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Nationale Kunst

Jürgen Schwab: Systemkritik und Oligarchie / I (31.10.06)

October 31st, 2006 · Post your comment (9 Comments)

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Jürgen Schwab

Nationale Opposition zeichnet sich vor allem in Deutschland dadurch aus, daß sie sich gegen das „System“ richtet. Das Ziel nationalen Widerstandes ist die Überwindung der BRD, weil dieses System dem Wohl der deutschen Nation im Weg steht.

Aber leider ist diese Gewißheit nicht Allgemeingut aller rechten Parteien, Organisationen und noch nicht einmal aller einzelnen Personen, die sich als „Nationalisten“ bezeichnen. Dafür, daß Teile der nationalen Rechten das System gar nicht überwinden wollen, kann bürgerliche Angepaßtheit und Rücksichtnahme auf gesellschaftliche Zwänge, beispielsweise in Familie und Berufsleben ausschlaggebend sein. Man flüchtet sich somit in die Scheinwelt, das Schicksal des deutschen Volkes zum Besseren wenden zu können, wenn man selbst einmal in der Regierung sitze. Selbstverständlich ist aber durch eine Beteiligung rechter Parteien an der Bundesregierung noch lange nicht das System überwunden. Dies kann allenfalls ein Meilenstein auf dem Weg zur Systemüberwindung sein. Davon abgesehen, daß sich das System unter Umständen auch ohne Regierungsbeteiligung der nationalen Rechten abwickeln läßt.

Selbst unter denjenigen Angehörigen der nationalen Opposition, die ernsthaft bekunden, das System abwickeln zu wollen, ist das Mißverständnis weit verbreitet, das System sei nur eine Frage des Personalaustausches. Als ob durch einen Austausch der alten durch neue Bonzen das System beseitigt wäre. Der Vorteil, den uns bürgerlich Konservative wie aus dem Spektrum der Junge Freiheit bieten, ist der, daß diese Kreise uns wissen lassen, daß sie das System nur personell verändern, aber nicht überwinden wollen. Dies kann auf Taktik – Rücksichtnahme auf den VS-Bericht – oder auf Überzeugung zurückzuführen sein. Ein größeres Problem bilden die Kräfte im nationalistischen Spektrum, die lauthals rufen: „Das System muß weg!“ – die aber überhaupt keinen Begriff vom „System“ besitzen, weshalb bei diesen Leuten die „Systemfeindschaft“ nur eine Fassade darstellt. Ein Pappkamerad eben, der dem System nicht weh tut, der allenfalls als „neonazistischer“ Popanz dem System nutzt.

Deshalb erscheint es sinnvoll, den Begriff des „Systems“ zu behandeln. Was ein System, etwa in der Biologie oder Physik, in unserem Falle ein politisches System ist – darüber gibt es zahlreiche Nachschlagewerke, die so ziemlich alle – unabhängig der Ideologie der Verfasser – zum gleichen Ergebnis kommen: Demnach ist ein System – griechisch systema – ein aus mehreren Teilen zusammengesetztes und gegliedertes Ganzes. In der Politik betrifft „System“ den Aufbau und die Organisation von Staat und Gesellschaft. Hierbei ist interessant, aus welchen Teilen bzw. Institutionen der Staat besteht, in welchem Verhältnis diese Teile zueinander stehen. Schließlich ist die Frage von zentraler Bedeutung, wer seinen Willen im Staat durchsetzen kann. Ist dies das Volk oder sind es besondere Interessengruppen, die das Sagen haben.

Hierbei ist die Feststellung wichtig, daß wer den „Staat“ BRD bejaht, gar nicht das System ablehnen kann, da dies ein und dasselbe ist. Wer also bekundet, er möchte das „System“ überwinden, hingegen den BRD-„Staat“ erhalten, der ist als Falschmünzer zu bezeichnen, denn ihm geht es in Wahrheit nur darum, durch eine populistische Strategie idealistische Anhänger zu instrumentalisieren, um wirkliche Systemkritik in die Irre zu führen. Solchen Leuten geht es nur darum, an die Fleischtöpfe des Systems zu kommen, das heißt die Posten des Systems zu besetzen.

