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Mal wieder etwas Kriminalstatistisches (28.03.06)

March 28th, 2006 · Post your comment (No Comments)

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Schwerin / Mecklenburg: In Schwerin wurde vor einigen Tagen, am 21. März, die Kriminalstatistik für das Jahr 2005 veröffentlicht. Da man sich unlängst auf der Frühjahrssynode der Pommerschen Evangelischen Kirche sich einmal mehr über angeblich rechte Gewalt ausgelassen hat, für ein Grund, wieder einmal nachzuforschen, ob diese denn wirklich so grauenerregend ist, wie man immer wieder so gern verbreitet.

Wir erinnern uns. Im letzten Landesverfassungsschutzbericht für das Jahr 2004 hieß es:
„Im Jahre 2004 registrierte das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern (LKA M-V) im Bereich der politisch motivierten Kriminalität im Phänomenbereich „rechts“’ 264 Straftaten (Vorjahr: 274). Davon wurden insgesamt 246 (253) als rechtsextremistisch klassifiziert.
Den Schwerpunkt der 246 Straftaten bildeten 186 (156) Propagandadelikte. Hinzu kommen 21 (32) Gewalttaten*, die sich gegen Personen nichtdeutscher Herkunft sowie schwerpunktmäßig gegen den politischen Gegner richteten. Des Weiteren wurden 17 (25) antisemitische Straftaten (keine Gewalttaten) erfasst, bei denen eine rechtsextremistische Tatmotivation anzunehmen ist. Mit gleicher Motivation wurden 24 (38) fremdenfeindliche Delikte begangen.“

Betrachten wir nun die Kriminalstatistik für das Jahr 2005, so schauen wir zunächst erst einmal auf eine Gesamtzahl von 22.441 registrierten Fällen, immerhin eine Senkung um 13,3 Prozent, waren es im Vorjahr doch noch 25.924. Diesen 22.441 registrierten Fällen steht nun eine Gesamtzahl von 246 „rechten“ Straftaten für das Jahr 2004 gegenüber, das sind 1,09 Prozent. Ist diese Zahl nun schon nicht gerade einschüchternd, so kommt noch hinzu, daß die Masse der 246 „rechten“ Straftaten lediglich aus sogenannten „Propagandadelikten“ besteht, deren Zahl noch nicht einmal diese Höhe angenommen hätte, hätte man nicht in den Jahren zuvor bei den staatlichen Organen das Zählverfahren geändert. So werden inzwischen auch solche Symboliken als „rechte“ Straftaten registriert, bei denen keineswegs feststeht, ob diese auch tatsächlich von „Rechtsextremisten“ verfertigt wurden. Mit anderen Worten jede aus Suff oder Frust fabrizierte Wand- und Kloschmiererei kommt auf diese Weise in den Rang einer politischen Straftat. Kein Wunder wenn die Zahlen steigen, doch können sie auch täuschen? Nein, dieser Lack ist wohl schon lange ab.

Deutlich wird dies auch wenn man einen Blick auf den eigentlichen Kern der Straftaten blickt, die Gewalttaten. So zählte der Landesverfassungsschutz im vergangenen Jahr für das Jahr 2004 ganze 21 Gewaltdelikte auf. Ihnen gegenüber stehen für das Jahr 2005 17.420 Roheitsdelikte der offiziellen Kriminalstatistik für das Jahr 2005. Das sind 0,12 Prozent! Unter Roheitsdelikten versteht man amtlicherseits Rohheitsdelikten zählen Raub, räuberische Erpressung, Körperverletzungen und Straftaten gegen die persönliche Freiheit, so daß wir nicht glauben, daß wir hier bei unserer Berechnung einen Bereich ausgelassen haben könnten, in dem es „rechte“ Gewaltdelikte gegeben haben könnte. Ist das die große Gefahr für die man die Einheit aller „Demokraten“ mobilisiert?

Wenn aber diese magere Prozentsatz schon eine Gefahr für den Bestand des Landes darstellen soll. Was ist denn davon zu halten. So meldet die amtliche Kriminalstatistik für das Jahr 2005 4302 ausländische Straftäter, 17,9 Prozent davon im Alter von unter 21 Jahren. Zum Vergleich, die nationale Szene in Mecklenburg-Vorpommern zählt insgesamt und mit allem Drum und Dran gerade mal an die 1000 Personen. Spitzenreiter unter den ausländischen Straftätern sind Zugereiste aus der ehemaligen SU (31,5 Prozent) und aus Polen (23,4 Prozent). 37,2 Prozent der straffällig gewordenen Ausländer waren wegen Diebstahls belangt worden. 2004 lag die Diebstahlsquote bei Ausländern noch bei 31 Prozent. Bleibt die Frage, was denn nun mit den restlichen 62,8 Prozent der Fälle ist, aber über von Ausländern gegangenen Roheitsdelikte schweigt sich die Kriminalstatistik interessanterweise aus. Allerdings lassen die bisher gezeigten Zahlen bereits erahnen, daß hier die Straftaten im gleichen Bereich um ein Vielfaches höher liegen dürften, als jene 21 „Gewaltdelikte“ der nationalen Szene, die man immer wieder als Beleg für den angeblich kriminellen Charakter dieses Spektrums ins Feld führt.

Tatsächlich aber dürfte schon ein bloßer Vergleich der Zahlen das Gegenteil belegen. Interessant ist auch die Reihenfolge der Polizeidirektionen in der Skala der Bezirke mit den meisten „Roheitsdelikten“. So gab es die meisten Gewalttaten im Landesdurchschnitt nicht etwa in den Epizentren der nationalen Szene in Vorpommern, wie man nach „Expertisen“ eines Günter Hoffmanns und artverwandter „Experten“ vielleicht glauben sollte, sondern in den Gebieten der Polizeidirektionen Schwerin, Rostock, und Neubrandenburg wo die nationale Szene längst nicht auf dem qualitativen Niveau liegt wie im Osten des Landes. Ähnlich verhält es sich auch mit den Diebstählen, wo übrigens das Gebiet der Polizeidirektion Rostock an erste Stelle rangiert, gefolgt von Schwerin. Anlaß für uns hinzu zu fügen, daß es sich hier auch um die Gebiete mit den meisten Zuwanderern aus dem Osten handelt, wobei es jedoch eine große Ungerechtigkeit wäre, in diesen nur Russen, Balten oder Ukrainer sehen zu wollen, wie Landesrabbiner William Wolff uns sicherlich gern bestätigen wird.

Angesichts dieses Zahlenmaterials wird unsere Leserschaft vermutlich nicht überrascht sein, wenn wir der Veröffentlichung des nächsten Landesverfassungsschutzberichtes förmlich entgegen fiebern, um dessen Zahlen mit der aktuellen Kriminalstatistik für das Jahr 2005 zu vergleichen. Allerdings sind wir uns schon jetzt sicher, daß wir unsere oben genannten Vergleichszahlen wohl kaum dramatisch ändern müssen.

Siehe auch
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2005 pdf

Polizei Mecklenburg-Vorpommern PM 21.03.06

Ostsee-Zeitung Stralsund 25.03.06

PD Stralsund 24.03.06

Altermedia 15.02.06

Quelle: Störtebeker-Netz 29.03.06



Tags: Allgemeines

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