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Nationale Kunst

Kopfzerbrechen über nationale Demo in Neubrandenburg am 27. Mai (22.03.06)

March 22nd, 2006 · Post your comment (No Comments)

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Neubrandenburg / Mecklenburg: Wie wir bereits am 15. März berichteten, soll am 27. Mai in Neubrandenburg wieder die alljährliche nationale Demonstration stattfinden. Diesjähriges Motto: “SPDPDSCDU Außer Spesen nichts gewesen - Schwerin wir kommen” Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, wo die Demonstrationen von der Pommerschen Aktionsfront bzw. dem Sozialen und Nationalen Bündnis Pommern angemeldet wurden, erfolgte die Anmeldung dieses Mal durch die Mecklenburgische Aktionsfront (MAF). Bei der letzten Landtagswahl 2002 kam die NPD in Neubrandenburg auf 0,7 Prozent der Stimmen, während sie bei den Bundestagswahlen im September vergangenen Jahres auf 2,7 Prozent kam.

Anlaß für das örtliche Netzwerk gegen Rechtsextremismus sich Gedanken darüber zu machen, was man dieser Demonstration entgegensetzt. So berichtet der NORDKURIER heute von einem Treffen, an dem auch Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD)teilnahm. Außerdem u. a.dabei so illustre Organisationen wie die Bürgerinitiative „Leben am Reitbahnweg“ oder der Verein „Fraueneinfälle“. Gemeinsam war man sich einig– wer hätte es gedacht –„daß man dem Einzug der braunen Kameraden Einhalt gebieten müsse“. Kaum zu glauben. Ob den Genossen eigentlich klar ist, daß diese Show allmählich jenem Silvesterschwank „Dinner for One“ ähnelt, der jedes Jahr wiederholt wird, obwohl inzwischen wohl schon fast jeder Fernsehzuschauer den Spruch „The same procedure as every year.“ in und auswendig kann. – Na ja, zumindest die älteren.

Das alljährliche Gezeter um die ebenso alljährliche nationale Demonstration in Neubrandenburg läuft in etwa nach gleichem Prozedere ab. Ebenso wie in den anderen Jahren diskutiert man die Verbotsmöglichkeiten, um dann wieder einmal festzustellen, daß man vor Gericht sowieso scheitern dürfte, was besonders eifrige Linke dennoch nicht davon abhält, den Gang vor Gericht vorzuschlagen, um wenigstens ein Zeichen zu setzen. Daß dies nicht wenig kostet, macht natürlich fast gar nichts, da es ja ohnehin nicht das eigene Geld ist, was man in solchen Fällen vor Gericht auf den Kopf haut.

Zwar ging man dieses Mal bislang noch nicht so weit, doch stellte man schon erst einmal andere Überlegungen an, die nicht minder lächerlich sind und schon seit Jahr bei der politischen Konkurrenz für immer wiederkehrende Heiterkeit und bei denkenden Menschen für Kopfschütteln ob der sinnlosen Geldausgaben dafür sorgen. Im Neubrandenburger NORDKURIER liest sich das so:
„…Über die konkreten Mittel wird allerdings noch beraten. Wie wäre es mit einer Gegenveranstaltung auf dem Markt? Sollte die Wegstrecke mit Plakaten zugepflastert werden? Sylvia Bretschneider würde sogar einen Teil ihres Wahlbudgets abgeben, um Pappen und Farbe zur Verfügung zu stellen. Auf keinen Fall dürfe man den Rechten einfach freien Durchlauf gewähren, so ihr Credo. Wichtig sei es, Gesicht zu zeigen und der braunen Szene deutlich zu machen, dass diese Art des Denkens weder akzeptiert noch toleriert wird. Wenn die Rechtsextremisten am 1. Mai in Rostock auflaufen werden, will man hier vor Ort mit der Aktion „Neubrandenburg bleibt bunt“ ein Zeichen setzen.“

Vielmehr Phantasie als die Genossen in Rostock zeigt man mit dem gewählten Gegenmotto freilich nicht. Sinnigerweise wählte man in Neubrandenburg ebenso wie in Rostock, bei der man sichtlich den Eindruck gewinnen kann, daß man sich hier von Durchhalteparolen inspirieren ließ, die für gewöhnlich solchen Kreisen alles andere als politisch korrekt gelten. Wie wäre es denn mit der Erweiterung: „Neubrandenburg bleibt bunt – Ueckermünde und Anklam werden wieder bunt“, und oder so ähnlich. Ja, ja, was einmal im Deutschen so drin ist geht nicht so schnell wieder weg, selbst bei Deutschen die am liebsten gar keine Deutschen sein mögen.

PS: Wie die OSTSEE-ZEITUNG heute meldet, sucht man derweil in Rostock immer noch eifrig nach „Mitstreitern“, die sich an einer sogenannten „Meile der Demokratie“ in der Rostocker Innenstadt beteiligen. Bei dieser Meile handelt es sich um einen Abklatsch von dem was etablierte Parteien und Antifagruppen bereits im Februar in Dresden abzogen. Die Resonanz war schon damals eher mäßig. So zog diese „Meile“ in der Hauptsache nur eigene Gesinnungsgenossen an. Um dies zu kaschieren und höhere Zahlen zu suggerieren zog man daraufhin in der offiziellen Medienpropaganda so ziemlich jeden Passanten als Besucher heran, auch wenn diese nur zufällig des Weges kamen und nicht das geringste Interesse an der offiziösen Selbstdarstellung der Dresdener Kartellparteien und ihres antifaschistischen Anhangs hatten. Man darf schon jetzt gewiß sein, daß das Spiel in Rostock nicht anders laufen wird.

Für morgen um 14 Uhr ist im Rostocker Rathaus ein Vorbereitungstreffen geplant, auf dem man über Gegen- und Störmaßnahmen bezüglich der NPD-Demonstration am 1. Mai beraten will.

Siehe auch
Nordkurier Neubrandenburg 22.03.06

Störtebeker-Netz 15.03.06

Ostsee-Zeitung – Ostseestrand und Binnenland - 22.03.06

Quelle: Störtebeker-Netz 22.03.06

Tags: Allgemeines

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