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Mitgliederschwund bei der SPD und den Gewerkschaften

January 29th, 2004 · Post your comment (No Comments)

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Den Sozialdemokraten und den Gewerkschaften, vor allem der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, laufen die Mitglieder in hellen Scharen davon. Allein in Berlin kehrten der SPD mehr als 1100 Mitglieder den Rücken und Ver.di verlor in der Hauptstadt und in Brandenburg über 10.000 Mitglieder. Auch die anderen etablierten Parteien bis hin zur postkommunistischen PDS haben Verluste zu beklagen. Insgesamt haben in Berlin weniger als ein Prozent der Bürger ein Parteibuch in der Tasche. In ganz Deutschland ist die Entwicklung nicht anders.

Man werde sich bemühen, neue und vor allem jüngere Mitglieder zu werben, heißt es in den Parteizentralen. Die CDU hat eine Offensive zum Thema „Sicherung der Sozialsysteme“ gestartet. Bei der Abschlußkundgebung konnten aber gerade mal klägliche 150 Teilnehmer begrüßt werden. Wahrscheinlich war den meisten eingeladenen Bürgern nicht ganz wohl bei der Aussicht, daß ausgerechnet von die CDU die Sozialsysteme sichern will. Die von dem Unionsmann Horst Seehofer zusammen mit Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ausgeheckte Schröpfung der Patienten ist denn wohl eher in Erinnerung geblieben.

Die Gewerkschaft Ver.di hat sich was ganz Originelles einfallen lassen. Sie will junge Leute mi Rabatten dazu begeistern, in ihren Verein einzutreten. Wer dort unterschreibt, bekommt eine Rechtschutzversicherung gratis dazu. Wer bei Kauf von Autos oder Elektrogeräten seine frisch erworbene Ver.di-Mitgliedskarte vorweist, soll in den Gernuß von Vergünstigungen kommen.

Ganz gleich, was den Gewerkschaften und Parteien noch einfällt, um die Mitgliederlisten wieder aufzufüllen, es sind alles Zeichen der Hilflosigkeit gegenüber dem schwindenden Vertrauen in die Ehrlichkeit etablierter Kreise. Bei massiven Wahlenthaltungen hat angefangen was sich jetzt im rapiden Mitgliederschwund fortsetzt. Man traut denen einfach nicht mehr. Eines alledings ist weder Parteien noch Gewerkschaften eingefallen, um diesen Erosionsprozeß zu stoppen: eine andere Politik. Wer sollte schon Parteien vertrauen, die sich gegenseitig überbieten mit Vorschlägen und Maßnahmen zum Sozialabbau und gleichzeitig zulassen, daß sich Politiker, Funktionäre und Wirtschaftsbosse die Taschen vollstopfen. Und wer sollte Gewerkschaften vertrauen, deren Spitzenfunktionäre auf Kundgebungen Stimmungen anheizen und den Widerstand ankündigen während zu gleicher Zeit deren Vertreter im Parlament den ständig wachsenden Belastungen der sozial Schwachen klammheimlich zustimmen ?

Die NPD kann diesen Prozeß des wachsenden Vertrauensverlustes nur begrüßen. Es ist ein Zeichen der Gesundung und kann nur zum Besseren führen.

Frank Schwerdt

Tags: Allgemeines

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