Die CSU droht bei der Wahl am 28. September ihre absolute Mehrheit im bayerischen Landtag zu verlieren. Nun habe ich mich aber so an diese Splittergruppe gewöhnt, daß ich mich erbarme und ein paar Tips zum Überleben der bavarozentrischen Stammtischpartei beisteuern möchte. Aber, wie so oft, wird die CSU mich wieder ignorieren. Und wenn nicht – für dieses ganze Maßnahmenpaket verlange ich mit 100.000 Euro viel weniger Geld, als ein Unternehmensberater für die einstimmende Problemanalyse kassieren würde, in welcher die weise Erkenntnis stünde, daß die CSU derzeit Probleme hat, ihre gewohnten Ergebnisse einzufahren.
Die CSU hat es ja auch besonders schwer. Früher hatte sie unverwechselbare Markenzeichen, wie den allseits herumpolternden Franz Josef Strauß. Der Mann hat es damals verstanden, sein Privatvermögen zu versiebenfachen, ohne daß ihm allzu häufig Korruption nachgesagt worden wäre. Gut, Starfighter und HS30, aber wer erinnert sich da noch daran? Aber, wie der Lateiner bestimmt gesagt hätte: Quod licet Josephi, non licet Diadochi. So konnte schon sein erster Nachfolger Max Streibl nicht mehr mit “Saludos Amigos!” von seiner nebensächlichen Reiseaffäre ablenken.
Nach ihm wurde Edmund Stoiber zum Markenzeichen der CSU. Ein humorloser Aktenfresser, bestens bekannt durch seine Versprecher, vereinte Apfelschorle mit Bierzeltauftritten und Laptop mit Lederhose. Ach, konnte der gut auf die “Dilettanti” in Berlin schimpfen… Und mit einer satten Zweidrittel-Mehrheit hätte er in Bayern das Königreich ausrufen können. Aber, leider, fühlte er sich nicht zu Höherem berufen, bis er dann schließlich abberufen wurde, um heute in Brüssel Akten zu entstauben.
Heute ist die CSU entzaubert. Günther Beckstein, der schwarze Sheriff von einst, ist ein blaßgrauer Ministerpräsident geworden, dessen größter bisheriger Erfolg darin besteht, den Transrapid verhindert zu haben. Erwin Huber, unter der Führung des zögernden Edmund das flexibel einsetzbare Universalfaktotum, erklärt heute hauptsächlich, daß er weder das Wissen noch das Können gehabt hätte, die Milliardenverluste bei der Bayerischen Landesbank rechtzeitig zu erkennen oder gar zu verhindern. Außerdem wirft er der kaum feststellbaren Opposition im bayerischen Landtag vor, die allmächtige CSU nicht rechtzeitig vor ihren Fehlleistungen gewarnt zu haben.
Die CSU-Minister in Berlin taugen auch nicht als Aushängeschild. Seit Horst Seehofer die zehn Euro Eintrittsgeld beim Arzt eingeführt hat, sorgt er nur noch dafür, daß vogelgrippegefährdete Geflügelbestände schnellstens zu Gammelfleisch verarbeitet werden. Und Michael Glos reibt sich an Sigmar Gabriel. Man stelle sich vor, an Sigmar Gabriel! Bei dem hätte sich der gute Franz Josef noch nicht einmal die Mühe gemacht, ihn zu ignorieren. Gut, es ist ja auch einfacher, als über Bankenkrise und Rezession in den USA zu reden, für Arbeitsplätze in Deutschland zu sorgen oder gar Industriepolitik zu betreiben.
Tja, und jetzt treibt die CSU die Sorge, daß fehlende Köpfe, fehlende Themen und fehlende Ideen sich in fehlenden Wählerstimmen niederschlagen. Aber keine Sorge, abgesehen von den zahllosen Parteibuch-Karrieristen gibt es noch den einen oder anderen Sympathisanten, der in Erinnerung an vergangene Zeiten undankbaren und abgehobenen Politikern ein paar gute Ratschläge erteilt.
Draufhauen auf Berlin!
Wenn die Merkel nicht einmal bereit ist, bei kleinen Verkehrsprojekten wie den Transrapid ein paar Cent zu spendieren, dann hat sie es nicht anders verdient. Zumal so ziemlich jeder Wähler versteht, wenn die bunte Dame ein wenig niedergemacht wird. Loben kann man sie dann 2009, genauer, man lobt sie dafür, daß sie gerade noch rechtzeitig die hervorragenden Vorschläge der CSU umgesetzt hat.
Deshalb drauf auf Berlin, was immer man draufhauen kann. Die SPD und die Grünen anfüttern, auf zwanzig Schritt herankommen lassen und dann eine scharfe Salve voll in die Nase, wie die Musketiere des alten Fritz. Einen unrasierten Kurt Beck kann man doch auch ungewaschen in die Pfanne hauen; Frank-Walter Steinmeier ist überflüssig, da sowieso die Kanzlerin die Außenpolitik mit erledigt. Und Steuererhöhungsminister Steinbrück schadet sowieso unablässig den CSU-Wählern, außerdem spart er die Rentner zu Tode und hat kein Rezept gegen die internationale Bankenkrise.
Es ist völlig egal, ob Beckstein eine Claudia Roth nett und anziehend empfindet, um bei ihr zu landen, müßte er Türke sein, also kann er auf sie und ihre Partei einprügeln. Haben die Grünen etwa die Klimakatastrophe verhindert? Natürlich nicht! Im Gegenteil, erst seit der Gründung dieser Partei geht es damit so richtig los. Deren Spitzenkandidat Trittin ist eine sowieso einzige Angriffsfläche. Wer so blöd ist, ein von Angela Merkel entwickeltes Dosenpfandkonzept in die Praxis umzusetzen, verdient es, mit dem CSU-Geistesriesen Dr. Markus Söder in Talkshows gesperrt zu werden.
Dann wären da noch die Linken. Die sollte man konsequent als “die bessere SPD” bezeichnen, da fällt sogar Oskar Lafontaine darauf herein und greift diese Kampfparole auf. Dabei weiß jeder in Bayern, daß man nichts anfaßt, wo SPD draufsteht, erst recht nicht, wenn es sich um eine “bessere” SPD handelt.
Nur die FDP, die sollten die Bayern schonen. Außer Westerwelle hat die Partei nichts zu bieten und für den schlimmsten aller Fälle braucht man ja einen Koalitionspartner.
Erwin Huber zum Redner aufbauen!
Sicher, das ist enorm schwer, aber mit massivem Schauspielunterricht und ein wenig angewandter Wissenschaft geht das schon. Als erstes muß der Huber vor öffentlichen Reden auf seine beiden gewohnten Schlaftabletten verzichten. Statt dessen gibt es Ritalin, das ist zwar nicht besonders gesund, aber was wir an unsere Kinder verfüttern, wird auch ein Parteibonze überleben, zumindest die nächsten paar Monate. Außerdem wollte Huber ja dieses Amt, sonst müßte jetzt der Seehofer den Chemiecocktail auslöffeln.
