| Michael Winkler |
Haben Sie folgendes schon mal erlebt: Sie fahren auf der Autobahn und haben völlig freie Strecke, während in der Gegenrichtung jede Menge Verkehr herrscht? Mir kommt dann immer der mulmige Gedanke, daß ich der Einzige bin, der noch nichts von dem Reaktorunglück erfahren hat, vor dem die anderen abhauen.
Physisch bin ich noch nie näher an die wirkliche Geisterfahrt gekommen. Ich rate auch jedem Leser, es beim Gedankenexperiment zu belassen, das ist besser für die eigene Gesundheit und den Werterhalt Ihres Fahrzeugs. Aber stellen Sie sich einmal vor, sie wären auf der Autobahn und Ihnen kommt ein Fahrzeug entgegen. Klar, ein Geisterfahrer, da verständigen Sie über die Freisprechanlage Ihres Mobiltelefons die Polizei, damit diese über den Verkehrsfunk die anderen Fahrer warnt.
Was aber, wenn dem einen Geisterfahrer andere folgen? Wenn es immer mehr werden? Wenn Sie der Einzige sind, der auf dieser Fahrbahn in Ihrer Richtung unterwegs ist? Hunderte Geisterfahrer? Tausende? Oder eben nur einer? Ja, jetzt kommen Sie ins Grübeln. Und Sie halten Ausschau nach einer Wendemöglichkeit.
Tja, und dann wird es noch schlimmer. Laut den Schildern am Fahrbahnrand fahren Sie nämlich korrekt. Die Schilder sind rechts von Ihnen und Ihnen zugewandt. Allem Anschein nach fahren Sie richtig und alle anderen falsch. Noch ist wie durch ein Wunder kein Unglück passiert. Bleiben Sie jetzt charakterstark (bzw. rechthaberisch) und fahren weiter – oder passen Sie sich dem Strom an?
Zum Glück ist das ein automobiles Gedankenexperiment. Allerdings eines mit realem Hintergrund, denn ich fühle mich als virtueller Geisterfahrer. Ich habe ein Ziel, sehe immer wieder “Schilder”, also Anzeichen, daß ich mich auf dieses Ziel zubewege, doch ich scheine der Einzige zu sein, der in dieser Richtung fährt, alle anderen kommen mir unbekümmert entgegen.
Ob ich den Fernseher anschalte, das Radiogerät oder auch nur die Zeitung aufschlage – schon kommt mir die Masse der Autofahrer entgegen. Nicht nur so Typen wie Boris Becker oder die Kanzlerin, nein, auch Leute mit der erforderlichen intellektuellen Kapazität oder einer anzunehmenden Tendenz zur Wahrheitsliebe.
Ich komme mir vor wie in einem großen Biergarten, in dem immer zahlreicher die Leute hineinströmen, während ich angesichts der herannahenden pechschwarzen amboßförmigen Wolkenbank und dem eindrucksvollen Wetterleuchten schon dem Ausgang zustrebe.
Die Börsenkurse steigen, es wird immer mehr Geld verdient, die Gewerkschaften reden von massiven Tariferhöhungen. Eine günstige Wirtschaftsmeldung jagt die andere, die Arbeitslosenzahlen sinken, die Kanzlerin eilt von Erfolg zu Erfolg und ihre Sympathiewerte steigen. Die größte politische Frage der Gegenwart ist, ob nun der treuerprobte Parteisoldat Erwin Huber oder der allzeit unberechenbare Querkopf Horst Seehofer CSU-Boß werden wird.
Weltweit überschlagen sich die Friedensinitiativen. Die Palästinenser einigen sich untereinander in Mekka, Nordkorea verzichtet auf seine Atomtechnologie, Israels Olmert redet mit dem Palästinenser Abbas, Rußland und China sind durch vielfältige Wirtschaftsbeziehungen mit dem Westen verbunden, der amerikanische Kongreß erlegt der Kriegslüsternheit des Präsidenten Beschränkungen auf. Drohende Konflikte werden durch Dialoge gelöst, durch Zugeständnisse und Zusammenarbeit.
Die Mehrheit der Menschen kommen mir direkt entgegen, rauschen auf der Autobahn in Richtung goldenes Zeitalter, während ich in Richtung Apokalypse unterwegs bin. Alle anderen tanzen, doch ich spüre den Vulkan unter unseren Füßen, der kurz vor dem Ausbruch steht. Die Medien feiern Erfolge, reden von einer besseren Zukunft, nur ich spüre das Fin de sciecle, das Ende einer Epoche nahen.
Bin ich der Geisterfahrer? Bilde ich mir die Schrift an der Wand nur ein? Lese ich die Karte und alle Wegweiser am Straßenrand falsch? Liege ich völlig daneben und leide gar unter Halluzinationen?
Ja, vielleicht. Die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, denn Milliarden Fliegen können nicht irren.
In den amerikanischen Monumentalfilmen der fünfziger Jahre wurde das alte Rom als Urbild des korrupten, unterdrückerischen Imperiums dargestellt, das alle Nationen der Welt als Sklaven hält und dessen übermächtiges Militär jede Regung der Freiheit mit blutiger Brutalität erstickt.
Nicht gezeigt wird, was das römische Imperium den unterdrückten Völkern gebracht hat: religiöse Toleranz, fortschrittliche Medizin, Hygiene, sichere Handelswege, kodifiziertes, einklagbares Recht, Versorgung mit sauberem, gesundem Wasser, Technologie, Wissenschaft und Kunst. Ob man nun in Londinium lebte, oder in Castra Colonia, Ostia, Alexandria oder Ephesus – man bediente sich der gleichen Sprache, bezahlte mit den gleichen Münzen und huldigte dem gleichen Kaiser. Der friedliebende Bürger des Reiches brauchte seine Soldaten nicht zu fürchten.
Vom korrupten, unterdrückerischen Rom der Neuzeit hingegen wird verschwiegen, daß da mehr ist als Coca Cola und McDonalds, als Blue Jeans und Internet. Wir verehren zwar nicht mehr den göttlichen Kaiser, aber haben dafür den Holocaust in den Rang eines mythischen Dogmas erhoben, an dem zu zweifeln Gotteslästerung darstellt (wie jüngst ein deutscher Richter in seiner Urteilsbegründung formuliert hat).
Auch das neue Rom zwingt seine Vasallenvölker zu Kriegsdiensten für das Imperium, erlegt den Unterworfenen Besatzungssteuern auf (”Stationierungskosten” für die “Schutztruppen”). Auch das neue Rom hat sein privilegiertes Bürgerrecht, denn kein internationaler Gerichtshof darf einen amerikanischen Soldaten wegen Kriegsverbrechen anklagen, aber die Amerikaner selbst klagen gerne Angehörige anderer Völker an. Nichtamerikaner sind im Zweifelsfall rechtlos, aber US-Gerichte verhandeln über alles, was sie für verhandelnswert erachten.
Brachte das richtige Rom Kultur und Zivilisation, so löscht das neue Rom diese aus. Der bombastische Effekt und die brutale Gewalt dominieren die Leinwand, die Akteure sind entweder gut oder böse, schwarz oder weiß, doch sie besitzen keinerlei Tiefe oder Zwischentöne. Die kunstvolle Melodie wurde durch rhythmischen Radau ersetzt. Sprachen, die sich über Jahrhunderte hinweg zu nuancenreichen Ausdrucksmitteln herangebildet haben, ertrinken im trübsinnigen Sumpf unsauberer Amerikanismen.
Hatten Städte früher ein unverwechselbares Gesicht, so baut man heute die gleichen Schachteln aus Glas und Stahlbeton in Chicago oder London, in Paris, Frankfurt, Athen, Dubai oder Yokohama. Lagen die Legionen des alten Roms in den Garnisonen überall im Reich, so finden sich die Trägerkampfgruppen des modernen Roms auf allen Meeren, stehen seine Divisionen in allen geknechteten Ländern. Schickten die unterworfenen Völker ihre Söhne zur Erziehung nach Rom, schicken sie heute ihre Elite nach Harvard, Yale oder Stanford.
Ja, das Imperium ist mächtig, hält die Welt im eisernen Griff. Es nimmt mehr und gibt viel weniger als das alte Rom. Die Eskapaden eines Caligula beschränkten sich auf Rom selbst, unter den Eskapaden eines Bush’ leidet die ganze Welt. Die Unterdrückung der Völker erfolgt im Namen der Freiheit, die Peitsche wird geschwungen für die Menschenrechte.
Der große Satan regiert die Welt, scheint unangreifbar und übermächtig, in Erz gegossen. Die Mächtigen der Völker kriechen im Staub vor dem Thron der Weltbeherrscher, rückgratlose Vollstrecker des Willens ihrer gottgleichen Meister.
Aber die Schrift steht längst an der Wand, der Stab über das Imperium ist bereits gebrochen, das amerikanische Zeitalter taumelt bereits seinem Ende entgegen. Aber vielleicht bin ich auch nur der Geisterfahrer, der Dinge zu sehen glaubt, die kein anderer sonst sieht.
Dem Imperium gehen die Soldaten aus
Rom wurde durch ein Bürgerheer aufgebaut und durch Söldnerheere verloren. Trotz der wachsenden wirtschaftlichen Bedrängnis der US-Bürger und der ständig wachsenden Bevölkerung (100 Millionen Zuwachs in rund 40 Jahren) haben die Werber für das US-Militär immer größere Schwierigkeiten, neues Kanonenfutter zu finden. Das Militär bietet zwar “sichere Jobs”, doch diese Arbeitsplätze liegen sehr oft in Ländern, in denen auf die amerikanischen Soldaten geschossen wird. Die Aussichten auf eine bleibende Beschädigung oder die Heimkehr im Sarg halten die Freiwilligen davon ab, sich zu melden.
Rom ersetzte die Römer in seinem Heer immer mehr durch Söldner, angeworbene Angehörige anderer Völkerschaften. Die USA werben nicht an, sondern schicken ihre Verbündeten ins Feuer, ob nun Briten oder Polen, Kanadier oder Italiener, Japaner oder Deutsche – die Unterworfenen schicken ihre Truppen in die Kriege der Amerikaner. Zumindest übernehmen sie den Teil der Kriegführung, bei dem Soldaten dem feindlichen Feuer ausgesetzt sind. Das weit weniger gefährliche Abwerfen von Bomben vollführen weiterhin die Amerikaner.
