Hagenow / Mecklenburg: Der Frage, welche Erscheinungsformen der Rechtsextremismus hat, will morgen der Politologe Markus Birzer von der Schweriner Akademie für Politik, Wirtschaft und Kultur in einem sogenannten „Aula-Gespräch“ am Robert-Stock-Gymnasium in Hagenow nachgehen. Die Veranstaltung, die um 19 Uhr beginnt, steht im Rahmen des landesweiten Projektes „Netze für Demokratie und Toleranz“, einer Methode pseudo-intellektuellen Dummenfanges bei denen sich Leute wie Birzer für „Informationen“ und „Recherchen“ bezahlen lassen, die jeder beliebige Gemeindevertreter auch in eigener Regie allgemein öffentlich zugänglichen Quellen entgegennehmen kann ohne daß Land oder Kommune dafür in die Tasche greifen müßten.
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| Markus Birzer – Angesichts der Leichtgläubigkeit mit er man ihm noch immer auf den Leim geht, muß sogar er sich feixend an die Stirn tippen. |
In Hagenow gibt es derzeit etwa 20 Akteure, die sich regelmäßig im örtlichen Freizeithaus des Arbeiter-Samariter-Bundes* treffen, um sich dort in Arbeitsgruppen mit der Aufklärung von Jugendlichen über rechte Strukturen und der „generationsübergreifenden Aufklärung“ zu beschäftigen.
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| Hagenower Anti-Rechtstantentreffen im Freizeithaus des ASB |
* Für eine Organisation, deren Anliegen es eigentlich ist, Leuten unabhängig ihrer Herkunft und Weltanschauung zu helfen, schon eine recht bemerkenswerte Einstellung. Immerhin glauben die meisten Menschen die den ASB unterstützen, sie würden eine karitative Einrichtung unterstützen, tatsächlich aber unterstützen sie eine Organisation, die sich ebenso um politische Einflußnahme bemüht, wie Gewerkschaften oder gewöhnliche Antifa-Initiativen auch. Es ist daher wohl nicht verkehrt, wenn man in der politischen Diskussionen auch auf solche Organisationen eingeht, indem man darauf verweist, daß es sicherlich auch andere karitative Organisationen gibt, die man unterstützen kann, wenn man denn wirklich bedürftigen Menschen helfen will und nicht nur bestimmten politischen Kreisen.
Interessant auch die anderen Vertreter besagter Arbeitsgruppen, die aus Organisationen wie der Caritas, der dem örtlichen Seniorenbeirat, der Beschäftigungsgesellschaft GLP und dem Jugendbeirat kommen. Eine saubere Gesellschaft.– Die Schriftleitung
Ziel ist die Vorbereitung einer sogenannten „Aktionswoche“, die in der Zeit vom 24. bis zum 28. April stattfindet und die in Ermangelung tatsächlicher Interessenten der politischen Indoktrinierung der örtlichen Schulen – Klassenstufe 8 bis 13 – dienen soll. Diese werden nach gewohntem Muster durch die „Aktionswoche“ geschleust, was auch von nicht wenigen Schülern begrüßt werden dürfte, freilich weniger wegen des Inhaltes, sondern aufgrund der Alternative, daß es immer noch besser ist, sich bei solchen Aktionswochen zu langweilen, als im Mathematik- oder Deutsch-Unterricht.
Neues bietet die Aktionswoche ohnehin nicht. So wird man im ASB-Freizeithaus, wenn es denn so weit ist, lediglich darüber informiert, daß Bomberjacke und Springerstiefel in der rechten Szene derzeit out und nur „Anzug oder Klamotten bestimmter Marken“ in sind. Anlaß für die Hagenower Gleichstellungsbeauftragte Heike Schweda mahnend zu verkünden: „Dadurch entsteht die Gefahr, dass rechtes Gedankengut nicht sofort erkannt wird.” Mit anderen Worten, jeder der nicht irgendwie aussieht wie ein entlaufener Bagnosträfling oder aber ein Hakenkreuz am Revers trägt, könnte verdächtig sein. Besonders gefährliche jene, denen man ihre politische Gesinnung äußerlich ganz und gar nicht ansieht.
