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Insel Usedom / Vorpommern: Um mögliche Erfolge der NPD bei den kommenden Kommunalwahlen in Ostvorpommern zu verhindern, will ein Verein unentwegter Berufs- und Gewohnheitsdemokraten jetzt Pläne erarbeiten, um die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Bei dem Verein handelt es sich um die Gruppierung „Demokratisches Ostvorpommern“, die u. a. die Zierde der Demokratie Günter Hoffmann, seines Zeichens selbst ernannter „Rechtsextremismusexperte“ in ihren Reihen führt. Mit dabei auch sein akademischer Genosse von der Universität Greifswald, Prof. Hubertus Buchstein.
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In der Lokalpresse heißt es zu den Vorstellungen des Rechts-
extremismus-
expertenclubs u. a.: „…Die Strategie: Je mehr Demokraten an die Wahlurnen treten, desto geringer die prozentualen Anteile der Neonazis, die schon über einen gewissen Wählerstamm verfügten. Aber es gehe auch darum, Unentschlossene zu gewinnen, so Hoffmann: “Wir wollen mit Gemeinden und Ämtern kooperieren und Bürgermeister unterstützen, damit sie für die Demokratie eintreten und auch auf möglichen Rummel um rechtsextreme Kandidaten reagieren können.” Der Fachmann betont, dass nicht nur im Anklamer Bereich, sondern auch in den Urlauberzentren auf Usedom hohe NPD-Ergebnisse zur Kommunalwahl eine reale Bedrohung seien. …“
Und der Fachmann hat Recht. So erreichte die NPD bei den vergangenen Landtagswahlen im Jahre 2006 in Orten wie Heringsdorf und Zinnowitz Stimmenergebnisse von über zehn Prozent, in Orten wie Garz und Rankwitz kam sie sogar auf mehr als 24 und 18 Prozent. Anlaß für das organisierte Gutmenschentum Ostvorpommers schon mal rechtzeitig auf die Pauke zu hauen und Alarm zu geben. Mit dabei übrigens auch die „Touristiker der Region“, die bereits am 14. Oktober auf Initative des Fremdenverkehrsverbandes Vorpommern in Greifswald eine Vereinbarung abgeschlossen haben, gemeinsam gegen die NPD kämpfen zu wollen. So erklärte man in diesem Zusammenhang, da Rechtsextremismus dem Urlaubsstandort schade und somit nicht mit der touristischen Idee von Weltoffenheit vereinbar sei.
So erklärte der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes Bernd Fischer am Dienstag in Greifswald, daß Rechtsextremisten nachweislich dem Urlaubsstandort schaden, denn: „Laut einer aktuellen Umfrage, die wir in Auftrag gegeben haben, wollen sieben Prozent der Deutschen nicht zu uns kommen, weil sie MV mit NPD verbinden“ Dies, so Fischer, so Fischer, entspreche auf Basis der jüngsten Gästezahlen einem Verlust von rund 114 Millionen Euro jährlich.
Wirklich? Bislang scheint sich diese „Gefahr“ jedoch noch nicht unter den Touristen herumgesprochen zu haben, noch nicht einmal unter den ausländischen. So meldete die OSTSEE-ZEITUNG am 8. Oktober, dass die Anzahl ausländischer Touristen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres im Vergleich zu anderen Bundesländern überproportional gestiegen ist. Nach Angaben des Tourismusverbandes von Mecklenburg-Vorpommern gab es in diesen sieben Monaten rund 494.000 Übernachtungen ausländischer Gäste, 12,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Das sind drei Prozent von der Gesamttouristenzahl. Ziel ist es bis 2010 eine Million Übernachtungen von ausländischen Gästen zu erreichen. Auch sonst kann man nur sagen, dass es seit dem Einzug der NPD in den Schweriner Landtag nirgends zu ernsthaften Einbrüchen in die Tourismusbranche gekommen ist.
Ungeachtet dessen wollen wir es Herrn Fischer jedoch gern glauben, dass ein nicht unerheblicher Teil Deutscher in nächster Zeit nicht mehr nach Ostvorpommern kommt, um Urlaub zu machen. Nur liegt dies dann nicht so sehr an möglichen rechtsextremistischen Prozentsätzen in irgendwelchen dörflichen Kommunalparlamenten, sondern schlicht und einfach daran, dass die Anzahl der Deutschen, die sich überhaupt noch einen Urlaub leisten können, von Jahr zu Jahr mehr sinkt. Dies aber der NPD in die Schuhe schieben zu wollen, wäre dann aber unseres Erachten doch ein wenig vermessen.