Dem Imperium geht das Geld aus
Das römische Imperium hatte seinen Höhepunkt unter Augustus erreicht. Der Aureus und der Dinar, geprägt aus purem Gold und reinem Silber, wurden als Zahlungsmittel in allen Winkeln der Welt akzeptiert, auch von Völkern, die den Römern nicht wohlgesonnen waren. In der späteren Kaiserzeit wurden zwar Münzen gleichen Namens verwendet, doch diese enthielten immer weniger Edelmetall. Als Zahlungsmittel wurden sie nur noch innerhalb des Imperiums angenommen, und auch das nur, weil die Staatsmacht das erzwungen hatte.
Der Dollar war bis 1971 durch den Vertrag von Bretton Woods der Wertmaßstab für alle anderen Währungen. Er wurde weltweit akzeptiert und selbst Terroristen, die Anschläge auf amerikanische Einrichtungen unternahmen, ließen sich bereitwillig in Dollar entlohnen. Heute hat die Abkehr vom Dollar bereits eingesetzt. Es ist nicht mehr selbstverständlich, daß die Güter der Welt in Dollar abgerechnet werden. Schon wird in Afrika der Euro lieber gesehen als der Dollar.
Die Ursachen sind dieselben wie vor 2000 Jahren: Das Imperium gibt mehr Geld aus, als es einnimmt. Solange Roms Truppen reiche Länder ausplündern konnten, war das Imperium zahlungsfähig. Die USA haben zwei Weltkriege geführt, um ihre Staatsfinanzen zu sanieren. Mangels weiterer Inkasso-Möglichkeiten mußte Rom den verbliebenen Wert (also das Edelmetall) strecken, das heißt, immer schlechtere Münzen prägen. Die USA befolgen exakt dieses Rezept, indem sie auf den verbliebenen Wert (Wirtschaftskraft, Volksvermögen etc.) immer mehr Anteilsscheine (Dollar) ausgeben.
Formal ist der Dollar des Jahres 2007 immer noch ein Dollar, so wie jener von 1907. Ohne die Künste der Papierherstellung und des Gelddruckens aber wäre der Dollar aus dem Jahr 1907 eine massive Silbermünze von gut 30 Gramm Gewicht, sein Urenkel von heute jedoch ein eine gleich große Münze aus billigem Gußeisen, das mit gerade einmal einem Gramm Silber überzogen wurde.
Das einstmals reichste Land der Erde ist längst bankrott. 600 Milliarden Dollar Außenhandelsdefizit bedeuten, daß dieses Land den Gegenwert dieser 600 Milliarden Dollar als Tribute erpreßt, für die nur mit Schuldscheinen bezahlt wird – und zwar besondere Schuldscheine, denn die größte Armee der Welt verhindert, daß diese jemals eingetrieben werden können. Etwa jenen Betrag, 550 Milliarden Dollar, lassen sich die USA jedes Jahr die Kriege kosten, die sie auf der Welt führen, und die Armee, das Instrument zur Unterdrückung der Völker. Und in gleicher Höhe bewegt sich das Haushaltsdefizit der US-Regierung jedes Jahr.
Setzen wir Gleichheitszeichen, so ergibt sich, daß die USA jene Armee, die sie sich selbst nicht mehr leisten können, von jenen Völkern bezahlen läßt, die von dieser Armee in Knechtschaft gehalten werden.
Das Reichsvolk ist bankrott
Rom prägte den Spruch “panem et circenses”, Brot und Spiele. Mit kostenlosem Brot und Unterhaltung durch blutige Gladiatorenspiele wurde das Prekariat der Welthauptstadt ruhig gestellt. Der Reichtum hatte sich auf wenige Familien konzentriert, die Milliardäre der Antike. Die Masse der Bevölkerung hingegen lebte von Sozialhilfe, eben der Brotverteilung.
Zu den Mythen der USA gehört “der reiche Onkel aus Amerika” und der Tellerwäscher, der zum Millionär aufsteigt. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus. Oh, sicher, es gibt in den USA keine Sozialhilfe, von der große Teile der Bevölkerung dauerhaft leben können. Der “Brot”-Teil funktionierte so: Ständig steigende Immobilienpreise erlaubten es Immobilienbesitzern, immer höhere Hypotheken auf ihr Eigentum aufzunehmen. Dieses Geld haben sie ausgegeben und damit Konsumgüter angeschafft. Das hat zwar die Weltwirtschaft belebt, doch diesen Käufen steht nicht der Erwerb bleibender Werte gegenüber, sondern nur ein kurzfristiges Vergnügen. Der teuere Plasmabildschirm bringt im Leihhaus nur noch einen Bruchteil des Kaufpreises.
Und jetzt ist die Party zu Ende. Der Wert der Immobilien steigt nicht mehr, dafür die Kosten der einstmals billigen Hypotheken ohne Zinsbindung. Wer nicht mehr bezahlen kann, dessen Hypothek wird fällig gestellt – und seine Immobilie zwangsverkauft. Noch – denn durch jede derartige Aktion verliert die Hypothekenbank Geld. Laut Meldungen, die eben nicht in den Tagesnachrichten auftauchen, verlieren bis April zehn Millionen Amerikaner Haus und Hof.
Was passiert, wenn die ersten Banken zusammenbrechen? Was hat die 1st National in Kassameenee mit Ihrer Sparkasse in Mittelmietraching zu tun? Nun, die US-Kleinbank hat sich refinanziert, also ihre Kredite weiterverkauft. John Doe darf bankrott gehen, das ist einkalkuliert, James Brown auch noch, doch wenn William Smith nicht mehr bezahlen kann, kann auch die 1st National nicht mehr ihre Kredite bedienen. Das Spiel wird auf der nächsten Stufe fortgesetzt und irgendwann fehlen auch den Großbanken die Einnahmen. Bank America, Goldman Sachs, City Bank… sie alle hängen irgendwie zusammen mit der die 1st National in Kassameenee – und auch mit Ihrer Sparkasse im beschaulichen Mittelmietraching.
Milliarden Schmetterlinge flattern, ohne daß viel passiert, doch jeder Flügelschlag hat grundsätzlich das Potential, einen Orkan auszulösen. Der eine William Smith zuviel kann das Weltbanksystem in seinen Grundfesten erschüttern. Kein Staat der Welt kann den Banken in diesem Fall helfen, im Gegenteil, die Staaten müssen versuchen, sich selbst zu retten. Bankrotte Banken bedeuten fehlende Kredite, also verhinderte Investitionen und damit ausgefallene Geschäfte. Das zarte Pflänzchen Aufschwung wird niedergewalzt.
Dabei habe ich hier noch gar nicht die Treibminen im Börsensumpf berücksichtigt, die Hedgefonds. Deren Geschäft basiert auf Zukunftserwartungen und Milliardenkrediten der Banken. Unser Freund William Smith läßt ein paar Dominosteine purzeln, die schließlich dazu führen, daß ein Firmenkredit nicht vergeben wird und ein Geschäft platzt – ein Geschäft, auf das ein Hedgefonds spekuliert hat. Dann fällt dieser Dominostein auf den Zünder einer Seemine mit einer Tonne Sprengstoff im Leib.
Die Gegner werden mächtiger
390 vor Christus haben die Gallier Rom fast gänzlich erobert und zogen nur nach horrender Tributzahlung wieder ab. 216 vor Christus stand Hannibal erfolglos vor den Toren Roms und 102 bzw. 101 vor Christus gelang es Rom unter großen Opfern, Kimbern und Teutonen in Norditalien zu vernichten. In den folgenden fünf Jahrhunderten gab es zwar Bürgerkriege, aber Auseinandersetzungen mit fremden Mächten wurden weit entfernt geführt. 451 nach Christus wurden die Hunnen noch besiegt – aber 476 war das Weströmische Reich erloschen.
1812 haben die Briten Washington verbrannt, seither führen die Amerikaner – von ihrem Bürgerkrieg abgesehen – ihre Kriege in fernen Ländern. Den zweiten Weltkrieg haben sie noch mit größter Übermacht gewonnen, schon in Korea mußten sie ein Unentschieden akzeptieren. Vietnam wurde zur Niederlage; weder im Irak noch in Afghanistan gelingt es den Amerikanern, das Land zu befrieden. Die scheinbar niedergeworfenen Taliban werden von Tag zu Tag zahlreicher, in ihrem Land haben längst sie die Initiative, nicht mehr die Amerikaner. Der Irak wird zur Blutmühle für die amerikanischen Besatzer und ihrer Hilfsvölker, ein neues Stalingrad, ein neues Vietnam.
Kann sich das Imperium noch einen Gegner leisten? Den Iran? Oh, natürlich können die USA das Land verwüsten, Atomwaffen haben sie dafür genug. Und wenn der Kongreß nicht mitspielt, lassen die USA die Israelis vor und die ersten Bomben werfen. Denen muß Amerika doch helfen, sie sind schließlich die armen Opfer… Entschuldigung, die treuen Verbündeten.
Aber wie soll ein Imperium ohne Geld, ohne Soldaten, mit einem bankrotten und deswegen unwilligen Reichsvolk einen Krieg gegen einen Gegner führen, der auf diesen Kampf vorbereitet ist? Gegen einen mächtigen, fanatisierten Gegner? Natürlich ist es Unsinn, dem Iran zuzutrauen, er könne die USA ernsthaft gefährden. Das glaubt nicht einmal das amerikanische Propagandaministerium. Es sind die Amerikaner, die im fremden Land kämpfen – und das bedeutet wenige Amerikaner gegen viele Iraner.
Nebenbei haben die Iraner das gleiche Kriegsziel wie die Amerikaner. Die amerikanischen Soldaten wären viel lieber in Miami Beach als im Iran – und auch den Iranern wäre es viel lieber, wenn die Amis in Miami Beach wären als im Iran. Was zweifellos dazu führen dürfte, daß sehr viele Amerikaner ganz in der Nähe von Miami Beach ankommen – auf dem Heldenfriedhof von Arlington. (Na ja, richtig nahe ist der nicht, aber viel näher an Miami als an Teheran.)
Geisterfahrer…
Ich fahre auf der Autobahn und alle anderen kommen mir entgegen. Ich schaue auf die Straßenschilder und stelle fest, daß ich richtig herum fahre. Aber vielleicht sitze ich ja nicht im Auto, sondern in einer Geisterbahn. Alles um mich ist Illusion, die nur dem Nervenkitzel dient. Vielleicht träume ich auch nur…
Wenn ich jedoch nicht träume, dann wird es knallen. Nach dem Ende des Römischen Imperiums begann ein dunkles Zeitalter, das Ende der Zivilisation, weil die Quelle der Zivilisation erloschen war. Doch die USA sind nicht die Quelle unserer Zivilisation, sie sind die Unterdrücker unserer Kultur.