Als nützlich erweist sich auch eine Verkabelung des Redners. Nicht so ein alter Hut mit der Flüstertüte im Ohr, die taugt höchstens für amerikanische Präsidenten. Nein, wir in Bayern nehmen “the real stuff”, also Elektroschockbänder. Immer, wenn Huber zu langweilig wird, jagt ihm der Reden-Regisseur 100 bis 300 Volt durch den Körper, das putscht auf, reißt den Huber und gleich danach hoffentlich auch die Zuhörer vom Hocker.
Eine großartige rhetorische Technik besteht darin, das Publikum anzubrüllen. Das lernt man bei einem einwöchigen Lehrgang, den ein Feldwebel abhält, der wegen Mißhandlung von Rekruten von der Bundeswehr hinausgeworfen wurde und seitdem weitaus einträglicher Nachwuchs-Manager unterrichtet. Jeden Tag zehn Kilometer Waldlauf um fünf Uhr am Morgen stärken das Lungenvolumen ungemein. Noch schneller ist der Unterricht bei unseren amerikanischen Freunden, ein Tag “Waterboarding” hat bis jetzt noch jedem geholfen, laut zu schreien.
Hilfreich ist zudem die Anwendung sublimer Methoden. Dazu gehört ein Lautsprecher im Kopfkissen, der die ganze Nacht über die besten Strauß-Reden abspielt. Das sorgt für die richtige Grundaggressivität.
Gebirgsschützen aufrüsten!
Hier kann sich Michael Glos leidenschaftlich für mehr Wirtschaftsförderung einsetzen. Natürlich arbeiten die bayerischen Trachtenschneider zu langsam, um vor der Wahl mehr als eine Gebirgsschützenkompanie repräsentativ einzukleiden, aber die leistungsfähige chinesische Textilindustrie rüstet binnen Wochen ganze Divisionen aus, wenn man ihr die Schnittmusterböden überläßt. Es ist ja nicht das erste Mal, daß deutsche Steuergelder Arbeitsplätze in China schaffen, außerdem dient es einem guten Zweck.
Besonders eindrucksvoll wirken die Gebirgsschützen, wenn sie zwischendurch einmal das Kanzleramt besetzen, um auf die fortwährende Benachteiligung Bayerns hinzuweisen. Besonders glaubhaft wird die Aktion, wenn Bundeskanzlerin in Geiselhaft genommen wird. Merkel nach sechs Stunden Dauerbeschallung mit Oktoberfest-Bierzeltmusik, Merkel zwölf Stunden bei Weißwurst und Brezen, Merkel nach achtzehn Stunden Festbier-Dauertrinken… Aber nicht übertreiben, nach 24 Stunden sollte die Aktion beendet werden, bevor in Berlin die ersten Solidaritätskundgebungen mit den bayerischen Gebirgsschützen organisiert werden.
Die Gebirgsschützen lassen sich natürlich international einsetzen. Sollten also eines Tages Deutschland und die freie Welt am Brenner oder am Großglockner verteidigt werden müssen, stehen die Gebirgsschützen bereit, ohne erst Überflugrechte mit Rußland aushandeln zu müssen. Nur, leider, sind sie nicht wüstentauglich. Dies verbietet einen Einsatz außerhalb der israelischen Skigebiete.
Den päpstlichen Segen einholen!
Schließlich stammt der Papst aus Bayern und wäre er rechtzeitig in die CSU eingetreten, könnte er heute Altbürgermeister von Neutraubling sein. Diese Heimatverbundenheit muß man doch ausnutzen. Jeder kleine Schafkopfverein läßt seine Vereinsfahne vom Gemeindepriester weihen. Da die CSU als bayerische Regionalpartei für die Welt, das Universum und den ganzen Rest zuständig ist, gibt es natürlich nur einen einzigen Gemeindepriester mit vergleichbarer Zuständigkeit: den Papst in Rom. Folglich sollte die CSU mindestens 2.000 Fahnen nach Rom schaffen und von da an jede Wahlkundgebung unter päpstlichem Segen stattfinden lassen.
Gelübde haben sich in Bayern zu allen Zeiten bewährt. Seit in Oberammergau die Festspiele abgehalten werden, ist dort die Pest ausgeblieben, nur noch die Touristen fallen in Scharen ein. Im Falle eines 50% plus X, das die CSU anstrebt, sollte Beckstein ein persönliches Opfer darbringen und sich zum Katholizismus bekehren. Das läßt sich bei einem Dankesbesuch in Rom bequem miterledigen.
Von Schloß Banz ist es nicht weit nach Vierzehnheiligen. Diese Kirche ist den 14 Nothelfern geweiht, wann wäre eine CSU-Wallfahrt dorthin nötiger als jetzt?
Natürlich muß man in der heutigen Zeit auch als christliche Partei den zugewanderten Muslimen Rechnung tragen. Bei den meisten Wahlkundgebungen lassen sich die Tribüne und das Rednerpult frei plazieren. Folglich berücksichtigt man unsere neuen Mitbürger dahingehend, daß man diese nach Mekka ausrichtet. Wobei es da zwei Möglichkeiten gibt, über die das Gutachten eines sachkundigen Imam eingeholt werden sollte: Ist es günstiger, wenn die CSU aus Richtung Mekka predigt, oder sollten sich die Kandidaten bei ihrer Ansprache nicht doch besser in Richtung Mekka verneigen? Es geht schließlich um Wählerstimmen, da muß man sich eben anbiedern.
Reformen verkünden!
Bitte ganz genau hinschauen, Reformen verkünden heißt nicht, Reformen durchführen. Nach der Wahl herrschen erst mal fünf Jahre Ruhe. Wenn die Bayern ihre Kreuzchen bei der CSU machen, wissen sie sowieso, daß sie nach der Abgabe ihrer Stimme nicht mehr gehört werden. Dann entscheiden die Sachzwänge, das versteht der Wähler. Und wenn zu viele Wähler die falschen Parteien ankreuzen, dann muß die CSU Rücksicht nehmen, da kann niemand verlangen, daß sie es schafft, sich als Juniorpartner in einer Allparteien-Koalition durchzusetzen.
Also, was sollte man reformieren? Nun, die Schulen sind immer ein gutes Thema. Bei Wählern mit Kindern sowieso, und selbst Wähler ohne Kinder haben schon einmal eine Schule gesehen, folglich können sie nicht nur mitreden, sondern wissen alles besser. Mehr Lehrer für kleinere Klassen kommt immer gut an, konservative Wähler befürworten die Wiedereinführung der Prügelstrafe, liberale Wähler die Ganztagsschule und linke Wähler die Kostenfreiheit der Schulbücher. Im Rahmen des zeitgeschichtlichen Unterrichts wird die Lektüre einer Franz-Josef-Strauß-Biographie empfohlen und staatlich geförderte Klassenfahrten nach Rott am Inn mit Besuch der Franz-Josef-Strauß-Gruft sind pädagogisch mindestens so wertvoll, wie staatlich geförderte Klassenfahrten nach Dachau.
