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Meinungsumfrage in Sachsen - Stimmenverluste für CDU, PDS und NPD in Sachsen (25.11.06)

November 25th, 2006 · Post your comment (6 Comments)

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Dresden / Sachsen: Stimmenverluste für CDU, PDS und NPD prognostiziert eine dimap-Wählerumfrage in Sachsen, die gestern veröffentlicht wurde. Danach verliert die CDU im Vergleich zur letzten Landtagswahl im September 2004 vier Prozentpunkte und kommt nur noch auf 37 Prozent. In Bestzeiten lag sie in Sachsen in der Wählergunst einstens mal bei mehr als 50 Prozent. Jeweils zwei Prozentpunkte verloren PDS und NPD, die bei der Umfrage auf 22 bzw. 7 Prozent gekommen waren. Befragt wurden 2000 Menschen.

Damit ist für die NPD zwar eine weitere Präsenz im Landtag – zumindest fürs Nächste – gesichert, aber von einem Erfolg im eigentlichen Sinne kann man wohl doch nicht sprechen, da jedes Ergebnis bei der nächsten Landtagswahl, daß unter dem bisherigen Ergebnis von mehr als 9 Prozent liegt in jedem Fall eine politische Niederlage ist, eine Niederlage die verdeutlichen würde, daß die Partei an ihre Grenzen gestoßen ist.
Ungeachtet dessen demonstriert das Umfrageergebnis aber auch, daß die Zeiten wo NPD-Wahlergebnisse dieser Art als Schreckbilder für tumbe Wählermassen benutzt werden konnten der Vergangenheit angehören und daß die Partei sich bei den meisten Sachsen durchaus als normale Partei etabliert hat, die zumindest auch nicht schlimmer ist als ihre etablierten Kontrahenten.

Nicht zu übersehen ist allerdings auch, daß sich das Gros der NPD-Wähler nach wie vor aus Protestwählern zusammensetzt. So gaben 77 Prozent der Befragten an, aus Enttäuschung über das Versagen der Altparteien „rechts“ zu wählen, während 55 Prozent sich dafür aussprachen, die NPD im Landtag argumentativ (!) zu bekämpfen. 26 Prozent, also mehr als ein Viertel der Umfrageteilnehmer, machten sogar deutlich, daß sie nichts gegen eine Kooperation mit der NPD in einzelnen Sachfrage einzuwenden hätten. Anlaß für dimap-Geschäftsführer Ralf Welt die Stirn in Falten zu ziehen und zu bemerken: „Da klingt der Wunsch nach einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit der NPD durch“, sagte Welt. Die Entscheidung für die Rechtsextremen sei „eine Art von Protestverhalten“.

Gewinner bei der Umfrage war zunächst die SPD, die um vier Prozent zulegte und derzeit bei insgesamt 22 Prozent liegt. Um drei Punkte gewann die FDP, die damit auf neun kommt, während sich die Grünen mit zwei begnügen müssen, dafür aber jetzt mit der NPD in der Wählergunst gleichauf liegen.

Siehe auch
http://www.dimap-communications.de

Leipziger Volkszeitung 24.11.06

Sächsische Zeitung 24.11.06

Wählerumfragen

Quelle: Störtebeker-Netz 25.11.06

Tags: Allgemeines

6 responses so far ↓

  • 1 Modernisierungsverlierer // Nov 25, 2006 at 15:26

    Für die NPD bedeuten die 7% eine deutliche Verbesserung gegenüber allen seit Januar 2005 gemessenen Werten. http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/sachsen.htm

    Allerdings ist die Umfrage von Anfang November - also mehrere Wochen alt und daher noch ohne Berücksichtigung der jüngsten Affären um Menzel und Paul.

    Noch ein Wort zu Ihren Wertungen: Es ist irreführend, diese Umfrage unter der Überschrift “Stimmenverluste für …NPD” zu melden.* Die Sachsen-NPD steht hier deutlich besser da als mit jenen drei Prozent, bei denen sie noch im August gehandelt wurde. Sie dazu auch den Umfragen-Teil unter http://www.election.de/ Wie ersichtlich, sind die 7% der zweitbeste seit der Landtagswahl 2004 für die NPD gemessene Wert.

