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Dieses Thema hatte ich schon lange auf meiner Liste. Richtiger formuliert, ich hatte es auf einer Liste, die mir dank dem Eingriff der Staatsmacht vom 1.6.2006 lange Zeit nicht zugänglich gewesen war. Dieser Eingriff zeigt deutlich, wie wenig von den angeblichen Idealen der demokratischen Rechtsstaaten tatsächlich in Deutschland verwirklicht ist.
Meine persönliche Freiheit der Rede wurde durch den Entzug der Ausdrucksmittel erheblich eingeschränkt, eine Gleichheit hinsichtlich der Behandlung war nicht gegeben, denn nicht etwa mir wurde Schuld nachgewiesen, sondern ich mußte als schuldig Gestempelter versuchen, meine Unschuld zu beweisen. Brüderlichkeit habe ich ebenfalls bemerkt, eine Verbrüderung zwischen Staatsanwalt und Richterin, eine Bevorzugung einer angeblich beeinträchtigen Minderheit, die Unterdrückung einer abweichenden Meinung durch eine “dunkle Bruderschaft”, die den Staat völlig beherrscht und das Volk gnadenlos ausplündert.
Die Schlußfolgerungen stammen aus einem kurzen Gespräch in Bad Neustadt, nach meinem Vortrag, als ich abgeschlafft in jener Kneipe gehangen war, in die mich die Organisatoren geschleppt haben. So ergibt alles im Nachhinein einen Sinn, nach Jahren ist das Mosaik komplett geworden.
Freiheit
Freiheit ist in modernen Demokratien nur solange die Freiheit des Andersdenkenden, bis Parteien genug Macht erlangt haben, um eben diese Freiheit zu unterdrücken. Freiheit ist in diesem Land das Vorrecht der Reichen und Mächtigen, für die zwar die Gesetze ebenfalls gelten, aber eben Gesetze, die sie sich selbst geschrieben haben.
Zu den heiligen Kühen in diesem Land gehört das Credo “Freie Fahrt für freie Bürger”. Aber wie oft können Sie wirklich 200 km/h fahren? Entweder ist die “freie” Autobahn reguliert – auf 130 oder weniger – oder sie ist überfüllt. Wer wirklich schnell vorankommen möchte, fliegt im Privatjet oder mit dem Hubschrauber. Als Politiker natürlich auf Kosten des Steuerzahlers. Wer seinen Luxussportwagen voll ausfahren möchte, mietet sich eine Rennstrecke. Und zwar nicht dann, wenn Otto Normal seine zwei bezahlten Runden dreht, sondern dann, wenn keinerlei Verkehrshindernisse unterwegs sind.
Wer reich ist, richtig reich, zahlt in diesem Land keine Steuern. Notfalls verlegt man eben den Wohnsitz nach Österreich, damit sogar die Erbschaftssteuer entfällt. Die Körperschaftssteuern sinken, den Großkonzernen werden die Gewerbesteuern reduziert. Dafür steigen Einkommensteuer und Mehrwertsteuer, für die nicht ganz so freien und weniger reichen Mitmenschen.
Im §129 StGB wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung unter Strafe gestellt, es sei denn, die kriminelle Vereinigung ist eine zugelassene Partei. Eine seltsame Ausnahme, nicht wahr? Schlagen Sie ruhig nach, wenn Sie es nicht glauben!
Abgeordnete besitzen immer noch Immunität. Diese Freiheit stammt aus Zeiten, in denen mächtige Fürsten unliebsame Volksvertreter schon mal hinter Gitter gesteckt haben, um ihnen eine kleine Nachdenkpause zu verschaffen. Heute völlig unnötig, aber warum auf Privilegien verzichten?