Steuern senken kommt immer gut an. Als erstes die Mehrwertsteuer. Zwar nur jene, die beim Verkauf von Brauereipferden anfällt, aber das druckt man ganz klein auf die Wahlplakate. Sehr gut wirkt natürlich eine Grenzlandförderung. Damit wird das Benzin an Tankstellen subventioniert, deren Kunden sonst im europäischen Ausland tanken würden. Für das Grenzgebiet zu Tschechien kann man ja im Rahmen des “europäischen Lastenausgleichs” eine gezielte Unterstützung für Raub- und Diebstahlsopfer ausschütten. Über die Pkw-Maut sprechen die Parteigremien dann ab Oktober.
Das mit dem Nichtraucherschutz ist leider schon verbrannt. Das hätte man mit einem “Wir haben verstanden!”-Plakat verbinden müssen, um sich als Beschützer der bayerischen Biergarten- und Bierzeltkultur aufzuschwingen und den Fehler auf die Saulus-Paulus-Bekehrung des ehemaligen Kettenrauchers Stoibers zu schieben. Aber leider… Mit der richtigen Beratung wäre das nicht passiert.
Außenpolitisch profilieren!
Da liegt sehr viel im Argen. Wenn Stoiber nach China reiste, kam in den Hauptnachrichten, daß er irgendwo einen Ehrendoktorhut erhalten hätte. Wenn Beckstein durch ganz Arabien reist, ist das höchstens eine einzige Zehn-Sekunden-Meldung wert. Noch schlimmer traf es die bayerische Wirtschaftsministerin: die reist nach China und wenig später wird der Transrapid beerdigt. Da ist sogar die Papstaudienz von Söder noch eine positive Ausnahme.
Aber es ist natürlich schwer, sich gegen eine immerzu durch die Weltgeschichte reisende Kanzlerin zu profilieren. Na gut, im knallbunten Hosenanzug sähe Beckstein vielleicht besser aus, aber seriöse Politiker tragen schwarz. Condoleeza Rice ist so seriös, daß sie nicht nur ihre Kleidung, sondern auch ihre Haut im dezenten Dunkel hält.
Aber wen oder was könnte man besuchen, als bayerischer Wahlkämpfer? Yad Vaschem hat ja kürzlich die Kanzlerin abgegrast, Putin ist im Moment beschäftigt, sein künftiges Büro einzurichten, und Bush empfängt nur noch Leute, die ihm Truppen für Afghanistan versprechen. Aber Berlusconi bietet sich an, wenn er erst einmal wieder in Amt und Würden ist.
Die Fußball-Europameisterschaft ist leider auch nicht so gut als Plattform, da konkurrieren bereits Beckenbauer und Merkel um die meisten Kameraeinstellungen. Bliebe nur die Meister-Feier des FC Bayern, aber da die in München stattfindet, wanzt da bereits Christian Ude herum. Vielleicht springt ja das UEFA-Cup-Finale heraus, da reist das gesamte bayerische Kabinett an und kann bei Bedarf unauffällig verschwinden, wenn die Fußballer einen etwas schlechteren Tag erwischen sollten.
Mit Sarkozy geht bestimmt etwas. Einen einwöchigen Aufenthalt auf Neuschwanstein – ohne diese lästigen Touristen – findet der bestimmt angemessen. Und ein französisches Atom-U-Boot im Chiemsee wäre ein wichtiger Beitrag für die Sicherheit von Bayern, Deutschland und ganz Europa.
Aber es gibt ja noch mehr Länder, vor allem in der EU. Die Tschechei, die Slowakei, die Polackei, die Slowenei, die Kroatei… die kann man alle besuchen und vorteilhafte Verträge abschließen. Zum Beispiel über die Rückgabe ausgeliehener Automobile. Und natürlich könnte Bayern anbieten, den Kosovo aufzubauen, dann klappt das auch mit einem hochrangigen Staatsbesuch aus den USA.
Der Urlaub ist gestrichen!
Die CSU hat schließlich eine Wahl zu gewinnen, da müssen die Amtsträger eben bis nach der Wahl warten, bevor sie dem Privatleben frönen. Dies erweckt nicht nur den Eindruck ungewöhnlichen Fleißes, sondern verschafft der Partei auch noch die Medienhoheit. Diesmal wird das Sommerloch exklusiv mit CSU-Meldungen ausgefüllt. Und sollte jemand ein Photo von Nessie schießen, dann muß da auch Günther Beckstein drauf sein.
Urlaubsmeldungen sind sowieso immer gut, seit die BILD auch auf Mallorca verkauft wird. Es gibt so viele unbekannte Funktionäre in der CSU, deren abstruse Ideen endlich einmal veröffentlicht werden sollten. 2008 ist DIE Gelegenheit dafür! Warum wird auf der ISS noch kein König Ludwig Dunkel ausgeschenkt? Wenn die Astronauten schon regelmäßig über Bayern hinwegfliegen, sollte man sich erkenntlich zeigen.
Außerdem brauchen wir einen ganz tollen Sommerhit, der einschlägt wie eine Bombe. “Mein Traummann heißt Erwin”, zum Beispiel. Natürlich nicht auf Deutsch, da klingt das zu banal, schließlich gehört Bayern zur amerikanisch befreiten Zone. Es ist zwar nicht so leicht, “Erwin” und “CSU” in einem mitreißenden Lied unterzubringen, aber wofür haben wir so großartige Texter und Komponisten im Land? Wenn Daniel Küblböck es schafft, wird er Ehrenbürger von Wildbad Kreuth.
Jetzt brauchen wir nur noch einen Interpreten. Keinen hochgestochenen Akademiker, sondern einen richtigen “Proll”, der den großartigen Text so vermittelt, daß jeder Wähler unter IQ 90 daraufhin nur noch CSU ankreuzen möchte. Leider ist Dieter Bohlen verdammt teuer… Aber gab es da nicht einen Slatko? Der wird noch schnell in Bayern eingebürgert und das mit dem Dialekt erledigt ein Synchronsprecher.
Bayern herausstreichen!
Bayern ist schließlich ein Pfund, mit dem man wuchern kann. Der größte Flächenstaat, die meisten Brauereien, die höchsten Berge, die schönsten Landschaften, Neuschwanstein – das alles verdankt Deutschland einzig und allein der CSU. Außerdem ist Bayern großzügig. Die Staatsregierung hat für jede andere Regierung der Welt (“Leichtmatrosen”) jederzeit einen guten Rat, um ihnen bei deren Fehleinschätzungen zu helfen.
