Was blüht einem Antifaschisten, der eine öffentliche Kundgebung durch Angriff auf die Technik sabotiert? Zumindest wenn es sich um eine DVU-Kundgebung handelt, nicht sonderlich viel. So wurde vor einer Woche ein Verfahren wegen Sachbeschädigung eingestellt, gegen die Auflage 20 Sozialstunden zu verrichten!
| Christian Worch versuchte vergeblich den Generator wieder in Gang zu bringen |
Wir erinnern uns: Am 20. September letzten Jahres fand anlässlich der eine Woche später stattfindenden brandenburgischen Kommunalwahlen, in Potsdam eine DVU-Kundgebung statt, die gleichermaßen Wahlkampfauftakt wie auch –Abschluss war. Auf dem Potsdamer Lusienplatz versammelten sich seinerzeit 50 DVU-Anhänger.
Die Kundgebung endete allerdings vorzeitig: Während des Redebeitrags des – inzwischen tödlich verunglückten – Potsdamer DVU-Stadtvertreters Günther Schwemmer, stürmten zwei linke Gegendemonstranten auf das Kundgebungsgelände und warfen den Stromgenerator der DVU-Lautsprecheranlage zu Boden, die an diesem Tag von Christian Worch aus Hamburg gestellt worden ist. Allen technischen Wiederbelebungsversuchen zum Trotz, die Anlage blieb aus – der Strom war weg!
Wie bereits eingangs erwähnt, blühen dem Haupttäter in dieser Sache nicht mehr wie 20 Arbeitsstunden. So berichtet Inforiot dieser Tage über den Prozess: „Beim Prozess am Mittwoch war der DVU-Landesvorsitzende Hans-Gerd Wiechmann aus Niedersachsen geladen.Er stellte für die Wahlkampfveranstaltung die Logistik und Ordner aus Niedersachsen. Laut seiner Aussage sah er den Angeklagten lediglich, wie ihn die Polizei festhielt, nicht jedoch wie er den schätzungsweise 150€ teuren Stromgenerator zerstörte. Die Zeug_innenaussage eines Streetworkers verdeutlichte, dass in diesem Fall nicht die kriminelle Energie entscheidend war (wie es bei Diebstahl eigentlich wäre), sondern die politische Motivation diese Veranstaltung zu verhindern, die rechtes Gedankengut transportiert.Der Angeklagte ließ eine Erklärung durch seinen Anwalt verlesen, in der einräumte, dass er den Generator zerstörte, floh und von der Polizei festgenommen wurde. Weiterhin wurde verdeutlicht, welche polizeilichen Maßnahmen der Angeklagte über sich ergehen lassen musste- Freiheitsentzug und stundenlange Ingewahrsamnahme.“
Dass es keine ernstzunehmende Strafe, für einen von den etablierten Parteien privilegierten Jünger gibt, ist ja nun keineswegs eine Überraschung. Aber an deutschen Gerichten könnte man ja wenigstens noch so tun, als wären alle vor dem Gesetz gleich, denn eines ist wohl sicher, ein DVU-Anhänger wäre mit einer so banal lächerlichen Strafe nicht davon gekommen, wenn er die Lautsprecheranlage auf einer PDS-Kundgebung außer Kraft gesetzt hätte.
Siehe auch
Inforiot 02.07.07




12 responses so far ↓
1 Feldpostnr. 07 // Jul 7, 2009 at 13:24
Also wenn bei uns Kundgebungen und dergleichen stattfinden, werden grundsätzlich Kameraden an der Technik zur Wache abgestellt. Vielleicht hätten wir aus dieser Taktik noch eine Schulung machen sollen…
Trotz allem, wie schon millionenfach zuvor, ein Zeichen dafür, daß gern mit zweierlei Maß gemessen wird.
Ich schließe dieses Kommentar nun nicht mit einem Textauszug einer Berliner Kapelle.
Viele Grüße an die Schriftleitung.
2 Willi // Jul 7, 2009 at 13:33
Wurde nicht zivilrechtlich geklagt? Ich kann nur jedem Aktivisten raten eine Rechtschutzversicherung ab zu schließen.
3 Patriot54 // Jul 7, 2009 at 13:37
Irgendwann muss doch auch der letzte klar denkende Mensch verstehen, dass solche linken Kotzbrocken nur noch durch Schläge zur Vernunft bebracht werden können.
4 Unser Grossdeutschland // Jul 7, 2009 at 13:44
Keine nationale Kundgebung sollte ohne einen ausreichenden Selbstschutz stattfinden. Lieber weniger Kundgebungen und die dann mit mindestens 20-30 Mann (die sich dezent im Hintergrund halten bis sie gebraucht werden) sichern als viele kleine Kundgebungen bei denen man schutzlos linken Angriffen ausgeliefert ist.
5 Regenmacher // Jul 7, 2009 at 14:13
Wieso wurde die Technik nicht ausreichend geschützt von den Ordnern?
