die vergangenen zehn Jahre, so befürchten wir, daß seine Besorgnisse aktueller sind denn je. – Ein Buch das man getrost und ohne falsche Bescheidenheit den „Acht Todsünden der zivilisierten Menschheit“ von Konrad Lorenz an die Seite stellen kann.

„Wie im alten Rom“ erscheint, wie auch schon in den vorherigen Auflagen, beim Kieler Arndt-Verlag, wo auch die oben genannten Bücher Sichelschmidts ebenfalls erhältlich sind.
Die ISBN-Nummern für die gebundene bzw. broschierte Ausgabe sind:
ISBN 10:3-88741-014-9
ISBN 13:978-3-88741-014-8

Kostenpunkt 9.95 Euro, unverbindliche Preisangabe.

Weitere Werke Gustav Sichelschmidts

Quelle: Störtebeker-Netz 04.10.06



Tags: Allgemeines · Buchempfehlungen

11 responses so far ↓

  • 1 Gerald Franz // Oct 5, 2006 at 16:15

    Nicht von mir!

    Propagandalüge

    Ich habe hundertausent Züge
    von denen jeder Euch gefällt.
    Ich bin die Propagandalüge
    die wahre Herrin dieser Welt.
    Ich bin schon hunderttausend Jahre,
    viel älter als das Pentateuch
    und von der Wiege bis zur Bahre
    bin ich auf Schritt und Tritt bei euch.
    Mir dient ein Hirn von tausend Köpfen,
    mir dient der Forscher im Labor.
    Und Dummheit kommt Millionen Tröpfen,
    wenn ich es will, wie Weisheit vor.
    Doch dauernd ändert sich mein Name,
    ob es nun Frieden oder Krieg.
    Ich heiße als Plakat Reklame,
    als Flugbaltt heiße ich Politik.
    Ich streue Gift in alle Brunnen,
    an einem Tag zigtausendmal.
    Den Deutschen mach ich heute zum Hunnen
    und morgen schon zum Parzival.
    Den Feigling mach ich zum Heroen,
    den Helden feige und ganz schlecht.
    Mir dient der Mensch, doch auch Gott Eros
    ist tausendmal am Tag mein Knecht.
    Ich hetze jedes Volk zum Morden
    aufs Schlachtfeld, doch ich kann noch mehr:
    Ich mache aus vertierten Horden
    Ein sittenstrenges Kreuzzugsheer.
    Ich bin die Propagandalüge,
    die jeder kaufen kann- fürs Geld.
    Ich fälsche, lüge und betrüge
    seit Anbeginn die ganze Welt

  • 2 Peter // Oct 5, 2006 at 17:28

    @Gerald Franz

    Der Text müßte immer beim einschalten der Fernsehers,beim aufschlagen der Zeitung,beim anschalten des Radios,beim booten des PC’s erscheinen.
    Aber selbst dann würden über 90 Prozent der Menschen diese Lüge willkommen heißen.
    Ich habe immer den Witz gemacht,daß der Lagerkommandant von Auschwitz jeden Tag eine rohe Judenleber serviert bekam.
    Bis heute hat da noch niemand widersprochen.
    Und da könnte man noch eins drauflegen und hätte dasselbe Ergebnis.
    Doch auch diese Propagandalüge hat Eltern.

  • 3 Hans von Dergrete // Oct 5, 2006 at 18:00

    Peter
    Im Märchen von Schneewittchen will die neidische und hochmütige Stiefmutter des guten Kindes Leber (und Lunge) essen, damit … deren Schönheit auf sie überginge? Immerhin, der Koch musste sie ihr kochen.
    Aber Judenleber — ??? — und roh —!!!