Die bayerische Staatsregierung vereint in sich urwüchsige Folklore mit höchster Zivilisation und Kultiviertheit. Immerhin ist es schon 16 Jahre her, daß eine SPD-Oberfrau als “Krampfhenne” tituliert wurde, und an die Bezeichnung “Nordlichter” erinnert sich schon keiner mehr.
Bayern ist ein gastfreundliches Land, in dem Fremde jederzeit willkommen sind. Das geht sogar soweit, daß Gäste, die durch ihr “Tach!” oder gar “Moin!” beim Betreten eines Lokals anzeigen, daß sie drittklassigen Service gewohnt sind, auch genau diesen drittklassigen Service geboten bekommen. Es kostet den freundlichen Bedienungen wirklich große Mühe, preußische Pampigkeit an den Tag zu legen, doch sie tun alles, damit sich die Gäste bei ihnen wie zu Hause fühlen.
Um die Gäste in Bayern nicht zu sehr darauf hinzuweisen, in welch traurigen Umständen sie in ihren Heimatländern leben müssen, sollte die Nordlichter-Kampagne erst ab Mitte August richtig anlaufen, wenn mögliche Asylbewerber Bayern bereits wieder verlassen haben. Dann muß aber ganz massiv herausgestellt werden, welches Privileg es für einen Bayern ist, CSU wählen zu dürfen. Die anderen Parteien mögen um Stimmen betteln, die CSU erlaubt den Wählern huldvoll, sie ankreuzen zu dürfen.
Die Vergangenheit betonen!
Vergangenheit, das heißt in Bayern König Ludwig II. Damals war nicht nur alles besser, damals hatten sogar die Preußen noch Heimweh. Die Jahre 1933 bis 1945 dürfen die in Berlin behalten, die haben in Bayern nicht stattgefunden. Überhaupt sind die Jahre von 1918 (Abdankung des letzten Königs) bis 1961 (Krönung von Franz Josef Strauß zum CSU-Chef) ein dunkles Zeitalter, das in Bayern keinerlei archäologischen Zeugnisse hinterlassen hat.
Jeder Schüler muß trotz des gedrängten Stoffes im G8 die bayerischen Könige nach dem dunklen Zeitalter aufzählen können: Alfons der Gute, Franz Josef der Große, Max der Amigo, Edmund der Beredsame und jetzt Günther der Ratlose. Bis auf die neue Staatskanzlei, den Franz-Josef-Strauß-Flughafen und die Pinakothek der Moderne verdankt Bayern diesen neuen Königen nur wenige vorzeigenswerte Baudenkmäler; zum Glück waren die Könige vor dem dunklen Zeitalter viel großzügiger. Ludwig I. zum Beispiel hat seinen Transrapid von Nürnberg nach Fürth gebaut.
Ja, die Vergangenheit… 1974, als die Fußballweltmeisterschaft im großartigen München ausgespielt wurde, hat Deutschland glorreich gewonnen. 2006, im abgelegenen Berlin, haben es die Millionenkicker noch nicht einmal ins Endspiel geschafft. In Bayern wurde nicht nur das Reinheitsgebot erfunden, sondern auch die Weißwurst und die Bratwurst. Die wichtigste und großartigste Erfindung der Bayern ist jedoch die CSU.
Leider läßt sich mit dem Bauernminister in Berlin nicht besonders viel Staat machen, steht der doch für Regulierung, ausufernden Papierkram und gestrichenen Subventionen. Am besten, man tut in Bayern so, als sei Seehofer in der CDU.
Dafür könnte Michael Glos wirklich punkten. Ludwig Erhard stammt schließlich aus Bayern, gehört folglich zu den Aktivposten der CSU. Ganz konsequent muß deshalb der bayerische Bundeswirtschaftsminister immer dessen Buch “Wohlstand für alle” bei sich tragen, gerne daraus zitieren und es natürlich immer kamerawirksam auf den Kabinettstisch legen. Und er muß ein Wirtschaftswunder ankündigen! Die Vollbeschäftigung liegt gleich hinter der nächsten Ecke, also dann, wenn die CSU endlich stärkste Partei im Bundestag sein wird. Das muß er im Brustton der Überzeugung in jede erreichbare Kamera verkünden und sich dabei auf die Bibel von Ludwig Erhard berufen.
Auf Brüssel einprügeln!
Dank Altkönig Edmund sitzt die CSU doch an der Quelle. Alle idiotischen Regelungen werden zuerst nach Bayern gemeldet, dort im Wahlkampf gründlich ausgeschlachtet und dann erst durch die neue Entbürokratisierungsbehörde dem Politbüro der Kommissare zugeleitet. Nicht nur die Bayern haben etwas gegen Brüssel, sondern eine Menge Leute in ganz Europa. Wenn die bayerische Wahlkampfmaschinerie erst einmal so richtig angelaufen ist, kann sie gleich weitermachen, für die Europawahl und die Bundestagswahl.
Brüssel ist sowieso ein dankbarer Gegner. Keiner weiß, daß die CSU-Abgeordneten in Europa alles brav mitbeschließen, was anschließend von der bayerischen Staatsregierung als größte Fehler aller Zeiten kritisiert wird. Das bietet sich geradezu an, Breitseiten darauf abzufeuern. Wir, die Kleinen und Guten, gegen die Großen und Bösen – das kommt immer an.
An Brüssel müssen ununterbrochen neue Forderungen gestellt werden. Das beginnt beim Reinheitsgebot für bayerische Butter, geht weiter zum eingetragenen Markenzeichen für Schweinshaxen und endet bei Auflagen zur Mülltrennung für Touristen. Dabei kommt es gar nicht darauf an, wie sinnvoll die Forderungen sind, wichtig ist nur, daß der Wähler glaubt “die tun was”.
Natürlich ist die CSU ab sofort gegen den Euro. Ach was, ab sofort – die CSU war schon gegen den Euro, bevor Genscher die verrückte Idee überhaupt durch seine Agentenführer eingeflüstert worden war! Der Euro ist schlecht für die bayerische Wirtschaft, für den bayerischen Tourismus und den bayerischen Steuerzahler. Also weg damit und statt dessen den Konventionstaler einführen. Wenn schon Währungsunion, dann allerhöchstens mit Österreich.
Selbst die Schulden der Bayerischen Landesbank lassen sich problemlos Brüssel anlasten. Hätte Brüssel, anstatt Verordnungen über Karamelbonbons zu verabschieden, für eine vernünftige Bankenaufsicht gesorgt, wären die Milliardenverluste gar nicht passiert. Was kann ein Erwin Huber dafür, wenn Brüssel ihn mit seinen Hausaufgaben sitzen läßt?
Wieso finanziert Brüssel Verkehrsprojekte in Rumänien, wenn noch nicht einmal die Autobahn München-Augsburg vierspurig ausgebaut ist? Die da in Weitfortistan können noch ein paar Jahre mit ihren Plumpsklos leben, bis Bayern durchgehend mit Glasfasern durchzogen ist. Wenn der hinterletzte Einödshof Gigabit-Internetanschluß hat und sein eigenes Atomkraftwerk, dann, ja, dann können die Europäer anfangen, Fernstraßen in Ostpolen zu asphaltieren, aber keine Minute vorher!