Gleichheit
Aber wenigstens die Gleichheit haben wir verwirklicht. Es gibt schließlich überall Gleichstellungsbeauftragte, ein Antidiskriminierungsgesetz, einen Paragraphen über “Volksverhetzung”, Kriminalstatistiken, in denen Nationalitäten nicht aufgeführt werden, gleiche Bildungschancen, unabhängig von der Muttersprache, hochgelobte Künstler, denen der ungeschulte Betrachter jegliches Talent abspricht…
Nur weil Sie ein großgewachsener Grobmotoriker sind, mit genug Körperkraft, um ungewollt ein paar Knochen zu brechen, sollten Sie sich nicht wie ein Macho aufführen. So ein Praktikum bei einem Friseur, um auch mit traditionell weiblich besetzten Berufen vertraut zu werden, ist für Sie genau das Richtige. Stricken sollten Sie ebenfalls lernen und natürlich mit Puppen spielen.
Auf der anderen Seite sollen Frauen natürlich Ingenieurinnen werden. Berufe, in denen man zwischen 25 und 40 richtig ranklotzen muß und keine Kinder zur Welt bringen kann, sind genau das Richtige. Dafür gibt es Schnupperstunden, Schnupperpraktika, Girl’s Days, Frauenkurse, Frauenquote, Frauenförderung…
Es gab Zeiten, da war die Dorfschule nicht sonderlich angesehen. Die guten Lehrer arbeiteten in der Stadt und die Schulmeister auf dem Land wurden als halbe Bauern verachtet, die sich mit Kindern herumplagen mußten, die sich mit seltsamen Abarten des Hochdeutschen verständigten. Heute haben Dorfschulen den Vorteil, daß die dortigen Schüler vielleicht kein Schriftdeutsch beherrschen, dafür aber immerhin Deutsch. Schulen in Großstädten bringen den Kindern zwar kaum noch Lesen, Schreiben oder Rechnen bei, dafür können die Schüler in 67 Sprachen fluchen.
In früheren Zeiten haben Juden hervorragende Beiträge zur deutschen Kultur geleistet. Heute wird uns ständig irgendwelches Mittelmaß als “jüdische Kultur in Deutschland” vorgesetzt, selbstverständlich unter massiver staatlicher Förderung.
Deutsche Kultur? Schalten Sie den Fernseher an, das Massenmedium mit der größten Reichweite. Deutsch sind da zwar der Musikantenstadl, Gottschalk oder Jauch, nur als “Kultur” möchte ich das wirklich nicht bezeichnen. “Kultur” liefern unsere amerikanischen Freunde, die zuverlässig dafür sorgen, daß ein durchschnittlicher Konsument bis zu seiner Volljährigkeit seine Sollquote an 10.000 Ermordeten zu sehen bekommt. Sie können natürlich auch das Radiogerät einschalten, jetzt, im Advent. Da bekommen Sie wunderbare amerikanische Weihnachtslieder zu hören. Also greifen Sie ins Bücherregal… Da finden Sie eine Menge amerikanischer Erfolgsautoren, türkischer Erfolgsautoren, indischer Erfolgsautoren – und Bücher deutscher Politiker. Letztere zählen zwar nicht zur Kultur, sind aber im Laden vorrätig.
Brüderlichkeit
Wie heißt es so schön in der “Ode an die Freude”? …alle Menschen werden Brüder… Deshalb firmiert das Ministerium für Volksüberwachung ja auch volkstümlich unter “der große Bruder”. Vor Ihrem Bruder Wolfgang Schäuble wollen Sie doch nichts verbergen, oder? Es ist doch ganz in Ihren Sinne, wenn der Staat dafür sorgt, daß Sie keine schmutzigen Bilder (”Kinderpornos”) oder gar Bombenbauanleitungen auf Ihrem Rechner haben, nur weil ein paar Verbrecher sich im Empfänger der E-Mail vertippt haben. Vierstellige Anwalts- und Gerichtskosten sollte Ihnen Ihr guter Name doch wert sein, wenn Sie versehentlich verdächtig worden sind.
Überhaupt, Politiker und Richter, Wirtschaftsbosse und Staatsanwälte, das sind alles nur Geschwister, also eine einzige große Bruderschaft. Logenbrüder, Bundesbrüder, Parteibrüder… Ach nein, da heißt es “Parteifreunde” oder “Genossen”. “Parteigenosse” und “Volksgenosse” sind derzeit ein wenig aus der Mode.