Die Aktion des Landestourismusverbandes demonstriert schon jetzt, dass man im kommenden Kommunalwahlkampf vor keiner Wählererpressung zurückschrecken wird, um dem politischen Gegner mögliche Stimmen abzujagen. Ob das die Wähler in Scharen an die Urnen treiben wird und wenn, auch im Sinne der NPD-Gegner? – Die Erfahrungen der letzten Jahre lassen uns da doch etwas daran zweifeln, ob diese Strategie aufgeht. Nach unserem Dafürhalten ist es eigentlich nur die NPD selber, die ihre möglichen Erfolge begrenzen kann, falls sie nicht ausreichend Kandidaten aufstellt. Bislang gelang es ihr zwar hier und da in größeren Orten einige wenige Kandidaten durchzubringen, auf dem flachen Lande fehlte und fehlt es ihr bislang schlicht und einfach an vorzeigbarem Kandidatenmaterial, um flächendeckend antreten zu können – und das – nicht etwa das politisch überkorrekte Gespreize von politisch korrekten Gutmenschen und politisierenden Touristikern, ist das eigentliche Problem, dass die NPD im kommenden Kommunalwahlkampf haben wird. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
PS: Wie es in der OSTSEE-ZEITUNG gestern hieß, kann sich der Greifswalder Uni-Professor und Rechtsextremismus-Forscher Hubertus Buchstein nicht vorstellen, weshalb in Kommunen, die wirtschaftlich gut dastehen dennoch NPD gewählt wird.
Dabei ist doch eigentlich ganz einfach zu verstehen, weil die Wähler möchten, dass dieser Zustand auch noch möglichst lange anhalten mag, ehe in diesen Gegenden Zustände herrschen, wie in gewissen Vierteln westdeutscher Großstädte oder Berlins. Gehört Professor Buchstein nicht selbst zu den Zeitgenossen, die sich der Parole „Wehret den Anfängen“ verschrieben haben?
Nun, in Ostvorpommern möchte man dies eben auch, wenngleich auch vielleicht nicht unbedingt im Sinne des Herrn Professors, aber es jedem Menschen recht getan ist bekanntlich eine Kunst die niemand kann.
Worin die „konkreten Angebote“ des Vereins „Demokratisches Ostvorpommern“, mit denen er die Nichtwähler wieder an die Wahlurnen locken will, bestehen, ist bislang noch nicht bekannt. Man darf aber gewiß gespannt sein.
Siehe auch
Ostseezeitung-Usedom 17.10.08






5 responses so far ↓
1 borger // Oct 18, 2008 at 7:44
Naja, dem Ziel, die Wahlbeteiligung zu erhöhen, könnte die NPD sich ja anschließen – und auch undemokratische Machenschaften wird sie sicher entschieden verurteilen.
Aber gerade gegen die NPD wollen diese selbsternannten Musterdemokraten mittels zutiefst undemokratischer Methoden vorgehen.
2 Vorschlag // Oct 18, 2008 at 8:57
Schafft es die NPD überhaupt bei den KW im nächsten Jahr in MV flächendeckend anzutreten? Bisher macht mir die Partei nicht den Eindruck. Auch hat sie es bisher immer noch nicht geschafft JN in MV zu etablieren.
Das erinnert ein wenig an die DVU in Brandenburg!
3 Franz Kafka // Oct 18, 2008 at 10:05
Ohne mich in meinem Grab umdrehen zu müssen, erkenne ich ein Muster.
Man gründe einen Verein, benenne ihn irgendwie “Kultur”, “Demokratie” oder “Toleranz”, und Fördermittel fließen erstmal. Ob Substanz dahinter steht und wie diese aussieht interessiert nicht, solange das Logo “Gegen Rechts” draufklebt.
Eigentlich sollte man über solche Absurditäten lachen können, zumal gebildete und informierte Bürger (deutsche Staatsbürger) sich anhand offizieller Statistiken des Gegenteils überzeugen können.
Ich warne!
Als Beispiel (eines von vielen) hier das “Kulturbüro Sachsen e. V.” http://www.kulturbuero-sachsen.de , die sich auf ihre vom Steuerzahler gelöhnten Fahnen geschrieben haben: “Arbeit für demokratische Kultur ist Arbeit gegen Rechtsextremismus.”
Auf der oben genannten Weltnetzseite dieses von Staat und Land hochsubventionierten “Vereins” ist noch mehr interessantes zu erfahren. Man lese die Satzung und sinniere.
4 Bernd Grett // Oct 18, 2008 at 19:49
Weiter so. Das garantiert der NPD ein gutes Wahlergebnis !
5 Judge // Oct 19, 2008 at 10:09
Allerorten in BW werden auf billige Art und Weise Plastikfiguren vermarktet und als Kulturgut in den Städten aufgestellt , Spatzen , Störche , Frösche , neuerdings den Löwenmenschen ….
Als weitere Bereicherung schlage ich vor , in MV einen Billigabguß des Gutmenschen aufzustellen .
Mit leicht blödem Gesichtausdruck und verklärtem Blick , damit sich dieselben auch wiedererkennen , wäre er eine Bereicherung jeder Stadtlandschaft .
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