Warum konnten die linkischen Gegendemonstranten so nah an die Technik kommen und das noch unbemerkt? Ein technischer Assistent sollte bei jeder öffentlichen Veranstaltung vor Ort sein, ebenso wie ein Rechtsanwalt und natürlich ausgebildete Ordner dann wäre sowas nicht möglich gewesen. Ich hoffe es wird aus diesen Fehlern endlich gelernt und es werden alle Demos dementsprechend abgesichert und organisiert um solche Vorfälle zu vermeiden. Sie sind zu vermeiden wenn sich an gewisse Verhaltensregeln gehalten wird und Minidemos sehe ich immer kritischer da es oft im Vorfeld an organisatorischen Maßnahmen mangelt die dann zum Minidemodesaster führen und das kann unmöglich gewollt sein!?
6 T-34 // Jul 7, 2009 at 14:47
Das ist natürlich schon hart, wenn eine Kundgebung von 50 Leute von zwei Antifaschisten angegriffen wird
7 @ Schriftleitung // Jul 7, 2009 at 16:12
Ich finde, das Verbot der Ungarischen Garde (Magyar Gárda) und die darauf erfolgte Protestdemonstration in Budapest mit brutalem Vorgehen der Polizei gegen friedliche Sitzdemonstranten und zahlreichen Festnahmen am vergangenen Sonnabend (4. Juli) sollte ruhig einen Altermedia-Artikel wert sein, zumals sich alle Systemmedien (außer einigen Schweizern) darüber verbissen ausschweigen.
Leider gibt es noch keine objektiven deutschsprachigen Berichte darüber, aber die folgenden beiden kommentarlosen Videos lassen erkennen, was dort los war:
http://www.youtube.com/watch?v=YpjLhQYbNCw&eurl=http%3A%2F%2Fmagyargarda%2Ehu%2F&feature=player_embedded
http://www.youtube.com/watch?v=WE63YIElWAw&eurl=http%3A%2F%2Fmagyargarda%2Ehu%2F&feature=player_embedded
Altermedia nimmt eigentlich relativ häufig zu den Problemen in Ungarn Stellung. Allerdings wäre es schon hilfreich, wenn ungarischerseits dazu auch etwas Unterstützung kommen würde. Videos sind ja recht schön als Illustration zu einem Artikel, aber ein paar Hintergrundinformationen, die über das hinausgehen was im Pester Lloyd oder in der Budapester Zeitung steht, wären da schon effektiver. Darüber hinaus gibt es auch, wie man rechts an der Seite erkennen wird, eine Kontaktmöglichkeit, sich direkt an Altermedia zu wenden, statt nur über die Kommentarspalte. – Die Schriftleitung
8 Marcel Guse // Jul 7, 2009 at 22:00
Am kommenden Wochenende findet die nächste Kundgebung statt. Diesmal in Brandenburg an der Havel. Da werden wir besser aufpassen. Versprochen!
9 Adler // Jul 8, 2009 at 2:56
Die “Berliner Umschau” hat übrigens jüngst unter dem Titel “Die NPD will faschistische Einheitspartei werden” ganz interessant geschrieben:
“Ein erkennbares Parteileben gab es nicht. (…) Paradoxerweise hat sich Dr. Frey mehr um den Antifaschismus verdient gemacht als so mancher berufsmäßige Antifaschist. So läuft das Leben.”
10 Adler // Jul 8, 2009 at 3:04
Nachtrag:
Und weiter heißt es in dem Artikel über DVU-Frey:
“Sein Sohn – lange als natürlicher Nachfolger vorgesehen, lag schon lange in Konflikt mit ihm…”
Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen…
11 Kampfgruppe Bitterfeld // Jul 8, 2009 at 7:38
Lassen wir mal das weg, was zio. Medien und ihre Gerichtsbüttel daraus machen.
Dass man dem Worch den Strom abschaltet, sollte er zunächst auch als einen Hinweis wahrnehmen.
Da gibt es wesendlich „Härtere“, welche gleich mal das „Licht ausknipsen“.
Mit Sicherheit, wie wir ja nun hier hinreichend lesen konnten , handelte es sich um eine Anti-NPD-Veranstaltung.
Gerangel unter Systemlingen, wie z.B. CDU/DVU ist ja nichts neues.
Jeder versucht den anderen als größeren Nazijäger zu übertreffen.
Die Rechten generell sind ja integraler Bestandteil der zio. Gesamtideologie, wie uns aktuell das Netanjahu/Lieberman-Regime verdeutlicht.
Wir allerdings, sind Nationale, welche vom „Globalen Kapitalismus“ die Nase voll haben. Darum nennt man uns ja auch „NS“.
12 Ex-Worch-Fan // Jul 8, 2009 at 8:08
Schöner Beitrag, Kampfgruppe Bitterfeld 11
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