Wenn Sie Karriere machen wollen, in diesem Land, brauchen Sie hilfreiche Brüder und Schwestern. Sie sollten irgendwo dazugehören, also zur richtigen Partei, zum richtigen Internat, zum richtigen Stammtisch. Am besten ist es, wenn Ihr Vater bereits die richtigen Leute kennt und Sie bei den richtigen Leuten der großen Bruderschaft einführt.
Natürlich, der kleine Amtsrichter und der hoffnungsfrohe Jungstaatsanwalt müssen den Brüdern erst einmal beweisen, daß sie einer Förderung und damit auch einer Beförderung würdig sind. Dem kleinen Parteifreund geht es ebenso. Wenn er brav Männchen macht, darf er vorrücken.
Und ja, unter Brüdern vertraut man sich. Kann man einen größeren Vertrauensbeweis erbringen, als eine kleine Schwäche? Wer “Dreck am Stecken” hat oder eine “Leiche im Keller”, der ist der Förderung würdig. Die lieben Geschwister haben dann für den Notfall etwas in der Hand, falls ein Bruder meint, sich neue Geschwister suchen zu müssen.
Natürlich darf man das nicht so plump zugeben wie weiland Monika Hohlmeier (”Über jeden von Euch gibt es ein Dossier!”) Natürlich gibt es das, denn ohne solche Dossiers könnten die feinen Brüder sich plötzlich der Kontrolle entziehen. Aber das sagt man doch nicht! Also wenigstens nicht öffentlich. So privat, unter vier Augen, im Hinterzimmer, wenn es um Pöstchen und Dienstwagen geht, da kann man darüber reden, unter Brüdern.
Das Spiel hat sich in der Wirtschaft hervorragend bewährt. Was der Bruder Vorstand versaubeutelt, vertuscht der Bruder Aufsichtsrat, ob nun selbst Konzernlenker oder in der Gewerkschaft. Oder haben Sie etwa geglaubt, die sauberen Herren dort wären wirklich sauber?
Die falsche Zuordnung
An diesen Beispielen erkennt man, daß es schlecht läuft mit “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit”. Daran sind nicht die Begriffe selbst schuld, sondern deren falsche Zuordnung. Ob ein Beil ein nützliches Werkzeug ist oder ein gefährliches Mordinstrument, entscheidet nicht das Beil, sondern derjenige, der es benutzt.
Freiheit in der Wirtschaft
Heute wird die Freiheit in der Wirtschaft proklamiert, mit dem Ergebnis der freien Marktwirtschaft, der Ausbeutung der Armen durch die Reichen, der Umverteilung von unten nach oben. Freiheit für die Privilegierten, für die Mächtigen, und für deren Handlanger, die Politiker. Die Freiheit gilt nicht für das Volk, denn dieses soll überwacht und kontrolliert werden. Die Freiheit ist ein so hehres Gut geworden, daß sie für fast alle Menschen unerreichbar ist.
Die Freiheit der Wirtschaft sorgt für Lohn- und Schuldsklaverei, für abhängige Arbeiter, deren Lebensplanung durch Entscheidungen zerschlagen wird, die Leute treffen, die Tausende Kilometer entfernt sitzen und niemals jene zu Gesicht bekommen werden, über deren Schicksal sie anhand von Zahlenkolonnen entscheiden.
Freiheit in der Wirtschaft ist Faustrecht, die Großen kaufen die Politik (was in Deutschland völlig legal ist), die Kleinen werden nach und nach erdrückt. Wo sich früher Leistung auch im Niedergang gelohnt hatte, gibt es heute Einheitsbeträge, mit Auflagen und Vorschriften, mit Ein-Euro-Jobs, die Statistiken schönen, dem Betroffenen jedoch keine Möglichkeit bieten, sich aus Armut und Abhängigkeit zu befreien.