Das politische Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland ist die „parlamentarische Demokratie“ bzw. der „Parlamentarismus“. Wer das System der BRD überwinden möchte, zielt darauf ab, den Parlamentarismus der BRD zu entfernen. Alles andere ist bloß Phrasendrescherei. Die Frage, durch welches System der deutsche Revolutionär den BRD-Parlamentarismus ersetzen möchte, ist dann aber immer noch offen, weshalb „Revolution“ nur eine Methode ist, aber über das inhaltliche Ziel noch nichts aussagt. Die inhaltlichen Alternativen zum BRD-System sollen aber nicht das Thema des vorliegenden Aufsatzes sein. Uns geht es hier und jetzt um das System der BRD. Über dieses gibt es vielerlei Irrtümer, manche werden auch gestreut, um den Widerstandswillen des nationalen Widerstandes ermüden zu lassen. Wie zum Beispiel die irreführende Behauptung, wer gegen den Parlamentarismus sei, würde sich dagegen aussprechen, daß beispielsweise die NPD zu Wahlen antritt („Kampf um die Parlamente“), Wahlkämpfe erfolgreich bestreitet und nach dem Parlamentseinzug sich dort professionell präsentiert. Wie schon gesagt: Parlamentarismus ist ein Regierungssystem und nichts spricht dagegen, das Parlament als Bühne zum Systemwechsel zu nutzen.

Fortsetzung folgt.

Quelle: Störtebeker-Netz 31.10.06

Tags: Allgemeines

9 responses so far ↓

  • 1 Dandolo // Oct 31, 2006 at 11:51

    Wenn man schon Anleihen aus den Naturwissenschaften heranzieht, dann sollte man auf jeden Fall genauer auf die aus der Kybernetik stammende Systemtheorie eingehen. Danach ist ein entscheidendes Kriterium seine Abgrenzbarkeit nach außen, Und hier würde sicht, trotz der Interdependenzen auch anderer politischer Systeme, bei der Bundesrepublik die Frage aufdrängen, ob wir es tatsächlich mit einem System oder nicht vielmehr mit einem Subsystem bzw. gar mit einem Systembestandteil zu tun haben!? Denn ein politisches System ist, wie andere Systeme auch, auf Persistenz ausgerichtet. Die Bundesrepublik ist aber von vornherein nur als Provisorium kozipiert worden. Die Verfassungsväter hatten dabei die rasche Wiederherstellung des Deutschen Reiches im Auge und die alliierten Besatzer im Gegenzug die Vernichtung deutscher Staatlichkeit schlechthin. Tatsächlich saßen letztere am längeren Hebel, so daß die Bundesrepublik bis heute ein politisches Gebilde ist, welches allein aus sich heraus nicht lebensfähig ist. Und dies meine ich nicht im Sinne strenger ökonomischer Autarkie, sondern in Bezug auf die generelle Funktion der Bundesrepublik als fremdbestimmte Administrationseiheit mit Selbstverwaltungselementen. Diese drücken sich wohl in dem aus, was Schwab als “Parlamentarismus” bezeichnet. Tatsächlich hat der Deutsche Bundestag eine herausragende Stellung im Verfassungssystem der Bundesrepublik. Dennoch sind seine Möglichkeiten, im Vergleich zum britischen Parlament, doch stark beschnitten. Vor allem beschränkt sich seine Funktion mittlerweile darin, EU-Anordnungen in einen deutschsprachigen Gesetzestext zu gießen.

    Was die Parteienproblematik angeht, so hat Schwab recht. Mich interessiert aber nicht, ob man für sich in Anspruch nehmen kann, ein Systemüberwinder zu sein, wenn man an Wahlen teilnimmt oder ob sich das System überhaupt durch Wahlen überwinden läßt, sondern für mich wäre interessant von Herrn Schwab zu erfahren, welche möglichen Szenarien er sich zur Systemüberwindung überhaupt vorstellt?!

    Dandolo

  • 2 Watzmann // Oct 31, 2006 at 12:46

    Ich habe kürzlich in einem Kommentar sinngemäß geschrieben, “BRD” sei ein Begriff und den Gehalt dessen bestimmen gewisse Personen und diese sind das System, welches den Gehalt wiederum stetig verändert. Hoffentlich verwechselt der Kolumnist da nichts.
    Zum System gehört u.a. die Behauptung und das entsprechende Handeln, Deutschland solle anderen Völkern und Staaten gegenüber “was gutmachen” und folglich sei es außenpolitisch, aber auch innenpolitisch “gebunden”. - Eine Sache, die dumm, falsch und fatal für das Deutsche Volk ist.
    Der Kolumnist Schwab meinte nun unlängst, die Deutschen könnten durch eine von ihm kurz skizzierte Politik bezüglich Israels “wirklich was gut machen”. Er hat nicht genau erläutert “was”, noch warum er solchen Festlegungen Bedeutung beimißt, doch ist nun gemäß Schwabs eigener Auslegung zu schließen, er wolle das System nicht überwinden, weil er dessen Sprache benutzt und dessen Handlungsweisen kultiviert?
    Die Szenarien zur Systemüberwindung, die Dandolo erfragt, will ich auch gerne erfahren.