    Für die einen ist es Duplo und für die anderen … die längste Praline der Welt.
    Neun minus zwei sind? Mehr oder weniger? Wenn Stimmenverluste nicht gefallen, wie wäre es denn mit negativer Wechselwählerfluktuation oder so?

    Keineswegs bedeutet diese Umfrage in irgend einer Weise, daß für die NPD “eine weitere Präsenz im Landtag – zumindest fürs Nächste – gesichert” ist - eine gute oder schlechte Umfrage hat auf die Präsenz der NPD im sächsischen Landtag weder heute noch morgen Einfluß. Die nächsten Wahlen sind im Herbst 2009. Punkt.

    Und was ist am Wort “zumindest fürs Nächste” mißzuverstehen? Bis 2009 ist noch lange hin und gerade die NPD-Fraktion demonstrierte uns ja in den letzten was für Wechsel es in einer schnelllebigen Zeit geben kann. Na und wenn wir auf die schwarzroten Koalitionen sehen, so gehen wir mal davon aus, daß es nicht wirklich überraschen würde, würde der Wahltermin durch irgendeinen unvorhergesehen Zwischenfall im Kalender vorrücken.

    Nicht glücklich ist der letzter Satz: “Um drei Punkte gewann die FDP, die damit auf neun kommt, während sich die Grünen mit zwei begnügen müssen, dafür aber jetzt mit der NPD in der Wählergunst gleichauf liegen.” Daß die “zwei” sich auf die Substantivierung des “gewann”, also den Zugewinn, bezieht und nicht auf die Prozent-”Punkte”, erschließt sich dem Leser nur, wenn er den Inhalt abgleicht. Es fehlt, um die kritische Würdigung abzuschließen, zudem der Hinweis, daß die Umfrage von eben jener FDP in Auftrag gegeben wurde, die hier von Ihnen unkritisch als der relativ größte Gewinner übernommen wird.

    Mathematik hat uns noch nie wirklich glücklich gemacht, soviel wissen wir aber schon, nämlich das 5+2=7 ist, also mehr, und 9-2= 7 , also weniger. Die paar Kommanochwas schenken wir uns mal and dieser Stelle. Und 7=7 ist nun einmal gleich sieben also gleichauf.
    Die SPD gewann laut Umfrage vier Prozentpunkte und die FDP drei, in jedem Fall also mehr als NPD oder Grüne, gut, Mathe ist nicht unser Ding, aber in diesem Fall dürften die Ergebnisse wohl klar auf dem Tisch liegen. Was nun die Interpretation betrifft, so kann man die natürlich auslegen wie man will - ist das Glas nun halbvoll oder halbleer - und uns gefällt es nun mal so. Es steht dem werten Publikum jedoch frei, es so zu tun wie ihm beliebt. Da wir weder Parteienkartelle noch irgendwelche Speerspitzen zu verteidigen haben, können uns andere Schlußfolgerungen egal sein.

    Schriftleitung Altermedia

    Grüße vom begeisterten Altermedia-Leser, dem
    nichtwählenden Modernisierungsverlierer.

  • 2 fips // Nov 25, 2006 at 16:12

    Meinungsumfragen sollte man nicht zu ernst nehmen. Diese können leicht manipuliert werden.

    Ja, zum Beispiel so wie die Wahrheit in offiziellen Partepressemeldungen, andererseits, was ist Wahrheit?

    Schriftleitung Altermedia

  • 3 Modernisierungsverlierer // Nov 25, 2006 at 17:06

    @ Schriftleitung:

    Mir ist es scheißegel, wie die NPD dasteht, ob sie gewinnt oder verliert oder vertreten ist oder nicht. Ich habe ja in der Vergangenheit für Ihr verehrtes revolutionäres Publikum schon Haumiblau von der Apotheke geholt, weil ich zur Bedeutung von Ochs, Esel und NPD (und anderen Personals) für den Lauf der Welt eine abweichende Meinung habe. Wir gehen da also d’accord.