Gleichheit in Kunst, Kultur und Wissenschaft
Hier bedeutet Gleichheit Gleichmacherei. Das Lieblingskind der Bildungsideologen, die Einheitsschule, die Begabte und Unbegabte gleich ausbildet, gleich erzieht und gleich fördert, mit dem Ziel des uniformen Einheitsmenschen, der auf dem niedrigsten und damit allgemein gleichen Bildungsniveau vegetiert, stammt aus dem Schreckenskabinett der falsch verstandenen Gleichheit.
Jeder Mensch hat andere Fähigkeiten und Vorzüge. Der schnelle Läufer soll voranstürmen, soll sich seines Sieges freuen, darf dem Klassenstreber wenigstens auf dem Sportplatz die Zunge herausstrecken. Der naturwissenschaftlich Interessierte soll seinen Interessen folgen können, dort Förderung und Bestätigung erfahren, anstatt seine Zeit mit Strickkursen oder einer dritten Fremdsprache zu vertändeln.
Der Legastheniker benötigt Zuwendung und Hilfen, die einem angehenden Schriftsteller die Lust an der Sprache verleiden würden (Kein Schreibfehler, hier wird Leid empfunden). Wer zu wenig Deutsch versteht, um dem Unterricht folgen zu können, muß in eine Klasse, in der gezielt diese Defizite ausgeglichen werden, anstatt alle Mitschüler auszubremsen.
Warum Mädchen zum Heil einer widersinnigen Gleichheitsideologie zu schlechten Jungs erziehen und Jungen zu schlechten Mädchen? Dem Mann ist die Mutterschaft verwehrt, der Frau die Vaterschaft. Die Natur hat diesem biologischen Unterschied psychische Unterschiede beigefügt, entwickelt und damit bewährt in Millionen Jahren der Evolution, das ändern keine paar Jahrzehnte Lächerlichkeiten der Emanzipation. Wenn eine Frau einen “Männerberuf” ergreifen will, steht ihr das frei. Wenn sie es muß, damit die Quoten erfüllt werden, ist das stumpfsinnige Gleichmacherei.
Wir sind Deutsche, zumindest dürften es die meisten meiner Leser sein. Wir dürfen Pizza, Döner oder Bami Goreng essen, doch landestypisch sind Schweinebraten und Kartoffelpuffer, Bratwürste und Eisbein, Sauerkraut und Grünkohl. Fremde Gerichte bereichern unsere Speisekarte, doch weitaus öfter steht einheimisches Essen auf dem Tisch. Deshalb gehören deutsche Filme auf den Fernsehschirm, deutsche Musik in die Radiolautsprecher und deutsche Bücher in die Regale.
Und wenn deutsche Filme, Lieder, Bücher nichts taugen? Natürlich taugen sie nichts, wenn in Deutschland vor allem “Problemfilme” gedreht werden, wenn deutsche Künstler bevorzugt Englisch singen, mit Hinblick auf die internationale Karriere, wenn deutsche Autoren bei deutschen Verlagen pauschal abgelehnt werden.
Wir können keine indische Literatur produzieren, keine französische, jüdische oder isländische. Was wir jedoch können, ist deutsche Literatur. Was das ist, muß uns kein zum Literaturpapst hochgejubelter polnischer Jude sagen, denn wir besitzen bereits die ausdrucksstärkste Sprache der Welt. Wir bereichern mit unserer Kultur, mit unseren Schöpfungen die Menschheit, aber nicht, wenn wir fremde Vorbilder erbärmlich kopieren.