Darüber hinaus plant man für die „Aktionswoche“ auch Gespräche mit sogenannten „Aussteigern“, die in der Tat nicht uninteressant sein dürften, auch wenn sie weniger über tatsächliche Szenezustände aussagen dürften, als vielmehr über den Charakter der „Aussteiger“ selber. So handelt es sich bei dieser Menschensorte in der Hauptsache um Zeitgenossen, die weniger aus Gründen echten politischen Gesinnungswandels das Panier gewechselt haben, sondern mehr aus Furcht vor der Bestrafung wegen krimineller – nicht politischer – Dinge.*
* Interessant in diesem Zusammenhang sind da einige Aspekte der jüdischen Geschichte, wo man Abtrünnige immer wieder als Täuflinge und Verräter brandmarkt. Dies kommt nicht von ungefähr, da es gerade Aussagen von Leuten wie diesen sind, auf denen viele Anklagen wegen Ritualmorden oder anderen tatsächlichen oder vermeintlichen jüdischen Vergehen an Christen beruhen. Kein Wunder also, wenn man jüdischerseits nicht müde wird, die niedrige Gesinnung solcher Menschen hervorzuheben, die aus nichtigen Gründen ihren Glauben und ihr Volk verlassen haben.
Allerdings wenn dem so ist, warum sollte am Renegaten anderer Richtungen und deren Aussagen höher bewerten, wie Zeitgenossen dieser Art im Blickwinkel der jüdischen Geschichtsschreibung? – Die Schriftleitung
Um Selbstlosigkeit, Objektivität und Uneigennütziger besonders hervorzuheben, sollen die Jugendlichen dann im Anschluß an die an ihnen verübte Polit-Show auch noch eigenständig Plakate gegen rechtes Gedankengut gestalten, was von den etablierten Parteien des Landkreises vermutlich allein schon wegen des bevorstehenden Landtagswahlkampfes gern gesehen werden wird. So sollen sie im Frühsommer – also bereits während des Wahlkampfes – im Hagenower Rathaus ausgestellt werden. Für andere freilich ein klassisches Beispiel dafür, wie Schüler für politische Zwecke benutzt werden. Sinnigerweise gerade von solchen Kreisen, die für gewöhnlich immer vom „Mißbrauch“ junger Menschen sprechen, wenn nationale Gruppierungen sich um diese bemühen.
Ein weiterer Punkt zum Thema, woran man die rechtsextreme Szene erkennt, wird derzeit von einer Hagenower Schulklasse bearbeitet und zwar in Gestalt eines sogenannten „Schwarzlicht-Theaterstückes
“. Wie es in der Lokalpresse heißt, hat man dafür eigens einen „Theaterpädagogen“ für die Einstudierung bemüht, der schon während der Proben mit Jugendlichen zu Themen wie Rechtsextremismus, Demokratie und Toleranz ins Gespräch kommen will, um eine überzeugende Darbietung zu liefern. In welche Richtung diese geht, ist leicht zu erahnen, so heißt es diesbezüglich im HAGENOWER KREISBLATT unverhohlen: „Das Schwarzlicht-Theater soll kritische Gedanken zum Thema übermitteln, das gerade vor den Wahlen im September ein wichtiger Bestandteil aller Diskussionen sein sollte.“
Ein Schuß der freilich auch nach hinten losgehen könnte, zumal immer mehr Menschen inzwischen erkannt haben, daß solche Bemühungen zu nichts weiter dienen, als ein Parteienkartell an der Macht zu halten, daß sich inzwischen zur schlimmsten Landplage seit dem Untergang des SED-Regimes gemausert hat. Schwarzlicht-Theater dürfte daran nichts ändern, sondern eher als Illustration belegen, daß man auf gegnerischer Seite die Lage selber eher als so zappenduster betrachtet, daß man inzwischen selbst auf solchen Kinderkram zurückgreift, um dem politischen Gegner eins auszuwischen.
Siehe auch
Hagenower Kreisblatt (SVZ) 28.02.06
Quelle: Störtebeker-Netz 28.02.06





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