  • 4 Squirrel // Oct 5, 2006 at 20:51

    An dieser Stelle erlaube ich mir vier Buchtitel vorzustellen, die ich sehr gerne gelesen habe : „Hagakure“ von Tsunetomo Yamamoto ( http://de.wikipedia.org/wiki/Tsunetomo_Yamamoto und / oder http://de.wikipedia.org/wiki/Hagakure ) ; „Ein Kampf um Rom“ von Felix Dahn (http://de.wikipedia.org/wiki/Felix_Dahn ) ; „Die weißen Götter“ von Eduard Stucken (http://histrom.literature.at/cgi/wrapcgi.cgi?wrap_config=hr_au_all.cfg&nr=28090 ) ; „Unter dem Sturmgott“ von Yukio Mishima ( http://de.wikipedia.org/wiki/Mishima_Yukio )

  • 5 griesgram // Oct 6, 2006 at 0:58

    Der Führer hat sich bei den “Tischgesprächen” geirrt, wenn er auf die “Griechen” hinwies, die es so wenig gab wie die “Menschheit”. Wie jeder interessierte Leser weiß, war Griechenland ein Gewirr von verfeindeten Stadtstaaten, die erst der große Philipp, von den anderen Griechen als Barbar verachtet, mit seinem Achaierheer einte.
    Richtig wäre es, auf die gemeinsame Wurzel der Indogermanen, auf die sogenannte “Kurgan-Kultur” hinzuweisen, nach dem russischen Begriff für Hügel(gräber).
    Aber soweit war die Forschung damals eben noch nicht!
    Hier liegt die Wurzel des Irrglaubens an das “Untermenschentum” .
    Die “Griechen” sind wohl aber die ersten Gründer einer Hochkultur aus diesem Rassenkreis, was der große Gefreite wohl meinte!

    Was den Vergleich des bRd Systems mit dem Untergang Roms betrifft, kann man wohl in der Tat diskutieren.
    Ich persönlich bin der Ansicht, daß das bRd selbst zu seiner Hochzeit nie auch nur ansatzweise an Rom heranreichte, zumindest nicht, was die Zivilisation betrifft.*
    Technik sei hier ausgespart, denn die ist weltweit ausgetauscht worden und baut aufeinander auf.

    *Auf den Gedanken daß die Bundesrepublik auch nur ansatzweise an das Römische Reich herankommen würde, kommt wohl kein Mensch der sich selber ernst nimmt. Das ändert allerdings nichts daran, daß die Verfallserscheinungen des alten Roms mit denen der Bundesrepublik durchaus identisch sind. Allerdings liegt dies nicht speziell an der Bundesrepublik oder am alten Rom, sondern an der ganz gewöhnlichen Tatsache, daß Völker wie alle Organismen nun einmal altern und absterben nachdem sie ihre Blütezeit hinter sich gelassen haben. Die Geschichte ist reich an solchen Beispielen, Rom ist daher im Grunde nur eines von vielen, wohl aber für den abendländischen Kulturkreis das ansprechendste. Jedenfalls nach unserer Meinung.
    Schriftleitung Altermedia

  • 6 Florian Ranzinger // Oct 6, 2006 at 1:48

    Eine wirklich sinnvolle Buchempfehlung.

  • 7 Karstjaeger // Oct 6, 2006 at 10:47

    Die hier beschriebenen kulturellen Untergangsvisionen finden regen Zuspruch und der direkte Zusammenhang zwischen Spassgesellschaft und Sittenverfall einerseits, mit galoppierendem Bevoelkerungsschwund klassischer mitteleuropaeischer Ethnien andererseits, bleibt zumindest einigen hier nicht verborgen.
    Was in den Ausfuehrungen deines Beitrags fehlt ist die Kernfrage, die Sichelschmidt heute stellt: ob es nicht sosehr die materielle Wohlstandsgesellschaft sei, welche zur Verbloedung der Deutschen gefuehrt habe wie zunaechst angenommen, sondern dass hier vielmehr gezielter Einfluss international versteckt agierender Gruppen, welche ein direktes Interesse an der geistigen, moralischen und wirtschaftlichen Schwaeche Deutschlands haben, hier am Werke sei. Auch dieser Zusammenhang .. man schielt dabei auf die amerikanische Ostkueste … wurde hier schon lange ZURECHT als gegeben angenommen.

    http://images.google.com/images?q=dumme+deutsche+sichelschmidt

  • 8 Michael // Oct 6, 2006 at 12:05

    Es sollten viel öfter Bücherempfehlungen hier bei Altermedia zu finden sein.