Brüderlichkeit in Justiz und Politik
Wir kennen den Ausspruch: “Ihr Brüder!”, wenn wir meinen, daß die andere Seite unter einer Decke steckt. Geheimnisvolle Orden, die ihr böses Werk im Dunkeln tun, werden gerne als “verschworene Bruderschaft” bezeichnet. Genau diese “Brüderlichkeit”, das “wir kennen uns, wir helfen uns”, wird in der Politik gezielt gefördert. Die Freimaurer haben Lehrlinge, Verbindungen ihre Füchse, Beamte die Referendare und Parteien einfache Mitglieder, eben Neulinge, die von den “Alten” ausgebildet, erzogen und beobachtet werden. Wer taugt für uns, wer steht loyal zu unseren Zielen, wer nützt uns am meisten? Oh, die Frage: “Wer ist der Beste?”, wird hin und wieder auch gestellt, zumindest für die Öffentlichkeit. Im Zweifelsfall lassen sich die Kriterien anpassen. Wenn der gewünschte Kandidat die etwas schlechtere Note hat, wird herausgestellt, daß er bei den Pfadfindern gewesen sei und schon früh gelernt habe, mit beschränkten Mitteln zu improvisieren.
Für die Karriere ist nicht so wichtig, was man kann, sondern wen man kennt. Am besten schon aus dem Kindergarten. Im teueren Internat knüpfen die Spitzenleute Freundschaften fürs Leben. Und wer das nicht von klein auf mitbringt, muß beweisen, daß er auf der richtigen Seite steht.
Staatsanwälte sind in Deutschland weisungsgebunden, also Auftragsarbeiter. Richter hingegen sind unabhängig, steht im Grundgesetz. Wenn ein weisungsgebundener Staatsanwalt zum unabhängigen Richter befördert wird, ist er doch hoffentlich dankbar? Zumindest sollte er es, wenn er noch einmal befördert werden möchte. Berufsbedingt steht der ehemalige Staatsanwalt jetzt auf der anderen Seite, aber denken Sie, der wird wirklich seinen alten Kollegen auf die Füße treten? Oder gar der Staatspartei, die den Justizminister stellt und somit die Beförderungen ausspricht?
In einer Partei kommen Sie nur voran, wenn Sie von oben gefördert werden, also von den älteren Brüdern. Natürlich werden Sie nicht gefördert, weil Sie eine eigene Meinung haben oder eigene Ideen durchsetzen wollen. Gefördert wird, wer seinem Förderer Vorteile verspricht. Unter Brüdern, natürlich.
Diese Brüderlichkeit ist eine besondere Form der Korruption. Ich tue Dir einen Gefallen, worauf Du mir einen Gefallen schuldest. Wir kennen uns, wir helfen uns. Unter Brüdern.
Eine kleine Richtigstellung
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sind keine Fehler an sich, sondern nur Fehlbesetzungen. Wenn ein Hals-, Nasen- und Ohrenarzt Ihnen den Blinddarm herausschneiden soll, würde das zu Recht Ihr Mißtrauen erwecken. Die Koryphäe versagt, wenn sie am falschen Platz eingesetzt wird.
Freiheit für Kunst, Kultur und Wissenschaft!
Freie Meinungsäußerung ist die Grundlage einer freien Gesellschaft. Jedes Denkverbot, jede Meinungsvorgabe lähmt die Kräfte der Menschen. Ich spreche nicht von einer entfesselten Forschung, die sich über jedwede Beschränkungen von Sitte, Anstand und Menschlichkeit hinwegsetzen darf. Die Gebote de Gewissens beschränken jede Freiheit, der Respekt vor Mitmenschen und Mitgeschöpfen obliegt auch dem Wissenschaftler.
Kunst darf nicht reguliert werden, von bezahlten Kritikern hochgeschrieben oder in Grund und Boden verdammt werden. Kunst wird nicht für eine abgehobene Elite erschaffen, sondern für das ästhetische Empfinden der Mehrzahl der Betrachter. Ein Bild, eine Musik, für die ich ein Handbuch benötige, um zu verstehen, was deren Schöpfer sich dabei gedacht haben soll, ist fehl am Platz. Was Augen und Ohren weh tut, ist keine Kunst, sondern Unsinn.
Gegen die Freiheit der Lehre wurden früher Bücher verbrannt, nicht nur von den Nazis, sondern viel eher von der Kirche. Oft genug wurde bei den Büchern nicht Halt gemacht, sondern auch die Autoren landeten auf den Scheiterhaufen. Heute stehen mißliebige Bücher auf “dem Index”, werden als “jugendgefährdend” oder “volksverhetzend” bezeichnet, die Autoren werden sozial geächtet und stigmatisiert.