    Das Thema des Artikels ist eine Umfrage, als Vergleichswert taugen also durchaus andere Umfragen, zum Beispiel die jüngste vom August. Und da gilt: 7% > 3%. Und das finde ich bemerkenswert; ich hätte das nicht gedacht. Ich gebe Ihnen aber gern recht, man kann als Referenzwert natürlich die Landtagswahl heranziehen.

    Eine Umfrage sichert keine Präsenz und gefährdet sie auch nicht, weil sie irrelevant ist. Gezählt wird auf der Treppe, heißt es bei Spielern. Umfragen können allenfalls mittelbar Einfluss nehmen, indem sie affirmativ oder demotivierend auf Funktionsträger und Wählerschaft rückwirken. Das haben Sie aber erkennbar nicht gemeint.

    Im letzten Teil habe ich Ihre voluntaristische Wahl des Satzsubjekts kritisiert. „Das grüne T-shirt ist kleiner als das rote Hemd – das ist deshalb besser. Und es ist grün.“* Der Leser muß sich erschließen, daß mit dem „Besseren“ das T-shirt gemeint ist. So etwas sollte man vermeiden. Sprachliche Präzision ist keine Marotte von paläokonservativen Spinnern, sondern hilft einem selbst und anderen.

    (Pst, pst, Sie dürfen es ruhig glauben, die Farbe und Markenname spielt keine Rolle, letztlich ist es der gleiche Stoff, aber nicht weitersagen, im Publikum ist man da manchmal empfindlich.)

    Wenn die FDP eine Umfrage bezahlt und in dieser Umfrage ihre Wählergunst gegenüber der Landtagswahl um die Hälfte steigern kann, während der andere große „Gewinner“, die SPD, gegenüber der Landtagswahl um 2/5 zulegt und die Grünen um 1/6, dann ist die FDP der relativ größte Gewinner. Es gibt nun manchmal einen Zusammenhang zwischen der gespielten Musik und dem Musikgeschmack dessen, der sie bezahlt. Ich hätte es für richtig gehalten, auch darauf hinzuweisen.

    Ich schätze Sie und Ihre Arbeit übrigens sehr.

    Danke für das Kompliment, aber ungeachtet dessen ist sieben kleiner als neun, aber dafür größer als fünf. Es bleibt also bei der Interpretation à la Duplo. Suum cuique, wäre ja auch schlimm wenn nicht. - Schriftleitung

  • 4 Schulle // Nov 26, 2006 at 19:06

    Das mit den 9,2% in Sachsen,und 7,3% in Mecklenburg-Vorpommern war erst der Anfang.Die NPD wird immer mehr Zustimmung vom Volk bekommen,da bin ich mir sicher.Wenn im BRD System die Kluft zwischen Arm und Reich immer grösser wird,wird das Deutsche Volk aufstehen,und der Sturm der Entrüstung über das BRD System losbrechen.

  • 5 Rüting // Nov 26, 2006 at 20:30

    @Schulle
    Ob die NPD mehr Zustimmung im Volke erhält (oder auch nicht) ist sekundärer Natur. Entscheidend ist, daß eine nationale Denkweise im Volke Verbreitung findet. Die NPD selber schießt sich zu oft in’s eigene Knie. Mag sein, daß darunter jedoch das gesamte nationale Lager -gerade in Sachen Außendarstellung und Öffentlichkeitsarbeit- zu leiden hat. Deine Euphorie vermag ich jedenfalls nicht teilen.

  • 6 TodosAlemanesUnidos // Nov 27, 2006 at 18:23

    @ Schulle

    Sie schreiben: “Wenn im BRD System die Kluft zwischen Arm und Reich immer grösser wird,wird das Deutsche Volk aufstehen,und der Sturm der Entrüstung über das BRD System losbrechen.”

    Wenn das der einzige Grund ist ??? Das “Volk” ist dann auch nicht mehr, was es war …

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