Wenn es also knallt, wird sich bald der Staub legen und wir werden sehen, was wir aus den Trümmern der alten Welt wieder aufbauen können. Dann ist kein Platz mehr für Geisterfahrer, dann heißt es anpacken. Und jene Leute, die mit mir in die richtige Richtung gefahren sind, haben dann hoffentlich Landkarten und Baupläne im Handschuhfach.
Quelle: Michael Winkler 21.02.07




41 responses so far ↓
1 Samba // Feb 21, 2007 at 9:11
@Michael Winkler, 21.02.2007
Endlich mal ein Beitrag von einem historisch Bewanderten, den ich als sehr gelungen empfinde. Nur in einem Punkt möchte ich Ihnen widersprechen: Sie beschreiben das Römische Imperium in seiner Glanzzeit als etwas Gutes, “welches allen Völkern widerfahren sei”. Hier muß man aber auf die Kehrseite des Imperium Romanum hinweisen, die auch dem Schüler des Humanistischen Gymnasiums weitgehend verschwiegen wird: Rom war nämlich die kapitalistischste Staatsform par excellence, die m. E. jemals existierte. Ihre Basis war ein ausgeklügeltes Sklavenhaltersystem, welches nur durch konstanten Terror und der Schinderei von Abermillionen Unterworfenen so lange aufrechterhalten werden konnte. Zum Beispiel wurden bei einem ungeklärten Tod des Herrn in einem römischen Haushalt alle seine Sklaven, Männer, Frauen und Kinder, gekreuzigt, eine der widerlichsten Todes- pardon, Mordarten überhaupt.
Von den gleichsam bekannten Gladiatorenspielen mit ebenfalls Hunderttausenden (ohne die Profis unter den Gladiatorenkämpfern) von unschuldigen Opfern. Ich würde lieber im Straßenkampf von Stalingrad mit einem Kopfschuß enden als von hungrigen Löwen bei lebendigem Leib zuerst an- und dann aufgefressen zu werden. Diese Liste ließe sich noch fortsetzen.
Zugleich war Rom auch der Mörder zahlloser Völker im Mittelmeerraum, von denen wir gar nicht mehr wissen, welche Kenntnisse und kulturellen Informationen dadurch gleichsam ausgeknipst wurden, weil man deren Träger als Gefangene in irgendeinem Steinbruch unter der römischen Peitsche sich zu Tode schuften ließ.
Ähnlich wie die Spanier die kulturell hochstehenden Indianervölker der Azteken und Inkas ausrotteten, womit gleichzeitig uraltes Wissen verlorenging.
Allerdings: Auch das lehrt die römische Geschichte. Imperien sterben nur sehr langsam und über einen langen Zeitraum, weil damals die römische Machthaberschicht wie heute das US-Imperium auf immer neue Tricks verfällt, die Lebensdauer ihres Imperiums noch irgendwie zu verlängern. Damals war es das süße Gift der Sklaverei, heute ist es das süße Gift der Tribute des Unterworfenen ebenso wie das Geldverdienen aus den Zinsen des Großen Börsenspiels.
Die Frage ist doch, ob es uns Deutsche als Volk noch geben wird, wenn (endlich) die Macht des US-Imperiums gebrochen sein wird. Oder ob nicht bis dahin der Geist der ehemals deutschen Freiheitsliebe untergegangen sein wird, zugeschüttet von Computerspielen, Handyklingeltönen(!), Pornographie und dem Tanz ums Goldene Börsenkalb.
2 Eberhard // Feb 21, 2007 at 12:07
Beifall!
Erstklassig!
Vielen Dank Michael Winkler!
3 Georges Clemenceau // Feb 21, 2007 at 14:05
“Les États-Unis sont passés du stade primitif à celui de la décadence sans cette période intermédiaire que l’on nomme, ailleurs, civilisation.” (deutsch: “Amerika, das ist die Entwicklung von der Barbarei zur Dekadenz ohne den Umweg über die Kultur.”)
4 Enkel // Feb 21, 2007 at 15:20
Herr Winkler hat mir aus der Seele gesprochen!!
Manchmal denke ich auch,
Don Quichote ist mit mir seelenverwandt, aber dank seines Artikels sind meine Selbstzweifel heute wieder ausserkraft gesetzt . . . !
Enkel
5 Flugzeugführer // Feb 21, 2007 at 17:55
Fast habe ich geglaubt außer mir fahren alle Anderen in meine Gegenrichtung………
Danke Michael Winkler und weiter so!
6 Der Dorftrottel // Feb 21, 2007 at 20:47
Feines Schriftstück !
Gehörte eigentlich auf die 1.Seite aller Tageszeitungen. Aber noch fahren dort die Geisterfahrer.
7 Die Haare-Raufende // Feb 21, 2007 at 22:30
Danke für die Gänesehaut….
8 michael // Feb 21, 2007 at 23:51
Apropos: Miami Beach wird auch “New York South” genannt, if you get he drift. Mit Ausnahme von New York (North) bzw. New Jerusalem und Hollywood (CA) bzw. Hollywood (FL) gibt es nirgendwo in den JewNited States/JewSA einen höheren Bevölkerungsanteil an mosaischen Juden.
9 Haunebu // Feb 22, 2007 at 0:32
Klasse!
Der Mann schreibt einem aus der Seele – weiter so!
In solchen Zeiten heisst es wohl, Durchhalten um jeden Preis und das Ende in einer ruhigen Ecke abwarten, um dann endlich das richtige tun zu können.
Danke!
10 Z-O-G // Feb 22, 2007 at 1:47
In Ihrem Text beschreiben sie viele Dinge, die wohl sehr richtig sind, doch denke ich, dass sie die Dinge zu drastisch sehen, bzw eher der Wunsch Vater einiger Gedanken zu sein, denn die Realität.
Die Vereinigten Staaten, obgleich sicherlich hoch verschuldet, sind dennoch eine der stärksten, wenn nicht die stärkste Wirtschaftsmacht der Welt. Auch wenn sie andere Länder und deren Rohstoffe ausplündern, verfügen sie doch im Inneren Ihres Landes über so große Rohstoffvorkommen an allen erdenklichen Ressourcen, dass sie es sich leisten können würden, autark zu leben und allein durch Binnenhandel ihr 300 Millionenvolk zu ernähren. Flächen- und bevölkerungsmäßig ist der Staatenbund dem Römischen Imperium sicherlich auch überlegen, auch wenn es kulturell in keiner Weise gleich zu stellen ist.
Das die US Armee unter Freiwilligemangel leidet, mag zwar sein, doch sollte es je zu einer ernsthaften Bedrohung der USA und ihres Staatsgebietes kommen, wären sie fähig, durch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht innerhalb kürzester Zeit ein enormes Truppenkontingent zu mobilisieren und auszurüsten – an Schusswaffen und militärischen Gütern mangelt es in den Staaten sicherlich nicht. Auch wenn ich die Herrschaft der USA alles andere als gutheiße, sind doch die unterdrückten und versklavten Völker absolut durch Brot und Spiele ruhig gestellt. Das Brot kommt im Zuge der weltweiten Expansion von Restaurantketten wie MCD, BurgerKing oder KFC und die Spiele in der Form von “Entertainment” durch Hollywood und Computerspiele.
“Es sind die glücklichen Sklaven der Freiheit größter Feind”, hinzu kommt die ganz enorme Leistung der Umerziehung und propagandistischen Verblendung. Die europäischen Völker und allen voran das deutsche, wurden nach dem Kriege derart gehirngewaschen, dass fast ausnahmslos die gesamte junge Generation das Deutschtum und alles mit ihm in Verbindung stehende ablehnt. Diese Haltung ist bei vielen schon nicht mehr mental, also argumentativ änderbar, sondern emotional. Es besteht eine innere Abwehrhaltung, die zu verändern fast unmöglich erscheint.
So sehr man sich also das Ende der US Dominanz und den Anbruch eines neuen Zeitalters des Friedens, der Freiheit und der Gerechtigkeit wünschen mag, muss man nun einmal leider Realist sein und sich entweder damit abfinden, dass es die nächsten Jahrzehnte fröhlich in alter Manier weiterlaufen wird, oder man muss aktiv werden um das Ende herbeizuführen, denn von allein kommt es nicht so schnell.
11 TH // Feb 22, 2007 at 10:04
@Z-O-G
Zitat:
“Die europäischen Völker und allen voran das deutsche, wurden nach dem Kriege derart gehirngewaschen, dass fast ausnahmslos die gesamte junge Generation das Deutschtum und alles mit ihm in Verbindung stehende ablehnt. Diese Haltung ist bei vielen schon nicht mehr mental, also argumentativ änderbar, sondern emotional. Es besteht eine innere Abwehrhaltung, die zu verändern fast unmöglich erscheint.”
Das stimmt schon, aber Du mußt bedenken, daß das alles auf falschen Annahmen basiert.
Hast Du schon mal beobachtet, was passiert, wenn Menschen nach langer Zeit dämmert, daß Sie ohne es zu merken ausgenutzt und betrogen wurden? Vielleicht am eigenen Leib?
Dann entwickelt sich eine enorme Wut auf den Betrüger. Dann kommt es zur 180-Grad-Kehrtwende und aus den überzeugtesten Linken können plötzlich überzeugte Nationalisten werden. Denk mal an Horst Mahler.
Wenn es uns irgendwie gelingt, an die Öffentlichkeit zu dringen, kann sich alles wie eine Lawine entwickeln.
Und von denen, die uns jetzt ausnutzen, wird dann auch keine Gegenwehr mehr kommen. Denn die glauben ja größtenteils selber, daß sie im Recht sind. Wenn die selber merken, daß sie Betrüger sind, werden sie erstmal in Schockstarre fallen.
12 Eberhard // Feb 22, 2007 at 10:22
@Z.O.G.
Das hat man von der DDR auch immer gedacht und dann ging es ganz schnell….
13 qwertz // Feb 22, 2007 at 12:23
Ihre Bilder und Zusammenhänge sind beeindruckend. Aber:
“…Kann sich das Imperium noch einen Gegner leisten? Den Iran?
Oh, natürlich können die USA das Land verwüsten, Atomwaffen
haben sie dafür genug. Und wenn der Kongreß nicht mitspielt,
lassen die USA die Israelis vor und die ersten Bomben werfen….”
Wenn ich die Lage unter Berücksichtigung der amerikanischen
Ölinteressen richtig einschätze, dann können sich die USA
sogar viele “verlorene” Kriege a la Irak leisten. Wichtig für
die USA ist, diese Länder als Energienutzer
zu zerstören und als Energielieferanten zu perfektionieren.