Freiheit in Kunst, Kultur und Wissenschaft bedeutet den ungehinderten Zugang aller zu jeder Quelle, die sie zu lesen, hören oder sehen wünschen. Freiheit bedeutet das Aufbrechen der Informationskartelle, das Ende der Meinungskonzerne. Kleine Zeitungen, lokale Sender, dies fördert die Freiheit, große Verlagshäuser beenden sie.
Freiheit bedeutet, die eigenen Fähigkeiten entfalten zu können und zu dürfen. Freiheit bedarf der Orientierung, aber nicht der Regulierung. Freiheit erlaubt es, einem geborenen Schmied, auch Schmied zu werden, anstatt als Friseur Kunden zu vergraulen. Freiheit heißt die Entscheidung zur Mutterschaft, egal was irgendwelche SchreiberInnen einem aufzwingen wollen.
Freiheit der Kultur bedeutet, die eigene Kultur vorbildlich zu leben, anstatt sich fremden Kulturen anzubiedern und das eigene Schaffen gering zu achten.
Gleichheit für Politik und Justiz!
Dafür gibt es den schönen Satz von der “Gleichheit vor dem Gesetz”. Gleichheit bedeutet, daß der prominente Fußballspieler wegen Alkohol am Steuer so hart bestraft wird, wie ein unbekannter Student. Wenn ein bekannter Fernsehmoderator wegen Rauschgiftmißbrauchs und Mädchenhandel milde bestraft wird, weil er stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden war, dafür jede angebliche “Volksverhetzung” mit der ganzen Härte des Gesetzes verfolgt wird, spricht das jeder Gleichheit und Rechtssicherheit Hohn.
Eine wirkliche Unabhängigkeit der Justiz schließt Beförderungen durch Parteipolitiker aus. Sie schließt den Wechsel der Karrieren vom Staatsanwalt zum Richter und zurück aus. Sie erfordert Richter, die sich vor dem Volk verantworten müssen.
Diese Gleichheit bedeutet, daß Abgeordnete ihren Wählern verantwortlich sind, nicht ihren Parteien. Wenn Parteien wie Geheimlogen funktionieren, mit Aufstieg durch obskure Seilschaften, dann gehören Parteien entmachtet und abgeschafft. Wenn der kleine Beamte ein Verfahren wegen Bestechlichkeit an den Hals bekommt, wenn er eine Flasche Wein geschenkt erhält, muß ein Abgeordneter gnadenlos abgestraft werden, wenn er Hunderttausende Euro einstreicht. Wenn Abgeordnete vor lauter einträglichen Nebentätigkeiten keine Zeit haben, ihr Mandat auszuüben, gehört ihnen das Mandat entzogen.
Wozu noch die Immunität der Abgeordneten? Wozu §129 Abs. 2 StGB? Wenn unsere Parteien kriminelle Vereinigungen sind, gehören sie wie organisierte Kriminalität bestraft.
Beamte sind unkündbar, schön und gut. Es ist auch in Ordnung, daß ein Beamter nicht für jeden Fehler haftet, den er notgedrungen begeht. Aber bei grober Fahrlässigkeit und Vorsatz muß auch ein Beamter persönlich belangt werden können. Niemand darf sich hinter einem Amt verschanzen, um im Vertrauen auf die eigene Unangreifbarkeit Dritte zu begünstigen oder dem Staat zu schaden.
Seilschaften und besondere Verhältnisse zueinander lassen sich nicht verhindern, aber sie lassen sich eindämmen und erschweren, anstatt sie noch durch Gesetze zu begünstigen.
Gleichheit bedeutet gleiche Chancen bei gleichen Fähigkeiten, keine Begünstigung durch Quoten.
Brüderlichkeit in der Wirtschaft!