Keine Experimente!
Mit diesem wunderbaren Spruch hat schon Konrad Adenauer seine Wahlen gewonnen, der muß auch die Maxime der CSU sein. Gut, dank der leider auch in Bayern dahinschwindenden Bildung sollte man die Wahlplakate nicht mehr in Fraktur beschriften, das können die zugewanderten Mitbürger und die jüngeren Einheimischen leider nicht lesen. Dafür bieten sich bildhafte Darstellungen an, also ein Tisch, der sich unter den aufgehäuften Speisen biegt, mit einem Stimmzettel im Hintergrund, auf dem ein dickes Kreuz unter einem strahlenden CSU-Logo abgebildet ist, und auf der anderen Seite eine abgenagte Brotkrume und ein halbleeres Glas Wasser (mit Spinnwebe) unter einem Stimmzettel, bei dem das Kreuz woanders sitzt. Da versteht bestimmt jeder, daß er mit seinem Kreuz an der richtigen Stelle dafür sorgt, daß der abgebildete Kandidat auch in Zukunft einen reichgedeckten Tisch vorfindet.
Experimente, das müssen für den Wähler die Linken sein, außerdem die Freien Wähler, die Bayern-Partei… halt alle, die der erfolgsverwöhnten CSU Stimmen abzugraben drohen. Nur mit der CSU kann alles so weitergehen wie bisher, nur die CSU bewahrt die ganzen bayerischen Eigenheiten, die Parteibuchkarrieren, die einsamen Entscheidungen des jeweiligen Ministerpräsidenten, die enge Verbindung von Politik und Schickeria, die reservierten Ehrenplätze in der ersten Reihe.
Ans Mitleid appellieren!
Die meisten Wähler haben volles Verständnis dafür, daß Leute, die beispielsweise als Lehrer völlige Nieten sind, in die Politik gehen. Deshalb werden solche Kandidaten schon aus Mitleid wiedergewählt, denn wer würde seinen eigenen Kindern einen solchen Lehrer zumuten wollen? So ein Landtagsmandat ist außerdem besser als Hartz IV, es eignet sich hervorragend für Ungelernte, da es genügt, alles das nachzuahmen, was der Fraktionsvorsitzende vormacht.
Jeder Bürger ist gerne bereit, Leute in Parlamente zu schicken, die mit dem normalen Leben einfach nicht zurechtkommen würden. Besser Maximilianeum als Stadlheim, oder? Für Landesunkundige ist die Faustregel ganz einfach: Wer die falsche Meinung äußert, kommt für fünf Jahre ins Gefängnis von Stadlheim, wer konsequent die richtige Meinung nachbetet, kommt in den bayerischen Landtag im Maiximilianeum.
Wem gar nichts einfällt, der plakatiert einfach: Ich bin nichts, ich kann nichts, schickt mich wieder in den Landtag! Das sichert dem Kandidaten ganz bestimmt die Solidarität der Wähler, vor allem jener Wähler, die Parkbänke nicht als Übernachtungsmöglichkeiten betrachten.
Und deshalb CSU!
Nach all diesen Argumenten kann man doch gar nichts anderes wählen als CSU, oder? Ja, sicher, so ganz links auf dem Wahlzettel ist die CSU ein wenig ungünstig plaziert, denn wer möchte schon gerne links wählen? Ich gebe ja zu, daß es verlockt, NPD anzukreuzen, bevor Schäuble die verbieten läßt. Das könnte man noch seinen Enkeln erzählen, während diese Partei ganz links wirklich nichts Besonderes ist.
Aber ehrlich, können Sie sich ein Bayern ohne CSU vorstellen? Also ohne Parteienfilz, ohne Amigos, ohne geschlossene Gesellschaft der Parteifreunde? Das wäre ja fast so schlimm wie ein Oktoberfestbesuch ohne Vollrausch! Eine Staatsregierung, die nicht mehr abgehoben ihre eigenen Steckenpferde pflegt, sondern tatsächlich auf die Meinung des Volkes hört? In Bayern???
Nein, nein, nein! Das geht auf keinen Fall! Bayern ohne losgelöste (vulgo: absolute) CSU-Regierung, das ist Teufelszeug!
Andererseits, es wäre eine ganz neue und hochwillkommene Erfahrung…
Quelle: Michael Winkler




22 responses so far ↓
1 Wigbold // Apr 9, 2008 at 1:00
Herr Winkler scheint partiell sogar über Würzburg und Mainfranken hinausreichende Kenntnisse in der bayrischen Parteiengeschichte zu haben. Wie von Winkler behauptet wurde FJS tatsächlich 1961 CSU-Vorsitzender, 1962 hätte das vielleicht schon nicht mehr geklappt. Einen der beiden Gründe (Witwenmacher F104G „Starfighter“) hat Herr Winkler genannt, beim anderen wussten 1962 die Leser eines Drecksblatts vom Hamburger Dovenfleet mehr. Die „Versiebenfachung“ von Strauß’ Privatvermögen im Laufe seiner Politkarriere (1946-1988) scheint mir dagegen arg niedrig gegriffen. Schließlich konnte Strauß gut rechnen: http://de.youtube.com/watch?v=_ubOfmJulkw .
Und Charme hatte FJS immer, auch in der Niederlage (1986, nur 55,8%): http://de.youtube.com/watch?v=hWaYpdXH28I&feature=related und http://de.youtube.com/watch?v=TkfRF3_TdMQ .
Sosehr Winkler und ich in dem ebenso heißen wie vergeblichen Wunsch nach Versenkung dieser Partei, die ebenso extrem widerwärtig wie alle anderen mir bekannten politischen Vereine unserer Zivilgesellschaft ist, übereinstimmen: Auch Stoiber fing als Ministerpräsident 1994 bei seiner ersten Wahl so an, wie das im Volk sehr beliebte (Quelle: Bayrischer Rundfunk) Ekelpaket Beckstein am 28. September ungefähr dastehen wird: mit nur 52,8%.
Seitdem ging es unter Stoiber mit dem Stimmenanteil der CSU immer nach oben, mit dem absoluten (Stimmenzahl) Ergebnis immer nach unten. Zum Schluss 2003 erreichte Stoiber das politisch beste Ergebnis einer Partei in einem Flächenland in der bundesdeutschen Geschichte überhaupt: die Zweidrittelmehrheit seiner Partei im Landtag (bei 60,7% der abgegebenen gültigen Stimmen). In absoluten Anteilen war es 2003 das schlechteste Ergebnis der CSU seit 1954, da nur knapp 34% Prozent der Wahlberechtigten noch so dumm waren, diese Partei zu wählen.
