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Dresden / Sachsen: In Dresden wurde vorgestern der 47. Historikertag eröffnet. An der Eröffnungsveranstaltung nahm auch Bundespräsident Horst Köhler teil. In seiner Begrüßungsrede klagte Köhler u. a. darüber, dass junge Menschen „erschreckende Lücken“ im Wissen zur deutschen Vergangenheit haben.
So erklärte er in diesem Zusammenhang: „…Immer wieder weisen aktuelle Studien auf erschreckende Lücken in der historischen Bildung vor allem von jungen Menschen hin. Da geht es nicht um Defizite an Auswendiggelerntem, Aufsagbarem, obwohl auch die Kenntnis der einen oder anderen Jahreszahl noch niemandem geschadet hat. Nein, die Untersuchungen offenbaren einen beunruhigenden Mangel an Wissen über die jüngste deutsche Geschichte und lassen Schlimmes ahnen, was die Fähigkeit zur Beurteilung der Gegenwart und der staatsbürgerlichen politischen Orientierung in ihr anbetrifft. Wenn etwa bei einer Umfrage in einem ostdeutschen Bundesland nur jeder dritte 17jährige weiß, dass es die DDR war, die die Mauer errichtet hat, und wenn ein Drittel der befragten Schüler Willy Brandt und Konrad Adenauer für DDR-Politiker halten, dann ist das mehr als nur eine bedauerliche Bildungslücke. Demokratisches Bewusstsein setzt Wissen voraus – über die Geschichte unseres Landes, über die beiden Diktaturen, die es auf seinem Boden gab, und über seine demokratischen Traditionen, die weit vor die Jahre der NS-Diktatur zurückreichen und auf die wir stolz sein können – das Wissen um diese demokratischen Wurzeln vorausgesetzt. Wo dieses Wissen fehlt, da haben Extremisten von links und rechts leichtes Spiel. Auch um das zu verhindern, ist guter Geschichtsunterricht unverzichtbar. …“
Ja, so ist es wohl. Umso mehr fällt es auf, dass Köhler nicht ein Wort dafür fand, wie sich denn staatlicher Glaubenszwang mit historischer Forschung verträgt. So hat es wohl nur wenig mit „gutem Geschichtsunterricht“ zu tun, wenn dieser letztlich, wie unter totalitären Regimen auch, lediglich in der Wiedergabe irgendwelcher staatlich lizenzierter Glaubensdogmen besteht, die man eben zu glauben hat, da man ansonsten mit Repressalien zu rechnen hat.
Ungeachtet dessen entbehrt es keineswegs der Ironie, wenn Politiker wie Köhler sich immer wieder über Wissenslücken in der jüngeren Geschichte beklagen, wo doch gerade Themen wie III. Reich, Judenverfolgung und 2. Weltkrieg wahrhaftig nicht zu den Themen gehören, die in der Schule oder auch sonst in der Öffentlichkeit ausgegrenzt werden. Im Gegenteil, so vergeht wohl kaum ein Tag, an dem man als Deutscher nicht in irgendeinem Medium mit der Nase drauf gestoßen wird, was für schändliche Naziverbrecher doch seine Väter und Großväter gewesen wären und dass eben dieser Glaube daran sogar „Staatsräson“ wäre.
Ob Herr Köhler schon mal auf den Gedanken gekommen ist, dass diese Wissenslücken vielleicht gar nichts mit Dummheit oder Naivität zu tun haben, sondern schlicht und einfach Ausdruck dafür sind, von bestimmten Dingen gar nichts mehr wissen zu wollen, weil man einfach die Schnauze davon voll, immer und immer wieder mit diesem elenden Mist belästigt zu werden. Wir gehen daher davon aus, dass Leute wie der Herr Köhler, sich auch noch künftig über Wissenslücken dieser Art beklagen werden und wenn wir ehrlich sind, so finden wir das noch nicht einmal besonders traurig.
Siehe auch
Kirche M-V 01.10.08
Vollständige Köhler-Rede auf dem 47. Historikertag in Dresden, 30.09.08





17 responses so far ↓
1 Mönch Gregor // Oct 2, 2008 at 10:38
Zitat:
“…und wenn ein Drittel der befragten Schüler Willy Brandt und Konrad Adenauer für DDR-Politiker halten….”
womit sie de facto zumindest bei Ersterem richtig liegen; auch der Zweitgenannte war facto kein ” BRD -Politiker.