Der “verlorene” Krieg im Irak ist tatsächlch ein Sieg auf dem
Weg zu besserer Energieversorgung der USA. Hätte die USA den
Krieg “gewonnen”, wäre sie gemäß Völkerrecht verpflichtet
gewesen, die Ordnung im Irak aufrechtzuerhalten bzw.
wiederherzustellen, mit dem damit einhergehenden Ölverbrauch,
der dem Weltölmarkt und den USA verlorenginge.
14 Thomas Brehl // Feb 22, 2007 at 16:15
Wenn man davon spricht, was sich die USA leisten können und was nicht, liegt das Hauptaugenmerk einiger immer auf der Finanzierbarkeit dieser imperialistischen Abenteuer. Unter diesem Gesichtspunkt können sich die USA auch noch einige Waffengänge á la Irak leisten, denn die “Freunde” der USA werden ja als Zwangsverbündete kräftig zur Kasse gebeten.
Die weit wichtigere Frage ist aber, was können sich die USA im Hinblick auf die innere Stabilität des Landes und der Gefolgschaftstreue der “westlichen Welt” noch leisten. Vom Irak-Abenteuer haben jedenfalls viele die Schnauze gestrichen voll und das nicht nur wegen der Kosten. Die Bereitschaft das selbe “Spiel” nochmal mitzumachen, tendiert bei vielen Verbündeten gegen Null. “Nichts wie raus!” scheint die Devise zu sein und viele Staatsführer zwangsverbündeter Nationen sind sich offenbar gar nicht mehr so sicher mit der Unterstützung des US-Imperialismus auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen.
Vor diesem Gesichtspunkt können sich die USA nicht mehr viel leisten und auch die US-Bevölkerung war in der Vergangenheit sehr viel eher bereit hinzunehmen, daß einige Söhne des Landes in schwarzen Leichensäcken nach Hause kamen, wenn dafür wenigstens glorreiche Siege erfochten wurden. Schon Vietnam aber gereichte zum Trauma einer ganzen Nation und auch der Irak scheint zwar niedergeworfen aber nicht besiegt und damit auch nicht befriedet zu sein. Auf ein weiteres Abenteuer dieser Preisklasse hat der Durchschnittsamerikaner einfach keine Lust mehr.
Jede Umwälzung beginnt mit Unzufriedenheit und die wächst tagtäglich…
15 Lutz Merkel // Feb 22, 2007 at 16:45
@qwertz:
Der “verlorene” Krieg im Irak ist tatsächlich ein Sieg auf dem Weg zu besserer Energieversorgung der USA.
Mhm, für die vielen Milliarden Dollar, den dieser Krieg die USA kostete bzw. kostet, hätten sie jede Menge Öl auf dem Weltmarkt kaufen können.
MfG
Lutz Merkel
16 Wurstblume // Feb 23, 2007 at 2:05
“Nach dem Ende der römischen Imperiums begann ein dunkles Zeitalter, Das Ende der Zivilisation, weil die Quelle der Zivilisation erloschen war.”
Naja, erstens wurde in diesem “dunklen Zeitalter” der Grundstein für unsere Europäische Kultur gelegt und zweitens lebte die “Quelle der Zivilisation” in der römischen Kirche weiter(Glück oder Unglück?).
Der Text wäre wohl noch besser wenn man das Römische Imperium nicht alzu verherlichen würde…sondern eher nüchterner betrachten, ein vergleich mit dem jetzigen “Imperium” ist viel zutreffender als eine differenzierung…auch die Römer brachten Tod, Sklaverei und Terror über die damalige bekannte Welt wie die Jungs aus Übersee heute…
17 Suebe // Feb 23, 2007 at 5:05
@Michael Winkler
Ein sehr überzeugender Beitrag – mein Respekt.
Anzumerken wäre meinerseits noch noch dazu, dass die meisten “Geisterfahrer” offenbar nichts davon wissen wollen,
dass ihre selbst erwählten (v.a. politischen!) Rattenfänger sie einmal wie die Lemminge mit in den Abrund reißen werden.
Bis dahin wird jeder auch nur scheinbare Widerstand weiterhin bis aufs Blut bekämpft – koste es Opfer was es wolle!
Interessant wird sicher auch sein, wie lange die Exekutive und Judikative dieses Landes bei dem “Wir-machen-den-Weg-dafür-frei”-Spiel noch gewillt sind mitzumischen.
18 Freibeuter // Feb 23, 2007 at 7:28
Herr Winkler, in Ihrem Wagen bin ich gerne Beifahrer !
Großartiger Artikel …
19 Olsen // Feb 23, 2007 at 10:52
@qwertz
“…wäre sie gemäß Völkerrecht verpflichtet
gewesen, die Ordnung im Irak aufrechtzuerhalten bzw.
wiederherzustellen…”
Völkerrecht? Was ist das? Etwas zum essen? Gilt das nicht nur für Bürokraten und Verlierer?
20 Olsen // Feb 23, 2007 at 10:56
@qwertz
Wer nach Hamburg, Dresden, Hiroshima, Indianerausrottung, Rheinwiesen, United Fruit Co., Vietnam und und und immer noch von Völkerrecht schwadroniert, muss ein gewaltiger Phantast und Ignorant sein.
21 qwertz // Feb 23, 2007 at 12:31
@Lutz Merkel : 22.02.2007 16:45
“Mhm, für die vielen Milliarden Dollar, den dieser Krieg die USA
kostete bzw. kostet, hätten sie jede Menge Öl auf dem Weltmarkt
kaufen können.”
(1) Ist der Krieg wirklich so teuer, wie die USA vorgeben?
Wenngleich ich genaue Zahlen nicht kenne, behaupte ich, die
Zahlen sind überhöht,
(1-1) um die Nato-Vasallen besser zur Kasse bitten zu
können
(1-2) um verdeckt andere Rüstungsprojekte zu finanzieren
unter Hinzuziehung der Finanzkraft ihrer Vasallen.
Dies wird nahegelegt, wenn man die angeblichen Kriegskosten von
rd. 80 Mrd. Dollar pro Jahr auf den einzelnen Soldaten im Irak
umlegt. Jeder der etwa 150.000 Soldaten würde dann pro Jahr
rd. 500.000 Dollar kosten und das fast ohne Kampfhandlungen.
(2) Sollte der Krieg aber tatsächlich so teuer sein, dann
könnten sie kurzfristig dafür zwar schon jede Menge Öl auf dem
Weltmarkt kaufen, aber es geht um mehr:
(2-1) Es geht um die Herrschaft darüber, wer das noch vorhandene
Öl bekommt. Hierzu einige nützliche Verweise zu “Peak-Oil”:
http://www.energycrisis.co.uk/campbell/
http://www.energycrisis.co.uk/de/vortrag.html
http://www.energycrisis.co.uk/de/lecture.html
http://www.studien-von-zeitfragen.de/Weltmacht/Achillesferse/achillesferse.HTM
http://www.freitag.de/2004/25/04250701.php
http://www.energycrisis.co.uk/
http://www.oilcrisis.com/
Die Amerikaner haben in Bezug auf “Peak-Oil” und seine
Sachzwänge bereits weitergedacht, ja, sie handeln bereits.
Im Gegensatz dazu haben unsere Regierungs- und Parlaments-Idioten
und -Verbrecher angesichts dieser Sachzwänge nichts besseres
zu tun, als unsere gut funktionierende Hochzivilisation in eine
frühkapitalistische Bananenrepublik umzubauen.
(2-2) Abnehmendes Ölangebot bei steigendem Bedarf treibt
unentrinnbar die Kosten insbesondere für die USA, denn da wird
in Dollar abgerechnet, schlägt also unmittelbar durch auf den
US-Ölverbraucher.
(2-3) Bei intakter Infrastruktur der ölexportierenden Staaten
würde die verfügbare Ölmenge schneller abnehmen und wäre von
daher kürzer verfügbar. Schließlich haben sich diese
ölexportierenden Staaten selber zu respektablen
Volkswirtschaften entwickelt, die einen zunehmend größeren Teil
ihres Öls selber verbrauchen. Deshalb auch die totale Zerstörung
des Irak und die Dezimierung seiner Bevölkerung um mittlerweile
schätzungsweise 2 Mio. Menschen und die Nichtverhinderung von
Bombenterror, um einen weiterdezimierenden Bürgerkrieg anzuheizen.
Meine Vermutung geht dahin, daß die USA ein Interesse daran
haben, den ganzen nahen Osten in ein totales Chaos zu
verwandeln:
Irak, Libanon, Iran, Syrien, Türkei(?),….
Und auch das ist noch gar nicht zuende gedacht.
ES GEHT UM ALLES.
MfG
qwertz
22 Lutz Merkel // Feb 23, 2007 at 18:01
@qwertz:
“Meine Vermutung geht dahin, daß die USA ein Interesse daran
haben, den ganzen nahen Osten in ein totales Chaos zu
verwandeln:
Irak, Libanon, Iran, Syrien, Türkei(?),….
Und auch das ist noch gar nicht zuende gedacht.
ES GEHT UM ALLES.”
Zitat Ende
Aber der Krieg im Irak läuft doch bestimmt nicht in dem Sinne, wie sich die USA das ausgemalt haben.
MfG
Lutz Merkel
23 Dike // Feb 23, 2007 at 21:47
“Aber der Krieg im Irak läuft doch bestimmt nicht in dem Sinne, wie sich die USA das ausgemalt haben.”
Cheney, ein Meister der autoritären Lüge – er kommentiert so sachlich, daß die Mehrheit ihm glaubt – bemerkte zu dem Truppenentzug der Engländer, dies bedeute, daß die Situation im Irak unter Kontrolle käme und britische Truppen in dieser Zahl nicht mehr benötigt werden (trotz gleichzeitiger Aufstockung amerikanischer Truppen!).
Cheney et al = USRAEL wollen ALLES: die totale Herrschaft über Menschen und Ressourcen, das wurde schon 1997 im PNAC (The Project for the New American Century) festgelegt:
http://www.informationclearinghouse.info/article1665.htm
24 stoiker // Feb 24, 2007 at 8:09
@Winkler
“Nicht gezeigt wird, was das römische Imperium den unterdrückten Völkern gebracht hat: religiöse Toleranz, fortschrittliche Medizin, Hygiene, sichere Handelswege, kodifiziertes, einklagbares Recht, Versorgung mit sauberem, gesundem Wasser, Technologie, Wissenschaft und Kunst. ”
Die religiöse Toleranz hat sich besonders bei der Christenverfolgung gezeigt. Schon Jahrzehnte zuvor schnappten sämtliche römischen Cäsaren über und ließen sich göttlich verehren, wehe wer sich dem entgegenstellte. *
Das saubere Wasser wurde überwiegend durch Bleirohre geschleust, von deren Giftigkeit die Römer natürlich keine Ahnung hatten, so schlau waren sie auch wieder nicht. Es bestehen sogar Vermutungen von seiten einiger Historikern, daß dies ein erheblicher Grund für den Untergang des Impersiums gewesen sein könnte.