Viele Leute verbringen mehr ihrer wachen Zeit in der Firma als mit ihrer Familie. Eine Firma ist deshalb eine Schicksalsgemeinschaft. Wenn es der Firma gut geht, muß es allen Mitarbeitern gut gehen. Wenn der Manager, der leitende Angestellte, das 200fache oder das 500fache eines einfachen Arbeiters einstreicht, läßt sich das weder durch Leistung noch durch Verantwortung begründen. Die Verantwortung trägt heute der Arbeiter, die Verfügungsmasse der Bosse, die ohne goldenen Handschlag auf die Straße geworfen wird, während die hochbezahlte Firmenführung trotz aller Untaten weich fällt.
Zugekaufte Geschäfte verkümmern fast immer. Kleine Firmen sind flexibel, stellen sich auf den Markt ein, während große Konzerne den Markt zu dessen Nachteil beherrschen wollen. Wir leben alle von der Wirtschaft, ob wir dort tatsächlich arbeiten oder als Beamter, Rentner oder Sozialhilfeempfänger von ihr ausgehalten werden.
Die Wirtschaft darf aber nicht das oberste Primat haben, um ihrer selbst willen betrieben werden. Brüderlichkeit heißt, daß wir pfleglich miteinander umgehen, anstatt dem Starken zu erlauben, die Schwachen auszubeuten.
Brüderlichkeit bedingt den fairen, pfleglichen Umgang miteinander. Sie heißt, selbst zu leben und andere leben zu lassen. Nicht verdrängen, nicht erobern, nicht aufkaufen, nicht in den Bankrott treiben. Ich habe größtes Interesse daran, eine Firma, die heute mein verläßlicher Geschäftspartner ist, auch in Zukunft als verläßlichen Geschäftspartner zu behalten. Dafür verzichte ich schon mal auf einen kurzfristigen Gewinn oder räume ein längeres Zahlungsziel ein, anstatt Raubanwälte loszuhetzen.
Brüderlichkeit hat jedoch einen zweiten Aspekt, der gerne überschlagen wird: Brüder sind Leute, die zu meiner Familie gehören. Mein Bruder wird derjenige, der in meine Familie aufgenommen wird, nicht derjenige, der aufgenommen werden möchte. Die Segnungen und die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft müssen dem deutschen Volk, den deutschen Brüdern, zugute kommen, nicht kleinen Staaten im östlichen Mittelmeer, nicht kriegführenden Weltmächten, nicht regelwütigen Bürokraten in internationalen Zusammenschlüssen und auch nicht minderqualifizierten Zuwanderern, die hier im Land ausgehalten werden wollen.
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!
Richtig eingesetzt, auf den richtigen Sektoren, erfüllen sie nicht nur ihren Sinn, sondern zeitigen den Nutzen, den die Revolutionäre einst sich und uns versprochen hatten. Wir dürfen nicht willkürlich zuordnen, wo wir frei, gleich oder brüderlich sein wollen, sondern müssen das überlegt tun, zum Wohle unseres Staates.
Richtig eingesetzt, haben diese drei Begriffe eine große Zukunft, bleiben sie hoffnungsvolle, erstrebenswerte Ziele. Falsch belegt, werden sie zur Knute der Knechtschaft und Ausbeutung. Es ist unsere Entscheidung, wie wir es haben wollen, und an uns, die falschen Entwicklungen zu korrigieren.
Es ist unser Staat, der Staat, in dem wir leben. Deshalb sollten wir uns keine Fehler erlauben.
Quelle: Michael Winkler 03.12.08





12 responses so far ↓
1 zorniger Bürger // Dec 3, 2008 at 10:47
Hätte man nicht besser schreiben können.
Sowas sollten mal mehr Leute lesen und sich Gedanken machen.
Aber vielen fehlt es anscheinend an der Gabe, logisch zu denken.