In diesem Sinne wird es auch diesmal ausgehen; Becksteins und Winklers Partei hat sogar knappe Chancen, mit diesmal ca. 50% der abgegebenen gültigen Stimmen oder ca. 25% der Wahlberechtigten die Zweidrittelmehrheit zu verteidigen. Guckst Du hier und rechnest nach: http://www.election.de/cgi-bin/showpoll.pl?name=ltw_by
Sehr gute Chancen hat die CSU aber auf jeden Fall, in absoluten Stimmanteilen noch schlechter als 1954 abzuschneiden. Was soll’s.
2 wotan666 // Apr 9, 2008 at 1:24
Beitrag von Zeit-Fragen aus ZÜRICH!!
Sie werden uns an den Abgrund führen
von Reinhard Koradi, Dietlikon
Wie oft haben wir die Mär von den selbstheilenden Kräften des freien Marktes schon gehört? Seit Jahrzehnten wurde uns eingehämmert: Regulierende Eingriffe des Staates auf das Wirtschaftsgeschehen schaden der Wirtschaft. Tiefgläubig sind die Massen den Gurus aus Kapital und Wirtschaft gefolgt. Öffentliches Eigentum wurde unter dem Titel «Liberalisierung und Privatisierung» dem freien Markt zu Billigstpreisen vor die Füsse geworfen. Der neoliberal-globale Markt hat sich als hocheffizientes System für die Vernichtung von Volksvermögen und die Gewinnmaximierung der «Auserwählten» – der Besitzenden – etabliert. Die Bahn, das Telefon, die Post, die Energie- und Wasserversorgung, Spitäler und andere Einrichtungen des öffentlichen Lebens wurden durch Billigangebote dem privaten Kapital zugeführt. Der Angriff auf das Volksvermögen der nationalen Notenbanken wurde über den Internationalen Währungsfond (IWF) lanciert, der die Währungsinstitute per Dekret zwang, ihre Goldreserven aufzulösen und durch wertloses Papiergeld zu ersetzen.
Unter dem Motto «freier Handel führt zu tieferen Preisen und fördert das Wirtschaftswachstum» wurden die stabilen und umsichtig geleiteten nationalen Volkswirtschaften durch die Welthandelsorganisation (WTO) angegriffen. Angriffe, die die Souveränität der Nationalstaaten und ihre auf das Wohl der Bevölkerung ausgerichtete Wirtschaftspolitik destabilisierten. Die nationale Wirtschaftspolitik wurde gegen besseres Wissen ausgehöhlt, indem die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln geschwächt wurde und die Stabilitätsziele (angemessenes Wirtschaftswachstum, Vollbeschäftigung, stabile Preise, gerechte Einkommensverteilung, ausgeglichene Zahlungsbilanz einer einseitigen Wachstumspolitik (inklusive Öffnung der Märkte)) geopfert wurden. Und noch immer folgen wir stumm den Heilsverkündern der freien Marktwirtschaft.
Selbst der dramatische Einbruch an den Finanzmärkten berührt die Mehrheit der Bevölkerung kaum. Noch immer lassen wir uns von «Finanzexperten» in einen Dämmerschlaf versetzen. Einzelne Kommentare zur Finanzkrise oder Statements aus Bankkreisen sollen den schlafenden Riesen wohl langsam und behutsam auf den Raubzug der Finanzeliten auf Steuergelder, Privatvermögen der Kleinsparer, die Renten und die Löhne vorbereiten. So forderte Dr. Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, die US-Regierung am letzten Montag auf, angesichts der durch faule US-Immobilienkredite ausgelösten Finanzkrise in den Markt einzugreifen. «Ich glaube hier nicht allein an die Selbstheilungskräfte der Märkte», sagte Ackermann laut einem Sprecher. Es sind also die bisherigen Profiteure des freien Marktes, die in der Krise nach der Hilfe durch den Staat rufen und damit die Gesamtbevölkerung zur Kasse bitten. Ähnlich tönt es von gut unterrichteter Seite: Sollte die UBS (Schweizer Grossbank) noch tiefer in die Krise schlittern, dann muss der Staat eingreifen. Ganz nach dem Motto «Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren». Weltweit haben die Notenbanken Hunderte von Milliarden Dollars in die Finanzmärkte investiert, um den Kollaps noch etwas hinauszuschieben. Diese Milliarden zahlen die Massen durch Inflation und durch Verluste auf ihren privaten Vermögen. Und noch immer regen sich diese nicht.
Vielleicht erwachen wir noch, bevor wir in den Abgrund gestossen werden – spätestens dann, wenn wir wahrnehmen, dass wir mit dem Vermögensschwund und der galoppierenden Inflation die Kriege im Irak, in Afghanistan und Palästina finanzieren. Sollten wir bei diesen Perspektiven nicht schon heute aufstehen? •
Anscheinend sind die Eidgenossen schon aufgewacht, was man von den deutschen Schlafmützen nicht behaupten kann!
MdG
3 Detlef // Apr 9, 2008 at 2:47
Ein Grund mehr die von den Zionisten installierte CSU zum Teufel zu jagen und das Buch der Bücher aus deren Klauen zu befreien.
“Chi Haotian, bis 2004 chinesischer Verteidigungsminister und bis vor kurzem Stellvertretender Vorsitzender der Militärkommission. Die Titel der Reden sind „Krieg kommt auf uns zu“[1], erschienen im Januar 2003
Zitat: Wie jeder weiß, ist es die Ansicht der westlichen Wissenschaft, dass die Menschheit der gesamten Erde aus einer identischen Quelle stammt – der afrikanischen Mutter – und es deswegen keine Überlegenheit gewisser Rassen gibt. Nach den Untersuchungen der Mehrheit unserer chinesischen Wissenschaftler jedoch ist die chinesische Rasse anders als andere Rassen der Welt. http://www.epochtimes.de/articles/2005/11/24/6652.html
Recht hat er! Unrecht hat er, wenn er meint es ist die Ansicht der Wissenschaft, nein es ist die Propaganda der Zionisten, um die Juden zu erhöhen.
Ein mächtiger Mitkämpfer gegen den Westen, wir sind eben nicht allein!
Mit uns steht die Welt!
Es dauert nicht mehr lange, und als Reinkarnation des Nazareners wird “mein Kampf” und der “Visionär” genannt Führer, gelten.
4 Detlef // Apr 9, 2008 at 2:56
Nachtrag:
Was mich besonders freut, er bestätigt meine jüngst hier geäußerte These, dass die USA auf geraubten Territorium schmarotzen, so das eine Losung der Stunde heißen muss:
Freiheit für Amerika, Amerika den Amerikanern.
Dies sind aber ganz bestimmt nicht die westlichen vaterlandslosen Kriminellen, Heimatlosen, die bei Nacht und Nebel aus Europa flüchteten oder vertrieben wurden.