Worin bitte besteht die fortschrittliche Medizin Ihrere Meinung nach? Die Wissenschaften wurden in den von den Römern beherrschten Kolonien ebenfalls gepflegt, das waren ja nicht alles Wilde.
Die Römer waren in den eroberten Gebieten dermaßen verhaßt, daß es ständig zu Aufständen kam, und die Legionäre mit dem Kreuzigen kaum noch nachfolgen konnten.
Wenn Sie sich mal über das Ende des Judentums informieren, wird es Ihnen aufstoßen, daß es die unermüglichen jüdischen Aufstände waren, die die Römer letztendlich veranlaßten, die Judenheit völlig zu vernichten.**
Was die Verschiedenheit der Städte betrifft, entstanden im kulturell aufstrebenden Deutschen Reich, vor allem im Mittelalter, z.B. die Städte der Hanse, die ein ganz anderes Gesicht hatten als die fränkischen.
Sie glauben wohl, Sie haben es bei Ihrer Leserschaft nur mit Idioten zu tun, denen Sie mit Schlagworten, Plattheiten und Halbgarmen kommen können?***
*Na da wissen wir ja nun, woher später das Christentum seine gelebte Toleranz hatte, nachdem es an die Stelle just dieser Caesaren getreten war. Man vergleiche mal die Art und Weise mit der sich dann die christlichen Caesaren und deren Nachfolger verehren ließen.
** Eine bahnbrechende Erkenntnis, die uns beim Studium der jüdischen Geschichte noch gar nicht aufgefallen ist. Man sollte den Zentralrat der Juden umgehend davon informieren, daß er und seinesgleichen in Wirklichkeit schon seit dem alten Rom gar nicht mehr existieren. Eine Erkenntnis für die es mindestens den Friedens-Nobel-Preis geben sollte – posthum und für Römerkaiser Titus, versteht sich.
***Zugegeben, dieser Anteil ist auch nach unserem Dafürhalten nicht eben gering, aber auch keineswegs so hoch wie manch einer vielleicht glauben mag.
Schriftleitung Altermedia
25 Schwert // Feb 24, 2007 at 9:26
@Schriftleitung
“Na da wissen wir ja nun, woher später das Christentum seine gelebte Toleranz hatte, nachdem es an die Stelle just dieser Caesaren getreten war. Man vergleiche mal die Art und Weise mit der sich dann die christlichen Caesaren und deren Nachfolger verehren ließen.”
Sie können es eben nicht vertragen, wenn man auch auf die Intoleranz der Anderen verweist und damit dem Christentum evtl etwas von seiner “singulären Bösartigkeit” nimmt. Sie, werte Schriftleitung, sind diesbezüglich nicht wirklich anders als die hiesigen Gutmenschen, die Sie angeblich – gerade wegen solch einer Geisteshaltung – so verachten.
Olsen kann es z.B. auch nicht ertragen, daß ja gerade der heidnische Kaiser Julian (der Abtrünnige) der größte Förderer der Juden bzw des Judentums war. Etwas, daß er immer gerne dem Christentum vorwirft…
Wo hätten wir gesagt, daß das Christentum von einzigartiger Bosheit ist? Nach unserem Dafürhalten ist es mindestens ebenso boshaft und niederträchtig, wie alle Religionen die zu bloßen Kirchen entartet sind. Allerdings ist das Christentum die Religion, die im Vergleich zu anderen, am meisten der Heuchelei ergeben ist. Es steht Ihnnen natürlich frei das anders zu sehen, wir sehen es jedenfalls so. Betrachtet man das Christentum in seiner Entwicklung, so hat es auf Dauer mehr und mehr übernommen was es einstens mal – bevor man an der Macht beteiligt wurde – bei anderen gegeißelt hat, um letztlich dann um keinen Deut besser zu sein.
Im Übrigen gehen wir in unseren Ansichten über das Christentum auf jeden Fall humaner vor, als gewisse Christen im Umgang mit ihren Gegnern.
Menschen lassen sich immer gern verehren. Auch nach dem Schwinden des Christentums und dem Aufkommen des Atheismus war das so und es prägte sich dann sogar immer stärker aus.*
Denn letztendlich kommt es darauf an, wer bei der Masse die allerhöchste “Position” einnimt: Ist es ein (fehlbarer) Mensch oder ist es ein für alle verbindlicher Gott?
Den Drang irgendwas oder irgendjemanden zu verehren gab es vor dem Christentum und wird es auch vermutlich nach ihm geben, auch erscheint es uns unwahrscheinlich, daß er ein besonderes Attribut des Atheismus sein soll. So sind Religionen, die sich Stellvertrter des lieben Gottes leisten, letztlich auch nicht anders als Lenin und Konsorten, die sich nach dem Tod wie ägyptische Pharaonen verehren ließen, sie sind in ihren Ansprüchen lediglich ausdauernder und maßloser. Im Übrigen schafft sich die Menge immer stets die Götter, die sie begreift und das müssen keineswegs immer die hellsten Kügelchen im Rosenkranz sein.
Man sollte sich also nicht immer die atheistische Narrenkappe der Gutmenschen aufsetzen und sie dann nur mit einem schwarz-weiß-roten Anstecker versehen…
Nur weil jemand nicht einer x-beliebigen Wüstenreligion angehört, heißt dies nicht, daß derjenige zwangsläufig auch Atheist sein muß. Scheint auch so eine fromme Einstellung zu sein, nicht verstehen zu wollen, daß hinter dem Berg auch noch Menschen leben.
Schriftleitung Altermedia
26 qwertz // Feb 24, 2007 at 12:33
@Lutz Merkel : 22.02.2007 16:45
“Aber der Krieg im Irak läuft doch bestimmt nicht in dem Sinne,
wie sich die USA das ausgemalt haben.”
Wenn ich mir die Ressourcenausstattung der Menschheit, die
sich daraus ergebenden Sachzwänge und die konsequente
Interessensverfolgung der USA betrachte, dann könnte das
Ganze eine taktische Niederlage zum Zwecke des strategischen
Sieges sein wie ich unter qwertz, February 22nd, 2007 at 12:23
ausführte.
Ohne Beweis bleibt es natürlich spekulativ.
Der hier von Dike : February 23rd, 2007 at 21:47 angebotene Verweis
http://www.informationclearinghouse.info/article1665.htm
bestätigt aber meine Ausführungen.
@Olsen : February 23rd, 2007 at 10:52
February 23rd, 2007 at 10:56
Das Völkerrecht bleibt ohne Institution, die seine Einhaltung
erzwingen kann, labil.
Das Völkerrecht ist aber eine Angelegenheit der politischen
Vernunft und seine Einhaltung aus humanitären Gründen zweckmäßig:
Wenn Kriege schon unvermeidlich sind, dann soll ihre Durchführung
ohne Barbarei geschehen und ihre Folgen den Frieden nicht
behindern. Als Beispiele möge man sich die Kriege zwischen
1650 und 1871 in Europa vor Augen halten. Der von 1914 war nicht
nur der Einstieg der USA in die Weltpolitik sondern auch der
Einstieg in die Beendigung dieser Art der Kriegführung.
Die Nichteinhaltung von Grundsätzen des Völkerrechts erzeugt
bei allen Zuschauern Ablehnung oder gar Haß aufgrund
potentieller eigener Betroffenheit.
27 Schwert // Feb 24, 2007 at 13:40
@Schriftleitung
“Wo hätten wir gesagt, daß das Christentum von einzigartiger Bosheit ist?”
Es ist einfach interessant zu sehen, wie Sie reagierten, als stoiker auf die Christenverfolgung und die allgemeine Brutalität seitens der Römer aufmerksam gemacht hatte.
Es ist auch kein wirkliches Geheimnis, daß Sie daß Christentum als ein “besonders schwerwiegendes Übel” der europäischen Geschichte betrachten. *
*Das ist richtig, allerdings waren Sie es, der die “singuläre Bösartigkeit” ins Spiel brachten, nicht wir und zwischen einzigartigem Übel und besonders schwerwiegendem Übel ist wohl schon ein Unterschied. Wir geben ja nun schon genug Stoff zur Interpretation, aber nun auch nicht mehr reininterpretieren als auch da steht.
“Allerdings ist das Christentum die Religion, die im Vergleich zu anderen, am meisten der Heuchelei ergeben ist.”
Wie muß man das verstehen? Inwiefern ist das Christentum am heuchlerischten? Welche Passagen in der christlichen Lehre sind Heuchelei?
Vergleichen Sie Lehre und Praxis im Verlauf der Weltgeschichte.
“Betrachtet man das Christentum in seiner Entwicklung, so hat es auf Dauer mehr und mehr übernommen was es einstens mal – bevor man an der Macht beteiligt wurde – bei anderen gegeißelt hat, um letztlich dann um keinen Deut besser zu sein.”
Das ist ein ziemlicher Allgemeinplatz. Was genau hat denn das Christentum zuvor “bei anderen gegeißelt”? Und was davon war dann beim Christentum “keinen Deut besser”?
“Im Übrigen gehen wir in unseren Ansichten über das Christentum auf jeden Fall humaner vor, als gewisse Christen im Umgang mit ihren Gegnern.”
Alles eine Frage der Macht. Seid doch nicht so heuchlerisch – was Ihr ja gern dem Christentum vorwerft – und tut nicht so, als wenn nach einer evtl erfolgreichen Wende nicht in gewisser Weise “aufgeräumt” werden würde. Ich weiß, Ihr würdet das nicht gutheißen und natürlich für die “Meinungsfreiheit” plädieren…
Hm, und deshalb soll man sich nun alles in frommer Demut gefallen lassen und im Nachhinein Hosiannah rufen, oder wie? Eine wirkliche Wende bei der es keine ernstzunehmenden “Aufräumarbeiten” gab, na gut, die von 1933 und die in der DDR von 1989, aber an den Folgen leidet Deutschland heute noch.