  • 3 Nichtwaehler // Oct 31, 2006 at 13:24

    Ihr habt sie nicht mehr alle. Kämpft weiter für die nationale Revolution, wetzt schon mal die Messer, und feiert die „großen Siegesmeldungen“ (U. Voigt) der Partei, die im ärmsten und unbedeutensten der Flächenländer mit nicht mal einer Million Wählern mit Parolen, wie sie früher bei der CSU angesichts einer roten Regierung radikaler gewesen wären, ein bisschen Sitz, Stimme und Geld bekommt, als Auftakt zum „Systemwechsel“. Dieser kommt ja aus dem Volk (Durchschnittsalter: 42), das bestimmt bald autonom und von der wirtschaftlichen Basis entkoppelt wirkungsmächtigen Einfluss auf den Lauf der Dinge nehmen wird, wie bisher noch nie in der Menschheitsgeschichte, aber egal.

    Ignoriert alle Fakten, die materiell und empirisch eine klare Sprache sprechen, und wähnt das Herz der BRD im Zustand der Mauer im Juni 1989, als ihr keine 200 Tage mehr blieb. Stört euch, um mit einem im Vergleich wirklich unbedeutenden Aspekt zu schließen, auch nicht daran, dass sich die NPD in Sachsen kontinuierlich in Umfragen den rund 1% nähert, die sie selbst im Westen bisher noch fast immer bekommen hat.

    Man kann Achtung vor Kämpfern haben, die in einer solchen Situation die Flinte nicht ins Sandkorn werfen. Wer aber gegen erkennbar übermächtige Kalifen mit solchen Weihrauchwolken im Hirn und 45er Zinkdolch im schaumbedeckten Mund kämpft, aus den Schwaden heraus Fata Morganas leuchten sieht und sich von solchen „Denkern“ in deren offensichtlicher Ermangelung einer T4-gerechten Sehkraft Dattelpalmen und anderes Gemüse in die Tasche phantasieren lässt, wird verhungern und verdursten, um mal wie Schwab eine Geschichte aus 1001 Nacht zu erzählen. Frau Bretschneider kann’s gelassen sehen.

  • 4 Flugzeugführer // Oct 31, 2006 at 13:34

    Was ist eigendlich “Das System”??Welches der sogenannte Nationale Widerstand überwinden will?
    Was konkret soll verändert werden in Wirtschafts-,Außen-,Innenpolitik?
    Bitte jetzt nicht mit solchen Begriffen kommen
    wie Kapitalismus abschaffen und nationalen Sozialismus einführen!!
    Sondern ganz konkrete Ansagen!

  • 5 Henry Frömchen // Oct 31, 2006 at 14:42

    Das das politische System der BRD nicht mehr fähig ist, die bestehenden gesellschaftlichen Probleme zur Zufriedenheit einer Mehrheit der Bevölkerung zu lösen, wird von dieser unzufriedenen Mehrheit durchaus verstanden.

    Was man landläufig als
    “Demokratieverdrossenheit” bejammert, ist weniger Verdrossenheit an der Demokratie (wie es der etablierte Parteienklüngel glauben machen will), sondern Verachtung eben dieser unfähigen und korrupten Politikerkaste und Verzweiflung angesichts glaubhafter Alternativen.

    Das hier ein bloßer Austausch der Handelnden nicht Abhilfe schaffen kann (höchstens ein erfreulicher Anfang wäre), ist auch vielen bewußt. Deshalb gehören zu einer glaubhaften Alternative auch Aussagen über eine zweckdienliche Erneuerung des Regierungssystems.

    Die Aussage “Hierbei ist die Feststellung wichtig, daß wer den „Staat“ BRD bejaht, gar nicht das System ablehnen kann, da dies ein und dasselbe ist.” ist für mich nicht nachvollziehbar. BRD ist die Bezeichnung eines Staatsgebildes auf deutschem
    Boden, dessen juristische Basis das Grundgesetz ist. Dort sind die Grundrechte als in ihrem Wesensgehalt unantastbar festgelegt. Der Parlamentarismus gehört nicht zu den Grundrechten. D.h. man hat hier umfassende Gestaltungsmöglichkeiten.
    Man müßte schon sehr absonderliche Vorstellungen eines Regierungssystems haben, die nicht in diesem Rahmen zu verwirklichen wären.