2 Druidenstein // Dec 3, 2008 at 11:09
“Wirtschaftsjournalismus hat versagt”
Natürlich dient diese Aussage, dem Interesse der Besatzungspresse; denn dessen Aufgabe besteht ja darin, den Doofmichel zu irritieren und zu verführen. Jede Bäckerzeitung ist informativer als der ganze bedruckte BRDDR-Hochglanzmüll.
http://meedia.de/nc/details/article/wendehlse-im-wirtschaftsjournalismus_100014077.html
3 Druidenstein // Dec 3, 2008 at 11:15
Auch der Besatzungssender pro sieben muß weiter Besatzungsnachrichten zur Volksverdoofung senden und darf nicht übernommen werden.
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/prosieben102.html
4 Wigbold // Dec 3, 2008 at 11:26
Sehr richtig, Herr Winkler. Und vergessen wir nicht: Unser Obama heißt Özdemir! Ich fordere daher in Ihrem Sinne und zum Wohle unseres Staates:
– Cem, geben Sie Gedankenfreiheit! (weiterführend: Don Karlos, dt. Südländerdrama nach Çiller)
– Chancengleichheit bei gleicher Befähigung! (Details: Hamburger Programm, SPD)
– Brüderlichkeit in der Wirtschaft! (Michael Glos u. Michael Winkler, beide CSU)
So soll es geschehen!
http://www.brewstertheatercompany.org/images/nunsense/Amen%20Close.jpg
5 GG // Dec 3, 2008 at 11:33
@ Winkler
“Auch nach unserer Auffassung gibt es immer mehr Verstöße gegen das Grundgesetz
auch durch die Regierung.”
G. Gysi
6 Rotkaeppchen // Dec 3, 2008 at 12:52
Grüße aus der DDR: “Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit, die durch die objektiven gesellschaftlichen Gesetzte gegeben ist”
Alles klar oder noch Fragen….
7 Germershausen // Dec 3, 2008 at 14:51
Lieber Winkler, wenn ich Ihre Kommentare auf http://www.michaelwinkler.de/Kommentar.html lese, dann vermisse ich das Thema vom sogenannten BKA Gesetz, das Sie völlig verdrängen. Bewußt?
8 Germershausen // Dec 3, 2008 at 14:57
Achso das hätte ich fast vergessen. Als Mann des Geldes wissen Sie lieber Winkler das wir vor dem Staat alle gleich sind. Das gilt besonders vor den Steuerbehörden. Vor dem Finanzamt sind alle Bürger gleich. Gleichbehandlung aller Bürger nennt sich das. Ausnahmen sind Boris Becker, Peter Graf, Drafi Deutscher sowie einige andere und jetzt vermutlich auch Herr Zumwinkel von der Post und der ist sogar bei der Staatsanwaltschaft – wir wir seit heute wissen – ungleicher. Bei jedem kleinen Eierdieb hätte mit Sicherheit kein Staatsanwalt geschlampt wie im Fall Zumwinkel geschehen.
9 rabenaas // Dec 3, 2008 at 19:18
Freiheit ist in diesem Gebilde das sich nach aussen hin als Staat darstellt ,doch nur noch ein Privileg für Minderheiten.Schwule oder Lesben,Transsexuelle oder andere edle Geschöpfe können hier ihre Neigungen öffentlich zur Schau stellen und jeder der sich daran stört wird sehr schnell merken wie es um seine Meinungsfreiheit in diesem sogenannten Staat bestellt ist.
10 dynamo // Dec 3, 2008 at 20:45
Wie immer-sau stark. Gruß aus Sachsen.
11 Willner // Dec 3, 2008 at 22:06
@ Rotkaeppchen
[...] Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit…
Nicht nur die DDR-Oberen, sondern auch Sie missbrauchen den genialen Hegel für eine mechanisch-materialistische Darstellung. Dieser Satz ist eigentlich voll tiefer Weisheit. Mit einem zweiten Satz sollte das Ganze zu verstehen sein: “Der Weg der Menschheit ist der Weg aus dem Reich der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit.”
12 Findseisen // Dec 4, 2008 at 9:00
Des Freiesten Freiheit ist Recht zu üben.
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