Aber es ist wohl auch unbestritten, daß offensichtlich nicht alle Gegner des Christentums rigoros “ausgemerzt” wurden. Und das paßt auch irgendwie nicht mit der allgemeinen Darstellung der Geschichte des Christentums zusammen.
*Na was ein Glück, daß da noch welche übrig geblieben sind, am guten Willen hat es den frommen Vätern ja bekanntlich zu keiner Zeit gemangelt.
“Den Drang irgendwas oder irgendjemanden zu verehren gab es vor dem Christentum und wird es auch vermutlich nach ihm geben, auch erscheint es uns unwahrscheinlich, daß er ein besonderes Attribut des Atheismus sein soll.”
Nirgends habe ich geschrieben, daß es nur den Atheismus beträfe. Aber es ist wohl einleuchtend, daß die Verehrung des Menschen, die Erhöhung des Menschen zum “Ich-Gott” eben ein besonderes Merkmal des Atheismus ist.
Letztendlich kann man eindeutig feststellen, daß gerade die von den rot-grünen und freimaurerischen Kräften geförderte Durchsetzung des Atheismus in Europa dazu beigetragen hat, daß die Masse zugänglicher ist für Ersatzreligionen wie z.B Islam usw. Solange das Christentum lebendig in der breiten Masse verankert war, war es undenkbar, daß sich insbesondere Muslime in Europa ausbreiten würden.
Der Atheismus ist letztendlich jene Ideologie, welche den Materialismus, den Individualismus und die kulturelle sowie volkliche Auflösung begünstigt.*
*Klappt unter “christlichen” Verhältnissen doch auch ganz gut und kommen Sie jetzt nicht wieder mit dem Unterschied zwischen Kirche und Christen an sich. Der Unterschied mag vielleicht an christlichen Stammtischen Sonntags beim Frühschoppen nach dem Gottesdienst von Bedeutung sein, aber nicht im praktischen Leben.
“So sind Religionen, die sich Stellvertrter des lieben Gottes leisten, letztlich auch nicht anders als Lenin und Konsorten, die sich nach dem Tod wie ägyptische Pharaonen verehren ließen, sie sind in ihren Ansprüchen lediglich ausdauernder und maßloser.”
Mir wäre jedenfalls neu, daß man einen Papst in einem Mausoleum ausstellt…*
Über gewisse hierarchische Strukturen kann man sich sicher streiten. Sie sind menschengemacht und dienen einer gewissen Ordnung, die ja durchaus auch notwendig ist. Fehler passieren diesbezüglich immer wieder.** Das nun dem Christentum an sich anzulasten, ist aber mehr als töricht. Außer man ist Anarchist oder Nihilist und lehnt entsprechende Hierarchien und Ordnungen von Grund auf ab.
*Nein, dafür hat man ja die Vatikanischen Grotten.
**Die Geschichte des Papsttums an sich sollte für jeden klardenkenden Menschen ausreichender Beleg sein, wie “menschlich” das Christentum in seiner Anlage ist und das ist nur eine Facette Gesamtgeschichte des Christentums, sind die Kontrahenten des Papsttums doch in der Regel auch nicht wesentlich besser gewesen.
“Im Übrigen schafft sich die Menge immer stets die Götter, die sie begreift und das müssen keineswegs immer die hellsten Kügelchen im Rosenkranz sein.”
Irrtum! Die Masse nimmt das, was man ihr bietet. Sei es nun der Fernseh-Gott, gewisse “singuläre Verbrechen”, der sich hier ausbreitende Islam, eine Art “Freizeit- bzw Privatbuddhismus” oder auch das rot-grüne “Weltgewissen” für universale “Menschenrechte”.
Das europäische Christentum ist diesbezüglich eindeutig ein Hindernis gewesen, die Europäer für die materialistische Weltanschuung der individualistischen Privatkulte – die zwangsläufig zur kulturellen Selbstauflösung führt – zu begeistern. *
Wenn das Christentum das Werkzeug der Juden wäre, dann sehe es hier wohl entsprechend anders aus…
Ist aber lange her, inzwischen ist gerade das Christentum geradezu einer der Motoren, die diese Selbstauflösung geradezu beschleunigen.
“Nur weil jemand nicht einer x-beliebigen Wüstenreligion angehört, heißt dies nicht, daß derjenige zwangsläufig auch Atheist sein muß.”
Das ist ein lustiger Spruch. Nur übersieht er, daß das europäische Christentum offensichtlich keine “Wüstenreligion” ist. Aber Sie können ja gerne versuchen, darzulegen, inwieweit sich die “Wüstenbewohner” dazu bekannten bzw bekennen.
Sie scheinen auch andeuten zu wollen, nicht atheistisch zu sein. So weit, so gut. Nur, wie stellt sich Ihr Glaube bzw Ihre Religiösität dar? Diesbezüglich geht es mir nicht um allzu persönliche Auseinandersetzungen bzw Befindlichkeiten, sondern um den Fakt, daß uns Atheismus nicht weiterhelfen wird und wir etwas Gegensätzliches gestalten müssen, was auf der einen Seite dem Weltbild der “westlichen Wertegemeinschaft” entgegentritt und auf der anderen Seite eine Übernahme Europas durch den Islam weitestgehend ausschließt.
Denn man kann im nationalen Lager zwar in alt-bolschewistischer Manier davon träumen, daß Gott und alle Religionen von diesem Planeten verbannt werden könnten. Aber das ist ein grob fahrlässiger Irrtum. Denn in die Löcher, die eine Kultur bei sich selbst aufreißt, stoßen einfach nur andere. Die Religionen werden nicht verschwinden, auch wenn es der atheistischen Zivilisation so vorkommt. Es treten einfach nur andere an ihre Stelle, die sie bei ihrer eigenen Auflösung hinterläßt.
Sie sollten Wanderprediger werden, aber uns müssen Sie nichts predigen, wir haben schon gespendet. Sollten Sie eigentlich wissen. Wie haben gegenseitig unseren Standpunkt klar gemacht, das sollte genügen. Religiöse Dispute können Sie ja nach Belieben mit Olsen ausmachen, der hat da sicher mehr Diskussionseifer, es genügt uns, daß unsereiner nach eigener Fasson selig wird, ohne irgendeine “Weltreligion” bemühen zu müssen und das genügt und ist vollkommen ausreichend.
Sie sprachen vorhin durchaus treffend von der atheistischen Narrenkappe mit schwarzweißrotem Anstecker, doch dürfen Sie glauben, daß diese auch nicht lächerlicher ist als schwarzweißrote oder schwarzrotgoldene Frömmler mit – halten zu Gnaden – leichtem Missionarskomplex, die gelegentlich auf den Arm zu nehmen, uns immer wieder eine ganz besondere Freude ist.
Alles in allem sind Diskussionen dieser Art aber wohl vielleicht mehr was für das Kaffeekränzchen beim Arbeitskreis Christen in der NPD. Jedem Tierchen sein Pläsierchen, aber wenn hier einer meint allzu fromm die Belange des Christentums verteidigen zu müssen, dann weisen wir ihn von Zeit zu Zeit schon auf den einen oder anderen Widerspruch hin und wenn allzu gläubige Leserkreise meinen, deshalb das Anathema über uns beschwören zu müssen, so nehmen wir es hin und zwar ganz gemächlich auf jede kasuistische Diskussion mit irgendwelchen Erweckungspredigern gleich welcher Couleur pfeifend. Der liebe Gott wird uns schon verzeihen, ist ja schließlich sein Beruf. Damit ist diese Debatte für uns beendet. Nett Ihren Standpunkt gehört zu haben, aber den kannten wir ja im Grunde bereits ebenso, wie Sie den unseren. Das sollte zu dieser Thematik vorerst genügen.
Schriftleitung Altermedia
28 griesgram // Feb 24, 2007 at 14:31
@Dike
Die aus dem Irak abgezogenen britischen Truppen gehen nach Afghanistan!
http://www.netzeitung.de/ausland/550351.html
Die aus dem Irak herausgelösten ca 1600 Mann sind rein zufällig “mehr als 1000″, oder?
29 PA // Feb 24, 2007 at 14:59
@ Thomas Brehl: “viele Staatsführer zwangsverbündeter Nationen sind sich offenbar gar nicht mehr so sicher mit der Unterstützung des US-Imperialismus auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen.”
Solange die politische Korruption blüht wie z.B. in der US-Bimbo-Kolonie Italien, sitzen die US-Imperialisten anscheinend noch fest im Sattel: Das derzeitige Kasperltheater, das sich derzeit in Rom abspielt, erinnert an die Zustände zur Zeit Caligulas, als ein Pferd zum Konsul gemacht wurde – was heute einer richtigen Aufwertung der Qualität des römischen Senats gleichkommen würde, wenn man den heutigen Zustand des römischen Senats bedenkt …
30 Watzmann // Feb 24, 2007 at 17:41
Nachrichten aus dem Geisterschiff:
“Im Konflikt um das iranische Atomprogramm schließt US-Vizepräsident Richard Cheney einen Militärschlag gegen Teheran weiterhin nicht aus….”
http://www.focus.de/politik/ausland/atomstreit_nid_45246.html
“Die israelische Regierung hat einem britischen Zeitungsbericht zufolge von den USA für einen möglichen Angriff auf Irans Atomanlagen einen Luftkorridor über dem Irak gefordert…”
http://www.focus.de/politik/ausland/irak_nid_45242.html
31 stoiker // Feb 24, 2007 at 18:22
@schriftleitung
Selbstverständlich wurde im Christentum auch Toleranz gelebt, schließlich waren nicht alle Christen Medicis oder Borgias, sondern es gab unter ihnen sehr viele, die ihrer Religion konsequent folgten, wie z.B. die Hl. Elisabeth von Thüringen. Die deutschen Stämme wurden übrigens von Angelsachsen und Irland her von durchaus friedlichen Missionaren wie Bonifazius christianisiert und keineswegs direkt aus der “Wüste” mit Waffengewalt, wie manche glauben machen wollen. Erst auf dem Weg nach Norden wurde die christliche Lehre überhaupt zur Religion.
Na dann sollten Sie Ihre Kenntnisse über die deutsche Frühgeschichte aber noch einmal überprüfen, so harmlos und friedlich ging es dabei nun auch nicht ab und bei der sogenannten Ostexpansion gab es durchaus Momente, die sich der Erschließung des amerikanischen Westens auf Kosten der Indianer durchaus würdig an die Seite gesellen. Im Grunde korrumpierte man nur die Oberschicht, die erkannte, daß es sich christlicher Weise durchaus bequemer machte, die zuvor für gewöhnlich sehr freien Volksangehörigen zu gewöhnlichen Untertanen zu machen, die zwar Sonntags in die Kirche gehen durften, ansonsten aber nichts mehr zu melden hatten.