Zitat:
„Als Ergebnis unserer glorreichen Geschichte hat sich unsere Rasse nach Amerika und in das Becken des pazifischen Ozeans ausgebreitet. So kamen zum Beispiel die amerikanischen Indianer und die ostasiatischen Rassen in der Region des Südpazifik aus China. „
5 Wigbold // Apr 9, 2008 at 3:13
Einen schönen Strauß hab’ ich gerade noch gefunden, hier anläßlich seiner Kanzlerkandidatur: http://de.youtube.com/watch?v=NHHSTGMdj2o&feature=related
Es war wohl alles ein Missverständnis. Als Regierungspartei weiss die von ihm beworbene Partei heute z.B., daß der Antrag auf eine Debatte zu “Gender Mainstreaming” verfassungsfeindlich und extremistisch ist, da eine solche das friedliche Zusammenleben der Völker oder der Mecklenburger und Vorpommern zu stören geeignet ist. Wer das auch so sieht, kann die Leute ja wählen.
Wer aber anderer Meinung und also fürs plurale Gemeinwesen verloren ist, der kann sich vorsichtig dieses Bild ansehen, mit dem verlorene Seelen auch noch vergiftet und verhetzt werden: http://www.silents-world.de/4images/data/media/35/Laterne.jpg
Und dann ggf. noch dieses: http://www.nrsweb.com/tech_talk/know_the_ropes.asp
6 Tirolvereint // Apr 9, 2008 at 7:42
“Sollten also eines Tages Deutschland und die freie Welt am Brenner oder am Großglockner verteidigt werden müssen, stehen die Gebirgsschützen bereit…..“
Am Brenner muss bestimmt kein Gebirgsschütze irgend etwas verteidigen! Kommt das wahre Schützenwesen doch aus Tirol!
Ich rate Herrn Winkler einen Blick auf eine Deutschlandkarte (aus alten Zeiten) zu werfen, dann wird er sehen dass Deutschland nicht am Brenner sondern gut 150 km weiter an der Salurner Klause an der Etsch in Südtirol endet.
Deutscher merke dir: Süd-Tirol ist nicht Italien!
Auch heute ist Südtirol noch mehrheitlich deutsch besiedelt. (ca. 70% Deutsche).
7 jochen // Apr 9, 2008 at 8:19
“Rettet die CSU”
Warum denn? Die bekommen ihre verdiente Quittung am Wahlabend. Jetzt gilt es nur die Chancen der NPD auszubauen.
8 Le Bor // Apr 9, 2008 at 8:35
Ja leider, Michael Winkler, hilft dein sehr angebrachter Sarkasmus der CSU auch nicht weiter.
Da sind eben auch nur Leute aus der 3. Reihe am Werke.
Hatte sich Bayern, zumindest dem Anscheine nach, mit seiner Volkstümlichkeit bis heute das Deutschsein wie eine letzte Insel in diesem verkommenen Staat bewahrt, so sind diese Ehrgeizlinge und Dilletanten mit allen Kräften dabei, auch diese letzte deutsche Erscheinungsform ins Abseits zu schieben.
Aber je größer der Völkermischmasch, siehe bes. München, um so größer der jüdisch-sozialdemokratische Einfluß. Und so ist es kein Wunder, daß sich besonders in München diese rote SPD halten kann.
Es scheint durchaus möglich zu sein, daß unter der äußerst erfolgreichen, vom Zentralrat gefühten Merkel-Regierung auch Bayern auf das Niveau Gesamtdeutschlands gedrückt wird.
Manchmal habe ich den Eindruck, daß Beckstein und Huber am meisten mitgeholfen haben, den Stoiber abzusägen und der war in meinen Augen das kleinere Übel für Deutschland.
Und dann kann es in Deutschland zu dem kommen, was wir schon einmal hatten und womit in München auch alles begann.
Wir hatten ja in München schon einmal eine ‘Rote Räterepublik’, die von den kommunistischen Juden Eisner und Levien regiert wurde – zumindest so lange, bis dieser Spuk weggefegt wurde, leider nicht gründlich genug.
Ich denke mir immer, daß sich Geschichte wiederholt – das deutsche Vok müßte nur aus den Fehlern endlich einmal lernen.
9 jochen // Apr 9, 2008 at 10:05
@ Tirol vereint
BRAVO!!
10 NPD KV UNNA / HAMM // Apr 9, 2008 at 11:58
Nur weg mit der CSU.
Diese Partei und der hochgelobte FJS sind doch für viele Fehlentwicklungen verantwortlich. Wie sagte doch Strauß damals so treffend:
, .. rechter Hilfstruppen ( und Parolen ) muss man sich bedienen, nach der Wahl werden sie abserviert…
11 Daggi // Apr 9, 2008 at 12:09
Toll, Herr Wigbold ist auch wieder da. Alles was hier ansonsten zu China gesagt wurde, finde ich einfach nur traurig und schlimm. Aber jetzt bildet sich wenigstens eine global einheitliche Opposition heraus:
http://www.bild.de/BILD/news/politik/2008/04/09/fackellauf-in-san/fransisco-zweiter-tag.html
Also nicht den Mut verlieren!
12 Wigbold // Apr 9, 2008 at 15:03
Verehrtes Fräulein Daggi,
dass Sie mich vermisst haben könnten, ehrt mich sehr. Es war so: Nachdem eine ungewohnt repressive Stimmung der Hausmeisterei – oder vielleicht sogar der Schriftführung selbst? – am vergangenen Dienstag, dem 1. April, nach schon fast ein Jahr währenden Wirken auf Altermedia erstmals einen Winkler-Kommentar von mir bewusst, absichtlich, hinterrücks und böswillig versenkte, kochte ich vor Wut Würfel (gebrüht), stampfte mit den krummen Seemannsbeinen auf die Schiffsplanken, schlug Seile zu Tauen, entäußerte zufällig anwesende Viehbänker ihrer letzten Dollars und fuhr nach bewusst extrem kurz gehaltenem Pranger-Kommentar am 2.4. mit meiner Mannschaft auf hohe Westsee, um dort aller Welt Feind zu sein.
Dieses für die christliche Seefahrt wie für manche Weseranrainer vermeidbare Unglück beschwor Altermedia wohl herauf, weil ich Winklers schwachem Aprilscherz einen etwas besseren entgegengesetzt hatte. Aber am Ende kehrt man aber immer wieder zu seien Freunden zurück! Bis die Welt sagt, es ist Zeit.
http://de.youtube.com/watch?v=waIfMlKXBf8
13 gladius // Apr 9, 2008 at 15:46
Trotz dieser schriftstellerischen Auslassung mit dem Brenner würde ich empfehlen, diese Ausführungen des Herrn Winkler zu drucken und jedem einzelnen Bayern zur Verfügung zu stellen!
Schon lange nicht so gelacht!