    Warum sich also unnötig das politische Leben schwer machen und gegen das Grundgesetz und die BRD angehen, wenn man
    sich als Retter der BRD und des deutschen Volkes und Bewahrer des Grundgesetzes gegen die verkommene real existierende Politikerkaste darstellen kann? Wenn man überkommene liebgewonnene politische Floskeln über Bord wirft und sich mit halbwegs vernünftigen politischen Vorstellungen darstellt, sind die Erfolgsaussichten nicht schlecht.Und damit wäre man aus dem Bereich der sysmbolischen Politik im Bereich der realen gelandet.

  • 6 TodosAlemanesUnidos // Oct 31, 2006 at 15:34

    ” … daß sich das System unter Umständen auch ohne Regierungsbeteiligung der nationalen Rechten abwickeln läßt. ”

    u.a. @ Flugzeugführer

    Haben Sie die neuesten Schlagzeilen im Bildschirmtext noch nicht gelesen ?

    “Keine Wolken über Berlin, sondern ein Kunstzelthimmel - apa, Berlin 31.10.2006 - Wie unser Berliner Korrespondent vom Funkturm berichtet, ist der überall festgestellte graue Berliner Himmel keine Wolkendecke, sondern ganz offensichtlich ein Plastikzeltdach, das von unbekannter Seite in ca. 300 Meter Höhe über die ganze Stadt gebreitet wurde. Zur Zeit steigen die Temperaturen mit Zehntelgraden langsam an und auf den Straßen beginnt die Unruhe unter den Passanten. Wie wir soeben erfahren, hat der Bundestagspräsident die Polizei ins Gebäude des Deutschen Bundestags bestellt, um die Räume der PDS durchsuchen zu lassen. Es soll sich um die Altlasten handeln, die sich angeblich in Luft aufgelöst hatten … Das Umwelt- und Klimabüro des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach hat inzwischen bestätigt, daß auf den Satellitenfotos diese Decke genau zu lokalisieren ist, wobei man unbekannte Blinklichter an den Rändern festgestellt hat, die anscheinend auf eine Fernsteuerung hinweisen. Die Sonderschaltung ins Büro Bundeskanzlerin Merkel wird in den nächsten Minuten eingerichtet, so daß wir weiterhin die Bundesbürger unterrichten werden, so lange uns die Luft - ugh ugh - hier nicht zu dick wird …”

  • 7 Nichtwaehler // Oct 31, 2006 at 18:06

    @ TodosAlemanesUnidos

    Sehr schön angesagt. Schwab muss sich bestätigt fühlen.

  • 8 Captain Bös // Oct 31, 2006 at 19:32

    Also, um es einmal allgemeinverständlich auszudrücken: Das internationalistische, kapitalistische Besatzer- RD-System ist dasjenige, welches den Deutschen das Geld aus den Taschen und den Verstand aus den Gehirnen zieht und sie dafür im Gegenzug vor den Augen der versammelten Welt von vorne bis hinten anscheißt.

    Da gibt’s nur eine gültige Strategie, auch wenn diese von einem englischen Marineoffizier entwickelt wurde:

    „Kein Kommandant geht fehl, wenn er sein Schiff neben das des Feindes legt.“ Horatio Nelson

  • 9 PA // Nov 1, 2006 at 0:32

    @ Dandolo

    Die Charakterisierung der BRD als Subsystem ist zutreffender als die System-Begriffsanalyse von Jürgen Schwab. Die Überwindung des Besatzersystems BRD kann nicht gelingen, wenn man seine Marionettenfunktion nicht berücksichtigt. Die Lakaien der BRD-Macht dürfen nicht als selbständig handelnde Personen betrachtet werden, sonst begibt man sich auf deren Aktionsebene und wird dadurch selbst indirekt ein Werkzeug der Besatzer.

    Ich habe immer wieder darauf hingewiesen, dass z.B. die Ausblendung der militärischen Besatzungsmacht in Deutschland eine Schwächung des nationalen Bewusstseins darstellt. Ohne ein fundiertes Konzept, diesen militärischen Faktor auszuschalten, kann es keine Überwindung des Besatzerstatus der BRD geben. Im Krisenfall werden viele heutige Mitläufer des BRD-Systems sich auf die nationale Seite schlagen, wenn dieser militärische Stützpfeiler der Besatzer zusammenbricht. Dies zu berücksichtigen, ist für die Erreichung des angestrebten Zieles von eminenter und entscheidender Wichtigkeit.

    Um es einmal symbolisch auszudrücken: Sobald die erste Säule des Weißen Hauses im Zentrum des Kolonialreiches USA einstürzt, darf auch in den Kolonien keine Zeit verschwendet werden …

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