Abendländische Kultur entwickelte sich zeitgleich mit dem aufstrebenden Christentum, woran vor allem die Normannen, diese Mega-Germanen, während ihrer Kolonisierung Nordfrankreichs und Süditaliens durch Klostergründungen und Kirchenbauten großen Anteil hatten. Die Tatsache, daß ohne die Normannen weder die Kreuzzüge noch die Gründung der Kreuzfahrerstaaten möglich gewesen wäre, gehört gleichermaßen zur Kirchen- wie zur europäischen Geschichte.
Man sollte nicht glauben, daß es ohne Christentum keine abendländische Kultur gegeben hätte, sie hätte sich ebenso entwickelt nur eben anders und ob die Kreuzzüge nun wirklich der große Wurf waren, wagen wir durchaus zu bezweifeln. Die Geschichte des mittelalterlichen Englands sollte darüber hinaus auch zeigen, auf welche Weise England von den Normannen “kolonisiert” wurde und wie diese christliche Nation mit ihren angelsächsischen Mitchristen nach der Schlacht bei Hastings umgegangen ist.
Ich bin ein Teil des deutschen Volkes, hervorgegangen aus heidnischen und christlichen Ahnen und werde einen Teufel tun, weder die einen noch die anderen zu verleugnen. Was bliebe denn dann noch von mir übrig?
Es wird niemand, der noch irgendwie bei Trost ist, etwas verleugnen, aber es vergibt sich auch niemand, wenn er manche liebgewordene Legende als das erkennt was sie in Wirklichkeit ist, nämlich als frommer Betrug. Im Übrigen hat Abstammung weniger etwas mit Religion zu tun, sondern eher etwas mehr mit Blut und Genen und dergleichen.
Schriftleitung Altermedia
32 Baldur Nauheim // Feb 24, 2007 at 21:18
zu den Verweisen von Watzmann
es ist schon auffällig, dass sich fast alle Kommentare gegen USrael richten.
Anscheinend ist das deutsche Volk doch noch nicht total verblödet, wundert nur, dass sie immer noch ihr Kreuzchen bei jenen machen, die genau diese Verbrecher stützen und finanzieren!
33 Dike // Feb 24, 2007 at 23:16
c” (…)
“http://www.telegraph.co.uk/news/main.jhtml?xml=/news/2007/02/22/niraq122.xml “…, aber Ted Kennedy, ein älterer Demokratischer Senator, sagte: “Egal wie das Weiße Haus versucht, es zu spinnen, hat sich die britische Regierung dafür entschieden, sich mit dem Präsidenten Bush aufzuspalten und zu beginnen, ihre Truppen aus dem Irak abzuziehen.”
@ Watzmann
Schon geseh’n?
“Theater Iran Near Term” (TIRANNT)
By Michel Chossudovsky
http://www.informationclearinghouse.info/
34 Dike // Feb 24, 2007 at 23:20
Die Aussage T. Kennedys sollte an “griesgram” gerichtet gewesen sein …
35 stoiker // Feb 25, 2007 at 7:35
@schriftleitung
Wir kennen alle die Geschichte von Karl dem Großen (der im nationalsozialistischen Schulunterricht nicht als “der Große” betitelt werden durfte, weil es dann gleich Sechser regnete) und dem ach so friedlichen Widukind. Und die “sehr freien Volksangehörigen” (gab es damals schon Völker?) kannten überhaupt kein Oben und Unten und keine Sklaverei?
Wer würde bestreiten, daß es ohne Christentum auch eine abendländische Kultur gegeben hätte? Ob sie sich aber auch besser entwickelt hätte, werden wir nie erfahren, schon weil sich die Menschen an sich nicht verändert hatten. Ich bin durchaus nicht der Meinung, daß die Kreuzzüge “der große Wurf” gewesen sind, ich wollte nur auf die germanischen Aktivitäten dabei verweisen. Nur wegen der Befürchtung, mein Text könne zu lang werden, habe ich die konsequente Brutalität nicht erwähnt, mit denen die Normannen unter Wilhelm England erobert hatten und es als normannischer Adel solange dominierten, bis sie vom neuen Coudenhoven-Kalergi-Edeladel abgelöst wurden.
Widukind hat für sein Volk so gehandelt, wie jeder normale Volksführer handeln würde, der es verhindern möchte, das sein Volk Untertan eines anderen wird. Das hat eigentlich weniger mit Religion zu tun, sondern mehr mit Streben nach völkischer Unabhängigkeit. Die Auseinandersetzungen zwischen Franken und Sachsen hätte es zu jener Zeit vermutlich auch gegeben, wenn die Sachsen bereits christianisiert worden wären. Inwieweit Karl der Große während des Schulunterrichtes nicht als “der Große” bezeichnet werden durfte, weil es sonst Sechser regnete ist uns nicht bekannt, in der normalen Geschichtsschreibung jener Zeit wurde er jedenfalls durchaus noch so genannt.
Jeder, der einen Familienstammbaum besitzt, wird stolz sein auf diesen, selbst wenn sich dort einige schwarze Schafe tummeln. Wir Deutschen besitzen einen langen Stammbaum (”eine große, wenn auch schwierige Geschichte” meine Günter Maschke) und eine deutsche Seele; beides sollten wir hegen und pflegen, denn der Mensch ebenso wie ein Volk lebt nicht vom Brot allein. Daß die deutschen Neuheiden nicht müde werden, diesen unseren Stammbaum zu bepinkeln, wird der Coudenhoven-Kalergi-Edeladel mit großer Freude zur Kenntnis nehmen.
Es geht in dieser Debatte auch nicht darum, daß irgendwelche Stammbäume, die übrigens nur sehr bedingt mit Religionen zu tun haben, da sie für gewöhnlich auf sehr naturellen Grundlagen fußen, bepinkelt werden sollen, auf die man sehr wohl mehr oder minder stolz sein kann, es geht nur darum darauf hinzuweisen, daß die Religion in diesen Zusammenhang eher als Beiwerk oder allenfalls als Deckmantel anzusehen ist, aber keineswegs als die große kulturelle Errungenschaft als die sie hier zuweilen dargestellt wird. So dürfte die Art und Weise der Ausbreitung des Christentums sowie dessen spätere praktische Anwendung in der Weltgeschichte den ursprünglichen Botschaften dieser Lehre doch sehr entgegen sein und zwar bis auf den heutigen Tag. Da dies jedoch eine reine Glaubenssache ist, sollten wir uns weitere Diskussionen zu dieser Thematik ersparen, da zumindest was uns betrifft, die Standpunkte beiderseitig wohl klar und eindeutig genug sind. – Schriftleitung Altermedia
36 Watzmann // Feb 25, 2007 at 19:54
“Säbelrasseln am Golf – Iran und USA bereiten Krieg vor
New York, 25. Februar 2007. Das Pentagon hat bereits einen Angriffsplan auf den Iran entwickelt. Laut UN soll sich der Iran bereits auf Krieg eingestellt haben…”
http://www.oe24.at/zeitung/welt/weltpolitik/article114129.ece
http://news.google.de/news?hl=de&ct=title&ie=UTF-8&q=Iran&btnG=Suche
37 Schwert // Feb 25, 2007 at 21:35
@Schriftleitung
Sie wollten unsere kleine Debatte zwar beenden aber Sie haben Dinge erwähnt, die historisch falsch sind und auch Dinge, die mich persönlich betreffen bzw treffen sollten. Deswegen muß ich doch auf gewisse Punkte antworten.
“Vergleichen Sie Lehre und Praxis im Verlauf der Weltgeschichte.”
Erstens können Sie offensichtlich nicht untermauern, inwiefern die christliche Lehre – an konkreten Punkten gemessen – besonders heuchlerisch sei.
Zweitens gehen christliche Lehre und die historische Praxis durchaus nicht wirklich konform. Das habe ich auch nirgends behauptet. Letztendlich liegt es immer an den Menschen, die versuchen, etwaige Grundsätze anzuwenden bzw nach ihnen zu leben. Demenstprechend muß man also feststellen, daß die christliche Lehre eine Art Verhaltenskodex darstellt und somit selber nichts “Böses” anrichten kann. Die Praxis allerdings wird von Menschen ausgeübt. In diesem Fall sind bzw waren es eben die Europäer. Es wäre nun töricht, es den Gutmenschen gleichzutun und die Europäer zu verteufeln. Genauso albern ist es aber auch, die “Schuld” der christlichen Lehre zu geben. Außer man kann nachweisen, daß die historischenTaten der Europäer in der christlichen Lehre dementsprechend so gefordert werden.
“Hm, und deshalb soll man sich nun alles in frommer Demut gefallen lassen und im Nachhinein Hosiannah rufen, oder wie?”
Nö, man soll entsprechend intelligente Schlüsse ziehen und nicht ständig wie ein rot-grüner Gutmensch oder ein Guido Knopp auf spezielle “böse Taten” in der europäischen Geschichte verweisen. Wenn’s nämlich danach geht, hätten die Gutmenschen recht, daß die Europäer von diesem Planeten verschwinden bzw machtlos werden sollten, damit endlich der langersehnte Friede und die irdische Gerechtigkeit kommen.
“Klappt unter “christlichen” Verhältnissen doch auch ganz gut und kommen Sie jetzt nicht wieder mit dem Unterschied zwischen Kirche und Christen an sich.”
Dagegen lassen sich eindeutige Beispiele und päpstliche Zitate anführen, die belegen, daß man von kirchlicher (insbesondere von katholischer) Seite aus noch lange nach Aufkommen des Kapitalismus gegen Materialismus, Individualismus und Liberalismus – also im Grunde gegen die “westliche Wertegemeinschaft” – agitiert hatte.
Erst mit dem 2. Vatikanischen Konzil änderte sich die Grundhaltung. Es ist auch bezeichnend, daß erst seit dem 2. Vatikanischen Konzil die Freimauerei in der katholischen Kirche nicht mehr verboten war.
Und nun erkläre mir nochmal einer, warum das Christentum das Werkzeug der Juden zur Versklavung Europas sein soll???
“Nein, dafür hat man ja die Vatikanischen Grotten.”
Die Vatikanischen Grotten sind aber kein Mausoleum bzw nicht mit so einem vergleichbar.
Auf kath.de findet man dazu folgendes:
‘In der Krypta unter dem Petersdom die Grabstätte des Apostels Petrus, die auch auch die Gebeinde des Apostels enthält. Petrus hatte das Zentrum der Kirche von Jerusalem über Antiochien in die Hauptstadt des römischen Weltreiches verlegt.