    Ich kann euch aber mal ein paar sehr gute Höhrbücher von “Polarfilm” empfehlen.
    “Der Krieg der Viele Väter hatte” von Gerhard Schulze-Rhondorf
    “Der zweite 30-jährige Krieg” von Gerhard Schulze-Rhondorf
    sowie “Göring im Kreuzverhör” und “Dönitz im Kreuzverhör” (Aufnahmen aus den Nürnberger Prozessen).

    Beim Kopp-Verlag gibt es momentan das Buch “Krieg dem Terror,Krieg dem Islam?” von Peter Scholl-Latour für 3 Euro als Sonderpreis,da würde ich zuschalgen!!!

  • 9 Olsen // Oct 6, 2006 at 15:22

    @griesgram
    Die Abstammung aller Europäer aus der “Kurgan-Kultur” ist eine These, die auf wackeligen Füßen steht. Entscheidende Fragen können durch die “Kurgan-Kultur”- These nicht beantwortet werden.
    Ebenso ist es eine These, daß alle Menschen aus Afrika stammen sollen. Sicherlich Bibelkonform, aber auch nur eine These von mehreren.
    Deshalb Vorsicht mit der “Kurgan- These”. Das sie modern und in aller Munde ist, ist kein Beweis für ihre Richtigkeit.

  • 10 Turnvater Jahn // Oct 6, 2006 at 23:01

    Na super! Der Dorfnazi hat eine Sammlung mit griechischen Tragödien entdeckt! Super! Das muß er gleich der versammelten Horde anderer Hinterweltler mitteilen. Ich war so begeistert, daß ich sofort an meinen Bücherschrank mußte. Tatsächlich! Ich besitze mehrere Werke aus der griechischen Antike. Gleich morgen mache ich einen Aushang im Haus.
    P.S. Ich finde es lustig, wenn in Sätzen wie dem folgendem Fehler enthalten sind: “Ein Sammelwerk, daß heutzutage vielleicht nicht mehr den Geschmack der breiten Masse trifft, wohl aber in den Bücherschrank eines jeden gehört, der für sich in Anspruch nimmt, als gebildet im klassischen Sinne zu gelten.”
    Liebe Schriftleitung! Du kannst hier noch so arrogant schreiben und dein schlechtes aufgesetztes Deutsch als höhere Bildung oder sonstwas verkaufen. Du bist und bleibst nur ein dummer Dorfdummbatz aus der hintersten Ecke des hintersten Bundeslandes.*

    *Tja lieber “Turnvater”, man tut halt was man kann, aber so lange Kommentare wie diese kommen, ist dies für uns Beleg dafür, daß es mit Abstand noch weit größere Dorf- oder Stadtdummbatze gibt, gegen die wir bloße Waisenknaben sind. In diesem Sinne danke für die Bestätigung. Übrigens, es ist nicht der Besitz gewisser Werke was eine gewisse klassische Bildung ausmacht, sondern auch das Lesen und Verstehen derselben.
    So und nun kämm dir die Läuse aus dem Bart, du Möchtegern-Turnvater.
    Schriftleitung Altermedia

  • 11 Gerald Franz // Oct 7, 2006 at 10:14

    Da hat sich wohl jemand bei der feierlichen Namensgebung leicht vergriffen. Denn gerade der gute Turnvater Jahn war Rassist vom Scheitel bis zur Sohle. “Ausländerei” nannte er die damaligen multikulturellen Anbiederungen seiner Landsleute. Und in seinen Turnvereinen wurden Ausländer erst gar nicht aufgenommen; denn es galt der Spruch: “Keiner turne am Geräte, der nicht deutsch ist von Geblüte!” Es gibt auch immer noch deutsche Turnvereine, bei denen drei alte Vereinsmitglieder für ein neues bürgen müssen, wenn dieses aufgenommen werden möchte. Dabei hätte Turnvater Jahn Hitlers Ur-Ur-Ur-Opa sein können. Vielleicht wird hiermit auch verständlich, warum Bürgermeister zusammen mit den Gemeinden alles tun, um die traditionellen Turnvereine platt zu machen.

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