Aber Herrn Köhler geht es tatsächlich weniger um echte Bildung, sondern er scheint zu befürchten, daß sich bald keiner seiner unwichtigen Existenz erinnern wird, wenn den Schülern nicht unablässig die Garde der deutschen Übeltäter eingebleut wird.
2 sturmführer // Oct 2, 2008 at 10:54
Recht hat er ja, unser Bundespräsident : “Demokratisches Bewusstsein setzt Wissen voraus.” Nur – dieses Wissen vermitteln uns doch tagtäglich Geschichtenerzähler vom Schlage Guido Knopp und sollte vielleicht einer mehr wissen wollen, so haben wir dafür den § 130.
3 woelfchen88 // Oct 2, 2008 at 11:23
Recht hat , der Herr Bundespräsident, einen guten Geschichtsunterricht bräuchten wir wirklich und keinen deutschfeindlichen, aus Lügen und Verdrehungen bestehenden.
4 Reichsgedanke // Oct 2, 2008 at 11:39
Es ist mir völlig unverständlich, wie die NPD es in Erwägung ziehen kann, diese Figur in der Bundesversammlung zu unterstützen.
5 Historiker // Oct 2, 2008 at 11:53
“dass junge Menschen „erschreckende Lücken“ im Wissen zur deutschen Vergangenheit haben”
…ist höchst bedauerlich. Viele wissen nicht einmal, welches Land dem Deutschen Reich 1939 den Krieg erklärt und damit den 2. Weltkrieg begonnen hat.
Tatsächlich gibt es immer noch junge Deutsche, die wirklich glauben, Deutschland hätte den 2. Weltkrieg angefangen. Höchst bedauerlich ist das.
6 Blücher // Oct 2, 2008 at 12:11
“über die Geschichte unseres Landes, über die beiden Diktaturen, die es auf seinem Boden gab, ”
DREI Diktaturen,Herr Köhler,DREI.
BRD von Zions Gnaden wollen wir doch nicht vergessen.
7 Sächsischer Beobachter // Oct 2, 2008 at 12:14
Diese “erschreckenden Lücken” scheinen aber insgeheim schon länger bekannt zu sein, denn sonst kann ich es mir nicht erklären, dass zur Zeit wieder vermehrt, besonderns an Bahnhöfen, durch einen “Zug der Erinnerung” oder Ausstellungen mit ähnlichem Inhalt in nahezu aufdringlichem Maße darauf hingewiesen wird, dass wir alle Täter, ewig schuld, …, sind, obwohl außer ein paar Personen, die fürs Betroffensein Geld erhalten, jeder normale Bürger jegliches Interesse für die Thematik verloren hat. Teilweise wohl aus gutem Grund, teilweise auch durch wichtigere Themen…
8 Lustig // Oct 2, 2008 at 12:50
Haha
und wo finden wir diese Bildungslücke ganz oft?
GENAU bei den rechtsextremen!!!
9 Glappo Monte // Oct 2, 2008 at 16:45
Auf wen fallen die Bildungslücken der heutigen Jugend zurück ?
(Preisfrage ???)
Antwort: Auf das politische System in der BRD, dem Herr IWF-Köhler vorsteht.
10 Fouchè // Oct 2, 2008 at 19:51
Worüber ist der Herr Bundespräsident eigentlich erstaunt? Über das Nichtwissen geschichtlicher Zusammenhänge, oder das Falschwissen unseres Volkes? Ist er sicher, wenn die heutige Jugendi hm antwortet, daß die DDR die Mauer erbaut hatte, dies auch richtig ist, oder nur volkspädagogisch erwünscht ist?
Die DDR-Oberen waren doch nur die Poliere des Mauerbaues. Die Architekten waren doch wohl die Herren J.F. K. und der Poltergeist N.Chr. Herr Köhler und die sonstigen geschichtlichen Wünschelrutengänger sollten sich mal die Verhandlungen der beiden o.erw. Herren im Juni 1960 in Wien näher ansehen, und sie werden feststellen, daß die Mauer von ganz “anderen” als den DDR-Machthabern erbaut wurde.
11 Carsten // Oct 3, 2008 at 0:13
Auch hier sehr schön zu sehen – diese amerikanischen Schauspielergebärden und der extrem wichtige Blick… Was will er uns mit seiner Handbewegung wohl sagen? Aber nicht doch… DAS glaubt ihm kein Mensch. Nich mal seine Frau, wenn er meint: “So groß war der Fisch Else! Wirklich! Wenn ichs doch sag…. er riß sich los…”
12 falkow // Oct 3, 2008 at 8:09
He, beim Historikertag wird veröffentlicht werden, dass am 13. Februar 1945 in Dresden weniger als 35.000 (schuldige) Menschen im Bombenhagel ermordet wurden, oder verharmlosend den Tod fanden.