Im rechten Seitenschiff der Unterkirche die Grablegen von Pius XII., Johannes XXIII, Paul VI. und Johannes Paul I. Das Grab von Paul VI. ist eines der schlichtesten Papstgräber, ein Erdgrab, mit einer einfachen Platte aus kastanienfarbenem Travertin verschlossen.’
“Ist aber lange her, inzwischen ist gerade das Christentum geradezu einer der Motoren, die diese Selbstauflösung geradezu beschleunigen.”
Ich wäre der Letzte, der das bestreiten würde. Deswegen wundere ich mich auch, warum Sie annehmen, ich würde für die Kirche missionieren.
Es ist eindeutig so, daß die heutige Kirche unvereinbar mit einer Art “europäischen Befreiungsbewegung” ist. Was aus dem offiziellen Christentum geworden ist, spottet natürlich aller Beschreibung.
Trotzdem müssen wir mit der eigenen Geschichte ehrlich umgehen und entsprechende Irrtümer richtigstellen. Denn anders gefragt: Waren deutsche Politiker und deutsches Recht schon immer schlecht, nur weil sie es heute sind?
“Sie sollten Wanderprediger werden, aber uns müssen Sie nichts predigen, wir haben schon gespendet.”
Ich sehe meine Aufgabe eher darin, gewisse Irrtümer richtiggzustellen bzw andere Herangehensweisen aufzuzeigen.
Denn was einer eventuellen europäischen Schicksalsgemeinschaft fehlt, ist nur allzu offensichtlich…
“…es genügt uns, daß unsereiner nach eigener Fasson selig wird, ohne irgendeine “Weltreligion” bemühen zu müssen und das genügt und ist vollkommen ausreichend.”
Das genügt eben leider nicht. Wenn jeder einfach nach seiner Fasson lebt, haben wir im Grunde nichts anderes als das, was wir hier und heute in der “westlichen Wertegemeinschaft” schon erleben dürfen. Aber dieser individualistischen “Privatgesellschaft” müssen wir eben etwas anders gegenüberstellen. Und das wäre eben die Volks- bzw Schicksalsgemeinschaft, in der nunmal nicht jeder wie er lustig ist nach seiner eigenen Fasson selig werden kann. Denn so würde sich niemals eine entschlossene Gemeinschaft herausbilden.
Ich gebe Ihnen aber in dem Punkt recht, als das wir dazu keine “Weltreligion” (im universalistischen Sinne) benötigen. Aber eine Religion für “unsere Welt” schon.
“…aber wenn hier einer meint allzu fromm die Belange des Christentums verteidigen zu müssen, dann weisen wir ihn von Zeit zu Zeit schon auf den einen oder anderen Widerspruch hin…”
Ja welche Widersprüche denn konkret?
Vielleicht liege ich ja auch falsch mit meiner Einschätzung, aber das muß man ja entsprechend ausdiskutieren, anstatt irgendwelche Behauptungen aufzustellen, nur weil sie sich gut anhören und evtl irgendwie stimmen könnten…
“Na dann sollten Sie Ihre Kenntnisse über die deutsche Frühgeschichte aber noch einmal überprüfen, so harmlos und friedlich ging es dabei nun auch nicht ab und bei der sogenannten Ostexpansion gab es durchaus Momente, die sich der Erschließung des amerikanischen Westens auf Kosten der Indianer durchaus würdig an die Seite gesellen.”
Inwiefern wurden durch die “christlich-deutsche Ostexpansion” Völker gänzlich ausgerottet bzw in Reservate verwiesen?
Abschließend wollte ich nochmals erfragen, was Sie denn nun als Gegenbild zum atheistischen, liberalistischen, individualistischen Materalismus der “westlichen Wertegemeinschaft” aufstellen wollen? Diesbezüglich muß man sich ja konkrete Gedanken machen. “Meinungsfreiheit” ist meines Erachtens dafür eindeutig zu wenig, denn die herrscht ja auch in den USA (zumindest kann man dort so einiges mehr als hier veröffentlichen) und trotzdem gibt es wohl keinen Zweifel darüber, daß auch die USA innerlich schwer “erkrankt” sind…
38 griesgram // Feb 26, 2007 at 0:51
@Dike
Verstanden, selbe Quelle, “Foreign Devils”…
http://www.informationclearinghouse.info/article17168.htm
Die britischen Truppen gehen in den Südwesten Afghanistens. Und da ist was?
Richtig, die iranische Grenze! Was tun die da wohl?
Man versucht hier offensichtlich, durch Konzentration der Willigen auf bestimmte Operationsgebiete die Organisation und Logistik zu vereinfachen. Die Briten haben von Irak und PhonyBLiar die Schnauze voll, aber Afghanistan ist noch populär.
Honi soit qui mal y pense!
39 Dike // Feb 26, 2007 at 22:47
@ griesgram
Ja, danke.
Eine flüssig und leicht zu lesende Zusammenfassung v. Chomsky über die Machenschaften, Pläne und Ziele der USA seit ‘45 hier:
http://www.cyberspacei.com/jesusi/authors/chomsky/sam/sam.htm#_Toc515113635
What uncle Sam really wants
Man soll sich von dem “Jesus”-Verweis mal nicht irritieren lassen. Dort sind einige von Chomskys aufschlußreichen, erhellenden Schriften zu lesen.
Übrigens schreibt er, George Kennan, einer der intelligentesten Berater der US-Regierung in den 50er Jahren laut Ch. – habe schon 1946 die US-Regierung dazu aufgerufen, West Deutschland gegen das “östliche Eindringen abzumauern”. (”walling [West Germany] off against Eastern Penetration.”) Die US-Regierung fürchtete sich vor den Arbeiterbewegungen und daß die Deutschen ihr Geschick in eigene Hände nehmen würden.
Und so ist und war es bis heute. Jegliche nationale/souveräne Regung wird sofort erstickt, egal, wo sich diese befindet oder regt, ob in Europa, im Nahen Osten, in Asien, in Lateinamerika…
40 Dike // Feb 27, 2007 at 1:36
Fortsetzung bzw. Nachgedanke dazu:
… Und so ist und war es bis heute. Jegliche nationale/souveräne Regung wird sofort erstickt, egal, wo sich diese befindet oder regt, ob in Europa, im Nahen Osten, in Asien, in Lateinamerika…
Deshalb: Wenn Eurpa daran gelegen ist zu überstehen, zu überdauern, nicht im Morast der Global Governance und deren Direktiven unterzugehen bzw. jegliche Identiät, die in mehr als tausend Jahren gewachsenen Strukturen und SEIN-Bewußtsein aufgelöst zu werden, dann gibt es m.E. nur noch eins: EINIGKEIT und zwar auf europäischer Linie: TOTALE Einigkeit. DAS würde den Moloch bis in seine Grundfesten erschüttern.
41 thorshammer666 // Apr 4, 2007 at 11:19
Au weh, armes Deutschland ob der Verhältnisse und Gesinnung!!!
Leitsatz:
DIE DEMOKRATIE IST DIE WIRKENDE VERFALLSFORM EINES VOLKES !!!
Wo sind wir denn hingekommen??
Da, wo hier im Internet unter AfterMedia unbekannte Menschen verbal sich gegenseitig die Köpfe einschlagen!
Nur die Zeit für den Luxus Toleranz aufgrund vorhandener Denkfähigkeit und materieller Wohlhabenheit ist wegen der destruktiven Verhältnisse in diesem Land definitiv vorbei!
Es wirkt somit das Recht des Stärkeren, ein typischen, da urdeutschen archaischen Existenzprinzip!
Alles andere ist Lebenslüge und führt zur Perversion (Korruptionen,etc.) und Untergang.
Dies sind die zwingenden Wirkungen einer Alliiertenbeglückung und Siegersoziologien wie Rock`n Roll,Coca Cola,etc…!!
Dann die Herren Habermas,Adorno,etc., die in der Frankfurter Schule uns die Bedürfnisorientierung und materialistische Verblendung in die Hirne getrichtert haben.
Frei nach dem Motte, gibt dem Volk Brot und Spiele (unter anderem:”sexuelle Freiheit” nach Pille /vor AIDS, Drogenmißbrauch,…), denn ist das Volk beschäfigt,kontrolliert und kommt nicht auf “dumme Gedanken”.
Ich rede aus eigener Erfahrung, bin somit um meine Leben betrogen worden, da auch meine Eltern bei dem miesen Spiel dieser Lebenslügen mitgemacht haben und ich jetzt vor einem Scherbenhaufen stehe mit der sehr schmerzhaften Erfahrung dieser Erkenntnis!!
Leute, ich kann euch nur eins sagen, diese Scheisse wirkt übelst und bedarf zur Beseitigung dieser Agonie und diesem Werteverfall einer Radikalität, das hierzu eine Revolution sicher mithin nicht zureicht!
Dank der immer noch frei zugänglichen Informationen aus dem Internet und den deja vu Erfahrungen und affektiven Momenten daraus bin ich endlich in einer wahrhaftigen Mentalität angekommen – bin und war immer schon ein Volksgenosse!!
Seltsam dabei, ich habe seitdem, offensichtlich auch durch den Tod meines geehrten Vaters (den hat das System im Pflegeheim verrecken lassen!), keine Sozialängste mehr und meine Depressionen sind auch so gut wie verschwunden!
Bin kriegsgezeugt durch die Flucht meiner Eltern aus Ostpreußen und sehe mich in der Pflicht, das geistig authentisch Erbe meines Vaters mit deren geistigen Elementen weiter zu führen.
So setzt sich somit auch mein Kampf fort und beobachte, das sich auch andere Subjekte aus meinem Lebensumfeld sich rapide dem Wertesystem des National-Sozialismus annnähern!
Das geschichtliche Pendel schlägt somit zurück und fördert Denkweise erneut zu Tage, die nur als ursprünglich deutsch zu nennen sind-
und das ist gut so.
Weg mit dem Pfaffentum, der Heuchlerei,etc.-
“Religion ist Opium fürs Volk”´,ist zwar ein roter Spruch, aber passt schon.
Weg mit dem Förderalismus, die Vielstaaterei hat speziell nach 1945 alles nur noch schlimmer gemacht!
Multi-Kulti > pfui Teufel. Unzählige Ethnien in einen Topf werfen, kräftig umrühren, christlichen Deckel darauf und fertig ist eine kaputte Gesellschaft!
So nun frohes Vermehren der Erkenntnis…
Melde mich wieder-sicher!
Leave a Comment