14 2. Münchner // Apr 9, 2008 at 16:07
“Bayern ist schließlich ein Pfund, mit dem man wuchern kann. Der größte Flächenstaat, die meisten Brauereien, die höchsten Berge, die schönsten Landschaften, Neuschwanstein …”
Na endlich. Und was habt Ihr Nichtbayern? Gar nix. Bei Euch ist alles in jeder Hinsicht (geistig, ästhetisch, moralisch und finanziell) plattgedrückt.
Und ein Bayern ohne CSU können wir uns durchaus vorstellen. Die Grenzen unserer Vorstellungskraft sind erst erreicht, wenn wir an ein Bayern denken, in dem die NPD mehr als ein Prozent erreicht.
15 Mitstreiter // Apr 9, 2008 at 16:23
Nur die BAYERN können die CSU retten und nicht die Norddeutschen. Es war die CSU gewesen, welche der DSU den Fusstritt verpasste.
16 Detlef // Apr 9, 2008 at 17:04
Daggi :
Alles was hier ansonsten zu China gesagt wurde, finde ich einfach nur traurig und schlimm.
Ich finde es schlimm, dass ein chinesischer Politiker mich verteidigen muss, indem er ausspricht, was ich bin:
Nämlich, kein Produkt einer negroiden Gebärmaschine, wie es die westlich, christliche Wertegemeinschaft mir weis machen will, an deren Spitze in der Nahrungskette der Jude steht.
Seine nüchterne Einschätzung „Krieg kommt auf uns zu“, ist genau das, was uns hier alle bewegt.
17 wartender Krieger // Apr 9, 2008 at 21:16
Die CSU ist genausowenig zu retten (oder rettenswert) wie die gesamte BRD.
Herr Winkler sollte aufhören, diesbezüglich Träumen von vergangener, scheinbarer Größe nachzutrauern.
Konzentriere er sich lieber darauf, den zuckenden, faulenden Kadaver in seinen letzten Atemzügen satirisch auszuschlachten.
Bayern wird auch ohne CSU, sogar ganz ohne parteien oder Demokratie immer Bayern bleiben.
Und wenn die Ereignisse der kommenden Jahre überstanden sind, werden die Bayern wieder dankbar ihrem König zujubeln. So Gott will. Und der will ganz bestimmt, bei solch versammelter Unwürdigkeit und Verkommenheit der momentanen Herrscherklasse.
18 Dike // Apr 10, 2008 at 0:36
Daggi schrieb u.a. “Aber jetzt bildet sich wenigstens eine global einheitliche Opposition heraus…”
LOL
Spielberg und Hollywood fungieren als solche, stacheln an und instrumentalisieren die Massen gegen China, das, – man betrachte seine Geschichte -, k e i n e Agressionskriege nach außen führt im Vergleich zu USRAEL. Die Menschen, die während der Aufständen in Tibet umgekommen sind, sind das tägliche PLUS Quantum usraelischer Kriegsverbrecher!!!
Wenn schon der Ho-kotzmeister die Olympiade boykottiert, müßten eigentlich sämtliche Antennen und Ohren auf “Achtung ACHTUNG” GESCHALTET SEIN…
Daggi, Guteste(r)…überleg dir doch um Gott’s Willen, was Du schreibst, bevor Du es tust.
19 Dike // Apr 10, 2008 at 0:41
Herr Winkler:
Satire hin oder her. Es ist an der Zeit, sämtliche br- Parteien in die Wüste zu schicken! Parteien sind i m m e r vom Kapital abhängig und deshalb diesem verpflichtet!!
20 Detlef // Apr 10, 2008 at 10:12
Dike :
Parteien sind i m m e r vom Kapital abhängig und deshalb diesem verpflichtet!!
Eine Lösung dieses Problems fällt mir leider auf die schnelle leider auch nicht ein.
Aber, NSDAP, SED, KPDSU, u.a., waren mit Sicherheit immer nationale Parteien, so dass zumindest diese Grundforderung abgedeckt war.
Natürlich mit unterschieden (SED= Russenknechte) aber, die Heimat wurde hoch gehalten. Deutlicher wird dies noch bei der PKP oder KP-Chinas.
Hier muss die NPD deutlicher werden.
21 Judge // Apr 10, 2008 at 13:50
@ Tirolvereint ,
wenn die Deutsche Nationalhymne nicht mehr gesungen wird , dann kann eben nicht jeder wissen , daß es da heißt -von der Etsch bis an den Belt- und von der Memel ist da auch die Rede .
Ich denke mal , daß trotzdem die meisten Mitbürger nicht wissen , wo diese geographischen Orte zu suchen sind ; gleich garnicht werden sie wissen , daß es die Grenzen des Deutschen Reiches sind .
Hört Euch da mal die Plärrer , sprich Reporter , in den Medien an , für die gibt es kein Südtirol , genau so , wie sie grundsätzlich urdeutsche Orte im Sudetengau mit tschechischen Zungenbrechern verballhornen und die deutsche Vergangenheit damit verleugnen.
22 Detlef // Apr 10, 2008 at 17:36
Ja da kann ich mir es nicht verkneifen zu erwähnen, dass selbst die Kommunisten mal gute Deutsche waren.
Diese Information war natürlich in der DDR tabu und im Judenstaat, na das lass ich jetzt mal.
Aber Kommunisten mit dem Attribut brD…… werden dann nur noch von CDU, SPD getopt.
Proklamation des ZK der KPD
(24. August 1930)
In einer Zeit der Knechtung Deutschlands durch den Versailler Frieden, der wachsenden Krise, der Arbeitslosigkeit und Not der Massen versuchen die Faschisten durch zügellose Demagogie und schreiende radikale Phrasen, unter der Flagge des Widerstands gegen die Erfüllungspolitik und den Youngplan, bedeutende Schichten des Kleinbürgertums, deklassierter Intellektueller, Studenten, Angestellter, Bauern sowie einige Gruppen rückständiger, unaufgeklärter Arbeiter für sich zu gewinnen.
Hitler und seine Partei haben hinter dem Rücken des deutschen Volkes einen schmutzigen Geheimvertrag mit der italienischen Faschistenregierung abgeschlossen, auf Grund dessen sie die deutschen Gebiete Südtirols bedingungslos den ausländischen Eroberern ausliefern. Mit dieser schändlichen Tat haben Hitler und seine Partei die nationalen Interessen der werktätigen Massen Deutschlands in gleicher Weise an die Versailler Siegermächte verkauft, wie es die deutsche Sozialdemokratie seit zwölf Jahren unausgesetzt getan hat.
Wir Kommunisten erklären, dass wir keine gewaltsame Angliederung eines Volkes oder eines Volksteiles an andere nationale Staatsgebilde, dass wir keine einzige Grenze anerkennen, die ohne Zustimmung der werktätigen Massen und der wirklichen Mehrheit der Bevölkerung gezogen ist.
Wir Kommunisten sind gegen die auf Grund des Versailler Gewaltfriedens durchgeführte territoriale Zerreißung und Ausplünderung Deutschlands. ……..
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