Das heißt dann, dass 700.000 Bomben auf je zwei Einwohner trafen. Ich nehme an, dass die meisten einfach einen Schritt zur Seite getreten sind und Bombe einfach Bombe haben sein lassen. Cool. Die es getroffen hat, waren somit selber schuld.
Hier mal ne kleine Richtigstellung, bevor diese Art der Richtigstellung auch unter den §130 fallen wird:
Die aus dem alliierten Bombenangriff auf Dresden hervorgehenden Opferzahlen sind über die Jahre auf politisch korrekte Art ständig reduziert worden, in der Tat bis auf 35.000. Noch 1991 schrieb jedoch Juan Maler sehr logisch: “Wenn während des Bombenangriffs auf Hamburg im Juli 1943 55.000 Menschen den Tod fanden, dann können es in Dresden unmöglich weniger gewesen sein. Dabei muß berücksichtigt werden, daß Hamburg eine funktionierende Luftverteidigung besaß und die Bombenlast noch nicht einmal ein Drittel dessen betrug, was über Dresden niederging. [...] Irving konnte 135.000 Tote nachweisen. Allerdings liegen 480.000 amtlich erfaßte Bombenopfer vor. Darunter 37.000 Kleinkinder und Säuglinge, 46.000 schulpflichtige Kinder, 55.000 Kriegsversehrte, Kranke und Schwestern, Rotkreuzhelferinnen und Pflegepersonal, 12.000 Rettungsmannschaften, Feuerwehr, Sanitäter, Luftschutzhelfer und Luftschutzpolizei. Es scheint auch völlig absurd, in Anbetracht der zum Zeitpunkt des Angriffs mit 1.200.000 Menschen vollgestopften Stadt [einschließlich rund 600.000 Flüchtlingen; Scriptorium] und bei mehr als 700.000 von 9.000 Kampfflugzeugen abgeworfenen Bomben von 35.000 Toten [oder auch 135.000; Scriptorium] zu sprechen. Vielmehr kam auf zwei Einwohner eine Bombe.” (Juan Maler, Die Unvollendete, Buenos Aires 1991, S. 28-29.)
Ja, Herr Köhler, mahnen Sie mal die Erziehungspolitiker!
13 Rübenemokrat // Oct 3, 2008 at 14:39
Die schlimmste Fremdherrscherdiktatur wütet noch. Dieses Wissen erlangt man in der BRD nur im außerschulischen “Geschichtsunterricht”.
14 Judge // Oct 3, 2008 at 15:29
Wenn der Köhler seinen Mist verbreitet , dan müssen wir nicht aufjaulen . Der redet doch grundsätzlich an der Sache vorbei !
Und wenn deutsche Schüler , richtige deutsche meine ich damit , wirklich so dämlich sind , dann ist das ein Beweis mehr für die verfehlte Schulpolitik dieser Scheinrepublik .
Mit diesem Hintergrund kann der Herr Köhler eigentlich auch keine Ausländer mehr über Deutschland befragen , dann kann er gleich die weiße Fahne aufhängen und seine Politik in der Latrine suchen .
15 SiRe52 // Oct 3, 2008 at 22:17
Ich hätte als Schüler auch “Willy Brandt”, -entgegen meiner geschichtlichen Kenntnisse ,als “DDR”-Politiker genannt. “Willy Brandt ” ist ja nur der Künstlername eines Kommunisten mit Namen Herbert Frahm, der seinerzeit (während des 2. Weltkrieges) als Norwegischer Major gegen Deutschland gekämpft hat. Sein berühmter Kniefall in Warschau beweist ja nur, daß er der “DDR” geistig näher gestanden hat, als dem freien Deutschland. Sein Ausspruch nach der Wiedervereinigung “Es wächst zusammen, was zusammen gehört” empfinde ich nur als Hohn.
Ein radikaler “Willy Brandt Hasser.
16 Lodmund // Oct 3, 2008 at 22:25
@8 Lustig:
Der Herr möchten sich besser informieren.
17 frei // Oct 5, 2008 at 22:54
@ Lustig
Befrei Dich aus der Umerziehung mit freier Geschichtsbildung!
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